Re: Reviews und Kritiken zu SKYFALL

#452
danielcc hat geschrieben:Was zeichnet denn "das klassische Bondgirl" aus? ist es ein Opferlamm, ist es ein hübsche aber unwichtige Nebenrolle (FRWL), ist es eine Frau, die beschützt werden muss (DN), ist es eine Agentin an Bonds Seite (MR), ist es eine für Verbündete des Bösewichtes (GF), ist es die Liebe seines Lebens (OHMSS, CR), ist eine andere Frau, die ihm über den Weg läuft ohne Relevanz für die Story (QOS)...

Im Ernst, was ist DAS klassische Bondgirl und warum erfüllt Eve diese Rolle nicht?
Stimmt schon was du hier fragst, wenn Du Bond Fans fragst welche meinen es gibt hier kein Bond Girl mehr.

Aber vielleicht wird es im generellen doch oberflächlicher betrachtet, der Masse an Kinogänger ist das alles ziemlich wurscht.

Ich glaube es hängt viel mit den traditionellen und klassischen Elementen zusammen, die in der Craig Ära einfach nicht mehr das sind oder zumindest nicht traditionell gezeigt werden.

Bondgirl traditionell ist die Frau an seiner Seite, die er während seines Auftrags kennenlernt und mit der er in der Schlussszene in die Kiste hüpft.

Das gab es in allen Filmen vorher - die Ausnahme sind OHMS und die Craig Filme.
OHMS: Tracy stirbt in der Schlussszene
CR: Vesper stirbt, also keine klassische Schlussszene
QOS: Mit Camile hat er gar nichts, ein Kuss. Am Ende komplett was anders mit Reference zu CR.
SF: Eben kein traditionelles Bondgirl, Schlussszene wieder ganz was anderes.

Kann es nun sein das dieses Element ebenso dazu beiträgt, das man das klassische Bondgirl vermisst?
Ich wünsche mir zumindest dass das Bondgirl in den Filmen auch mal Glück hat am Ende, nicht stirbt, und wieder in James Armen liegt.

Gruß
Andi

Re: Reviews und Kritiken zu SKYFALL

#453
danielcc hat geschrieben:Maibaum, bist du dir sicher, dass es irgendeinen Grund gibt, warum du die alten Bondfilm magst? Wenn ich so rekapituliere, was du an QOS mochtest, was du an SF nicht magst, dass Moneypenny für dich immer der Tiefpunkt der Filme war, du aber die furchtbare Dalton Moneypenny mochtest, etc... dann wundere ich mich echt, warum du die Serie eigentlich magst.
Ich brauch da keine Gründe, und das ist eine seltsame Frage, die sich schon durch die Zeit die ich hier verbringe von selber beantwortet. Es hat mir in denn letzten Jahren viel Spaß gemacht die Filme zu schauen, und mich auch in Gedanken damit zu beschäftigen. Ich bin aber kein Bond Fan im eigentlichen Sinne, hatte mich jetzt aber auf SF im gleichen Maße gefreut wie auf den nächsten Tarantino, Malick, Almodovar oder Lynch (hoffe da kommt noch mal was).
Und gerade vor 2 Wochen hatte ich viel Spaß mit DAF, selbst mit der 2. Hälfte wo der ganze Film so vor sich hin wurschtelt.

Aber auch als Kind, als ich mal ein paar Jahre so richtig begeistert war, mochte ich diese platten Scherze nicht. Und da steht Moneypenny leider sehr stark für.

Und doch, die Kleine bei Dalton, die war süß. Die hätte ich auch gerne bei Brosnan gesehen. Ist man gezwungen die nicht zu mögen wenn man Bond Filme mag?
Was hat Denchs Rolle mit dem DB5 zu tun?
Warum wird Mallory schwach, weil er einen Blickwechsel mit Bond im Gerichtssaal hat?
Nicht wegen dem AM, sondern ab dem AM.

Bei Mallory war das ein Teil der für mich erwarteten Entwicklung seiner Figur. Und ich fand das sehr platt gelöst. Das war billig. Das sind so Sachen die ich einfach intuitiv nicht mag.

Also es gibt einiges schwaches und konventionelles Material in SF, daß so in den Vorgängern nicht drin war. Na ja, fast nicht.
Oder schaust du den Film jetzt 30 Jahre nicht meh und diskutierst nur anhand der einen Erinnerung?
Ja, mal sehen ... weiß noch nicht. Momentan wenig Lust.
Obwohl da noch jemand ist die fragte ob ich ihn mir auch noch einmal anschauen werde, wenn sie wieder da ist. Die OV würde mich schon reizen ...
Knifflig ...

Ansonsten wahrscheinlich irgendwann die Blu Ray.

Re: Reviews und Kritiken zu SKYFALL

#455
Hab den Film jetzt ein zweites Mal gesehen und er hat mir immer noch sehr gut gefallen. Natürlich treten die Schwächen - ja, die gibt es :wink: - bei einer wiederholten Sichtung deutlicher hervor. Bis zum Auftauchen Silvas plätschert die Handlung etwas höhepunktlos dahin, gerade die Casino-Sequenz mit Séverine will nicht so recht zünden, das ist zu bemüht auf "klassisch" getrimmt. Danach geht alles irgendwie zu schnell, eine kurze (nicht sonderlich gut choreographierte) Prügelei und dann die Blitzverführung.

Im letzten Drittel nimmt der Film dagegen wieder gehörig Fahrt auf und auch das Finale in Schottland hat sein ganz eigenen Charme.

Zu danielcc vs. Maibaum :lol:
Ich kann beide Haltungen verstehen. Vom Unterhaltungswert her ist Skyfall durchaus überzeugend, er würde auch sonst nicht solche Rekordergebnisse einfahren (obwohl, wenn man an TDKR denkt, aber das ist ein anderes Thema ...).
Allerdings ist die Figurenzeichnung v.a. bei M und Mallory doch recht dünn ausgefallen, entgegen den ständigen Lobpreisungen seitens der Produzenten und Mendes. Tatsächlich ist Mallorys "Kehrtwende" holprig inszeniert und total vorhersehbar. Auch Dench kriegt nach der Anhörung nicht viel mehr zu tun als trübsinnig dreinzublicken. Da wäre definitv mehr drin gewesen. Das dramatische Element hinsichtlich der Charakterbilder hat mir z.B. in Casino Royale besser gefallen.
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Re: Reviews und Kritiken zu SKYFALL

#456
Der ganze Anfang mit Bonds "Tod" und den Zweifeln an seiner Leistungsfähigkeit funktioniert nicht so gut. Bei einer Figur wie Bond, an deren Fähigkeiten nie ein Zweifel besteht, macht es wenig Sinn so etwas als Teil der Handlung zu nehmen, außer wenn dieser Teil, wie in TB doch sehr schön gemacht, gleich schon Teil der Filmhandlung wird. Aber hier läuft das parallel und hat wenn Bond mit seinem Auftrag endlich startet keine Relevanz mehr für den Rest des Filmes. Tatsächlich hängt der Film im ersten Drittel ganz schön durch. Dummerweise ist das Ende dann für mich auch nur noch leidlich spannend.

Mit Peckinpah hat das Ende übrigens gar nichts zu tun. Das Haus und das Verteidigen des Territoriums erinnert oberflächlich an das gewalttätige Ende von Straw Dogs. Inhaltlich und inszenatorisch ist das aber nicht vergleichbar.

Re: Reviews und Kritiken zu SKYFALL

#457
@vodkamertini

Komische wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist. Ich denke immer wenn Silva auftaucht: Hey, jetzt war der Film schon so voller Höhepunkte, und JEZT kommt erst der geniale Bösewicht.

Wie gesagt, die Kasinoszene ist für mich in jeder Hinsicht ein Höhepunkt was Inszenierung und Darstellung angeht, zudem kommt hier der Humor erfrischend rüber.

Was einige auf ein mal für Ansprüche an Charakterzeichnung haben, finde ich erstaunlich. Nachdem als keine Bondfilm vor CR so etwas überhaupt hatte, ist SF da auf ein mal flach, was eine liebevoll gestaltete Nebenfigur wie Mallory angeht!? Noch mal: Da ist keine Kehrtwende, sondern eine Charakter der von Anfang an ale Facetten hat, die dann nach und nach stärker durchscheinen. In jeder von Mallory's Szenen zeigt er auch eine verständnisvolle Seite, wir erfahren, dass er nicht nur Bürokrat ist, er stellt dies unter Beweis... Ich sehe da keine Kehrtwende. Nur die Szene mit ihm und Q und Tanner ist schwach geschrieben.

@ Maibaum: Nun ja, das Zweifeln an der Leistungsfähigkeit und an seinem Job ist doch Teil von Flemings Bond. Seine Vermenschlichung ist großer bestandteil von CR und QOS. Schon in CR zweifelt er an seinem Job, in QOS wird seine Leistungsfähigkeit hinterfragt. Dass was in dieser Hinsicht in SF passiert, ist für mich vollkommen in dieser Linie und auch logisch. Dass daraus natürlich kein Melodram wird, ist wiederum klar bei Bond. Ich hätte mir gewünscht, wenn man genauer beschrieben hätte, warum Bond zweifelt, woran er genau zweifekt, und warum er versagt (Schießtest) und warum er es hinterher wieder kann.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Reviews und Kritiken zu SKYFALL

#458
Pflichte danielcc vollkommen bei.

Die Szenen in Macau gehören zu den intensivsten des Films. Die Ansprüche die manche gerade an die Nebenfiguren stellen erschließen sich mir auch nicht wirklich. Würde man es so ausufern lassen wie mitunter gefordert / bemängelt, dann wäre Skyfall 300 Min lang.
Mallory ist gut charakterisiert. Schon bei seinem ersten Treffen mit M merkt man, dass er eine andere Position als sie hat - aber gleichzeitig kein reiner Paragraphenhengst ist. Eigentlich findet keine wirkliche Verwandlung seines Charakters statt, es ist vielmehr, dass er und M sich am Anfang missverstehen. Mallory hat die undankbare Aufgabe die Auswirkungen des Angriffs auf den MI6 zu managen und Ms Abgang zu betreuen. Wie er später ist merken wir in all seinen späteren Szenen. Er kennt Bond nicht und ist dementsprechend kritisch gegenüber ihn ("warum bleiben sie nicht tot?"). Später bekommen wir aber wortwörtlich Brotkrumen um ihn als Charakter zu verstehen: Er hat eine aktive militärische Vergangenheit, ist beim Untersuchungsausschuss neutral und lässt sich nicht in den Populismus der Ministerin reinziehen ("wir sollten die Zeugin zur Abwechslung auch mal hören"). Später dann deckt er noch die Flucht Bonds und Ms nach Schottland.
Bei Q sieht es ähnlich aus, da bekommen wir auch im Laufe des Films etliche Brotkrumen zugeworfen die ein Bild vom Charakter geben. Er ist ein Genie, hat aber auch Flugangst. Er ist schlagfertig, nimmt scheinbar öfter den öffentlichen Nahverkehr ("willkommen zur Rush Hour, nicht dass sie das kennen würden.")

Wo gab's sonst solch Kleinigkeiten nebenbei, die die Charaktere tiefer zeichneten?
Wurde Lee's M jemals in einem einzelnen Film sonderlich tiefer charakterisiert?
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young

Re: Reviews und Kritiken zu SKYFALL

#459
Ich spreche mal gleich für Maibaum mit :wink: .

Es geht nicht darum, dass ich von einem Bondfilm ein Charkterdrama erwarte, im Gegenteil, es hat mich nie gestört, dasss die Bondfilme da ganz andere Schwepunkte setzten.
Aber wenn ein solches mit lautem Gedöns und Riesenorchester fast schon enervierend von den Produzenten und Mendes angekündigt wird, dann darf man sich doch noch wohl über ein Ergebnis wundern, das den vollmundigen Ankündigungen in keiner Weise stand halten kann.

Zu Mallory: er soll hier als undurchsichtiger Charakter für Spannung sorgen, was imo gar nicht funktioniert, dam man schon nach wenigen Sekunden weiß, dass er ein "Guter" ist.
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Re: Reviews und Kritiken zu SKYFALL

#460
vodkamartini hat geschrieben:Ich spreche mal gleich für Maibaum mit :wink: .

Es geht nicht darum, dass ich von einem Bondfilm ein Charkterdrama erwarte, im Gegenteil, es hat mich nie gestört, dasss die Bondfilme da ganz andere Schwepunkte setzten.
Aber wenn ein solches mit lautem Gedöns und Riesenorchester fast schon enervierend von den Produzenten und Mendes angekündigt wird, dann darf man sich doch noch wohl über ein Ergebnis wundern, das den vollmundigen Ankündigungen in keiner Weise stand halten kann.

Zu Mallory: er soll hier als undurchsichtiger Charakter für Spannung sorgen, was imo gar nicht funktioniert, dam man schon nach wenigen Sekunden weiß, dass er ein "Guter" ist.

Dann besteht aber das "Problem" eher in deiner Erwartungshaltung und Fehldeutung von PR-Äußerungen als im Film selbst oder? ;-)

Mallory ist kein undurchsichtiger Charakter. Es wurde nur im Vorfeld zu viel darüber spekuliert, ob er ein Bösewichtig ist, einer wird oder was er sonst sein könnte. Der Film zielt aber gar nicht in diese Richtung. Er ist das, was er ist.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Reviews und Kritiken zu SKYFALL

#461
Nein! Also ich versuchs jetzt noch einmal :wink: .

Ich habe an einen Bondfilm noch nie die Erwartung geknüpft ausgefeilte Charkterstudien serviert zu bekommen. Das "Problem" besteht darin, dass diese von Broccoli und co. monatelamg vollmundig angekündigt wurden und im fertigen Film herzlich wenig davon zu sehen ist.

Mallory ist ganz klar als undurchsichtige Figur angelegt (um Spannung zu erzeugen), was aber eben imo gar nicht funktioniert, da zu plakativ und völlig klar, dass es eine "kehrtwende" zum Guten geben wird.
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Re: Reviews und Kritiken zu SKYFALL

#463
Maibaum hat geschrieben:
vodkamartini hat geschrieben:Ich spreche mal gleich für Maibaum mit :wink: .
Das ist ok was Charakterdrama und Mallory betrifft.

SF wäre für mich ohne Mallory besser gewesen. Für die Haupthandlung ist er ohnehin überflüssig.
Erschreckendes Fehlurteil, aus meiner Sicht.

Mallory hat - neben dem für Fans schönen Twist, dass er am Ende der neue M wird - viele interessante Funktionen im Film, die eben absolut elementar sind für die Motive und Themen des Films.
1. Er ist es, der personifiziert die Sinnhaftigkeit von Geheimdiensten und dem Kampf gegen der Terror hinterfragt, und diese Funktionen, eines Überwachers und Koordinators zwischen Politik und Geheimdiensten ist absolut realistisch und akut
2. Er ist es, der Ms Entscheidungen hinterfragt und vor allem ihr Vertrauen in Bond
3. Er spiegelt in einem, nuancierten Charakter das Motiv des Films wider über den Konflikt zwischen Leuten die die Entscheidungen am Schreibtisch treffen, und denen die an der Front kämpfen und geopfert werden


Wenn man SF auf die gestohlene Festplatte oder dem Kampf von Silva gegen M reduziert, ja dann ist Mallory überflüssig. Aber dann wird man wohl auch in Summe wenig mit dem schönen Film anfangen können
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Reviews und Kritiken zu SKYFALL

#464
SF ist ja auch leider (bislang) nicht schön für mich. Außer in ein paar Szenen.
Sondern halt eher zu gewöhnlich.

Mallory ist soweit ich das sehe nur in der Handlung um der neue M zu werden. Mehr vermag ich da nicht zu entdecken. Und die Einführung des Neuen ist genau so enttäuschend wie der Abgang des (der) Alten. Das ist alles etwas langweilig geraten. Da fehlen mir die Ideen.

Und ob der Film Motive und Themen hat weiß ich nicht. Jedenfalls keine die groß interessant für mich wären, oder die den Film Spannung verliehen hätte.

Die Sachen mit Bonds "Krise" (die halt keine ist) und seinem Verschwinden machen den Film nur lang. Auch das was sich zwischen Bond und Silva anbahnt wird nicht vertieft, gibt den späteren Begegnungen zwischen Bond und Silva kein Feuer. Es verbindet sich nicht viel. SF behauptet einiges, aber hat nur sehr wenig zu bieten.

Jedenfalls ist da nicht viel gewesen was mich beim ersten Ansehen beeindruckt hätte. Wahrscheinlich sollte ich mir SF doch noch mal im Kino anschauen, anstatt auf die Blu zu warten.

Re: Reviews und Kritiken zu SKYFALL

#465
Maibaum hat geschrieben:
Mallory ist soweit ich das sehe nur in der Handlung um der neue M zu werden. Mehr vermag ich da nicht zu entdecken. Und die Einführung des Neuen ist genau so enttäuschend wie der Abgang des (der) Alten. Das ist alles etwas langweilig geraten. Da fehlen mir die Ideen.

Und ob der Film Motive und Themen hat weiß ich nicht. Jedenfalls keine die groß interessant für mich wären, oder die den Film Spannung verliehen hätte. .
Das behauptest du alles obwohl ich alles schon genau beschrieben habe. Ok... aber ich hoffe dann, du siehst spannende Charaktere oder interessante Motive nicht in den anderen Bondfilmen, denn dann hätte ich gerne die Nummer deines Augenarztes.
Maibaum hat geschrieben:Jedenfalls ist da nicht viel gewesen was mich beim ersten Ansehen beeindruckt hätte. Wahrscheinlich sollte ich mir SF doch noch mal im Kino anschauen, anstatt auf die Blu zu warten.
Zustimmung. das könnte helfen
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