Bond-Verkörperung - Fluch oder Segen?

#1
Hallo,
ich hatte mal wieder mal rumgeschnuppert und mir ist ein interessantes Thema eingefallen. Ich hatte in einigen Threads gelesen (hofftlich richtig! :wink: ), das ein paar der Schauspieler mehr oder weniger Glück mit der Rolle des britischen Superagenten hatten. Natürlich wäre jeder Mann mal gerne Bond… James Bond - weil er die insgeheimen Wünsche von Männern (und auch Frauen) anspricht: mal schöne Frauen begegnen, exotische, fremde Orte besuchen, der Thrill und Kick bei der Rettung der Welt verspüren, das Spiel des Lebens spielen im Casino, die ganzen Gagdets von Q ausprobieren, etc. pp. Aber wenn man sich das ganze von der Seite des verkörperden Schauspielers betrachtet, schaut's doch ziemlich anders aus.
Obwohl man dadurch Ruhm und Reichtum erlangte, gab es auch andere Seite des Bond-Daseins: Connery hing die Rolle zum Hals heraus, Lazenby hatte danach keine größeren Rollen bekommen, Moore hasste Pistolen und das Töten, Dalton wollte nicht mehr und Brosnan will nicht in einer Schublade gesteckt werden.

Ist die Rolle von James Bond ein Fluch oder ein Segen für diejenigen, die den spielen?
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#2
Naja, es ist in dem Sinne ein Segen, daß man auf jeden Fall durch die Rolle bekannt wird. Und daß sie auch sicherlich eine Menge Geld einbringt. Zudem ist es sicher cool, so eine Rolle zu spielen, in der einen (fast) nichts aufhalten kann.

In dem Sinne ist es aber auch ein Fluch, denn es muß recht schwer sein, gerade den Ansprüchen der Zuschauer und vorallem in das Rollenbild von Ian Fleming's Bond zu passen.

Man kann es sehen wie man will.
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So long,

James Lyle
Bitte lesen!

#3
Wenn der Schauspieler in seinem Leben ähnlich wie Bond ist, dann ists ein Segen.
Die Dreharbeiten machen sicher mehr spaß als andere, weil viel in die Luft fliegt, viel angenehmes gemacht wird und man wenig text auswendig lernen muss.

Zudem kriegt man mit der Zeit einfluss und kann die Bonds mitbestimmen.


Schauspieler die mehr wollen, und die sich nicht mit der serie identifizieren können sind sicher fehl am platz.


Brosnan macht das ganz schlau, natürlich ist er für die ganze welt james bond, aber er zeigt schon während seiner Bondkariere dass er mehr kann.
Ich denke er wird sich nach Bond nciht verstecken brauchen.

Connery, war vorher weitgehend unbekannt im Filmbiz, Roger Moore war gar kein Schauspieler, Lazenby auch nicht und Dalton ist wieder da wo er hingehört - im Theater.

Also wirklich geschadet hat es sich für keinem, auch wenn es nicht umbediungt genützt hat !
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#4
Oh Lazenby hat im Jahr 2000 einiges zu tun gehabt. Er hat in meiner Lieblingsserie "Pretender" mitgespielt. Zwar stark gealtert, aber nicht übel. Besser als ein Bond war er jedenfalls.
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So long,

James Lyle
Bitte lesen!

#5
Also für Sean Connery war Bond ganz klar der Einstieg ins große Filmgeschäft. Ohne Bond hätte er mit Sicherheit nicht für Hitchcock gearbeitet und den heutigen Status bekommen. Daß er nach fünf Filmen von Bond die Nase voll hatte, kann ich schon verstehen, wenn man bedenkt, was für ein Medienrummel um ihn gemacht wurde. Er mochte es ja (verständlicherweise) auch nicht, auf der Straße mit "Mr. Bond" angesprochen zu werden. Nachdem er durch Bond die nötige Popularität erlangt hatte, konnte er ja zeigen, daß er auch wirklich schauspielern kann ("The Hill", "Marnie"). Sonst wäre er auch wohl kaum so lange so erfolgreich im Geschäft. Also dürfte Bond für ihn ganz klar ein Segen gewesen sein, auch wenn er das vielleicht nicht ganz so sieht. Aber um zwischendurch noch mal ein paar Millionen Extra-Dollars zu machen, kam Bond ihm dann wieder ganz gelegen (Rückkehr 1 "Diamantenfieber, Rückkehr 2 "Sag niemals nie").

George Lazenby war kein Schauspieler. Deshalb ist auch wenig verwunderlich, daß Bond für ihn nicht der Start zu einer glorreichen Filmkarriere war. Hätte er sich nach Bond bemüht, eine richtige Ausbildung zum Schauspieler zu machen, hätte er wohl mit seinem vergangenen Bondruhm einen leichteren Wiedereinstieg ins Filmgeschäft schaffen können. Ein gewisses Maß an Talent war ja wohl vorhanden. So aber wurde/wird er nicht engagiert, weil er George Lazenby ist, sondern weil er mal Bond war.

Roger Moore war bereits vor Bond ein sehr gut bezahlter Schauspieler, der ja bekannterweise bereits einige erfolgreiche TV-Serien (Simon Templar, Die 2) gedreht hatte. Seine Ausflüge ins Kino ("Tödlicher Salut"," Ein Mann jagt sich selbst") waren leider nicht ganz so erfolgreich. Nach seinem ersten Bond kam für ihn auch der Einstieg ins große Filmbusiness und er wurde mit fast 50 noch zum internationalen Filmstar. Und mit dem Presserummel hatte Moore auch weniger Probleme als Connery. Und die große anhaltende Popularität hat für ihn ja auch noch Vorteile bzgl. seiner Tätigkeit für UNICEF. Also auch für Moore ein Segen.

Timothy Dalton ist und war eigentlich immer mehr ein Theaterschauspieler. In der Rolle als Filmstar hat er sich wohl nie so richtig wohlgefühlt. Trotzdem dürften seine zwei Bondeinsätze ihm auch nicht geschadet haben. Immerhin war er danach noch in Großproduktionen ("Rocketeer", "Looney Tunes") und großen TV-Produktionen ("Scarlett", "Cleopatra") zu sehen und ist weiterhin im Theater gefragt. Also auch Segen.

Pierce Brosnan war vor Bond immerhin schon ein TV-Star ("Remington Steele", "Noble House", "In 80 Tagen um die Welt"). Wenn man sich aber ansieht, was er kurz vor Bond so gemacht hat, kann man wohl sagen, daß seine Karriere nicht gerade steil bergauf ging. Direkt nach "GoldenEye" war er dann aber in mehrern großen Hollywoodfilmen zu sehen ("Dante's Peak", "Mars Attacks") und hat nach Gründung seiner eigenen Produktionsfirma nun die Möglichkeit, die Filme zu machen, die er machen will ("Der amerikanische Neffe", "Die Thomas Crown Affäre"). Er ist jetzt ein Weltstar und hat offensichtlich auch großen Einfluß auf die Bondfilme.

Es dürfte also keinen Schauspieler geben, dem es geschadet hat, Bond gespielt zu haben. Die Vorteile dürften die wenigen Nachteile wohl bei weitem übersteigen.

#6
:respekt:

Ich fürchte dagegen kommt keiner an :D


Ich glaube ich kann dir voll und ganz zustimmen (hab glaub ich was ähnliches geschrieben)
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#7
@007: Roger Moore war vor Bond schon Schauspieler!

Ob die Rolle als 007 Fluch oder Segen ist, kann von zwei Seiten betrachtet werden. Zum einen wird man sicherlich berühmt durch die Verkörperung von James Bond, man verdient viel Geld und macht sich einen Namen. Aber wie auch in anderen Actionspektakel wie z.B. The Matrix ist es mittlerweile nicht mehr nur der Darsteller der Hauptperson, der den Film erfolgreich macht. Ein Bondfilm hat heute einfach zu viele Zutaten als dass man sagen könne der Erfolg gebühre nur Brosnan.

So ist die Bondrolle für Charakterschauspieler nicht unbedingt förderlich, aber auch kein Fluch. Das große Geld macht man aber sowieso NICHT als Charakterdarsteller. Wie Terminator und Matrix, bzw. Schwarzenegger und Reeves zeigen, bekommen z.T. einfache Actionhelden ein um vieles höheres Gehalt als vielseitig, "wirkliche" Darsteller.

KNOX
Zuletzt geändert von KNOX am 31. Dezember 2003 19:15, insgesamt 1-mal geändert.

#8
Roger Moore hat aber meines Wissens in keinen großen Kinofilmen mitgespielt, oder ?


"Das große Geld macht man aber sowieso als Charakterdarsteller"
Wohl eher das gegenteil, wie du ja später selbst sagst !


Sicher ist Brosnan nciht allein der, der die letzten Bondfilme erfolgreich machte, aber
beim nächsten Bondfilm errinnern sich die Leute doch meistens nur noch an Brosnan, Connery...

Ausnahmen sind sicherlich Beißerdarsteller Kiel und Fröbe.
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#9
Hallo!

Brosnan machte die letzten 007-Filme nicht erfolgreich!
Vielmehr war es das vorgefertigte Super-Image, das die anderen Darsteller schufen, und auch Albert broccoli und Harry Saltzmann!
Brosnan ist für mich höchstens unterer Durchschnitt!

Grüßle
ernst
Zuletzt geändert von ernst stavro b. am 24. August 2005 00:22, insgesamt 1-mal geändert.

#10
Du vergisst dass es Cubbys und Harrys Traumbesetzung war :wink:
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#11
007 hat geschrieben:Roger Moore hat aber meines Wissens in keinen großen Kinofilmen mitgespielt, oder ?


"Das große Geld macht man aber sowieso als Charakterdarsteller"
Wohl eher das gegenteil, wie du ja später selbst sagst !


Sicher ist Brosnan nciht allein der, der die letzten Bondfilme erfolgreich machte, aber
beim nächsten Bondfilm errinnern sich die Leute doch meistens nur noch an Brosnan, Connery...

Ausnahmen sind sicherlich Beißerdarsteller Kiel und Fröbe.
Roger Moore hat duchaus in großen Kinofilmen mitgespielt: "Die Wildgänse kommen" oder auch "Auf dem Highway ist die Hölle los". Beides waren Großproduktionen, die international sehr erfolgreich waren. Wobei "Highway" ja auch noch eine der wenigen US-Produktionen war, in denen er mitgespielt hat. Moore hat sich (freiwillig!) meistens auf britische Filme beschränkt.

Ich denke schon, daß Brosnan ein Grund war, warum die letzten Bond allesamt außerordentlich erfolgreich waren. Die Mehrheit der Kinogänger findet ihn als Bond ideal.

Klar verdient mal als Charakterdarsteller weniger. Das liegt aber wohl vor allem daran, daß anspruchsvolle Filme an den Kinokassen nicht so erfolgreich sind (natürlich gibt es da Ausnahmen). Und der kommerzielle Erfolg entscheidet nunmal über die Gage, also den Marktwert eines Schauspielers.

#12
007 hat geschrieben:Du vergisst dass es Cubbys und Harrys Traumbesetzung war :wink:
Hallo 007!

Eine Traumbesetzung ... für mich garantiert nicht!

Viele Grüße
ernst
Zuletzt geändert von ernst stavro b. am 24. August 2005 00:22, insgesamt 1-mal geändert.

#13
Sorry, aber Deine Meinung stellt nun mal nicht die Meinung der Produzenten oder die Meinung der Bondfans weltweit dar. Fakt ist, daß Brosnan weltweit als Bond akzeptiert ist. Ob der eine oder andere ihn nicht mag, ist vollkommen unerheblich. Solange die Brosnan-Bonds haufenweise Geld einspielen, werden die Produzenten versuchen, ihn zu halten. Wenn der Großteil der Kinogänger Brosnan nicht mögen würde, würden die Einspielergebnisse nicht so großartig sein und die Produzenten würden die Rolle umbesetzen.

#14
Hallo sonni73!

Ja, ich weiß,ich habe eine andere Meinung als viele andere: Fürmich sind Connery und Lazenby das "nonplusultra". Es geht nicht besser, sie haben die Grundlagen geschaffen, an denen kann keiner rütteln!

Grüßle
ernst
Zuletzt geändert von ernst stavro b. am 24. August 2005 00:23, insgesamt 1-mal geändert.

#15
Du scheinst aber zu vergessen, dass sich Brosnan sehr stark an Connery orientiert, was die Darstellung der Rolle angeht! Man sollte sowieso mehr von Connery als nonplusultra ausgehen, da sich auch Lazenby sehr an der Darstellung Connerys orientierte...
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"Sie sind nicht mein Typ!"
"Klug?"
"Single!" (Casino Royale 2006)