Pierce Brosnan - Bond, Allgemein und News

Hier könnt ihr allgemein über die unvergesslichen 007-Filme, Darsteller, Dreharbeiten, Lifestyle, Skurriles und alles andere diskutieren, was auf irgendeine Art und Weise etwas mit dem berühmtesten Geheimagenten der Kinogeschichte zu tun hat! Viel Spaß! Gezielte Reviews und Filmdiskussionen bitte in das entsprechende Unterforum - danke!
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15. Februar 2010 18:41

Jo, er war ein super Schauspieler und hätte von mir aus noch weiterhin den Bond spielen können ,wenn man bedenkt wie lang Moore oder Connery Bond waren.
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Gernot
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15. Februar 2010 19:19

hier ein aktueller auftritt von pierce brosnan bei craig ferguson. sehr witzig, sie reden auch ein wenig über craig und bond.

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GreenePlanet
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23. Februar 2010 17:55

Weiß nicht obs schon mal gepostet wurde, da es schon paar Tage alt ist:

Pierce Brosnan: "James Bond" ist zu modern

Foto: Sylvain Gaboury / PR Photos
Los Angeles - Pierce Brosnan findet die neuen „James Bond"-Filme zu modern. Laut der "gala"-Onlineausgabe erklärte der Schauspieler, "007“ habe sich, seit Daniel Craig übernommen habe, total verändert. „Man wollte Bond modernisieren. Ich bin ja nicht freiwillig ausgestiegen. Wir haben über den fünften Film verhandelt, da kam der Anruf, dass ich draußen bin. Ein völliger Richtungswechsel", so der 56-Jährige. Obwohl er über seinen Rauswurf sehr enttäuscht gewesen sei, ist sich Brosnan dennoch sicher, dass sich seine Karriere, seit seinem letzten Bond, zum Positiven gewendet habe. "Umso glücklicher bin ich, wie sich meine Karriere entwickelt hat. Aber Schauspieler bin ich ja nur in zweiter Linie. Primär bin ich Vater", so der Hollywoodstar abschließend.
Pierce Brosnan ist übrigens ab übermorgen (18.02.) in dem Streifen "Der Ghostwriter“ in den deutschen und schweizerischen Kinos zu sehen. In Österreich startet der Film einen Tag später (19.02.).

Quelle: http://www.viviano.de/ak/News-Movie/pie ... 5816.shtml
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Valentine Zukovsky in GoldenEye
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23. Februar 2010 17:57

Und noch was interessantes:

Pierce Brosnan hat neue Bond-Filme nicht gesehen

Foto: Sylvain Gaboury / PR Photos
Los Angeles - Pierce Brosnan hat die beiden neuesten „James Bond"-Filme nicht gesehen. Der irische Schauspieler, der vor Daniel Craig die Rolle des Geheimagenten seiner Majestät innehatte, hat allerdings mehrere fehlgeschlagene Versuche hinter sich, "Ein Quantum Trost“ und „Casino Royale“ zu sehen. Laut der Onlineausgabe der „gala“ sagte er dazu: "Ich habe versucht sie im Flugzeug zu schauen. Ich dachte 37.000 Fuß sei eine gute Strecke, um sie zu schauen, aber irgendwie funktionierte etwas von Anfang an nicht. Einer der Flugbegleiter kam, um es zu reparieren, aber dann ging es ein zweites Mal kaputt. Also dachte ich: ‘Okay, die Götter scheinen mir etwas sagen zu wollen...‘ Also habe ich mich davon ferngehalten! Ich dachte mir: ‘Schlafende Hunde soll man nicht wecken‘."
Pierce Brosnan verkörperte von 1995 bis 2002 "James Bond". Dann wurde er von Daniel Craig abgelöst.

Quelle: http://viviano.de/ak/News-Movie/pierce- ... 5497.shtml
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Valentine Zukovsky in GoldenEye
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23. Februar 2010 18:00

Aber das muss ja nicht gleich negativ sein ;) Er hat sich ja schon positiv über Craig und die Filme geäußert. Es tut mir nur leid das er so einfach "abgewürgt" wurde.
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Gernot
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21. April 2013 20:35

Empireonline hat Pierce ein paar interessante fragen zu seinen filmen gestellt. hier die fragen zu 007, die restlichen kann man hier nachlesen: http://www.empireonline.com/features/fi ... ce-brosnan

über das TND-script fällt ihm nichts gutes ein.... leider fehlen fragen zu den anderen 2 bonds.

GoldenEye:
Did you ever pinch yourself when you were in that tank? Did you ever think, “Is this really happening?”

Completely. Absolutely. It’s a strange world to enter into because it was a world I never wished for or desired. It just came my way and it seemed like a golden opportunity to go do it. Then it disappeared. As far as I was concerned, it was never to be part of my life again. You have the responsibility to this character and it’s daunting, it’s overwhelming, it’s completely exhilarating.

Being in that tank really was a pinch yourself moment. You live through many of those on each film. You’re playing this iconic character that you know will be seen by just about everyone on the planet – everyone knows who the man is and what his job is. You just hope you get right and you hope you save the world. I went on to do it four times and I seemed to get away with it. I had nothing but the greatest gratitude for my time playing him: the joy of it all was making the movies. The joy of it was reading the script and thinking, “How do I fit into this, how am I going to pull this off?” Then going to work and being bedazzled by the artistry of the stunts, the sets, the whole tableau.

Tomorrow Never Dies (1997)

We recently interviewed Jonathan Pryce for the Empire Podcast and he mentioned that the script for Tomorrow Never Dies was a changeable one…

It was absolutely harem scarem, that script. There were fires being lit every which way, you didn’t know where to turn. It really was a mad caper. It started for me on the very first day with the temperature way above 100ºF and into the stratosphere, but we had to start. I was being strangled in the cockpit of a plane, I think… I still don’t know what the movie’s about. I honestly couldn’t tell you.

I remember Jonathan being his acerbic self and that was very entertaining. That did me no favours when I was standing there trying to give my best Bond impersonation. It was just hopelessly insane at times. Thank God for Michelle Yeoh. She has remained a great friend. A very impressive lady.
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danielcc
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22. April 2013 11:03

Erstaunlich eigentlich, wo doch das Script von TND am ehesten Sinn macht in der Brosnan Ära. und auch sehr leicht zu verstehen ist ;-)
Mal ehrlich: ich glaube GE ist konfuser, TWINE ist oft unlogisch, DAD ist... lassen wir das. Aber TND ist doch recht straight forward und linear. Sicher keine große Kunst aber das Script funktioniert für einen Bonfilm
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16. Mai 2013 13:37

Happy Birthday, Pierce!

Vor 60 Jahren erblickte Pierce Brendan Brosnan das Licht der Welt - womit er genauso alt ist wie der Geheimagent, den er als fünfter Schauspieler verkörperte. Brosnan verbrachte seine Kindheit in einer Kleinstadt in Irland. Nach der Scheidung seiner Eltern in seinem vierten Lebensjahr lebte er bei Verwandten. Im Alter von elf Jahren sah er mit seinem Stiefvater in einem Londoner Kino schließlich GOLDFINGER, der einen enormen Eindruck hinterließ. Gut dreißig Jahre später sollte Brosnan selbst die Rolle der Kino-Ikone James Bond übernehmen und erfolgreich in ein neues Jahrtausend führen. Doch der Charakter brachte ihm nicht nur Glück.

Nach der Schule besuchte Brosnan eine Schule für Kunst und Design und arbeitete als Straßen- und Zirkuskünstler. Nach einem Studium der Theaterwissenschaften wurde Tennessee Williams auf ihn aufmerksam und besetzte ihn in einem Stück. Der Durchbruch als Schauspieler kam schließlich 1982 mit der Fernsehserie Remington Steele. Doch die Erfolgsserie sollte sich vier Jahre später als Karrierehindernis erweisen. Pierce Brosnan sollte Roger Moore als Bond ersetzen und wurde bereits offiziell der Presse vorgestellt, aber eine Vertragsverlängerung in letzter Sekunde band ihn weiterhin an die Fernsehserie. Timothy Dalton übernahm die Rolle. Kurz darauf ereilte Brosnan ein weit schwererer Schicksalschlag - seine Frau Cassandra Harris, die im Bondfilm FOR YOUR EYES ONLY mitgespielt hatte, verstarb an Krebs.

Doch es gab eine zweite Chance für Pierce Brosnan, nachdem ein Rechtstreit den dritten Dalton-Bond verzögerte und dieser ausstieg. Nach erfolgreichen Rollen in AROUND THE WORLD IN 80 DAYS (1989) und MRS. DOUBTFIRE (1993) neben Weltstars wie Christopher Lee, Peter Ustinov oder Robin Williams übernimmt er 1994 die Rolle des James Bond. GOLDENEYE wird zum Mega-Erfolg und zerstreut alle Kritikerstimmen über die Filmfigur. Bond eröffnet Brosnan endgültig die Tür nach Hollywood. Er dreht mit Tim Burton (MARS ATTACKS!, 1996), Barbra Streisand (THE MIRROR HAS TWO FACES, 1996), Richard Attenborough (GREY OWL, 1999), John Boorman (THE TAILOR OF PANAMA, 2001) und Roman Polanski (THE GHOST WRITER, 2010). 2001 wird er vom People Magazine zum Sexiest Man Alive gekürt, was ihn mit Ur-Bond Sean Connery verbindet.

Nach vier Bondfilmen, die sehr erfolgreich an der Kinokasse waren und eine neue Generation von Fans begeisterten, ereilt Brosnan ein ähnliches Schicksal wie zuvor Tim Dalton - ein Rechtsstreit zwingt das Franchise zu einer mehrjährigen Pause und die Produzenten zum Umdenken. Ein Anruf enthebt ihn vom Amt des Weltretters. Zu der Figur hat er heute ein zwiespältiges Verhältnis - zum einen ist er dankbar, zum anderen bedauert er aber auch, dass sich sein Bond nie von vorgegeben Zwängen befreien durfte: "It never felt real to me. I never felt I had complete ownership over Bond." - "For me, the Bond that I played was caught in a time warp between what had gone before and what Daniel does now. I always felt the restraints of the storytelling and it just didn’t have enough bite to it. It was in the writing."

Neben seiner schauspielerischen Tätigkeit malt Brosnan und engagiert sich im Umweltschutz, wo er hauptsächlich für den Schutz der Meeresfauna kämpft. In LOVE IS ALL YOU NEED von der dänischen Regisseurin Susanne Bier spielte er 2012 einen Witwer. In seinem neuesten Filmprojekt HOW TO MAKE LOVE LIKE AN ENGLISHMAN übernimmt er neben Kristin Scott Thomas und Jessica Alba die Rolle eines sexsüchtigen Literaturprofessors, der seinen Lebenswandel überdenken muss.

Quelle: http://bond-and-beyond.blogspot.de
(Text von Martin Funke)

MfG
Bond-Skater
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MrWhiTe
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16. Mai 2013 19:22

Happy Birthday
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16. Mai 2013 22:05

Alles gute.
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AnatolGogol
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17. Mai 2013 08:58

Bond-Skater hat geschrieben:Zu der Figur hat er heute ein zwiespältiges Verhältnis - zum einen ist er dankbar, zum anderen bedauert er aber auch, dass sich sein Bond nie von vorgegeben Zwängen befreien durfte: "It never felt real to me. I never felt I had complete ownership over Bond." - "For me, the Bond that I played was caught in a time warp between what had gone before and what Daniel does now. I always felt the restraints of the storytelling and it just didn’t have enough bite to it. It was in the writing."
Ich stimme Brosnans Einschätzung bezüglich der Qualität der Bücher (oder dem was ich davon im fertigen Film zu erkennen meine) zu, weniger was die Story angeht als mehr in Bezug auf Figuren und ihre Beziehungen zueinander. Das wirkt häufig im Ansatz stecken geblieben und nicht zu Ende gedacht, beispielsweise die Beziehung Bond-Paris, der „Bond ist angeschlagen“-Gedanke in TWINE oder die völlig verschenkte Idee der Gefangennahme in DAD. Daher drängt sich schon der Verdacht auf, dass hier einiges mehr drin gewesen wäre. Andererseits: der gute Pierce ist nun auch nicht gerade der Schauspieler, der für eine nuancierte und facettenreiche Darstellung prädestiniert wäre. Ich kann nachvollziehen, dass er angesichts der Entwicklung die Figuren und Drehbücher in den Craigfilmen genommen haben da etwas nachtrauert, was er nicht hatte. Aber – und so ehrlich sollte er mit sich sein – er ist auch nicht der Darsteller für solch eine Interpretation. Ich glaube, Brosnan kommt mittlerweile - gerade auch in diversen Fanforen - vergleichsweise schlecht weg, weil man in seinen Bondfilmen nicht konsequent genug auf seine eigentlichen Stärken gesetzt hat. Der Versuch aus ihm eine Art Mittelding aus Connerys zynischer und Moores elegant-humoristischer Interpretation zu machen führte letztlich zu einem Kompromis, der wahre Eigenständigkeit vermissen liess und noch dazu durch die Mängel der Drehbücher (was für unterirdische Zoten und lauwarme Oneliner musste er da teilweise von sich geben!) weiter geschwächt wurde. Ich hätte mir stattdessen gewünscht, Pierce Brosnans Darstellung hätte wesentlich mehr von einem modernen Cary Grant gehabt, ganz ähnlich wie er es in seiner Paraderolle Remington Steele zum besten gab. Mehr Charme und Witz statt überlegenem Womanizer. Mehr Esprit statt hartem Möchtegernmacho-Gehabe. Mehr Gentleman als Snob. So hätte zumindest seine Darstellung weit mehr Eigenständigkeit gehabt als der letztliche Kompromis, welcher zugegebenermaßen aber in mitten dieser „Best-of-Bond“-Ära der 90er und frühen 00er auf merkwürdige Art zum Stil der Filme passend erscheint (und ihm wohl genau deshalb auch von den Machern aufgedrückt wurde).
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danielcc
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17. Mai 2013 11:25

Stirbe dir total zu.
Das bemerkenswerteste an Brosnan ist für mich übrigens seine total positive fast schon Fan-artige Einstellung zu der Serie, wie er sie während seiner Zeit immer bei den PR Marathons zur Schau gestellt hat. Er liebt die Serie so wie sie ist, und das fand ich als Fan immer sehr angenehmen.
Man wird ihm immer dankbar dafür sein, dass er im Grunde die Serie in den 90ern wieder "on track" gebracht hat.
Was die Drehbücher angeht: Hier sieht man wieder wie groß eben deren Einfluss auf einen Film ist. Alles was man bei Craig nun macht, gibt es in Ansätzen schon bei Brosnan aber eben nicht konsequent. wie du richtig schreibst, es liegt weniger an den Stories, die sind nämlich bei Craig nicht besser sondern eher banaler, sondern an den Figuren und den Dialogen. Ob Brosnan sowas wie CR gekonnt hätte, weiß ich nicht.
Aber dann bliebe immer noch die Alternative, seinen Bond wie Remington Steele oder Thomas Crown anzulegen. Steele wäre mir zu flapsig gewesen, für mich ist Thomas Crown seine Paraderolle.
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18. Mai 2013 11:43

danielcc hat geschrieben:Aber dann bliebe immer noch die Alternative, seinen Bond wie Remington Steele oder Thomas Crown anzulegen. Steele wäre mir zu flapsig gewesen, für mich ist Thomas Crown seine Paraderolle.
Ich glaube du meinst wahrscheinlich eher die leicht überdrehte Zappeligkeit, die Brosnan als Steele an den Tag legte, oder? Weil flapsig war er ja eigentlich überhaupt nicht sondern im Gegenteil immer ganz der Gentleman von Scheitel bis zur Sohle. Diese "Zappeligkeit" war ja im Konzept der Serie Remington Steele eine gewollte Referenz an die großen Screwball-Klassiker der 30er und 40er Jahre, an welche auch die Beziehung zwischen Brosnans Steele und Zimbalists Laura Holt immer wieder erinnert. Dieses Element hätte man für Bond natürlich nicht übernehmen können, aber daran habe ich auch nicht gedacht sondern viel mehr an den natürlichen romantischen Charme den Brosnan als Steele ausspielen kann. Das ist ganz ähnlich wie ihn auch Cary Grant hatte und wie ihn ähnlich auch Old Rog in seinen letzten fünf Bondfilmen ausspielen konnte. Als Bond hingegen wurde Brosnan immer als unwiderstehlicher Womanizer stilisiert - ganz in Anlehnung an den auf diesem Gebiet unschlagbaren "Sexualmagneten" Connery. Aber das wirkte bei Brosnan sehr aufgesetzt und verstärkte den konstruiert wirkenden Eindruck, den die Brosnanfilme ohnehin schon häufig vermitteln und verlieh seinem Bond auch etwas unpassend "kaltes" und distanziertes. Das mag nicht unbedingt unpassend für die Figur Bond sein, aber für den Darsteller Brosnan in meinen Augen schon. Etwas ähnliches kann man auch bei Moore beobachten, der zB in TMWTGG auch noch viel mehr in seiner Beziehung und Wirkung auf die Bondgirls nach dem Conneryschen Muster eingesetzt wurde. Richtig passend war auch das nicht, ab TSWLM durfte er gegenüber seinen Bondgirls dann viel mehr seines natürlichen Charmes ausspielen. Auch hätte ich mir gewünscht, dass man bei Brosnans Darstellung des Agenten 007 mehr auf Grips und Eleganz denn auf die Stilisierung als handfeste Einmannarmee im Dauerfeuermodus gesetzt hätte - auch hier drängt sich wieder das Beispiel des Gentlemen-Diebes Steele auf, der seine Fälle zumeist eher mit den bereits genannten Hilfsmitteln Grips und Eleganz gelöst hat.

Ich kenne das Crown-Remake noch nicht, da es morgen aber eh in der Glotze läuft geb ich ihm mal eine Chance, dann kann ich Brosnans dortige Rollenauslegung auch mal mit der bei Steele und Bond vergleichen.
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18. Mai 2013 16:00

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Bond Number Five - Pierce Brandon Brosnan


Jeder erfolgreiche Bond-Darsteller ist meines Erachtens auch irgendwie Kind seiner (Amts)Zeit; das bedeutet die Performance des jeweiligen Mimens ist nicht nur in die Serie eingebunden, sondern auch immer Antwort auf Gegenbewegungen des Kinomarktes, in dem die Filmreihe sich in Konkurrenz zu anderen Boxoffice-Beiträgen zu beweisen hat. Mit dem Übergang in die Siebziger war das Franchise nicht mehr Innovationsvorreiter, der den Ton innerhalb verschiedener Genres angab, sondern die Produzenten orientierten sich eher an aktuellen Trends und passten sich den Interessenschüben der gerade aktuellen Hauptzielgruppe an. Die veränderten Sichtweisen durch den ewigen Wandel der Hauptzielgruppe innerhalb der Jahrzehnte wurden auch schubweise durch den Austausch des Hauptdarsteller immer wieder Rechnung getragen, so dass die Serie weniger durch Eigeninnovationen punkten musste, sondern sich dem jeweiligen Massengeschmack geschickt annäherte, in dem man die Trendschübe gekonnt in die jeweiligen Filmbeiträge mal mehr oder weniger geschickt schaffte zu integrieren.


Beginn 1995

Pierce Brosnans Kernaufgabe mit seinem Einstieg ins Franchise war erst einmal das verloren gegangene Interesse einer sich veränderten Zuschauermasse zurückzugewinnen. Erinnert man sich an den Hauptentwicklungsschub, der Anfang der Neunziger die Kinolandschaft revolutionierte, so fällt einem als erstes die digitale tricktechnische Revolution ein, welche das Sehverhalten der Konsumenten gravierend verändern sollte. Während James Camerons Unterwassergrandezza „The abyss“ (1989) sein damals noch unaufgeklärtes Publikum überforderte, legte „Terminator 2: Judgment Day“ (1992) den Grundstein für das neuartige Kino, welcher dann mit Steven Spielbergs Verfilmung von „Jurassic Park“ (1993) zum massentauglichen Phänomen avancierte. Da diese Entwicklung parallel auch den Spielkonsolensektor der fünften Generation mit der Einführung von 3d-Grafiken vorbereitete, nutzte Hollywood die Möglichkeiten eines Crossovers dieser beiden Märkte und arbeitete verstärkt Abgleiche der entsprechenden zu mischenden Angebotsfaktoren aus um anstehende Gewinnchancen zu vermehren. So hatten die Bond-Filme unter der Ära Pierce Brosnan nicht nur die digitale Tricktechnik in Ton und Bild auf Stand der Zeit zu trimmen, sondern auch dem aktuellen Sehverständnis von Ego-Shooter-Spielkonzeptionen Rechnung zu tragen.
Neben den Heroic-Bloodshet-Genrebeiträgen John Woos, die mit dem Wechsel des Regisseurs in die USA sich dem Mainstreamgeschmack des amerikanischen Massenpublikum anzupassen hatten, gehörten die Destruktionsorgien halber Stadtlandschaften zum Erwartungsprozedere der damaligen Zielgruppe im Kino, die mit Beiträgen wie „Lethal weapon 3“ (1992), „Demolition Man“ (1993) und „True lies“ (1994) auf diese Faktoren aus dem Bereich des Kastrophenfilms geeicht worden war, so dass dies zum guten Ton jener Tage gehörte und dementsprechend sich auch in den damaligen aktuellen Beitragswerke der Bondfilmreihe widerfanden. Sieht man sich das entsprechende Konkurrenzumfeld damaliger Blockbuster-Konkurrenzarbeiten an, erweisen sich Brosnans 007-Beiträge als integrierte Werke auf Stand ihrer Zeit, die sich vor den Mitbewerberproduktionen nicht verstecken brauchten.


Rückschau und weiterer Ausblick

Und hier legt auch in Teilen das Wahrnehmungsproblem, das Brosnans Ära rückblickend weniger glücklich standhalten lässt, wie dies dagegen Beiträge anderer erfolgreicher Bond-Darsteller in ihren jeweiligen Ären beschieden war, da gerade mal „Die hard: With a vengeance“ (1995) und „The Matrix“ (1999) von Seiten des Drehbuchs mehr Anspruch offerierten im Blockbuster-Kino jener Tage während viele andere Filmhits aus den Jahren 1995 bis 2002 in ihren Qualitätsansprüchen um einiges hinter den Brosnan Bond-Filmen anstehen.
Durch Innovationsschübe, wie die ersten beiden Jason Bourne-Filme mit Matt Damon und die Batman-Trilogie (1995-2012) von Christopher Nolan hat die Bond-Reihe sich zu Beginn des neuen Jahrtausends einem gewandelten Zeitgeschmack wieder anzugliedern gehabt, dem als wichtigste Beitragsänderung unglücklicherweise der ehemalige Hauptdarsteller Pierce Brosnan mit zum Opfer fiel. Mit einem entsprechenden Änderungsschub der Sehgewohnheiten des Massenpublikums kann es daher in näherer oder weiterer Zukunft genauso passieren, dass auch Daniel Craig irgendwann out (of time) ist. Da die Produktionskosten heute zu hoch sind, kann es sich eine Produktionsgesellschaft kaum leisten noch einen 007-Serienbeitrag zu finanzieren, der von vorne herein nicht mehr gewinnmaximierend angesetzt ist. Die Überschreitung des Break-even-points, der in den Achtzigern noch mit Sean Connery und Roger Moore bewusst in Kauf genommen werden konnte, so dass auch ein schwächerer Filmbeitrag trotzdem schwarze Zahlen machte, ist in der heutigen Struktur weniger erstrebenswert und der Verdacht, dass bestimmte Bond-Beiträge ab den Neunziger ihren Deckungsbeitrag an der Kinokasse allein nicht erwirtschaftet haben, sondern erst mit TV-Rechten und Erlösen aus Heimträgermedien in die Gewinnzone gedriftet sind, bleibt bestehen.


Nachteile für den Darsteller

Außerdem hat die Brosnan-Ära im direkten Bezug zu den Vorgängern einige radikale Marktwandlungen erfahren, die im Rückblick des Zuschauers einen leicht, negativen Beigeschmack haben, welche aber dem Hauptdarsteller nicht vorgeworfen werden kann:
Das fängt mit der visuellen Abänderung des Lifestyle-Optik der Hauptfigur an, der seinen britischen Wurzeln den Rücken zu kehren hatte und als Filmheld eine deutliche Festland-Europäisierung in Sachen Kleidung, Uhren und fahrbaren Vehikeln in Kauf zu nehmen hatte, welche den Machern gutes Geld in die Taschen brachte, aber ein Verrat an den Traditionen der literarischen Vorlage darstellte.
Des Weiteren wurde das Sexsymbol vergangener Tage ironisiert auf den Prüfstand gestellt und vom weiblichen Blickpunkt deutlich verhohnepipelt. Der Superheldenmachismus der Sechziger und Siebziger Jahre wurde mit „GoldenEye“ (1995) „verweiblicht“ und dem verklärten Wunschbild seiner männlichen Zuschauerschaft immer mehr entrückt.
Im Gegensatz zu den Vorgängerfilmen wurde „GoldenEye“ (1995) dann für die Ära Brosnan auch noch unbeabsichtigt zur Blaupause für seine drei weiteren Filmeinsätze, da bestimmte Aspekte sich in den Nachfolgewerken gravierend wiederholten obwohl unterschiedliche Regisseure am Werk waren. So ist die ewige Countdown-Dynamik und die Bedrohung Millionen unschuldiger ziviler Opfer durch Massenvernichtungswaffen wie Bomben, Raketen oder Satellitenwaffen als wiederholender Drehbuchschlager wenig innovativ und beweist, dass hier die erste Produzentengeneration geschickter agiert hat. Daneben kommt die Überbordung sich überhäufender Gadgets zum Einsatz die auf Seiten des Helden und der Gegner immer mehr das Alltagsgeschehen dokumentierte, so dass sich Innovationen innerhalb geschickter Lösungen, aus denen der Held sich mit Köpfchen zu befreien hatte, kaum gefragt waren und diese somit außen vor blieben. Der Ansatz fast alle Bösewichte und Handlanger(innen) durch die eine oder andere Waffe zu perforieren und ins Jenseits zu befördern erwies sich schnell als langweilig und war als weiteres Manko an Einfallslosigkeit zu werten, welches man in erster Linie den Drehbuchautoren vorzuwerfen hat.

Sein Wirken: in meinen Augen

So stellt Pierce Brosnan für mich ein Unikum innerhalb des Franchises dar. Visuell war er der Paradedarsteller für die Filmrolle, der in einem Zeitfenster, in dem Marketingfachleute die Ausrichtung der Serie scheinbar bestimmen, Parole bieten zu hatten in Panoptikumsspektakeln, die nach vielen Seiten unausgegoren waren. Jedoch wurden mit Pierce Brosnan, als Anhängeschild und Gesicht, seine 007-Filme von der Masse trotz schwacher Kompromisse relativ unkritisch konsumiert, da der Ire als Darsteller sowohl von Männer und Frauen gerne gesehen und in der Öffentlichkeit als Sympathieträger wahrgenommen wurde. Auch wenn seine Performance limitierter ist als die seines Nachfolgers, gehört Brosnan zur Garde an Starschaupielern, die weniger Schauspieler und mehr everybody’s darling sind, wie dies auch bei Roger Moore der Fall war – und es bleibt schwer zu beurteilen, wie ein Gesamturteil seiner filmischen Bond-Ära aussähe, wenn er 1987 schon zum Einsatz gekommen wäre. Jedenfalls war Pierce Brosnan für seine Zeit James Bond und im Gegensatz zu seinem Nachfolger, gab es kaum Stimmen von Fans und Zuschauerfraktionen, die ihn nicht als ultimative Personifizierung des Fleming’schen Geheimagenten in seiner aktiven Zeit angesehen haben. So war er als fünfter Seriendarsteller ein wichtiger Bestandteil der Franchises, dem es als Schauspieler nur nicht vergönnt war, einen Beitrag in seiner Ära zu haben, der den hochwertigen Qualitätsansprüchen innerhalb der Reihe gerecht werden konnte, wie dies nun mal nur in wenigen Ausnahmefällen des Franchises der Fall ist. Mit seinem unschönen Rauswurf verkam Brosnan für den Fan zur doppelt tragischen Figur. Zum einem als geplanter Bond-Darsteller, welcher die Geheimdienstagentenrolle 1986 in letzter Minute auf Grund vertraglicher Verpflichtungen verlor und zum anderen durch einen Interessenwandel der Geldgeber, die dem Akteur den finanziellen Background nach 2002 entzogen. Das geldgebende Studio nahm eher das Risiko eines Reboots in Angriff um gravierende formale Änderungen innerhalb der Serie dem Modeschmack anpassen zu können und einem aktuellen Hollywood-Trend wieder einmal auf’s neue Rechnung tragen zu können um als Serie zeitgemäß und aktuell (frisch) zu wirken. Dadurch ist der Ära Brosnan weder ein stilvoller Abgang in Würde bescherrt gewesen, noch besteht unbedingt das Vertrauen der Fans in das jeweils geldgebende Studio, dass auch ein neuer, etablierter Star langfristig der Serie erhalten bleiben muss. So gilt auch hier der Spruch "Money makes the world go round" wobei heute allein die Zugkraft des Star noch keine Garantie ist, dass der jeweilige, aktuelle Pratogonist für einen weiteren Serienbeiträg innerhalb der Filmreihe automatisch zur Verfügung stehen darf.



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18. Mai 2013 17:24

Schöner Beitrag.
Zwei Anmerkungen: Gab es schon mal einen Bond, dem ein würdiger Abgang aus der Serie vergönnt war?
- Connerys unausgegorene und optisch missratene Halbrückkehr in DAF?
- Moores "Greisen-Auftritt" in AVTAK?
- Daltons langjährige Wartstellung nach dem am Publimum gescheiterten LTK?


Ein zweiter Hinweis: Du spekulierst, dass die Brosnan Bonds im Kino kein Gewinn gemacht haben? Dem gegenüber stehen aber auch immer Aussage, dass die die Filme dank Merchandisiung und Product Placement ihr Geld schon eingespielt haben, bevor sie ins Kino kommen. Zudem hat zumindest GE das 5fache (?) seines Budgets eingespielt. Das haben die ersten beiden Craig Bonds nicht geschafft oder? Kritisch wurde es erst, als die Budgets mit TWINE und DAD explodierten aber nicht in einem Plus an Zuschauern resultierten
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