Wer ware besser als 007 in Casino Royale gewasen? PB oder DC

a)Daniel Craig
Insgesamt abgegebene Stimmen: 33 (63%)
b)Pierce Brosnan
Insgesamt abgegebene Stimmen: 15 (29%)
c)egal, sind beide gliech gut
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (8%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 52

Re: Wer ware besser als 007 in Casino Royale gewasen? PB ode

#31
Wie ich bereits auf der ersten Seite geschrieben habe, halte ich es für die richtige Entscheidung, dass man Daniel Craig in CR die Rolle des 007 hat spielen lassen. Das liegt daran, dass man mit CR eine Art "Neuanfang" bzw. die Entstehung James Bonds zeigen wollte. Und da hätte es meiner Meinung nach nicht gepasst, wenn Brosnan die Rolle übernommen hätte. Es war mir schon ein kleiner Dorn im Auge, dass Judi Dench wieder die Geheimdienstchefin M verkörpert hat, aber nur, weil ich den Rebootgedanken der Serie im Hinterkopf hatte. Denn schauspielerisch passt sie perfekt in die Rolle der M und hat dieses auch eindrucksvoll in GE, TND, TWINE, DAD, CR und QOS gezeigt. Ich hätte mir Brosnan durchaus in CR vorstellen können, denn er hat in seinen vier Bondfilmen gezeigt, dass er nicht nur den "coolen" und lässigen Agenten schauspielerisch darstellen kann, sondern auch den harten und kalten Agenten. Wie M so schön sagte, "ein Relikt des Kalten Krieges". Ich bin mir sicher, dass man Brosnan diesen Typen auch in CR hätte abgenommen. Nur leider kam es nicht zu diesem Einsatz. Und mit der Story, in der die Anfänge Bonds dargestellt werden, hätte es einfach nicht gepasst, wenn Brosnan nach vier Bondfilmen nun zurück zu seinen Anfängen kommt. Ich persönlich hätte es aber begrüßt, wenn Brosnan noch mindestens einen Bondfilm gedreht hätte, denn das Potenzial war und ist definitiv vorhanden.

Bzgl. des Alters von Brosnan kann ich nur sagen, dass er mit seinen 53 Jahren (2006) wesentlich frischer gewirkt hat als Moore mit seinen 58 Jahren in AVTAK. Und das tut Brosnan auch jetzt noch.

LG Mirco
Im Angesicht des Todes, muss der Spion der mich liebte, Leben und Sterben Lassen
007.Mirco

Re: Wer ware besser als 007 in Casino Royale gewasen? PB ode

#32
007.Mirco hat geschrieben:Wie ich bereits auf der ersten Seite geschrieben habe, halte ich es für die richtige Entscheidung, dass man Daniel Craig in CR die Rolle des 007 hat spielen lassen. Das liegt daran, dass man mit CR eine Art "Neuanfang" bzw. die Entstehung James Bonds zeigen wollte. Und da hätte es meiner Meinung nach nicht gepasst, wenn Brosnan die Rolle übernommen hätte.
007.Mirco hat geschrieben: Und mit der Story, in der die Anfänge Bonds dargestellt werden, hätte es einfach nicht gepasst, wenn Brosnan nach vier Bondfilmen nun zurück zu seinen Anfängen kommt.
Die Entscheidung des Reboots, back to the origins oder wie immer man diesen Kunstgriff nennen mag ist aber nur getroffen worden, weil man den Darsteller gewechselt hat. Es wäre nie ein Thema gewesen, das mit Brosnan zu machen. Die einzige Frage in diesem Zusammenhang ist doch, ob man Brosnan letztlich gefeuert hat weil man unbedingt die Masche aus Batman Returns kopieren wollte oder ob man das ganze gemacht hat, weil es durch die Verpflichtung von Craig gut ins Gesamtschema gepasst hat. Wäre Brosnan 2006 angetreten hätte es sicherlich keinen Reboot gegeben.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Wer ware besser als 007 in Casino Royale gewasen? PB ode

#33
Wobei ich ja glaube, dass 80% der Non-Fans das gar nicht bemerkt haben, dass CR Bonds Anfänge zeigen soll. Merkt man ja auch nur, wenn man sehr aufmerksam auf 2-3 Hinweise achtet. Selbst die kann man sogar noch anders deuten.
1. In der PTS deutet Dryden an, dass Bond noch keinen 00-Status hat. (Raffen viele ohnehin nicht, dass 00-Status = Lizenz zum Töten)
2. M sagt, "ich wusste, dass ich sie zu früh befördert habe" - Kann man auch leicht anders deuten, zumal ja Bond und M immer streiten und M von Dench gespielt wird

Alle anderen "soft facts" sind ohnehin nur für Fans da (Bonds erster maßgeschneiderter Anzug, der DB5...)

Für uns Fans mag "Reboot oder nicht" einje große Rolle spielen, für 90% der Zuschauer war es ein Bondfilm mit einem anderen Darsteller und mehr Liebesgeschichte.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Wer ware besser als 007 in Casino Royale gewasen? PB ode

#34
danielcc hat geschrieben:Wobei ich ja glaube, dass 80% der Non-Fans das gar nicht bemerkt haben, dass CR Bonds Anfänge zeigen soll. Merkt man ja auch nur, wenn man sehr aufmerksam auf 2-3 Hinweise achtet. Selbst die kann man sogar noch anders deuten.
1. In der PTS deutet Dryden an, dass Bond noch keinen 00-Status hat. (Raffen viele ohnehin nicht, dass 00-Status = Lizenz zum Töten)
2. M sagt, "ich wusste, dass ich sie zu früh befördert habe" - Kann man auch leicht anders deuten, zumal ja Bond und M immer streiten und M von Dench gespielt wird

Alle anderen "soft facts" sind ohnehin nur für Fans da (Bonds erster maßgeschneiderter Anzug, der DB5...)

Für uns Fans mag "Reboot oder nicht" einje große Rolle spielen, für 90% der Zuschauer war es ein Bondfilm mit einem anderen Darsteller und mehr Liebesgeschichte.
Ich finde den Reboot auch von absolut untergeordneter Bedeutung im Hinblick auf die Qualität von CR. Allerdings glaube ich schon, dass nicht wenige Zuschauer die mit Craigs Darstellung nicht wirklich warm geworden sind sich bewusst oder unbewusst an Craigs durch den Reboot motivierte härtere und ungehobeltere Darstellung gestört haben. Wobei natürlich auch die Frage ist wie viel von Craigs Darstellung wirklich durch den Reboot motiviert ist. Oder anders gesprochen: hätte Craig seine Darstellung auch nur einen Deut anders angelegt, wenn man das ganze First-Mission-Gedöns weggelassen hätte? Ich denke groß anders hätte er seinen Bond dann auch nicht gespielt. Nicht zuletzt daher und da es wie bereits gesagt aus meiner Sicht für die Qualität des Films völlig unerheblich ist wäre mir ein komplettes Weglassen des Reboots-Gedanken eigentlich lieber gewesen. Irgendwie entspringt dieser nämlich auch dem Gedankengang: wir müssen den jetzt veränderten Bond erklären bzw rechtfertigen, also etwas was bei den vorangegangenen Brüchen innerhalb der Figur (zB Connery-Moore oder Moore-Dalton) ja immer völlig irrelevant war (und das zu recht!). Nein, meiner Meinung nach hätte man einfach weitermachen sollen wie immer, also Bond als erfahrenen Feldagenten zeigen sollen der halt zufällig das ganze Zeug in CR mitmacht und sich dieses mal dann halt auch mal wieder verliebt. Der Reboot-Gedanke hat mir bereits in QOS schon wieder viel zu viel eingeengt und diverse Optionen regelrecht ausgeschlossen (und ich meine hier weniger Q und Moneypenny als mehr die Rückkehr zu etwas entspannteren Abenteuern).
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Wer ware besser als 007 in Casino Royale gewasen? PB ode

#35
Mich hat beim ersten mal nicht nur Craig sondern der ganze Film etwas irritiert und gestört. Wahrscheinlich weil er damals nicht in meinen "James-Bond-Horizont" passte. Ich hatte andere Erwartungen in den Film und auch diese neue Art von Bond passte nicht in mein Weltbild. Dazu kam noch der Reboot und das Fehlen von vielem was den Charakter der Bondreihe mitverkörperte und in den alten Filmen nie gefehlt hätte (kein Q, keine Moneypenny etc.). Das ging soweit, dass ich beschloss, beim nächsten Bond mit Craig nicht ins Kino zu gehn. Kurz: Ich wollte Brosnan zurück!
Mittlerweile (nach dem 5. schauen) hat sich das bei mir total verändert. Ich halte CR für den Besten Bond seit 20 Jahren und Craig mit seiner rauen Art, seiner Ernsthaftigkeit und seinen Eigenheiten für einen persönlich authentischeren und angenehmeren Bondtypus als Pierce Brosnan.
Der Reboot war genau richtig und wäre mit Brosnan nicht möglich gewesen.

Re: Wer ware besser als 007 in Casino Royale gewasen? PB ode

#36
JWPepper hat geschrieben:Der Reboot war genau richtig und wäre mit Brosnan nicht möglich gewesen.
Findest du der Film wäre schlechter, wenn man den Reboot-Gedanken weggelassen hätte? Ich meine jetzt nicht den realistischeren Ansatz, das Weglassen von etablierten Figuren oder die erhöhte Figurentiefe, denn all das wäre ja auch ohne Reboot problemlos möglich gewesen. Der Reboot ist ja genaugenommen nur das Versetzen der Bond-Figur an den Anfang seiner Laufbahn, hat mit seiner Charakterisierung letztlich aber kaum was zu tun. Siehst du wirklich eine deutliche Verbesserung durch den Reboot-Gedanken?
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Wer ware besser als 007 in Casino Royale gewasen? PB ode

#37
AnatolGogol hat geschrieben:
JWPepper hat geschrieben:Der Reboot war genau richtig und wäre mit Brosnan nicht möglich gewesen.
Findest du der Film wäre schlechter, wenn man den Reboot-Gedanken weggelassen hätte? Ich meine jetzt nicht den realistischeren Ansatz, das Weglassen von etablierten Figuren oder die erhöhte Figurentiefe, denn all das wäre ja auch ohne Reboot problemlos möglich gewesen. Der Reboot ist ja genaugenommen nur das Versetzen der Bond-Figur an den Anfang seiner Laufbahn, hat mit seiner Charakterisierung letztlich aber kaum was zu tun. Siehst du wirklich eine deutliche Verbesserung durch den Reboot-Gedanken?
Ich persönlich finde, dass sich ab TWINE und speziell dann mit DAD die Bondreihe etwas totgelaufen hatte und teilweise ziemlich groteske Ausmaße annahm (Unsichtbares Auto etc.). Ich finde im nachhinein den Mut zum Cut und dem damit verbundenen Neubeginn genau richtig. Mag sein, dass die Macher damit andere Ziele verbanden (z.b. neue Zuschauergruppen zu gewinnen - was wohl auch gelang geht man nach dem Einspielergebnis btw), aber ein Neustart mit einem ans neue Jahrtausend angepassten James Bond war meiner Ansicht nach überfällig und mit Brosnan nicht möglich gewesen. Für mich stellt sich die Frage: Weiterhin "Relikt des Kalten Krieges" - wie M es so schön sagte - oder Neustart unter den Zeichen unserer Zeit? Denn wenn man es genau sieht, spielte bis auf TND vielleicht, der Kalte Krieg und seine Nachwehen für mich immernoch eine zu starke Rolle im Vergleich zu den wirklichen Herausforderungen seit Mitte der 90er. Klar wird dadurch in gewisser Weise ein Faden durchschnitten - genau das störte mich anfangs sehr - aber im Prinzip hat es doch jeden schon interessiert, wie Bond seinen Doppel-00-Status bekommt. :wink: Für mich war es eher eine Wiederbelebung der Reihe. Eine neue Generation Bond unter neuen Vorzeichen halte ich für konsequent.
Ich fand dann auch nachfolgend die auf CR anschließende Story in QoS, unabhänig von schwächen im Film, recht reizvoll und hoffe, dass in Bond 23 zumindest der ein oder andere Bezug zu den Vorgängern auftaucht.
Ich kann aber jeden verstehen, der den Neustart eher kritisch sieht. War ja anfangs selbst nicht so ganz überzeugt davon. :)

Re: Wer ware besser als 007 in Casino Royale gewasen? PB ode

#38
JWPepper hat geschrieben:Ich persönlich finde, dass sich ab TWINE und speziell dann mit DAD die Bondreihe etwas totgelaufen hatte und teilweise ziemlich groteske Ausmaße annahm (Unsichtbares Auto etc.). Ich finde im nachhinein den Mut zum Cut und dem damit verbundenen Neubeginn genau richtig. Mag sein, dass die Macher damit andere Ziele verbanden (z.b. neue Zuschauergruppen zu gewinnen - was wohl auch gelang geht man nach dem Einspielergebnis btw), aber ein Neustart mit einem ans neue Jahrtausend angepassten James Bond war meiner Ansicht nach überfällig. Für mich stellt sich die Frage: Weiterhin "Relikt des Kalten Krieges" - wie M es so schön sagte - oder Neustart unter den Zeichen unserer Zeit? Denn wenn man es genau sieht, spielte bis auf TND vielleicht, der Kalte Krieg und seine Nachwehen für mich immernoch eine zu starke Rolle im Vergleich zu den wirklichen Herausforderungen seit Mitte der 90er. Klar wird dadurch in gewisser Weise ein Faden durchschnitten - genau das störte mich anfangs sehr - aber im Prinzip hat es doch jeden schon interessiert, wie Bond seinen Doppel-00-Status bekommt. :wink: Für mich war es eher eine Wiederbelebung der Reihe. Eine neue Generation Bond unter neuen Vorzeichen halte ich für konsequent.
Ich fand dann auch nachfolgend die auf CR anschließende Story in QoS, unabhänig von schwächen im Film, recht reizvoll und hoffe, dass in Bond 23 zumindest der ein oder andere Bezug zu den Vorgängern auftaucht.
Ich kann aber jeden verstehen, der den Neustart eher kritisch sieht. War ja anfangs selbst nicht so ganz überzeugt davon. :)
So kritisch sehe ich den eigentlich gar nicht, allerdings trenne ich schon zwischen Neustart und Reboot, also der Umsetzung und des Kunstkniffs 00 an den Anfang seiner Karriere zu stellen. Ich muss dir auch widersprechen, zumindest mich hat nie der Weg von Bond zu dem was er ist interessiert und ich denke vielen anderen war das auch immer egal. :wink: Im Gegenteil fand ich gerade die Tatsache, dass Bond immer „da war“ als absolut passend für einen solchen „larger-than-Life“-Charakter. Ihn jetzt auf den Boden der Realität zurückzuholen tut mir als langgedientem Anhänger der Serie zwar schon etwas weh, aber letztlich habe ich damit solange die Qualität stimmt auch kein größeres Problem. Nur empfinde ich es als problematisch, wenn man durch einige „hippe“ Entscheidungen sich gleichzeitig andere Türe zumindest für die mittelfristige Zukunft zuschlägt. Und genau hier denke ich schadet die Reboot-Idee mehr als das sie hilft.

Allerdings muss ich beim Schreiben dieser Zeilen auch gestehen, dass mir vermutlich letztlich doch zuallererst die „bierernste“ Umsetzung von CR und QOS Probleme bereitet, ganz einfach weil dadurch entspanntere Abenteuer im Stile eines TSWLM oder GE wohl fürs erste nicht mehr möglich sind. Der Bruch zu CR und QOS wäre viel zu groß, daher denke ich muss man innerhalb der Ära Craig erstmal mit diesem Stil leben, denn einen anderen wird man wohl mit diesem Hauptdarsteller nicht zu sehen bekommen. Und ich bemerke gerade, dass da zwischen meinen Zeilen schon irgendwo die Angst mitschwingt „den Bond alter Prägung“ nicht mehr wiederzusehen. Andererseits sage ich mir müssen wir nur die nächste Welle von Old-School-Abenteuern abwarten bis die EON-Crew auch auf diesen Zug wieder aufspringt und ihr Franchise in alte Bahnen lenkt. Vielleicht ist es in Summe auch genau das was mich an „der neuen Ausrichtung“ so stört, dass man sich komplett am aktuell gängigen Kino-Erfolgsschema (Bourne & Batman) orientiert und dabei die eigenen Identität doch ziemlich in den Hintergrund rücken lässt. Denn genau das gab es zuvor in diesem Maße nie, was aber natürlich nicht bedeutet das allein dadurch qualitativ alles besser war.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Wer ware besser als 007 in Casino Royale gewasen? PB ode

#39
AnatolGogol hat geschrieben:Nicht zuletzt daher und da es wie bereits gesagt aus meiner Sicht für die Qualität des Films völlig unerheblich ist wäre mir ein komplettes Weglassen des Reboots-Gedanken eigentlich lieber gewesen. Irgendwie entspringt dieser nämlich auch dem Gedankengang: wir müssen den jetzt veränderten Bond erklären bzw rechtfertigen, also etwas was bei den vorangegangenen Brüchen innerhalb der Figur (zB Connery-Moore oder Moore-Dalton) ja immer völlig irrelevant war (und das zu recht!). Nein, meiner Meinung nach hätte man einfach weitermachen sollen wie immer, also Bond als erfahrenen Feldagenten zeigen sollen der halt zufällig das ganze Zeug in CR mitmacht und sich dieses mal dann halt auch mal wieder verliebt. Der Reboot-Gedanke hat mir bereits in QOS schon wieder viel zu viel eingeengt und diverse Optionen regelrecht ausgeschlossen (und ich meine hier weniger Q und Moneypenny als mehr die Rückkehr zu etwas entspannteren Abenteuern).
So in etwa sehe ich das auch. Bei keinem anderen Darsteller hat man großen Wert darauf gelegt, den neuen Bonddarsteller zu erklären. Wer weiß, wie der Film geworden wäre, wenn man diesen Reboot nicht gezeigt hätte. Wäre CR in etwa so geworden, wie die Bondfilme der Daltonära? Also sprich mit einem harten und rauen 007 und einer bodenständigen Story, aber mit genau den klassischen Bondelementen wie Q, Gadgets und Moneypenny. Ich denke, dass CR in etwa genau so hätte werden können und dazu auch hätte erfolgreich sein können. Denn so hätte man wieder einen knallharten 007 gehabt und nicht auf viele wesentlichen Dinge, die sich durch fast alle Bondfilme hindurchgezogen und etabliert haben, verzichten müssen. Ich denke ein Grund für den Reboot ist vielleicht auch, dass man etwas weg wollte von dem zuletzt an übertriebenen Gadgets überlagerten DAD. Für viele ist DAD einer der schlechtesten Bondfilme der gesamten Ära, was meiner Meinung nach an den zum Teil sehr unrealistischen Gadgets liegt. Denn an sich bietet DAD eine gute Grundlage mit einer tollen Story, die einfach hätte besser umgesetzt werden müssen. Leider hat man dort viel Potenzial verschenkt. Einerseits finde ich deshalb, dass es gar nicht so verkehrt war, mit einem neuen Darsteller die Anfänge Bonds zu zeigen. Und Craig ist es auch gut gelungen, diese Anfänge zu zeigen. Andererseits ist es auch etwas mutig und meiner Meinung nach nicht unbedingt förderlich, nach 40 Jahren und 20 Bondfilmen einen Schnitt zu machen und von vorne zu Beginnen und dann auch viele liebgewonnene Dinge wegzulassen. Ich hätte mir gewünscht, dass man in QOS wieder etwas mehr zu den Wurzeln der Bondfilme zurückkehrt, was man leider nicht gemacht hat. Deshalb bin ich schon sehr auf Bond 23 gespannt.
AnatolGogol hat geschrieben:Und ich bemerke gerade, dass da zwischen meinen Zeilen schon irgendwo die Angst mitschwingt „den Bond alter Prägung“ nicht mehr wiederzusehen. Andererseits sage ich mir müssen wir nur die nächste Welle von Old-School-Abenteuern abwarten bis die EON-Crew auch auf diesen Zug wieder aufspringt und ihr Franchise in alte Bahnen lenkt. Vielleicht ist es in Summe auch genau das was mich an „der neuen Ausrichtung“ so stört, dass man sich komplett am aktuell gängigen Kino-Erfolgsschema (Bourne & Batman) orientiert und dabei die eigenen Identität doch ziemlich in den Hintergrund rücken lässt.
So geht es mir auch. Ich bin auch der Meinung, dass EON sich zu stark an die aktuell laufenden Filme orientiert hat und dadurch etwas von ihrer eigenen "Persönlichkeit" verkauft hat. Und das nur, um dem Mainstream gerecht zu werden. Bei mir ist auch immer eine gewisse Art von Angst dabei, den alten Bond nicht mehr wieder zu sehen, denn für mich gehören Dinge wie Q, Gadgets und auch Moneypenny einfach zu Bond dazu. Ich weiß, dass jeder Darsteller 007 bisher anders gespielt und interpretiert hat, aber es hat sich durch die ganzen Filme ein gewisser gleichbleibender Strahl durchgezogen, der mit CR und QOS gerissen ist. Und ich denke, dass man in der Craigära nicht mehr zurück zu diesem Strahl finden wird, da, wie hier bereits erwähnt wurde, der Bruch zu groß wäre. Ich persönlich hoffe, dass man in absehbarer Zeit zum alten Bond zurückfinden wird, denn sonst wird mir Bond immer "fremder".

LG Mirco
Im Angesicht des Todes, muss der Spion der mich liebte, Leben und Sterben Lassen
007.Mirco

Re: Wer ware besser als 007 in Casino Royale gewasen? PB ode

#40
AnatolGogol hat geschrieben:Vielleicht ist es in Summe auch genau das was mich an „der neuen Ausrichtung“ so stört, dass man sich komplett am aktuell gängigen Kino-Erfolgsschema (Bourne & Batman) orientiert und dabei die eigenen Identität doch ziemlich in den Hintergrund rücken lässt. Denn genau das gab es zuvor in diesem Maße nie, was aber natürlich nicht bedeutet das allein dadurch qualitativ alles besser war.
War das denn zu einem gewissen Maß nicht schon immer so? Ich erinnere nur an das Lasergeballere in Moonraker, um auf den damaligen "Star Wars Hype" aufspringen zu können. Auch Lizenz zum Töten erinnert mich Phasenweise mehr an Miami Vice als an einen "typischen" Bond. Ob man es will oder nicht - die Bondfilme sind auch nur Kinder ihrer Zeit.

Re: Wer ware besser als 007 in Casino Royale gewasen? PB ode

#41
JWPepper hat geschrieben:War das denn zu einem gewissen Maß nicht schon immer so? Ich erinnere nur an das Lasergeballere in Moonraker, um auf den damaligen "Star Wars Hype" aufspringen zu können. Auch Lizenz zum Töten erinnert mich Phasenweise mehr an Miami Vice als an einen "typischen" Bond. Ob man es will oder nicht - die Bondfilme sind auch nur Kinder ihrer Zeit.
Das was du schreibst ist völlig richtig, allerdings liegt der Unterschied zu den Änderungen in CR und QOS darin, dass man immer nur Einflüsse mitaufgenommen hat aber nie das komplette Konzept an einem gerade gängigen Vorbild ausgerichtet hat. MR unterscheidet sich als Film, Star Wars-Einflüsse hin- oder her, letztlich nicht wirklich von YOLT oder TSWLM. Genau das gleiche bei den Blaxploitation- bzw. Eastern-beinflussten LALD und TMWTGG. Auch LTK bildet da keine Ausnahme, hier wurden ebenfalls die Optik und Stilistik an gerade gängige Standards angepasst (wobei ich hier wesentlich mehr Ähnlichkeiten zu Filmen wie Die Hard oder Lethal Weapon sehe als zur Hochglanzoptik aus Miami Vice), aber das Grundkonzept blieb unverändert. Die Filme waren im Prinzip 40 Jahre lang im Kern unverändert, keiner der Filme wollte wirklich eine realistische Welt abbilden, keiner der Filme nahm sich wirklich ernst. Selbst gemeinhin als „ernsthafte“ Bondfilme titulierte Werke wie FRWL oder FYEO waren nie wirklich realistisch im Stile zB der Harry-Palmer-Verfilmungen oder von „Der Spion der aus der Kälte kam“ und bildeten stattdessen eine Parallelwelt ab. Genau hier wurde ab CR dann ein harter Schnitt gemacht und der Charakter Bond in ein realistisches Umfeld gesetzt. Er durfte nun Gefühle zeigen und wurde zudem an den Anfang seiner Karriere versetzt. CR sollte als Film ernstgenommen werden wie Bond als Charakter ernstgenommen werden sollte. Der ganze Ansatz des Films wurde komplett verändert gegenüber dem Ansatz aus den vorangegangenen 20 Filmen. Und letztlich kann man den Produzenten auch nur gratulieren zu dieser mutigen, aber eben auch kommerziell wie künstlerische gelungenen Änderung. Dennoch ist natürlich nicht zu übersehen, dass man hier im Prinzip nur die aktuell erfolgreichen Formeln der Bourne- und Batman-Filme nahezu 1:1 kopiert hat und zwar eben nicht nur bestimmte Elemente sondern den kompletten filmischen Ansatz. Genau das macht für mich den Unterschied aus zu früheren Filmen.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Wer ware besser als 007 in Casino Royale gewasen? PB ode

#42
AnatolGogol hat geschrieben:[...] keiner der Filme wollte wirklich eine realistische Welt abbilden, keiner der Filme nahm sich wirklich ernst. Selbst gemeinhin als „ernsthafte“ Bondfilme titulierte Werke wie FRWL oder FYEO waren nie wirklich realistisch [...] der Charakter Bond in ein realistisches Umfeld gesetzt. [...] Der ganze Ansatz des Films wurde komplett verändert [...] Formeln der Bourne- und Batman-Filme nahezu 1:1 kopiert hat und zwar eben nicht nur bestimmte Elemente sondern den kompletten filmischen Ansatz.
Nun, wenn man in Filmen immer die Realität oder Handlung mit intensivem Bezug zur Realität zeigen würde, würde keiner mehr diese Filme schauen wollen. Gerade in den frühen sechziger Jahren wollten die Menschen abgelenkt werden von ihren Alltagsproblemen. Man hat dem Zuschauer ganz bewusst zwei Stunden lang seine Alltagsprobleme vergessen lassen.
Meiner Meinung nach, sind die Filme heute vom Prinzip genauso unrealistisch. Und dafür zählst du selbst ein Argument auf: der Vergleich mit Bourne ;-) . Das einzige was sich verändert hat, sind die Mittel, die im Film benutzt werden: man kann niemanden mehr mit utopischen Weltherrschaftsgeschichten erfreuen. Heute muss man die Menschen fesseln, indem man ihnen Dinge zeigt, die möglich sind, aber unwahrscheinlich und überspitzt.

Sincerly,

the Avenger.
Every Legend has a beginning.
James Bond, Special Agent SIS:
"The Property of a Lady"

Re: Wer ware besser als 007 in Casino Royale gewasen? PB ode

#43
Aber letztlich kann man Craigs Art mögen oder nicht. Der Reboot Gedanke ist aber unerheblich dabei. Ich nehme diese Reboot Aspekte eher als Schmankerl für Fans. Wenn er bspw. seinen Martini erfindet, wenn er sagt es sei ihm egal, ob geschüttelt oder nicht, usw. Dann sind das doch eher nette Insider-Jokes für Fans, als dass das wirklich Auswirkungen auf den Film hätte.
Solche Gags oder Feinheiten hätte mit Brosnan keinen Sinn gemacht. Auch das übergreifende Thema, dass Bond sich zu Beginn seiner Karriere verliebt und dann enttäuscht wird, und das das Auswirkungen auf seine spätere Art hat, wäre bei Brosnan weggefallen.

Wenn man das mal alles betrachtet, wäre CR ohne Craig und Reboot Gedanken doch ein erheblich anderer Film mit Brosnan geworden. ich möchte diese "add ons" aber nicht missen, da sie auch dazu beitragen, dass sich der Film abhebt.
Allerdings ist die Besonderheit von CR eben auch und vor allem in einem anderen Storyaufbau, einer anderen Dramaturgie, mehr Ernsthaftigkeit und einem alles in allem besseren Drehbuch begründet. All das hätte ich Brosnan auch gegönnt.
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Re: Wer ware besser als 007 in Casino Royale gewasen? PB ode

#44
The_Avenger hat geschrieben:Nun, wenn man in Filmen immer die Realität oder Handlung mit intensivem Bezug zur Realität zeigen würde, würde keiner mehr diese Filme schauen wollen. Gerade in den frühen sechziger Jahren wollten die Menschen abgelenkt werden von ihren Alltagsproblemen. Man hat dem Zuschauer ganz bewusst zwei Stunden lang seine Alltagsprobleme vergessen lassen.
Meiner Meinung nach, sind die Filme heute vom Prinzip genauso unrealistisch. Und dafür zählst du selbst ein Argument auf: der Vergleich mit Bourne ;-) . Das einzige was sich verändert hat, sind die Mittel, die im Film benutzt werden: man kann niemanden mehr mit utopischen Weltherrschaftsgeschichten erfreuen. Heute muss man die Menschen fesseln, indem man ihnen Dinge zeigt, die möglich sind, aber unwahrscheinlich und überspitzt.

Sincerly,

the Avenger.
Dass man niemand mehr mit utopischen Weltherrschaftsgeschichten erfreuen kann ist aber nur eine Vermutung von dir ohne jeglichen Beweis. Selbst der qualitativ allgemein sehr schwach eingestufte DAD hat mit seiner „utopischen Weltherrschaftsgeschichte“ ordentlich die Kasse klingeln lassen. Dass dieses Prinzip heute nicht mehr funktionieren sollte sehe ich nicht. Aber letztlich ist auch das nicht wirklich der Unterschied zwischen den Craigfilmen und den „alten“ Filmen. Filme wie FYEO oder LTK waren in der Vergangenheit auch schon alles andere als Weltherrschaftsgeschichten und dennoch typische Vertreter. Bitte versteht mich nicht falsch: ich kritisiere die Veränderungen seit CR nicht, ist stelle sie nur fest. Meiner Meinung nach zeigen die qualitativen Unterschiede zwischen CR und QOS sehr deutlich, dass es kein allseligmachendes Konzept gibt. Es ist heute wie es immer war: trotz nahezu identischer Zutaten kann ein Film ein Knaller und ein anderer eine Gurke sein. Deswegen bin ich immer sehr skeptisch bei Aussagen wie „heutzutage muss man die Filme so machen“ oder „der Ansatz der früheren Filme würde heute nicht mehr funktionieren“. Entscheidend ist die Qualität der Umsetzung, nicht die äußere Form. :wink:
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