Re: Gunbarrel-Diskussion

#17
Als Antwort auf die Gerüchtsmeldung von Gernot:

Ein bisschen Schade finde ich das fehlen der Total-Perspektive der Brücke, als Bond vom Zugsdach geschossen wird und in die Tiefe stützt! Leider ist diese fantastische Einstellung wohl leider nur im Trailer zu sehen. Das ist mir sofort aufgefallen, als ich den Auschnitt dazu auf YouTube gesehen habe.
Sollte Mendes doch noch die eine oder andere Einstellung ändern, wäre es genial, wenn diese Szene auch in der Endfassung wäre! Das wäre mir persönlich jetzt sogar noch vorrangiger als eine Gunbarrel am Anfang!

Re: Gunbarrel-Diskussion

#20
Aber der Regisseur bestimmt wie der Film geschnitten wird, der Cutter macht nur die Ausführung. Jedenfalls wenn es sein Film werden soll.

Das ist natürlich von Film zu Film unterschiedlich, und es gibt sicherlich auch Filme wo der Regisseur den Schnitt nicht mitgestaltet, oder wo der Cutter tatsächlich den kompletten Film nach seinen Vorstellungen schneidet. Aber dann ist der Regisseur auch nicht wirklich der Macher des Filmes wenn er so etwas wichtiges nicht überwacht.
Genauso sollte auch der Regisseur bestimmen wann und wie die Kamera bewegt wird, welche Brennweite benutzt wird, wo Musik hinkommt, welche Kostüme ein Schauspieler trägt usw.

Re: Gunbarrel-Diskussion

#21
danielcc hat geschrieben:Craig sagt in dem Intervie, dass Mendes in den vergangenen 2 Wochen noch geschnitten hat. Das kann aber auch vor der Pressevorführung gewesen sein
ja klar, es muss eh nichts heißen. es wäre halt grundsätzlich möglich, wenn auch nicht sehr wahrscheinlich. irgendwo habe ich auch etwas von einer zweiten version mit GB am anfang gelesen, aber keine ahnung ob da etwas dran ist.
Bond... JamesBond.de

Re: Gunbarrel-Diskussion

#23
In Konsequenz dessen wird auch demnächst der Oscar für Schnitt, Kamera, Score, Kostüme etc. abgeschafft, weil ohnehin der Regisseur alles macht und die Fachleute nur Hampelmänner sind :-)
Erschreckend, wenn man bedenkt, wie unwichtig dann eigetlich ein vielfach prämierter Kameramann wie Deakins ist. Hätte man sich das Geld für ihn und Baird dann nicht sparen können und stattdessen Filmstudienten nehmen sollen, die eben das machen, was der Regisseur ihnen sagt?

Es gibt doch riesen Unterschiede im Bereich Schnitt zwischen den verschiedenen Aufgaben. Zunächst mal legt der Schnitt die Reihenfolge der Szenen fest. Dann gibt es die Montage der einzelnen Szenen bis hin zur Detailarbeit, des tatsächlichen Schneidens der gedrehten "Filmschnipsel". Wenn man sich mal anhört, was Hunt im Nachhinein aus den Filmen gemacht hat, sollte man die Rolle des Cutters nicht unterschätzen. Es sei denn man hat ein Controll-Freak Regie-Ass, das alles genau plant und keine Abweichung duldet. Dann brauch man aber wiederum nicht solche Größen wie Baird und Deakins
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Gunbarrel-Diskussion

#26
GoldenProjectile hat geschrieben:Und bei der Kamera, denke ich, heisst der Posten den wir als Kameramann kennen wohl nicht umsonst Director of Photography wenn er nur ein Laufbursche zum Halten der Kamera wäre :D
Deswegen kann man auch mit Kamera Ikonen wie Ballhaus stundenlang darüber reden, warum sie für eine Szene ein bestimmtes Objektiv etc. eingesetzt haben... Klare Antwort: Hat mir der Regisseur gesagt :-)
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Gunbarrel-Diskussion

#27
Maibaum hat geschrieben:Wenn du sagst daß es Sinn macht sie ans Ende zu stellen, dann wäre es verrückt sie doch noch an den Anfang zu nehmen.
nicht zwangsläufig. so wie das ende aufgebaut ist, passt es zwar einerseits, dass man als sahnehäubchen die GB draufsetzt, das filmende könnte aber auch ohne sie auskommen.

das gleiche gilt übrigens auch für den anfang des filmes. wobei aufgrund der geschichte und der tradition die GB natürlich schon an den beginn gehört.

btw: ich denke auch, dass man die "nebenfiguren" der crew nicht unterschätzen sollte, auch (oder vor allem) wenn man als laie sicher nicht über alles genau aufgeklärt ist.
Bond... JamesBond.de

Re: Gunbarrel-Diskussion

#28
GoldenProjectile hat geschrieben:Und bei der Kamera, denke ich, heisst der Posten den wir als Kameramann kennen wohl nicht umsonst Director of Photography wenn er nur ein Laufbursche zum Halten der Kamera wäre :D
Genau so heißt er, und er macht vor allem die Lichtsetzung, und das ist ein Kunst. Aber auch die wird er nicht unbedingt machen wie sie ihm gefällt, sondern danach ausrichten wie es der Regisseur gerne hätte. Und der wird evtl. schon gleich einen Kameramann nehmen dessen Stil (und Kameraleute haben einen Stil den man auch erkennen kann).
Und der DoP packt in Hollywood die Kamera normalerweise gar nicht mehr an, denn das macht der Kameraschwenker, und wenn der DoP das selber machen will dann kann es schon Ärger mit der Gewerkschaft geben.

In einem Film sind bezeichnen die Credits nicht immer das was wirklich war.

Re: Gunbarrel-Diskussion

#29
Deakins steht selbst hinter der Kamera und bedient diese auch...

Passend zur Diskussion grade wieder eine neue Review:
http://www.eatsleeplivefilm.com/review-skyfall/

"But, maybe surprisingly, they are not the heroes of Skyfall, nor is director Sam Mendes. This is Roger Deakins’ movie, truly and wholly, his photography – in basically every scene – is nothing short of breath-taking. His elegance adds a completely new level to franchise, an overwhelming beauty that has never been as ever-present in any of its predecessors."
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Gunbarrel-Diskussion

#30
danielcc hat geschrieben:
Deswegen kann man auch mit Kamera Ikonen wie Ballhaus stundenlang darüber reden, warum sie für eine Szene ein bestimmtes Objektiv etc. eingesetzt haben... Klare Antwort: Hat mir der Regisseur gesagt :-)
Das kommt auf den Regisseur an. Das hängt auch davon ab wie sehr er sich mit den technischen Details auskennt, und wie sehr er den Film in seiner Ganzheit kontrollieren will. Oder wie weit er bereit ist einem Spezialisten zu vertrauen das er ihm die Bilder liefert die er haben will.
Du musst einfach mal lesen was ich schreibe. Ich habe bewusst schon oben darauf hingewiesen daß das mal so, mal so abläuft. Und es kann auch hinterher sehr unterschiedliche Darstellungen davon geben wer für was verantwortlich war.

Es gibt sicherlich Regisseure die vielleicht nicht mehr in einem Film machen als die Schauspieler zu führen, aber es gibt auch andere die versuchen alles so weit es geht selber zu machen.

Aber gerade beim Schnitt wird ein Regisseur der einen Film als den seinen betrachtet immer vor Ort sein. Na ja, fast immer.

Und du hast ja wohl nicht mit Ballhaus geredet. Hast du wenigstens sein Buch gelesen?