Die allgemeine Diskussionsplattform zu den Bond-Filmmusiken

Auch die unglaubliche und unverkennbare 007-Melodie und die einzelnen Titellieder haben viel zur Legende James Bond beigetragen! Für die jugen Bondfans gewinnen die 007-Games immer mehr an Bedeutung, revolutionär war damals sicher "GoldenEye 64"!
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Möge dieser Thread als allgemeine Diskussionsplattform und Informationssammelbecken für die in den Bond-Filmen integrierte Musik dienen:



Nachfolgend zur Einstimmung eine Serie von Links zu einem englischsprachigen, zweistündigen Beitrag mit dem Titel "James Bond Greatest hits", der in 14 Teilen bei Youtube hinterlegt ist. Leider hat die GEMA in Deutschland den Part gesperrt, der "A view to a kill" (1985) und "GoldenEye" (1995) betrifft. Ansonsten sind meines Erachtens einige aufschlussreiche Interviewpassungen und Zwischeninformationen widerzufinden.





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Update: Michael Kamens Bond-Beitrag „Licence to kill“ (1989)


In vielerlei Hinsicht stellt Timothy Daltons zweiter Bond-Auftritt meines Erachtens einen Kontinuitätsbruch im bisher bekannten Gefüge der Reihe dar, so dass für mich als Hardcorefan der Serie die ersten 25 Produktionsjahre als klassisches in sich abgeschlossenes Prozedere in Erinnerung bleiben.

John Glens fünfte Regie-Arbeit für das Franchise sorgte erstmalig für ein realitätsverhafteteres, soziales Gefüge in der Fantasiewelt der Filmfigur, in welcher dem Geheimagenten nicht mehr ein überstilisiertes, unkritisierbares Über-Ich zu eigen war, sondern ein interaktives normales Leben in einer menschlichen Gesellschaft zugestanden wurde, in dem James Bond nicht nur Gast auf einer Hochzeit war, sondern auch als Trauzeuge fungierte und er mit menschlichen Charaktereigenschaften ausgestattet war, die das strahlende moralische Heldentum vergangene (Film)-Tage schlecht aussehen lies. Gerade durch den Tatbestand, dass die Figur viel ‚bewusster’ Schuld im Kampf gegen das Böse auf sich lud, da Bond mehr von seinen (Rache-)Gefühlen angetrieben wurde als von logisch hinterfragtem, seriösem Handeln, erfuhr der positiv gestimmte Heldenmythos des Weltenretters böse Dellen, welche der Zuschauer zwar nicht gleich plakativ ausfindig machte, sondern nur das Bauchgefühl ihm verriet, dass dieser spezielle Kinoheld vergangener Tage sich in diesem Zelluloid-Abenteuer nicht mehr an die Art von Fairplay hielt, die eine Identifikationsfigur auszeichnete.
Besonders unangenehm offenbarte sich dieses in der Todesszene von Milton Krest, die Bond durch hintertriebenes Mobbing bei Franz Sanchez hervorgerufen hatte. Während das Ehrgefühl der Zuschauer einen Zweikampf Mann gegen Mann akzeptierte, bei welcher der Held den Bösen "richtet", stieß dieses 'unmoralische' Verhalten auf wenig Zustimmung. "Licence to kill" war in vielerlei Hinsicht der Bond-Film, in dem das Abschlachten von Opfern verstärkt Methode war und weniger der "edle" Zweikampf, der für die ausgleichende Wunschgerechtigkeit beim Publikum sorgte.


Überleitend zur Musik von Michael Kamen (1948 - 2003) unterscheidet sich diese somit auch radikal zu den gesamten Vorgängerarbeiten der Serie. Statt durchkomponierter, harmonisch klingender Melodien ist die Notation förmlich auf 'Krieg' ausgerichtet. Sie macht sich verstärkt durch Disharmonien, unterbrochene Akkorde und eine Notenführung bemerkbar, in welcher die Begleitmusik jegliche Form eines Mitsummcharakters ausschließt. Nimmt man das Love-Theme und die Passagen, in denen das James Bond-Thema zum Zuge kommt, aus der Gesamtgleichung dieser Filmkomposition heraus, sind es vorwiegend avantgardistische Klangstrukturen, die von immer wieder ansteigenden kreischenden Crescendi unterlegt sind. Diese intonieren symbolisch kurz aufblitzende Spannungsmomente, wobei ein atonales Klangspektrum verstärkt dafür sorgt, dass der Score für das Ohr schwer eingängig ist. Dem gegenüber stehen dann immer wieder vereinzelt vorgetragene Gitarrensoli, die eine lateinamerikanische landschaftliche Atmosphäre reflektieren, welche auch als Liebesthema dient. Die komplexe Uneingängigkeit dieser Komposition ist mit ein Grund, warum man somit weitaus mehr Zeit benötigt, bis man die Stücke auswendig im Kopf abrufen kann.

Ein zusätzliches Problem bei diesem Soundtrack besteht in der Kompilation des Scores auf bisher veröffentlichten Musikträgern. Was auch immer im Jahre 1989 bei der Produktion des 16. offiziellen Bond-Films zwischen EON Productions Limited und der US-amerikanischen Verleihfirma abgegangen ist, so weisen einige verräterische Spuren darauf hin, dass es Missstimmungen im Vorfeld der Veröffentlichung dieses Films gegeben haben dürfte. So wirkt nicht nur die gesamte Plakatkampagne wie eine last Minute-Lösung, die desaströs zusammengeschustert ist, sondern auch der Soundtrack erweist sich als wild zusammen gewürfelter Mix einzelner Musikframes, die auf der Schallplatten-B-Seite einfach vermehrt einander gereiht sind, so dass die aus dem Film stammende Musik auf dem Musikträger wenig komplettierte Passagen bereithält. Ein ordentliches Widererkennen wird erschwert, weil einzelne symphonische Puzzel-Elemente beliebig unstrukturiert aufeinander folgen.
Zusätzlich wurde die A-Seite den damaligen Marktverhältnissen angeglichen, was die verstärkte Nachfrage von in Filmen integrierten Popmusikstücken anging, die als neues Erfolgsmodell den Plattenabsatz antreiben sollten. Während dies bei Filmen wie „Top Gun“ (1986) zu großen Erfolgsverkäufen geführt hatte, machte dies bei Bestandsreihen, welche das Massenpublikum schon jahrelang verfolgt hatte weniger Sinn. Während George Lucas und Steven Spielberg ihrem Hauskomponisten John Williams auf seinen musikalischen Tonträgerveröffentlichungen weiterhin freie Hand ließen, machte sich der neue Trend schon bei John Barrys letzter Auftragsarbeit für die Bond-Reihe bemerkbar, indem statt einem Gesangsstück gleich drei veröffentlicht wurden. Bei „Licence to kill“ kam nun das Problem auf der A-Seite hinzu, dass hier nun gar vier Gesangsstücke zum Tragen kamen, von denen aber nur das Titelstück funktionierte, während die anderen drei sich wie Fremdkörper gebärden, wobei das Stück „Wedding Party“ von Ivory dazu in keiner Weise auch nur veröffnungswert war.
Die von MCA veröffentlichte Einspielung ist dann rund 13 Jahre später - im Gegensatz zu anderen Bond-Filmmusiken zum 40. Geburtstag der Reihe - auch weder überarbeitet noch neu aufgelegt worden, so dass sich hier ein weiterer Stiefkindfaktor breit macht, den dieser Film begleitet. Schon bei seiner Veröffentlichung auf Laserdisc Anfang der Neunziger befand sich der Film nicht im MGM/UA-Sortiment, sondern wurde von einer anderen Firma vertrieben.

Hat man dann als Fan auch noch dieses Zeitfenster bewusst miterlebt, als der Score veröffentlicht wurde, schwelgen im Hinterkopf auch Erinnerungen zu anderen Filmbeiträgen mit, deren musikalische Begleitungen für die Eigenwahrnehmung weitaus gefälliger waren und somit nicht nur die Wahrnehmung der Bond-Filmmusik im Vergleich zu den Vorgängerwerken erschwert haben sondern auch in direkter Konkurrenz zu anderen Blockbuster-Produktionen jener Tage in der Eigenwertung weiter hinten anstehen lies. So ist es kein Zufall, dass im heutigen Nischenmarkt der „Complete Score“-Veröffentlichungen Filmmusikbeiträge wie John Williams „Indiana Jones and the last crusade“, Jerry Goldsmiths „Star Trek V – The final frontier“ oder Danny Elfmans „Batman“ als vollständige Editionen herausgegeben worden sind, während zu Michael Kamens Bond-Beitrag von 1989 bisher weiter Schweigen herrscht, obwohl sich am Horizont etwas Hoffnung abzeichnet, da in nächster Zeit zeitlich entstandene Parallelwerke wie „Renegades“ (1989) und „Road house“ (1989) von Michael Kamen auf den Markt gebracht werden.



Michael Kamens Bond-Arbeit wird gerne der Vorwurf gemacht, seine Komposition zu sehr seinen Genre-verwandten Arbeiten zu „Lethal weapon“ (1987) und „Die hard“ (1988) angeglichen zu haben. Da diese musikalischen Beiträge sich von den Arbeiten anderer Filmmusikkomponisten zu jenem Zeitpunkt deutlich unterschieden, ist dieser Vorwurf nicht ganz von der Hand zu weisen – und in Diskussionen unter Fans ist die Frage, ob diese Musik für dieses 007-Abenteuer auch anders hätte gelöst werden können, berechtigt, bzw. passt der nun existierende polarisierende Score so zu diesem polarisierende Bondfilm?
Gerade auch im Hinblick auf die Tatsache, dass Michael Kamen sehr wohl in der Lage war, der klassisch romantisch angehauchten Linie seines Vorgänger John Barry (1933 - 2011) folgen zu können, welches er mit dem Score „Robin Hood: Prince of thieves“ (1991) eindrucksvoll bewies, kann man sich als Fan ernsthaft die Frage fragen stellen, ob dies nach frühen Arbeiten im Stile von „Brazil“ (1985) oder „Highlander“ (1986) nicht der glücklichere Lösungsweg gewesen wäre.

Leider gibt es bis heute keine Aussagen von Seiten der Filmemacher bzw. des Komponisten ob für „Licence to kill“ musikalische Wunschpräferenzen geäußert worden sind, so dass der Score ‚gerade’ im Action-Stil der Vorgängerarbeiten zu „Lethal Weapon“ und „Die hard“ angelegt werden sollte oder ob die Auftragsübernahme an Michael Kamen so knapp bzw. spät kam, dass kaum Zeit für ihn war, sich wirklich etwas Neues auszudenken.

Hier schweigen sich auch die Analen darüber aus, ob EON Productions Limited auch mit anderen Komponisten verhandelt hat und manche Absagen erst so spät erfolgt sind, dass dann auch Michael Kamen eine last Minute-Lösung gewesen ist. Der unbestätigte Verdacht liegt jedenfalls nahe. Die englischsprachige Homepage “filmtracks.com" gibt diesbezüglich folgenden Kommentar in ihrer Rezension zu Michaels Kamens Arbeit zu Protokoll:

“… Throat surgery, however, did not allow Barry to fit the film into his schedule, and a last minute removal of Clapton yielded a title song performed by Gladys Knight that suffered from attribution problems. The score was subsequently handed to Michael Kamen late in production, too.”


Sicherlich passt der nun existierende Score zwar zu diesem besonderen „Kriegsfuß“-Abenteuer des Geheimagenten und verleiht dem Film ein sehr eigenständige, spezielle düstere Atmosphäre, welche seine besondere polarisierende Stellung im Franchise somit doppelt markiert – als Filmbeitrag und als außergewöhnlicher Soundtrack innerhalb der Beitragsreihe, aber wäre halt auch mehr drin gewesen und in wie weit hätte die Wahrnehmung eines romantisch angehauchten Score den Film gravierend in seiner Endwahrnehmung verändert? Schwer auszumalen aber sicherlich ein faszinierender Ansatzpunkt für Diskussionen. Im Umkehrschluss wäre es sicherlich auch interessant die Frage in Raum zu werfen, ob einem polarisierenden Beitrag der Reihe auch ein polarisierender Score eines neu beauftragten Komponisten besser zu Gesicht steht als ein as-usual-Beiträg eines Widerholungstäter wie im Falle von „Quantum of solace“ (2008) ?


Wie sich die Eigenwahrnehmung in musikalischer Hinsicht ändern kann, hat übrigens der Komponist und versierte Bond-Filmfan Rich Douglas anhand des nachfogenden Stücks aufgezeigt, welches eher in einen reduziert klingenden Barryesken Stil angelegt ist:





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5. Februar 2012 15:15

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Zwei weitere Beispielclips zum Thema "Action-Einlagen" in Bond-Filmen, die mit 'anderer' Musik unterlegt sind. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack, wobei ich bei der Skiverfolgungsjagd in "For your eyes only" (1981) bei diesem speziellen Musikunterleger eher das (un)gewollt komische Element sehe.




... mit Dank an Kevin17 für diesen Link




... und unter der Kategorie "nicht ernst zu nehmener Spassfaktor" :wink:


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