Welchen Weg sollen zukünftige Bondfilme gehen?

Hier kommen alle Neuigkeiten, Gerüchte und Spekulationen zum 23. Bondfilm (Kinostart November 2012) namens SKYFALL von Regisseur Sam Mendes und Daniel Craig als 007, herein! [LESEFORUM]
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MX87
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11. Januar 2010 23:09

Angeregt durch Sam Mendes als wahrscheinlichen B23-Regisseur und verschiedenen Beiträgen habe ich mich entschlossen diesen Thread zu eröffnen. Allerdings soll Mendes Engagement nicht Thema dieses Threads sein bzw. nicht das Zentrale.

Welchen Weg sollen zukünftige Bondfilme gehen?

Diese Frage erscheint erstmal eher nichtssagend, doch meine ich mit dem "Weg" die Richtungen die ein Film einschlagen kann: Mainstreamkino und bloße Unterhaltung oder alternativ einen eher künstlerischen anspruchsvollen Weg.

CR ging im Vergleich zu den Vorgängern einen anspruchsvolleren Weg als seine Vorgänger, QOS ging in Sachen Anspruch sogar noch weiter. So bekam z.B. der CIA ordentlich sein Fett weg und auch die sonstige Welt der Geheimdienste und der Politik kamen nicht sonderlich gut weg.

Es scheint ganz so als ob die zukünftige Marschrichtung Bonds ganz eindeutig in Richtung Anspruch geht.
Bond könnte demnach eine Filmserie werden in der die besten Regisseure sich ein Denkmal setzen.
Bond als Regie-Olympiade. Was denkt ihr?

Denkt ihr dies ist der Richtige Weg oder könnte dies im schlimmsten Fall das Ende des Franchise werden: Ein Regisseur überdehnt den Faden und liefert einen Film ab der das Kinopublikum vergrault.
Wie weit dürfte ein anspruchsvoller Bondfilm also gehen?

Oder sollte Bond wie so oft lieber im Mainstream bleiben und wie oft in der Vergangenheit sich mit 08/15-Storyschemas abfinden?

Ich denke der Thread könnte eine etwas andere Grundsatzdiskussion werden. :wink:
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young
chief

11. Januar 2010 23:34

Ich will in Bond nicht mehr sehen, als das was er immer war: Unterhaltung!
Bond darf ein Held sein - aber kein Superman.
Der Film soll Humor haben - aber nicht albern sein.
Die Action muss atemberaubend sein - aber glaubwürdig.
Bond darf durchaus auch Charakter zeigen - aber keine Gefühlsduseleien.
Die Story soll spannend sein - aber nicht zwingend realistisch oder übertrieben tiefgängig.
Der Film darf Klischees pflegen - aber in Maßen.
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danielcc
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11. Januar 2010 23:41

MX87 hat geschrieben:
Mainstreamkino und bloße Unterhaltung oder alternativ einen eher künstlerischen anspruchsvollen Weg.
ich verstehe das "oder alternativ" nicht. CR und vielleicht auch QOS haben doch gezeigt, dass ein nicht ganz anspruchsloser Weg durchaus unterhaltsam sein kann.

Und was ist "anspruchsvoll"?
- Reden wir von Ansprch im Bezug auf die Story?
- Reden wir von Anspruch in Bezug auf die Art und Weise der Darstellung?
- Reden wir von Anspruch im Bezug auf eine mögliche Aussage?

Unter Mainstream verstehe ich, dass der Film ein breites Publikum findet und dieses gut unterhält. Dieses müssen Bondfime schon aufgrund ihrer hohen Budgets.
Ich denke, Bondfilme werden niemals Arthouse Filme sein, im dem Sinne, dass sie bewusst so extrem sind, dass sie schockieren, abschrecken oder provozieren und fürs breite Publikum schwer zugänglich sind.

Aber auch die "Mainstream/Blockbuster Kategorie" zeigt unglaublich viel Spielraum. Bondfilme können (und sollten meiner Meinung nach) überraschen und Innovatives bieten, sie sollten durchaus mal zum überlegen anregen. Besonder mag ich es, wenn wir in CR jenseits der oberflächlichen Story eine Doppeldeutigkeit zu entdecken ist und ein übergreifendes Motiv, welches Bond und die gesamte Story beschäftigt. Storyseitig sollten sie durchaus mal Reales thematisieren und sich nicht zu weit von unserer Zeit entfernen. Ich erwarte spannende Geschichten aber vor allem spannende Charaktere, die nicht immer in Schablonen passen. Man sollte bewusst mit Klischees spielen und diese variieren, so dass es nicht vorhersehbar ist.
Dementsprechend erwarte ich hochklassige, gerne auch unbekannte Darsteller mit Ecken und Kanten, die diese Charaktere mit Leben erfüllen. Ich halte es momentan für wichtig, wenn die Filme insb. im Hinblick auf den Protagonisten emotional aufgeladener sind. Nur so fiebert man wirklich mit. Dies ist leichter möglich, wenn man nicht auf bekannte populäre Gesichter setzt (Stichwort: Megan Fox).
Was die Präsentation angeht, möchte ich nicht, dass Bondfilme kurzfristigen Trends hinterherlaufen. Wenn, dann sollten die Filme selbst Trends setzen. Ich mag die Bondserie durchaus als etwas konservativ aber warum nicht mal experimentieren. Stilistisch möchte ich nicht, dass jeder Film wie ein separates Einzelwerk wirkt. Regisseure eines Bondfilms sollten nicht sich selbst, sondern der Filmserie ein Denkmal setzen. Die Stories und Charaktere können aber gerne jedes Mal wieder frisch und unterschiedlich sein.

Alles in allem wünsche ich mir, dass die Bondfilme in jeder Hinsicht niveauvoller als durchschnitliche Actionfilme sind.

Letztlich ist die Frage, was muss unveränderlich im Mittelpunkt eines jeden Bondfilms stehen, und was darf variiert werden, was auf die Frage hinaus läuft, was denn nun "typisch Bond" ist. Meiner Meinung nach ist es Bonds Charakter, die Kombination von Spaß, Spannung, bahnbrechender Action und Härte in einer exklusiven Welt und der blitzschnelle Wechsel zwischen diesen Elementen. Solange dies gewährleistet ist, verträgt die Serie auch einiges an Veränderungen in der Darstellung und den Stories.

In Bezug auf CR und QOS stelle ich fest, dass mir beide Filme eben besonders deswegen gefallen haben, weil sie überrascht haben und ich endlich das Gefühl hatte, dass die Autoren Luft zum Atmen (und somit für Kreativität) haben; weil sie glaubhaft waren und eine neue Ernsthaftigkeit eingeführt haben, weil sie eher Charakterbezogen waren und weniger den Fokus auf die x-te Variante eines Weltbedrohungs-Szenarios gelegt haben; weil die Riege der Darsteller eindeutig besser war und mehr Wert auf gute Dialoge gelegt wurde. All das kann gerne so weiter gehen
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RW06
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12. Januar 2010 00:20

chief hat geschrieben:Ich will in Bond nicht mehr sehen, als das was er immer war: Unterhaltung!
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Mr.Chrismas Jones
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Also von mir aus kann Bond ruhig weiterhin in Richtung Bourne bleiben, zwar hat mir nicht "CR", aber "QoS" sehr gefallen. Auf jeden Fall soll Bond wieder ordentlich bluten und nicht jede Verletzung ohne einen Kratzer wegstecken. Vor allem Wünsche ich mir aber auch wieder einen richtig schön fiesen Bösewicht, an dem Bond seine wahre Mühe und Not hat. Aber natürlich soll es noch genug Humor geben, es muss ja nicht gleich Übertrieben werden. Ich habe nichts dagegen wenn Bond weiterhin wie die "Jason Bourne-Trilogie" bleibt, ein intelligenter Actionthriller. Vorausgesetzt der Bösewicht und das Bond-Girl bleiben sympahtisch.
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Casino Hille
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Mr.Chrismas Jones hat geschrieben:Also von mir aus kann Bond ruhig weiterhin in dieser Richtung bleiben. Auf jeden Fall soll Bond wieder ordentlich bluten und nicht jede Verletzung ohne einen Kratzer wegstecken. Vor allem Wünsche ich mir aber auch wieder einen richtig schön fiesen Bösewicht, an dem Bond seine wahre Mühe und Not hat. Aber natürlich soll es noch genug Humor geben, es muss ja nicht gleich Übertrieben werden. Ich habe nichts dagegen wenn Bond weiterhin ein intelligenter Actionthriller bleibt. Vorausgesetzt der Bösewicht und das Bond-Girl bleiben sympahtisch.
:D :D Genau das sind auch meine Vorstellungen
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Samedi
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Ich bin auch mehr für eine stärker künstlerische und anspruchsvolle Ausrichtung. Bei der Kameraführung und dem Schnitt bin ich aber mehr für epische Einstellungen und nicht für hektische und ruckartige Sequenzen.
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VJ007
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12. Januar 2010 15:27

RW06 hat geschrieben:
chief hat geschrieben:Ich will in Bond nicht mehr sehen, als das was er immer war: Unterhaltung!
Bond darf ein Held sein - aber kein Superman.
Der Film soll Humor haben - aber nicht albern sein.
Die Action muss atemberaubend sein - aber glaubwürdig.
Bond darf durchaus auch Charakter zeigen - aber keine Gefühlsduseleien.
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Absolut perfekt! Genauso stell ich es mir auch vor! :)
Kann ich auch exakt so unterschreiben. Oft werden Filme, die mehr auf Mainstream ausgerichtet sind dafür kritisiert. Ich denke allerdings, dass es genauso schwer ist einen unterhaltsamen Mainstreamfilm zu machen, wie einen sehr anspruchsvollen Film zu drehen - Hauptsache ist doch, dass man das, was man macht, gut macht ...

@MX87: Ist es richtig, dass du, wie man aus der leicht parteiischen Threaderöffnung ( :wink: ) schließen kann, den anspruchsvollen Weg bevorzugen würdest?

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Shatterhand
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12. Januar 2010 22:07

Also ich denke, dass man die Richtung, die sich mit CR und QOS abgezeichnet hat, weitergehen wird. Zumindest so lange wie Craig die Hauptrolle hat. Mein Eindruck ist, dass das auch das ist, was Broccoli und Wilson schon immer wollten, aber in der Brosnan-Ära aus Respekt vor den Regeln, die Cubby aufgestellt hat, nicht durchziehen wollten (nur Commonwealth-Regisseure, kein Reboot, kein Bond, der noch Fehler macht, etc.). Ich glaube, Mrs. Broccoli hat sich schon immer mehr charakterliche Tiefe gewünscht, während Wilson gern mehr politische Aktualität gesehen hätte. Wenn man sich nur mal die Stories ansieht, an denen er mitgeschrieben hat, praktisch alle 80ies-Bonds, dann merkt man auf jeden Fall eine Verschiebung hin zu politischeren und komplexeren Plots. Selbst wenn man mal DAD mit MR vergleicht, ist DAD wesentlich stärker in der Gegenwart verankert. Bei DAD hat sich die nordkoreanische Regierung beschwert, MR dagegen hat bei den Russen damals sogar eher wohlwollende Kritiken ausgelöst.

Insofern geht auch die Verpflichtung von Morgan und Mendes absolut in diese Richtung. Ich persönlich finde das auf jeden Fall sehr gut, und bin auch absolut gespannt, was dabei noch herauskommt. Falls tatsächlich ein Regisseur mal den Bogen überspannen sollte, kann man im nächsten Film ja wieder zurückrudern. Macht man ja eh immer so.

Bond als "Regie-Olympiade" gefällt mir allerdings weniger. Forster und Mendes sind insofern ja auch keine Starregisseure. Sowas hat man ja bisher beim Alien- und beim Mission:Impossible-Franchise versucht, und das Ergebnis finde ich alles andere als überzeugend. Nach Aliens kam meines Erachtens nur noch selbstverliebter Murks, und auch M:I-2 fällt in diese Kategorie. Es sollte auf jeden Fall kein Zwang daraus werden, immer unbedingt einen anderen und bekannten Regisseur für jeden neuen Film zu verpflichten. Dann lieber ein wenig bekannter und bewährter, wie Martin Campbell.
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danielcc
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12. Januar 2010 22:22

Shatterhand hat geschrieben:Sowas hat man ja bisher beim Alien- und beim Mission:Impossible-Franchise versucht, und das Ergebnis finde ich alles andere als überzeugend. Nach Aliens kam meines Erachtens nur noch selbstverliebter Murks,
nun ja, wobei die Regisseure von Teil 3 und 4 sicher nicht bekannter waren zu ihrer Zeit als Cameron und Scott zu ihrer Zeit oder?

Aber prinzipiell teile ich dein Argument
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MX87
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12. Januar 2010 23:48

@MX87: Ist es richtig, dass du, wie man aus der leicht parteiischen Threaderöffnung ( :wink: ) schließen kann, den anspruchsvollen Weg bevorzugen würdest?
Ich bin einer anspruchsvolleren Ausrichtung durchaus nicht abgeneigt, solange man das Franchise der Kunst wegen nicht komplett über den Haufen werfen will. Ich habe absolut nicht gegen "Künstler" als Regisseure wie Forster, jedoch müssen sie wie er das Franchise mit Respekt behandeln. Wenn Bond allerdings minutenlange Monologe über den Sinn des Lebens vom Stapel lässt hat man den Bogen überspannt... :wink:

Genau genommen kann man auch, wie ich finde, auch Storys mit Superbösewichten ziemlich anspruchsvoll gestalten. Es brauch einzig und allein gescheite Drehbuchautoren für so etwas. Auch "Wir klauen eine Atombombe und nehmen die Welt als Geisel"-Storyschemas könnten in einer Neuauflage einen hervorragenden Thriller abgeben. So könnte man dies mit einem Schuss politischer Verschwörung oder ähnlichem würzen...

QOS wurde teilweise auch als erster Arthouse-Bond bezeichnet. Hier wurde Anspruch mit tollen Schauwerten verbunden. So kann und darf es ruhig mit Bond weitergehen.

Interessant fand ich auch, dass Paul Haggis ursprünglich die Regie von QOS angeboten worden. Nicht vergessen: Er ist Oscar-Gewinner (Bester Film 2006 mit LA Crash).

Zur Aliens-Serie:
Die ersten drei Teile gingen klar (Teil 2: genial!). Selbstverliebter Murks sah ich erst beim vierten Teil. Hier kamen ein lausiges Drehbuch und ein Regie-Pfuscher zusammen. Bei Teil 3 war eher das Drehbuch schwach, an Finchers Regie habe ich soweit nichts auszusetzen...
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13. Januar 2010 13:27

danielcc hat geschrieben:nun ja, wobei die Regisseure von Teil 3 und 4 sicher nicht bekannter waren zu ihrer Zeit als Cameron und Scott zu ihrer Zeit oder?
Okay, Fincher war bis dato nur durch Musikvideos aufgefallen. Jeunet war relativ bekannt durch Delikatessen und Die Stadt der verlorenen Kinder. Aber ich denke schon, dass man Regisseure gesucht hat, die einen eigenen visuellen Stil einbringen, so dass der Film dann einen eigenen Stempel hat. Aber es kann natürlich auch sein, dass dieser Eindruck auch erst aus heutiger Sicht entsteht.
MX87 hat geschrieben:Zur Aliens-Serie:
Die ersten drei Teile gingen klar (Teil 2: genial!). Selbstverliebter Murks sah ich erst beim vierten Teil. Hier kamen ein lausiges Drehbuch und ein Regie-Pfuscher zusammen. Bei Teil 3 war eher das Drehbuch schwach, an Finchers Regie habe ich soweit nichts auszusetzen...
Ja, die ersten beiden sind genial. Teil 3 hab ich nur einmal gesehen. Wenn am Anfang mal so nebenbei erwähnt wird, dass Newt in ihrer Schlafkammer mal eben ersoffen ist, dann könnte ich da schon ausschalten. Das ist für mich so, als hätte man in Zurück in die Zukunft 2 am Anfang mal nebenbei durchklingen lassen, dass es Biff später doch mal gelungen sei, Lorraine zu vergewaltigen. Als Regisseur hätte ich mich geweigert, das Werk meines Vorgängers derart in die Tonne zu hauen.
MX87 hat geschrieben:Genau genommen kann man auch, wie ich finde, auch Storys mit Superbösewichten ziemlich anspruchsvoll gestalten. Es brauch einzig und allein gescheite Drehbuchautoren für so etwas.
Sehe ich absolut genauso. Ich finde, es muss nicht immer den erdigen, düsteren Thriller auf der einen Seite geben, mit möglichst realistischem Plot, und den albernen, selbst-ironischen Fantasy-Bombast auf der anderen. Man könnte auch eine larger-than-life-Story mal ernsthaft und durchdacht durchziehen. Immerhin leben wir in einer Zeit, wo Milliardäre in ihren Privatlaboren an künstlichen Lebewesen und Raumfahrzeugen basteln. Ich finde, TB ist der einzige Bond bisher, bei dem sowas gelungen ist.
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13. Januar 2010 13:43

Shatterhand hat geschrieben:
Sehe ich absolut genauso. Ich finde, es muss nicht immer den erdigen, düsteren Thriller auf der einen Seite geben, mit möglichst realistischem Plot, und den albernen, selbst-ironischen Fantasy-Bombast auf der anderen. Man könnte auch eine larger-than-life-Story mal ernsthaft und durchdacht durchziehen. Immerhin leben wir in einer Zeit, wo Milliardäre in ihren Privatlaboren an künstlichen Lebewesen und Raumfahrzeugen basteln. Ich finde, TB ist der einzige Bond bisher, bei dem sowas gelungen ist.
Naja, über TB kann man streiten. Überhaupt ist bei mir die Frage der Sinnhaftigkeit einer Verbrecherorganisation, die die irrwitzigsten Dinge tut, nur um dann einen Staat zu erpressen??? Überhaupt, was ist eigentlich das Ziel von SPECTRE? Geld scheffeln oder politische Unruhe stiften?
Ich finde heute müsste man sowas schon politisch (oder religiös) begründen (letzteres wird es wohl bei Bond nicht geben). Alternativ wäre ein Firmen-Interesse möglich, aber dann nicht gleich mit Atombomben hantieren, das wirkt doch all zu sehr konstruiert. Ich finde, TND hat zum Beispiel von der Grundidee her einen der glaubhaftesten Plots und Bösewichte. Eigentlich müsste man diese Idee mit der Ernsthaftigkeit der Craig-Era und entsprechendem Drehbuch noch mal neu verfilmen.
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13. Januar 2010 14:47

Wurde in TB nicht die ganze westliche Welt erpresst? Aber die ganze Sache mit den gestohlenen Bombern ist zumindest glaubhaft und realistisch. Aber Erpressung ist eh nicht gerade die beste Idee für ein Verbrechen. Grundsätzlich finde ich solche Killersatelliten wie in DAF oder DAD nicht so schlecht. Damit hätte man eine ziemlich große Macht. Allerdings müsste so ein Satellit vom Prinzip her glaubwürdiger sein. In einem Animé gab es auch mal einen Satelliten, mit dem man per Maser oder so jeden beliebigen Menschen auf der Erde lautlos umbringen konnte. Sowas wäre wissenschaftlich nicht zu strange und hätte ein gewisses Thrillerpotential.

Einen LTL-Plot mit religiösem Hintergrund fände ich ehrlich gesagt mal sehr spannend. Man könnte ja einfach eine ominöse Sekte erfinden, die sowas plant. Also Menschheit ausrotten und so. Im Gardner-Roman Scorpius gabs das glaub ich auch mal. (Vielleicht könnte Paul Haggis dafür seine Scientology-Erfahrung verarbeiten - kleiner Scherz)

Mal eine ganz andere Idee: Wer kennt das nicht - man besucht eine bestimmte Firma, erwartet einen Riesen-Prachtbau, und landet dann in einer popligen Büroetage irgendwo in nem Hinterhof, mit ner Sekretärin, drei Büros und nem Wasserautomaten. Das wär doch mal ein netter Gag: Bond besucht das HQ des Bösen und landet in so einer Büroetage.
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13. Januar 2010 15:59

danielcc hat geschrieben:
Naja, über TB kann man streiten. Überhaupt ist bei mir die Frage der Sinnhaftigkeit einer Verbrecherorganisation, die die irrwitzigsten Dinge tut, nur um dann einen Staat zu erpressen??? Überhaupt, was ist eigentlich das Ziel von SPECTRE? Geld scheffeln oder politische Unruhe stiften?.
SPECTRE hatte den Sinn Geld zu scheffeln (siehe Konferenz in TB) und Macht an sich zu reißen. Letzteres aber eher auf unauffällige Art durch Unterwanderung von politischen Organisationen.

So wird auch deutlich wie nah QUANTUM an SPECTRE dran ist. Mitunter mag die neue Verbrecherorganisation eine "ernsthafte" Inkarnation von SPECTRE sein.

Eine Idee die ich mal hatte war dass Bond mal gegen eine Sekte antreten müsste. Es gab in der Realität schon massenmordende Sekten (Anschlag auf die U-Bahn von Tokio) und in Verbindung mit Anklängen an Scientology und Co könnte man daraus einen ziemlich düsteren Thriller und gleichzeitig eine glaubhafte Larger-Than-Life Story haben.

Auch miteinbeziehen von realen Konflikten wäre etwas, dass ich in einem Bondfilm gerne sehen würde. Beispielsweise würde der Naost-Konflikt eine Ideale Vorlage für eine Story á la FRWL bieten. Bond in Israel. Das hatten wir noch nicht. Allerdings sollte der Film für niemanden der "beiden Seiten" groß Partei ergreifen, wie wärs mit einem Bondgirl von jeweils einer der "beiden Seiten"?

Der Plot könnte so aussehen: Quantum stielt im Auftrag (gegen Bezahlung) eine israelische Nuklearwaffe und möchte die in einem der Nachbarländer hochgehen lassen. Dies würde die Region in einen furchtbaren Krieg stürzen (jeder würde an einen israelischen Militärschlag glauben). Bond ist eigentlich aus einem anderen Grund dort, doch er kommt durch seinen eigentlichen Auftrag auch auf die Spur der Atomwaffe, deren Verschwinden bisher geheim war....

Um den Plot gleichzeitig auch nicht zu sehr politisch aufzuladen könnte derjenige in dessen Auftrag die Bombe gestohlen wird ein reicher Geschäftsmann aus dem fernen Osten sein, der selber nach einem vernichtenden Krieg ein Milliardengeschäft wittert. Dies würde dem Film auch eine globale Komponente geben...
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