Bondfilm-Rezensionen - user: Agent 009

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Agent 009
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16. März 2015 13:05

James Bond jagt Dr. No

1962 schaffte es der Agent mit der Lizenz zum töten das erste Mal auf die große Leinwand, verkörpert von Sean Connery. Dieser verschaffte dem Agenten nicht nur ein Gesicht das viele mit Bond asoziieren, er dem Begriff 'Coolnes' eine völlig neue Bedeutung. Hier wurde mehr als nur Kult geschaffen. James Bond ist mittlerweile nicht mehr aus der Popkultur wegzudenken. 'Dr. No' war der Startschuss einer Filmreihe die Millionen begeistern sollte, es wusste nur noch keiner..

Nach dem mysteriösen Verschwinden eines in Jamaika stationierten Mi6-Agenten, wird Agent James Bond vom britischen Geheimdienst entsannt um der Sache auf den Grund zu gehen.

Die Handlung des Filmes ist recht simpel, wird aber durch die sehr starke Inszenierung aufgewertet. Die tadellose Regie von Terrence Young holt alles aus dem Budget und den Darstellern raus. Hier gibt es keine Schwächen. Die Geschichte ist spannend und mit gutem Tempo erzählt und für den Zuschauer verständlich umgesetzt. Die Charaktere sind sehr gut gespielt, allen voran natürlich der Mann mit der Lizenz zum töten selbst, verkörpert durch Sean Connery. Stilvoll, charmant und auch mal Schlagfertig, sowohl mit Sprüchen als auch mit der Faust. Er verkörpert die Rolle absolut perfekt und glaubwürdig. Ursula Andress als Honey Ryder ist ein großartiges Bondgirl. Attraktiv und smart. Der Rest vom Cast macht ebenfalls einen guten Job. Joseph Wiseman als Dr. No spielt seine Rolle ebenfalls sehr gut. Charismatisch und zu jeder Zeit überlegen wirkend, bleibt seine Rolle sicherlich im Gedächtnis.

Die Sets von Ken Adam sind absolut gelungen und auch die Locations die man im Film genutzt hat sind eine wahre Augenweide. Da passt alles perfekt zusammen. Wunderschöne, exotische Urlaubslandschaft, gepaart mit tollen Sets und Kulissen. Der Soundtrack des Filmes passt perfekt dazu. Am einprägsamsten war da sicherlich 'Under the Mango Tree', der das Karibik-Feeling nochmals verstärkte. Die Strände von Jamaika, das blaue Wasser, hier passt alles perfekt zusammen. Es bereichert die Atmosphäre des Films enorm. Schön, dass man das Ganze vor Ort drehen konnte.

Die Action im Film ist ebenfalls sehr gut. Man hat schnelle Autos und Verfogungsjagten, Schießerein und gut choreographierte Kämpfe. Connery verkörpert nicht nur den charmanten Gentlemen, sondern kann gut austeilen und sieht dabei auch noch gut aus. Die Action damals war nicht nur Maßstabsetzend, nein, sie sollte auch über Jahrzehnte hinweg das Genre neu definieren. Jeder Bondfilm hatte zu seiner Zeit fantastische Actionszenen die zu jenem Zeitpunkt überragend waren, so war es auch bei Dr. No.

John Barrys Soundtrack ist natürlich eine klasse für sich, auch wenn ich gestehen muss das der 'klassische' Song ab und an mal etwas deplaziert wirkte. Es ist nicht sonderlich negativ aufgefallen, aber dennoch aufgefallen. Da hätte man auch andere Stücke verwenden können, die vielleicht besser gepasst hätten. Nichts destotrotz war seine Arbeit fantastisch und dies sollte auch viele Jahre so bleiben. Das Main-Theme ist ja nicht umsonst eines der populärsten und bekanntesten Musikstücke aller Zeiten.

Durch großartige Sets & wunderschöne Locations, aber auch durch gute Darsteller und eine spannend umgesetzte Geschichte, wurde Dr. No zu einem Meilenstein des Genres. Die spannenden Detektiv-elemente gepaart mit der Action und dem Humor machen den Film zu einem Filmvergnügen der besonderen Art. Der Film hat eine Menge zu bieten, unterhält großartig und weiß in fast allen Belangen zu überzeugen. Ian Fleming hat eine Figur geschaffen, die noch über 50 Jahre später erfolgreich und extrem populär sein sollte. Sechs Darsteller hatten schon die Ehre, Connery als Ur-Bond hat hier einen großartigen Einstand geliefert.

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Agent 009
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16. März 2015 13:05

Liebesgrüße aus Moskau

Ein Jahr nach dem Überraschungserfolg von 'James Bond jagt Dr.No' wurde der nächste Bondfilm, Liebesgrüße aus Moskau veröffentlicht. Sean Connery spielte wieder einmal den Agenten mit der Lizenz zum töten, während Terence Young erneut auf dem Regiestuhl platz nahm. Weitere im Film wichtige Figuren wurden von Daniela Bianchi, Pedro Armendáriz, Lotte Lenya & Robert Shaw gespielt.

Eine sowjetische Dechiffriermaschine soll von der Verbrecherorganisation Phantom (Spectre im Original) gestohlen werden, um dann wieder an die Russen verkauft zu werden. Bei dieser profitablen Aktion will Kronsteen, Stratege der Organisation auch den britischen Agenten James Bond aus dem Weg räumen und somit den Tod von Spectre-Mitglied Dr.No rächen.

Die Pre-Title-Sequence war spannend, weil der Zuschauer mitten ins Geschehen geworfen wird und gar nicht so recht weiß, was auf ihn zu kommt. Sie ist sicherlich nicht überragend, dennoch sehr atmosphärisch und stark gefilmt.

Für einen Film der während des Drehs mit sehr vielen Problemen wie etwa den beinahe Tod des Regisseurs durch einen Helikopterabsturz oder Verletzungen der Darsteller zu kämpfen hatte, war das Resultat absolut zufriedenstellend. Es musste wohl vieles umgeschrieben werden, was aber nicht negativ ins Gewicht fällt. Der Film bietet so auch noch eine Menge Unterhaltung. Im Vergleich zum 'abenteuerlichen' Vorgänger ist der zweite Leinwandauftritt von James Bond deutlich mehr auf eine reine Agentengeschichte ausgelegt, was nicht weiter schlimm ist und sogar recht angenehm. Dadurch wirkt der Film aber viel ernster und nicht so spaßig wie Dr. No, weil dieser ja auch deutlich mehr Abenteuerelemente enthielt. Der Film bietet einige Interessante Aspekte und wirkt stellenweise extrem ruhig. Oftmals zu ruhig für meinen Geschmack. Er wurde oft ausgebremst und war dadurch gefühlt etwas langatmig, wenngleich er auch gut unterhalten hat. Die Geschichte war interessant, die Darsteller gut und auch die Actionenszenen hatten es in sich.

Die actionreichen Höhepunkte waren eine gut gefilmte Verfolgungsjagd auf dem Wasser, ein Kampf von Bond gegen einen Helikopter und die Schießerei in einem Zigeunerdorf. Auch die Kämpfe waren sehr ordentlich anzusehen und unterhaltsam. Als Fießling im Film macht Robert Shaw eine verdammt gute Figur, genauso aber auch Lotte Lenya als 'Nummer 3', Rosa Klebb. Vor allem erwähnenswert sind die gemeinsamen Szenen von Shaw & Connery. Das ist großartig gespielt und inszeniert. Erst recht auch die unausweiliche Konfrontation, die beinahe den eigentlichen Action-Höhepunkt des Films darstellt. Stark gefilmt, toll geschnitten und choreografiert.

Die tollen Locations in Serbien, der Türkei und Italien lassen wieder einmal Urlaubsfeeling aufkommen. Die ständigen Ortswechsel machen das Ganze sehr abwechslungsreich und interessant. Man hat jedes Land perfekt eingefangen und schafft es da sogar den Vorgänger noch zu übertreffen. (Dieser hatte ja schon wundervolle Drehorte) Auch sonst ist die Kameraarbeit von Ted Moore äußerst gelungen, der die schönen Drehorte perfekt eingefangen hat. Ebenso lobenswert ist die Regie von Young, der trotz vieler Probleme während des Drehs einen starken Film gemacht hat, der bei vielen sogar als einer der besten Bonds aller Zeiten angesehen wird. Was mir halt oft negativ auffiel, sind die kleinen Längen die sich gerade im Mittelteil des Films verstecken. Diese sind aber sicherlich auch durch den schwierigen Entstehungsprozess entstanden, deshalb sehe ich das nicht so eng.

Der Titelsong von Matt Monro ist ein wahrer Genuss für das Hörorgan. Ein klassischer, romantischer 60er Jahre Song der zumindest mir einen Ohrwurm verpasst hat. Auch John Barrys Score, der sich im Laufe des Films immer wieder sehr in den Vordergrund 'spielt' ist verdammt fantastisch und einer der Gründe dafür, das Bond auch heute noch beliebt und bekannt ist. Sicherlich zählen noch viele andere Faktoren dazu, aber die Filme sind untrennbar von Barrys Musik, das wird sicherlich jeder Bondfan bestätigen können.

Mit Liebesgrüße aus Moskau ist ein weiterer, großartiger Film entstanden, dessen Qualität aufgrund einiger Längen aber nicht die des Vorgängers erreicht. Es ist äußerst schade, dass der Film sich selber so oft ausbremst, sonst wäre die Punktzahl am Ende vielleicht noch höher ausgefallen. (shame on you, Probleme beim Dreh!) Die Darsteller sind alle samt großartig aufgelegt und Connery ist einfach die Idealbesetzung für Bond. Soundtrack, Kameraarbeit und Drehorte fügen sich perfekt ein und machen den Film zu dem was er ist, ein starkes Stück Kino.

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16. März 2015 13:05

Goldfinger

Mit Goldfinger, der im Jahre 1964 erschien, sicherte sich die Reihe nicht nur die ersten Oscars sondern auch den Film, den viele Leute heute für den Inbegriff der Reihe halten. James Bond? -Goldfinger! Der Film mag Storyschwächen und Logiklücken haben, ist dabei aber so cool inszeniert und stark gespielt, das diese Schwächen gerne übersehen werden.

Im Film geht es diesmal darum Auric Goldfinger, gespielt vom deutschen Schauspieler Gert Fröbe zu beobachten. Dieser wird verdächtig Gold zu schmuggeln, womit das internationale Währungssystem gefährdet ist. Diesmal wird Bond sehr gut vorbereitet auf eine neue Mission gehen, denn Waffenmeister Q hat einige nette Spielzeuge parat. Unter anderem auch einen modifzierten Aston Martin DB5.

Dieser Film ist der erste, der Reihe indem Bond starken gebrauch von den berühmten Gadgets macht. Es gibt den Aston martin mit Maschinengewehren, einem Schleudersitz, Rauch & Öl sowieo einiger anderer Tricks. Das diese auch alle Verwendung im Film finden, mag zwar etwas konstruiert wirken, tut dem Spaß aber keinen abbruch. Fröbe als Goldfinger spielt seinen Part sehr, sehr stark und ist nicht umsonst einer der beliebtesten Bösewichte der Reihe. Auch sein Handlanger Oddjob weiß zu überzeugen, sowie Honor Blackman als Bond-Girl Pussy Galore. Connery zeigt wie bei seinen Auftritten zuvor wieder eine großartige Leistung und spielt den Agenten 007 perfekt.

Die Drehorte in den USA & der Schweiz sind stark. So wurde der Furkapass in den Alpen atemberaubend eingefangen. Die Kameraarbeit hat hier großes geleistet und liefert mit fantastischen Aufnahmen wahre Augenöffner. Locationtechnisch das Prunkstück dieses Films. Auch die USA-Drehorte passen super in den Film und wurden schön eingefangen, ohne jedoch die selbe Wirkung wie die Schweiz zu haben. Dafür funktionieren sie auf anderen Ebenen hervorragend.

Durch das hohe Tempo des Films, wird über einige Schwächen in der Erzählweise hinweg getätuscht, was aber gar nicht negativ auffällt. In erster Linie zählt die Unterhaltung und die war meines Erachtens nach perfekt. Der Film macht von Anfang bis Ende viel Spaß und liefert hier erstmals viele Dinge, die das Franchise zu dem gemacht haben, was sie sind. (Aston Martin, Gadgets, der 1. klassische nach der PTS auftauchende Bondsong) Shirley Bassey hat die besondere Ehre, das ihr Song Goldfinger der erste Song ist, der unmittelbar nach der Pre Title Sequence gespielt wird. Ein starker, wuchtiger Song, dessen Instrumental sich auch den ganzen Film durchzieht. Das war wunderbare Arbeit, die Barry dort vollbrachte. Nicht nur Bondtypische Klänge sondern auch den Bassey-Song in den Soundtrack zu integrieren funktionierte hier hervorragend.

Goldfinger hat für viele Bondfilme sicherlich gut vorgelegt was Gadgets und klassische Stilmittel angeht. Vieles wurde in Nachfolgefilmen immer wieder aufgegriffen, weshalb ich sagen würde das dieser Film der Reihe schon eine Menge mitgegeben hat und deshalb auch irgendwie heraussticht. Würde man mich fragen welcher Bond am kultigsten ist, wäre Goldfinger meine Antwort. Ein mit tollen Drehorten und guten Darsteller gespickter Agenten-Actionfilm. Ein grandioser Soundtrack und ein spaßiges Gesamtbild. Der Unterhaltungswert ist enorm hoch. Er übertrifft für mich den Vorgänger, erreicht aber nicht so ganz den Erstling, der doch irgendwie was besonderes ist. Ob gleich er inhaltliche Schwächen hat, so ist die Inszenierung doch tadellos. Die großartigen Leistungen von Connery & Fröbe sind unterhaltsam und für Filmfans sicherlich ein besonderes Schmankerl. Guy Hamilton gibt dem Film durch seine Regie was besonderes, verleiht frischen Wind, nachdem Young die ersten beiden Filme inszenierung durfte.

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28. Juli 2015 20:37

James Bond 007 - Feuerball (Thunderball)

Der mittlerweile vierte Film der Bondreihe kam 1965 in die Kinos. Mit 'Thunderball' (dt. Fassung: Feuerball) kam nicht nur einer der aufwändigsten Bondfilme in die Kinos, er war auch bis zur Veröffentlichung von Skyfall im Jahre 2012 der erfolgreichste aller Bonds. (Inflationsbereinigt)

Zwei Atombomben werden gestohlen und verschwinden wie das mit ihnen Besetzte Flugzeug und deren Piloten spurlos. James Bond wird darauf angesetzt die Bomben zu finden und sicherzustellen. Wieder einmal trifft er auf die Organisation GOFTER/Phantom/Spectre.

Thunderball ist sicherlich einer der visuell aufregensten Bondfilme. Mit den Bahamas & Frankreich hat man tolle Drehorte gefunden, die sehr schön in den Film eingebunden sind. Vor allem die Strände der Bahamas und das blaue Meer machen einen sehr exotischen Eindruck und vermitteln Urlaubsfeeling. Schöne Frauen, blaues Wasser, kühle Getränke - ein Traum. Auch der Aston Martin ist ein optischer Genuss der Fans und Autoliebhaber sicherlich das Herz höher schlagen lässt, gleiches gilt natürlich auch und noch mehr für Bondgirl Claudine Auger, welche die Rolle der Domino im Film spielt. Atemberaubend schöne Frau die nicht nur Bond in ihren Bann zieht sondern sicherlich auch jeden männlichen Zuschauer. Auch Luciana Paluzzi trägt nur mehr zur visuellen Schönheit des Films bei.

Connery als Bond ist hier fast am besten aufgelegt. Er wirkt spritzig, die Sprüche sitzen alle perfekt und seine Präsenz ist unverkennbar die Stärke des Films. Adolfo Celi als Bösewicht Largo, macht seine Sache ebenfalls gut, ohne aber an einen Goldfinger oder Dr. No heranzukommen. Darstellerisch lässt der Film sich nichts vorwerfen und auch visuell nicht, aber inhaltlich gibt es einige Ungereimtheiten die manchmal sehr störend wirken. Viele Logikfehler und inhaltliche Sprünge machen das Ganze unübersichtlich, mindern durch das hohe Tempo aber nicht den Spaß am Film. Es gibt fast keine negativ auffallenden Längen bis zum Finale. Der Film bleibt unterhaltsam, spaßig und sehr cool. Ein weiteres optisches Highlight ist übrigens der Karnevalsumzug.

Das Finale unter Wasser ist dann aber doch zu langatmig und da fallen Fehler erstmals an zu stören. Zu Beginn der 'Schlacht' sind pro Seite ca. 10 Leute zu sehen, die anfangen sich zu bekämpfen. Im Laufe des Kampfes kommen dann gefühlt noch einmal 20 Leute pro Seite hinzu, ohne große Erklärung. Sie sind schlicht und ergreifend einfach da, was ich ein bisschen störend fand. So aufwendig das Ganze auch sein mag, so langweilig ist es auch. Es bremst den Film etwas aus, wie ich finde und verkommt zum worst Part of the Movie. Zudem stört es auch das erst gegen Ende der Auseinandersetzung Leute anfangen durch Harpunenschüsse oder Messerverletzungen zu bluten. Dafür ist der finale Kampf auf dem Boot noch einmal sehr flott, temporeich und spannend insziniert und macht das vorherige wieder wett.

Feuerball ist nicht der beste Bondfilm, aufgrund einiger Schwächen und Fehler aber definitiv ein sehr guter. Der Bondsong von Tom Jones gehört mit zu den Besten der Reihe und auch visuell ist es einer der schönsten Beiträge. Die zwei fantastischen Bondgirls und der solide Bösewicht wissen zu überzeugen, sowie Connery der hier eine seiner besten Bondleistungen abliefert. Die Action ist stets gut inszeniert und steht seinen Vorgängern in nichts nach, mit Außnahme der Unterwasserkämpfe. Die 2-3 kurzen Auseinadersetungen im Film waren ja nett aber das auf gefühlte 15 Minuten auszubreiten war unnötig und schadete dem Film nur. Lobenswert war übrigens auch der tolle Soundtrack, der den Jones Song perfekt integrierte.

"... was ich heute getan hab, hab ich für König und Vaterland getan. Sie glauben doch nicht etwa, es hat mir Spaß gemacht?"

Mir schon.

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3. August 2015 23:17

James Bond 007 - Man lebt nur zweimal (You only live twice)

Erstmals gab es zwischen zwei Bondfilmen eine Pause von zwei Jahren, statt wie bisher nur ein Jahr. Mit Lewis Gilbert sorgte man für frischen Wind auf dem Regieposten, Connery holte man zurück, jedoch sollte es laut eigener Aussage sein letzter Bondfilm sein. Neben den unverzichtbaren Pinewood Studios in London drehten man Norwegen und auf den Bahamas, vor allem aber in Location in Japan, wo der Film die meiste Zeit auch spielt.

'Welcome to Japan, Mr. Bond'

Raumschiffe der USA und der Sowjetunion werden auf mysteriöse Art und Weise von einem unbekannten Raumfahrzeug entführt, bei dem man nicht weiß zu wem es gehört. Die USA beschuldigt die Sowjetunion und umgekehrt. Es könnte zum Krieg kommen, sofern nicht schnell die Wahrheit aufgeklärt wird. Der britische Geheimdienst vermutet das die unbekannte Raumfähre in Japan gelandet ist und schickt daraufhin ihren für tot erklärten Agenten James Bond um der Sache auf den Grund zu gehen und den Krieg zu verhindern. Doch ihm bleibt nicht viel Zeit.

You only live twice ist definitiv der bis dahin aufwändigste Bond und zudem auch am meisten von der Realität entfernt, was sowohl Gadgets als auch viele andere Elemente im Film angeht. Das meiste davon funktioniert aber einwandrei, ohne das es störend wirkt oder gar lächerlich. Die Actionszenen sind wieder einmal gut inszeniert und die Verfolgungsjagten, die ja schließlich fest zu Bond gehören überzeugen ebenfalls. Little Nelly, Zigaretten die Explosivgeschosse abfeuern können und ein Safeknacker gehören zu einigen Highlights des Films, was die Erfindungen von Q angeht. Hier wird nicht an Fantasie gesparrt sondern voll aufs Ganze gegangen. Im Film funktionieren die Erfindungen jedenfalls perfekt.

Was nicht perfekt funktioniert sind 1, 2 Szenarien in Japan. Bonds ganze Tarnung wird etwas zu breit getreten, da sie ja im Film selber später kaum thematisiert wird. Es ist weder interessant noch nötig so viele Details zu zeigen. Eine Hochzeit ist zu langatmig und präsent im Film, ganz zu schweigen von der unnötigen und absolut lächerlichen 'Gesichtsveränderung'. Wer sich das ausgedacht hat, muss wohl zu viel von Q's Zigaretten geraucht haben. Darstellerisch ist Connery wieder mal klasse, wenn er bis dahin auch seinen 'schwächsten' Bondauftritt abliefert. Er wirkt öfter mal etwas monoton, nicht direkt gelangweilt aber nicht so präsent und Auftrittsstark wie noch zuvor bei Feuerball. Donald Pleasence ist etwas verschenkt, meiner Meinung nach, da er in seinen wenigen Szenen nicht viele Möglichkeiten bekommt und voll zu glänzen. Er mag den größenwahnsinnigen Blofeld gut darstellen und hat durchaus seine Momente, ohne jedoch wirklich Eindruck zu machen. Ich mag dabei vielleicht alleine mit dieser Meinung dastehen, finde aber das man aus Pleasence und der Figur mehr hätte machen können, ohne dieser gleich sein ganzes mysteriöses Dasein zu nehmen.

Der Film bietet mit seinen Locations in Japan ordentlich Abwechslung, da er immer wieder zwischen Stadt- und Landschaftsaufnahmen wechselt. So gibt es visuelle Unterschiede, bei denen vor allem die schöne Natur Japans überzeugen kann. Der ganze Touch des Landes, den der Film hat, wirkt sich sehr positiv aus. Die Idee die Basis des Bösewichts in einen Vulkan platzieren funktioniert im Film sehr gut, anders als die dortige Massenschlacht. Zwar wirkt diese nicht so belanglos und langatmig wie bei Feuerball, macht aber trotzdem kaum Spaß und bremst das Geschehen eher aus, als den Film zu bereichern. Oft wirkt es meines Erachtens nach etwas lächerlich, schlecht gespielt und abgestimmt. Ninjas in allen Ehren aber so stelle ich mir das dann doch wirklich nicht vor.

Man lebt nur zweimal ist definitiv kein schlechter Film, dafür hat er zu schöne Locations, nette Darsteller und meistens auch ziemlich gute Actionszenen und gut dosierten Humor, doch verliert er am Ende deutlich Schwung, verrent sich oft unnötig lang in Belanglosigkeiten (Bonds Tarnung als Bsp) statt einfach mal das hohe Tempo beizubehalten. Er bremst sich selber oft unnötig aus, was sehr schade ist. Spaß macht er dennoch, auch wenn es definitiv nicht an die bisherigen vier Bondfilme heranreicht.

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22. August 2015 14:57

James Bond 007 - Im Geheimdienst ihrer Majestät (On her Majesty's Secret Service)

Nach dem Ausstieg von Sean Connery standen die Produzenten vor der Mammutaufgabe einen geeigneten Nachfolger für diesen zu finden. Nach 5 erfolgreichen Auftritten erteilte man George Lazenby die Lizenz zum Töten für 'Im Geheimdienst ihrer Majestät'. Unterstützt wird der damals sehr unerfahrene Lazenby, der bis dahin nur TV-Werbespots drehte durch die beliebte und erfahrene Diana Rigg, bekannt als Emma Peel aus der Serie The Avengers (Deutsch: Mit Schirm, Charme und Melone). Unterstützt werden die beiden vom späteren Kojak Star Telly Savalas und den üblichen Verdächtigen Bernard Lee, Lois Maxwell & Desmon Llewelyn, die ihre Rollen als M, Moneypenny und Q wieder aufnehmen.

James Bond rettet einer jungen, hübschen Frau mehrmals das Leben. Wieder und wieder begegnet er ihr und wird kurz darauf entführt. Ihr Vater, ein mächtiger Krimineller will das James sich um sie kümmert, da er besorgt ist, ihr könne etwas zustoßen. Als Bond Informationen bezüglich Blofeld angeboten werden, kann er nicht nein sagen und nimmt sich Tracys an. Schon bald stellt sie die Welt des Agenten auf den Kopf, während dieser in den Schweizer Alpen auf den Spuren von Blofeld ist..

Nachdem Sean Connery als Agent mit der Lizenz zum töten absolut überzeugte und das Gesicht dieser Marke war, konnte es sein Nachfolger nur schwer haben, ganz gleich aus welchem Holz er geschnitzt war. Mit dem unerfahrenen Lazenby ging man zudem noch ein größeres Risiko ein, welches sich aber bezahlt machte. Lazenby merkt man zwar an, das er nicht das schauspielerische Schwergewicht ist, welches Connery in den ersten fünf Filmen war, dennoch macht er seine Sache sehr ordentlich und weiß zu überzeugen. Vor allem in der letzten Einstellung des Films, welches ich vielleicht sogar für seine stärkste Szene halte. Diana Rigg als Tracy weiß von anfang an zu überzeugen und zu gefallen. Verführerisch, attraktiv, schlagfertig. Eine sehr interessante und vielleicht die bis dahin komplexeste weibliche Figur der Reihe. Savalas als Blofeld ist großartig und bietet die beste Performance des Bösewichts. Er verkörpert die Überlegenheit, den ruhigen Größenwahn und alles was die Figur braucht perfekt.

Die Drehorte in der Schweiz sind hier der absolute Trumpf des Films. Selten wurde das Land schöner eingefangen. Die Aussicht vom Piz Gloria, welches im Film als Basis Blofelds eingesetzt wurde ist ein wahrer Augenöffner. Die Locations in der Schweiz wurden perfekt eingesetzt und sind durch Dreh's in Mürren oder auch Bern sehr vielseitig. Die dort spielende Ski-Action ist ebenfalls eines der vielen Highlights im Film. Auch die Drehorte in Portugal wissen zu gefallen. Die Pre-Title-Sequenz am Strand Praia do Guincho ist sehr stark choreographiert und toll eingefangen, ebenso wie die Casino-Sequenz in Estoril.

Die Action im Film kann sich definitiv mit den Besten der Reihe messen lassen, da die Ski-Szenen auch durch den tollen Locationeinsatz großartig sind. Hier hat man tolle Kameraarbeit geleistet. Auch die Kämpfe und Auseinandersetzungen sind stark choreografiert und sehr rau und brutal. Das Finale in den Bergen weiß auch sehr zu gefallen und wirkt nicht so überladen wie die beiden 'Massenschlachten' bei Feuerball und Man lebt nur zweimal. Die starke Einbindung des Titelsongs in den Score ist perfekt gelungen und untermalt die Action- und Verfolgungsszenen jederzeit perfekt. Hier hat man absolut großartige Arbeit geleistet, auch wenn man dieses mal keinen gesungenen Titelsong hat.

Im Geheimdienst ihrer Majestät ist nicht nur einer der besten Bondfilme, sondern auch einer der emotionalsten. Die Montage zu Armstrongs We have all time in the World ist nicht nur wunderschön, sondern auch sehr ergreifend. Passend dazu die letzte Einstellung des Films die sehr tragisch und berührend ist. Unpassend leider, das man den Film mit dem Bond-Thema beenden musste. Armstrongs Song oder ein Instrumental davon wäre irgendwie stimmiger, passender gewesen. Schade drum. Der Film überzeugt aber ansonsten vollständig durch großartige Action, bietet einen tollen und vielseitigen Soundtrack und der Einsatz der Drehorte ist erstklassig. Lazenby überzeugt als 007, sowie Diana Rigg als Tracy und Savalas als Blofeld. Ein rundum gelungener Film mit kleinen Schönheitsfehlern, die aber nicht weiter tragisch sind.

9,5/10

Die dt. Fassung ist weiterhin grausig. Wie konnte man gerade für Lazenby & Savalas nur so total anders klingende Synchronsprecher verpflichten? Da gäbe es doch bestimmt bessere Alternativen als die beiden. Schade das man es dort etwas verbockt hat, denn das irritiert beim Gucken schon desöfteren.
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23. August 2015 14:19

James Bond 007 - Diamantenfieber (Diamonds Are Forever)

Um Connery für Diamantenfieber zur Rückkehr zu bewegen, bot man ihm eine Rekordgage in Höhe von 1,25 Millionen Dollar an, neben einer 12,5 % Beteilung am Einspiel und noch dazu würde man ihm 2 Filme seiner Wahl finanzieren, bei denen er als Schauspieler oder Regisseur fungieren könne. Nach weiteren Verhandlungen konnte man ihn also erneut Verpflichten und löste somit George Lazenby ab, welcher angeblich nicht mehr wollte oder aber von Broccoli & Saltzman 'fallen' gelassen wurde.

Nach dem Mord an seiner Frau ist Bond auf Rache aus und kennt keine Grenzen bei seiner Suche nach Ernst Stavro Blofeld. Er wird auf einen Diamantenschmuggel-Ring angesetzt, dessen Spur er bis nach Las Vegas verfolgt. Dort könnte er womöglich nur den Fall lösen, sondern seinen Erzfeind ein für alle Mal beseitigen.

Sean Connery kehrt also zurück und spielt ein letztes Mal den Agenten 007 mit der Lizenz zum töten und macht dabei eine recht gute Figur, auch wenn er körperlich nicht ganz so gut in Form war wie noch zu Feuerball oder Man lebt nur zweimal-Zeiten. Ungeachtet dessen hat er wieder eine enorme Präsenz als Bond und wirkt immer wie der Herr der Lage, nie um einen Spruch zu schade. Selbst in seinem schwächsten Film, weiß er noch vollends zu überzeugen. Gray als Blofeld macht ebenfalls einen guten Eindruck, ohne aber an die Verkörperung von Savalas aus dem Vorgängerfilm heranzureichen. Leider gibt es auch eine Szene in der die Figur absolut lächerlich und peinlich dargestellt wird, was mir überhaupt nicht gefiel. So finde ich, hat man nicht mit Bonds Nemesis umzugehen. Jill St. John und Lana Wood funktionieren als Bondgirls und machen einen schönen Eindruck, was die Optik angeht. Erstere hat im Film aber deutlich mehr Präsenz, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck, was die Rolle angeht. Vorgänger-Girls wie Diana Rigg, Claudine Auger oder Honor Blackman waren deutlich interessanter, was die Charaktere und deren Darstellung angeht.

Der Film selber besticht nicht wie der Vorgänger durch wunderschöne Locations, hat aber mit Las Vegas eine interessante Kulisse zu bieten. Die Verfolgungsjagten durch die Straßen sind sehr gut gefilmt und gedreht, wissen zu unterhalten. Die Sets sind wie immer überzeugend wobei es doch schade ist, das der Film keinen exotischen Touch hat oder etwas augenöffnendes bietet wie die Schweiz im Vorgänger. Dennoch hat man hier aus den Locations das beste rausgeholt, sie wirken auch im Rahmen der Handlung absolut passend. Die Handlung selbst ist etwas unspektakulär erzählt und dümpelt teilweise etwas vor sich hin. Es fehlt ein wenig die Spannung oder gar Klasse der Vorgängerfilme. Die Gadgets sind ganz nett, der Soundtrack + Titelsong ganz gut aber alles hat gefühlt nicht das Niveau der bisherigen Bondfilme. Oftmals wirkt der Film unfreiwillig komisch, was vor allem auch am Killerduo Mr. Wint & Mr. Kidd liegt. Das schwule Killerpärchen ist zwar recht amüsant aber irgendwie vollkommen deplatziert und raubt dem Film etwas die Ernsthaftigkeit. Ich weiß nicht wieso, stimmig und passend wirkte dies alles jedenfalls nicht. Umso besser war dafür das Finale inklusive der coolen Sprüche.

Diamantenfieber hat einige nette Einfälle aber oft wirkt es so, als hätte man sämtliche Elemente und Szenen schon einmal in besser und hochwertiger gesehen. Der Film plätschert oft etwas uninspiriert vor sich hin, wirkt zu oft unfreiwillig komisch und kann oft nur durch Connery's Präsenz richtig punkten. Ein gewisses Unterhaltungspotenzial ist da, es gibt eine Handvoll guter Auseinandersetzungen (Stichwort: Fahrstuhl) aber nichts das einen vollends umhaut, wie ich finde. Connery's letzter Auftritt bleibt dank ein paar guten Actionszenen, witzigen Sprüchen und der tollen Vegas-Kulisse etwas über dem Durchschnitt, muss aber Punkte liegen lassen, weil sowohl Story als auch Bösewichte nicht immer zünden und begeistern.

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4. September 2015 18:12

James Bond 007 - Leben und sterben lassen (Live And Let Die), 1973

Nachdem die Connery-Ära mit 'Diamantenfieber' im Jahre 1971 ihr endgültiges Ende fand, musste man sich um einen Nachfolger bemühen. In Roger Moore fand man ihn schließlich, welcher auch zuvor schon als Connery-Nachfolger für 'Im Geheimdienst ihrer Majestät' zur Debatte stand. Moore legte die Rolle weniger hart und rau wie Connery, sondern eher british bzw. Gentleman-Like an, was der Rolle etwas ganz eigenes gab. Guy Hamiltons dritter Bondfilm ist nicht nur sein bester, sondern auch ein besonderer Bond, wegen der vielen Voodoo-Elemente auf die ich aber später noch eingehen werde.

Drei britische Agenten kommen ums Leben und das auf merkwürdige Art und Weise. M, wieder einmal Bernard Lee, beauftragt James Bond mit der Aufgabe den Toden auf den Grund zu gehen. Die Spur führt ihn nach New York, wo er dem Verbrecherboss Mr. Big begegnet, der eine Verbindung zum karibischen Diplomaten Kananga zu haben scheint. Plötzlich befindet sich Bond in einer Welt aus Voodoo-Zauberei, Wahrsagung und Kartentricks..

Der besticht diesmal nicht durch exotische Locations oder so, sondern viel mehr durch den starken Einsatz von 'Übernatürlichem'. Die ganze Voodoo-Thematik im Film ist sehr spannend und gut umgesetzt, weißt vor allem durch großartige Sets und Masken zu begeistern. Die Atmosphäre die der Film in den jeweiligen Szenen aufbaut ist großartig und packend. Mit Baron Samedi ist es den Machern gelungen eine kultige Figur auf die Leinwand zu bringen, die all das widerspiegelt. Jane Seymour als Bond-Medium Solitaire macht eine mehr als nur gute Figur und dies nicht nur beim Kartenlesen. Sie spielt eine wichtige Rolle im Film, vor allem für den Bösewicht und gehört für mich zu den Highlights des Films. Eine tolle Frau, ein tolles Bondgirl. Kananga, Mr.Big und Handlanger wissen ebenfalls zu überzeugen. Vor allem TeeHee mit seinem mechanischen Arm ist großartig und ein unangenehmer Zeitgenosse, ein ähnliches Kaliber werden wir in Zukunft noch einmal sehen, aber dazu mehr wenn es soweit ist. Schön sind die 'Gastauftritte' von Bernard Lee und Lois Maxwell als M und Moneypenny, mehr Eindruck macht hingegen David Hedison als Felix Leiter, der für mich die zweitbeste Leiterbesetzung der Reihe ist.

So, jetzt aber mal zum eigentlichen Star des Films. Roger Moore verkörpert den britischen Agenten anders als Connery und wirkt auch in allem anders, ist weniger athletisch, bringt doch eine gute Portion Stil mit und hat einen besonderen Humor der gut zur Figur passt. Zwar zündet nicht jeder One-Liner im Film, dennoch weiß Moore in der Rolle zu überzeugen und liefert ein mehr als gelungenes Debut ab. Sowohl in den ruhigeren Szenen als auch in den actionlastigeren macht er eine gute Figur, genau wie man ihm auch den Frauenhelden abnimmt.

Die Locations sind stets interessant und auch recht abwechslungsreich. Es wurde sehr viel in den USA gedreht und vor allem die Szenen in Harlem sind sehr gelungen. Zudem weiß die Verfolgungsjagd mit Booten durch die Sümpfe von Louisiana zu überzeugen, auch wenn diese vielleicht 2-3 Minuten kürzer hätte ausfallen können. Durch tolle Kameraarbeit und ein gutes Tempo wird der Film nie langweilig und weiß trotz seiner 'wenigen' Ortswechsel komplett zu unterhalten. Manch einer würde wenige Locations ja als monoton bezeichnen, hier aber wurde das Ganze perfekt gelöst und ist in sich auch schlüßig und gut. Gleiches gilt natürlich auch für die Handlung, welche sich stetig weiterentwickelt und gut erzählt wird und gelegentlich immer wieder mit Actionhighlights oder witzigen Momenten gespickt ist. Erwähnenswert ist hier die Flucht 'über' Krokodile.

Leben und sterben lassen ist ein besonderer Bondfilm der vor allem durch seine tollen Sets und dem Voodoo-Thema besticht aber auch durch seinen Hauptdarsteller. Der Bösewicht ist überdurchschnittlich gut, kommt aber nie an einen Dr. No, Blofeld oder Goldfinger ran, was aber hier auch gar nicht nötig ist. Die Henchmen sind großartig und gehören mit zu den besten der Reihe, gleiches gilt auch für die wundervolle Jane Seymour als Bondgirl Solitaire. Der Titelsong von Paul McCartney ist ein Meisterstück und zurecht eines der beliebtesten Stücke der ganzen Reihe. Moores Debut ist ein gelungener Start in die 70er Jahre für Bond, dieses blieb dem Vorgänger nämlich leider verwehrt. Auf ins nächste Abenteuer den...

James Bond will return..

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James Bond 007 - Der Mann mit dem goldenen Colt (The Man with the golden Gun), 1974

Mit der Verfilmung des gleichnamigen Fleming Romans kehrte Roger Moore in der Rolle des James Bond zurück. Erneut dabei Lois Maxwell als Moneypenny, Desmon Llewelyn als Q und Bernard Lee als M. Unterstüzt werden sie im Film von Horror- und Dracula-Legende Christopher Lee, welcher hier den Antagonisten Francisco Scaramanga spielt.

Mitten in einem Auftrag, wird James Bond nach England beordert, wo er mit einer goldenen Pistolenkugel konfrontiert wird, welche mit der Gravour '007' versehen ist. Dies wird als Drohung von Auftragskiller Scaramanga gesehen, da goldene Kugeln sein Markenzeichen sind. Der MI6 glaubt, das Scaramanga vor hat Bond auszuschalten doch dieser macht sich nun auf die Suche nach ihm, um sein Vorhaben zu sabotieren und selber den tödlichen Schuss abzufeuern..

Der mittlerweile vierte und auch letzte Bond von Guy Hamilton ist ein wahrer Genuss für's Auge. Durch wunderschöne Locations in Portugal oder Thailand und tolle Sets in Pinewood ist dies im Gegensatz zum Vorgänger wieder ein etwas 'klassischerer' Bondfilm mit exotischeren Locations die im Film deutlich präsenter sind. Ein Großteil der Thailand-Szenen wurde in Bangkok gefilmt, die Insel Khao Phing Kan dient zur Kulisse für Scaramangas Zufluchtsort. Selten gab es bei Bond schönere Augenöffner als hier. Die Verfolgungsjagten im Film durch Thailand, ob mit dem Auto oder dem Boot sind stets unterhaltsam und wissen auch durch ihre Drehorte zu gefallen bzw. vor allem durch diese. Der Dreh in Macau (damals noch Portugal, heute Teil von China) ist ebenfalls äußerst gelungen.

Roger Moore bietet wieder eine gelungene Darstellung des Agenten mit der Lizenz zum töten und hat mit Christopher Lee einen Gegner auf Augenhöhe, der zurecht sehr kultig ist. Sein Handlanger Schnick Schnack (im englischen Nick Nack) ist ein spaßiger Zeitgenosse, der im Film immer mal wieder für skurille Momente sorgt, vor allem wenn es um sein 'Erbe' geht. Britt Ekland und Maud Adams als Bondgirls wissen zu überzeugen, wobei vor allem Ekland als blondes 'Dummerchen' Goodnight eine gute Figur macht und im Gedächtnis bleibt. Etliche Spielerein im Film mit ihrem Namen funktionieren, vor allem die Sprüche beim Telefonat mit M gegen Ende des Films, sehr witzig.

Die wenigen Actionszenen im Film sind gut inszeniert und vor allem die bereits genannten Verfolgungsjagten machen sehr viel Spaß. Vor allem die mit dem Auto, da durch die Teilnahme durch Sherrif Pepper ordentlich Schwung und Humor ins Geschehen kommt. Eine großartige und sympathische Figur die schon beim Vorgänger klasse war. Lediglich das alberne Geräusch bei einem Stunts während der Verfolgungsjagt passt für mich gar nicht wirklich rein. Da hätte das Bondthema deutlich besser funktioniert. Zweikämpfe und Shootouts wissen ebenfalls zu überzeugen, vor allem der Kniff am Ende mit Scaramanga, gute Idee, toll umgesetzt. Die Einarbeitung des schönen Titelsongs in den Score ist extrem gut gelungen und wirkt immer passend in den Film integriert. Mal lauter, mal auffälliger aber auch mal ruhiger und recht im Hintergrund.

Doch auch trotz guter Darsteller, wundervoller Locations und tollen Stunts, guter Action ist der Film nicht ohne Schwächen. In seiner Laufzeit wirkt der Film oftmals recht lang, da sich nicht so wirklich Spannung aufbauen will, zumindest nicht kontinuierlich und zu jedem Zeitpunkt. Oft plätschert der Film Höhepunktlos vor sich hin ohne wirklich mitzureißen oder so. Da es auch eher wenige Actionhöhepunkte gibt, wirkt das manchmal umso gezogener. Keine Frage, die Verfolgungsjagten sind toll, die Kämpfe klasse und auch die Locations super und abwechslungsreich aber der Film wirkt oft zu lang, weil er eben keine Spannung aufbaut und die gute Action rar gesät ist. Nichtsdestotrotz ist der Film bei weitem kein Totalausfall. Die Einbindung chinsesischer Kultur und Austattungen ist äußerst gelungen, so sind die Kampfsport-Szenen in den Kampfschulen sehr gelungen und unterhaltsam, ebenso wie die Sets und Bauten, die für den Film genutzt wurden.

Der Mann mit dem goldenen Colt ist kein schlechter Bondfilm, reicht aber nicht an die Spitze heran wo sich Feuerball, im Geheimdienst ihrer Majestät oder leben und sterben lassen befinden. Er wirkt oft zu lang, zu spannungsarm und mühsam, weiß aber durch einen guten Bösewicht, einer tollen Nebenfigur (Pepper) und einem gut aufgelegtem Moore zu gefallen. Auch die wunderschönen Locations und Sets sind eine Klasse für sich, dennoch schafft es Hamilton nicht, die Geschichte mit genügend Tempo und Raffinesse zu erzählen, um den Zuschauer über 2 Std. bei Laune zu halten. Schade drum, da hätte mehr drin sein können. Trotzdem bleibt der Film ein überdurchschnittlich guter Bond der durch tolle Action viel Spaß bereitet und 2 attraktive Bondgirls bietet, sowie eine gute Portion Humor.

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James Bond 007 - Der Spion der mich liebte (The Spy who loved me), 1977

Der dritte Auftritt von Roger Moore und der zehnte Film der Reihe kam drei Jahre nach der Mann mit dem goldenen Colt in die Kinos, im Jahre 1977. Wissenswert ist das der Film zwar einen Fleming-Buchtitel hat, mit dem Inhalt des Buches aber keine Gemeinsamkeit vorweisen kann. Man hat hier lediglich den Titel übernommen. Als Bösewicht wurde der Deutsch-Österreicher Curd Jürgens besetzt und Barbara Bach spielt die russische Agentin Major Anya Amasova alias Triple X. Regisseur Lewis Gilbert war zuvor schon für 'Man lebt nur zweimal' mit Sean Connery verantwortlich und sollte auch hier nicht das letzte mal als Bondregisseur in Erscheinung treten.

Nachdem britische und sowjetische U-Boote spurlos verschwinden, setzen die Geheimdienste beider Länder ihre besten Agenten auf den Fall an. Als die Spur nach Kairo führt treffen beide Partein aufeinander und müssen lernen in die selbe Richtung zu steuern um Stromberg, dessen Plan es ist 2 Großmächte mit Nuklearsprengköpfen anzugreifen, zu stoppen ehe es zur globalen Katastrophe kommt.

Der Spion der mich liebte unterscheidet sich stärker von den beiden Vorgängern und wirkt wieder größer, globaler und hat auch gewisse Parallelen zu den Connery Bonds. Größenwahnsinnige Schurken, Massenschlachten oder der starke Einsatz von Gadgets und Fahrzeugen. Die Umsetzung der Action ist hier zu jedem Zeitpunkt gelungen und auch die 'Massenschlacht' wirkt kreativer gedreht/gefilmt und spannender umgesetzt als es noch bei Feuerball oder man lebt nur zweimal der Fall war. Hier wird das ganze ähnlich spektakulär aufgebaut, wirkt aber keinesfalls so öde oder ermüdend wie bei den anderen beiden Filmen. Roger Moore macht immer eine gute Figur und weiß sowohl den Killer als auch den Liebhaber und Gentlemen perfekt zu spielen. Besonders lobenswert bei den Actionszenen ist hier die wunderschön und gut gedrehte Pre-Title-Sequence die für mich zu den Highlights des Films gehört. Mount Asgard (Sprungszene) oder die Schweiz wurden großartig eingefangen und perfekt im Film eingesetzt. Auch die Drehorte in Italien oder Ägypten können sich absolut sehen lassen, wo gerade Ägypten durch den ersten Auftritt von Kult-Henchmen 'Beißer' profitiert. Durch die tolle Location, den tollen Einsatz von Sets und den Lichteffekten wirkt das ganze extrem atmosphärisch und ist perfekt eingefangen. Auch die anschließende Verfolgung und Auseinandersetzung gehört definitiv zu den Highlights des Films. Genau wie der Beißer selber, gespielt von Richard Kiel. Barbara Bach wirkt als Bondgirl und Agentin Triple X oftmals etwas steif, wobei die Frau ein echter Hingucker ist und auch in ruppigeren Szenen eine gute Figur macht. Dennoch fand ich sie oftmals etwas hölzern war ihr Spiel anging. Auch Curd Jürgens kommt nicht ohne Kritik davon. Sein Bösewicht Stromberg ist definitiv gut gespielt, doch nie in einer Klasse von Dr. No oder dergleichen. Zu keinem Zeitpunkt wirkt er auf mich bedrohlich oder so gefährlich wie er sein sollte. Auch gegen Ende war das mehr so ein 'puff' als ein 'boom'. Schade drum, denn die Rolle gab mehr her. Schlecht ist sie dennoch nicht.

Der Humor im Film ist wieder einmal großartig. Roger's Sprüche sind klasse, die Action gepaart mit diesen ist fantastisch. Auch der Einsatz sämtlicher Gadgets gefiel mir sehr gut, vor allem durfte Old Rog endlich mal seinen eigenen Dienstwagen fahren. Highlight: Die Szene wie er aus dem Wasser gefahre kommt. Großartig! Was mir weniger gut gefiel, neben den schon angesprochenen Dingen, war der Soundtrack der mir zu keiner Zeit positiv auffiel, es sei denn das Bondthema wurde gespielt. Sowohl die Eingliederung des tollen Titelsongs als auch einzelne Stücke die nicht damit verbunden waren haben mir so gut wie gar nicht zugesagt. Sehr schade, das ganze. Da wäre mehr drin gewesen. Leider lässt der Film durch sowas Punkte liegen, ebenso wie durch den Umgang mit Stromberg und die Darstellung der Figur, bei der mir etwas der 'Biss' fehlte. Gleiches gilt auch für die verdammt attraktive aber oft hölzerne Bach.

Der Spion der mich liebte ist ein toller Bondfilm der wundervolle Locations hat, die perfekt im Film genutzt wurden, ebenso wie einen kultigen und starken Henchmen sowie einen gut agierenden Roger Moore in der Titelrolle der vor allem durch seinen Charme und Humor zu gefallen weiß. Barbara Bach & Curd Jürgens überzeugen in ihren Rollen nicht zu einhundert Prozent, sind aber weit von einem Totalausfall entfernt, ganz anders aber der Soundtrack, der für mich nur knapp daran vorbeischrappt, dennoch bislang einer der schwächsten der Serie ist. Pluspunkte sammelt der Film übrigens auch durch die absolut perfekte Schlusszene, die nur ein Roger Moore-Bond bringen kann. Gleiches gilt übrigens auch für die herrliche Auto-Szene, in denen Triple X total panisch ist, weil das Fahrzeug Stück für Stück auseinander genommen wird, während Bond die ganze Zeit über total entspannt und relaxed wirkt. Ganz großes Kino und eines der Highlights im Film. Absolut großartig gespielt von Moore.

"007, was machen sie denn da?" - "Ich versuche, die Zusammenarbeit zu vertiefen."

Geglückt. Man hat einen abenteuerlichen, spaßigen Film der sich nicht ernst nimmt und gut unterhält, was vor allem am Henchmen, den Locations und Roger Moore liegt. James Bond will return!

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James Bond 007 - Moonraker, 1979

Sky is not the limit! Mit der dritten und letzten Regie-Arbeit im Franchise beförderte Lewis Gilbert Roger Moore in seinem mittlerweile vierten Bond-Abenteuer nicht nur über die halbe Welt, sondern auch darüber hinaus in den Weltraum. Wieder mit dabei Lois Maxwell als Moneypenny, Desmon Llewelyn als Q und zum letzten mal Bernard Lee als M, da er kurz nach der Filmpremiere erkrankte und noch vor dem Dreh des nächsten Filmes 1981 verstarb. Möge er in Frieden ruhen. Als Bondgirls sind Lois Chiles, Emily Bolton und Corinne Cléry zu sehen, während der Bösewicht Hugo Drax von Michael Lonsdale gespielt wird. Zurück kehrt auch Richard Kiel als unbezwingbarer Beißer.

Als ein neuartiges Space-Shuttle gestohlen wird, beauftragt die britische Regierung James Bond mit der Spurensuche. Beginnen soll er mit der Suche in der Produktionsstätte von Drax Industries in Kalifornien, wo er erste Hinweise finden soll. Als er herausfindet das Drax plant durch das Auslöschen von Millionen Menschenleben eine neue Weltordnung plant, muss Bond schnell handeln..

Durch die Erfolge von 'Star Wars' und 'Unheimliche Begegnung der dritten Art' im Jahre 1977, entschlossen sich die Produzenten entegegen der Ankündigung erst Moonraker zu verfilmen, ehe 'For your eyes only' kommen sollte. Aufgrund der Erfolge wollte man versuchen mit Bond im Weltraum ebenfalls zu punkten und in vielerlei Hinsicht hat man fantastisches geleistet. Die großartigen Sets sind jederzeit einmalig und toll anzusehen. Ken Adam hat hier wie zuvor schon immer fantastische Arbeit geleistet und seinen Beitrag zum optischen Genuss des Filmes beigetragen. Auch die Tricktechnik ist Atemberaubend und kann sich auch heute noch sehen lassen. Der Film weiß optisch zu jeder Zeit zu überzeugen und hat sowohl tolle Aufnahmen auf der Erde, als auch im Weltraum. Gerade letzteres wirkt zu jedem Zeitpunkt stimmig, passend und großartig umgesetzt. Auch durch die wundervollen und stark in Szene gesetzten Locations punktet der Film. Die tollen Szenen in Venedig, inklusive der Verfolgungsjagd sind ein Highlight des Films ebenso wie die tollen Kulissen von Frankreich oder der Karneval in Rio de Janeiro, Brasilien. Ein optisch sehr vielseitiger und wunderschöner Bondstreifen der einige echte Highlights der Reihe zu bieten hat.

Die Pretitlesequence ist ebenfalls ein Highlight des Films, wie ich finde. Tolle Kameraufnahmen und gute Stuntmen bei dem Sturz aus dem Flugzeug sorgen für Spannung und ein tolles Feeling, als wäre man mitten im Geschehen. Auch die Jagdszene mit Bond und Drax gehört zu den großartigsten Szenen des Films, natürlich mit der recht 'unangenehmen' Jagd der Hunde im Anschluss. Der Film strotzt nur so vor tollen Szenen und Kulissen, hat zudem auch eine gute Dosis Humor zu bieten. Wenn auch nicht so stark präsent wie noch im Vorgänger, so sitzt doch jeder trockene Spruch von Moore im Film. So könnte aber auch kein anderer Bond spielen denn diese Art von Humor ist einfach Moore. Ein Highlight der ganzen Reihe ist für mich das Szenario mit den Gondeln. Das war mir schon immer im Gedächtnis geblieben und auch dieses mal habe ich mich sehr drauf gefreut. Die Umsetzung, Kamerarbeit und der Soundtrack sind fantastisch, das ganze vor atemberaubenden Kulissen gefilmt und ein echter Knaller im Film. Nicht so gelungen wie das meiste im Film ist das etwas überladene Finale inklusive der Massenschlacht, die in keinem Bondfilm bisher so richtig überzeugen will. Hier wirkt das ganze manchmal etwas albern, vor allem was die Laserkanonen und ihre Geräusche angeht. Auch die Darstellung des Beißers ist dort etwas seltsam und hatte sich ja schon nach der Gondel-Szene angedeutet, erreicht hier aber ihren Höhepunkt. Komischerweise hat mich das weniger gestört. Mir gefiel das irgendwie. Die Schießerein mit den Laserkanonen hingegen weniger. Optisch war das ganze Weltraumsetting dennoch stark umgesetzt und wirkt wie bereits erwähnt auch heute nicht veraltet oder gar billig. Immer noch toll anzusehen.

Der Titelsong von Shirley Bassey ist definitiv ihr schwächster Bondbeitrag, wenn auch kein schlechter Song. Er ist irgendwie unaufällig und meines Erachtens nach zu 'ruhig', zu still. Der Soundtrack hingegen hat einige tolle Stücke zu bieten und verwendet auch das Bondthema desöfteren, was mir sehr gut gefiel.

Moonraker ist einer der optisch beeindruckendsten und schönsten Bondfilme bis dahin, bietet er durch die etlichen Locations in Frankreich, Italien oder Brasilien eine große Vielfalt und weiß auch durch das Weltraumsetting optisch zu begeistern. (Großartig die Iguazú-Wasserfälle, die Seilbahn auf den Zuckerhut oder Venedig) Der Bösewicht macht einen guten Eindruck, wirkt beherrscht aber doch ziemlich fies, vor allem bei der Hundejagd. Die Bondgirls haben allesamt einen guten Eindruck hinterlassen, vorneweg natürlich Lois Chiles als Dr. Goodhead. Schön war es auch, das Bernard Lee nicht gerade wenig Screentime hatte und noch einige, tolle Szenen mit Moore drehen durfte. Schade, das dies sein letzter Bondfilm war. Definitiv ein großartiger Vorgesetzter für den Agenten mit der Lizenz zum töten. Einmalig und unerreicht.

Lewis Gilbert bringt einen beeindruckenden und visuell begeisternden Bond, der aber große Schwächen im zu dick aufgetragenen Finale aufweist, die den ganzen Film arg herunterziehen. Bis dahin ist der Film aber ein starker Beitrag im Franchise, hat viele tolle Sets & Kulissen, tolle Action und einen guten Soundtrack zu bieten. Roger Moore ist wieder einmal großartig und auch die Bondgirls, die Bösewichtige und Verbündeten machen einen guten Job. Schade, das der Film am Ende schwerelos umher irrt, ehe er in den letzten Szenen noch einmal mit tollen Humor punktet.

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James Bond 007 - In tödlicher Mission (For your eyes only), 1981

Welcome to the 80's, Mr. Bond. Mit John Glens erster Regierarbeit in tödlicher Mission war einmal mehr Roger Moore in der Rolle des britischen Geheimagenten zu sehen, welcher hier seinen routiniertesten Filmauftritt hat und ohne große Spektakel auskommen muss, dennoch aber seinen Charme hat und auch mal ganz gut tut, nachdem der Vorgänger Moonraker in so vielen Dingen spektakulär war. Ein ruhigerer Film, dennoch mit tollen Actionszenen und einem verdammt gut aufgelegten Roger Moore, der hier mitunter seine beste Bondleistung liefert.

James Bond wird damit beauftragt ein verschwundenes ATAC(Automatic Targeting Attack Communicator, einen Steuercomputer für den Start von Atomraketen) zu finden. Dieses war zuletzt an Bord eines britischen Schiffes, welches im Ionischen Meer unterwegs war und dort verschwand. Als ein Archäologe, tätig für den britischen Geheimdienst, auf der Suche nach dem ATAC ermordet wird, wird klar das noch andere von diesem Gerät wissen und Bond muss schnell handeln und dabei mit einer nach Rache durstenden, jungen Frau zurecht kommen..

In tödlicher Mission ist irgendwie der unscheinbarste Bond bis hier her. Er wirkt im Vergleich zu den meisten Vorgängern irgendwie ruhiger, weniger mit Actionhöhepunkten ausgestattet und weniger fokussiert auf gigantische Spektakel. Das ist aber alles nicht schlecht, denn auch hier funktionieren die Kämpfe, Verfolgungsjagten oder Shootouts großartigt und sind klasse inszeniert, wenn auch nicht so herausstechend wie viele in den Vorgängerfilmen. Alan Hume, der bei 'The Spy who loved me' für die 2. Unit verantwortlich war, ist diesmal der Hauptmann für die Kamera und leistet gute Arbeit. Schön wie eh und je sind die Aufnahmen und reihen sicht nahtlos in die der anderen Filme ein. Die wunderschönen Locations in Italien und Griechenland sind fantastisch eingefangen und werden im Film toll eingesetzt. Sowohl die Ski-Szenen in Cortina d’Ampezzo als auch die Felsenkletterszene bei den Klöstern von Meteora sind sehr gelungen. Vor allem letzteres gehört mit zu den schönsten Drehorten die Bond bis dahin hatte. Unglaublich toll, schade aber, das man es im Finale ein wenig verschenkt hat, dazu aber später mehr.

Roger Moore macht als Bond einmal mehr eine starke Figur und liefert hier eine tolle Performance ab, die zwischen all der Komik, dem Humor auch noch toll gespielte Ernsthaftigkeit durchblitzen lässt. Vor allem in der letzten Szene der Gräfin und dem Abschied von Locque wird dies deutlich. Großartig, das er immer wieder die Chance bekommt zu zeigen das er nicht nur der 'Slapstick' Bond ist sondern auch anders kann. Als Bondgirls dabei sind Carole Bouquet, welche die von Rache getriebene Tochter des Archäologen spielt, ermordet durch Bösewicht Julian Glover, der als Kristatos eine ziemlich gute Figur macht. Dazu Lynn-Holly Johnson als blondes Dummerchen Bibi und Cassandra Harris als Contessa Lisl von Schlaf. (Trivia an dieser Stelle, sie war seit 1980 die Ehefrau vom zukünftigen Bond-Darsteller Pierce Brosnan, starb 10 Jahre nach ihrem Bond-Auftritt im Alter von 43 Jahren an Eierstockkrebs) Alle machen ihre Sache gut, dennoch halte ich Bouquet und Johnson für zu jung für die Rolle an Roger Moore's Seite. Harris macht da eindeutig die bessere und passendere Figur im Vergleich zu den beiden Mädels. Eine weitere gute Nebenrolle ist die von Chaim Topol gespielte Figur Milos Columbo, dessen Chemie zu Moore einfach stimmt. Darstellerisch kann man dem Film nichts vorwerfen. Auch die Auftritte von Desmond Llewelyn & Lois Maxwell sind wieder einmal stimmig und passend, die Abwesenheit von Bernard Lee macht sich aber bemerkbar. Möge er in Frieden ruhen.

In tödlicher Mission ist ein guter Film, aber nicht der beste Bond. Der Soundtrack ist ganz nett aber irgendwie Bonduntypisch, irgendwie Höhepunktlos. Der Titelsong schafft es auch nicht so recht den Funken überspringen zu lassen, auch wenn dieser schön in den Score eingearbeitet ist. Die Actionszenen sind sicherlich gut inszeniert, aber nicht die besten der Reihe und gerade beim Finale wäre so viel mehr möglich gewesen, schon anhand der fantastischen Location. Dennoch lässt man da ordentlich Potenzial liegen und lässt das Ganze mehr oder weniger verpuffen. Natürlich hätte es keine Massenschlacht oder riesige Explosionen gebraucht aber das ganze war derart höhepunktlos, das es schon irgendwie schade war. Wobei die Klettereinlage an sich ziemlich gut war. Der ganze Film wirkt einfach sehr routiniert, ohne große Mühen, was vielleicht negativer klingen mag als es am Ende gemeint ist. Die Darsteller sind toll, die Story ist nicht sonderlich stark, tut aber ihr nötigstes aber irgendwie fühlt sich das alles wie eine Light-Version vergangener Bonds an. Die Verfolgungsjagt durch Italien ist spannend und klasse gefilmt, aber irgendwie einfach nicht wuchtig genug, das Finale sogar ganz 'action'-arm. Dafür stimmt der Humor aber wieder, welcher gut verteilt über den ganzen Film funktioniert. Kein absoluter Höhepunkt der Reihe, dennoch ein Film der sich aufgrund seiner schönen Locations und den tollen Darstellern sehen lassen kann.

PS:
Eine Frechheit hatte der Film jedoch, nämlich die Pretitlesequence. Der Beginn mit dem Besuch auf dem Friedhof war noch gut, als dann aber der Flug im Helikopter losging und man Bond umbringen wollte, wurde es lächerlich und schlecht. Vor allem dann als man erfuhr wer dahinter steckt. Ein sehr unwürdiger und peinlicher Auftritt und Abgang eines Kultbösewichts. Das Beste an der Sequenz war neben der schönen Friedhofsszene die toll gefilmten Flugeinlagen des Helikopters. Alles andere war maximal unnötig.

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25. September 2015 16:48

James Bond 007 - Octopussy, 1983

Mit Octopussy, dem mittlerweile 13. Bondabenteuer kehrt John Glen nach dem Vorgänger erneut als Regisseur zurück, zudem konnte man trotz geplanten Ende des Engagements noch einmal Roger Moore für die Titelrolle gewinnen. Desmond Llewelyn & Lois Maxwell kehren als Q und Moneypenny zurück, während die Rolle von Bonds Vorgesetzten M erstmals nicht von Bernard Lee verkörpert wird, sondern von Robert Brown. Als Gegenspieler sind Steven Berkoff und Louis Jourdan dabei, während Maud Adams ihren zweiten Auftritt als Bondgirl hat (der erste in der Mann mit dem goldenen Colt).

James Bond untersucht die Hintergründe einer großen Juwelenschieberei und trifft dabei auf die mysteriöse Octopussy, welche nicht ahnt das sie von einem wahnsinnigen hinters Licht geführt wird. Das eigentliche Ziel sind nicht irgendwelche Juwelen, sondern eine nukleare Katastrophe und James Bond hat alle Hände voll zu tun um diese zu verhindern..

Mit Octopussy enstand einer der farbenfrohsten Bondfilme aller Zeiten, der vor allem durch die Drehorte in Indien punktet und überzeugt. Das Land wurde fantastisch genutzt und bietet Einsichten in die Kultur und überzeugt vor allem durch die tollen 'Kostüme', entworfen von Emma Porteous. Die Drehorte und Sets sowie Indien als Land überzeugend rundum. Einen schönen Kontrast bieten die Szenen die in Deutschland gedreht wurden, ein Großteil davon in Berlin. Ein schöner Gegensatz zum bunten und exotischen Indien. Hier hat man alles richtig gemacht. Auch die jeweiligen Szene wissen fast immer zu überzeugen. Die Verfolgungshatz durch den Jungle ist definitiv ein Highlight des Films und Perfektion was Inszenierung, Humor und Optik angeht. Hier wurde nicht nur tolle Kameraarbeit geleistet, hier gibt es einen tollen Soundtrack, tolle Unterhaltung und Spannung. Großartig. Besonders schön, das sich der Film in Indien nicht ganz so ernst nimmt und dafür einige nette Momente hat, die man definitiv mit einem Augenzwinkern sehen sollte. (Siehe Bondmelodie bei Ankunft, Tarzanschrei oder die Szene als Leiche) Ganz großartiger Humor, sehr witzig wie er auch nur von Moore gespielt werden kann.

Auch die Pretitlesequence die zum Großteil auf einer Luftwaffenbasis stattfindet ist sehr gelungen. Actionreich, witzig und gar nicht so perfekt, was Bonds handeln angeht. Am Ende bügelt er es dennoch aus. Auch großartig war das Finale und Bonds Ankunft dort mit dem Heißluftbalon. Urkomisch und einfach total stilvoll, untermalt mit dem klasse Soundtrack, der das ganze Finale über glänzt eine starke Szene. Allgemein war der Soundtrack im Film ziemlich großartig und hatte einige tolle Stücke, einige schöne ruhige Stellen, verstärkt durch den in den Score eingearbeiteten Titelsong. Letzterer ist nicht sicherlich nicht schlecht, gehört für mich aber zum Mittelfeld der Bondfilme, funktioniert im Film aber großartig. Auch das regelmäßige Auftreten des Bond-Themas fand ich sehr gelungen, wobei man meiner Meinung nach auch die ersten Sekunden hätte streichen können, was gerade die Verfolgungsjagd durch die indische Stadt Udaipur flotter gemacht hätte. Nichtsdestotrotz ist dies nur Jammern auf hohem Niveau.

Roger Moore mag zwar im Gesicht deutlich gealtert sein, überzeugt aber immer noch als Agent mit der Lizenz zu töten und spielt jederzeit glaubhaft. Als Bösewichte wissen Berkoff als wahnsinniger, russischer General und Jourdan als verräterischer Widerling absolut zu überzeugen und gehören definitiv zu den Stärken des Films. Großartig die Szene mit Moore, Jourdan und den Würfeln. Ebenfalls ein guten Eindruck hinterlassen hat Henchman Gobinda, gespielt von Kabir Bedi der eine beeindruckene, fiese Präsenz im Film hat. Die beiden Bondgirls verkörpert durch Maud Adams und Kristina Wayborn sind ebenfalls überzeugend, sehr hübsch anzusehen und spielen ihre Rollen im Film gut. Adams macht hier mehr Eindruck als bei ihrem ersten Bondauftritt, was sicherlich auch daran liegen mag, dass sie hier mehr Chancen bekommt sich zu zeigen. Schön zu sehen ist es das 'Q' im Film einiges zu tun bekommt und ordentlich Screentime hat, sehr schön vor allem seine letzte Szene im Film. Robert Brown hat verdammt große Fußstapfen zu füllen, macht als M aber eine gute Figur und deutet sich selber als würdiger Nachfolger an. Man darf gespannt sein wie er in kommenden Filmen agiert.

Octopussy ist ein Bondfilm der vor allem durch seine Farbenpracht in Indien heraussticht und profitiert. Die toll inszenierte Action wird ständig von einem großartigen Soundtrack untermalt, was den Film imens aufwertet weil alles wie aus einem Guss wirkt. Moore und der Humor sind großartig, zudem muss ich gestehen das mir der Film vor Lachen sogar Tränen in die Augen getrieben hat. Sehr gelungen und toll umgesetzt, trotz seines 'Alters' das man Moore lediglich im Gesicht anmerkt, hat er hier mehr als nur überzeugt, sowohl in toll inszenierten Action/Kampfszenen als auch im Zusammenspiel mit den Bondgirls, die vom Alter her einen glaubwürdigen Gegenpart boten. Moore ist eine Bank und eine der Stärken des Films. Die tolle Kameraarbeit, die schönen Sets, Kulissen und Kostüme sind ebenfalls ein großes Plus. Auch zu loben ist die atemberaubende Stuntarbeit, vor allem beim finalen Kampf auf dem Flugzeug. Die Aufnahmen und alles - einfach wahrlich großartig. Man hat hier weniger einen Action-Thriller, sondern eher einen Agentenactioner mit viel Humor, dessen Thrill-Anteil eher gering ist und trotz Spannungsaufbaus im letzten Viertel eher noch mit Humor versehen wurde. (Clown, Autofahrt zum Stützpunkt u.A) Ein spaßiger, bunter und mit großartiger Action vollgepackter Bond, der einfach nur maximal unterhaltsam ist.

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30. September 2015 17:14

James Bond 007 - Sag niemals nie (Never say never again), 1983

Mit Irvin Kershner's 'Sag niemals nie' kehrte Sean Connery nach zwölf Jahren ein letztes mal als James Bond auf die Kinoleinwände zurück. Der Film war ein Remake des 1965er Bonds 'Feuerball', ebenfalls mit Connery als 007. Da er nicht von Eon Productions produziert wurde, ist er nicht Teil der offiziellen Bond-Reihe. Ein Rechtsstreit ermögliche Kevin McClory die Produktion dieses Films, dessen Erfolg bei ca 36. Millionen Dollar Budget recht groß ausfiel, denn der Film spielte über 160 Mio $ wieder ein. Trotz der Tatsache das viele bekannte Figuren wie M, Q, Moneypenny oder Blofeld (wenn auch nicht namentlich gennant) auftauchen, ist es doch ungewohnt so viele für die Rolle unbekannte Gesichter zu sehen. Nichtsdestrotz ist 'Sag niemals nie' ein guter Bondfilm der vor allem durch Sean Connery & Kershners Inszenierung überzeugt.

Als Bond von seinem Vorgesetzten M zur Erholung in ein Sanatorium geschickt wird, wird er dort zufällig Zeuge einer Auseinandersetzung, was die Organisation SPECTRE auf den Plan ruft. Diese versuchen Bond auszuschalten, ehe er ihnen auf die Spur kommen kann. Da der britische Agent sich nicht so schnell unterkriegen lässt, kommt er schon bald dem Spectre-Mitglied Largo auf die Schliche, welcher 2 Nuklearsprengköpfe in seiner Gewalt hat. Bond soll diese finden und in Sicherheit bringen, ehe die Organisation der Largo angehört diese Sprenköpfe aktiviert.

Trotz des Alters von 53 Jahren macht Sean Connery in seinem 7. Auftritt als Agent mit der Lizenz zu töten einen guten Eindruck, sowohl körperlich auch auch schauspielerisch. Es wirkt beinahe als wäre er nie weg gewesen und spielt seine Rolle mit Spielspaß und einer großen Portion Ironie, vor allem in den ersten 30 Minuten des Films. Namenhafte Darsteller wurden für weitere Rollen verpflichtet. So spielt Max von Sydow die Rolle des Ernst Stavro Blofeld, während Klaus Maria Brandauer Largo und Kim Basinger Domino spielt. Edward Fox spielt M, den Vorgesetzten von Bond der durch seine Leinwandpräsenz einen bleibenden Eindruck hinterlässt, während Pamela Salem als Moneypenny & Alex McCowen als Q eher unauffällig im Film untergehen. Brandauer als Antagonist Largo spielt die Rolle komplett anders und ist eher ein krasses Gegenstück zu seiner Figur aus dem Originalfilm von 1965. Largo damals noch sehr beherrscht, ruhig und besonnen ist er im Remake eher glatt und beinahe wahnsinnig wirkend, unruhig. Meiner Meinung nach wird mit dem Schauspiel etwas übertrieben, so fühlt er sich im Laufe des Films für mich desöfteren wie ein Fremdkörper an. Max von Sydow hat wenig Möglichkeiten im Film, spielt seine Rolle aber unauffällig ohne irgendwelche Kritik zu ermöglichen. Kim Basinger spielt die Rolle von Domino ziemlich überzeugend und gut, auch mit deutlich besserer Chemie zu Connery als ihr Filmpartner Brandauer. Einen weiteren Vergleich zum Original will ich eigentlich nicht wagen aber auch dort überzeugt mich Domino mehr, was aber keine Schmälerung der Leistung von Basinger sein soll. Fox als M ist kein Vergleich zu seinen Vorgängern und irgendwie auch eine Fehlbesetzung. Er hat wieder die Authorität, noch die Klasse oder Ausstrahlung von Bernard Lee, nicht einmal an Brown kommt er heran. Bitter. Einfach unnötig und nicht zufriedenstellend.

Die Locations im Film sind gut gewählt und auch gut im Film eingesetzt worden. Die Bahamas oder Frankreich sind zuvor zwar schon besser genutzt worden, funktionieren hier aber durchaus. Auch Malta, die USA und Spanien funktionieren gut, wenn auch nicht ganz so gut wie in den 'Vorgängerfilmen'. Das Ganze wirkt nicht ganz so exotisch, die Sets nicht so gut wie früher, was vor allem im Finale auffällt, da dies einfach nur künstlich und unecht wirkt, dennoch funktionieren zumindest die Drehorte im Film. Auch die Unterwasserszenen können sich sehen lassen. Die Verfolgung mit den Haien im Schiffswrack war klasse, eben so wie viele weitere Actionszenen. Die Eröffnungsszene ist als Beispiel auch ein echtes Highlight, genauso wie der Kampf im Sanatorium. Der ganze Witz dabei verstärkt diese Szenen nur, da Connery als auch Bond nicht mehr die Jüngsten sind und das im Film gut integriert wurde. Dennoch sind die Actionszenen klasse und Connery spielt immer noch überzeugend und großartig.

Kershner's Regie kann man eigentlich nichts vorwerfen. Klar, der neue Bond ist sicherlich kein Meilenstein wie sein letzter Film 'Empire strikes back' aber dennoch ein gut inszenierter, humorvoller und actionreicher Film der mit einem großartigen Hauptdarsteller aufwartet. Kershner weiß genau wie er Connery einzusetzen hat und macht dies hervorragend, was in vielen Szenen deutlich wird, als Bsp. in der Szene mit dem Kugelschreiber und 'Nr. 12', die einen explosiven Eindruck hinterlassen hat. Connery wertet den Film extrem auf was an seiner körperlichen Präsenz und seiner Ausstrahlung, sowie an seinem Humor liegt. (Ein Hoch auf die Oneliner im Film) Schade ist einfach nur, das Brandauer hier keinen würdigen Gegenpart liefern kann und Connery somit weitesgehend ohne Mühe und ohne Counterpart durch den Film marschieren kann. Damals funktionierte Adolfo Celi deutlich besser als Brandauer, der sowieso eine gänzlich andere Person spielt.

Der Soundtrack des Films blieb weitesgehend Höhepunktlos und gefiel mir nicht sonderlich. Selten fand ich einen Bond-Soundtrack belangloser, den Titelsong mal ganz außen vor. Hier fehlt ein wenig das Bondtypische, auch wenn man wohl 2-3x den Versuch gewagt hat etwas bondiger zu klingen, ohne den offiziellen Filmen dort gerecht zu werden. An und für sich mag der Soundtrack nett sein, im Zusammenspiel mit Bond funktioniert er für mich zu keinem Zeitpunkt und bleibt deshalb auch kaum im Gedächtnis. Ebenfalls ähnlich vergessenswert wären die nervigen Auftritte von Rowan Atkinson als Laufbursche des Secret Service. Keine Ahnung was man sich dabei gedacht hat.

Sag niemals nie hat viele gute Actionszenen und schöne Locations, vor allem aber hat der Film Sean Connery der durch seine Präsenz und durch sein Spiel überzeugt und diesen Film die nötige Klasse verleiht. Die erste halbe Stunde ist witzig, extrem unterhaltsam und schön selbstironisch, schade das dies nicht den ganzen Film über so hochwertig ist. Schlecht ist der Film dennoch nicht, da er starke Unterwasserszenen, tolle Action und ein spannendes Aufeinandertreffen mit Largo im Casino zu bieten hat, welches trotz des dämlichen Spiels sehr spaßig anzusehen ist. Das viele beliebte Figuren nicht optimal besetzt wurden oder man sie vielleicht nicht optimal besetzt fand, liegt sicherlich daran das man durch die 'offizielle' Eon-Reihe einfach andere Gesichter gewohnt ist und die Darsteller dort über Jahre hinweg ein Gesicht für die jeweilige Figur etablieren konnten, was den Darstellern hier logischerweise nicht möglich war. Sie bekommen hier aber auch nicht wirklich die Chance sich groß zu zeigen, bis auf Ausnahme von Fox der kläglich als Vorgesetzter von Bond scheitert. Schade drum. Mit einem besserem Soundtrack und einem passenderen Darsteller für den Antagonisten wäre hier sicherlich mehr drin gewesen. Gut ist der Film trotzdem, was vor allem daran liegt das man das 'langweilige' Finale aus dem Originalfilm durch coole Shootout's ersetzt hat. Wenngleich die Sets und Kulissen dort aufgrund des künstlichen Looks eher total versagten. Danke trotzdem Sean, für ein letztes Abenteuer als 007 in dem du einen deutlich besseren Abgang hattest als mit 'Diamantenfieber'.

7/10
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6. Oktober 2015 16:35

James Bond 007 - Im Angesicht des Todes (A View to a Kill), 1985

Zum 7. und letzten Mal spielt Roger Moore den Agenten mit der Lizenz zu töten, nachdem er zuvor immer wieder betonte keinen Bond mehr drehen zu wollen. Trotz seiner Aussagen hat er jedes Mal wieder die Rolle gespielt, so auch hier. Diesmal jedoch einigten sich alle darauf das dies sein wirklich letzter Auftritt als 007 sein sollte. Zurück kehren mit ihm Lois Maxwell als Moneypenny, Desmond Llewelyn als Q und Robert Brown als M. Der Bösewicht Max Zorin wird von Christopher Walken gespielt, während Tanya Roberts & Grace Jones als Bondgirls besetzt wurden, wobei letztere auch Henchman-Züge hat. John Glen kehrte zum dritten mal als Regisseur zurück, der Film war jedoch sein sechstes Engagement an einem Bondfilm.

Ein gegen Strahlung gänzlich unempfindlicher Mikrochip fällt in die Hände des KGB. James Bond wird auf den Fall angesetzt um Hintergründe aufzudecken und Informationen zu liefern, als er dem Großindustriellen Max Zorin begegnet, dessen Pferdezucht verdächtig erscheint. Als sich mehr und mehr Verbindungen aufbauen und klar wird, was Zorin vor hat, muss Bond handeln!

Ich fange mal etwas anders an und lobe direkt den großartigen Titelsong, welcher einer der besten Songs der Reihe ist. Duran Duran performen einen knalligen Song der nicht nur in der Titelsequenz funktioniert, sondern auch wundervoll in den Score eingearbeitet wurde. Hier fällt mir vor allem der Titel 'Bond meets Stacey' ein, welcher unglaublich schön gespielt ist. Auch sonst weiß der Soundtrack mit starken Stücken zu überzeugen die mal wuchtiger sind, mal ruhiger, aber immer passend zu den jeweiligen Szenen im Film integriert sind. Hier hat Barry großartige Arbeit geleistet. Die Darsteller im Film sind ebenfalls sehr gut aufgelegt. Zuerst zu den Neuzugängen: Walken als Antagonist Zorin ist eine perfekte Besetzung die im Film total aufgeht. Als intelligenter aber psychopatischer Geschäftsmann bietet er Bond gut die Stirn und ist definitiv ein Highlight der Reihe. Sein Auftritt im Finale des Films fand ich besonders gelungen. Grace Jones als Mayday macht ihre Sache ebenfalls gut. Sie ist kein klassisches Bondgirl aber auch kein klassisches Badbondgirl, wie ich sie so gerne nenne sondern hat einige Henchmenzüge durch ihre Körperkraft und ihre Morde im Film. Sie wirkt bedrohlich, punktet aber vor allem durch den Wandel am Ende des Films, den ich sehr gelungen fand. Ihre letzte Szene im Film empfand ich schon immer, naja, schockierend. Tanya Roberts spielt das eher klassischere Bondgirl und überzeugt sowohl als Eye-Candy als auch Rollentechnisch und bietet Moore einen guten Sidekick. Ein anderes Glanzlicht im Film ist aber Patrick McNee, der absolut großartige Szenen mit Moore hat und als MI6 Agent eine tolle Rolle spielt, die für sehr gute Momente im Film sorgt. Brown & Llewelyn als M und Q machen ihre Sache gut, fallen aber weniger im Gesamtkontext des Films auf, Moneypenny hingegen macht Eindruck, aber keinen guten. Ihr erster Auftritt im Film ist weniger gelungen, vor allem wüsste ich gerne was man sich bei der Garderobe gedacht hat. Schrecklich. Roger Moore spielt hier ein letztes Mal 007 und das nicht schlecht. Leider gibt es aber ein paar Szenen die etwas, nunja, unglücklich gedreht wurden. Zwischendurch gibt es Momente in denen er unvorteilhaft geschminkt ist, viel schlimmer ist aber die Tatsache das man viel zu oft erkennt, wann es sich um Stuntmen handelt und wann um Moore. Das trägt nicht gerade dazu bei das die Actionszenen bzw. Moore überzeugen. So gut diese auch inszeniert sein mögen, die Tatsache das man erkennt das sehr oft Stuntmen genutzt wurden, macht 007 im Film nicht gerade authentisch. Sehr schade, da dieses Problem sich durch den ganzen Film zieht und ihn unnötig Punkte kostet. Ich verstehe nicht wieso man so offensichtlich den Einsatz von Stuntmen zeigt. Da hätte man doch anders drehen können oder so. Für einen 57 Jährigen macht Moore aber dennoch einen guten Eindruck, einen charmanten und hat definitiv seine Höhepunkte, auch wenn diese nicht in den Actionszenen zu finden sind.

Die Locations in Frankreich, allen voran die in Paris sind toll eingesetzt. Als jemand der selber mal dort war, ist es schön so viele Orte wieder zu erkennen, an denen man selber mal war. Sei es die Straßen an der Seine, dem Ufer oder das Klischeebild schlechthin, der Eifelturm. Die dort stattfindende Verfolgungsjagt ist bis auf die Sache mit den Stuntmen gut inszeniert und vor allem in Verbindung mit dem Soundtrack sehr klasse. Auch wenn die Mordmethode und die Ursache des Todes im Eifelturm selber etwas merkwürdig waren. Die Action ist dennoch recht witzig gemacht. Die Pretitlesequenz auf Skiiern ist ebenfalls ganz nett, definitiv aber die schwächste der Ära-Moore, was Ski-Szenen angeht. Unterhaltsam ist sie dennoch. Gefallen haben mir die Aufnahmen aus der Luft in Amerika und die Minensets, die sehr klasse waren. Vor allem das Finale an der Golden Gate Bridge ist für mich ein Highlight des Films, genau wie die Action in den Minen. Da passt für mich die Inszenierung, der Soundtrack und die Action perfekt zusammen. Die Bedrohung ist spürbar, Walken & Jones überzeugen gerade dort sehr. Da ist Glen was tolles gelungen. Auch klasse waren die Szenen auf dem Reiterhof und die damit verbundenen Actionszenen, wenngleich die Methode Bond auszuschalten irgendwie unnötig kompliziert war, wie ich finde. Nichtsdestotrotz haben mir die Szenen sehr viel Spaß gemacht, auch wenn mich auch hier der Einsatz von Stuntmen gestört hat. Schon hart, das 18 verschiedene Stuntmen genutzt wurden und man sicherlich mehr als die Hälfte davon deutlich erkennen kann, um es mal überspitzt zu formulieren.

Im Angesicht des Todes ist kein schlechter Bondfilm, definitiv nicht der Beste aber ein durchaus gelungener der durch seine Locations und die Bösewichter im Film punktet. Walken ist großartig, genauso wie Grace Jones ausgefallene Rolle als Mayday. Auch die anderen Darsteller überzeugen weitesgehend, genau wie die Inszenierung von Glen, der hier einige tolle Szenen gedreht hat. Das Finale ist für mich persönlich ein Highlight der Reihe, ähnlich wie der Soundtrack und der Titelsong. Ein großes Minus gibt es aber für Moore's schlechtes Makeup, das teilweise echt bitter aussah und die Tatsache das bei X-Actionenszenen deutlich Stuntmen zu sehen sind. Das hätte nicht sein müssen und in diesem Ausmaß bei einer solchen Produktion auch nicht sein dürfen. Schade drum. Das Potenzial für mehr war drin.

Danke jedenfalls für eine tolle, lange Ära Roger. Du warst großartig und hast viele, witzige und kultige Momente ins Franchise gebracht und einige verdammt starke Filme für die Reihe beigesteuert.

7,5/10
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