Was wäre wenn... Darsteller die fast Bond gewesen wären...

Hier könnt ihr allgemein über die unvergesslichen 007-Filme, Darsteller, Dreharbeiten, Lifestyle, Skurriles und alles andere diskutieren, was auf irgendeine Art und Weise etwas mit dem berühmtesten Geheimagenten der Kinogeschichte zu tun hat! Viel Spaß! Gezielte Reviews und Filmdiskussionen bitte in das entsprechende Unterforum - danke!
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MX87
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22. November 2011 17:56

Wir wissen dass jedes mal wenn ein neuer Bond gesucht wird es auch dementsprechend viele Spekulationen gibt zusätzlich zu den wirklich in Betracht gezogenen Schauspielern. Sam Neill wäre so ein Fall, ebenso wie damals Richard Johnson, der Ian Flemings Lieblingsbesetzung gewesen wäre.

Allen Schauspielern (außer Connery natürlich) die wirklich bei EON vorsprechen dürfen ist eines gemeinsam: Der Legendäre FRWL-Screentest. Dabei wird die Hotelszene zwischen Bond und Tanja nachgespielt.

Wie die das aussieht? Sieht euch den Screentest von James Brolin aus dem Jahr 1983 an:


Wer wäre alles fast Bond geworden?
Wer wäre vielleicht die bessere Wahl geworden?

EDIT: Die James/Josh-Verwechselung wurde behoben, danke für den Hinweis :wink:
Zuletzt geändert von MX87 am 22. November 2011 23:43, insgesamt 1-mal geändert.
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AnatolGogol
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22. November 2011 19:11

Mal eine Kurzbewertung drei der wahrscheinlich bekanntesten Beinahebonds:

Brolin (er heisst übrigens James, Josh ist sein deutlich begabterer Sohn) wäre eine bessere Schaufensterpuppe gewesen, ein Darsteller ohne Ecken und Kanten und mit wenig schauspielerischem Glanz. Der Mann sah fabelhaft aus und versprühte einen gewissen Charme - das war´s. Gut das der Kelch an uns vorüberging - dann lieber noch Old Rog knapp über dem Verfallsdatum.

Sam Neill ist ein feiner Schauspieler und hätte optisch auch gut in die Rolle gepasst (eher in Richtung Romanbond), aber er hat nicht umsonst nie den Durchbruch als Hauptdarsteller geschafft - dem Mann fehlt einfach das nötige Charisma zum Topstar. Mit Neill als Bond wäre es wohl in eine ähnliche Richtung gegangen wie mit Dalton - und vermutlich gerade auch in Bezug auf die Publikumswirkung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Neill als Typ die Massen wirklich überzeugt hätte, dafür ist er einfach zu speziell und nicht massenkompatibel genug. Als Einmal-Bond hätte ich ihn allerdings gerne gesehen, quasi als interessante Ausnahmeerscheinung, bei einem entsprechend starken Drehbuch hätte da was Kultfilm-verdächtiges rauskommen können (a la LTK, der ja auch polarisiert wie wenige andere Bondfilme - love it or hate it).

John Gavin hatte den Vertrag für DAF ja schon in der Tasche, wurde als Connery dann kurzfristig doch noch zusagte aber großzügig ausbezahlt. Zum Glück - Gavin als Bond: das hätte etwas von Wendlandtscher Besetzungspolitik in den Karl-May-Filmen gehabt. Ein abgehalfterter US-Filmstar dessen beste Zeit mehr als ein Jahrzehnt her war (wobei der gute Hotte mit Barker und vor allem Granger ja sogar noch die deutlich prominenteren Nummern aus dem Hut zog) - ich wage zu prognostizieren dass dies der Sargnagel für die Serie geworden wäre. Gavin hätte weder die Massen mobilisieren können noch hätte er die schauspielerische Klasse oder das nötige Charisma gehabt um der Rolle seinen Stempel aufzudrücken.

Merkwürdige Kriterien hat Broccoli da an Tag gelegt in Bezug auf die Auswahl potentieller Bonddarsteller - aber wenn man bedenkt dass er auch nicht vor einem autoverkaufenden Schauspiellaien zurückgeschreckt hat relativiert das so gesehen auch wieder einiges. :lol:
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danielcc
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22. November 2011 23:27

Schlimmer noch finde ich, dass man immer noch nicht wirklich aus solchen "no-carisma" Lösungen à la Dalton (oder auch Brolin/Neill) gelernt hat, zumindest viele Fans nicht, sonst würden nicht ernsthaft Clive Owen oder Cavill in die engste Auswahl für die Rolle genommen :-)
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22. November 2011 23:43

danielcc hat geschrieben:Schlimmer noch finde ich, dass man immer noch nicht wirklich aus solchen "no-carisma" Lösungen à la Dalton (oder auch Brolin/Neill) gelernt hat, zumindest viele Fans nicht, sonst würden nicht ernsthaft Clive Owen oder Cavill in die engste Auswahl für die Rolle genommen :-)
Nun ... Clive Owen halte ich für einen durchaus charismatischen Schauspieler. Lange Zeit war er auch für mich durchaus eine super Besetzung für Bond. Für mich wäre er irgendwo zwischen Dalton und Brosnan angesiedelt bezüglich Härte.
Wobei Owen irgendwann dieses Jahr sagte, dass er nie von EON kontaktiert wurde und das ganze nur eine Boulevard-Posse war.

Wer damals (wohl auch ernsthaft von EON) als Alternative zu Craig gehandelt wurde ist Sam Worthington. Bei ihm habe ich ehrlich gesagt nicht die leiseste Ahnung ob es passen würde. Halte ihn für einen wirklich guten Schauspieler, aber ob er zu Bond passt...

Zuletzte wurde in der Presse auch um eine mögliche Craig-Nachfolge spekuliert. Hier wurde neben Worthington auch Michael Fassbender in den Raum geworfen. Ich denke Fassbender würde einen wirklich guten Bond abgeben. Wahrscheinlich dann irgendwo zwischen Brosnan und Craig angesiedelt bzgl. der Härte. Ich finde sogar, dass er Bonds Aussehen aus den Romanen ziemlich nahe kommt.
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22. November 2011 23:51

Ganz am Anfang habe ich mich auch noch von Owen blenden lassen aber ich habe inzwischen wirklich viele Filme mit ihm gesehen (weiß gar nicht warum) und finde wirklich, dass ihm Charisma fehlt und vor allem nie wirklich unterhaltsam rüber kommt. Habe das Gefühl, dass ihm Humor und Selbstironie abgeht... Das halte ich aber mitunter für das wichtigste in der Rolle und ist auch das, was Craig von Dalton unterscheidet
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AnatolGogol
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23. November 2011 09:05

Da muss ich Daniel auch widersprechen: Sam Neill und Tim Dalton sind sicherlich keine „No-Charisma“-Lösungen, ein gewisses Charisma haben beide schon, nur verglichen mit wahren Charisma-Bolzen wie Connery, Moore oder auch später Brosnan fallen sie auf dem Gebiet halt schon deutlich ab. Ich sehe bei beiden auch weniger das Charisma als Problem an, sondern dass sie als Typ bei der breiten Masse zu sperrig waren als das sie in der Bondrolle wirklich den Durchbruch hätten schaffen können. Aber um ehrlich zu sein wundere ich mich auch immer bei Craig warum er so gut bei der breiten Masse ankommt da er vom Typ her eigentlich auch nicht wirklich das ist was man sich gemeinhin unter „massenkompatibel“ vorstellt.

Das du dann auch noch Clive Owen in den „No-Charisma“-Topf schmeisst und gleichzeitig aber Craig in den Himmel lobst finde ich merkwürdig, da ich bei beiden Darstellern diverse Parallelen sehe. Für mich ist Owen ein echter Charakterkopf, ein sehr individueller Schauspieler (ähnelich wie auch Craig). Vom Typ her hätte er wie ich finde auch mindestens genauso gut in die Rolle gepasst wie die aktuelle Besetzung. Ich persönlich empfinde Humor bei Craig jetzt auch nicht unbedingt als große Stärke (ich weiss dass du das anders siehst), wenn dann eher Sarkasmus. Und auch hier sehe ich die Situation bei Owen doch sehr ähnlich.

Einen seinerzeit auch (zumindest in der Presse) hoch gehandelten Darsteller den ich sehr gerne einmal in der Bondrolle gesehen hätte wäre Burt Reynolds. Wenn man mal von seiner nichtbritischen Herkunft absieht (die bei englischsprachigen Schauspielern meiner Meinung nach eh weitgehend irrelevant ist) hätte er eigentlich alle Voraussetzungen gehabt, um als Bond sehr erfolgreich zu sein. Gerade von der Ausstrahlung ähnelte er in den 70ern doch sehr dem frühen Connery, allerdings ein Ticken weniger zynisch und dafür mit mehr leichtem Humor. Da er auch schauspielerisch gar nicht so unbeleckt war wie viele seiner Rollen einem manchmal weismachen wollen (zB lieferte er in Deliverance oder The longest Yard grandiose Darstellungen ab) wäre das eine sehr interessante Wahl gewesen, wenngleich wir natürlich in der zweiten Hälfte der 70er Jahre mit Moore die wohl damals bestmögliche Besetzung hatten und man diese gerade in dieser Zeitspanne ja nicht wirklich missen möchte.

Ganz große Klasse fand ich übrigens schon immer die Art und Weise wie Reynolds im Zuge der damaligen Gerüchte die Rolle kategorisch ausschloss, er sagte sinngemäß „ich weiss ich bin der beste Burt Reynolds, aber ich wäre nur der zweitbeste Sean Connery“ – ich finde das hat Stil und Klasse!

Ich finde generell dass die EON-Truppe bei der Besetzung der Bondrolle in Zukunft ruhig auch mal wieder etwas mutiger sein könnte und einen bekannteren Darsteller (in der Größenordnung wie es Moore seinerzeit war) verpflichten sollte. Da schwingt wohl immer auch die Sorge mit, dass der Darsteller größer als die Rolle sein könnte oder das man solche Leute dann nur für max. ein bis zwei Filme begeistern kann. Aber letzteres kann dir ja auch mit nem totalen Noname passieren wie das Beispiel Lazenby eindrucksvoll gezeigt hat.
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23. November 2011 13:49

AnatolGogol hat geschrieben: Ich sehe bei beiden auch weniger das Charisma als Problem an, sondern dass sie als Typ bei der breiten Masse zu sperrig waren als das sie in der Bondrolle wirklich den Durchbruch hätten schaffen können. Aber um ehrlich zu sein wundere ich mich auch immer bei Craig warum er so gut bei der breiten Masse ankommt da er vom Typ her eigentlich auch nicht wirklich das ist was man sich gemeinhin unter „massenkompatibel“ vorstellt.
Und siehst du? Da gibst praktisch die Erklrung selbst! Gleicher Typ hin oder her ist vollkommen wurscht. Charisma entscheidet! Das ist dann der Unterschied warum der eine beim Publikum ankommt, der andere nicht so sehr.
AnatolGogol hat geschrieben:
Das du dann auch noch Clive Owen in den „No-Charisma“-Topf schmeisst und gleichzeitig aber Craig in den Himmel lobst finde ich merkwürdig, da ich bei beiden Darstellern diverse Parallelen sehe. Für mich ist Owen ein echter Charakterkopf, ein sehr individueller Schauspieler (ähnelich wie auch Craig). Vom Typ her hätte er wie ich finde auch mindestens genauso gut in die Rolle gepasst wie die aktuelle Besetzung. Ich persönlich empfinde Humor bei Craig jetzt auch nicht unbedingt als große Stärke (ich weiss dass du das anders siehst), wenn dann eher Sarkasmus. Und auch hier sehe ich die Situation bei Owen doch sehr ähnlich.
Wieder das gleiche Thema! Was Humor angeht: Charakterkopf und indidueller Schauspieler hin oder her, aber bei Craig macht es Spaß MIT ihm zu lachen, auch wenn die Momente in seinen bisherigen Filmen selten waren. Bei Owen habe ich immer das Gefühl, dass ihm Selbstironie etwas abgeht und er deswegen auch beim Publikum nicht so sehr ankommt. Zumindest kenne ich keine Leute in meinem Umfeld, die irgendwie von Owen schwärmen (seien es Frauen oder Männer). Craig wirkt schon attraktiver auf Frauen und wirkt cooler auf Männer. Denke ich.
AnatolGogol hat geschrieben: Ich finde generell dass die EON-Truppe bei der Besetzung der Bondrolle in Zukunft ruhig auch mal wieder etwas mutiger sein könnte und einen bekannteren Darsteller (in der Größenordnung wie es Moore seinerzeit war) verpflichten sollte. Da schwingt wohl immer auch die Sorge mit, dass der Darsteller größer als die Rolle sein könnte oder das man solche Leute dann nur für max. ein bis zwei Filme begeistern kann. Aber letzteres kann dir ja auch mit nem totalen Noname passieren wie das Beispiel Lazenby eindrucksvoll gezeigt hat.
ich glaube dass Craig schon sehr mutig war - oberflächlich betrachtet. Einen bekannten Darsteller zu verpflichten macht aus vielen Gründen überhaupt keinen Sinn (abgesehen davon, dass Craig schon ein relativ hohes Maß an Bekanntheit hatte):
1. Stars ziehen ohnehin nicht mehr besonders an der Kinokasse
2. Das Überraschungsmoment fehlt beim Publikum: man kann also den Darsteller nicht in der Rolle "entdecken"
3. Die Filme sind ohnehin schon nahezu unbezahlbar, dem gegenüber wäre der Box Office Mehrwert (siehe 1.) wohl eher gering
4. Letztlich sollte die Rolle und das Franchise immer deutlich über der BEdeutung des Darstellers liegen
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23. November 2011 15:12

Und wieder einmal könnten unsere Meinungen und Auffassungen zum gleichen Thema unterschiedlicher kaum sein... :)
danielcc hat geschrieben:Und siehst du? Da gibst praktisch die Erklrung selbst! Gleicher Typ hin oder her ist vollkommen wurscht. Charisma entscheidet! Das ist dann der Unterschied warum der eine beim Publikum ankommt, der andere nicht so sehr.
Wie kommst du darauf? Du übersiehst hier den minimalen Faktor, dass Craig erst durch die Bondrolle seinen momentanen Status erlangt hat. Weder du noch ich können mit Bestimmtheit behaupten, dass es mit Owen genauso oder ganz anders gelaufen wäre. Fakt ist aber nun mal, dass Craig den klaren Vorteil gegenüber Owen hat in einer der erfolgreichsten Filmserien aller Zeiten gelandet zu sein.

danielcc hat geschrieben: Wieder das gleiche Thema! Was Humor angeht: Charakterkopf und indidueller Schauspieler hin oder her, aber bei Craig macht es Spaß MIT ihm zu lachen, auch wenn die Momente in seinen bisherigen Filmen selten waren. Bei Owen habe ich immer das Gefühl, dass ihm Selbstironie etwas abgeht und er deswegen auch beim Publikum nicht so sehr ankommt. Zumindest kenne ich keine Leute in meinem Umfeld, die irgendwie von Owen schwärmen (seien es Frauen oder Männer). Craig wirkt schon attraktiver auf Frauen und wirkt cooler auf Männer. Denke ich.
Mit Verlaub: aber hier projizierst du dein eigenes Empfinden auf die Allgemeinheit. Und letztlich gilt auch hier wieder: Craig hatte die Bondrolle als Trampolin, Owen nicht .

danielcc hat geschrieben:
ich glaube dass Craig schon sehr mutig war - oberflächlich betrachtet. Einen bekannten Darsteller zu verpflichten macht aus vielen Gründen überhaupt keinen Sinn (abgesehen davon, dass Craig schon ein relativ hohes Maß an Bekanntheit hatte):
1. Stars ziehen ohnehin nicht mehr besonders an der Kinokasse
2. Das Überraschungsmoment fehlt beim Publikum: man kann also den Darsteller nicht in der Rolle "entdecken"
3. Die Filme sind ohnehin schon nahezu unbezahlbar, dem gegenüber wäre der Box Office Mehrwert (siehe 1.) wohl eher gering
4. Letztlich sollte die Rolle und das Franchise immer deutlich über der BEdeutung des Darstellers liegen
Das alles widerlege ich mit einem Wort: Brosnan. Als Gegenargument gegen einen „schauspielernden“ Bond (Punkt 2) führe ich zudem an, dass ein „verkörpernder“ Bond, also jemand bei dem Figur und eigenes Ich quasi zu einer Figur verschmelzen (siehe Moore & Brosnan) den Filmen und der Figur James Bond in der Öffentlichkeit aufgrund der höhereren Identifikation ganz anders dienen können (gerade auch wirtschaftlich) als jemand der die Rolle „nur spielt“. Und mal ehrlich: Craig war außer ein paar Filmkennern bei der breiten Maßen doch allerhöchstens noch als Ex von Heike Makatsch bekannt. :wink:
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23. November 2011 15:24

Was Charisma betrifft, für mich schlägt Owen da Craig in jeder Hinsicht. Owen hat eine richtigen Charkterfresse, und bislang gegenüber Craig auch die besseren Filme und Rollen gehabt.
Das man Owen Charisma abspricht, das habe ich bislang noch nirgends gelesen.

Und Dalton hatte eine Menge Charisma, aber nicht das wo die breite Masse drauf abfährt. Dafür war er zu ruhig, zu unglamourös.

Mit Charisma Bolzen wie Gene Hackman oder Robert Duvall bekommst du normalerweise auch nicht die Kinos voll. Einer wie Hackman mußte da schon Glück haben wenn er so eine Rolle wie in The French Connection findet. Das ist dann aber auch ein richtiger Anti-Held, und das war in einer Zeit wo solche schnutzigen Gegenentwürfe zum klassischen Helden gerade mal chic waren.
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23. November 2011 16:22

Maibaum hat geschrieben:Was Charisma betrifft, für mich schlägt Owen da Craig in jeder Hinsicht. Owen hat eine richtigen Charkterfresse, und bislang gegenüber Craig auch die besseren Filme und Rollen gehabt.
Das man Owen Charisma abspricht, das habe ich bislang noch nirgends gelesen.

Und Dalton hatte eine Menge Charisma, aber nicht das wo die breite Masse drauf abfährt. Dafür war er zu ruhig, zu unglamourös.

Mit Charisma Bolzen wie Gene Hackman oder Robert Duvall bekommst du normalerweise auch nicht die Kinos voll. Einer wie Hackman mußte da schon Glück haben wenn er so eine Rolle wie in The French Connection findet. Das ist dann aber auch ein richtiger Anti-Held, und das war in einer Zeit wo solche schnutzigen Gegenentwürfe zum klassischen Helden gerade mal chic waren.
Herje, scheinbar gibt es unterschiedliche Vorstellungen von Charisma. Aussehen, Stil, Schauspielkönnnen gehören für mich nicht dazu. Für mich ist Charisma letztlich das, was einen beliebten und angehimmelten Star unterscheidet von einem (vielleicht) talentierten und gutaussehenden aber eben nicht angehimmelten/beliebten Typen. Dass es immer Minderheiten gibt, die trotzdem oder grade deswegen irgendwen dennoch toller finden, ist klar. Clive Owen hat in der Tat eine Menge oft großankekündigter oder auch positiv bewertete Filme gespielt, aber hat er einen Film wie King Arthur getragen? Hat er The International zu einem Erfolg gemacht? Ist es unterhaltsam ihn zu sehen?
Bei Craig erinnere ich mich an Kritiken wie zB bei Der goldene Kompass: "Ihm könnte man auch 2 Stunden beim Vorlesen des Telefonbuchs zu sehen"... bei Owen lese ich eher "toller Schauspieler aber er trägt den Film nict wirklich". Mag sein dass das selektive Wahrnehmung ist aber Craig ist mit Bond zum Star geworden und er wird dem vollends gerecht. Owen wird er gut beschäftigter Schauspieler bleiben, der aber wenig Star-Potenzial hat.
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23. November 2011 17:01

danielcc hat geschrieben:Für mich ist Charisma letztlich das, was einen beliebten und angehimmelten Star unterscheidet von einem (vielleicht) talentierten und gutaussehenden aber eben nicht angehimmelten/beliebten Typen. Dass es immer Minderheiten gibt, die trotzdem oder grade deswegen irgendwen dennoch toller finden, ist klar.
Wer nun charismatisch ist und wer nicht ist sicherlich hochgradig subjektiv allerdings ist Charisma kein Synonym für Beliebtheit bei den Massen. Ein Christopher Walken ist zB sicherlich ein sehr charismatischer Mime obwohl er weit weniger Leute ins Kino zieht als ein Matt Damon. Oder die von Maibaum genannten Hackman und Duvall, hier ist zB Scientology-Tom sicherlich nicht automatisch charismatischer nur weil gemeinhin bedeutend mehr Leute seine Filme anschauen.
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23. November 2011 17:14

AnatolGogol hat geschrieben: Und wieder einmal könnten unsere Meinungen und Auffassungen zum gleichen Thema unterschiedlicher kaum sein... :)
Wie kommst du darauf? Du übersiehst hier den minimalen Faktor, dass Craig erst durch die Bondrolle seinen momentanen Status erlangt hat. Weder du noch ich können mit Bestimmtheit behaupten, dass es mit Owen genauso oder ganz anders gelaufen wäre. Fakt ist aber nun mal, dass Craig den klaren Vorteil gegenüber Owen hat in einer der erfolgreichsten Filmserien aller Zeiten gelandet zu sein.
Mit Bestimmtheit kann ich nix behaupten - klar. Aber ich habe Owen in seeeeehr vielen Filmen gesehen und ich kenne auch Craigs Filme vor CR. Daher traue ich mir dieses Urteil zu, ohne nur auf Bond zu achten. Schließlich sprach ja alles GEGEN Craig als er die Rolle übernommen hat. Er hat es nicht der Rolle zu verdanken, dass er bekannt und beliebt wurde, sondern er hat in der Rolle so dermaßen überzeugend agiert, dass er viele von heute auf Morgen für sich begeistert hat - Charisma! Gegenbeispiel - trotz Bondrolle-Vorteil: Dalton...
AnatolGogol hat geschrieben: Mit Verlaub: aber hier projizierst du dein eigenes Empfinden auf die Allgemeinheit. Und letztlich gilt auch hier wieder: Craig hatte die Bondrolle als Trampolin, Owen nicht .
Mag sein aber Owen hat inzwischen wohl mehr Hauptrollen als Craig gehabt, dennoch sehe ich keine Owen Fanclubs oder Frauen die ihn begeistert am roten Teppich erwarten...
AnatolGogol hat geschrieben: Das alles widerlege ich mit einem Wort: Brosnan. Als Gegenargument gegen einen „schauspielernden“ Bond (Punkt 2) führe ich zudem an, dass ein „verkörpernder“ Bond, also jemand bei dem Figur und eigenes Ich quasi zu einer Figur verschmelzen (siehe Moore & Brosnan) den Filmen und der Figur James Bond in der Öffentlichkeit aufgrund der höhereren Identifikation ganz anders dienen können (gerade auch wirtschaftlich) als jemand der die Rolle „nur spielt“. Und mal ehrlich: Craig war außer ein paar Filmkennern bei der breiten Maßen doch allerhöchstens noch als Ex von Heike Makatsch bekannt. :wink:
Ich sehe nicht, wo Brosnan meiner Argumentation widerspricht. Sicher war er durch Steele dem Fernsehpublikum bekannt, aber auch ihn würde ich nicht als richtig große Star-Besetzung bezeichen. Brosnan hat ja auch für seinen ersten Bond keine Super-Star Gagen kassiert... Ich dachte du denkst an Typen wie Cruise, Gibson, etc. Solche Typen/Stars brauchen wie meiner Meinung nach in der Rolle nicht - und für diese galt meine Argumentation. Ob Brosnan aufgrund seiner Bekanntheit nun weltweit die Leute in GE gezogen hat, ich glaubs nicht. Auch wenn er den Vorteil hatte, dass zumindest im englischsprachigen Raum er seit Jahren für die Rolle gehandelt wurde.
Aber ich bleiben dabei: ich glaube es ist für die Rolle, das Franchise und auch fürs Publikum besser, keinen Super-Star in die Rolle zu besetzen sondenr jemanden mit Charisma, der nicht vollends entdeckt wurde.
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23. November 2011 17:17

AnatolGogol hat geschrieben:Wer nun charismatisch ist und wer nicht ist sicherlich hochgradig subjektiv allerdings ist Charisma kein Synonym für Beliebtheit bei den Massen. Ein Christopher Walken ist zB sicherlich ein sehr charismatischer Mime obwohl er weit weniger Leute ins Kino zieht als ein Matt Damon. Oder die von Maibaum genannten Hackman und Duvall, hier ist zB Scientology-Tom sicherlich nicht automatisch charismatischer nur weil gemeinhin bedeutend mehr Leute seine Filme anschauen.
Letztlich gibt es doch einen Grund für Beliebtheit und Erfolg, oder? Lässt man mal beiseite, dass natürlich auch die Filme die Scien-Tom dreht massentauglicher sind, dann ist das was übrig bleibt, und somit Erfolg und Beliebtheit erklärt - genau - Charisma/Ausstrahlung/Star-Appeal.
Nimmt man dann noch Typen, die an sich kantig und scheinbar wenig massentauglich sind, aber DENNOCH gut ankommen, dann ist das umso mehr ein Beweis für Charisma.
Alles ist subjektiv, aber der Punkt ist ja grade der, dass bei aller subjektivität sich der Geschmack der Mehrheit eben doch auf bestimmte Typen vereinen lässt... und dafür gibt es dann einen Grund...
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23. November 2011 17:29

Die große Beliebtheit von Schauspielern wie Cruise, Pitt oder Clooney liegt doch aber in erster Linie, und da wird mir denke ich niemand wirklich widersprechen, in ihrer "Hochglanzoptik". Das hat dann aber nix mit Charisma zu tun. Auch Craigs Oben-ohne-Nummer am Strand in CR hat sicherlich genauso viele weibliche Zuschauer von ihm überzeugt wie seinerzeit Halle Berrys Ursel-Andress-Homage. Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte all diese Darstellern nicht gänzlich auf ihr Äußeres reduzieren, aber machen wir uns nix vor: in einer Welt in der Sendungen wie DSDS oder Klums Fleischbeschau die Trends setzen ist die Optik und der "Style" das maßgebliche, wenn dann auch nicht ein bisschen Charisma dabei ist schadet das übertrieben gesagt auch nicht. Wenn Charisma wirklich ein Synonym für massentauglichen Erfolg wäre, wie sollte man dann erklären dass in der Vergangenheit diverse Superstars ihr "Mojo" über Nacht verloren haben (zB Burt Reynolds oder Sly Stallone)? Charisma ist doch nix vergängliches. Die Gunst des Publikums aber halt schon. :wink:
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23. November 2011 19:06

AnatolGogol hat geschrieben:Die große Beliebtheit von Schauspielern wie Cruise, Pitt oder Clooney liegt doch aber in erster Linie, und da wird mir denke ich niemand wirklich widersprechen, in ihrer "Hochglanzoptik". Das hat dann aber nix mit Charisma zu tun. Auch Craigs Oben-ohne-Nummer am Strand in CR hat sicherlich genauso viele weibliche Zuschauer von ihm überzeugt wie seinerzeit Halle Berrys Ursel-Andress-Homage.
Genau der Halle Berry Auftritt zeigt eigentlich eher das Gegenteil. Natürlich fanden viele Männer den Auftritt rein optisch "lecker" aber hat es in irgendeiner Weise dazu beigetragen, dass Berry einer größerer Star wurde? Beliebter wurde? Eher das Gegenteil...
Demgegenüber war man sich doch vor CR weitestgehend einig, dass Craig eine Hackfresse ist oder? Aber nachdem man ihn erlebt hatte, waren auf ein mal fast alle von ihm begeistert. Ja sicher, auch aufgrund seiner Badehosen Szene, aber sicher nicht nur.
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