Schwache Momente in SF

#1
Nachdem ich den Film 4 mal gesehen habe, merke ich immer mehr welche Momente in SF wirklich schwach sind. Entweder, weil sie witzig sein wollen aber es nicht sind, weil sie keinen Sinn machen oder weil sie eher peinlich sind. Für mich sind es Folgende, kennt ihr mehr?

- Der Schleudersitz Moment: Sorry, aber das hätte subtiler sein müssen! (M hätte sagen müssen: "Sie können mich ja rauswerfen... DANN hätte Bond den Finger zum Knopf nehmen müssen ohne direkten Bezug von M)
- "Ich hab das Haus sowieso nie gemocht": Ein typischer Brosnan Moment, nicht witzig und vor allem würde man sowas nie sagen in einem solchen Moment
- Silvas Spruch nachdem er die Prothese rausgenommen hat, von wegen "Sie was du aus mir gemacht hast, Mama": Ganz übel synchronisiert, ein echter Klischeesatz
- Bond entschlüsselt den Über-Code nur weil er ein Wort auf anhieb erkennt: Autsch, was soll der Code eigentlich? Warum eine U-Bahn Station?
- Q's "bitte bringen Sie das Equipment in einem zurück": Sorry, passt gar nicht zur Situtation, da ja weder die Waffe noch der Sender so ist, dass man ihn NICHT in einem Stück zurückbringen könnten. und überhaupt, warum sollte Bond die Walther zurückbringen???
- Die Flucht von Bond/M und die anschließende Szene mit Tanner, Q und Mallory: 1. Warum ist die Aktion "höchst inoffiziell", wenn M doch selbst den Auftrag gibt? und die Szene mit Mallory ist ein Klischee. Die hätte man besser schreiben müssen
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Re: Schwache Momente in SF

#3
JayB hat geschrieben:Ich fand schwach, dass Moneypenny sich erst am Ende Bond als Moneypenny vorgestellt hat.
Sorry, aber wenn 2 Agenten miteinander einen Auftrag ausführen, dann stellt man sich doch nicht Monate später erst mit Namen vor.
Naja, das ist eine bewusste Entscheidung der Autoren, damit am Ende eben ein "Wow-Effekt" sich einstellt. Auch in anderen Filmen stellen sich die lokalte Gehilfinnen oft nur mit halben Namen vor (Fields, Paula,...)
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Re: Schwache Momente in SF

#4
danielcc hat geschrieben:
- "Ich hab das Haus sowieso nie gemocht": Ein typischer Brosnan Moment, nicht witzig und vor allem würde man sowas nie sagen in einem solchen Moment
ich fand es vor dem Hintergrund, dass dort Bond dort sein Kindheitstrauma durchlitten hat, eigentlich ganz passend.
- Silvas Spruch nachdem er die Prothese rausgenommen hat, von wegen "Sie was du aus mir gemacht hast, Mama": Ganz übel synchronisiert, ein echter Klischeesatz
Ich hatte den Eindruck, dass er geplant etwas klischeehaft rüberkommen sollte. Ich muss es mir mal im Original ansehen, dann ändert sich das vielleicht.

Was ich schwach fand war dieser Ausschuss mit der Ministerin. Die Ministerin sollte M bzw. den "alten" Geheimdienst angreifen. Die Ministerin hat allerdings nur platte Parolen und Beleidigungen von sich gegeben. Mein spontaner Gedanke war, dass sie so radikale Dinge sagen soll, um schnell und einfach die Gegenposition klarzumachen. Das hätte man viel subtiler machen sollen, oder wenigstens sich steigernd. Aber von Anfang an solche banalen Verbalattacken? Fand ich irgendwie trashig.

Re: Schwache Momente in SF

#5
Ja, in solchen Momenten ist das Drehbuch zu naiv. Immerhin, es war kein Gerichtssaal wie viele Denken sondern ein politischer Ausschuss und die verlaufen ja tatsächlich oft auf diesem Niveau (man schaue sich mal Bundestagsdebatten an :-) )

Das ist ein Problem von Skyfall, dass das Drehbuch zwischen tollen Momenten und Klischees und Naivitäten hin und her wechselt
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Re: Schwache Momente in SF

#6
Habe Skyfall jetzt zweimal gesehen.
Viel zu bemängeln habe ich eigentlich nicht. Allerdings fällt das langsamere Erzähltempo beim zweiten Besuch schon auf.

Mein Hauptkritikpunkt ist die Szene, in welcher die U-Bahn durch die Gewölbedecke bricht.
Eigentlich ein bombastischer Actionmoment, doch leider verpufft diese Szene in ihrer Inszenierung. Vielleicht hätte eine passende Untermalung mit dem Score diese Stelle entsprechend dramatisiert. Eigenartiger Weise fehlt hier die Musik komplett...
Zuletzt geändert von George Kaplan am 14. November 2012 18:34, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Schwache Momente in SF

#7
Hab das in meiner Kurzkritik auch schon geschrieben ...

Aber es ist für mich unbegreiflich, wie man einen Charakter wie Silva so stark aufbauen, einführen und inszenieren kann, um ihn dann so plump zu demontieren:
Der Mann hat einfach ALLES geplant. Der Hack in Ms Computer, die Festnahme, der Ausbruch - nur um dann als Polizist verkleidet in das Amtsgebäude zu marschieren ... Warum ausgerechnet dort hin?

Unsere Überlegung nach dem Film war, ob sein Plan vielleicht gewesen sein könnte M und die ganze Agentenarbeit zu retten, indem er deren Notwendigkeit beweist. Aber das würde sich nur um ein paar Ecken gedacht erschließen ...

Ich komm nicht aus der Logiklücke ... tut mir leid.
Bild

Re: Schwache Momente in SF

#8
Musik sollte am besten in den meisten Actionszenen fehlen! Fast alle großen Actionszenen der FIlmgeschichte kommen ohne aus! (naja, etwas übertrieben).

Aber was die U-Bahn Szene angeht: Ich finde, die Wirkung der Szene rechtfertigt den Aufwand des Stunts nicht! Das ist so ein typischer Bombast MOment, wo man eine Idee hatte, die man eingebaut hat ohne Rücksicht auf die Relevanz. Ganz schlimm sowas. Gibt es Gott sei Dank sonst bei Craig sehr selten (weswegen die Filme u.a. auch glaubwürdiger sind als die Brosnans).

Die ganze Szene mit dem Ausbruch von Silva macht eben keinen Sinn und das schlägt sich dann in der Wirkung des U-Bahn Szene nieder. Warum lässt sich Silva fangen, wenn er ausbrechen will? Woher weiß er, dass M genau an dem Tag vor dem Ausschuss steht? Wie kann er beeinflussen, dass Bond und Q JUST IN DEM MOMENT seinen Rechner anschließen, in dem er ausbrechen muss (Autsch, das ist wirklich dumm!)? Warum lockt der Bond in den Tunnel? Wie hat er die Explosion vorbereitet? Warum killt er M nicht einfach OHNE sich fangenzulassen. (man überlege mal, er hätte einfach in den Gerichtssaal kommen können, es gebe keinen Bond, der von ihm weiß... und dann BUMM) Ab wann hat Silva alles geplant? Wie konnte er ahnen, dass man über Patrice auf seine Schliche kommt? Wie konnte er ahnen, dass er am leben bleibt als Bond ihn fasst?
Hach, je mehr ich drüber nachdenke, wie kann man Purwis &Wade für so ein Script bezahlen :-)
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Re: Schwache Momente in SF

#9
Mir war die Attentats-Szene etwas zu lang, sah zwar schön bunt aus alles, aber... naja, nicht mein Geschmack in dieser Länge.

Apropos Attentat:
Als Bond sich am Aufzug festhält... erstens schön schräg daß sowas aufeinmal gehen soll, und dann fehlt mir die schlüssige Szene in der gezeigt wird wie er auf die Etage kommt.

Grad noch eingefallen:
Daniel Craigs perfekter Körper passt nicht zum Schlappmachen beim "Test".

Und daß Bond sich mit einem Tremor mit einer Klinge rasieren möchte... also ich denke jeder mit Verstand würde da eher den Proglide Styler nutzen ;)
"Mir waren Männer im Rock schon immer suspekt, Q, Ihnen nicht auch?"
"Ersparen Sie mir Ihre Weisheiten, 007!"

Re: Schwache Momente in SF

#11
Ja die U-Bahn Sache hätte viel besser in die Handlung eingebettet werden müssen. Eigentlich sollte das wohl auch so sein, denn Silva macht ja sozusagen mehrere Anschläge aber dann hätte man zeigen müssen, dass er duch den U-Bahn Anschlag zB nur die Polizei dort hin locken will. Auch hätte die Konfrontation mit Bond eine andere sein müssen. Hier wäre vielleicht sogar die Chance für einen Kampf gewesen.

Man stelle sich vor:

Bond jagd Silva in der U-Bahn, ggf. mit erster verbaler Konfrontation. Bond entdeckt den Sender an Silva aber irgendwas hindert Silva daran ihn schon auszulösen.
Sie jagen sich weiter... man weiß nicht wofür der Sender ist aber man ahnt schlimmes...
Bond stellt Silva ein zweites Mal, es kommt zum Kampf um den Sende, Silva gewinnt die Oberhand, drückt den Sender... Explosion... die U-Bahn rast heran während sich Silva aus dem Staub macht und Bond am Boden liegt.... Spannung... Stunt... man sieht nicht was mit Bond passiert.
Schnitt zur Anhörtung: Man sieht wie "überflüssige" Polizisten abgezogen werden um zur U-Bahn zu eilen
Schnitt zu Bond, der sich aus einem Berg von Schutt und Asche frei kämpft...

Somit wäre die Verfolgung von Silva spannender gewesen, man hätte einen echten Kampf untergebracht, die Explosion hätte SINN gemacht und man hätte erfahren, warum SIlva so leicht zur Anhörung kommt.

Hach, ich sollte Script Doctor werden
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Re: Schwache Momente in SF

#12
danielcc hat geschrieben:
Die ganze Szene mit dem Ausbruch von Silva macht eben keinen Sinn und das schlägt sich dann in der Wirkung des U-Bahn Szene nieder. Warum lässt sich Silva fangen, wenn er ausbrechen will? Woher weiß er, dass M genau an dem Tag vor dem Ausschuss steht? Wie kann er beeinflussen, dass Bond und Q JUST IN DEM MOMENT seinen Rechner anschließen, in dem er ausbrechen muss (Autsch, das ist wirklich dumm!)? Warum lockt der Bond in den Tunnel? Wie hat er die Explosion vorbereitet? Warum killt er M nicht einfach OHNE sich fangenzulassen. (man überlege mal, er hätte einfach in den Gerichtssaal kommen können, es gebe keinen Bond, der von ihm weiß... und dann BUMM) Ab wann hat Silva alles geplant? Wie konnte er ahnen, dass man über Patrice auf seine Schliche kommt? Wie konnte er ahnen, dass er am leben bleibt als Bond ihn fasst?
Das sind aber alles die falschen Fragen. Das ist absolut in Ordnung daß so aufzubauen. und nicht alles so genau zu erklären, bzw auch ein paar Unwahrscheinlcihkeiten einzu bauen.
Hach, je mehr ich drüber nachdenke, wie kann man Purwis &Wade für so ein Script bezahlen :-)
Wahrscheinlich zuviel Zeit und kein Drehbuchstreik.

Re: Schwache Momente in SF

#13
Stromberg hat geschrieben:Hab das in meiner Kurzkritik auch schon geschrieben ...

Aber es ist für mich unbegreiflich, wie man einen Charakter wie Silva so stark aufbauen, einführen und inszenieren kann, um ihn dann so plump zu demontieren:
Der Mann hat einfach ALLES geplant. Der Hack in Ms Computer, die Festnahme, der Ausbruch - nur um dann als Polizist verkleidet in das Amtsgebäude zu marschieren ... Warum ausgerechnet dort hin?
Ja, das ist ziemlich schwach.

Gegen das Klauen/Borgen von Ideen habe ich ja eigentlich nichts einzuwenden, aber man sollte so ein Story Element nicht direkt aus einem der populärsten Filme der letzten Jahre klauen, um dann am Ende das ganze Geklaute zu nichts weiter zu benutzen als einen Anschlag zu haben der ohne den höchst komplizierten Plan viel einfacher durchzuführen wäre. Der ganz im Gegenteil durch den raffinierten Plan sogar gefährdet wird, und dann auch tatsächlich vereitelt wird da nicht alle Elemente des scheiß komplizierten Plans funktioniert haben.

Aber da habe ich auch erst nach Ende des Filmes drüber nachgedacht. Während des Filmes fehlt da die Zeit.

Re: Schwache Momente in SF

#14
Stromberg hat geschrieben:Hab das in meiner Kurzkritik auch schon geschrieben ...

Aber es ist für mich unbegreiflich, wie man einen Charakter wie Silva so stark aufbauen, einführen und inszenieren kann, um ihn dann so plump zu demontieren:
Der Mann hat einfach ALLES geplant. Der Hack in Ms Computer, die Festnahme, der Ausbruch - nur um dann als Polizist verkleidet in das Amtsgebäude zu marschieren ... Warum ausgerechnet dort hin?

Unsere Überlegung nach dem Film war, ob sein Plan vielleicht gewesen sein könnte M und die ganze Agentenarbeit zu retten, indem er deren Notwendigkeit beweist. Aber das würde sich nur um ein paar Ecken gedacht erschließen ...

Ich komm nicht aus der Logiklücke ... tut mir leid.
warum nicht ind amtsgebäude?
um sie dort öffentlich "kalt " zu machen. sehe da beim besten willen keine logiklücke

Re: Schwache Momente in SF

#15
Maibaum hat geschrieben:
Stromberg hat geschrieben:Hab das in meiner Kurzkritik auch schon geschrieben ...

Aber es ist für mich unbegreiflich, wie man einen Charakter wie Silva so stark aufbauen, einführen und inszenieren kann, um ihn dann so plump zu demontieren:
Der Mann hat einfach ALLES geplant. Der Hack in Ms Computer, die Festnahme, der Ausbruch - nur um dann als Polizist verkleidet in das Amtsgebäude zu marschieren ... Warum ausgerechnet dort hin?
Ja, das ist ziemlich schwach.

Gegen das Klauen/Borgen von Ideen habe ich ja eigentlich nichts einzuwenden, aber man sollte so ein Story Element nicht direkt aus einem der populärsten Filme der letzten Jahre klauen, um dann am Ende das ganze Geklaute zu nichts weiter zu benutzen als einen Anschlag zu haben der ohne den höchst komplizierten Plan viel einfacher durchzuführen wäre. Der ganz im Gegenteil durch den raffinierten Plan sogar gefährdet wird, und dann auch tatsächlich vereitelt wird da nicht alle Elemente des scheiß komplizierten Plans funktioniert haben.

Aber da habe ich auch erst nach Ende des Filmes drüber nachgedacht. Während des Filmes fehlt da die Zeit.
hast du vorhin nicht noch gesagt, ich stelle die falschen Fragen? Ich haben nämlich exakt diese Logiklöcher kritisiert
"It's been a long time - and finally, here we are"