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 Betreff des Beitrags: Die Fleming-Romane - Eure Bewertungen
BeitragVerfasst: Fr Okt 16, 2009 4:17 
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Wie schon bei den Filmbesprechungen würde es wohl auch Sinn machen über die Romane in ähnlicher Weise zu diskutieren. In diesem Thread soll es allerdings zuerst darum gehen die Romane zu bewerten (Skala wie bei Filmen 1 bis 10) und kurze Kritiken zu den Romanen zu schreiben :) Hoffe die Idee findet anklang :wink:

Achja, die Kurzgeschichten werden wie die Romane behandelt. Es werden also die Namen der Storys verwendet anstatt der der Sammelbände in denen sie erschienen. Kürzel sind die gleichen wie bei den Filmen (falls verfilmt).



Ich fange mal an:

Casino Royale
Flemings erster Roman ist sicherlich auch einer seiner besten. Die Atmosphäre ist einfach grandios dicht und die Charaktere fein säuberlich gezeichnet. Besonders in der Folterszene zahlt sich Fleming intensiver Schreibstil aus. Gleichzeitig sind die Casino-Szenen sehr mitreißend geschrieben. Gleichzeitig zieht sich eine zynische Atmosphäre durch den Roman, die mit dem letzten Kapitel ein Donnerschlag-Finale bekommt. Dieses bittere Ende passt perfekt und ist das Stück Zitronenschale in einem wunderbaren Cocktail der Unterhaltungsliteratur. Auch generell eines meiner Lieblingsbücher.
10 von 10 Punkten

Live And Let Die
Nach Flemings furiosen Bond-Debüt fällt dieser Roman sehr ab. Ob der Autor nun Rassist war oder es am Zeitgeist lag, das Buch stellt Farbige nicht sonderlich differenziert dar und bedient so manches Klischee. Abseits davon wird zwar eine solide Geschichte geboten, aber an die Intensität des Vorgängerromans kommt LALD nicht heran. Erst im letzten Drittel des Buches (z.B. Bond allein unter Wasser) scheint wieder etwas von den Qualitäten von CR hervor zu scheinen. Alles in allem ein mittelprächtiges Werk.
5 von 10 Punkten

Moonraker
Der Plot gehört sicherlich zu den besten der Romanreihe. Wirklich schade, dass man davon nichts in den Filmen verwendete. Zwar kann man die Hintergründe von Drax für ebenso diskriminierend wie die LALD halten, aber insgesamt werden diese in MR nicht so übertreiben breit ausgetreten. So gesehen bleibt dies noch verschmerzbar. Die Intensität aus CR ist auch wieder da, auch wenn die Bridge-Szene leider im Gesamtbild etwas abfällt und zu den nicht ganz so spannenden Momenten im Buch zählt. Die Ausgestaltung der Welt ist auch wieder Fleming-typisch wunderbar detailverliebt. Besonders ironisch auch der Storytwist bezüglich gen Ende, Stichwort "Wer anderen eine Grube gräbt, der fällt selbst hinein." :wink:
Bis auf kleinere Abstriche ein ziemlich guter Roman.
7,5 von 10 Punkten

Diamonds Are Forever
Ein Bond-Roman voller krasser Gegensätze. Was der Roman zwar an Flemings guten Schreibstil den Detailreichtum und dem guten Diamanten-Plot (wirklich hochkarätig!) gewinnt, verliert er wieder an manchen geradezu ins lächerliche abgleitenden Charktere (das Killer-Pärchen!) und Einfällen (Westerndorf und das damit zusammenhängende). Sehr schön allerdings ist die Charakterzeichnung von Tiffany Case gelungen. Allerdings scheint der Roman mir zu lang geraten, an manchen Stellen scheint der gute Ian den Plot aus den Augen verloren zu haben und tritt in der Hinsicht auf der Stelle. Einmal ist die Dramaturgie schön straff und in anderen Teilen des Buches wieder wie Kaugummi. Insgesamt kein Buch das ich zu Flemings Meisterwerken zählen würde.
5,5 von 10 Punkten

From Russia With Love
Eines von JFKs Lieblingsbüchern. Ehrlich gesagt fällt mir auch nichts wirkliches ein, was an FRWL schlecht wäre. Die SMERSH-Verschwörung ist grandios geschrieben, ebenso die Charaktere und die Schauplätze. Einzig ungewohnt ist, dass Bond erst relativ spät auf der Bildfläche auftaucht, was aber nicht weiter schlimm ist. Das Ende erinnert emotional an CR, hier hatte man im Film sich für eine schlechtere Version entschieden (allerdings nicht extrem schlechter). Interessant ist auch Bonds Langeweile und emotionaler Zustand (Referenz an DAF) zu Beginn seines Handlungsstrangs. Ingesamt eines von Flemings besten Werken.
9,5 von 10 Punkten

Dr. No
- noch nicht gelesen -

Goldfinger
Insgesamt ein gutes Buch mit gewohnt schönem Sinn fürs Detail, interessanten Charakteren und - bis auf eine Ausnahme - straffer Dramaturgie. Die Ausnahme stellt die aus dem Film bekannte Partie Golf zwischen Bond und Goldfinger dar. Im Buch finde ich sie aber extrem langweilig geschrieben. Ansonsten ist es ein Buch ohne größere Schwächen, aber auch eines das kein grandioses Gesamtbild ergibt wie CR oder FRWL.
7 von 10 Punkten

Thunderball
Ein Buch ohne Schwächen, für meine Begriffe. Der Plot ist super, die Charaktere stark, Dramaturgie und Detail ebenfalls. Der Plot um den Diebstahl einer Atombombe wirkt heute sogar noch sehr glaubwürdig. Gehört zu meinen Lieblings-Bond-Romanen.
9 von 10 Punkten

The Spy Who Loved Me
Das ganze hat mit dem Film wie bekannt nix gemeinsam. Der Roman ist ziemlich kurzweilig und nett. Er bietet einen interessanten Blick auf Bond. Anstatt wie bei anderen Bücher seine Gedanken zu lesen, liest man hier die Gedanken einer Frau, die Bond begegnet und eine seiner Eroberungen ist. Die Location bietet einen krassen Gegensatz zu dem was wir sonst so bei Bond als Schauplatz erwarten: Ein Motel in der nordamerikanischen Einöde. Dennoch funktioniert alles zufriedenstellend und nebenbei gibt's noch einige interessante Infos bzgl. SPECTRE, so erfährt man dass die Operation Thunderball publik wurde und SPECTRE auch in der Öffentlichkeit ein Begriff ist.
Leider erweckt TSWLM auch den Eindruck eines Lückenfüllers: Weder wirkt der Roman als eine große Geschichte, noch als eine längere Kurzgeschichte. Im Gegenteil, einige Kurzgeschichten sind wesentlich mitreißender und besser als TSWLM. Trotzdem ist TSWLM kein schlechtes Buch.
6 von 10 Punkten

On Her Mayesty's Secret Service
Der Roman dürfte wohl derjenige sein, der am werkgetreusten verfilmt wurde. Allerdings fällt die zweite Hälfte im Film wesentlich spannender aus, als im Roman: Tracy sitzt nicht in einem Münchner Hotel rum und wartet auf Bond (Roman), sondern sie ist in den Fängen von Blofeld was Bond bzgl. des Angriffs auf Piz Gloria eine überzeugendere Motivation gibt. Das trifft auch den größten Schwachpunkt des Romans, der abgesehen davon zu dem Besten gehörte was Fleming zu Papier brachte. Tracy wirkt im Roman vor allem in der zweiten Hälfte eher wie Paket, das auf seine Abholung wartet. Sie trägt erst in den letzten zweieinhalb Kapiteln wieder etwas zur Story bei. Das Ende des Romans ist dabei wesentlich weniger Explizit als im Film: Tracy liegt still (scheinbar Leblos?) auf dem Lenkrad. Dass die am Ende von OHMSS tot ist kann allenfalls durch Bonds Reaktion interpretiert werden.
Erfreulich auch, dass Fleming in OHMSS endlich zu der Form fand, die einerseits Dinge detailiert erklärt (Spezialität Flemings), andererseits aber nicht zu viel Pace aus der Story nimmt und sich in der Erklärung verliert.
8,5 von 10 Punkten

You Only Live Twice
- noch nicht gelesen -

The Man With The Golden Gun
- noch nicht gelesen -

--------------------------
--------------------------
die Kurzgeschichten:

From A View To A Kill
Eine kleine aber gute Agentenstory.
7 von 10 Punkten

For Your Eyes Only
Interessante Rachestory, insgesamt ganz gut.
7 von 10 Punkten

Quantum Of Solace
Sehr emotionale Kurzgeschichte die meiner Meinung nach zum besten gehört was Fleming schrieb. Sehr ergreifend, auch wenn Bond nur am Rande auftaucht.
9 von 10 Punkten

Risico
Starke Kurzgeschichte, die neben einem interessanten Plot auch für eine Kurzgeschichte erstaunlich viel Action mit sich bringt.
8 von 10 Punkten

The Hildebrand Rarity
Bond in ungewohnter Umgebung auf einem Forschungsschiff. Interessanter Plot und noch interessanteres (fragwürdiges?) Verhalten von Bond zu einem bestimmten Zeitpunkt der Story.
8 von 10 Punkten

Octopussy
Solide Story. Leider nicht mehr.
5 von 10 Punkten

The Living Daylights
Sehr schöne Kurzgeschichte mit tollem Schauplatz. Wunderbarer Agentenplot.
9 von 10 Punkten

The Property Of A Lady
Mal wieder solide und nicht mehr.
5 von 10 Punkten

007 in New York
Gute Agentenstory mit netten Rezept für Rührei :wink:
7 von 10 Punkten



Und nu seits ihr dran ;)

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"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young


Zuletzt geändert von MX87 am Sa Aug 07, 2010 22:46, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Fleming-Romane - Eure Bewertungen
BeitragVerfasst: Fr Okt 16, 2009 18:47 

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The Property of a Lady:
Würde ich neun Punkte geben. Völlig unspektakulär, aber spannend, wird hier eine Agententätigkeit beschrieben, die es so gegeben haben könnte.

Goldfinger
Auch neun Punkte. Die Golfpartie ist m.E. sehr spannend beschrieben und die Spannung bleibt während des gesamten Romans erhalten.

Moonraker
Acht Punkte. Die Beschreibung des Kartenspiels, bei dem Drax erst als Falschspieler enttarnt und dann selbst betrogen wird, ist hervorragend, der Rest ist gut geschrieben und logisch. Etwas trauriger Schluß für Bond.

Liebesgrüße aus Moskau
Neun Punkte. Schön ist speziell die Beschreibung des bisherigen Lebens von Bond Gegenspieler Donovan Grant. Vielleicht gefällt mir der Roman auch deshalb so gut, weil ich Zugfahrten liebe und leider noch nicht im Orient-Expreß gefahren bin.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Fleming-Romane - Eure Bewertungen
BeitragVerfasst: So Jul 25, 2010 20:50 
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Hab nun TSWLM gelesen...

The Spy Who Loved Me
Das ganze hat mit dem Film wie bekannt nix gemeinsam. Der Roman ist ziemlich kurzweilig und nett. Er bietet einen interessanten Blick auf Bond. Anstatt wie bei anderen Bücher seine Gedanken zu lesen, liest man hier die Gedanken einer Frau, die Bond begegnet und eine seiner Eroberungen ist. Die Location bietet einen krassen Gegensatz zu dem was wir sonst so bei Bond als Schauplatz erwarten: Ein Motel in der nordamerikanischen Einöde. Dennoch funktioniert alles zufriedenstellend und nebenbei gibt's noch einige interessante Infos bzgl. SPECTRE, so erfährt man dass die Operation Thunderball publik wurde und SPECTRE auch in der Öffentlichkeit ein Begriff ist.
Leider erweckt TSWLM auch den Eindruck eines Lückenfüllers: Weder wirkt der Roman als eine große Geschichte, noch als eine längere Kurzgeschichte. Im Gegenteil, einige Kurzgeschichten sind wesentlich mitreißender und besser als TSWLM. Trotzdem ist TSWLM kein schlechtes Buch.

6/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Fleming-Romane - Eure Bewertungen
BeitragVerfasst: Sa Aug 07, 2010 22:44 
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Hab nun auch OHMSS durch...

On Her Mayesty's Secret Service
Der Roman dürfte wohl derjenige sein, der am werkgetreusten verfilmt wurde. Allerdings fällt die zweite Hälfte im Film wesentlich spannender aus, als im Roman: Tracy sitzt nicht in einem Münchner Hotel rum und wartet auf Bond (Roman), sondern sie ist in den Fängen von Blofeld was Bond bzgl. des Angriffs auf Piz Gloria eine überzeugendere Motivation gibt. Das trifft auch den größten Schwachpunkt des Romans, der abgesehen davon zu dem Besten gehörte was Fleming zu Papier brachte. Tracy wirkt im Roman vor allem in der zweiten Hälfte eher wie Paket, das auf seine Abholung wartet. Sie trägt erst in den letzten zweieinhalb Kapiteln wieder etwas zur Story bei. Das Ende des Romans ist dabei wesentlich weniger Explizit als im Film: Tracy liegt still (scheinbar Leblos?) auf dem Lenkrad. Dass die am Ende von OHMSS tot ist kann allenfalls durch Bonds Reaktion interpretiert werden.
Erfreulich auch, dass Fleming in OHMSS endlich zu der Form fand, die einerseits Dinge detailiert erklärt (Spezialität Flemings), andererseits aber nicht zu viel Pace aus der Story nimmt und sich in der Erklärung verliert.
8,5 von 10 Punkten

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Fleming-Romane - Eure Bewertungen
BeitragVerfasst: Do Jan 27, 2011 18:14 
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Ich habe bis jetzt nur die ersten 5 Romane gelesen. Hier die Bewertungen:


Casino Royale
Von CR war ich nicht so überragend begeistert wie der Grossteil der Leser, und zwar weil es mir in dem Buch offen gesagt einfach an Action und Humor fehlt. Gut, realistisch, ja, mag sein. Leider erwarte ich von Bond keine realistische oder im Cold-War für einen Agenten sogar normale Szenerie, sondern Unterhaltung, Spannung und Gefahr. Und all das bieten weder das ewige Rumgehänge in Bar und Casino mit Vesper und Mathis noch das ewige Baccarat-Match. Der Roman hat aber auch klare Pluspunkte: die Folterszenen sind z.B. sehr gut. Ausserdem schafft Fleming eine tolle Atmosphäre durch die Beschreibung des Casinos, des Restaurants usw.

Das Ende des Buches ist auch hervorragend. Schnörkellos aber hart und emotional und es "perfektioniert" den eher unnahbaren, frauenverschleissenden Helden. Nach dem er (das erste Mal?) grausam hintergangen, verletzt und enttäuscht wurde sagt Bond den berühmten Satz: Ja, war hab ich gesagt - die Schlampe ist nämlich tot.

Storytechnisch hat CR für mich eher das Potential für eine Kurzgeschichte. Wäre die Story jedoch als Kurzgeschichte realisiert worde, hätte sie ihren grossen Vorteil eingebüsst: Die tolle Atmosphäre und Flemings grossartige Detailbeschreibungen. Versteht mich nicht falsch, ich finde CR eigentlich ganz gut. Aber für das "Ganz grosse Meisterwerk" ist es mir halt einfach ein bisschen zu mager.
Deshalb 6,5 von 10 Punkten


Live and Let die
Ich mag den Roman LALD sehr. Die Schauplätzen New York / Florida / Jamaika passen gut zusammen und sind auch optimal beschrieben. Im Gegensatz zu CR gibt es auch mehr Action im Sinne von Schlägereien und spannende Gefahrensituationen. Auch die Wasserszenen und das Finale gefallen. Bond und Solitaire sollen auf aussergewöhnliche aber realistische Weise getötet werden, und genau diese beiden Adjektive treffen auch auf den Tod von Mr. Big zu, der übrigens ein ganz guter Villain ist.
9,5 von 10 Punkten


Moonraker
Eigentlich kann ich hier genau das schreiben, was ich auch bei CR geschrieben habe... Bond, M und (mutmasslicher :wink:) Schurke im Club? Super Atmosphäre und tolle Schreibarbeit von Seiten Flemings. Bond, M und Schurke beim kapitellangen Bridge-Spiel? Langfädig und ziemlich schnell uninteressant. Der zweite Teil wirkt dann auf mich wie ein "normaler" Krimi. Ein langweiliger. Hier gefiel mir das Buch nur noch bei Bonds nächtlichen Überlegungen bezüglich Tallon, Drax und Krebs sowie in der Gefahrensituation nach der Verfolgungsjagd (die wie auch in CR eher mager ausfällt). Den "Unfall" am Strand sowie den Raketenabschuss und seine Auswirkungen habe ich leider kaum verstanden, beides war extrem seltsam und unverständlich ge-/beschrieben.
6 von 10 Punkten


Diamonds are Forever
Diesem Werk stehe ich wie auch schon mein Vorredner ziemlich gespalten gegenüber. Eigentlich ist das Buch ziemlich unterhaltsam. An einigen Stellen wirkt es eher kitschig (Bösewicht in Cowboy-Kostüm der in Wild-West-Kulissenstadt mit dem Güterzug spielt, Seraffimos Tod). Trotz oder gerade wegen dieses Kitschs wirkt der Roman auf mich ziemlich flüssig und unterhält auch. Meiner Meinung nach ist er sogar spassiger als z.B. das todernste, banalitätsfixierte CR. Was mich an DAF stört ist jedoch, dass das Buch viel zu schnell zu Ende zu sein scheint: Der Bösewicht wurde gar nicht richtig vorgestellt und plötzlich hat er Bond schon in seinen Fängen und kurz darauf stirbt er wieder. Wint & Kidd werden auch nicht richtig "entfaltet", es hätte mehr auf die beiden Charaktere und ihre Beziehung eingegange werden sollen. Ich hätte z.B. nach dem grossartigen Anfang (mit dem Skorpion) die Szene aus dem Film erwartet, in dem sie den Zahnarzt mit dem Gifttier töten. Dabei hätten die zwei Killer auch ruhig etwas kitschig-lächerlich wie im Film gemacht werden.

DAF war für mich ein kurzweiliges, nettes Buch mit ein paar ganz anschaulichen Szenen. Es entsteht jedoch kein richtiger Plot in dem Buch, und somit auch keine an die Handlung geknüpfte Spannung
7 von 10 Punkten


From Russia With Love
Wiederum eines der besseren. Der Plan SMERSH's, Bond in Verruf zu bringen sowie zu töten ist wohl durchdacht. Von allen Büchern ist es wohl FRWL dasjenige, das am meisten in die Welt der Spionage und des Kalten Krieges eintaucht. Der Einblick in die Pläne der Bösen und in den Lebenslauf von Red Grant zu Beginn sind sehr interessant und machen das Ganze noch spannender, da Bond im Gegensatz zum Leser völlig unwissend ist und man kaum zusehen kann, wie er in die Falle tappt...

Mit Red Grant hat Bond hier wohl den gefährlichsten Gegenspieler erwischt, einer, der ihm von Beginn an überlegen ist. Und da Leiters Sprüche mitunter etwas nerven können ist es auch ganz gut, dass Bond hier mit dem sympathischen Darko Kerim mal einen etwas anderen Sidekick hat.

10 von 10 Punkten ohne wenn und aber! :wink:


Das wären meine ausgeführten Meinungen zu den Fleming-Büchern 1 bis 5. Ich hoffe sehr, dass ich mir die übrigen auch noch bestellen und darüber schreiben kann.

Gruss
GP

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Zuletzt geändert von GoldenProjectile am So Okt 30, 2011 21:00, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Fleming-Romane - Eure Bewertungen
BeitragVerfasst: Fr Feb 11, 2011 22:12 
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Goldfinger
Flemings Bester. Es stimmt zwar, dass die Golfszene für Nicht-Kenner des Sports ziemlich langfädig und langweilend erscheint - dies ist jedoch nur ein Tropfen zähen Sirups in einem Bottich aus kristallklarem Wasser. Goldfinger ist durchgehend straff und spannend geschrieben. Im letzten Drittel will man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Zum ersten Mal hat mich ein Bond-Roman einfach unnachgiebig gefesselt. Grandios. :respekt:
9,5 von 10 Punkten

EDIT: wurde eigentlich mittlerweile von Feuerball und Dr. No als Bestes abgelöst, gehört aber immer noch zur Spitze.

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Zuletzt geändert von GoldenProjectile am So Okt 30, 2011 21:03, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Fleming-Romane - Eure Bewertungen
BeitragVerfasst: Mo Aug 01, 2011 16:11 
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James Bond jagt Dr. No

Noch ein grossartiges Buch. Es ist spannend, abenteuerlich und witzig (vor allem die Szenen mit M, wie: 007 hat es erwischt, er behauptet jemand wollte ihn in Kingston mit vergifteten Bananen abservieren, ziehen Sie ihn ab). Während des Lesens ist man mittendrin in den sommerlichen Strassen Kingstons oder im sumpfigen Crab Key. Das Ende bietet Spannung und Brutalität. Die Actionszenen bilden die Höhepunkte des Romans, zusammen mit dem essen bei Dr. No und Bonds Konfrontationen mit allerlei Getier wie Tausendfüssler und Riesenkrake.
Einziger Minuspunkt am Buch sind gewisse Stellen mehr oder weniger am Anfang, bei denen Fleming viel Zeit überbrücken muss und uns mit reihenweise gleich klingenden Sätzen über Bonds zwischenzeitliche Aktivitäten füttert.

9,5/10 Punkten

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Fleming-Romane - Eure Bewertungen
BeitragVerfasst: Sa Okt 29, 2011 16:34 
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Sag niemals nie (Feuerball) (meine Ausgabe hat diesen Titel)

Genau wie LALD, DN und GF eines der besseren Bücher Flemings. Der Plot ist spannend und die Bedrohung gefährlich, Bonds Vorgehen irgenwo zwischen realistischer Agentenarbeit und actionreichem Abenteuer angesiedelt. Genau wie DN hat auch dieser Roman lustige Einblicke in Bonds Gedankengänge, wenn er sich z.B. über M und die Kur in Shrublands aufregt. Mit Emilio Largo hat Bond einen starken, glaubhaften Gegenspieler. Die Unterwasserkämpfe und -szenen sind sehr spannend geschrieben und die Detailreichen Beschreibungen der Meereswelt einfach herrlich zu lesen.

9,5 von 10 Punkten, leichter Abzug wegen des teilweise etwas langatmigen Technik- und Geheimdienstgequassel...

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Fleming-Romane - Eure Bewertungen
BeitragVerfasst: Mo Okt 31, 2011 19:01 
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OHMSS

Wahnsinn, Fleming scheint plötzlich nur noch gute Bücher auf Vorrat zu haben. OHMSS hat einen sauberen Spannungsbogen und durch Bonds Ermittlungen steigert sich die Gefahr in der Hochburg des "Grafen" laufend, bis sie schliesslich in grandioser Ski-Action explodiert. Die Charaktere und die einzelnen Szenarien sind schön beschrieben und gut vorstellbar. Toll auch, wie die beiden Handlungsstränge - Blofeld und Tracy - immer näher aneinander geraten, sich hier und da berühren und dann im tragischen Ende verschmelzen. Überhaupt hat kein anderer Bond-Roman einen derart traurigen und bis auf die letzte Seite auch wunderschönen Abschluss.

Dass ich sämtliche Schweizer Schauplätze, inklusive des Bergplateaus auf dem das Piz Gloria des Romans stehen soll, kürzlich besucht habe macht das ganze nur noch atemberaubender für mich. :D In OHMSS blüht Fleming förmlich.

10 von 10 Punkten (oder gleich 11?)

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Fleming-Romane - Eure Bewertungen
BeitragVerfasst: Fr Feb 17, 2012 23:00 
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Registriert: Di Dez 06, 2011 20:11
Beiträge: 22
Wohnort: Berlin
Casino Royale: Eines der schlimmsten Bücher, durch das ich mich quälen musste. Flemings unerfahrene Schreibweise ist deutlich zu erkennen und deswegen fehlt diesem Roman jeder literarische Wert. Auch nach den unzähligen Neuauflagen in die deutsche Sprache werden alle Rechtschreibfehler bedingungslos übernommen. Ich gebe einen Sympathiepunkt, weil es der erste Bondroman ist.

Leben und sterben lassen: Fleming schafft ein deutlich besseres Flair. Besonders angenehm fallen die Dialoge zwischen Bond und Mr. Big aus. Fleming schafft es, seinem Romanhelden ein fesselndes Charisma aufzulegen. Es entwickelt sich auch eine angenehme Freundschaft zwischen ihm und Leiter. Für den zweiten Roman ist es eine deutliche Leistungssteigerung.
5 von 10 Punkten

Moonraker: Dieser Roman führt lange einen interessanten und zwielichtigen Gegner ein, der seinem filmischen Pendant deutlich überlegen ist. Leider endet dieser Roman zu simpel.
6 von 10 Punkten

Diamantenfieber: Über lange Strecken ist dieser Roman so langweilig, dass sich eine farblose Wand besser lesen würde. Wahrscheinlich stand Fleming unter Veröffentlichungsdruck. Seine Ideenlosigkeit konnte er jedenfalls in keinem anderen Roman mehr auf Papier bannen.
0,5 von 10 Punkten

Liebesgrüße aus Moskau: Herrlich !! Fleming läuft zur Höchstform auf. Er wollte die Bond-Serie eigentlich damit enden lassen und ließ seinen Helden am Ende sterben, aber die Stimmung des Kalten Krieges wird gut eingefangen. Ich bin wirklich froh darüber, dass die Verfilmung sich so nah am Buch angesiedelt wurde.
9 von 10 Punkten

James Bond jagt Dr. No: Eine Wiederbelebung von Bond, auf Grund des durchschlagendes Erfolges. Ich kann nur sagen, dass sich diese Reinkarnation nicht nur wegen dem sexuellen Duell zwischen ihm und dem Bondgirl gelohnt hat, sondern auch weil wieder ein wahnsinnig guter Gegner an einem interessanten Ort beschrieben wird.
9,5 von 10 Punkten

Goldfinger: - ist nicht nur als Film eine Meisterleistung. Goldfinger ist als Person aufregend sympathisch und somit wird der Roman meisterhaft belebt.
10 von 10 Punkten

James Bond greift ein: Eine Romansammlung, die Fleming für eine Serienverfilmung schuf. Es enthält vier Kurzgeschichten mit sehr unterschiedlicher Qualität. "Tod im Rückspiegel" und "Die Hildebrand-Rarität" sind so fesselnd, wie ein schwarzer Punkt in einem abgedunkelnden Raum. "Riskante Geschäfte" und v.a. "Minimum an Trost" haben mir deutlich gemacht, warum Tarantino so gerne einen Bondfilm unter seine Mangel verwerten wollte.
Also vergebe ich bei der Punktewahl die goldene Mitte: 5 von 10 Punkten


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Fleming-Romane - Eure Bewertungen
BeitragVerfasst: Sa Feb 18, 2012 0:32 
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Registriert: Do Apr 10, 2008 22:00
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Zitat:
Casino Royale: Eines der schlimmsten Bücher, durch das ich mich quälen musste. Flemings unerfahrene Schreibweise ist deutlich zu erkennen und deswegen fehlt diesem Roman jeder literarische Wert. Auch nach den unzähligen Neuauflagen in die deutsche Sprache werden alle Rechtschreibfehler bedingungslos übernommen. Ich gebe einen Sympathiepunkt, weil es der erste Bondroman ist.


Vergiss die Übersetzung. CR liest sich im original wesentlich flüssiger. Gerade zu Beginn finde ich kann der Roman sehr viel Atmosphäre aufbauen und genau das ist oftmals das was Fleming am besten kann: Man fühlt als wäre man mit Bond zu später Stunde in dem völlig verrauchten Casino. Ich halte CR für eines von Flemings besten Werken.

Zitat:
Liebesgrüße aus Moskau: Herrlich !! Fleming läuft zur Höchstform auf. Er wollte die Bond-Serie eigentlich damit enden lassen und ließ seinen Helden am Ende sterben, aber die Stimmung des Kalten Krieges wird gut eingefangen. Ich bin wirklich froh darüber, dass die Verfilmung sich so nah am Buch angesiedelt wurde.
9 von 10 Punkten


Volle Zustimmung. Das Ende von FRWL hätte ich auch gerne mal auf der Leinwand gesehen, egal in welchem Film. Bond in seinen letzten Atemzügen und es ist unklar ob er überlebt....

Zitat:
James Bond greift ein: Eine Romansammlung, die Fleming für eine Serienverfilmung schuf. Es enthält vier Kurzgeschichten mit sehr unterschiedlicher Qualität. "Tod im Rückspiegel" und "Die Hildebrand-Rarität" sind so fesselnd, wie ein schwarzer Punkt in einem abgedunkelnden Raum. "Riskante Geschäfte" und v.a. "Minimum an Trost" haben mir deutlich gemacht, warum Tarantino so gerne einen Bondfilm unter seine Mangel verwerten wollte.


Nein für die Serienverfilmung war eigentlich Feuerball als Pilotfilm geplant. Die Kurzgeschichten wurden vor allem in Magazinen veröffentlicht und auch für diese geschrieben, wenn ich mich nicht täusche sind die meisten davon im Playboy erschienen. Bond und dieses Magazin haben dadurch gewissermaßen literarisch eine enge Geschichte und so manche Nachfolgeautoren - welche die Romanserie weiterführten - haben ihre Bond-Kurzgeschichten ebenfalls dort veröffentlicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Fleming-Romane - Eure Bewertungen
BeitragVerfasst: Di Feb 05, 2013 15:21 
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Registriert: Sa Jan 27, 2007 11:41
Beiträge: 62
Wohnort: Hattersheim, Hessen
Ich habe alle Romane nun durch (CR in der OV sowie in der alten und neuen Übersetzung; LALD in der OV und der Neuübersetzung, Moonraker und Diamantenfieber in der Neuübersetzung und ab FRWL in der OV bis Octopussy and The Living Daylights.
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Wo fange ich am Besten an ?

Zuerst mal meine 5 Lieblingsbücher (in loser Reihenfolge):
Casino Royale
Moonraker
Dr. No
The Spy Who Loved Me
You Only Live Twice

Welche Faktoren haben diese TOP5 beinflusst ?

Zuerst einmal die Lesbarkeit des Buches, bestimmt durch Kapitelaufteilung, Seitenzahl des Buches/Kapitels - Ich bin täglich in ca. 15-20 minütigen Abschnitten in Zügen unterwegs und innerhalb dieser Zeit muss sich ein Kapitel fertig gelesen haben.

Und hier sind einfach die oben genannten Bücher Paradebeispiele - Casino Royale als Erstlingswerk (mein Lieblingsfilm der Reihe) hat mich durch seine lyrischen Einfälle (Glück im Spiel, Schmerz in der Folter, Wer ist GutBöse ?) und seiner spannenden Kompakten Story überzeugt. Moonraker durch seine in Quasi-Echtzeit ablaufende Handlung, der Charakterzeichnung von Drax, der spannenden Story usw. Danach folgt Dr. No, der dich von Anfang bis Ende auf eine Reise durch Flemings Jamaika nimmt und ähnlich spannend ist wie Moonraker. The Spy Who Loved Me durch seine untypische Erzählweise und seine kompakte Handlung. You Only Live Twice war dann der Höhepunkt, mit Bonds Charakterlicher Entwicklung, dem faszinierenden Blofeld-Plot und der Reise, auf die uns Fleming durch Japan mitnimmt.

Andere Bücher die mir auch positiv in Erinnerung bleiben sind: Live and Let Die und Thunderball.

_________________
Lieblingsbondfilme: Goldfinger, On Her Majestys Secret Service, Live And Let Die, The Spy Who Loved Me, Licence To Kill, Goldeneye, Casino Royale, Skyfall
Lieblingsbond: Daniel Craig
Lieblingsgirls: Tracy Bond (Diana Rigg), Vesper Lynd (Eva Green), Eve (Naomie Harris)
Lieblingsgegner: Auric Goldfinger, Raoul Silva
Lieblingsbuch: Moonraker, Dr. No


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Fleming-Romane - Eure Bewertungen
BeitragVerfasst: Do Jun 05, 2014 19:07 
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Registriert: So Mai 11, 2014 1:34
Beiträge: 30
Wohnort: Breisach am Rhein
Über die Zeit habe ich Rezis zu den Bond-Romanen von Fleming für ein anderes Forum geschrieben. Hier poste ich sie einfach nochmal, so nach und nach.

Casino Royale

Der MI-6-Agent James Bond hat einen ungewöhnlichen Auftrag: Er soll einen Mann namens Le Chiffre beim Baccarat schlagen.

Le Chiffre arbeitet verdeckt für den KGB, um die Gewerkschaften und linken Parteien in Frankreich zu Sowjet-Sympathisanten zu machen. Für diese Aufgabe bekam er vom sowjetischen Geheimdienst ein größeres Budget. Heimlich hatte Le Chiffre einen größeren Teil des Geldes in eine Reihe von Bordellen investiert. Es wäre eine kluge Investition gewesen, hätte die französische Regierung nicht kurz darauf den Freudenhäusern den Kampf angesagt und ebendiese per Gesetz verboten.

Um das veruntreute Geld wiederzubeschaffen, mietet Le Chiffre den Baccarat-Tisch im Casino des kleinen südfranzösischen Ortes Royale-les-Eaux. Und genau dort trifft er auf James Bond. Der beste Baccarat-Spieler im Geheimdienst ihrer Majestät will Le Chiffre auflaufen lassen, um so den Bemühungen des KGB in Frankreich einen schweren Schlag zu versetzen.

Ihm zur Seite stehen René Mathis vom französischen Geheimdienst Deuxieme Bureau, der CIA-Agent Felix Leiter und Vesper Lynd von der MI-6 Sektion S.

Doch noch bevor das Spiel beginnen kann, muss Bond feststellen, dass seine Tarnung aufgeflogen ist, und so wird er schnell zum Ziel von Killern im Auftrag der KGB-Sondereinheit SMERSH. Und er muss sich auch der Frage stellen, ob er seinen Freunden vertrauen kann.

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Viel braucht man über die Bedeutung von "Casino Royale" nicht zu schreiben. Ian Flemings "Spy novel to end all spy novels" revolutionierte das Genre nicht nur, es gab ihm auch seinen bis heute größten Star, James Bond 007. Bei seiner Arbeit konnte Fleming auf seine Erfahrungen bei der Naval Intelligence, dem Nachrichtendienst der Royal Navy während des zweiten Weltkriegs, zurückgreifen.

Der Roman ist spannend und schnell zu lesen. Fleming beweist ein Händchen für Details ohne Ausuferung. Man sagte ihm nach, er würde genau die Anzahl an Worten verwenden, die nötig ist, nicht mehr und nicht weniger. Diese Aussage stimmt im Großen und Ganzen. Dadurch mag "Casino Royale" vielleicht ein wenig kurz erscheinen, erzählt aber die Geschichte und beleuchtet die Charaktere absolut ausreichend.

Ein wenig fühlt sich die Geschichte wie der Pilot für die Romanserie an, da Bond während der Handlung eine gewisse Sinnkrise bezüglich seiner Arbeit hat, am Ende jedoch motivierter denn je zur Sache geht und speziell Jagd auf SMERSH machen will.

Für jeden Fan des Spy-Genres ein absolutes Muss (für Bond-Fans sowieso) und absolut lesenswert.

Sehr gelungen ist die aktuelle Auflage des britischen Labels Penguin007 mit ihrem wunderschönen Cover.

Wertung: 7/10

Live and Let Die

James Bond ist in New York, um den Verkauf von Goldmünzen aus dem 17. Jahrhundert zu untersuchen, die von Jamaica in die USA geschmuggelt werden. Unter Verdacht steht der Führer der Harlemer Unterwelt, Mr. Big, der auch verdächtigt wird, als Agent von SMERSH tätig zu sein. Außerdem hat er erfolgreich einen Voodoo-Kult um seine Person aufgebaut, indem er die schwarze Bevölkerung glauben macht, er sei der Zombie des Baron Samedi, Gott des Todes und der Finsternis.

Gemeinsam mit Felix Leiter geht Bond nach Harlem, um sich dort umzusehen und über Mr. Big schlau zu machen. Doch dabei geraten sie in eine Falle und Bond wird Mr. Big selbst vorgeführt. Dabei begegnet er der jungen, exotischen Schönheit Solitaire, die für Mr. Big als Gedankenleserin tätig ist.

Mit Müh und Not (und ein wenig Hilfe von Solitaire) gelingt es Bond, nur leicht verletzt zu entkommen. Auch von Felix erfährt er, dass diesem die Flucht gelungen ist. Nun müssen sie schnell die Stadt verlassen, und das Ziel ist Florida, denn dort werden die Goldmünzen in die USA geschleust.

Bevor 007 aber zum Bahnhof kommt, nimmt Solitaire mit ihm Kontakt auf. Sie will Mr. Big verlassen und sieht in Bond ihre beste Chance, dies zu überleben. Doch ist sie ehrlich oder will sie ihn für Big in eine Falle locken?

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Der zweite Bond-Roman ist sehr spannend geraten. Bond ist immer in Bewegung und lässt dem Leser kaum eine Atempause. Und Fleming hat in diesem Roman so viele großartige Ideen eingebaut, dass die Macher der Bond-Filme in mehreren Streifen auf das Buch zurückgreifen konnten.

Obwohl es schon deutlich dicker ist als "Casino Royale" bleibt "Live and Let Die" ähnlich schnell gelesen, wie der Vorgänger.

Ein Thema muss man in der heutigen Zeit in einer Rezension dieses Romans allerdings ansprechen: Einige Stellen wirken, besonders aus heutiger Sicht, rassistisch, an anderer Stelle wird Fleming aber relativierend und merkt an, dass die schwarze Bevölkerung zur Zeit des Romans (1950er) nach und nach immer mehr aufstrebende Persönlichkeiten in Medizin, Wissenschaft und vielen anderen Gebieten hervorbringt. Wenn Bond und Leiter aber in einem Harlemer Restaurant das Gespräch eines schwarzen Paares mithört und Fleming diesen Dialog komplett in Harlemer Dialekt niederschreibt, so wirkt das sogar unfreiwillig komisch.

Alles in allem ein spannender Roman, der nach "Casino Royale" zeigt, wie sich Bond und seine Abenteuer dem nähern, was ihn zur popkulturellen Ikone werden ließ.

Wertung: 7,5/10

Moonraker

Als persönlichen Gefallen gegenüber M hat James Bond zugestimmt, ein Mitglied des exklusiven Londoner Clubs Blades zu beobachten, das unter Verdacht steht, systematisch beim Bridge zu betrügen. Bei diesem Mitglied handelt es sich ausgerechnet um Hugo Drax, Multimillionär, Weltkriegsveteran, Volksheld und Finanzier des neuen britischen Atomwaffenprogramms "Moonraker". Bald hat Bond Drax' Trick durchschaut und lässt ihn nach Absprache mit M und dem Clubvorsitzenden haushoch verlieren.

Am nächsten Tag bekommt Bond einen Auftrag, der äußerst ungewöhnlich für einen MI-6-Agenten ist, da er innerhalb Englands operieren soll. Der Sicherheitsoffizier des "Moonraker"-Projektes wurde ermordet - der Mörder selbst hatte daraufhin Selbstmord begangen - und Bond soll ihn bis zum groß angekündigten Raketentest ein paar Tage später ersetzen. So bald sieht er Hugo Drax in völlig neuem Verhältnis wieder.

Bond arbeitet in diesem Fall mit Gala Brand, Agentin des Special Branch, zusammen, die seit Monaten verdeckt als Drax' Sekretärin operiert.
Als er den Aktenschrank seines Vorgängers studiert, stellt 007 fest, dass dieser geknackt wurde. Und bald erwischt er Drax' Assistenten Krebs dabei, wie er sein Zimmer durchsucht.

Nun hegt Bond den Verdacht, dass mehr hinter dem Mord an seinem Vorgänger steckt. Und als Gala und er beinahe ein ähnliches Schicksal erleiden, wird aus Verdacht grausame Gewissheit.

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Nachdem in den vorigen beiden Romanen bereits allerlei klassische Bond-Zutaten eingeführt wurden (schöne Frauen, Autoverfolgungsjagden, Casinos, markante Schurken, exotische Handlungsorte) wird mit "Moonraker" ein weiteres bond-typisches Story-Element vorgestellt: Eine unmittelbare Bedrohung, bei der Millionen von Menschenleben auf dem Spiel stehen.

Darüber hinaus liefert das dritte Bond-Abenteuer natürlich auch wieder eine schöne Frau, eine Autoverfolgungsjagd, Glücksspiel und einen markanten Schurken. Nur auf exotische Handlungsorte muss man diesmal verzichten, es sei denn, man findet die britische Ostküste sonderlich exotisch.

Auch in zwei weiteren Aspekten unterscheidet sich "Moonraker" stark von den zwei zuvor erschienenen Romanen.
Zum Einen versucht Fleming diesmal, die Identität des Schurken recht lange geheim zu halten. Ob er dies erfolgreich tut, werden wohl nur jene einschätzen können, die den Kinofilm nicht seit Kindesalter an die Hundert Mal gesehen haben.
Zum Anderen endet der Roman ... Nein, das verrate ich lieber nicht.

Als Fazit bleibt zu sagen, nicht ganz so spannend, wie "Live and Let Die", aber fast.

Wertung: 7,5/10

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