Reviews und Kritiken zu EIN QUANTUM TROST (BONDFANS)

Am 6. November 2008 startete das 22. James-Bond-Abenteuer mit Daniel Craig in seinem 2. Auftritt als 007! Alle Meldungen, Gerüchte, Fakten und Fragen zu QUANTUM OF SOLACE und allen weiteren Bondfilmen (BOND 23 etc.) hier herein! [Leseforum]
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Wie bewertet ihr EIN QUANTUM TROST? (Bitte nur bewerten, wenn man den Film auch gesehen hat!)

10 - Ein Meisterwerk
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1 - der schlechteste Film den ich je gesehen habe
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Insgesamt abgegebene Stimmen: 122
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VJ007
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20. Dezember 2009 22:37

danielcc hat geschrieben:Nach langer Zeit schreiben ich mal wieder hier etwas, und zwar aus folgendem Grund:

Heute habe ich versucht, Ein Quantum Trost erstmals mit meinen Eltern (knapp über 60) zu gucken, was ich bei praktisch jedem Bondfilm so gemacht habe. Das führt bei mir immer dazu, dass ich den FIlm aus einem vollkommen anderem Blickwinkel sehe. In diesem Fall war es leider besonders extrem.

Um es kurz zu machen: Nach einer Stunde haben wir abgebrochen, weil es einfach unerträglich war. Meine Eltern haben in den Actionszenen NICHTS mitbekommen, sie haben von der Story NICHTS verstanden, da alles wirklich immer nur in genuschelten Nebensätzen erzählt wird. Schnelle Schnitte, unnötige Perspektiven- und Locationswechsel tragen noch dazu bei. Was mir erst jetzt aufgefallen ist, wie schlimm teilweise in einzelnen Szenen 2 oder 3 Schauorte vermischt werden (Opernhandlung auf der Bühne, Operhandlung hinter den Kulissen, Tanner im MI6 Gebäude und dann noch M zu hause!). Erschwerend kommt hinzu, dass der Film scheinbar doch nicht verständlich ist, wenn man nicht die Handlung und Charaktere von CR genau im Kopf hat. Namen wie Vesper und LeChiffre werden ebenfalls in den Raum geworfen, ohne Erklärungen. Der schlimmste Punkt war aber der, dass man auf der DVD in Kombination mit unserem Heim-TV praktisch NICHTS von den Dialogen verstehen konnte selbst auf höchster Lautstärke. Sorry, ich bin ja ein Kinofan und Dolby Surround ist auch nett, aber man sollte sich mal wieder wirklich mehr Mühe geben, auch auf einem Standardnormal-Steore TV einen anständigen Ton zu bieten! EIne Frechheit ist zudem die Tatsache, dass die im Film in andere Sprache gesprochenen Dialoge (italienisch bei Mathis) standardmäßig englisch untertitelt sind, und man erst durch zuschalten des deutschen Untertitels auch diese Sätze auf deutsch zu lesen bekommt. Was aber wiederum in der Taxiszene zu einem unfassbaren Gewusel von sich überschneidenden Sätzen und Untertiteln führt. Eine Frechheit!

Tja, was soll ich sagen, für mich war das soeben wirklich ein bitteres Erlebnis, da ich eigentlich Bondfilme immer stolz und gerne anderen Leuten und meinen Eltern vorführe. Aber ich glaube noch so ein Film, in diesem Tempo und in diesem Stil, und man wird sich einige langjährige Bondfans vergraulen.

Ích weiß, jetzt werden einige sagen: "Dann sind deine Eltern eben dumm und ihr TV ist Mist" aber mich hat es echt schockiert und ich habe es durch ihre Augen auch selbst so empfunden, dass der Film für normalsterbliche eigentlich eine Frechheit ist
Kommen da etwa erste Zweifel an dem neuen Weg der Bondfilme?

VJ007
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shishum
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20. Dezember 2009 22:40

Vielleicht hättest du deinen Eltern vorher CR zeigen sollen...
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danielcc
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20. Dezember 2009 22:53

meine Eltern haben vor einer Zeit mal CR gesehen. Aber für Nicht-Fans verschmilzen sowieso alle Bondfilme zu einer homogenen Masse.

Die Zweifel bezüglich QOS gibt es bei mir sowieso. Der war in jeder Hinsicht Klassen schlechter als CR. Aber das es so heftig wäre, hätte ich nicht gedacht. Mir zeigt das nur, dass wenn man Filme für die ganze Familie machen will, man sich eben doch an bestimmte Film-Regeln halten sollte. All die werden ja bei QOS mit Füßen getreten. Mir hat das aber auch die Augen geöffnet für die Schwächen von QOS jenseits der Stilistik. Meine Eltern haben immer gefragt:
- um was geht es denn?
- wer ist denn der richtige Schurke?
- wo sind Q und Moneypenny (OK, das Thema hatten wir...)

und mir ist dabei aufgefallen, dass im Vergleich zu einigen Klassikern wie GF oder TSWLM oder auch TND, irgendwie die Klarheit fehlt, die Struktur. DIe Rllen sind nicht klar verteilt, alles ist kompliziert, man lässt sich keine Zeit für Charaktere. Ich denke, besonders ältere Leute sind mit dieser Art der Erzählung überfordert.

Selbst kleinste Momente sind in QOS verwirrend. Wenn Bond Slate getötet hat, zieht er sich dessen Klamotten an um seine Rolle zu übernehmen. Die Szene ist aber sehr merkwürdig montiert, er öffnet den Schrank, dann wischt er sich plötzlich Blut aus dem Gesicht, um schon im nächsten Moment wie selbstverständlich am Empfang nach Neuigkeiten zu Fragen. Bis dahin ist so vieles so schnell erzählt worden, man peilt nichts, und schwupps, sitzt er mit Camille im Auto, die ihn wiederum für jemand anderen hält. Dann kommt der Höhepunkt, man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen:

- ein Geologe hat Greene hintergangen
- er will Infos a Camille, Greenes Freundin geben, somit hintergeht Camille ebenfalls Greene
- Camille will eigentlich nur Medrano
- Camille erwartet den Geologen, den sie nicht kennt
- Bond tötet Slate, den er nicht kennt und übernimmt dessen Rolle in Camilles Auto
- Camille hält Bond für den Geologen, den sie nicht kennt, Bond spielt die Rolle von Slate, die er nicht kennt und der nicht der Geologe ist, macht aber nix, weil eh keiner keinen kennt
- wir erfahren, dass Slate, der nicht der Geologe ist, Camille töten sollte.
- erstaunlicherweise wird auch Bond vom bösen Motorradfahrer für Slate gehalten, scheinbar kennt also wirklich niemand irgendwen
- und als sei das noch nicht genug, kommt in der gleichen Szene noch Medrano hinzu, den wir nicht kennen, den Camille töten will, aus Gründen die wir nicht kennen, und all das wird dann in Bruchstücken während einer lauten Bootsverfolgung erzählt, die man auch nicht nachvollziehen kann.

PROST!
- später kommt Camille wieder auf Greenes Party, der sie vorhin noch umbringen wollte.
- und zwischendurchn ist Bond schon wieder 2 mal um die Welt gereist.

Sorry, der Bondfilm mit dem miesesten Storytelling...
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Maibaum
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21. Dezember 2009 00:15

danielcc hat geschrieben:meine Eltern haben vor einer Zeit mal CR gesehen. Aber für Nicht-Fans verschmilzen sowieso alle Bondfilme zu einer homogenen Masse.

Die Zweifel bezüglich QOS gibt es bei mir sowieso. Der war in jeder Hinsicht Klassen schlechter als CR. Aber das es so heftig wäre, hätte ich nicht gedacht. Mir zeigt das nur, dass wenn man Filme für die ganze Familie machen will, man sich eben doch an bestimmte Film-Regeln halten sollte. All die werden ja bei QOS mit Füßen getreten. Mir hat das aber auch die Augen geöffnet für die Schwächen von QOS jenseits der Stilistik. Meine Eltern haben immer gefragt:
- um was geht es denn?
- wer ist denn der richtige Schurke?
- wo sind Q und Moneypenny (OK, das Thema hatten wir...)

und mir ist dabei aufgefallen, dass im Vergleich zu einigen Klassikern wie GF oder TSWLM oder auch TND, irgendwie die Klarheit fehlt, die Struktur. DIe Rllen sind nicht klar verteilt, alles ist kompliziert, man lässt sich keine Zeit für Charaktere. Ich denke, besonders ältere Leute sind mit dieser Art der Erzählung überfordert.

Selbst kleinste Momente sind in QOS verwirrend. Wenn Bond Slate getötet hat, zieht er sich dessen Klamotten an um seine Rolle zu übernehmen. Die Szene ist aber sehr merkwürdig montiert, er öffnet den Schrank, dann wischt er sich plötzlich Blut aus dem Gesicht, um schon im nächsten Moment wie selbstverständlich am Empfang nach Neuigkeiten zu Fragen. Bis dahin ist so vieles so schnell erzählt worden, man peilt nichts, und schwupps, sitzt er mit Camille im Auto, die ihn wiederum für jemand anderen hält. Dann kommt der Höhepunkt, man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen:

- ein Geologe hat Greene hintergangen
- er will Infos a Camille, Greenes Freundin geben, somit hintergeht Camille ebenfalls Greene
- Camille will eigentlich nur Medrano
- Camille erwartet den Geologen, den sie nicht kennt
- Bond tötet Slate, den er nicht kennt und übernimmt dessen Rolle in Camilles Auto
- Camille hält Bond für den Geologen, den sie nicht kennt, Bond spielt die Rolle von Slate, die er nicht kennt und der nicht der Geologe ist, macht aber nix, weil eh keiner keinen kennt
- wir erfahren, dass Slate, der nicht der Geologe ist, Camille töten sollte.
- erstaunlicherweise wird auch Bond vom bösen Motorradfahrer für Slate gehalten, scheinbar kennt also wirklich niemand irgendwen
- und als sei das noch nicht genug, kommt in der gleichen Szene noch Medrano hinzu, den wir nicht kennen, den Camille töten will, aus Gründen die wir nicht kennen, und all das wird dann in Bruchstücken während einer lauten Bootsverfolgung erzählt, die man auch nicht nachvollziehen kann.

PROST!
- später kommt Camille wieder auf Greenes Party, der sie vorhin noch umbringen wollte.
- und zwischendurchn ist Bond schon wieder 2 mal um die Welt gereist.

Sorry, der Bondfilm mit dem miesesten Storytelling...
Autsch, das tut weh ...

... nichts hat sich geändert in einem halben Jahr. Immer noch der gleiche Unsinn zum gefühlten 1000. Mal. Diesmal allerdings schlecht als Familienfilm. Großartiges Kriterium für Filme.

Immer wieder erstaunlich wie man Filme so wenig verstehen kann die man so oft gesehen hat. Dannys Verständnisschwiergkeiten von einfachen Filmen sind nach wie vor verblüffend.

Köstlich ...
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danielcc
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21. Dezember 2009 00:20

Maibaum hat geschrieben:
Autsch, das tut weh ...

... nichts hat sich geändert in einem halben Jahr. Immer noch der gleiche Unsinn zum gefühlten 1000. Mal. Diesmal allerdings schlecht als Familienfilm. Großartiges Kriterium für Filme.

Immer wieder erstaunlich wie man Filme so wenig verstehen kann die man so oft gesehen hat. Dannys Verständnisschwiergkeiten von einfachen Filmen sind nach wie vor verblüffend.

Köstlich ...
aber sonst gehts noch? ich habe nicht gesagt, dass ich irgendwas nicht verstanden habe. aber das was ich oben beschrieben habe, ist nun mal und zwar recht konfus. ich habe den film im übrigen häufig verteidigt in den vergangenen monaten.
und das Kriterium "Film für die ganze Familie" halte ich bei einem Bondfilm für absolut legitim. Es tut mir leid, wenn du das alles nicht nachempfinden kannst, aber ich finde es schade, wenn ältere Generationen durch den Stil des Films so abgehängt werden, da es nicht nötig ist.

Dass der Film zudem gravierende Mängel im Tempo und im Aufbau hat, nun ja, das halte ich nicht mals für Geschmackssache, das ist für mich offensichtlich.
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Powers
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21. Dezember 2009 00:24

danielcc hat geschrieben:
Maibaum hat geschrieben:
Autsch, das tut weh ...

... nichts hat sich geändert in einem halben Jahr. Immer noch der gleiche Unsinn zum gefühlten 1000. Mal. Diesmal allerdings schlecht als Familienfilm. Großartiges Kriterium für Filme.

Immer wieder erstaunlich wie man Filme so wenig verstehen kann die man so oft gesehen hat. Dannys Verständnisschwiergkeiten von einfachen Filmen sind nach wie vor verblüffend.

Köstlich ...
aber sonst gehts noch? ich habe nicht gesagt, dass ich irgendwas nicht verstanden habe. aber das was ich oben beschrieben habe, ist nun mal und zwar recht konfus. ich habe den film im übrigen häufig verteidigt in den vergangenen monaten.
und das Kriterium "Film für die ganze Familie" halte ich bei einem Bondfilm für absolut legitim. Es tut mir leid, wenn du das alles nicht nachempfinden kannst, aber ich finde es schade, wenn ältere Generationen durch den Stil des Films so abgehängt werden, da es nicht nötig ist.

Dass der Film zudem gravierende Mängel im Tempo und im Aufbau hat, nun ja, das halte ich nicht mals für Geschmackssache, das ist für mich offensichtlich.

Mein lieber daniel,diesmal tue ich dir voll zu stimmen. Na dan prost!
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Maibaum
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21. Dezember 2009 01:16

danielcc hat geschrieben: aber sonst gehts noch? ich habe nicht gesagt, dass ich irgendwas nicht verstanden habe. aber das was ich oben beschrieben habe, ist nun mal und zwar recht konfus. ich habe den film im übrigen häufig verteidigt in den vergangenen monaten.
und das Kriterium "Film für die ganze Familie" halte ich bei einem Bondfilm für absolut legitim. Es tut mir leid, wenn du das alles nicht nachempfinden kannst, aber ich finde es schade, wenn ältere Generationen durch den Stil des Films so abgehängt werden, da es nicht nötig ist.

Dass der Film zudem gravierende Mängel im Tempo und im Aufbau hat, nun ja, das halte ich nicht mals für Geschmackssache, das ist für mich offensichtlich.
Nur das es nicht offensichtlich ist, außer wenn man den Film nicht versteht, oder nicht verstehen will.

Komisch ich finde da gar nichts konfus.
Und allgemeine Verständlichkeit ist oftmals nur eine andere Umschreibung für Mainstream. Oder Mittelmäßigkeit.

Letzten Winter hatte ich schon bei Thunderball den Eindruck das du dich wirklich anstrengst den Film NICHT zu verstehen. Oder dich einfach weigerst, wenn nicht alles haargenau erklärt wird, einfach mal die Fantasie spielen zu lassen.
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VJ007
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21. Dezember 2009 17:49

Maibaum hat geschrieben:
danielcc hat geschrieben: aber sonst gehts noch? ich habe nicht gesagt, dass ich irgendwas nicht verstanden habe. aber das was ich oben beschrieben habe, ist nun mal und zwar recht konfus. ich habe den film im übrigen häufig verteidigt in den vergangenen monaten.
und das Kriterium "Film für die ganze Familie" halte ich bei einem Bondfilm für absolut legitim. Es tut mir leid, wenn du das alles nicht nachempfinden kannst, aber ich finde es schade, wenn ältere Generationen durch den Stil des Films so abgehängt werden, da es nicht nötig ist.

Dass der Film zudem gravierende Mängel im Tempo und im Aufbau hat, nun ja, das halte ich nicht mals für Geschmackssache, das ist für mich offensichtlich.
Nur das es nicht offensichtlich ist, außer wenn man den Film nicht versteht, oder nicht verstehen will.

Komisch ich finde da gar nichts konfus.
Und allgemeine Verständlichkeit ist oftmals nur eine andere Umschreibung für Mainstream. Oder Mittelmäßigkeit.

Letzten Winter hatte ich schon bei Thunderball den Eindruck das du dich wirklich anstrengst den Film NICHT zu verstehen. Oder dich einfach weigerst, wenn nicht alles haargenau erklärt wird, einfach mal die Fantasie spielen zu lassen.
Nun ja, ich würde mal sagen, dass dcc einer der absoluten Bondexperten in diesem Forum ist und auf jeden Fall mehr Ahnung als DU hat :lol: .

Und dass in einem Bondfilm, der aus 105 Minuten zerschnippelter Action besteht, die Story etwas zu kurz kommt, ist ja wohl klar. :roll:

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Maibaum
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21. Dezember 2009 18:26

Ich würde sagen der Film hat gerade so viel Story wie er benötigt um die Bilder und Einstellungen wirken zu lassen. Wenig Ballast, nur Essenz.
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danielcc
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21. Dezember 2009 18:38

LOL, so kann man es auch sagen. Wie gesagt, ich habe auch lange Zeit hier gesagt, dass der FIlm nicht weniger Story habe als andere Bondfilme. In der Tat ist die Story ist sehr ausgefuchst und rafiniert.
Es ist nur die Art und Weise wie viele Details zwischen Action, schlechtem Ton, schnellen Schnitten und Untertiten übermittelt werden (oder eben nicht), die mich, aber vor allem sicherlich ältere Zuschauer verärgern. Wenn der Film so lang wäre, wie viele der anderen Bondfilme, glaube ich wäre das kein Problem gewesen bei gleicher Action. Aber so ist es doch recht happig.

und ich erinnere hier nur mal an viele Rezensionen und Aussagen von Fans, die auch jede Menge Details nicht mitbekommen haben (ganz abgesehen von Details, die bis heute nicht geklärt sind). Da kann man nicht einfach eine leicht verständliche Story abschätzig als mainstream bezeichnen. Totaler Quatsch! Eine Story, die dem Großteil des Publikums leicht verständlich ist, ist zwingende Voraussetzung für einen Film, und für einen Bondfilm alle Mal, denn der ist nämlich der Inbegriff für Mainstream und das ist nichts Negatives.
Ich will gar nicht wissen, wie viele Fans den Film im Detail nicht verstanden haben, das aber nicht zugeben würden oder sich dessen gar nicht bewusst sind.

Noch etwas: WIr als Fans haben immer den gewaltigen Vorteil, dass wir vieles schon vorher wissen und uns mit den Schauspielern und Rollen vertraut machen. 2 Beispiele:
- wenn Camille auf Greenes Öko Party auftaucht, erkennt man sie kaum wieder, da sie vollkommen anders aussieht und vor allem ihr Erscheinen gar keinen Sinn macht (Greene wollte sie ja mehrmals Töten). Ergo die unsicher Frage meiner Eltern: Das ist doch nicht die vom Anfang oder?
- Wer CR nicht genau im Kopf hat, wird auch Mr. White bei Tosca kaum wiedererkennen.
- die Details der Vesper/Yusef/Bond Story rafft man ohne CR natürlich gar nicht. Ach ja, selbst die Fans die CR en detail kennen, haben ja nicht verstanden, wer nun mit wem in CR zusammengearbeitet hat, sprich: War Mathis nun ein Verräter oder nicht?

So, das reicht erstmal. Sorry, wenn sich manche durch meine intellektuellen Unzulänglichkeiten angewiedert fühlen, aber unabhängig davon, dass QOS tolle Stärken hat, so bleibt er für mich doch einer der Bonds, mit den gravierendsten Schwächen.
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MX87
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21. Dezember 2009 19:54

Naja die Kritik an QOS kann ich schon nachvollziehen. Ich halte QOS zwar für einen der 10 besten Bondfilme, aber er hat tatsächlich in meinen Augen Mängel die ihm einen Status als neo-Klassiker wie z.B. CR verweigern.

Wie ich schon einmal schrieb dürfte das größte Problem die kurze Laufzeit des Films sein. Für die Story die er erzählt ist der Film etwa 20 Minuten zu kurz. Was daraus folgt ist ein Tempo bei dem eine Location nach der anderen abgespult wird und es kaum einen Ruhepunkt und daraus Entwicklungszeit für die Charaktere gibt. Eines was die Vorgänger von QOS sehr gut gemacht hatten, waren die Locations so zu nutzen, dass der Zuschauer quasi "eintauchen" konnte und ein Feeling für den Schauplatz bekam. In QOS sind die Locations aber verhältnismäßig kurz zu sehen Bregenz z.B. etwa 4 Minuten. Im Grunde wirkt es so als würde man das Schema "Locationwechsel, Actionszene, Locationswechsel, Actionszene..." abspulen. Ruhigere Momente wie zB. in CR in denen die Charaktere sich einfach nur entfalten sieht man in QOS leider nur selten.
Ich mag zwar auch Filme die durchaus ein schnelles Tempo haben, aber QOS nutzt das Potential das vorhanden ist nicht völlig aus. Mit etwa 20 Minuten längerer Laufzeit hätte der Film durchaus auf einer Augenhöhe mit CR sein können.

Allerdings ist zu beachten, dass ich den Rest des Films für grandios halte deshalb bekommt er nach wie vor 8 von 10 Punkten von mir :)
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

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007James Bond
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21. Dezember 2009 21:17

MX87 hat geschrieben:Was daraus folgt ist ein Tempo bei dem eine Location nach der anderen abgespult wird und es kaum einen Ruhepunkt und daraus Entwicklungszeit für die Charaktere gibt.
Wie in keinem anderem Bond-Film, außer dem Vorgänger. :wink:
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danielcc
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21. Dezember 2009 21:44

007James Bond hat geschrieben:
MX87 hat geschrieben:Was daraus folgt ist ein Tempo bei dem eine Location nach der anderen abgespult wird und es kaum einen Ruhepunkt und daraus Entwicklungszeit für die Charaktere gibt.
Wie in keinem anderem Bond-Film, außer dem Vorgänger. :wink:
sorry, aber du weißt das das Quatsch ist. Die Connery Bonds haben die exotischen Locations zelebriert. DN spielt an einem Ort, FRWL über lange Zeit an einem, GF sowies nur an zwei relativ unspektakulären, TB praktisch wieder nur an einem, YOLT nur in Japan, OHMSS nur in der Schweiz usw.
Erst TSWLM und MR gehen relativ verschwenderisch mit den Locations um aber NIE zuvor wurden Drehorte so schnell abgearbeitet wie in QOS. schlimmer noch, es gibt ein hin und her (bspw. mehrmals Italien und zwischendurch andere Kontinente), die doch alles (bewusst) sehr hektisch erscheinen lassen
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Shatterhand
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21. Dezember 2009 21:50

Naja, aber mal ehrlich: Dass "Normal-Zuschauer" Personen verwechseln oder nicht wiedererkennen, hat man doch oft in Filmen. Ich kann mich erinnern, dass nach CR Leute in Bondforen kamen und fragten, warum am Ende Le Chiffre wieder lebt (Gettler). Und ich bezweifle auch sehr stark, dass QOS die unverständlichste Story bisher hat. Wenn ich da an die Sache mit dem Fabergé-Ei in OP denke, oder die Details des Deals zwischen Whitaker und den Schneeleoparden, da bin ich mir sicher, dass das 60jährige auch nicht beim ersten Mal verstehen. Selbst ich könnte das selbst nach 50 mal Sehen nicht aus dem Stehgreif erklären.

Aber im großen und ganzen bin ich auch der Meinung, dass Fosters "Vision", den Film so schnell wie eine Kugel zu machen, dem Film teilweise eher schadet. Ich glaube, dass jede Menge interessanter Szenen auf dem Boden des Schneidetischs gelandet ist. Darunter vermutlich auch Szenen zwischen Elvis und Strawberry kurz vor ihrem öligen Abgang. Und ich könnte wetten, dass die Szenen irgendwann auftauchen, und irgendein Fan eine ausführlichere Fassung zusammenschneidet.
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danielcc
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21. Dezember 2009 22:10

na dann bin ich ja nicht der einzige der OP und TLD in den beschriebenen Details nicht versteht :-)

bei QOS kommt aber hinzu, dass praktisch die gesamte Story in diesem Tempo voranschreitet. Klar, man rafft irgendwie worum es geht. Für viele reicht das. Aber da sind doch so viele Details und Andeutungen versteckt, die man kaum beim ersten Mal mitbekommen kann..
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