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 Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehener Film
BeitragVerfasst: Mi Mai 30, 2012 21:34 
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GoldenProjectile hat geschrieben:
Mir fällt nur auf, dass meine Filmbewertungen in diesem Thread in der Regel äusserst positiv ausfallen, weil ich mich offenbar sehr schnell unterhalten fühle - und wenn mir eben ein Film wie Cop Out den Abend verkürzt und Spass macht reicht mir das schon für eine sieben, acht oder sogar mehr (auch wenn ich Filme tendenziell offenbar eher besser bewerte als andere. Eine sechs kommt mir irgendwie halt schon ziemlich tief vor, für etwas das mich gut unterhalten hat ...)

Bei anderen Usern ist viel mehr zu lesen à la "im Vergleich zu XY", "ein Abklatsch von PQ" usw.

Ich finde, ein Film der mich ("nur") gut unterhält, bekommt 6-7 Punkte. Wenn er dann noch mit neuen innovativen Ideen, mit besonderen Überraschungen oder mit anderen kreativen Inhalten aufwarten kann und mich dadurch begeistert, der bekommt eben noch mehr Punkte. (Ist schwer das zu beschreiben, ich hoffe es ist verständlich)

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Frau Tasta Tur
Musterstrasse 11
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Bitte verratet nicht, dass ich sie angeschmiert hab, sonst wird das alte Luder noch sauer. :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehener Film
BeitragVerfasst: Do Mai 31, 2012 7:35 
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Das ist bei mir ähnlich wie bei Hille, Mittelmaß ist in der imdb-Skala ja rechnerisch 5,5 – daher gibt es bei mir eine 6 bei Filmen die mich mehr unterhalten als langweilen, die meisten Filme die ich zum ersten mal sehe bewegen sich (glücklicherweise) zwischen 7 und 8 Punkten wobei die Tendenz eindeutig in Richtung 7 geht. Unter 5 ist eher selten, da ich vorher mich schon so gut wie möglich informiere, ob ein Film was für mich ist oder nicht und sich so subjektiver „Ausschuss“ ganz gut vermeiden lässt. Über 7,5 gehe ich nur dann, wenn ein Film für mich wirklich etwas besonderes zu bieten hat. Dass ich zu bewertende Filme mit anderen messe ist für mich eigentlich ganz natürlich, da dies zusätzlich zum 10er-System eine gute weitere Möglichkeit ist die Qualitäten eines Films in Relation zu setzen. Das muss natürlich dann auch zueinander passen, ich kann schlecht die Actiondichte sagen wir im Stadtneurotiker als Qualitätsmerkmal heranziehen verglichen zB mit einem Film wie Transformers. Aber ein Film wie zB Warrior muss sich dann halt den Vergleich mit einer Genre-Ikone wie Avildsens Rocky gefallen lassen, da er prinzipiell die gleichen Muster bedient. Allerdings hätte ich Warrior in Unkenntnis von Rocky auch nicht mehr Punkte gegeben, der Vergleich zu anderen Filmen dient bei mir eher zur „Absicherung“ der Bewertung.


Und da wir gerade beim Thema sind hier meine jüngste Sichtung:

Der Gott des Gemetzels – Roman Polanski

Ich hab den Film im Kino sträflicherweise versäumt obwohl großer Polanski-Fan und von diversen Seiten Empfehlungen kamen, daher kam ich erst jetzt in den Genuss. Und Genuss ist hier genau das richtige Wort, der Film ist einfach atemberaubend gut. Es ist selten, dass ich an einem Film wirklich gar nichts auszusetzen habe, aber hier ist mal einer dieser seltenen Fälle. Die Dialoge sind phantastisch: witzig, pointiert, entlarvend. Die Charaktere sind die perfekten Archetypen unserer modernen „zivilisierten“ Gesellschaft, absolut grandios wie nach und nach eine Schicht ihrer „Tarnung“ nach der anderen abblättert. Kronjuwel des Films sind natürlich seine vier in Höchstform agierenden Darsteller, hier könnte ich beim besten Willen keinen herausheben da jeder auf allerhöchstem Niveau agiert. Schön Waltz nach den Basterds endlich auch mal wieder in einer „würdigen“ internationalen Produktion zu sehen, die seinem Talent entspricht. Schade, dass bereits nach etwas mehr als 70 Minuten der Spass schon zu Ende war, andererseits kann durch diese sehr kurze Laufzeit auch nie auch nur der Hauch einer Länge entstehen, Polanski gelang es tatsächlich ein regelrechtes Feuerwerk abzubrennen ohne jegliches Füllmaterial. Fazit: das ist ganz ganz großes Kino, für mich Polanskis bester Film und allein das sagt ja eigentlich schon alles.
Wertung: 10 / 10

_________________
"One of the great missed opportunities of post-war British movie history. Reed would have brought a glowering Newgate menace to the mayhem, while he might have been able to do what Connery had never attempted: to bring to the comic-strip fantasy of the films the emotionally-obsessive, Byronic loner of the later books."


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehener Film
BeitragVerfasst: Do Mai 31, 2012 10:04 
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AnatolGogol hat geschrieben:



Und da wir gerade beim Thema sind hier meine jüngste Sichtung:

Der Gott des Gemetzels – Roman Polanski

Ich hab den Film im Kino sträflicherweise versäumt obwohl großer Polanski-Fan und von diversen Seiten Empfehlungen kamen, daher kam ich erst jetzt in den Genuss. Und Genuss ist hier genau das richtige Wort, der Film ist einfach atemberaubend gut. Es ist selten, dass ich an einem Film wirklich gar nichts auszusetzen habe, aber hier ist mal einer dieser seltenen Fälle. Die Dialoge sind phantastisch: witzig, pointiert, entlarvend. Die Charaktere sind die perfekten Archetypen unserer modernen „zivilisierten“ Gesellschaft, absolut grandios wie nach und nach eine Schicht ihrer „Tarnung“ nach der anderen abblättert. Kronjuwel des Films sind natürlich seine vier in Höchstform agierenden Darsteller, hier könnte ich beim besten Willen keinen herausheben da jeder auf allerhöchstem Niveau agiert. Schön Waltz nach den Basterds endlich auch mal wieder in einer „würdigen“ internationalen Produktion zu sehen, die seinem Talent entspricht. Schade, dass bereits nach etwas mehr als 70 Minuten der Spass schon zu Ende war, andererseits kann durch diese sehr kurze Laufzeit auch nie auch nur der Hauch einer Länge entstehen, Polanski gelang es tatsächlich ein regelrechtes Feuerwerk abzubrennen ohne jegliches Füllmaterial. Fazit: das ist ganz ganz großes Kino, für mich Polanskis bester Film und allein das sagt ja eigentlich schon alles.
Wertung: 10 / 10


Gibt es davon eine neu gedrehte Fassung? ;)

Unterschiedlicher kann man Filme wohl kaum wahrnehmen. Komplett gegenteilig fällt meine Begründung aus mit der ich den Film im Bereich 5/10 (immerhin noch) ansiedeln würde. Er war zumindest nicht wirklich langweilig. Eher gebremst unterhaltsam.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehener Film
BeitragVerfasst: Do Mai 31, 2012 10:55 
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Ja, du hattest sowas schonmal früher angedeutet gehabt. Ist sicherlich kein Film für Jedermann, dafür ist die Herangehensweise (4 Personen in einem Raum reden 70 Minuten ununterbrochen) zu speziell wie auch die Thematik (Demaskierung sozialer Normen). Ich hatte halt unglaublich viel Spass an den Dialogen und den prächtig aufspielenden Darstellern. Obwohl ja ganz offensichtlich eine Bühnen-Adaption hatte ich zu keinem Zeitpunkt den Eindruck man schaue sich eine abgefilmte Theateraufführung an (wie zB bei Käutners Des Teufels General).

Was genau hat dir denn nicht gefallen an dem Film?

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 Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehener Film
BeitragVerfasst: Do Mai 31, 2012 13:26 
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Eigentlich alles. Nichts war wirklich schlecht, aber auch nichts wirklich gut. Die Schauspieler blieben alle weit unter ihren Möglichkeiten, was aber auch daran lag daß die Dialoge zu papiernen waren. Der erheiternde Tiefpunkt war als Jodie Foster versucht besoffen zu spielen. Das Ganze ist halt ein Messagestück, und es fehlt mir die Intensität und die Natürlichkeit die Filme von z.B. Mike Leigh, Ken Loach, John Cassavetes oder Eric Rohmer haben.

Meine Freundin fand ihn übrigens auch zu theaterbehaftet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehener Film
BeitragVerfasst: Fr Jun 01, 2012 13:47 

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Mir war er letztlich zu zahm, außerdem fehlte ein echter Höhepunkt und der abrupte Schluss machte die Sache auch nicht besser. Zudem wirkte das immer wieder in Wohnung zurückholen sehr konstruiert und letzlich unglaubwürdig (Waltz und Winslet standen schon mehrfach im/am Aufzug).

Insgesamt eher enttäuschend (5-6 Punkte)


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehener Film
BeitragVerfasst: Fr Jun 01, 2012 13:55 
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Ja, das kommt noch dazu. Wie sich die Gespräche und die Konfrontationen entwickeln, das ist häufig etwas einfallsarm.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehener Film
BeitragVerfasst: Fr Jun 01, 2012 14:56 
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Die Kritik am Schluss kann ich nicht ganz nachvollziehen, der Clou an der Geschichte ist doch gerade, dass es keine Auflösung im eigentlichen Sinne gibt. Die vier reden sich im Laufe des Films um Kopf und Kragen und stehen am Ende vom Film genau da wo sie angefangen haben, aber eben ihrer mühsam aufgebauten Scheinpersönlichkeiten beraubt. Für die vier Protagonisten geht es im Anschluss genau so weiter wie immer, sehr schön verdeutlicht durch das plötzlich doch wieder „lebende“ Smartphone. Platt gesagt ist die Moral des Films für mich: die ganzen ach so politisch korrekten und möglichst diplomatischen Verhaltensweisen sind alle für die Katz und bringen nix wie heisse Luft. Dazu passt auch die Auflösung im Abspann dass sich die zwei Kids ohne ihre Eltern problemlos wieder zusammenraufen. Und natürlich ist die ganze Szenerie übertrieben, die Story oft unglaubwürdig und konstruiert und die Darsteller tragen ordentlich auf: es ist eine Komödie, zwar eine sehr hintersinnige, aber immer noch ganz klar eine Komödie. Bei Frank Drebin hat sich ja auch niemand beschwert, dass das mit echter Polizeiarbeit nicht immer völlig konform ging. :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehener Film
BeitragVerfasst: Fr Jun 01, 2012 15:07 

Registriert: Do Dez 08, 2005 14:17
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Wohnort: Bayern
Na ja, "Die nackte Kanone" hier als Genrekollegen zu bemühen ist Äpfel mit Birnen vbergleichen. Das ist doch eine ganz andere Art von Komödie.

ich habe mir hier bei der Besetzung, dem Regisseur und dem auf einem Broadway-Stück basierenden Script einfach mehr Raffinesse, Bösartigkeit etc. erwartet.
Was den Schluss betrifft habe ich keine Auflösung vermisst - die gibt es hier nicht und die braucht man hier auch nicht -, sondern irgendeine Art von Klimax.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehener Film
BeitragVerfasst: Fr Jun 01, 2012 15:22 
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Psycho
Erst jetzt habe ich mal Hitchs wohl berühmtesten Film gesehen. Der Streifen ist richtig gut und glänzt mit einer schönen, beklemmenden Atmosphäre. Allerdings zieht er mich nicht in den Bann wie "North by Northwest" oder "Vertigo". Kann auch sein, dass man schon vor dem sehen so viel vom Film als Parodie oder Anspielung (z.B. Duschszene) immer irgendwo gesehen hat, dass der Film einen nicht so vom Hocker reißt wie vielleicht früher einmal.
8/10

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"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehener Film
BeitragVerfasst: Fr Jun 01, 2012 16:00 
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vodkamartini hat geschrieben:
Na ja, "Die nackte Kanone" hier als Genrekollegen zu bemühen ist Äpfel mit Birnen vbergleichen. Das ist doch eine ganz andere Art von Komödie.

ich habe mir hier bei der Besetzung, dem Regisseur und dem auf einem Broadway-Stück basierenden Script einfach mehr Raffinesse, Bösartigkeit etc. erwartet.
Was den Schluss betrifft habe ich keine Auflösung vermisst - die gibt es hier nicht und die braucht man hier auch nicht -, sondern irgendeine Art von Klimax.


Hab neulich auf imdb eine wie ich finde sehr richtige Aussage bezüglich der sehr unterschiedlichen Kritiken zu Gott des Gemetzels gelesen, sinngemäß ungefähr so: Hauptziel einer Komödie ist es sein Publikum zu amüsieren. Eine Komödie kann noch so brillant inszeniert, noch so fabelhaft gespielt, die Charaktere noch so tiefgehend angelegt sein - wenn der Zuschauer nicht darüber lachen kann ist das alles Makulatur. Ich würde mal behaupten wollen, dass euch der Humor des Films nicht zugesagt hat bzw. ihr es einfach nicht wirklich lustig fandet. Ist ja auch normal, hat ja glücklicherweise nicht jeder den gleichen Geschmack bzw Humor. Ich bin vor Lachen fast vom Sofa gefallen - permanent den ganzen Film durch. So gesehen muss der Film also doch etwas richtig gemacht haben - zumindest bei mir. :)

Der Vergleich zur Nackten Kanone sollte nur darauf hinweisen, das im Komödiengenre die Grenzen idR etwas weiter gesteckt sind als in "ernsthaften" Filmen - unabhängig ob nun Slapstick, Screwball oder Satire. Wenn also beispielsweise Kate Winslet ihre Betrunkenheit etwas sehr klischeehaft zum besten gibt kann man aufgrund ihrer schauspielerischen Reputation sowie dem Fakt dass es sich bei dem Film um eine Komödie handelt durchaus davon ausgehen, dass dies so beabsichtigt ist. Muss einem nicht gefallen, ist aber ein legitimes komödiantisches Stilmittel.


MX87 hat geschrieben:
Psycho
Erst jetzt habe ich mal Hitchs wohl berühmtesten Film gesehen. Der Streifen ist richtig gut und glänzt mit einer schönen, beklemmenden Atmosphäre. Allerdings zieht er mich nicht in den Bann wie "North by Northwest" oder "Vertigo". Kann auch sein, dass man schon vor dem sehen so viel vom Film als Parodie oder Anspielung (z.B. Duschszene) immer irgendwo gesehen hat, dass der Film einen nicht so vom Hocker reißt wie vielleicht früher einmal.
8/10


Für mich immer noch Hitchs bester - zusammen mit Vertigo und dem Unsichtbaren Dritten. Nie war ein Killer besser dargestellt, nie eine Atmosphäre grusliger. Wie Hitch sein Publikum an der Nase herumführt und er auch nicht davor zurückschreckt es mit Bates mit fiebern zu lassen: meisterhaft. Klare 10/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehener Film
BeitragVerfasst: Sa Jun 02, 2012 19:58 

Registriert: Di Aug 31, 2010 0:34
Beiträge: 586
Mission Impossible 4 - Ghost Protocol

Also, wenn ich ehrlich bin, ich bin etwas enttäuscht von dem Film. Brad Bird - Ratatouille - schien hier um jeden Preis was inszenieren zu wollen, was so noch nicht so standard ist. So sind zwar einige Actionszenen durchaus originell, dafür muss man als Actionfan aber größtenteils auf die geliebten Shootouts, großen Explosionen und ausgiebige Feuergefechte verzichten. Hinzu kam für mich, dass in fast jeder größeren Actionszene der CGI-Einsatz überdeutlich erkennbar war, insgesamt fand ich die Action für einen Film dieser Größenordnung teilweise richtig luschig.
Es gibt aber auch Lichtblicke: zwar wirkt der Film eher unspannend, dafür ist mit Paula Patton ein sehr sexy Sidekick im Team, auch Simon Pegg ist toll, auch wenn er seinen Humor nicht so richtig zur Geltung bringen konnte immer. Auch ansonsten ist die Besetzung durchaus ok, wie gesagt, Schwächen sind vor allem die für meinen Geschmack äußerst ungünstig verteilte und nicht immer knallig inszenierte Action und die Tatsache, dass wirklich fiebrige Spannung einfach nicht so recht aufkommen wollte.

7 von 10 kann man aber dennoch geben, trotz Längen und trotz beschriebener Schwächen, evtl sogar mit positv. Tendenz.

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Seit Daniel Craig geht es mit Bond abwärts...hätte man nur niemals diesen neustart gemacht...:-(


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehener Film
BeitragVerfasst: Sa Jun 02, 2012 20:57 
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Beiträge: 772
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Planet Terror

...und irgendwie weiss ich immer noch nicht, was ich von dem Streifen halten soll.

Es gibt Filme, die sind komplex und anspruchsvoll, andere ein gesunder Mix und dritte wiederum begeistern gerade dadurch, dass man einfach das Hirn abschalten und sich dem Spass der einfach gestrickten Sorte erfreuen kann. Und dann gibt es noch Planet Terror, ein Film von Robert Rodriguez, dem leicht freakigen Typen im Cowboy-Kostüm, der die dritte Sorte in ihre Extreme reisst. Irgendwie kommt einem unwillkürlich das Gefühl dass sich der Schlapphut tragende Texaner und sein Homie Quentin diese Story während eines 5-minütigen Drogentrips zusammengeschustert haben.

Mag sein, dass mancher das anders sieht aber es beweist doch einen ziemlich ominösen Selbstverwirklichungsgeschmack, einen Film zu drehen der fast zwei Stunden lang von platzenden Eiterbeulen, infizierten Wunden, verwachsenen Gehirnen, spritzenden Arterien, verfaulten Zungen, grossen Hodensammlungen und Q. Tarantinos in schleimigen Klumpen zu Boden fallenden Genitalien handelt. Dazwischen werden fröhlich Kindersuizide gezeigt, Gliedmassen abgesägt und Zombies zu aberhunderten mit Schrotflinten in ihre (natürlich reichlich Blut un Eiter spritzenden) Einzelteile zerlegt. Der sogenannte Running Gag: ein unhygienischer Barbesitzer versucht, aus den zurückgelassenen Körperflüssigkeiten der Toten die ideale Barbeque-Sauce zu mischen und eine verstümmelte Tänzernin verschmilzt mit Waffen und führt Krieg. Himmelschreiend dämlich (und ausnahmsweise mal nicht im vollkommen positiven Sinne).

Der Sinn dahinter, den Film stilistisch wie eine mit 1.000 Kröten und einer Schrottkamera auf kaputte Filmrollen gedrehte Produktion wirken zu lassen erschliesst sich mir irgendwie nicht ganz (doch, ich weiss es wieder! Quentin und Robert haben irgendeinen nostalgischen B-Movie-Italo-Doublefeature-Fetisch, was auch immer das sein soll...) und bis auf zwei Ausnahmen (siehe gleich unten) empfand ich die Schauspieler ehrlich gesagt als ziemliche Witzfiguren. Was waren das eigentlich für Typen? Die Wenigsten habe ich je zuvor gesehen.

2 / 10 Punkte

Einen halben für Brusli, einen halben für Brolin und einen für den gewissen Unterhaltungswert, den das stupide Umnieten der Zombies trotz allem mit sich gebracht hatte. Ansonsten ist der Streifen schlicht und einfach ziemlich fragwürdig. Ein Horrorfilm ist das eigentlich auch nicht, es gab kein Erschauern, kein Horror, es war nur abwechselnd eklig und lächerlich.

Der visuell beeindruckende Sin City ist deutlich die bessere Rodriguez-Wahl.

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„Ich suche immer nach Humor, bei allem was ich spiele, egal wie ernst es ist. So erzählen sich Geschichten leichter.“
- Sean Connery


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehener Film
BeitragVerfasst: Sa Jun 02, 2012 23:02 

Registriert: Di Aug 31, 2010 0:34
Beiträge: 586
PLANET TERROR fand ich genial, für mich der erste wirklich geniale Film von Robert Rodriguez. Klasse Effekte, skurriler Humor und und und...hat sogar in der Zweitsichtung noch gut abgeschnitten bei mir.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zuletzt gesehener Film
BeitragVerfasst: So Jun 03, 2012 8:11 
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Registriert: Fr Dez 10, 2010 16:22
Beiträge: 1572
Ich fand Planet Terror auch herrlich und unterhaltsam im besten Sinne des Wortes. Ich verstehe deine Kritik am Splatterfaktor des Films nicht wirklich, da das ja schliesslich Herz und Seele eines jeden Zombiefilms ist. Darauf in diesem Genre zu verzichten wäre wie auf Humor in einer Komödie zu verzichten. :wink: Ich halte Planet Terror für eine der besten Rodriguez-Arbeiten, die wie ich finde allgemein glorifizierten Filmen wie Desperado oder From Dusk till Dawn um einiges überlegen ist.

GoldenProjectile hat geschrieben:
Was waren das eigentlich für Typen? Die Wenigsten habe ich je zuvor gesehen.

Ich fand vor allem den Einsatz der alten Haudegen Biehn und Fahey fabelhaft, gerade letzterer ist für mich das absolute Highlight des Films.

GoldenProjectile hat geschrieben:
Ein Horrorfilm ist das eigentlich auch nicht, es gab kein Erschauern, kein Horror, es war nur abwechselnd eklig und lächerlich.


Soll ja auch kein Horrorfilm sein sondern eine Parodie auf schlechte Zombiefilme. Von daher ist "abwechselnd eklig und lächerlich" genau die vom Regisseur beabsichtigte Wirkung beim Publikum.

Ich würde den Film irgendwo zwischen 8 und 8,5 Punkten ansiedeln.

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