Kleine Gedankenspielerei - Bond-Darsteller und Autoren

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Eine kleine Gedankenspielerei aus purer Langeweile - man vergleiche die Bond-Autoren mit den -Darstellern. Trotz nicht ganz exakter Reihenfolge kommen da ein paar interessante Gemeinsamkeiten zutage.

Ian Fleming (Sean Connery): Er hat Bond erfunden, geprägt und gilt auch bis heute unbestritten als der beste Autor im 007-Universum. Jeder neue muss sich praktisch an ihm messen. Die Geschichten sind in den 50ern / 60ern angesiedelt und vermischen reale Kriegsspionage mit Over-the-Top-Elementen.

Kingsley Amis (George Lazenby): Hat genau einen einzigen Roman verfasst - hier enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon, da Lazenby ein Nobody ist und Amis zu den grösseren Schriftstellern gehört.

John Gardner (Roger Moore): Er hat von allen Autoren die meisten Bond-Bücher geschrieben. Seine Geschichten werden immer eigenständiger und entfernen sich mehr und mehr von Fleming, die Unterhaltung wird grösser geschrieben und Bond ein "menschlicherer", lustigerer Charakter. Action, Exotik und Entertainment verdrängen das alte Spionagefeeling.

Raymond Benson (Pierce Brosnan): Er kehrt gewissermassen mehr zu Fleming zurück und lässt viele Gardner-Ideen wieder fallen. Allerdings spielen die Romane in den Neunzigern und um die Jahrtausendwende, sind actionreicher und gehen bald mehr in die Richtung Videospiel / Kinofilm. Dazu tauchen immer mehr Gadgets auf, Q wird präsenter und M ist eine Frau.

Sebastian Faulks (Timothy Dalton): Wollte zurück zu den Anfängen, zum Realismus, zu Fleming, allerdings ohne auf Action und Bond-Feeling zu verzichten. Kam dem Original wohl am nächsten, allerdings spaltete sich die Fangemeinde: die einen sahen ihn als würdigen Bond-Autor mit Fleming-Nähe und hohem Unterhaltungswert, andere empfanden sein Buch als langweilig und schwach.

Jeffery Deaver (Daniel Craig): Hat (den Literatur-)Bond in die Gegenwart geholt und erfrischend modernisiert. Gadgets im klassischen Sinne spielen keine grosse Rolle mehr, dafür werden interessante Ideen wie ein neuer, anderer (jüngerer!) Q eingebaut.

Ich möchte noch anfügen dass ich mich bei Gardner und Benson auf Leseproben und die Meinung / Beschreibung des Siegfried Tesche im grossen James-Bond-Lexikon (ca. 2004) stütze, nicht auf die eigene Erfahrung mit ganzen Romanen!
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