Beinahe Bond ... Gescheiterte Castings

Egal ob Darsteller, Filme, Stunts, Marketing, usw. - hier wurde alles mögliche rund um 007 diskutiert! [Leseforum]
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danielcc
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24. Februar 2009 13:54

photographer hat geschrieben:Einige Worte zu den einzelnen Bond-Darsteller in der offiziellen Bond-Serie mEs ist daher zu vermuten, dass Timothy Dalton für seinen dritten Einsatz als 007 inoffiziell kurz vor "GoldenEye" ausbezahlt worden ist, da er nun mal eine Option auf drei Bond-Filme hatte und ihn MGM/UA damals unbedingt aus der Serie raushaben wollte, da sie auch bei einem dritten Leinwand-Einsatz Daltons in ihm keine wirkliche Zugkraft als Boxoffice-Star sahen und man sich auf diese Art und Weise dann offiziell "einvernämlich" trennen konnte.
aha. bisher hatte ich immer wieder gelesen, dass dalton ja unbedingt weiter machen sollte und es seine entscheidung war, nicht mehr weiterzumachen.

wenn ich es jetzt richtig lesen (und ich gehe davon aus, photographer hat es richtig zusammengefasst), dann wollte zumindest MGM/UA ihn definitiv nicht mehr (was ja mehr als verständlich ist uner berücksichtigung der besucerzahlen von TLD und LTK).
oder wollte eon in weiterhin nur MGM/UA nicht? das kann man nämlich leicht erklären, da sich die broccolis (EON) ni negativ über irgendwen zu äußern scheinen. so konnte man nach außen hin sagen "also wir wollten dalton weiterhin und waren sehr zufrieden mit ihm" während man innerlich vielleicht auch froh war, dass man den schwarzen peter auf MGM schieben konnte und letztlich daltons "eigene entscheidung"
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sonni73
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24. Februar 2009 14:08

Ich denke mal, man hat sich geeinigt. Ich hätte auch gerne noch einen Film mit Dalton gesehen aber sein Image in der Öffentlichkeit sprach ja schon gegen einen weiteren Einsatz - gerade nach dieser langen Pause, in der Dalton sich nicht als zugkräftiger Star in anderen Filmen durchsetzen konnte (und/oder wollte). Seine Filme "Die Hure des Königs", "Rocketeer" und "Naked in NY" waren ja allesamt keine Hits.

Dalton war ja lange Broccolis Wunschkandidat. Aber auch er musste wohl einsehen, dass ein weiterer Einsatz Daltons ein Risiko war, während Brosnan in der Öffentlichkeit von Anfang an akzeptiert wurde. Das dürfte eine rein rationale Entscheidung gewesen sein.

Dalton dürfte eine Abfindung erhalten haben und die heute offizielle Fassung lässt wohl alle Beteiligten weiterhin gut aussehen.

Wer wirklich letztendlich dafür verantwortlich war, dass Dalton nicht mehr Bond spielt, werden wir wohl nie erfahren. Aber nur MGM/UA war es wohl nicht.
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photographer
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24. Februar 2009 15:18

Der "Böse" hieß in diesem Fall John Calley


Ausschlaggebend für die Ablösung Timothy Daltons bei "GoldenEye" war John Calley, der 1993 das Amt des Präsidenten bei United Artists übernommen hatte und dafür sorgte, dass zahlreiche auf Eis gelegte Filmprojekte im damaligen MGM-Tochterunternehmen wieder ans Laufen kamen. Dazu gehörten "Rob Roy", "The birdcage" als auch "Bond 17". Dieser war bekanntlich 1990 noch in Cannes beworben worden, bevor der damalige Mehrheitseigner Kirk Kerkorian das Unternehmen MGM/UA an Giancarlo Parretti und dessen Firma Pathé verkaufte. Diese finanzielle Transaktion glaubte Paretti mit Vorfinanzierungen gewährleisten zu können, die unter anderem darin bestanden große Teile der United Artists-Filmbibliothek zu verbilligteren Konditionen Sendeanstalten weltweit zu offerieren. Da dies auch die Bond-Serie betraf und verständlicher Weise kein Einverständnis von Seiten EONs vorlag, legte Bond-Produzent Albert R. Broccoli die anlaufenden Vorbereitungen hinsichtlich "Bond 17" mit Timothy Dalton in der Hauptrolle vollständig auf Eis und klagte umgehend gegen Paretti. Damit war ein Start des nächsten offiziellen Bondfilms für den Sommer 1991 hinfällig geworden und bis auf weiteres in unbekannte Ferne verschoben. Wie das anschliessende Zeitfenster hierzu ausgesehen hat und sich alles weitere entwickelt hat dürfte eingeweihten Fans soweit alles bekannt sein.


Da Timothy Dalton bei der Beerdigung Albert R. Broccoli einer der Sargträger war und bekannt ist, dass er mit den Broccolis auch heute noch gut befreundet ist, darf man schon davon ausgehen dass EON immer hinter ihm gestanden hat.

Was John Calley anbetraf, sah dieser es 1995 als seinen persönlichen Verdienst an, das Bond-Franchise aus der Krise gebracht und mit diesem Boxoffice-Hit erfolgreich revitalsiert zu haben und als er aus Verärgerung über zu niedrigende Bonuszahlungen 1996 zu SONY Pictures wechselte und Chef bei Columbia Pictures wurde, war er es, der es überhaupt zum riesigen Rechtstreit zwischen Kevin McClory und Metro-Goldwyn-Mayer und Eon Productions Ltd. kommen lassen konnte, als er eine konkurrierende James-Bond-Filmserie ankündigen lies.


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Zuletzt geändert von photographer am 24. Februar 2009 15:26, insgesamt 1-mal geändert.
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sonni73
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24. Februar 2009 15:26

Was ist eigentlich an der Geschichte dran, dass Horst Wendlandt mit dem Gedanken spielte, die Bondrechte zu kaufen und die Hauptrolle mit Joachim Fuchsberger besetzen wollte? Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Fuchsberger ihm abgeraten hatte, da der finanzielle Aufwand zu hoch wäre und sich das für den deutschen (europäischen)Markt nicht rentieren würde.

Wenn das tatsächlich Fakt ist, muss das ja auf jeden Fall in den späten 50ern oder ganz frühen 60ern gewesen sein.
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danielcc
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24. Februar 2009 16:25

sonni73 hat geschrieben:Was ist eigentlich an der Geschichte dran, dass Horst Wendlandt mit dem Gedanken spielte, die Bondrechte zu kaufen und die Hauptrolle mit Joachim Fuchsberger besetzen wollte? Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Fuchsberger ihm abgeraten hatte, da der finanzielle Aufwand zu hoch wäre und sich das für den deutschen (europäischen)Markt nicht rentieren würde.

Wenn das tatsächlich Fakt ist, muss das ja auf jeden Fall in den späten 50ern oder ganz frühen 60ern gewesen sein.
hab ich auch gehört. hat der fuchsberger letztens noch irgendwo erzählt, meine ich

aber genauso wollte es ja erst hitchcock machen. hmm, wir hätten also entweder umsetzungen a la edgar wallace kriegen können, oder hitchcocksche meisterwerke mit cary grant a la "der unsichtbare dritte"
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sonni73
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24. Februar 2009 16:42

Zu Wallace: Dann hätte es vielleicht doch noch mit Kinski in einem Bond geklappt.

Sollte er nicht Vargas in TB spielen und hatte abgelehnt? Obwohl, was er so alles angeblich abgelehnt hat: Nazischerge in Indy1, Bösewicht in Beverly Hills Cop,...
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photographer
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24. Februar 2009 16:42

Es ist immer ein bißchen schwierig und müssig dem Wahrheitsgehalt solchen Meldungen ernsthaft auf den Grund zu gehen, deren funktionaler Gehalt Dekaden zurückliegt und über die ansonsten - auch - von anderer Seite nie ein Wort gefallen ist, wie dies beim Stern-Interview von Joachim Fuchsberger im Februar 2007 der Fall war. (http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 32,00.html)


Daher nachfolgend nur ein Auflistung von Fakten, die nachgewissener Maßen verbürgt sind und die ich unkommentiert hier mal so stehen lasse:

Der Ullstein-Verlag hatte 1960 erstmalig für den deutschen Sprachraum zwei Bond-Romane übersetzen lassen und veröffentlicht. Dabei handelte es sich um gekürzte Ausgaben von "Diamantenfieber" und "Casino Royale".
Romanautor Ian Fleming traf sich im Winter 1960 mit dem kanadischen Filmproduzenten Harry Saltzman, der eine halbjährige Option auf seinen noch "freien" Romane hinsichtlich einer Reihe von Verfilmungen fürs Kino erwarb, die mit Beginn des nächstes Jahres in Kraft trat.
Da Horst Wendlandt erst 1961 von seinem Arbeitgeber Artur Brauner weg zur Rialto Film wechselte und damit in den Rang eines eigenen Produzenten aufstieg, wäre die Idee einer Verfilmung der Fleming-Reihe durch ihn schon Makulatur gewesen, da die Rechte bekanntlich schon anderen Parteien im angelsächsischen Sprachraum vertragsrechtlich zugesprochen waren.


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Powers
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25. Februar 2009 01:23

danielcc hat geschrieben:
photographer hat geschrieben:Einige Worte zu den einzelnen Bond-Darsteller in der offiziellen Bond-Serie mEs ist daher zu vermuten, dass Timothy Dalton für seinen dritten Einsatz als 007 inoffiziell kurz vor "GoldenEye" ausbezahlt worden ist, da er nun mal eine Option auf drei Bond-Filme hatte und ihn MGM/UA damals unbedingt aus der Serie raushaben wollte, da sie auch bei einem dritten Leinwand-Einsatz Daltons in ihm keine wirkliche Zugkraft als Boxoffice-Star sahen und man sich auf diese Art und Weise dann offiziell "einvernämlich" trennen konnte.
aha. bisher hatte ich immer wieder gelesen, dass dalton ja unbedingt weiter machen sollte und es seine entscheidung war, nicht mehr weiterzumachen.

wenn ich es jetzt richtig lesen (und ich gehe davon aus, photographer hat es richtig zusammengefasst), dann wollte zumindest MGM/UA ihn definitiv nicht mehr (was ja mehr als verständlich ist uner berücksichtigung der besucerzahlen von TLD und LTK).
oder wollte eon in weiterhin nur MGM/UA nicht? das kann man nämlich leicht erklären, da sich die broccolis (EON) ni negativ über irgendwen zu äußern scheinen. so konnte man nach außen hin sagen "also wir wollten dalton weiterhin und waren sehr zufrieden mit ihm" während man innerlich vielleicht auch froh war, dass man den schwarzen peter auf MGM schieben konnte und letztlich daltons "eigene entscheidung"
Aber lieber danny,du tus dich zu früh freuen :!: :lol:
Es ist halt so wie der photographer in seinen post, Der Böse hieß in diesem fall John Calley geschrieben hat. Ich weiß deine abneigung zu Dalton die ich mitlerweile verstehen kann,weil bei mir ist es halt so mit Craig :!: 8)
Timothy Dalton ist der beste 007 !
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SirDPopov
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25. Februar 2009 21:44

Weiß jemand von euch über folgende Casting etwas näheres:

Ich kann mich erinnern, dass zu jener Zeit als Lewis Collins im Gespräch war, auch in diversen Jugendzeitschriften der Name Oliver Tobias gefallen ist. Das ist ein gebürtiger Schweizer, der in England aufgewachsen ist und dort in den 70ern u. 80ern auch TV-Star war. Seit Ende der 80er dreht er in Deutschland und spielt in diversen Traumschiff und Rosamunde Pilcher Filmen mit.

Auf der imdb ist zu lesen, dass der französische Schauspieler Lambert Wilson (Matrix)für GE gecastet wurde. Weiß jemand darüber Bescheid?

Übrigens hatte Oliver Reed das Angebot für OHMSS James Bond zu spielen. Schlußendlich bekam er trotz Bewunderung seitens von Broccoli die Rolle nicht, da dieser befürchtete, daß der Alkoholiker und praktizierende Rabauke schlecht für Bond-Image wäre!

Gruß
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Dingens
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28. Februar 2009 14:43

Moin
Brosnan war der Mann der mittlerweile verstorbenen Cassandra Harris, die in FYEO mitspielte, nicht OP
nur kurz: Harris spielte in OP, nicht FYEO.
Grüße
der Dingens
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Martin007
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28. Februar 2009 14:44

Dingens hat geschrieben:Moin
Brosnan war der Mann der mittlerweile verstorbenen Cassandra Harris, die in FYEO mitspielte, nicht OP
nur kurz: Harris spielte in OP, nicht FYEO.
Grüße
der Dingens
Da hat dir ja jemand eine hübsch falsche Information angedreht...sie spielte definitiv in FYEO!
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Dingens
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28. Februar 2009 14:59

Moin
ja klar, Du hast Recht, sorry! Das kommt davon, wenn man zwei Filme mit Specials an einem Abend schaut.
Grüße
Der Dingens
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photographer
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1. März 2009 19:55

Kurzer Hinweis zu Lambert Wilson:

Probe-Aufnahmen Wilsons mit Maryam d'Abo aus dem Jahre 1986, in denen die erste Begegnung zwischen Tatjana Romanova und James Bond aus "From Russia with love" nachgestellt und in Szene gesetzt worden ist, sowie eine Kampfszene mit einem Attentäter wurden in Ausgabe 43 des britischen Fanzines "Double-0-Seven Magazines" (Juli 2004) in Greg Bechtloffs Report "No Deals, Mr. Bond" auf mehreren Bildern auf Seite 14 abgedruckt.


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SirDPopov
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3. März 2009 13:48

photographer hat geschrieben:....in Ausgabe 43 des britischen Fanzines "Double-0-Seven Magazines" (Juli 2004) in Greg Bechtloffs Report "No Deals, Mr. Bond" auf mehreren Bildern auf Seite 14 abgedruckt.
Vielen Dank für die Info!
Gruß
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Alex No
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3. März 2009 22:45

sonni73 hat geschrieben:Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Fuchsberger ihm abgeraten hatte, da der finanzielle Aufwand zu hoch wäre und sich das für den deutschen (europäischen)Markt nicht rentieren würde.

Wenn das tatsächlich Fakt ist, muss das ja auf jeden Fall in den späten 50ern oder ganz frühen 60ern gewesen sein.
Äußerungen von Fuchsberger zufolge hatte er Wendlandt immer zur Internationalisierung der Filme geraten - der Wallace-Filme. Wendlandt habe aber den finanziellen Mehraufwand und das Risiko gescheut.
Vielleicht ist ja beides wahr, aber da es so ähnlich klingt, handelt es sich vielleicht nur um umgedrehte Varianten derselben Geschichte.
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