photographer hat geschrieben:
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@AnatolGogol
Anmerkender Querverweis zu Henri Verneuils Filmklassiker in Bezug zu einem Film der Bond-Serie:
Gerade die Fußverfolgungsjagd über den Dächern von Paris in „Peur sur la ville“ (1975) sehe ich aus meiner persönlichen Wahrnehmung heraus als bekennendes Zitat Marc Forsters zum Klassiker von Henri Verneuil an, wenn James Bond über den Dächern von Siena versucht Craig Mitchell zu stellen. Regisseur Marc Forster wies während der Dreharbeiten zu "Quantum of solace" (2008) in Interviews vermehrt darauf hin, sich an zahlreichen Genreklassikern des Actionkinos der Siebziger zu orientieren und diesen Filmen seine Referenz erweisen zu wollen. „Peur sur la ville“ sehe ich als einen dieser Beiträge an.
A propos:
Falls Du dem guten Bebel gerecht werden möchtest, solltest Du Dir passend zu den anstehenden Feiertagen noch George Lautners Actionkomödie "Fröhliche Ostern" (1984) gönnen. Sophie Marceau als keese Göre Julie gibt dann ihr übriges dazu.
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Der Vergleich zur Verfolgung in QOS liegt aufgrund der Einbeziehung der Dächer in der Tat nahe und angesichts des Klassikerstatus von Verneuils Reisser aus dem Jahre 1975 und Forsters kontinentalem Background ist eine direkte Inspiration recht wahrscheinlich. Dennoch könnte das Endresultat nicht unterschiedlicher sein, während Verneuils Inszenierung den Schwerpunkt ganz auf Gefahr und Spannung setzt verlässt sich Forsters Version auf Tempo und Schnitt. Eine Beurteilung erspare ich mir, da das ganz ohne Zweifel in erster Linie eine Geschmacksfrage ist.
Um einen weiteren Bogen zu den Bondfilmen zu spannen: es ist auffällig, wie weit die Stilistik der frühen Belmondo-Reisser der 70er Jahre von der der damaligen Bondfilme entfernt ist, obwohl beide ja das gleiche Genre und die gleiche Zielgruppe bedienten. Interessanterweise näherten sich beide "Parteien" aber ab den späten 70ern dann mehr und mehr einander an. Belomondos deutlich glamourösere Actionkomödien "Ein irrer Typ" und vor allem "Der Puppenspieler" (mit dem unübersehbaren Fingerzeig in Richtung MR) waren weit weniger "gritty" und grimmig wie noch zB "Angst über der Stadt" oder auch Labros "Der Greifer". Demgegenüber hatte offensichtlich auch die Bondcrew die handwerklich erstklassigen Belmondoreisser gut beobachtet, nicht umsonst sicherte man sich in den Moore-Filmen der 80er Jahre die Dienste des langjährigen Belmondo-Cascadeurs Remy Julienne.
Lautners "Fröhliche Ostern" wäre natürlich aus aktuellem Anlass tatsächlich der perfekte Film - aber um ehrlich zu sein reizt mich wenn ich eine reinrassige Komödie mit Bebel sehen möchte De Brocas "Der Unverbesserliche" deutlich mehr - und das obwohl ich diese komödiantische Sternstunde sicherlich bereits mehr als ein Dutzend mal gesehen habe.