Re: Stärkste Szene in SF - Eure Lieblingsszenen

#61
danielcc hat geschrieben: Nüchtern betrachtet ist die Autoverfolgung auf Eis in DAD absolut spektakulär inszeniert, nicht zu lang, technisch perfekt...
Das sehe ich nicht so. Natürlich ist sie stunttechnisch auf höchstem Niveau, das ist in einem Film aber nur zweitrangig wenn die Regie es nicht fertigbringt das erstklassige Rohmaterial vernünftig zu verarbeiten. Der Autoverfolgung im Eispalast zuzuschauen ist genauso interessant wie eine abgefilmte Parkpkatzsuche im Parkhaus. Das hat nix damit zu tun, ob die Handlung vorangetrieben wird oder nicht sondern lediglich damit, dass es filmisch schlecht umgesetzt wurde. Ich bin normalerweise auch ein Befürworter von Szenen (unabhängig ob Action oder Dialog), die einen Film in der Handlung und der Figurenentwicklung voranbringen. Aber das ist keine eiserne Regel, denn es gibt genügend Filme, bei denen gerade die Actionszenen einfach nur Spass machen, ohne dass sie einen großen inhaltlichen Beitrag leisten. Genau genommen funktionieren viele Actionfilme nach diesem Schema, das Handlungsgerüst dient lediglich dazu die Actionszenen miteinander zu verbinden und nicht umgekehrt. Und auch hier gilt: gut gemacht: prima. Schlecht gemacht: vergiss es. Es muss ja einen Grund geben, warum mir zB eine Materialschlacht wie Rambo II bedeutend besser gefällt als zB Transformers. Und das liegt sicher nicht daran, dass die Actionszenen in Rambo II die Handlung so sehr viel mehr voranbringen.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Stärkste Szene in SF - Eure Lieblingsszenen

#62
Die Autoverfolgung auf dem Eis ist für mich eine der schwächsten Actionszenen aller Bonds, eine die überhaupt keinen Spaß macht. Schwach inszeniert und einfallslos konzipiert. Den Abschluß der Szene im Eispalast finde ich aber gelungen.
Und das gesamte Ende von DAD ist dann wieder gut. Aber DAD ist für mich ja auch ein insgesamt gelungener Bond.

Re: Stärkste Szene in SF - Eure Lieblingsszenen

#63
Maibaum hat geschrieben:Die Autoverfolgung auf dem Eis ist für mich eine der schwächsten Actionszenen aller Bonds, eine die überhaupt keinen Spaß macht. Schwach inszeniert und einfallslos konzipiert. Den Abschluß der Szene im Eispalast finde ich aber gelungen.
Und das gesamte Ende von DAD ist dann wieder gut. Aber DAD ist für mich ja auch ein insgesamt gelungener Bond.
Ich finde das Ende im Eispalast noch schwächer als die Verfolgung zuvor.

Aber dass ihr das einfach so als schwach inszeniert anseht... wundert mich schon: Handwerklich ist das top und im Grunde eine Spektakel-Actionszene wie sie zuvor in 40 Jahren Bond immer wieder gemacht wurde, nicht besser aber auch nicht schlechter. Es ist aber eben leider der traurige Höhepunkt einer Entwicklung (in der Brosnan Ära), die dazu geführt hat dass der Aufwand der Actionszenen vollkommen entkoppelt ist von ihrer Bedeutung.

Das Ende von DAD ist gut? Das Flugzeug Ende was der ganzen sinnlosen Materialschlacht die Krone aufsetzt? Wo Brosnan gegen den Stromschlag-Graves kämpft und das CGI FLugzeug komplett zerfällt während Catwoman - äh - Halle Berry noch gegen Miranda FROST kämpft?


Wie auch immer: auch wenn es keine eiserne Regel ist, so finde ich dennoch ganz persönlich an Skyfall toll, wie stark die Actionszenen in die Handlung eingebettet sind. Das macht für mich den Film viel flüssiger und homogener
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Stärkste Szene in SF - Eure Lieblingsszenen

#64
Ja, das hat mir immer Spaß gemacht. Beim 1. Ansehen vor 10 Jahren auf DVD, genau wie letztes Jahr beim 3. ansehen. DAD hat ein paar Schwächen aber auch nicht mehr als die meisten anderen Bonds. Eher etwas weniger. Er ist gut, wenn auch nicht toll inszeniert, aber auch dabei unterscheidet er sich nur wenig von den meisten Bonds zuvor. Die Brosnan Bonds sind generell handwerklich besser als die meisten älteren Bonds. Ohne aber wirklich besser zu sein.

Eine Materialschlacht ist im Übrigen nie sinnlos wenn sie Spaß macht.

Und das mit der Bedeutung der Actionszenen, das hatten wir hier schon öfter, aber wenn man sich mal bei jeder Actionszene in einem Bond anschaut ob die Handlung diese benötigt (also ob die Handlung auch ohne diese Actionszene weiterlaufen könnte), oder ob die Handlung diese Actionszene in dieser Länge benötigt, dann solltest du eigentlich zu dem Schluß kommen daß fast alle Actionszenen in Bond Filmen vollkommen überflüssig sind.

Auch die in SF sind nach dieser Prämisse in ihrer Länge meist vollkommen überflüssig.
Zuletzt geändert von Maibaum am 22. Dezember 2012 14:35, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Stärkste Szene in SF - Eure Lieblingsszenen

#65
danielcc hat geschrieben:
Ja eine Actionszene kann auch einfach mal nur Spaß machen, klar. Aber wann macht sie denn Spaß? Wann unterhält sie denn?
Nüchtern betrachtet ist die Autoverfolgung auf Eis in DAD absolut spektakulär inszeniert, nicht zu lang, technisch perfekt... Aber warum funktioniert sie nicht? Weil sie keinen Sinn macht und ihr Aufwand in keinem Verhältnis zu ihrer Handlungs-Bedeutung steht. Das merkt man als Zuschauer, wenn auch nur unterbewusst.
Hier bist du übrigens wieder dabei angelangt mit "man" für alle zu sprechen ,von dir auf alle zu schliesen. Ich glaube nicht "man" (aka "der Zuschauer") das automatisch bemerkt, ich tus z.B. nicht.
Auch wenn "man" es deiner Meinung nach nur unterbewusst merkt, "man" also gar nicht weiß daß man es bemerkt hat.
Das ist aber auch ganz greifbar zu begründen. Wenn man einer 10 minütigen Materialschlacht folgt, und die eigentlich Handlung danach genau dort anfängt, wo sie vor der Actionszene aufgehört hat, wenn man praktisch wieder erst starten muss, dann zieht das das eigentliche Tempo des Films runter, trotz oder grade wegen der schnellen Action (die uns nicht voran gebracht hat)
Und hier auch noch mal wörtlich deine Aussage, die falls von dir konsequent angewendet, dazu führen müsste, das du fast alle Bonds, ablehnen müsstest. Zumal unsere Bonds fast durchweg die Action, und nicht die Handlung im Zentrum haben.
Das ist eine von deinen alten seltsamen undurchdachten Theorien die du selber überhaupt nicht anwendest. Bzw. nur anwendest wenn es dir in den argumentativen Kram passt, aber sonst konsequent umgehst.

Mann, ich dachte du wärst mittlerweile weiter ...
Zuletzt geändert von Maibaum am 22. Dezember 2012 17:51, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Stärkste Szene in SF - Eure Lieblingsszenen

#66
Schön, dass du gleich wieder persönlich wirst...

Das ist keine undurchdachte Theorie von mir, sonern das habe ich für mich erkannt, als ich angefangen habe die Filme bewusst zu schauen und zu hinterfragen, warum etwas für mich funktioniert und andere Actionszenen mich kalt lassen. Im Übrigen, sage mir doch wo ich sie nicht anwende? und wenn ja, warum dann? Habe ich irgendein Interesse daran mich selbst zu täuschen???

Was Skyfall angeht, habe ich oben genaustens beschrieben, warum ich das so sehe. Aber auf Details gehts du natürlich nicht ein.

Natürlich ist jede Actionszene letztlich nicht 100% nötig. Jeder Film der Welt könnte auf jede beliebige Art vollkommen anders erzählt werden. Aber es ist eben ein himmelweiter Unterschied, ob Bond 10 Minuten auf dem Eis im Kreis fährt, dabei ein ganzes Raketen-Arsenal in die Luft jagt, um nur dort wieder anzukommen, wo er losgefahren ist (DAD), oder ob die Actionszene Teil der Handlung ist, und durch die Action die Story weiter getrieben wird.

Gegenbeispiel ist die Prügelei im Kasino in SF: Total überflüssig, aber eben eine nette kleine Einlage und daher auch KLEIN. In der Brosnan Zeit hätte Bond hier vermutlich das ganze Kasino zerlegt, diverse Gadgets eingesetzt, ein Dutzend Leute getötet. Nach 10 Minuten Action wären wir dann genau dort, wo wir vor der Actionszene waren.

Nebenbei:
Ich finde es ja schön, dass du dich immer wieder echauffierst, wenn ich von "man" rede. Das ändert aber nichts daran, dass du ständig ebenso penetrant deine eigene Meinung als Fakt hinstellst. Beispiel? Lies dir mal deinen Beitrag zu DAD oben durch...
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Stärkste Szene in SF - Eure Lieblingsszenen

#67
danielcc hat geschrieben:
Das ist keine undurchdachte Theorie von mir, sonern das habe ich für mich erkannt, als ich angefangen habe die Filme bewusst zu schauen und zu hinterfragen, warum etwas für mich funktioniert und andere Actionszenen mich kalt lassen. Im Übrigen, sage mir doch wo ich sie nicht anwende? und wenn ja, warum dann? Habe ich irgendein Interesse daran mich selbst zu täuschen???
Ein Interesse nicht, aber da du oben bereits das Unbewußte erwähnt hast ... ;)

Deine Theorie ist insofern undurchdacht, weil du damit den größeren Teil aller Actionszenen verurteilen müsstest. Viele an sich da sie für die Handlung unnötig sind, und den Großteil vom Rest für ihre Länge. Und wenn du sie konsequent anwenden würdest dürftest du keine Bonds schauen.
Beispiele evtl. später.

Was Skyfall angeht, habe ich oben genaustens beschrieben, warum ich das so sehe. Aber auf Details gehts du natürlich nicht ein.
Bei SF ist mir weiter oben beim umformulieren ein Teil des Satzes entfallen, so daß der Inhalt falsch rüber kommt. Das habe ich geändert.

Im Detail: Über flüssig wäre z.B. Auseinandersetzung mit der Fußtruppe bei der Schlußballerei. Das hätte auch mit Silvas hubschrauberattacke beginnen können. und die Unter-Eis Szene ist eigentlich auch nicht nötig. In der PTS wäre das Meiste was zwischen dem Beginn der Verfolgung und Bonds Abschuß dann auch überflüssig. Beide Szenen sind für mich tatsächlich auch zu lang. Die PTS weils der Anfang ist, der Fußtrupp weil es einfallslos ist.
Ähnliches müsste ich dann auch für Bonds Verfolgung von Silva konstatieren. Aber ganz sicher ist der U-Bahn Crash die totale Zeitverschwendung. Die Schießerei im Gerichtssaal bringt dann zwar was für die Nebenfiguren (aber nichts was interessant wäre für mich). Ansonsten hätte Bond auch M direkt nach Silvas Flucht in Sicherheit bringen können.
(Witzigerweise hat er sie nicht in Sicherheit gebracht sondern ihren Tod verschuldet. Rein logisch betrachtet)
Natürlich ist jede Actionszene letztlich nicht 100% nötig. Jeder Film der Welt könnte auf jede beliebige Art vollkommen anders erzählt werden. Aber es ist eben ein himmelweiter Unterschied, ob Bond 10 Minuten auf dem Eis im Kreis fährt, dabei ein ganzes Raketen-Arsenal in die Luft jagt, um nur dort wieder anzukommen, wo er losgefahren ist (DAD)
Dummerweise sind die Bonds voll von genau diesen Actionszenen. Auch einige der Besten. Geh doch mal in Gedanken jede Actionszene aller bisherigen Bonds durch, und überprüfe sie ob die Handlung nicht auch ohne sie ohne jegliche Änderung hätte weitergehen können.
Falls du nichts findest, du hast die Filme ja jetzt erst ca 100 mal gesehen, und das ist vielleicht ja auch noch zu wenig damit einem solch komplizierte Sachen bewußt werden, dann gebe ich dir gerne einige Beispiele aus den letzten 3 Bonds die ich per DVD wiederholt habe.
Aber da diese Szene in DAD Bonds Auseinandersetzung mit einem der beiden Antagonisten ist, macht diese Szene als Ganzes schon Sinn für die Handlung. Mehr als andere, und bessere der Serie. Die Länge wäre hier das Problem nach deiner Theorie.

Gegenbeispiel ist die Prügelei im Kasino in SF: Total überflüssig, aber eben eine nette kleine Einlage und daher auch KLEIN. In der Brosnan Zeit hätte Bond hier vermutlich das ganze Kasino zerlegt, diverse Gadgets eingesetzt, ein Dutzend Leute getötet. Nach 10 Minuten Action wären wir dann genau dort, wo wir vor der Actionszene waren.
Na ja, bei Brosnan gibt es auch kleinere Actionszenen. Das Verhältnis der "großen" zur "kleinen" Action ist jetzt nicht groß anders als in den alten Filmen.
Nebenbei:
Ich finde es ja schön, dass du dich immer wieder echauffierst, wenn ich von "man" rede. Das ändert aber nichts daran, dass du ständig ebenso penetrant deine eigene Meinung als Fakt hinstellst. Beispiel? Lies dir mal deinen Beitrag zu DAD oben durch...
Ich tue nicht meine Meinung als Fakt hinstellen. Ich habe hier oft genug betont das alles immer nur meine Sicht der Dinge ist, auch zwingend nur meine Sicht der Dinge sein kann. Wie oft muß ich das noch wiederholen? Ich muß nicht jedesmal deutlich machen was ohnehin nicht ander sein kann imo. Aber ich tue es trotzdem noch häufig genug.
Es sind Formulierungen wie "man" oder " wie jeder weiß" die meine Aussagen über DAD einen allgemeingültigen Anspruch gegeben hätten.
Du benutzt "man" um aus deiner Meinung eine allgemeingültige Wahrheit zu machen. Ich tue das eigentlich nicht.

Betrachte doch einfach meine Meinungen als das was sie sind, auch wenn nicht jedesmal ein "ich sehe das so" oder "nach meiner Meinung" dabeistehen. Ich habe keine Lust das jedesmal zu ergänzen wo es auch so klar sein sollte. Das kostet einfach zu viel Zeit und klingt bescheuert in der andauernden Wiederholung.

Re: Stärkste Szene in SF - Eure Lieblingsszenen

#68
Maibaum hat geschrieben: Deine Theorie ist insofern undurchdacht, weil du damit den größeren Teil aller Actionszenen verurteilen müsstest. Viele an sich da sie für die Handlung unnötig sind, und den Großteil vom Rest für ihre Länge. Und wenn du sie konsequent anwenden würdest dürftest du keine Bonds schauen.
Damit ich hier nicht falsch verstanden werde: Ich sehe das nicht dogmatisch. Ich kann auch eine vollkommen überflüssige Actionszene genießen und andererseits habe ich nie gesagt, dass alles in SF in dieser Hinsicht perfekt ist. Aber du wirst lachen, da ich die Filme alle dutzende Male gesehen habe, interessiert mich der reine Schauwert einer Actionszene heute kaum noch. Was übrig bleibt (für mich) sind gut eingebundene Actionszenen, die die Handlung voran treiben, in denen etwas passiert, was nicht nur dem Selbstzweck dient.
Maibaum hat geschrieben: Im Detail: Über flüssig wäre z.B. Auseinandersetzung mit der Fußtruppe bei der Schlußballerei. Das hätte auch mit Silvas hubschrauberattacke beginnen können. und die Unter-Eis Szene ist eigentlich auch nicht nötig.
Hier gebe ich dir sogar recht und stimme absolut zu! Aber du wirst auch sehen, dass eben diese Szenen recht kurz gehalten sind.
Maibaum hat geschrieben: Ähnliches müsste ich dann auch für Bonds Verfolgung von Silva konstatieren. Aber ganz sicher ist der U-Bahn Crash die totale Zeitverschwendung. Die Schießerei im Gerichtssaal bringt dann zwar was für die Nebenfiguren (aber nichts was interessant wäre für mich). Ansonsten hätte Bond auch M direkt nach Silvas Flucht in Sicherheit bringen können.
(Witzigerweise hat er sie nicht in Sicherheit gebracht sondern ihren Tod verschuldet. Rein logisch betrachtet)
Da stimme ich nicht mit dir überein. Die lange Verfolgung von Silva ist ja nicht eine lange Actionszenen, sondern es ist eine spannende Verfolgung, ein Katz und Mausspiel, das mit der Parallelmontage und den Dialogen mit Q die Handung voran treibt und uns viel über die Motive des Films sagt. Tja, aber den U-Bahn Einsturz halte ich wiederum für schwach. Wie man einen solchen Aufwand betreiben kann, ohne das Ganze auch nur ansatzweise vernünftig einzubetten, ist schwach; und siehe da: Aufwand vs. Nutzen/Storyentwicklung...?

Und M SOLL ja sofort in Sicherheit gebracht werden, sie weigert sich aber. Das wird ja sogar später thematisiert (in ihren letzten Worten) und ist absolut stimmig im Kontext des Films.
Nichtsdestotrotz kann man natürlich sagen, dass die gesamte Flucht Silvas und damit sein gesamter Plan unnötig kompliziert ist. Aber das ist natürlich ein Grundproblem solcher Filme. Mir geht es um die Einbettung der Actionszenen und die ist an dieser Stelle für mich absolut stimmig.
Maibaum hat geschrieben: Dummerweise sind die Bonds voll von genau diesen Actionszenen. Auch einige der Besten. Geh doch mal in Gedanken jede Actionszene aller bisherigen Bonds durch, und überprüfe sie ob die Handlung nicht auch ohne sie ohne jegliche Änderung hätte weitergehen können.
Falls du nichts findest, du hast die Filme ja jetzt erst ca 100 mal gesehen, und das ist vielleicht ja auch noch zu wenig damit einem solch komplizierte Sachen bewußt werden, dann gebe ich dir gerne einige Beispiele aus den letzten 3 Bonds die ich per DVD wiederholt habe.
Aber da diese Szene in DAD Bonds Auseinandersetzung mit einem der beiden Antagonisten ist, macht diese Szene als Ganzes schon Sinn für die Handlung. Mehr als andere, und bessere der Serie. Die Länge wäre hier das Problem nach deiner Theorie.
Spar dir den Sarkasmus.
Ich muss das nicht in Gedanken durchgehen, denn ich bin mir dessen bewusst. Aber nur weil auch "einige der Besten" voll sind von solchen Actionszenen muss ich das nicht besser finden oder?
Ich halte die Bootverfolgung in LALD für viel zu lang, ich halte die Parkhaus-Szene in TND für zu übertrieben (ich mag sie aber dennoch), ich halte die Little Nellie Szene in YOLT für schwach usw.
Wie gesagt, ich habe mir da viele Gedanke drüber gemacht und bin nachher zu meiner Theorie gekommen. Ich sage nicht, dass eine Szene wie die Little Nellie Action schlecht ist. Aber bringt sie den Film weiter? Trägt sie zum Tempo der Erzählung bei? Oder ist sie reiner Schauwert, der aber das Tempo des Films eigentlich eher drosselt?
Maibaum hat geschrieben: Na ja, bei Brosnan gibt es auch kleinere Actionszenen. Das Verhältnis der "großen" zur "kleinen" Action ist jetzt nicht groß anders als in den alten Filmen.
Klar gibt es die auch bei Brosnan. Die kurzen Actionszenen sind bei Brosnan nicht das Problem, aber die langen und zu vielen großen, spektakulären und extrem aufwendigen, die einfach nur aus reinem Selbstzweck drinne sind. Aber ich mag das gar nicht allein auf Brosnan beziehen, wie meine Beispiele oben zeigen.
Ich denke, SF hat da ein DEUTLICH besseres Verhältnis aus Action und Story, eine deutlich bessere Einbettung der Actionszenen in die Handlung. Wie auch viele Kritiker bemerkt haben, die Actionszenen erzählen den Film, sie halten ihn nicht auf.

Man kann vielleicht auch gut die TWINE PTS zu SF PTS vergleichen. Beide sind extrem lang, beide sind sicher vom Aufwand her fast schon grenzwertig. Ich mag beide aber bei TWINE unterbricht die Story/Erzählung komplett, als es auf die Themse geht: Ab hier ist nur noch Action der Action willen. Demgegenüber findet in der PTS von SF viel mehr statt, die Zwischenschnitte mit M die die Bedeutung deutlich macht, Bonds Kampf um die Festplatte, um die es ja geht, die parallele Verfolgung durch Eve, da finale Schuss-Dilemma zwischen Eve und M...

Das sind vielleicht Nuancen, aber für mich macht das SF eben flüssiger und raffiniertet. Der Film zerfällt nicht in Story/Dialoge vs. Actionszenen
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Re: Stärkste Szene in SF - Eure Lieblingsszenen

#69
Deine Theorie ist aber schon das die Action in die Handlung eingebunden sein soll, und das ist sie meist bei Bond nicht. Beispiele finden sich in fast jedem Bondfilm zuhauf.

In LALD beispielsweise bringen die meisten Actionszenen den Film kein bisschen weiter. Die Flughafenszene wurde hier schon erwähnt. Leider das Gleiche für die Busverfolgung. Wäre der Bus nicht verfolgt worden wäre Bond genauso zu Quarrels Boot gekommen. Noch dümmer ist das es mit der großen Bootsverfolgung genauso aussieht. Nachdem Bond das Heroin Labor in zerstört hat und ins Boot gesprungen ist könnte der Film genauso gut mit der Szene weitergehen in der er bei Leiter eintrifft der ihn dann darüber informiert wo Kananga und Solitaire sich aufhalten.

In TND ist nach deiner Theorie die Parkhausszene genau wie die Motorradverfolgung überflüssig. In DAF die Buggy und die gesamt Polizeiautoschrotten Sache. In GF bonds flucht incl. Schleudersitzszene. In TSWLM die Lotosverfolgung bis es unter Wasser geht. In FRWL Hubschrauber und Boote. Usw, usw. Da bleibt nicht viel über. Und danach müssten sie alle konsequenterweise noch für ihre Länge kritisiert werden.

Jedenfalls macht es wenig Sinn eine Szene die du als handwerklich gut gemacht empfindest dafür zu kritisieren das sie der Handlung nichts bringt wenn das in fast jedem Bond genau so abläuft. Wenn diese, dann die anderen bitteschön auch.

Tatsächlich aber würde ich die Bootsszene in LALD etwas überspitzt dargestellt als den eigentlichen Inhalt von LALD begreifen. Daß ist das worum es in Wahrheit in dem Film geht, daß worauf die Macher die meiste Zeit verwendet haben, daß was auch den Erfolg des Filmes im wesentlichen ausgemacht hat. Sicher, es gibt noch viele andere Elemente, aber die Bootsszene ist das Zentrum, das was der Film will, worauf er hinaus will. Auch wenn die Bootsszene nicht das Ende des Filmes darstellt.

Ich würde Actionfilme genau umgekehrt betrachten. Ich schaue nicht ob die Action der Handlung dient, schaue also bei den Bonds weniger ob die Action die Handlung aufhält, sondern ob die Handlung die Action aufhält.
Und was das betrifft ist LALD schon fast ein perfekter Bond.

Re: Stärkste Szene in SF - Eure Lieblingsszenen

#70
Kein Scherz, aber du hast jetzt tatsächlich viele Szenen genannt, die ich als schwach empfinde, also die für mich meine Theorie nur belegen,

Klar, dann kann man irgendwann hinterfragen, wofür ich die Bondfilme denn überhaupt mag, und in der Tat sind es nicht die großen Actionszenen, wegen der ich heute noch die Filme gucke.
Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die Maßstäbe seinerzeit an die Bondfilme sicher noch andere waren als heute in der Craig Ära. Heute ist es aus meiner Sicht umso wichtiger, dass die Filme eher an der Realität orientierte Action Thriller sind, bei denen eben auch die Story, die Charaktere eine Rolle spielt und man auch eine gewisse Rafinesse durch Metaphern hat. Da finde ich es umso wichtiger, dass eine Actionszene Teil davon ist.

Natürlich kannn ich mir aber auch vorstellen, wie seinerzeit TB die Leute umgehauen hat, allein aufgrund der bombastischen Actionszenen. Nur zieht das für mich heute nicht mehr so sehr.
Maibaum hat geschrieben:Ich würde Actionfilme genau umgekehrt betrachten. Ich schaue nicht ob die Action der Handlung dient, schaue also bei den Bonds weniger ob die Action die Handlung aufhält, sondern ob die Handlung die Action aufhält.
Und was das betrifft ist LALD schon fast ein perfekter Bond.
Siehst du, da gehen unsere Meinungen praktisch diametral auseinander. Wenn ich die Filme so bewerten würde, dann komme ich in der Tat zum Schluss, dass DAD ein toller Bondfilm ist, und dann liegt der Unterschied zwischen DAD und QOS praktisch nur noch in der rafinierteren visuellen Umsetzung von QOS.
Aber so sehe ich die Bondfilme ganz und gar nicht. Mit dieser Einstellung müsstest du auch der größte Transformers Fan sein
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Re: Stärkste Szene in SF - Eure Lieblingsszenen

#71
Nein, da liegen trotzdem noch Welten zwischen QoS und DAD. Und Transformers war zumindest besser als erwartet.

Und ja, du solltest eigentlich keine Bond Filme schauen. Das ist ein Mißverständnis.

Denn die Action ist immer das Zentrum der Filme. Bei den Fleming Romanen ist es das auch so. Selbst noch einigermaßen bei TSWLM (außer in den Rückblenden, die dem Roman aber genau genommen nichts bringen).

Weißt du Daniel, mein Eindruck bei dem was du so schreibst und was du magst war ohnehin von Anfang an daß das was du in Filmen sucht nicht wirklich viel mit den Möglichkeiten des Filmes selber zu tun hat. Was dir gefällt sind Filme die eher bebilderte Bücher sind. Das meiste was dir an Filmen gefällt ließe sich in Büchern genauso, oder oft noch besser realisieren. Deswegen ist dir auch das Drehbuch wichtig, und deswegen kannst du auch problemlos eine Kritik schreiben bevor du den Film gesehen hast. Das passt wie die Faust aufs Auge, jedenfalls war das damals dazu mein erster Gedanke.

Aber auch das ist eine Basis um an Filme ranzugehen.

Re: Stärkste Szene in SF - Eure Lieblingsszenen

#72
danielcc hat geschrieben:Natürlich kannn ich mir aber auch vorstellen, wie seinerzeit TB die Leute umgehauen hat, allein aufgrund der bombastischen Actionszenen. Nur zieht das für mich heute nicht mehr so sehr.
Dann tut es mir leid für dich. Die Bondfilme jedenfalls werden auch in 50 Jahren sicherlich nicht in erster Linie wegen ihrer Verwurzelung in der Realität oder raffinierter Metaphern in Erinnerung geblieben sein. Bond ist in erster Linie Spass, das war der Erfolgsgarant 50 Jahre lang. Und gutgemachte grossangelegte Actionszenen sind bzw. waren schon immer eine Menge Spass - da frägt eigentlich niemand nach handlungsrelevanz außer vielleicht dem Feuilleton, das ja immer irgendwas zum kritisieren braucht.
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Re: Stärkste Szene in SF - Eure Lieblingsszenen

#73
Maibaum hat geschrieben: Weißt du Daniel, mein Eindruck bei dem was du so schreibst und was du magst war ohnehin von Anfang an daß das was du in Filmen sucht nicht wirklich viel mit den Möglichkeiten des Filmes selber zu tun hat. Was dir gefällt sind Filme die eher bebilderte Bücher sind.
Das ist interessant, denn andersrum habe ich bei dir wiederum den Eindruck, dass es ein Missverständnis ist, dass du die Bondfilme magst, da dir eigentlich bei Filmen Dinge wichtig sind, die die Bondfilme nie geboten haben. Übrigens bin ich ein Riesen-Fan der Filme, falls das noch nicht klar sein sollte.
Maibaum hat geschrieben: Das meiste was dir an Filmen gefällt ließe sich in Büchern genauso, oder oft noch besser realisieren. Deswegen ist dir auch das Drehbuch wichtig,
Ja in der Tat, das ist mir wichtig, und ich glaube jeder der irgendwann mal was mit Filmen zu tun hatte kennt die Sätze, die sich auf die Bedeutung eines guten Drehbuchs für einen guten Film beziehen...
Maibaum hat geschrieben:und deswegen kannst du auch problemlos eine Kritik schreiben bevor du den Film gesehen hast.
Der absurde Gedanke, den du da mal hattest, wird nicht besser dadurch, dass du ihn wiederholst

@Anatol:
Wie erklärst du dir denn den Riesenerfolg der Craig-Filme, die bewusst weniger Action haben, als das was üblicherweise heute in Actionfilmen geboten wird?

Ich sage mal was Provokatens: Für mich ist Action ein Teil der Bondformel, aber sicher nicht der Wichtigste. Wäre das so, hätten die Bondfilme längste ihre Relevanz verloren.
Das, was den Erfolg von Anfang an und bis heute ausmacht, ist das was im Drehbuch zu finden ist: Bonds Charakter, die coole Sprüche, das charmante Flirten mit Frauen, und letztlich die Mischung aller Zutaten von Humor bis hin zur Action. Womit ich die geniale Arbeit der Second Unit und Stunt Teams überhaupt nicht klein machen will.
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Re: Stärkste Szene in SF - Eure Lieblingsszenen

#74
danielcc hat geschrieben:@Anatol:
Wie erklärst du dir denn den Riesenerfolg der Craig-Filme, die bewusst weniger Action haben, als das was üblicherweise heute in Actionfilmen geboten wird?
Ich verstehe nicht auf was du hinaus möchtest. Die Filme sind so erfolgreich weil sie offensichtlich den Publikumsgeschmack getroffen haben. Das haben die Brosnanfilme aber auch. Und noch viele andere Bondfilme, eigentlich ja alle. Die Craigfilme haben auch nicht weniger Action als frühere Bondfilme, vielleicht mit Ausnahme der Brosnanfilme. Bondfilme hatten meistens weniger Action als Actionfilme der gleichen Zeit, AVTAK hat auch weniger Action als Rambo II, was also willst du damit sagen? Bondfilme setzten eigentlich immer eher auf einige herausragende Actionhöhepunkte als auf Daueraction, das veränderte sich ab TND und war eine zeitweilige Entwicklung, die mir nicht wirklich gefiel. QOS hat gemessen an seiner Laufzeit auch einen beachtlichen Actionanteil. CR und SF haben eben auch eine deutlich längere Laufzeit als frühere Bondfilme, aber total sicher auch nicht weniger Actionszenen.
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Re: Stärkste Szene in SF - Eure Lieblingsszenen

#75
AnatolGogol hat geschrieben:
danielcc hat geschrieben:@Anatol:
Wie erklärst du dir denn den Riesenerfolg der Craig-Filme, die bewusst weniger Action haben, als das was üblicherweise heute in Actionfilmen geboten wird?
Die Filme sind so erfolgreich weil sie offensichtlich den Publikumsgeschmack getroffen haben. Das haben die Brosnanfilme aber auch. Und noch viele andere Bondfilme, eigentlich ja alle. Die Craigfilme haben auch nicht weniger Action als frühere Bondfilme, vielleicht mit Ausnahme der Brosnanfilme. Bondfilme hatten meistens weniger Action als Actionfilme der gleichen Zeit, AVTAK hat auch weniger Action als Rambo II, was also willst du damit sagen? Bondfilme setzten eigentlich immer eher auf einige herausragende Actionhöhepunkte als auf Daueraction, das veränderte sich ab TND und war eine zeitweilige Entwicklung, die mir nicht wirklich gefiel. QOS hat gemessen an seiner Laufzeit auch einen beachtlichen Actionanteil. CR und SF haben eben auch eine deutlich längere Laufzeit als frühere Bondfilme, aber total sicher auch nicht weniger Actionszenen.
Das war sowieso nur ein Nebenthema also lassen wir das. Mir ging es nur darum zu zeigen, dass die Craig Filme ja auch im direkten Vergleich erfolgreicher sind als die Brosnan Filme, die stärker auf Action gesetzt haben. Aber egal.

Mein eigenticher Punkt ist der, der auch in vielen Kritiken lobend erwähnt wurde:
In Skyfall ist die Action sehr gut in die Handlung eingebettet, die Action erzählt die Story weiter, alles wirkt sehr homogen und zerfällt nicht in Einzelteile.
Ich finde das besser gelungen als in vielen anderen Bondfilmen, bei denen man oft merkt: Jetzt übernimmt die Second Unit und für die nächsten 10 Minuten fliegt alles in die Luft aber es geht keinen cm weiter :-)

A propos - auch mal wieder etwas Negatives an SK:
Mir ist aufgefallen dass die ersten Minuten der Verfolgung in der PTS, nämlich der Teil der noch im Auto stattfindet, die einzigen Szenen sind, die verwachelt sind. Zwar kein Vergleich zu QOS aber ich wette, das hier vor allem 2nd unit eigenständig gefilmt hat. Schon ab dem Motorrad wird es besser
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