Gunbarrel-Diskussion

#1
Hallo allerseits, ich bin neu hier und möchte gerade zu der Gunbarrel-Sache etwas sagen, was vielleicht eine sehr logische und vermutlich sogar wichtige Erklärung für viele sein könnte oder sogar sein müsste.

Ich habe mir deshalb gedacht, es wäre vielleicht sogar besser für diese doch inzwischen sehr heiß diskutierte Sache einen eigenen Thread zu eröffnen, denn die Sache scheint doch überall ziemlich hohe Wellen zu schlagen und ich merke auch, dass im Gegensatz zu mir oder wenigen viele mit dieser ständigen Deplatzierung der Gunbarrel-Sequenz keine Ruhe mehr finden wollen.

Ersten, ich war auch ein wenig erschrocken als ich las, dass der berühmte Schuss wieder einmal nicht mit dem Anfang des Films beginnt. Jedoch, je länger ich darüber nachdenke, je mehr ergibt meine Schlussfolgerung Sinn, und ich hoffe damit die aufgewühlten und verärgerten Gemüter hier hoffentlich ein wenig beruhigen zu können.

Wenn wir die Craig-Bonds betrachten, so haben sie alle inklusive SF eines gemeinsam, sie spielen alle geschichtlich betrachtet alle vor dem eigentlichen filmischen Anfang Dr. No. So gesehen sind sie alle Prequel-Bondfilme, in denen sich die Figur Bond und auch die seiner Kameraden, männlicher „M“, junger „Q“, Moneypenny noch entwickeln. Alle Bonds von Dr. No bis DAD sind dann Sequel-Bondfilme in denen die Gunbarrel am Anfang erscheint. Vielleicht geht es gar nicht um die einzelnen Handlungen, wie viele hier vermuten, sondern eben nur darum, dass solange sich die Geschichte um Bond im Prequel-Bereich befindet, die Filme auch ganz bewusst mit der Gunbarrell am Ende abschließen. Die Gunbarrel-Sequenz sehe ich plötzlich immer mehr wie eine Art Grenzlinie zu Dr. No. Und genau deshalb spielen alle bisherigen Craig-Bonds nicht nach sondern immer hinter der Gunbarrel-Sequenz...Ich hoffe ihr könnt mir folgen was ich meine und ich beschreibe es jetzt nicht zu kompliziert. Dazu kommt noch die Aussage von Mendes, die ich irgendwo gelesen habe, dass der letzte Teil von SF genauso hätte 1962 spielen können! Aha...!! Vermutlich haben wir genau in dieser Aussage des Rätsels Lösung! Wieso erwähnt Mendes genau das Jahr 1962? Ich vermute mal dass er es genau so sieht wie ich. Nach SF beginnt die Geschichte mit Dr. No. Es ist wie ein Kreis der sich nach exakt 50 Jahren schließet und mit Dr. No wieder von vorne beginnt oder beginnen könnte.
Eine Erklärung noch zu CR, der ja nicht mit der Gunbarrel endet. In CR gab es eine Pre-Prequel-Szene in schwarz-weiß gedreht, diese wurde dann auch mit dem in Farbe übergehenden Schuss in den Prequel-Bereich als Grenze markiert.

Falls ich mit dieser Überlegung dennoch daneben liegen sollte, hätte ich dann noch eine andere Erklärung... oder hat jemand anderes noch weitere?

Freundlicher Gruß an alle,
Ivan.

Re: Gunbarrel-Diskussion

#2
Schöner Beitrag. Ja das wäre logisch wenn Bond ein in sich koheränteres Franchise wäre wie Star Wars oder Star Trek, aber die Bondfilme waren eigentlich nie Sequels (außer QOS eins für CR). Sie waren vielmehr Einzelwerke in denen es kleine Anspielungen an die Vorgänger gab.
FRWL nimmt Bezug auf DN und später OHMSS nimmt mehrmals direkt Bezug auf die Vorgängerfilme. Später gibt es dann weitere kleine Anspielungen.

CR ist ein Reboot, was im Grunde bedeutet, dass die anderen Filme "nie stattfanden." Die komplette Geschichte ist samt Charakteren neu (bei M darf man drüber streiten). Es ist also kein Prequel wie Star Wars Episode I-III.
Im Grunde wäre ein Film wie CR bei Star Wars, wenn es einen neuen gibt bei dem Luke Skywalker wieder auftaucht und neue Abenteuer besteht und Elemente der alten Filme hier und da auftauchen, allerdings ohne eine Vorgeschichte zu sein.

Mendes meinte den 1962er Bezug wohl eher so, dass er einerseits das Ende sehr zeitlos gestaltet hat und es bezieht sich auf
Spoiler
Show
das Auftauchen von Ms altes Büro inkl. möglichen neuem M und Monneypenny
Dennoch können die Craig-Filme immernoch nicht Prequels sein, aus verschiedenen Gründen. Er würde keinen DB5 fahren, es ist das falsche Zeitalter usw.

Es gibt unter Fans die Diskussion welche Bondarsteller die gleichen Charaktere darstellen. So wird von vielen (inklusive mir) TLD als ein inoffizieller Reboot gesehen. Aber das ist eine andere Diskussion....
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young

Re: Gunbarrel-Diskussion

#3
Dann lass mal hörn!

Mich interessiert dass hier einen sch......lamm!
Hab ich im anderen Theard schon 2 mal geschrieben: Seit froh, dass die überhaupt dabei ist!
Schlimmer fände ich es, die nichtmehr zu sehen.
Aber nach deiner Erklärung müsste die in B24 wieder am anfang kommen.

(Auch wenn es mich nicht wirklich interessiert: bei DAD war ich erst 6, und nicht im Kino. D.h. ich habe leider noch keine am anfang (Im Kino) gesehen :.( )
*404 MESSAGE NOT FOUND*

Re: Gunbarrel-Diskussion

#5
Da wird sich kein Kreis schließen denn wir haben hier 2 Schienen, jedenfalls nicht so wie du das meinst sonst müsste Bond seine PPK abgeben um sie dann in 10 Jahren wieder zubekommen. Vielleicht spielt ja SF schon lange nach DN wenn man die beiden Schienen aufeinander legen würde.
Ohne Top ? Onatopp !

Re: Gunbarrel-Diskussion

#6
MX87 hat geschrieben:CR ist ein Reboot, was im Grunde bedeutet, dass die anderen Filme "nie stattfanden."
Im Grunde ist CR kein Reboot, sondern ein Retcon:

http://www.wiki-aventurica.de/wiki/R%C3 ... uit%C3%A4t

Ein Reboot wäre es, wenn man den ersten Film (im Falle der James Bond Reihe "Dr. No") neuverfilmen würde, so wie man es jetzt bei Spiderman getan hat.

Da aber James Bond Filme (wie du richtig erläutert hast) keine zusammenhängende Kontinuität aufweisen und das auch gar nicht wollen, brauchen wir solche Begriffe wie Reboot, Retcon, Prequel, Sequel eigentlich gar nicht in den Mund nehmen.

"Casino Royale" ist "Casino Royale", und "Dr. No" ist "Dr. No". Man muss gar nicht erst versuchen, die Handlungen bzw. Charakterentwicklungen in eine bestimmte Reihenfolge zu bringen.

Und wenn man das doch will, dann ist CR eben ein Retcon, da sozusagen in der Gegenwart der Charakter James Bond auf seinen Anfang in der 00-Abteilung zurückgesetzt wird, und dadurch natürlich nicht die Erfahrung hat, die er in den 20 vorangegangenen Filmen hatte.

Nachdem alle Leute "Skyfall" gesehen haben, wird diese Diskussion garantiert in großem Stil wieder aufbranden, da das Filmende wohl tatsächlich einen ziemlich eleganter Übergang zu "Dr. No" darstellen wird. Und daher passt natürlich die Gunbarrel auch an die Stelle, an der sie in "Skyfall" auftaucht.

Es bringt immer wieder Spaß, mit anderen Bondfans über solche Themen zu diskutieren, nur sollte man nicht versuchen, die "Wahrheit" herauszufinden, denn die gibt es nicht.

Re: Gunbarrel-Diskussion

#7
Die Sache bzw. das Entscheidende ist einfach das, dass die Gunbarrel bei SF an beiden Positionen Sinn ergibt, aber eben die nun tatsächlich Gewählte bei geschätzt 95 % der Kinobesucher, nämlich bei all denen, die sich nicht näher damit auseinandersetzten, nicht so gut anzukommen scheint. Sonst diskutierten wir hier gar nicht erst darüber...
Also: je länger ich darüber nachdenke desto mehr Sinn sehe ich in der Entscheidung, aber bei Skyfall, der mit "klassisch" usw. als Aushängeschild beworben wurde wäre wohl die GB am Beginn die bessere Lösung gewesen. Widersprüche?
"Für England, James? - Nein, für mich!"

Re: Gunbarrel-Diskussion

#8
Invincible1958 hat geschrieben:
MX87 hat geschrieben:CR ist ein Reboot, was im Grunde bedeutet, dass die anderen Filme "nie stattfanden."
Im Grunde ist CR kein Reboot, sondern ein Retcon:

http://www.wiki-aventurica.de/wiki/R%C3 ... uit%C3%A4t

Ein Reboot wäre es, wenn man den ersten Film (im Falle der James Bond Reihe "Dr. No") neuverfilmen würde, so wie man es jetzt bei Spiderman getan hat.

Da aber James Bond Filme (wie du richtig erläutert hast) keine zusammenhängende Kontinuität aufweisen und das auch gar nicht wollen, brauchen wir solche Begriffe wie Reboot, Retcon, Prequel, Sequel eigentlich gar nicht in den Mund nehmen.

Spiderman ist gleichzeitig Reboot und Remake.

"Casino Royale" ist "Casino Royale", und "Dr. No" ist "Dr. No". Man muss gar nicht erst versuchen, die Handlungen bzw. Charakterentwicklungen in eine bestimmte Reihenfolge zu bringen.

Und wenn man das doch will, dann ist CR eben ein Retcon, da sozusagen in der Gegenwart der Charakter James Bond auf seinen Anfang in der 00-Abteilung zurückgesetzt wird, und dadurch natürlich nicht die Erfahrung hat, die er in den 20 vorangegangenen Filmen hatte.

Nachdem alle Leute "Skyfall" gesehen haben, wird diese Diskussion garantiert in großem Stil wieder aufbranden, da das Filmende wohl tatsächlich einen ziemlich eleganter Übergang zu "Dr. No" darstellen wird. Und daher passt natürlich die Gunbarrel auch an die Stelle, an der sie in "Skyfall" auftaucht.

Es bringt immer wieder Spaß, mit anderen Bondfans über solche Themen zu diskutieren, nur sollte man nicht versuchen, die "Wahrheit" herauszufinden, denn die gibt es nicht.

Und was ist dann ein Remake ? Also ist NSNA ein Reboot von TB oder was ?
Die Bond-Reihe wurde neu gestartet und ist somit ein Reboot und dabei ist es egal zu welcher Zeit der Film spielt oder ob es gleichzeitig ein "Begin" ist oder Bond als Rentner zeigt, was zählt ist das es kein Material gibt das vorher spielt und zum Kanon gehört.
Ohne Top ? Onatopp !

Re: Gunbarrel-Diskussion

#9
Wo die Gunbarrel Sinn macht ist ohnehin fraglich, da sie immer anders interpretiert wird.

In CR wählte man den Weg die Gunbarrel in die Handlung miteinzubeziehen. Sie symbolisiert Bonds zweiten "Kill" der ihn zum Doppelnull-Agenten macht. Okay, funktioniert super in CR und macht dahingehend Sinn.

Bei QOS wurde es mit "Bonds Entwicklung ist abgeschlossen" gerechtfertigt, dass sie am Ende des Films ist. Ja was denn nun, symbolisiert sie nun die Doppelnull-Werdung oder Bonds eigene Entwicklung?
Falls letzteres der Fall ist, so ist dies in QOS dennoch an den Haaren herbeigezogen. Ein Charakter ist nie "fertig", sondern verändert sich ständig. Der Bondcharakter veränderte sich in den Filmen immer mal in die eine, mal in die andere Richtung - unabhängig vom Darsteller. Connery war in DN genauso hart wie Craig, wurde in FRWL softer und in GF endgültig larger than life, in TB in etwa gleich und in YOLT hatte er mit dem Bond aus DN nur noch wenig gemein. Allein die Charakterisierung als klugscheissender Snob in GF (die Diskussion um den Champagner und die Beatles, später mit M um den Cognac) ist schon eine deutliche Abkehr vom Bond in DN. Wenn man es mit der Charakterentwicklung denn so genau nimmt.

Nimmt man es noch genauer, so muss man erstmal hinterfragen wieso man eine "Charakterentwicklung" anstrebt wenn doch die Bondfilme voneinander unabhängig sein wollen, also keine Handlungsstränge weitergeführt werden. Natürlich kann sich der Bondcharakter weiterentwickeln, aber zu sagen "Bond ist komplett" macht keinen tiefgreifenden Sinn. Seine wesentlichen charakterlichen Merkmale hat er schon am Ende von CR.

Man kann sich darauf einigen, dass die Begründungen sich gegenseitig widersprechen. Laut der CR-Argumentation der Macher wäre die Gunbarrel das Intro für Bond als Doppelnullagenten. Also müsste er in jedem Film in dem er eine Doppelnull ist eben so beginnen. Wäre kohärent mit allen vorhergegangenen offiziellen Bondfilmen, erkennt auch fast jeder halbwegs clevere Zuschauer. Ergo: Prima.

Die Entscheidung die Gunbarrel bei QOS ans Ende zu packen habe ich eigentlich nicht so negativ gesehen wie in den letzten Tagen. Ich habe ehrlich gesagt auch nicht sonderlich nachgedacht. Desto mehr ich aber die "offiziellen" Begründungen (nach)lese und darüber im Gesamtkontext nachdenke, desto mehr kommt mir das an den Haaren herbeigezogen vorbei. Die Gunbarrel am Ende von QOS macht für mich derzeit so wenig Sinn wie nie zuvor. Mir kommts vor wie eine Veränderung, einzig der Veränderung willen.

Das ganze kann auch anders begründet werden: Die Gunbarrel ist das Markenzeichen der offiziellen James Bond Filmreihe ( und damit Wahrzeichen für EON Productions). Genauso wie Mobys "Extreme Ways" in den Abspännen der Bourne Reihe oder das "Mission Impossibe Theme" zusammen mit einer Zündschnur in den Opening Credits der gleichnamigen Reihe.
So ein Wahrzeichen gleich total woanders hin zu packen macht keinen Sinn. Betriebswirtschaftlich gesehen (ich liebe diese Bezeichnung!) verwässert man sein Produkt. Das wäre so als würde Rolls Royce seine Emily-Figur auf den Kofferraumdeckel kleben, anstatt vorne auf den Kühlergrill. :wink:

Die Marke Bond ist für die große breite Masse des Otto-Normal-Publikums auch vor allem durch sowas erkennbar: Die Gunbarrel am Anfang. Wir Hardcore-Fans kennen ja die Erklärung und die Erklärung, aber fürs normale Publikum ist sowas einfach rätselhaft, da die von diesen Menschen die Gunbarrel wohl einfach als Wahrzeichen anerkannt wird.
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young

Re: Gunbarrel-Diskussion

#10
Durch die vielen Traditionsbrüche, zu denen auch das mit der Gunbarrel gehört, dachten sich die Produzenten vielleicht, wieso sollen wir denn die Gunbarrel wieder an den Anfang stellen, eine Gunbarrel am Ende wirkt doch viel Zeitgemäßer. Heute beginnen doch fast die meisten Blockbuster gleich nach dem Studiologo ohne Vorspann. Ja selbst der Titel des Films wird nicht selten erst am Ende eingeblendet. So in etwas könnt ich mir ein Argument der Produzenten auch noch vorstellen.
Wie auch immer, ich denke wir werden einfach mit diesen nicht endgültig nachvollziehbaren Veränderungen leben müssen.
Ich zum Beispiel kann mit dieser Traditionsabweichung besser leben als viele hier. Was mich dann aber viel mehr stört als eine Gunbarrel am Schluss ist eine missratene Gunbarrel wie die zu OHMSS! Wieso dies damals nie korrigiert wurde und heute sogar Leien besser hinkriegen konnten wie das Video zeigt, bleibt wohl ewig ein Rätsel.

http://www.youtube.com/watch?v=AbwCLH5irXk

Re: Gunbarrel-Diskussion

#11
RicoSchulze1 hat geschrieben:Die Bond-Reihe wurde neu gestartet und ist somit ein Reboot und dabei ist es egal zu welcher Zeit der Film spielt oder ob es gleichzeitig ein "Begin" ist oder Bond als Rentner zeigt, was zählt ist das es kein Material gibt das vorher spielt und zum Kanon gehört.
Meiner Meinung nach kann man eben nicht von "Neustart" sprechen, weil es zuvor schon keine zusammenhängende Chronologie gab.

Mein Beispiel mit "Dr. No" als Reboot war ein wenig irreführend.

Im Grunde ist ein "Reboot" bei Bond nicht möglich, da es dazu erstmal einen zusammenhängenden Kanon hätte geben müssen. Aber jeder Film steht für sich.

Re: Gunbarrel-Diskussion

#15
es gibt gerüchte, wonach mendes auch noch nach den pressevorführungen den film geschnitten haben könnte. keine ahnung, welche szenen, wenns denn überhaupt stimmt. möglicherweise wandert die GB doch noch an den beginn?
Bond... JamesBond.de