The Battle for Bond

Auch die unglaubliche und unverkennbare 007-Melodie und die einzelnen Titellieder haben viel zur Legende James Bond beigetragen! Für die jugen Bondfans gewinnen die 007-Games immer mehr an Bedeutung, revolutionär war damals sicher "GoldenEye 64"!
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MX87
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29. November 2009 14:45

Gestern kam bei mir endlich das Buch The Battle for Bond an. Es ist allerdings kein Bondroman, sondern beschäftigt sich mit dem buchstäblichen Krieg der um das Franchise geführt wurde.
Am bekanntesten dürften noch die Vorgänge mit Kevin McGlory sein. Doch auch andere Streitigkeiten werden hier behandelt. Interessant sind hier vor allem die verschiedenen nicht realisierten Bondfilme. Anstatt DN hätte es fast Thunderball als ersten Bondfilm gegeben, mit Alfred Hitchcock als Regisseur und James Stewart als James Bond. Wir erfahren aber auch von verschiedenen Drehbüchern vom Meister Ian Fleming selbst: Bei seiner Filmversion würde sich Bond im ersten Film in einem inneren Monolog dem Publikum vorstellen, was sehr den typischen Monologen in den Romanen ähnelt (die auch im Film vorkommen würden). Auch über das Kevin McGlory-Projekt Warhead, einem Vorgänger von NSNA, wird berichtet. Hier würde Bond gegen Roboter-Haie kämpfen und der Showdown würde in Form eines Angriffs auf die Freiheitsstatue in New York stattfinden, die dem Bösen als Versteck dient...

Ich habe das Buch bisher nur überflogen, doch schon jetzt kann ich sagen, dass dies eine wahre Fundgrube für Fans ist, die auch etwas über die Hintergründe der Filme wissen wollen. Bisher ist es leider nur auf Englisch erhältlich, doch jedem der Englisch kann sei das Buch ans Herz gelegt :wink:

Eine Leseprobe:
http://www.mi6.co.uk/sections/articles/ ... tract.php3
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young
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4. Dezember 2009 18:13

Bin jetzt beim vierten Kapitel angekommen und bin schon jetzt vom Buch begeistert. Was dort an Hintergrundinfos geboten wird toppt jedes andere Buch, das ich über Bond gelesen habe.

Gerade die Evolution der Thunderball-Storyline ist eine wahre Achterbahnfahrt. Anfangs sah es so aus, dass die United Services Organisation (Armee Entertainer die die Stützpunkte mit ihren Shows besuchen) unterwandert wird und auf einem Stützpunkt eine Bombe gezündet werden soll. Im groben also ein Storytwist der später in OP aufgegriffen wurde. Soweit Flemings erstes Script-Treatment. Erst danach kam die Entführungsgeschichte hinzu. Dabei wurde die Bombe von der Mafia gestohlen, erst danach kam die Idee zu SPECTRE. Auch trat in einem Script-Entwurf (Ende der 50er) eine Figur mit dem Namen Fatima Blush auf, die wir erst in NSNA auf der Leinwand sahen und dann auch in der Rolle der Bösen.
Auch interessant ist zu sehen wie Fleming selber nicht davon überzeugt war, dass sein Roman Casino Royale einen guten Film abgeben würde. Wohlgemerkt scheint er zum Glück die US-Version von 1954 nie gesehen zu haben. Auch interessant die Anekdoten woher die Einfälle zu DAF stammen (Las Vegas-Trip Flemings) und er einen Taxifahrer im Buch nach seinem Kumpel benannte, der ihm auf dem Trip begleitete.
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007James Bond
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4. Dezember 2009 19:19

MX87 hat geschrieben: Auch interessant ist zu sehen wie Fleming selber nicht davon überzeugt war, dass sein Roman Casino Royale einen guten Film abgeben würde. Wohlgemerkt scheint er zum Glück die US-Version von 1954 nie gesehen zu haben.
Das erklärt dann wohl, das er seine späteren Werke bewusst mehr wie Filme geplottet hat. Casino Royale spielt sich zu ca. 50% im Kopf von Bond ab. Bleibt vielleicht gerade mal eine Stunde fürs Zelluloid übrig.
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4. Dezember 2009 19:53

007James Bond hat geschrieben:
Das erklärt dann wohl, das er seine späteren Werke bewusst mehr wie Filme geplottet hat.
Darauf wird auch stark im Buch eingegangen. Ende der 50er hatte Fleming viele und lange Diskussionen mit McClory. Fleming war zwar einer neuen Story für den Bond-Film nicht abgeneigt, aber wollte nach Möglichkeit auch einen seiner eigenen Romane verfilmt sehen. Allerdings war ihm auch selbst klar, dass seine Romane zu wenig visuell für eine werkgetreue Umsetzung als Film waren. Für eine Verfilmung von DAD als ersten Bondfilm bot er sogar an selbst die Story auf mehr Visualität "aufzumotzen".
McClory wollte aber unbedingt eine Story mit den Bahamas als Schauplatz und vielen Tauchaufnahmen. Der Grund lag darin, dass er von der Location begeistert war und er selbst Bond mit sehr exotischen Schauplätzen etablieren wollte. Fleming als passionierter Taucher sprach das natürlich auch an, was zu der Entwicklung von Thunderball führte. Im übrigen wusste ich bisher auch nicht, dass Fleming und Jaquces Cousteau sich gut kannten.
Eines der Highlights der Bilder im Buch ist auch ein Foto von Fleming am Strad mit Harpune in der Hand in TB-Pose :wink:

Das Buch räumt auch damit auf, dass Thunderball als Pilot für eine TV-Serie gemacht werden sollte. Zwischen 1954 und DN wurden die Rechte an Filmadaptionen der verschiedenen Romanen an verschiedene Personen veräußert. So wollte ein Schauspieler/Produzent MR verfilmen, was aber nicht zu Stande kam. McClory sicherte sich das Recht "den ersten Bond-Kino-Film" zu machen. Etwa zeitgleich war von anderen auch geplant aus FRWL einen 90 Minütigen TV-Film zu machen.
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Terence Young
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6. Dezember 2009 23:04

Interessant auch der stärkste Grund wieso Hitchcock nicht Bond machte: Das liebe Geld.

Das Trio Bryce, Fleming und McClory wollten den ersten Bondfilm für ein Budget von etwa 800.000$ bis 1 Mio $ realisieren. Ein Großteil davon, so waren sie sich sicher, würden allein die Unterwasserszenen erfordern. Hitch verlangte aber schon allein für sich 400.000$...

Auch schmeckte dem Trio Hitch's Gewinnbeteiligung nicht. Für seine letzten Filme erhielten er und James Stewart 75% der Einnahmen, während der Rest an das Studio Paramount ging. Wohlgemerkt finanzierte das studio die Filme zu 100%.
Ebenso hatte man Angst, dass Hitch zu viel Freiheit will, was den Film angeht...
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Terence Young
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11. Dezember 2009 05:48

Nochmal ein paar Details die man in verschiedenen TB-Drehbuchentwürfen vorfand:

- Felix Leiter taucht auf und stirbt gleich im ersten Film. Übrigens ein Vorschlag von Ian Fleming höchstpersönlich.

- Nach bzw. während des Abspanns sollte der Zuschauer sehen wie SPECTRE-Männer den Behälter mit dem Lösegeld bergen und mit ihm in die Luft fliegen: Statt Lösegeld lieferte man (natürlich absichtlich) eine Bombe.


Shatterhand? Liest du nicht auch gerade das Buch?

Sag mal was dazu, ansonsten wird das hier noch der Schizophreniker-Thread :wink:
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Shatterhand
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11. Dezember 2009 18:47

Öhm, ich hab es erstmal nur bei amazon bestellt und hier rumliegen. Ih werd erstmal noch schnell "Geschüttelt, nicht gerührt" von Metin Tolan zuende lesen und dann damit anfangen. Dann mehr dazu. Das Tolan-Buch ist übrigens auch ganz interessant, wenn auch nicht ganz so wie erwartet.
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