Nun, vier Jahre, eine große MGM-Krise später (wodurch sich alles ein bisschen verzögerte, aber die dadurch gewonnene Zeit in das Drehbuch investiert werden konnte) und genau passend zum großen 50. Jubiläum, sieht die Sache aber ganz anders aus. Obwohl man natürlich der härteren und realistischeren Gangart der beiden Vorgänger Treu bleibt, haben sich die Bondmacher bei SKYFALL dazu entschieden, einige bekannte Elemente aus den früheren Bondfilmen nun auch in die Daniel-Craig-Ära einzuführen. Die Zusammenführung von Altem und Neuem wurde aber nicht mit der Brechstange, sondern vielmehr äußerst gewissenhaft und schrittweise durchgeführt – ein Drahtseilakt, der sich am Ende des Tages bezahlt macht, so viel sei verraten!
Darum gehts: In SKYFALL wird Bonds Loyalität auf eine harte Probe gestellt, als M von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Als der MI6 unter Beschuss gerät, muss 007 die Angreifer aufspüren und unschädlich machen, ohne Rücksicht auf den Preis, den er selber dafür zahlen muss.
Das Zusammenspiel von Altem und Neuem wird in SKYFALL mehrmals und auf verschiedene Art und Weise thematisiert, sowohl Bond als auch M werden mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und vor allem letztere von dieser buchstäblich eingeholt. In mehreren Szenen wird gezeigt, dass sich Bond im neuen Mi6 bzw. in der neuen modernen Welt noch nicht so richtig wohlfühlt und gewisse Dinge lieber auf alte und traditionelle Weise erledigen würde. Vor allem nach dem Unfall in der Pre-Title-Sequenz sehen wir einen Bond, dem es sowohl körperlich als auch psychisch alles andere als gut geht – aber, auch so viel sei vorab verraten, er wird wiederauferstehen!
Filmhandwerklich haben Sam Mendes und sein Team den Film vom Start der actiongeladenen Pre-Title-Sequenz (die 12 Minuten Non-Stop-Action garantiert) bis zum Ende grandios in Szene gesetzt. Trotz der bereits angesprochenen traditionelleren Ausrichtung (Stichwort “Bond-Formel”) bleibt der Ton und die Stimmung des Filmes düster und bedrohlich, auch auf den Titel “Skyfall” wird mehrmals auf filmische und stilistische Weise Bezug genommen. Die Action- und Kampfszenen bleiben hart und realistisch, aber stets übersichtlich und ohne Wackelkamera (im Vergleich zum Vorgänger!). Generell ist die Kameraarbeit von Roger Deakins, wie erwartet, sehr stilvoll und fast schon virtuos, egal ob es sich um Action-, Drama- oder einfache Landschaftszenen handelt. Im Normalfall bekommt man solch fein aufeinander abgestimmte Bilder in so gut wie keinem anderen Action-Blockbuster zu sehen, egal ob es die neon-futuristischen Straßenzüge Shanghais, das triste London, das fast schon kitschig-bunte Macau oder die weitläufigen Highlands Schottland sind.
Getragen wird der Film aber natürlich von dem großartigen Cast, allen voran 007-Darsteller Daniel Craig, der wohl spätestens mit SKYFALL auch die meisten seiner immer weniger werdenden Kritiker überzeugen wird. Egal ob sein Charakter ganz in Fleming’scher Manier Gefühle zeigen muss oder er in mit Ironie gespickten Dialogen bzw. humorvollen Szenen mit M, Eve oder Q verwickelt ist, von denen es in SKYFALL einige wirklich sehr gelungene gibt – Craig bringt die perfekte Mischung aus bedrohlichem Connery und lockerem Moore, mit einem Schuss Original-Fleming. Großartig!
Die fantastische Dame Judi Dench brilliert (vor allem im Zusammenspiel mit Daniel Craig) wie immer in ihrer Rolle als M und hat in SKYFALL so viel zu tun, wie noch nie zuvor. Javier Bardem bekommt man erst ab der Mitte des Filmes zu Gesicht, was einerseits schade, andererseits aber auch großartig ist, denn sein erster Auftritt sorgt regelrecht für Gänsehaut und zählt zu den Highlights des Filmes! Auch im weiteren Verlauf darf der spanische Oscarpreisträger sein schauspielerisches Können unter Beweis stellen, vor allem im Zusammenspiel mit Dench und Craig. Obwohl seine exzentrische, psychopatisch angehauchte Rolle irgendwo zwischen klassischem Bond-Bösewicht und dem Joker von Christopher Nolans “Batman” angesiedelt ist (und Javier Bardem die Rolle fantastisch spielt!), strahlt Silva jedoch (für mich zumindest) nicht die omnipräsente Gefährlichkeit eben eines Heath-Ledger-Jokers aus – wahrscheinlich, weil das Hauptziel von Silva in SKYFALL eben nicht unbedingt eine direkte Gefährdung für die Menschheit darstellt, sondern er andere Pläne verfolgt…
Für die Rolle des Quartiermeisters Q hat man mit Ben Whishaw wohl die perfekte Besetzung für die Rolle eines aktuell-glaubhaften intelligenten Computernerds gefunden, obwohl sich die Beziehung zwischen Bond und dem neuen Q im Vergleich zu früher ein wenig geändert hat (Stichwort Generationenkonflikt), ist sie dadurch nicht weniger interessant geworden – im Gegenteil, die kleinen Sticheleien zwischen Bond und Q finden weiterhin statt und sind mehr als gelungen und äußerst witzig. Man darf sich jedenfalls auf neue Aufgaben für Ben Whishaw als Q freuen, der einen frischen Wind in die Rolle bringt, Desmond würde ihn lieben, da bin ich mir sicher! Berenice Marlohe ist wunderschön anzusehen und hat ihre Rolle glaubhaft verkörpert, doch ist diese kleiner ausgefallen, als erwartet. Schauspielgröße Ralph Fiennes spielt, wie könnte es anders sein, souverän und ohne Tadel Ms Vorgesetzten Mallory und auch Naomie Harris als Eve sowie Rory Kinnear als Tanner können überzeugen.
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Achja, die Sache mit der berühmten Gunbarrel-Sequenz, die ich im vorigen Artikel angesprochen hatte… macht euch keine Sorgen, wenn ihr den Film seht, dann wisst ihr, wieso sie (wieder) nicht dort ist, wo sie sein sollte – bei BOND 24 passt es dann, da bin ich mir jedenfalls jetzt sicher!
Sam Mendes ist es mit SKYFALL tatsächlich gelungen, einen klassischen aber gleichzeitig auch modernen Bond fürs 21. Jahrhundert abzuliefern, der Jung und Alt bzw. alte und neue Bondfans und auch das “normale” Kinopublikum begeistern wird. Eine packende und visuell 1A-umgesetzte Geschichte, ansprechende Dialoge, ein Schuss Ironie und gewohnt hochkarätige Action sorgen dafür, dass sich der Zuseher nach 143 Minuten wie Bonds Martini fühlt – geschüttelt, nicht gerührt! James Bond at it’s Best!
Eine Bewertung bei einem Bondfilm nach nur 1x sehen ist für mich wirklich sehr schwer, derzeit würde ich 9/10 Punkte vergeben, aber es war definitiv nicht mein letzter Kinobesuch von SKYFALL!
In diesem Sinne: Alles Gute, James! Mission accomplished!
SKYFALL erscheint am 1. November in den deutschsprachigen Kinos und feiert am 23. Oktober seine Weltpremiere. Alle weiteren Infos zum Film, Fotos usw. findet ihr auf unserer SKYFALL-Filmseite.
JamesBond.de ist eine inoffizielle "James-Bond"-Fanseite, die dazu dient, deutschsprachige "James-Bond"-Fans auf dem Laufenden zu halten und über die Aktivitäten in der Welt von "James Bond" zu informieren. Die Betreiber von JamesBond.de verfolgen dabei KEINERLEI finanzielle Interessen. Als große Fans der "James-Bond"-Serie versuchen die Betreiber mit diesen Webseiten dem "James-Bond"-Erfinder Ian Fleming, den Machern und den Darstellern der "James-Bond"-Filme Tribut zu zollen und den Spirit & die Legende von und um "James Bond" an Film- und Kinofans zu überliefern. JamesBond.de ist in keiner Weise mit Firmen wie zB. "Sony Pictures", "Metro-Goldwyn-Mayer" (MGM), "EON-Productions" (EON), "Columbia Tristar", "United Artists", "Danjaq, LLC" etc. verbunden. Die Rechte aller Bilder-, Audio- und Videodateien liegen bei: "Sony Pictures", "EON-Productions" (EON), "United Artists", "Metro-Goldwyn-Mayer (MGM)", "Danjaq LLC", "Columbia Tristar" etc.
Es steht zwar überall, dass Skyfall erst am 1. November in deutschsprachigen Kinos erscheinen wird, aber ich habe schon 2 Skyfall-Tickets für den 31.10.2012 um 20:00 Uhr IN einem deutschprachigen Kino :)
12,20€ hab ich schon pro Ticket bezahlt
Dann bist du bei einer Preview dabei!
OFFIZIELL kommt er erst am 1.11. aber die Kinos dürfen am Tag vorher in Max. 2 Vorstellungen den Film zeigen.
Hallo ‘J.-Bond’-Fans! Ja, was soll ich hierzu noch sagen… Interessanter Bericht. Alle warten nun wie total gespannt noch genau 2_Weeks auf den neuen “SKYFALL”! Das ist jetzt echt spannender als Weihnachten. Könnten die 2 Wochen nicht schon vorbei sein??? Könnte man nicht einfach mit den Fingern schnippen, und die 2Wochen wären um???? Das ist echt grausam, diese Wartezeit. Und die englischen Journalisten kennen den n_e_u_e_n F_i_l_m schon. Ist das nicht gemein??? Und wir platzen hier fast vor Neugierde. Für mich war es noch nie so spannend vor einem neuen Bond-Film, das ist diesmal einfach nicht zu überbieten!!! Ich hab erst vor 2Tagen den “Casino Royale” angesehen. Was soll ich in der Zwischenzeit noch tun? Zum Glück hab ich durch meine Arbeit noch etwas Ablenkung. Also, vertreibt euch auch noch irgendwie die Zeit mit etwas Ablenkung. Macht’s gut, ihr Bond-Fans. bye
Danke für den interessanten, aber nicht zu detaillierten Beitrag.
Was ich bis jetzt an Kritiken gelesen habe, lässt mein Herz höher schlagen.
Das topt die Vorfreude unbedingt. Das ist Bondfieber pur!
Wenn ich nach meinem Kinobesuch auch so begeistert bin wie die britischen Journalisten, werde ich mich darin bestätigt fühlen, dass Sam Mendes über Sozialdramen hinaus, viel mehr kann und es auch schafft, ein gutes Filmteam so exzellent zu motivieren, dass jeder über seine ohnehin schon guten Fähigkeit, sein maximales Können herausholt! ;)
Fähigkeiten … (Korrektur)
Auch erstmal vielen Dank für diesen Detaillierten Beitrag. Ich freue mich auch schon riesig auf “Skyfall” . Fiebere schon seit mehreren Wochen auf den Kinostart hin. Nach dem was ich im Beitrag gelesen habe , könnte das einer der besten Bond Filme aller Zeiten werden, besonders im Bezug auf die Person “James Bond” . Die Mischung aus knallhartem und psychisch angeschlagenem Bond macht den Film zu dem Actionthriller. Zusammenfassend lässt sich sagen , dass “Skyfall” die Bondreihe bereichern wird , dank perfekter Besetzung , toller Geschichte und perfekter Mischung aus Alt und Neu .
Und ich glaube es lässt sich sagen, … anstatt ” Zusammenfassend lässt sich sagen … “. (Korrektur)
An welcher Stelle kommt denn nun die Gunbarrel?
Einzig logisch wäre für mich nur noch mitten im Film, wenn Bond “wiederaufersteht”.
In jedem Fall ein Bond für Fans. Viele Details und Anspielungen. Britisher Humor, ein recht unverkrampfter Umgang mit manchen Tabus. Craig ist authetischer als seine Vorgänger und ich gewöhne mich langsam daran, dass er nicht so smart ist. Einige wirklich gute Lacher trösten für eine gewisse Langatmigkeit zwischendurch. Wobei ich dem Team kaum einen Vorwurf machen möchte. Wir waren in den Jahren davor mit immer tolleren Stunts und schnelleren Schnitten verwöhnt worden. Jetzt ist so langsam eine natürliche Grenze erreicht und sie besinnen sich wieder auf das was Bond ausmachte und immer von anderen Actionfilmen unterschied.
Den neunen M finde ich (noch) ein bisschen farblos. Und das “Bondgirl” hat mich jetzt nicht umgehauen, nichts desto trotz hat sie in der Casinoszene sehr gut gespielt. In jedem Fall macht der Film Appetit nach mehr und immer wieder Bond. Auf zum 75.
Nach meinem ersten Sehen von Skyfall (es wird schon in Kürze sicherlich ein zweites Mal folgen) war ich von der ersten Hälfte des Films extrem begeistert (zeitlich gesehen inkl. der ersten Auftritte von Javier Bardem): Atmosphäre, Action, Charaktere, Orte, Humor, Spannung, Darsteller, Verbindung von altem und Neuem stimmen hier, so finde ich, komplett und werden wunderbar umgesetzt.
Von der 2. Hälfte dann war ich aber leider wiederum sehr enttäuscht: Die Absichten der Storyline sind an sich weiterhin sehr gut, aber die Umsetzung ist für mich schlicht einfach nicht gut gelungen und damit nicht bond-würdig: Es wirkte merkwürdigerweise auf mich so, als hätte man nach der 1. Hälfte plötzlich erschrocken herausgefunden, dass man viel weniger Zeit und Geld für den ganzen Film hat, und dann im Folgenden viel schlechter und weniger sorgfältig gearbeitet. Dies ist natürlich objektiv nicht wirklich so, denn der Film wurde z.B. ja nicht chronologisch erst 1. Hälfte, dann 2. Hälfte, gedreht, aber es wirkte vom Ergebnis her auf mich so. Nach der starken ersten Hälfte fiel mir vielleicht auch einfach jede Schwäche der 2. Hälfte auf (und damit meine ich ausdrücklich nicht die ruhigere Erzählweise der 2. Hälfte, die sehr viel Potential gehabt hätte).
Im Grunde hat für mich die geniale 1. Hälfte letztlich einen zu hohen Standard für den weiteren Film gesetzt. Ich wäre vom Film wahrscheinlich noch viel begeisterter gewesen, wenn die Güte der beiden Hälften andersherum ausgefallen wäre. Dann wäre der Film im Verlauf besser geworden. hätte sich also einfach gesteigert, und ich wäre am Ende einfach nur happy aus dem Kino gegangen. So kam ich letztlich mit sehr gemischten Gefühlen aus dem Kinosaal.
Sehr, sehr enttäuschend…Ich wunder mich über das gute Review. Viele Handlungsstränge enden im Nichts – das einzige was sich konsequent durch den Film zieht, ist die Beziehung 007 – M. Dass die nochmal so ausgeschlachtet wird, tut dem Plot alles andere als gut.
Die schauspielerischen Leistungen sind fast alle beeindruckend – doch das Drehbuch will zu viel und schafft zu wenig. Entsetzlich der Endkampf! Fast scheint es, als hätte sich Mendes von Lord Voldemort und seinen Todessern inspirieren lassen. Für mich alles nicht ernst zu nehmen und das Ende des Mythos Bond.
Das einzige was ein wenig Mut macht, ist die Schlussszene. Vielleicht macht man bei Bond 24 eine 180° Wende? Nichts täte der Serie besser!
Welche Handlungsstränge verlaufen denn im Nichts?
Ich schliesse mich meinem Vorgänger an. Ich war super enttäuscht, nach all den positiven Beiträgen in der Presse. Ich hatte den Trailer gesehen, als ich dann im Kino war bekam ich den Eindruck ich hätte den Film schon gesehen da alle guten Szenen, wirklich alle, in dem Trailer sind. Stellenweise dachte ich M wäre in der Hauptrolle. Was ist so schwer einen guten Bond zu machen? Einen groessenwahnsenigen Gegenspieler, exotische Orte, schöne Frauen, Martinis und ein paar gute Anzüge, schon ist der Bond fertig. Alles in allem sehr schlecht.
Bond ist eben mehr als groessenwahnsinnige Gegenspieler, exotische Orte, schöne Frauen, Martinis und ein paar gute Anzüge….
Ich denke die Vorredner sind keinen wirklichen Bond Fans, sonst würden sie mit Freude erfüllt sein, mit der Fülle an Anspielungen auf 50 Jahre JB.
Man muß verstehen, das dieser Bond noch immer zeitlich eigenlich vor Dr.No spielt.
Insbesondere die Einführung von Mallory also dem neunen/alten M im neun/alten Büro hat mich super gefreut. Es ist aber nicht original, falsche Bilder an falschen Orten. Und wie das Verhältniss zwischen Mallory und Bond entsteht, da muß man glatt die die alten Bonds wieder ausgraben und anscheuen um sich darüber zu freuen. Auch die Aufklärung des Verhältnisses zwischen Moneypenny und Bond (50 Jahre Mystereim ihrer Beziehung wird aufgelößt).
Auf alle Fälle, eienr desten Bond´s aller Zeiten, wenn man die 22 Vorgänger auswendig kennt, die Zeit in denen sie gedreht worden verteht und interpolieren kann und die zeitlichen Inflationen bereinigen kann.
Seit Skyfall ist der Kreis geschlossen, jetz kann sich Daniel Craig als Bond föllig neu Positionieren, denn ab Bond 24 starten wir entweder wieder bei Dr.No oder die Hoffnung das wir wieder DEN klassichen Bond Gegener Blofeld wieder bekommen.
Habe mir gestern auch Skyfall angesehen, finde es ist ein sehr guter bond-film aber kein überragender. Ich hatte angenommen, die “Entwicklung” Bonds sei mit “QOS” abgeschlossen, da war ich schon am Anfang sehr überrascht, dass er nicht so anfing wie ich gedacht hatte. Mir fehlte so ein bisschen der Charme der alten Bond-Filme, es war immer so als fehlte da so ein bisschen der “Bond-Moment”, das besondere. Ich werde mir den Film aber noch mehrere Male angucken (dann aber auf Blu-Ray in O.V.), um eine komplette Meinung abgeben zu können. Da das Kino eine Pause eingelegt hatte, von 10 min in der mitte des films, ging auch einiges an stimmung verloren. Ich werde mir ein zweites Urteil bei dem Release der BD bilden. Es war aber alles in allem ein unterhaltsamer Abend, mit einem Top Film.
Auf deine Frage Gernot: Die Cyberaktivitäten von Silva, das Problem mit den NATO- Agenten, die Vergangenheit des Bond- Girls, die Kindheit von Bond, das Führungsgerangel im MI6. Alles angeschnitten, alles halbgar gelassen. Dabei hätte grade der Cyberangriff (wie immer – Bond top im Zeitgeschehen involviert) und die Erpressung der MI6 Stoff für einen wirklich guten 007 gegeben. Die ständig wiederkehrenden melodramatischen Effekte (M- 007, Silva – M, Kindheit 007, körperliche und mentale Verfassung von Bond) blasen das Ganze aber zu einem unstrukturierten Etwas auf.
Du hast ja Recht, dass Bond mehr ist, als nur tolle Autos, Frauen und ein paar Martinis. Aber er sollte trotzdem noch bei seinen Wurzeln als charmanter Geheimagent bleiben. Ich brauch keine Fallstudie über seine Gefühlswelt und die Beziehung zu seiner Vorgesetzten.
Tja… und ich träume schon seit vielen Jahren von einem Filmbond, wo man auch seine Wurzeln erkundet… und das noch dazu nicht mit zuviel pathos oder irgendwie stark übertrieben, sondern behutsam behandelt, sodass es sich mit Flemings Beschreibung vereinbaren lässt.
- die Cyberaktivitäten von Silva: Silvas Ziel seiner letzten Anschläge war Rache an M, dass er sie bloßstellt und dass sie für ihre Sünden bezahlen muss. Sie haben Silva erwischt (was er ja auch so plante), damit war diese Geschichte mit der Festplatte und den aufgeflogenen Agenten eigentlich abgeschlossen (außer, dass M noch die Anweisung gab, herauszufinden, ob er die Daten weitergegeben hätte..)
- welche Vergangenheit des Bondgirls? Meinst du Severine? Da sagte Bond doch eh schon alles Wichtige im Film? Es gab übrigens noch ein paar Szenen mehr mit Severine, aber die wurden geschnitten – mehr von der Vergangenheint eines Bondgirls als über Severine erfährt man aber generell nicht und ist meines Erachtens ja auch gar nicht notwendig.
- fast alles, was man von Bonds Kindheit weiß und was für Bonds Charakterwerdung relevant ist, wurde im Film erwähnt? Er verlor seine Eltern => erlitt dadurch ein Kindheitstrauma, das natürlich jetzt noch seinen Charakter prägt, er verbrachte 2 Tage im Keller als er über den Tod seiner Eltern informiert wurde und kam als “Erwachsener” heraus, der MI6 rekrutiert gerne Waisen, weshalb Bond der perfekte Kandidat war.
- das Führungsgerangel im MI6 ist ja nun abgeschlossen? Man wollte M in Pension schicken, die wollte aber nicht einfach so gehen. Mallory ist der neue M – es gibt kein Gerangel mehr? Fertig?
@Gernot: Nein ist es nicht, mich interessiert als Zuschauer nicht die Kindheit von Bond. Und ich finde man muss auch nicht zurück an den Anfang gehen, um sich dann irgendwann wieder da zu befinden wo man schon mal war. Der Endkampf, als sie die Vorbereitungen trafen, war eine Mischung aus A-Team und McGyver. Nie hat Bond passiv auf seinen Gegner gewartet. Sicher will man keinen Gadget-Overload wie sehen wie in “Stirb an einem anderen Tag”, eine Weiterentwicklung ist nötig, aber der Kern muss bleiben. Smarter charmanter Agent rettet die Welt! Davon sind sie leider abgerückt.
tja, wie gesagt, mich interessiert es schon!
Geschmäcker sind nun einmal verschieden. Gott sei Dank.
Wie die Umfrage zum Film bisher zeigt, fanden die meisten den Bond ja auch sehr gut. Auch ich finde den von einem Vorredner gemachten Vergleich der Vorbereitungen des Endkampfes mit McGyver und A-Team aber leider sehr passend, denn er spricht mir aus der Seele. Ich sah mich beim Endteil des Films selbst an einen B-Movie a la Jean Claude van Damme erinnert und dachte nur “das ist jetzt einfach nicht wahr, das ist ja geradezu kindisch, eine Jugendserie”, nicht bond-würdig. Von Jean Claude van Damme Film, McGyver etc. weiß man genau, was man erwarten kann, und man mag dies eben oder nicht. Von Bond hätte ich persönlich aber wirklich etwas anderes erwartet. Ich fand es wirklich unfassbar, dieses letzte Drittel des Films in einem James Bond Film sehen zu müssen. Ich hoffe, dass beim nächsten Bond das Momentum und die Glaubwürdigkeit wieder von der ersten bis zur letzten Minute auf hohem Niveau aufrecht gehalten werden kann.
Doch! Genau das will ich, eine Studie über James Bonds Gefühlswelt! Er ist mein Held, ich liebe ihn…
Ich hab alle James Bond Filme bis auf Quantum Trost Original auf DVD und davor hatte ich alle bis DVD Release auf Vhs und ich muss sagen das ist der schlechteste und langweiligste Bond Film aller zeiten. weiss nicht wieso presse … so einen wind um den müll film machen und daniel craig passt meiner meinung nach sowieso nicht zu der rolle da war ja pierce brosnan besser mein favorit bleibt immer noch roger moore knapp gefolgt von sean connery und der film der spion der mich liebte + Diamantenfieber seit Daniel Craig schweifen meiner meinung nach die filme immer mehr vom alten Bond style ab :( ist nicht mehr mein ding
Der Film-James-Bond warfrüher immer unrealistisch: immer perfekt im Anzug, selbst in unpassenden Situationen, z.B. als er bei seiner Seebesetzung im U-Boot im Anzug aus dem Sarg steigt etc. In lebensbedrohlichen Situationen immer einen ironisch lustigen Spruch auf Lager, die heißesten Frauen ließen sich flachlegen oftmals nach nur sehr kurzem “Kennenlernen”. Angst hatter er so gut wie nie, war immer Herr der Lage. Dazu ein kulinarischer Experte. Am Ende der großen Schlacht fast immer mit dem Bond-Girl “vereint”. Ein Bond hatte keine Schwächen, Selbstzweifel oder inneren Konflikte. Ja – vollkommen unrealistisch – aber das ist eben Bond und deswegen habe ich und vermutlich viele andere gerne Bond gekuckt, es war eine Fantasie-Figur.
Tiefgründig Psychologisches habe ich bei Bond nicht erwartet und auch nicht gewünscht.
Jetzt ist Bond unrasiert, Alkohol- und Tabletten-Sucht deuten sich an, trägt kaum noch schicke Anzüge, wirkt teilweise verbissen, selbstzweifelnd, kindheitstraumatisiert etc. Ja das ist realistischer, aber eben kein Bond. Seit Casino Royal fängt das selbstzwelerische Psychologie-Geduns an, das ich bei einem Bond nicht sehen will.
Ich mag solche Filme auch, aber eben nicht bei einem Bond. Deswegen ist meine Ansicht nach Skyfall und die vorigen Filmne kein echter Bond-Film mehr, Anspielungen hin oder her.
Skyfall war ein verdammt geiler James Bond Film, das lange Warten hat sich ausgezahlt, aber was ich in Skyfall vermisst habe sind die vielen unvergesslichen (Bond) Szenen dafür hatte Martin Campel in Casino Royale wesentlich mehr Gespür. Einen 4. Bond Film mit Daniel Craig brauche ich nicht mehr so wirklich- ich glaube das es vor allem bei der 007 Rolle klug ist zu wissen wann man aufhört. Gerüchten zu Folge soll Hugh Jackman (wieder) Interesse an der James Bond Rolle bekundet haben, mal sehen……