Der Edgar Wallace Thread

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AnatolGogol
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13. Dezember 2011 15:28

Kaum zu glauben: gibt es hier tatsächlich noch keinen Edgar Wallace-Thread? Aber dem kann ja Abhilfe geleistet werden :wink:
Ich liebe die alten Schinken schon seit Kindertagen, trotz ihres qualitativ höchst unterschiedlichen Outputs. Da ich mir alle Rialto-Verfilmungen der Jahre 1959-72 vor ein paar Jahren als Boxset spendiert habe, hatte ich schon länger mal die Irrsinnsidee mir alle Filme chronologisch anzuschauen. Und wann könnte man diese Filme atmosphärisch besser goutieren als in der kalten, dunklen Jahreszeit? Also: gesagt getan – seit anderthalb Wochen läuft mein Wallace-Marathon – jeden Tag ein Film. Hier ein kurzer Abriss was bisher geschah...

1959 – Der Frosch mit der Maske
Der Film, mit dem alles begann und gleichzeitig in vielen Dingen auch der Maßstab an dem sich die Folgeproduktionen (oftmals vergeblich) messen lassen mussten. Großartig besetzt mit Blacky Fuchsberger in seiner Paraderolle als Ermittler, der brillante Siegfried Lowitz als Scotland Yardler, Eddi Arent in einer verhältnismäßig zurückhaltenden Rolle und natürlich der unglaubliche Fritz Rasp, der allen die Schau stiehlt. Der Film ist erstaunlich gut gealtert, die tolle Atmosphäre packt einem auch heute noch, die körnig-schattige Schwarz Weiss Optik unterstützt dies famos. Reinl gelang ein nahezu durch die Bank spannender Reißer mit diversen Prisen schwarzem Humor und für damalige Zeit erstaunlichem Actiongehalt.
Wertung: 9 / 10

1960 – Der rote Kreis
Der Film kommt unter der Regie von Jürgen Roland deutlich nüchterner und weniger atmosphärisch daher wie Reinls Erstling. Die Darsteller sind gut besetzt, wenngleich gerade Wussow und Saebisch schon etwas hinter Fuchsberger und Lowitz bleiben. Die Auflösung ist gekonnt inszeniert, vor allem durch den Kniff das man den roten Kreis den ganzen Film über mit einer anderen Stimme synchronisiert hat und dadurch eine Identifikation über die Stimme nicht möglich war. Was den Film etwas abfallen lässt ist der im Gegensatz zum Frosch nicht konsequent durchgehaltene Spannungsbogen. Spätestens nach 50 Minuten hängt der Film da etwas und kommt erst gegen Ende wieder auf Touren. Dennoch ein gelungener Serienbeitrag.
Wertung: 7 / 10

1960 – Die Band des Schreckens
Reinls zweiter Streich beginnt fulminant und ist in der ersten Filmhälfte dem Frosch nahezu ebenbürtig. Auch hier wieder toll besetzt und erstmalig mit der klassischen weiblichen Wallace-Besetzung Karin Dor. Die Idee mit der Galgenhand und dem aus dem Reich der Toten zuschlagenden Rächer ist klasse und auch atmosphärisch toll umgesetzt. Leider verliert der Film in der zweiten Filmhälfte etwas das Tempo und kann die enorme Spannung der ersten Hälfte nicht mehr ganz halten. Der Schluß ist ok und die Auflösung durchaus gelungen, dennoch hätte der Film mit einer besseren zweiten Filmhälfte deutlich stärker ausfallen können.
Wertung 7,5 / 10

1961 – Der grüne Bogenschütze
Der Film zentriert sich ganz klar auf Gert Fröbe. Fröbe spielt furios und degradiert nahezu die gesamte restliche Besetzung zu Statisten. Einzig der toll aufgelegte Harry Wüstenhagen kann da noch einigermaßen Paroli bieten. Fröbes übertriebene Mimik und Gestik und sein permanentes Wechselspiel zwischen nuscheln und schreien machen einfach Spass und ich gehe soweit und sage in dieser Rolle war er noch besser als in GF. Leider ist der Rest des Films alles andere als berauschend. Die Story ist lahm, der bestrumpfte Bogenschütze selbst für Wallace-Verhältnisse grotesk und der viel zu dick aufgetragene Humor platt. Fröbe rettet den Film und reisst ihn aus der mittelmäßigen Bedeutungslosigkeit.
Wertung: 6 / 10

1961 – Die Toten Augen von London
Klassikerzeit! Wer diesen Film gesehen hat wird verstehen warum Tarantino Regisseur Alfred Vohrer in einem Atemzug mit Hitchcock genannt hat. An diesem Film stimmt praktisch alles – die Besetzung ist die vielleicht beste der ganzen Serie mit den herrlich sinistren Dieter Borsche und Wolfgang Lukschy, dem Unikum Ady Berber und den blendend aufgelegten „Kleinkriminellen“ Kinski und Wüstenhagen. Die Story ist top, die Spannung wird den ganzen Film über hoch gehalten, nie war London nebliger und unheimlicher als in Vohrers erstem Serienbeitrag. Toll auch die innovativen Kamerawinkel und witzigen Perspektiven. Der Showdown ist superb, ich frage mich immer noch ob die Szene mit dem Flammenwerfer getrickst oder echt war, in jedem Fall ist sie die vielleicht beeindruckendste der ganzen Serie. Das ist deutsches Thrillerkino auf allerhöchstem Niveau!
Wertung: 9,5 / 10

1961 – Das Geheimnis der gelben Narzissen
Die deutsch-englische Co-Produktion unterscheidet sich in sehr vielen Dingen von den fünf Vorgängerfilmen. Der Film ist deutlich weniger auf Atmosphäre und Schockelemente ausgerichtet und wirkt in vielen Dingen eher wie ein im Studio abgefilmtes Theaterstück. Fuchsberger bleibt blass und kommt weit weniger zur Geltung wie in seinen vorherigen Einsätzen. Der grotesk als Chinese geschminkte Christopher Lee gibt eine überzeugende Vorstellung, wird aber wie die gesamte Besetzung von dem völlig außer Rand und Band aufspielenden Klaus Kinski in den Schatten gestellt. Kinski ist auch so ziemlich die einzige Stärke dieses sehr antiquiert wirkenden Krimis, der zu keinem Zeitpunkt echte Spannung erzeugen kann.
Wertung: 5 / 10

1961 – Der Fälscher von London
Trotz Reinl, Dor und Lowitz gelingt es dieser Verfilmung nicht wirklich an die tollen Vorgängerfilm Der Frosch und Bande des Schreckens anzuknüpfen. Die Story pendelt unentschlossen zwischen der Fälscher- und der Mordgeschichte und es gelingt ihr auch gegen Ende nicht wirklich diese Handlungsstränge überzeugend zusammenzuführen. Die Idee mit Hellmut Lange einen damals eher unbekannten Mimen in die Hauptrolle zu stecken und so das Publikum im Unklaren zu lassen ob oder ob er nicht der Täter ist war schon gut, aber es gelingt Reinl trotzdem nicht das Publikum richtig mit Langes Figur mitfiebern zu lassen. Die Spannung fällt vor allem im Mittelteil gehörig in ein Loch und zieht erst zum Ende hin wieder etwas an. In Summe Mittelmaß
Wertung 5,5 / 10

1961 – Die seltsame Gräfin
Der Titel sollte besser „Ein seltsamer Film“ lauten. Ähnlich wie schon im Narzissen-Geheimnis kommt der Film sehr kammerspielartig daher und wirkt in vielen Dingen sogar noch älter als er ist. Entsprechend ist das Tempo des Films auch sehr gedrosselt und echte Spannung kommt kaum auf. Am besten gelingt noch der Einstieg, die erste halbe Stunde kann durchaus gefallen und ist in Summe erheblich lebhafter als der Rest des Films. Auch hier kann man mal wieder sagen: wie gut das es Klaus Kinski gab. Eben jener ist als Irrenanstaltsinsasse einfach eine Wucht und spielt hier vielleicht sogar seine beste Rolle in der Serie. Sein mit leiser fistelnder Stimme vorgetragender Telefonterror und im Gegensatz dazu sein völlig hemmungsloser Irrsinn in der Klapse sind derart intensiv gespielt, dass einem ganz anders wird. Schade das der Rest so stark abfällt und durchhängt.
Wertung: 5 / 10

1962 – Das Rätsel der roten Orchidee
Endlich mal wieder ein toller Film nach den zähen drei Vorgängern! Vor allem weil man hier viele Dinge mal erfrischend anders gemacht hat. So ist der Film in Summe auch viel mehr ein klassischer Gangsterfilm als der typische Wallace-whodunnit. Erfrischend anders auch die Besetzung, Adrian Hoeven und Marisa Mell harmonieren prächtig, Christopher Lee ist in seiner Rolle als FBI-Ermittler viel viel besser aufgehoben als in seiner Chinesenrolle im Narzissenfilm. Die Krönung ist aber Pinkas Braun, der in seinem Wallacedebut eine Galavorstellung abliefert. Die Spannung bleibt den ganzen Film über auf einem guten Niveau und die Actioneinlagen sind schön knackig geworden. Da kann man auch getrost verschmerzen, dass sich der große unbekannte Gangsterboss bereits nach ein paar Minuten an seiner Stimme zweifelsfrei identifizieren lässt.
Wertung: 7,5 / 10

1962 – Die Tür mit den sieben Schlössern
Der Film beginnt gut und weckt in Punkto Stil und Atmosphäre im ersten Drittel einige Erinnerungen an die ebenfalls von Vohrer inszenierten Toten Augen. Aber was dann kommt, ojeoje. Die Story ist so dünn und löchrig, dass man die meiste Zeit gar nicht recht weiss um was es eigentlich geht. Von echter Spannung kann spätstens nach einer halben Stunde eigentlich auch keine Rede sein, der Film schleppt sich so dahin. Dass das Ganze in der letzten halben Stunde dann doch noch recht spassig wird ist allein dem unfreiwillig hohen Trash-Faktor geschuldet. Bei dem ganzen Frankenstein-Subplot mit einem völlig entfesselt chargierenden Pinkas Braun und einem in bester Thor-Johnson-Manier rumhampelnden Ady Berber kommt man aus dem Kopfschütteln und Lachen nicht mehr heraus. Hier wird schon viel vorweggenommen, was die Rialtoreihe in Punkto Trash gerade in den Farbverfilmungen noch vom Stapel lassen sollte. Aber als ernstgemeinter Film ist das ganze eine ziemliche Katastrophe.
Wertung: 5 / 10 (wegen des spassigen Trashfaktors)
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RicoSchulze1
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13. Dezember 2011 18:20

'Ich habe nur 3-4 Wallace Filme gesehen da mir das Niveau einfach immer zu schlecht war. Da es genug Hitchcock Filme gibt die zudem auf deutlich höherem Niveau produziert worden sind war es mir immer zu anstrengend alle (32?) Wallace Filme zu schauen. Selbst "Der Hexer" war mir zu träge.
Aber da es Filmgeschichte ist muss man wenigstens einige Teile gesehen haben darum vertraue ich dir mal und gebe der Serie noch eine Chance in dem ich einfach Die Toten Augen von London schaue in der Hoffnung das mich die Reihe doch noch packt. :D
Freue mich schon auf deine folgenden Kurzkommentare zu den Filmen.
Ohne Top ? Onatopp !
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AnatolGogol
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14. Dezember 2011 08:32

Schön, wenn ich da ein bisschen Interesse bei dir geweckt habe. Generell muss selbst ich als Fan der Reihe klar sagen, dass die überwiegende Mehrheit der Filme allerhöchstens mittlemäßiges Niveau aufweist. Wenn man bedenkt, dass über 30 Filme in gerade mal 13 Jahren runtergekurbelt worden sind ist dies eigentlich auch nicht weiter verwunderlich – das war sozusagen filmisches Fastfood. Dass innerhalb der Serie dann aber dennoch einige echte Highlights rausgekommen sind ist erstaunlich und wenn ich ehrlich bin sind es bei mir auch in erster Linie diese Glanzlichter die mich zum Fan der Serie gemacht haben.

Den Vergleich zwischen Wallace-Stammregisseur Vohrer und Hitchcock hat Quentin Tarantino ja unlängst von sich gelassen. Ich finde es toll, dass auch aktuelle renommierte Filmemacher die Filme und ihre Macher zu würdigen wissen, andererseits hinkt der Vergleich schon gewaltig. Hitch hat eigentlich während seiner ganzen Karriere auf allerhöchstem Niveau gearbeitet, während der durchschnittliche Wallace/Vohrer-Film wie bereits erwähnt eher als mittelmäßig eingestuft werden muss. Selbst die besten Wallace/Vohrer-Filme kommen nicht an die besten Hitchcock-Filme heran, auch wenn sie beachtliches Niveau bieten.
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14. Dezember 2011 11:07

Der Grüne Bogenschütze

kann mich gut an diesen Satz erinnern:(oder so ähnlich)
Eddie Arent sucht eine Steckdose.
"Könnten Sie bitte zur Seite treten?" er sprach mit dem Bogenschützen.

Habe etliche Filme gesehen. Vom Hocker haben sie mich allerdings nur beim erstenmal gerissen.
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Maibaum
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14. Dezember 2011 11:20

Als Kind mochte ich die Wallace Filme sehr. Später fand ich sie nur noch öde.

Ich habe vor 3 Jahren versucht (in einem Anfall von Nostalgie) sie mal wieder zu schauen. Ein Paar von denen die ich nicht kannte, ein Paar von denen die ich damals mochte. Es hat mir nicht viel Spaß gemacht.

Das ist alles zu simpel, zu durchschaubar, zu bieder, zu grob, wenig bis keine Raffinesse. Nee ,das geht nicht mehr. Leider ...
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AnatolGogol
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14. Dezember 2011 12:01

Ich glaube man muss sich um die Filme wirklich geniessen zu können auch irgendwo bewusst auf die ganze Machart einlassen. Natürlich ist der filmische Aufbau oft vorhersehbar, natürlich wirkt das ganze recht bieder, natürlich ist der Humor oft hart an der Grenze zur Peinlichkeit. Aber die Filme wären heute nicht mehr so beliebt wenn sie nicht auch einen ganz eigenen Charme hätten irgendwo zwischen schwarz-weissem Grusel-Wusel, plakativen Schockeffekten und grotesken Elementen. Und trotzdem ist ein Großteil der Serie für durch aktuelle Sehgewohnheiten geprägte Zuschauer (zu denen ich auch gehöre) teilweise nur sehr schwer zu konsumieren. Die Ausnahme bilden hier wie schon erwähnt die Highlights, die neben den gut inszenierten Storys und den tollen Darstellern eben auch durch einfallsreiche Kamera- und Regieeinfälle punkten können (gerade die frühen Vohrer-Werke). Aber selbst diese Filme sind dann in ihrer Machart zu eigen, als dass sie bei jedem Begeisterungsstürme hervorrufen würden.

Ungeachtet ihrer Qualität halte ich die Reihe aber aus filmhistorischer Sicht für höchstinteressant, weil die 60er Jahre eine echte Ausnahmeerscheinung im deutschen Kino bilden. Nie vorher und nachher gab es einen derarten Boom und Erfolg wie seinerzeit durch die Wallace- und KarlMay-Filme. Trotz aller filmischen Schwächen die sich im Gesamtwerk der beiden Serien im Laufe der Zeit mehr und mehr durchsetzten ist es bemerkenswert mit wie viel Mut, Liebe zum Detail und auch Geschäftssinn die Filme produziert wurden. Gerade weil wir hier ja in einem James Bond-Forum diskutieren ist es beeindruckend, dass es Wendlandt und Brauner gelang den in den 60er Jahren unglaublich erfolgreichen Bondfilmen ein nationales Gegenstück entgegenzusetzen, welches vom Erfolg in Deutschland fast auf Augenhöhe agierte.
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14. Dezember 2011 13:55

.

Passend als Cross-Over-Thematik

Der entsprechende Querverweis in Sachen "007" war vor einiger Zeit ein Interview mit Joachim Fuchsberger im STERN. Hier weist der Schauspieler auf ein Gespräch mit seinem Produzenten Horst Wendlandt hin was eine angedachte Verfilmung der Bond-Reihe unter deren "deutscher Leitung" Anfang der Sechziger angänge.

http://www.stern.de/kultur/tv/stern-int ... 83528.html



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AnatolGogol
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14. Dezember 2011 14:34

Das Interview kenn ich auch, die Frage ist nur was hier tatsächlich von Blacky stammt und was vom Sternautor ausgeschmückt bzw Fuchsberger in den Mund gelegt wurde. Da Wendlandt erst 1961 zur Rialto gekommen ist und zuvor noch bei Brauners CCC tätig war müsste das ganze im Jahr 1961 gewesen sein, da Blacky ja das ganze zeitlich vor den Karl May-Filmen einordnet. Zu diesem Zeitpunkt hatte Harry Saltzman gerade die Flemingschen Rechte erworben gehabt. Aber Blacky spricht ja auch von Flemings erstem Roman, also Casino Royale, dessen Rechte bereits ein Jahr nach Bucherscheinen ja von Gregory Ratoff gekauft worden waren. Da es Saltzman und Broccoli nicht gelang die CR nachträglich zu erwerben bzw diese nicht bereit waren astronomische Summen hinzulegen wäre das Thema wohl auch für Wendlandt nicht wirklich finanzierbar gewesen. Die Anekdote, dass Blacky Wendlandt das Ganze ausgeredet hat klingt zwar schön, richtiger wird wohl aber sein dass Wendlandt, der durch die Wallace- und später auch durch die May-Verfilmungen in engster Berührung mit Rechteproblematiken war, frühzeitig die Unmöglichkeit einer Durchführung erkannt hat und es daher im Sande verlief. Dass das Thema zur Debatte stand kann ich mir schon vorstellen, da Wendlandt gleich zu Beginn seiner Rialto-Tätigkeit ja nach einer neuen Serienidee ausschau hielt und diese in den Karl May-Büchern dann letztlich auch fand (die ihm wie eine andere schöne Legende besagt von seinem Sohn vorgeschlagen wurden). Man sollte bei dem ganzen Thema aber auch nicht übersehen, dass der über80jährige Fuchsberger eine sehr bewegte und umfangreiche Vita hat und sich mittlerweile nicht mehr an jedes Detail erinnern kann (so konnte er sich in der Vergangenheit an einige Filmprojekte bei denen er mitgewirkt hat nur noch sehr dunkel erinnern). :wink:

Wirklich wundert mich eigentlich nur, dass das Schlitzohr Atze Brauner spätestens nach GF nicht versucht hat auf den Bondzug aufzuspringen und durch eine Verfilmung von James Bonds „Birds of the West Indies“ eine Bondkopie vom Stapel zu lassen. „Erleben Sie den einzig wahren Bond – ein Film aus der Feder des Meisters höchstpersönlich“ :mrgreen:
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AnatolGogol
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21. Dezember 2011 16:59

So, hier nun der zweite Teil meines Wallace-Marathons:

1962 – Das Gasthaus an der Themse
Der Film ist erstaunlich, Vohrer macht da weiter wo er bei den Toten Augen aufgehört hat, gerade so als ob es den völlig missglückten Schlösser-Film nie gegeben hätte. Einmal mehr haben wir hier eine glänzende Besetzung angeführt natürlich von der grandiosen Flickenschildt. Auch Das Gasthaus glänzt durch eine großartige Atmosphäre, eine Vielzahl an skurrilen Charakteren („Gubanov-Gewürze Im- und Export“), tollen Regieeinfällen und peppiger Action. Die Story ist schlüssig und bietet eine verblüffende Auflösung. Hinzu kommen diverse kultige Momente wie den wild twistenden Eddi Arent, der im Sprechgesang nölenden Flickenschildt oder dem erstmalig zur Höchstform auflaufenden Siegfried „Sir John“ Schürenberg. Die Spannung wird konstant hochgehalten, wenngleich nicht auf dem ganz hohen Niveau wie bei den Toten Augen. In Summe ist der Film auch etwas „braver“ als die doch recht rauen Toten Augen oder auch Der Frosch. Dennoch ist Das Gasthaus einer der besten Serienbeiträge.
Wertung: 8,5 / 10

1963 – Der Zinker
Der Zinker geniesst innerhalb der Serie den Ruf eines Klassikers – nicht ganz zu unrecht da er neben einer der bekanntesten Wallace-Vorlagen auch noch mit einigen anderen Pfunden wuchern kann. So war der Zinker der erste Wallacefilm im Scopebildformat und das allein schon wertet den Film optisch deutlich auf. Vohrer gelang scheinbar mühelos der Umstieg auf das größere Format und bietet einige sehr schöne Bildkompositionen. Mit der großartig eingefangenen nächtlichen Winterlandschaft schafft er einmal mehr beachtliche Atmosphäre – beleuchteter Schnee in Kombination mit Nebel in schwarz-weiss: das hat schon was. Vohrer punktet auch diesmal wieder mit packend inszenierten Schockszenen und witzigen Perspektiven (zB der legendären abgebissenen Möhre gefilmt aus dem Inneren eines Mundes). Wirklich spannend ist der Zinker eigentlich nicht, aber dafür trotzdem durchgehend unterhaltsam aufgrund der flotten Inszenierung und der gewohnt tollen Besetzung. Der Zinker hat auch eine witzige Verbindung zur Bondwelt: das Schlangenattentat auf Pfitzmann inszenierte Vohrer praktisch 1:1 nach der Vorlage des kurz zuvor entstandenen Spinnenattentats in DN, inklusive Zerkloppen des Reptils im Takt der Musik.
Wertung: 7,5 / 10

1963 – Der schwarze Abt
Der schwarze Abt war der erste Wallace-Film den ich als Kind sehen durfte und ist nicht zuletzt auch deswegen bis heute einer meiner liebsten geblieben. Kritisch betrachtet fällt auf, dass der Film trotz aller Schwächen vor allen Dingen erstaunlich kurzweilig ist. Natürlich lassen sich Patzer wie die völlig unecht wirkenden Fledermauspuppen, die oftmals groteske Story (10 (ZEHN!) Leute tummeln sich gleichzeitig zur Geisterstunde in der doch sehr überschaubaren Abtei und laufen sich trotzdem nicht über den Weg!) oder auch der wieder einmal enorm dick aufgetragene Humor nicht leugnen. Auch war Regisseur Gottlieb kein Vohrer oder Reinl und so wirkt der Film optisch wesentlich unspektakulärer als die Werke seiner Kollegen. Dafür gibt es aber auch viele gute Aspekte am Abt, so vor allen Dingen die gelungene Gruselatmo und das einmal mehr in prächtiger Spiellaune agierende Darstellerensemble. Besonders heraus stechen aus der Besezung Charles Regnier, der in seinem leider einzigen Wallaceauftritt einen recht unkonventionellen Inspektor zum Besten gibt sowie Werner Peters, der einen herrlich schmierigen Gilder abgibt. Möglicherweise habe ich gerade bei diesem Film etwas die Nostalgiebrille auf, aber wie auch immer: der Film macht mir jedes Mal wieder aufs neue großen Spass!
Wertung: 7,5 / 10

1963 – Das indische Tuch
Mit Das indische Tuch schuf Vohrer ein klassisches Kammerspiel, das thematisch faktisch eine Variation von Agatha Christies Zehn kleinen Negerlein darstellt. Der nahezu komplette Verzicht auf Außenaufnahmen ist sowohl Segen als auch Fluch für den Film. Segen deshalb, da dadurch das wie nahezu immer stark besetzte und agierende Darstellerensemble noch mehr ins Zentrum rückt. Gleichzeitig ist es aber eben auch Fluch, weil spätestens in der zweiten Filmhälfte das „ein Mord nach dem anderen“-Schema sich totzulaufen beginnt. Das ist schade, denn gerade in der ersten Filmhälfte baut Vohrer vortrefflich Spannung auf und spielt gekonnt mit den typischen Genreklischees. Ihn unterstützt eine erstklassige Besetzung in der vor allem der unglaublich intensiv spielende Hans Clarin heraussticht. Auch Eddi Arents Rolle ist erfreulicherweise deutlich besser und zurückhaltender in die Handlung integriert als in vielen anderen Filmen. Dennoch kann der Film mit zunehmender Laufzeit sein anfängliches Niveau immer weniger halten und präsentiert dann mit dem Finale sogar einen platten Kalauer im Stile des grünen Bogenschützen. Schade, die erste Filmhälfte hat wesentlich mehr versprochen als die zweite letztlich gehalten hat.
Wertung: 6,5 / 10

1964 –Zimmer 13
Junge, junge, was für eine Gurke! Kaum zu glauben, dass der in den 60ern so zielsichere Harald Reinl ein solches Machwerk hingelegt hat. Mit Zimmer 13 reagierte die Rialto thematisch sehr kurzfristig auf den unmittelbar zuvor stattgefundenen großen britischen Eisenbahnraub und diese Kurzfristigkeit merkt man dem Film auch in jeder Sekunde an. Die Story ist ein Witz, löchrig und zusammenhanglos, die Verknüpfung der obligatorischen Mordstory mit dem Eisenbahnraub gelingt zu keinem Zeitpunkt, die Entlarvung und die Motivierung des Mörders ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Hätte man sich bei der Scriptentwicklung etwas mehr Zeit gelassen wäre dies sicherlich kein Fehler gewesen. Aber auch die Inszenierung ist holprig, ohne Pepp und langatmig. Eine belanglose, langweilige Szene reiht sich an die nächste, ohne dass sie die Story auch nur einen Millimeter voran brächten. Selbst die durchaus renommierte Besetzung spielt erfolglos gegen das völlig missglückte Drehbuch an und kann ebenfalls keine Akzente setzen. Die 15. Rialtoverfilmung war somit auch die bis dato mit Abstand schlechteste.
Wertung: 3,5 / 10

1964 – Die Gruft mit dem Rätselschloss
Der nächste Rohrkrepierer aus dem Hause Wallace folgt sogleich: mit Die Gruft mit dem Rätselschloss setzte Regisseur Gottlieb nahtlos fort was Reinl mit dem schlechten Vorgänger begonnen hatte. Der Film ist über die komplette Laufzeit lahm, dröge und total unspannend. Hinzu kommt ein selbst für Wallaceverhältnisse furchtbar platter Humor in Form eines völlig aus den Fugen geratenen und von der Regie offenbar nicht eingebremsten Eddi Arent. Die Story ist schwach und kann eigentlich allenfalls als rudimentär bezeichnet werden. Aus dem ungewohnt konturlosen Darstellerensemble sticht lediglich E.F. Fürbringer als schön bösartiger Gangster heraus, selbst ein Kinski bleibt hingegen blass wie nie.
Wertung: 3,5 / 10

1964 – Der Hexer
Ähnlich wie es TSWLM innerhalb der Bondreihe ist könnte man den Hexer als eine Art „Best-of-Film“ der Wallacereihe bezeichnen. Viele der erfolgreichen und beim Publikum beliebten Zutaten der vorangegangenen 16 Filme wurden hier geballt berücksichtigt, dazu gesellte sich eine absolute All-Star-Besetzung. So fuhr man mit den Herren Fuchsberger, Drache und Lowitz die drei beliebtesten Scotland Yard-Ermittler gleichzeitig auf. Dass Der Hexer trotz diesem Overkill an Zutaten und Besetzung nicht unter den allerbesten Wallaceverfilmungen zu finden ist liegt vor allem an der doch etwas zu behäbigen Inszenierung. Die Schnitzeljagd auf der Suche nach dem Hexer ist unterhaltsam anzuschauen, aber wirklich packend oder spannend ist das alles nicht. Schade, denn etwas mehr von dem Thrill den Vohrer in den Toten Augen so fabelhaft zelebrierte hätte dem Film gut getan. So ist der Hexer halt „nur“ ein vergnüglicher Actionkrimi, der sich aber dennoch seinen Platz unter den besseren Wallacefilmen verdient.
Wertung: 7 / 10

1964 – Das Verrätertor
Das Verrätertor war seinerzeit das Prestigeobjekt der Rialto, drehte man doch durch die Unterstützung britischer Partner den kompletten Film in England und konnte dadurch auch mit den wohl spektakulärsten Locations der Serie aufwarten. Gleichzeitig stellt Das Verrätertor auch eine ziemliche filmische Ausnahme innerhalb der Serie dar, so wird die Geschichte doch komplett aus Verbrechersicht gezeigt während Scotland Yard lediglich eine winzige Nebenrolle inne hat. Dadurch wie auch durch die ungewöhnliche Rififi-angehauchte Story wurde das zusehends enger werdende stilistische Korsett der Wallacefilme etwas erweitert was eine angenehme Abwechslung zu den immer formelhafter werdenden Verfilmungen darstellte. Dennoch kann nicht übersehen werden, dass der Film wenngleich routiniert inszeniert dennoch über weite Strecken viel zu konventionell und nur mit gedrosseltem Tempo daherkommt. In Summe trotz diverser positiver Elemente (wie das sehr beschwingte Anfangsdrittel oder Peter Thomas toller Score!) ist Das Verrätertor somit nur Durchschnitt.
Wertung: 5,5 / 10
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Maibaum
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21. Dezember 2011 18:33

AnatolGogol hat geschrieben: 1962 – Das Gasthaus an der Themse
Der Film ist erstaunlich, Vohrer macht da weiter wo er bei den Toten Augen aufgehört hat, gerade so als ob es den völlig missglückten Schlösser-Film nie gegeben hätte. Einmal mehr haben wir hier eine glänzende Besetzung angeführt natürlich von der grandiosen Flickenschildt. Auch Das Gasthaus glänzt durch eine großartige Atmosphäre, eine Vielzahl an skurrilen Charakteren („Gubanov-Gewürze Im- und Export“), tollen Regieeinfällen und peppiger Action. Die Story ist schlüssig und bietet eine verblüffende Auflösung.
Die Auflösung wer der Hai ist? Ach komm, das ist doch meilenweit absehbar.
Ansonsten war das Gasthaus glaube ich immer mein Lieblingswallace.

Aber ich mag deine Wallace Tour. Sehr vergnüglich zu lesen, und ganz interessant es mit meinen Erinnerungen zu vergleichen.

Ich kannte immer nur die 16 die ich als Kind 1973 im ZDF in der Wallace Reihe gesehen hatte, na ja, nicht alle, die Samstags um 23 Uhr waren für mich nicht alle machbar in dem Alter. Hochspannend damals, zumindest meistens.
So richtig liebte ich sie dann als die um 1977 noch einmal wiederholt wurden. Die selben 16 noch einmal. Als dann anfangs der 80ger mal 2 andere kamen (Rote Orchidee und Gelbe Narzissen) hat es mich aber schon nicht mehr interessiert. Ich habe die eher der Vollständigkeit halber gesehen, und fand das beide auch zu den schwächsten gehören.
Ich kannte also, bis auf eine Ausnahme, nur die s/w Wallace Filme. Erst vor 3 Jahren habe ich mir ein paar der späteren angesehen. Zumindest Die Blaue Hand war ganz vergnüglich. Interessant wären vielleicht mal die letzten 4, um zu sehen wie sehr die anders sind.
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danielcc
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21. Dezember 2011 22:01

um hier mal meinen wichtigen Beitrag zu leisten:
Habt ihr euch auch mal gewundert, warum der erste Film "Der Frosch mit der Maske" heißt? Es ist ja eigentlich: "Der Mann mit der Froschmaske" :-)
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Maibaum
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21. Dezember 2011 22:13

Ich glaub der heißt so weil der Roman so hieß ...

Aber solche Fragen stellt man auch nicht weil sie irgendwie unfair sind. ;)
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danielcc
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21. Dezember 2011 23:25

Maibaum hat geschrieben:Ich glaub der heißt so weil der Roman so hieß ...

Aber solche Fragen stellt man auch nicht weil sie irgendwie unfair sind. ;)

Im Grunde stimmt der Titel ja doch, weil der Verbrecher ja als "der Frosch" bekannt ist... und eben eine Maske trägt. Nur ist das ein Zirkelschluss... er nennt sich Frosch, weil er eine Froschmaske hat, und weil er somit "der Frosch" ist kann man sagen, "der Frosch trägt eine Maske"... hach, wie tiefsinnig...
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AnatolGogol
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21. Dezember 2011 23:40

Maibaum hat geschrieben:Die Auflösung wer der Hai ist? Ach komm, das ist doch meilenweit absehbar.
Findest du? Ich bin glaub ich noch beim dritten mal sehen von der Auflösung verblüfft gewesen. Das Raffinierte daran ist ja, dass es sich um eine innerhalb der Handlung wie selbstverständlich auftretende Figur handelt, die dadurch kaum in Verdacht geraten kann. Ohne hier zuviel zu spoilern: aber in einem der Vorgänger-Filme (ich meine es sind die Toten Augen) gab es eine ganz ähnliche Figur, die einfach nur als Ausschmückung bzw Stichwortgeber für den Inspektor diente (die zugegebenermaßen allerdings auch nicht ganz so prominent besetzt war).
Maibaum hat geschrieben:Aber ich mag deine Wallace Tour. Sehr vergnüglich zu lesen, und ganz interessant es mit meinen Erinnerungen zu vergleichen.
Das freut mich! Der harte Teil steht mir ja noch bevor, spätestens ab 1966 werden die guten Filme doch eher rar...aber da muss ich jetzt durch!
Maibaum hat geschrieben:Ich kannte immer nur die 16 die ich als Kind 1973 im ZDF in der Wallace Reihe gesehen hatte, na ja, nicht alle, die Samstags um 23 Uhr waren für mich nicht alle machbar in dem Alter. Hochspannend damals, zumindest meistens.
So richtig liebte ich sie dann als die um 1977 noch einmal wiederholt wurden. Die selben 16 noch einmal. Als dann anfangs der 80ger mal 2 andere kamen (Rote Orchidee und Gelbe Narzissen) hat es mich aber schon nicht mehr interessiert. Ich habe die eher der Vollständigkeit halber gesehen, und fand das beide auch zu den schwächsten gehören.
Ich habe da ganz ähnliche Erinnerungen, für mich war der Erstkontakt auch via ZDF Anfang der 80er (ich glaub 1981). Die „harmloseren“ kamen um 19:30 unter der Woche, die „härteren“ dann kurz vor 0 Uhr Freitags und Samstags. Ich erinnere mich noch sehr gut an mein traumatisches Erlebnis mit den Toten Augen, eben einer von denen die erst kurz vor Mitternacht liefen. Mein 10 Jahre älterer Bruder war großer Wallacefan und schaute sich die immer an, ich als kecker ABC-Schütze lies mich auch von dem gruseligen Bild in der Programmzeitung (Motiv: Adi Berber) nicht abschrecken und beteuerte meiner Mutter und meinem Bruder gegenüber: ach was, das jagt mir keinen Schrecken ein, den könnt ihr mich ruhig anschauen lassen! Ist mir heute noch ein Rätsel wie ich meine Mutter dazu breitschlagen konnte, denn eigentlich war so was in dem Alter völlig ausgeschlossen. Jedenfalls kam dann endlich der Film, ich sass mit meinem Bruder vorm TV und bereits nach den ersten 30 Sekunden rutschte ich immer tiefer unter meine Decke und spätestens beim Anblick von Adi Berber war mein ganzer Mut dann dahin. Die restlichen 90 Minuten verbrachte ich dann zusammengekauert unter meiner Decke ohne noch mal einen Blick auf das Geschehen zu werfen. :mrgreen:
danielcc hat geschrieben: Im Grunde stimmt der Titel ja doch, weil der Verbrecher ja als "der Frosch" bekannt ist... und eben eine Maske trägt. Nur ist das ein Zirkelschluss... er nennt sich Frosch, weil er eine Froschmaske hat, und weil er somit "der Frosch" ist kann man sagen, "der Frosch trägt eine Maske"... hach, wie tiefsinnig...
Das Original heisst ja "The Fellowship of the Frog", ist aber auf deutsch übersetzt auch net so der Bringer. Nur "Der Frosch" klingt au net so toll - von daher finde ich "Der Frosch mit der Maske" ungeachtet seiner Sinnhaftigkeit als Titel durchaus gelungen.
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AnatolGogol hat geschrieben:
Maibaum hat geschrieben:Die Auflösung wer der Hai ist? Ach komm, das ist doch meilenweit absehbar.
Findest du? Ich bin glaub ich noch beim dritten mal sehen von der Auflösung verblüfft gewesen. Das Raffinierte daran ist ja, dass es sich um eine innerhalb der Handlung wie selbstverständlich auftretende Figur handelt, die dadurch kaum in Verdacht geraten kann. Ohne hier zuviel zu spoilern: aber in einem der Vorgänger-Filme (ich meine es sind die Toten Augen) gab es eine ganz ähnliche Figur, die einfach nur als Ausschmückung bzw Stichwortgeber für den Inspektor diente (die zugegebenermaßen allerdings auch nicht ganz so prominent besetzt war).
Beim ersten Mal habe ich es bestimmt auch nicht gewusst, aber wenn man etwas mehr Seherfahrung hat, dann weiß man daß es immer die Typen sind die nie verdächtig sind aber trotdem öfter auftauchen. Das Agatha Christie Prinzip.

Bei Filmen ist es noch einfacher als in den Büchern, da es dann immer auch noch etwas prominentere Darsteller sind.

Erschrecken konnten mich die Wallace Filme glaube ich nicht, aber sie waren halt sauspannend. Zum Erschrecken hätten es schon richtige Horrorfilme sein müssen.

Das indische Tuch lief um 19:30, und löste eine Debatte aus weil irgend ein Schüler das nachgemacht hat, mit tödlicher Folge.

Die letzten 4 (teils mit Gialli Elementen versehen) laufen nur selten im TV, oder?
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