Okay ich beantworte mal die Fragen der Reihe nach.
1. Ja MGM verkaufte seine Studios aus finanziellen Gründen. Später (etwa 2002/2003) wurde MGM von einem Investorenkonsortitium übernommen, einer der Investoren war Sony. Über das Konstortium hielt Sony etwa 30 bis 40% der Anteile von MGM und den Großteil der Stimmrechte. Wirklich übernommen wurde MGM von Sony nicht, es ist lediglich eine Beteiligung.
2. Hinter UA verbirgt sich die Filmfirma United Artists. Diese waren die ursprünglichen Verleiher der Bondfilme und wurden in den 80ern von MGM übernommen. Die neue Gesellschaft firmierte fortann unter MGM/UA, wobei UA fortan eine Tochtergesellschaft darstellte.
Wieso niemand so wirklich MGM will? Die großen Medienkonzerne haben aktuell ihre eigene Krise. Sowohl zu Time Warner und News Corporation (Mutter von Fox) gehören große Print-Medien. Diese haben in den letzten Jahren starke Konkurrenz durch das Internet bekommen und haben daher große Probleme. Wieso eine teuere Zeitung kaufen, wenn es im Internet alles umsonst gibt? Das denken sich viele und greifen immer weniger zu New York Times und Co. Dazu sehen in den TV-Sparten die Zeiten auch nicht so rosig aus, die Kosten für Werbung sind auch niedriger als sie sein sollten. Dazu kommen auch noch weitere Probleme...
Außerdem ist es durch die Finanzkrise schwer an vertretbare Kredite oder Mit-Investoren für eine Übernahme von MGM zu kommen.
Was das heutige MGM-Archiv angeht: Die Kronjuwelen von MGM stammen allesamt von UA (und das sind nicht wenige). Die alten MGM-Filme bzw. fast die ganze ursprüngliche MGM-Bibliothek ließ Ted Turner (ihm gehörte zeitweise MGM) bei sich als er das Studio weiterverkaufte. Turner ist Hauptgesellschafter von Time Warner, daher werden MGM-Klassiker wie Ben Hur heute von Warner herrausgebracht (sieh mal auf deine DVD-Hüllen und vergleiche den Vorspann).
3. EON (bzw. die Mutterfirma Danjaq) ist ein sagenumwobenes Unternehmen. UA war wie gesagt nur die Firma die die Filme bewarb, ins Kino brachte und größtenteils mitfinazierte. Ursprünglich gehörte es den Familien Broccoli und Saltzman. Als zweiterer sich von Bond verabschiedete verkaufte er seine Anteile an United Artists. Das war in den 70ern.
Ob MGM/UA heute noch Anteile an EON/Danjaq hält ist unbekannt, dazu gibt es NICHTS offizielles. Allerdings wird (und so denke ich auch) vermutet, dass zu einem Zeitpunkt UA seine Anteile an EON/Danjaq an die Broccolis verkaufte, im Gegenzug bekam MGM/UA einen Exklusivvertrag was die Veröffentlichung der Bondfilme angeht. Vorteil: Die Broccolis haben die volle Unternehmenskontrolle und MGM/UA eine Situation die unter dem Strich lukrativer ist.
Wieviel Geld EON hat weiss auch keiner, über die Gewinnverteilung ist nichts bekannt. Allerdings darf angenommen werden, dass EON/Danjaq gut bei Kasse ist. Einer der vielen Mythen um Bond stammt aus den 60ern als angeblich Saltzman und Broccoli extra jemanden anheuerten um mit Koffern randvoll mit Geld gefüllt in die Schweiz zu fliegen und das Geld dort zu deponieren. Das Geld soll der EON-Anteil aus den Einspielergebnissen gewesen sein...
EON hat vielleicht die Rechte Bondfilme zu produzieren, doch fehlt es ihnen an genau das was sie an MGM haben: Kanäle für den Vetrieb (Kinoverleih) als auch das Marketing-Network um einen Film zu bewerben. Daher ist die Ehe EON-MGM auch in etwa so aufgeteilt: EON macht den Kreativen Teil bzw den eigentlichen Film, MGM kümmert sich darum, dass der Film ins Kino kommt und die Werbung läuft.
Wobei MGM wahrscheinlich auch den Großteil des Budgets beisteuert....
Ich hoffe ich konnte helfen
