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Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

#751
"Ich bin immun." impliziert für mich die weitere Aussage: "gegen SIE".
Das sie homosexuell ist, habe ich tatsächlich in keiner Sekunde geglaubt.
Und auch bei einem Rewach würde ich weiterhin sagen, sie hat einfach kein Interesse an Bond (an Goldfinger schonmal gar nicht). Denn wäre sie tatsächlich lesbisch würde die Szene NOCH bizarrer werden, als sie es ohnehin schon ist. ;)
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Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

#752
Henrik hat geschrieben:
19. Februar 2020 17:38
Pussy sagt zu Bond etwas wie "Sie können ihren Charme abstellen, ich bin immun". Aber tatsächlich verstanden hatte ich das auch erst, nachdem ich mal eine Doku gesehen habe, in der Honor Blackman das gesagt hat. Jedenfalls wird ihre Homosexualität keineswegs so eindeutig gezeigt wie bei den beiden Killern aus DAF.
Im Roman ist sie in jedem Fall homosexuell.
Und das große Warten beginnt von neuem :-(

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

#753
Agent 1770 hat geschrieben:
19. Februar 2020 18:32
Henrik hat geschrieben:
19. Februar 2020 17:38
Pussy sagt zu Bond etwas wie "Sie können ihren Charme abstellen, ich bin immun". Aber tatsächlich verstanden hatte ich das auch erst, nachdem ich mal eine Doku gesehen habe, in der Honor Blackman das gesagt hat. Jedenfalls wird ihre Homosexualität keineswegs so eindeutig gezeigt wie bei den beiden Killern aus DAF.
Im Roman ist sie in jedem Fall homosexuell.
Den hab ich leider nicht gelesen. Ich möchte das deswegen auch gar nicht in Frage stellen. Aber (sorry für das "aber"), der Film ändert ja nun auch nicht sooo wenig aus dem Buch ab, oder?
Ich kann in der Film-Pussy nun keine homosexuelle Frau erkennen.
Wird sie im Buch auch beim "Judo-Training" "verführt"?
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Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

#754
Das wäre damals, von Seiten einer sehr strengen Zensur her, auch kaum möglich gewesen, sie eindeutig als lesbisch darzustellen, aber der wissende Zuschauer sieht die Anspielungen, die mir als Jugendlicher aber auch entgangen sind.

Wäre DAF 6 Jahre früher verfilmt worden, dann wäre die beiden homosexuellen Killer auch nicht so offen als solche dargestellt worden. Es gibt so einige Genre-Filme, vor den späten 60ern, die eindeutige Anspielungen auf homosexuelles enthalten, aber immer so daß das nicht zu greifbar wird. Wie auch vieles andere was Sexualität überhaupt betrifft.

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

#755
MARVEL hat geschrieben:
20. Februar 2020 11:19
Wird sie im Buch auch beim "Judo-Training" "verführt"?
Ich habe das nicht mehr sooo genau im Kopf, aber ich glaube nicht. Denn im Roman ist Pussy anfangs - man höre! - in Tilly Masterson verknallt statt in Bond (und Tilly auch in Pussy glaube ich). Tilly überlebt auch viel länger und wird bis fast zum Ende mitgeschleppt, erst irgendwann im Getümmel der Fort-Knox-Schlacht setzt Oddjob ihr mit dem Hut ein Ende. Also müsste die Pussy-Verführung erst später kommen, logisch gesehen kann sie fast nur nach dem Tod von Goldfinger und der Bruchlandung stattfinden, in der aller letzten Szene. Ich müsste den Schinken aber noch einmal lesen...

Von den fünf Romanen, die mehr oder weniger akkurat verfilmt wurden (FRWL, DN, GF, TB, OHMSS) bestehen in GF noch die grössten Unterschiede zwischen Buch und Film, der Film ist aber klar als Verfilmung des Romans erkennbar.
We'll always have Marburg

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

#756
Ich habe Goldfinger 50-100 Mal in meinem Leben gesehen. Und mit 41 würde ich mich als wissenden Zuschauer bezeichnen.
Klar kann man eine homosexuelle Frau in ihr sehen. Sie weist schließlich Bond ab und trägt Blazer aus Cord.

ABER: Keine lesbische Frau lässt sich von einem heißen Stecher mit Gewalt umpolen.

Das mit Diamantenfieber stimmt natürlich. In den frühen 60ern wären die beiden NIEMALS möglich gewesen. Allein das Bond am Ende tatsächlich das Wort Schwul in den Mund nimmt (wenn auch nur bezogen auf das Parfum) war sicher nicht gewöhnlich damals.

Egal wie man es dreht und wendet... die Szene im Stroh ist DER große Schwachpunkt von Goldfinger.

GoldenProjectile hat geschrieben: Ich habe das nicht mehr sooo genau im Kopf, aber ich glaube nicht. Denn im Roman ist Pussy anfangs - man höre! - in Tilly Masterson verknallt statt in Bond (und Tilly auch in Pussy glaube ich). Tilly überlebt auch viel länger und wird bis fast zum Ende mitgeschleppt, erst irgendwann im Getümmel der Fort-Knox-Schlacht setzt Oddjob ihr mit dem Hut ein Ende. Also müsste die Pussy-Verführung erst später kommen, logisch gesehen kann sie fast nur nach dem Tod von Goldfinger und der Bruchlandung stattfinden, in der aller letzten Szene. Ich müsste den Schinken aber noch einmal lesen...

Von den fünf Romanen, die mehr oder weniger akkurat verfilmt wurden (FRWL, DN, GF, TB, OHMSS) bestehen in GF noch die grössten Unterschiede zwischen Buch und Film, der Film ist aber klar als Verfilmung des Romans erkennbar.
Danke für die Ausführungen. Das spricht für mich klar für eine Änderung zum Buch. Aber ich gebe zu, vielleicht will ich das auch nur so sehen, denn die ohnehin unmögliche Szene würde nur noch schlimmer, wenn Pussy auch noch sexuell umgedreht würde... nein, das hat der Film nicht verdient.
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Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

#757
MARVEL hat geschrieben:
20. Februar 2020 12:39


ABER: Keine lesbische Frau lässt sich von einem heißen Stecher mit Gewalt umpolen.
Na ja, das ist natürlich eine Männerfantasie, die attraktive homosexuelle Frau zur Heterosexualität zu verführen ...

... und Bond macht ja immer das Unmögliche, oder wenigstens das Unwahrscheinliche möglich.

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

#758
Vielleicht WAR das mal eine Männerfantasie. Meine sehen da klassischer aus. ;)

Stimmt, unmögliche Sachen kann Bond gut. Aber DAS ist mir in der heutigen Zeit einfach zu ekelig. Nein, nein. Es reicht schon, dass er Pussy durch sexuelle Gewalt auf die Seite der Guten wechseln lässt. Die Sexualität zu wechseln ist mir einfach zu krass... sorry.
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Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

#759
Meiner bescheidenen Ansicht nach sollte James Bond keine politisch korrekt handelnde Person sein, da gerade dies einen wesentlichen Charkterzug von ihm darstellt. Nimmt man ihm das - und man hat da in den letzten Jahrzehnten ja allerlei Anstrengungen unternommen, um genau das zu erreichen - dann entfernt man sich vom Kern der Figur. Und die Pussy-Umdreh-Szene ist diebezüglich "allerreinster" James Bond, ein Moment, in welchem die Omnipotenz und Impertinenz der Figur in den allerhöchsten Tönen gefeiert wird nach dem Motto "wenn er das kann, dann kann er alles!".
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

#760
Politisch unkorrekt zu sein und eine Frau gegen ihren eindeutigen Willen mit Gewalt dazu zu bringen ihn zu küssen würde ich jetzt nicht in einen Pott schmeißen.
Nimm mal die Mitarbeiterin des Sanatoriums in TB. Die sagt auch dass sie nicht will... wehrt sich dann aber nicht wirklich gegen Bond... und der braucht auch keine körperliche Gewalt um sie im Dampfbad zu küssen.
In DEM Fall würde ich Dir beipflichten. Das ist heute auch politisch höchst unkorrekt hat aber nicht so ein übles Geschmäckle. ;)
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Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

#761
GoldenProjectile hat geschrieben:
20. Februar 2020 12:30


Von den fünf Romanen, die mehr oder weniger akkurat verfilmt wurden (FRWL, DN, GF, TB, OHMSS) bestehen in GF noch die grössten Unterschiede zwischen Buch und Film,
Finde ich nicht, soweit ich mich dran erinnere. Scheint mir ähnlich zu sein wie bei TB oder FRWL. Bei letzterem wurde mindestens die Hälfte dazu erfunden. DN ist am dichtesten dran, denke ich.
GoldenProjectile hat geschrieben:
20. Februar 2020 12:30
Also müsste die Pussy-Verführung erst später kommen, logisch gesehen kann sie fast nur nach dem Tod von Goldfinger und der Bruchlandung stattfinden, in der aller letzten Szene. Ich müsste den Schinken aber noch einmal lesen...
Genau, und zwar erst auf der letzten Seite. und sie gibt sich freiwillig hin, und das geht so ... kicher ... :

Bond : "Man hat mir erzählt du magst nur Frauen?"
Pussy : "Ich habe bisher noch keinen wirklichen Mann getroffen"
Bond : "Weißt du was du brauchst? Eine Kur bei mir."
Pussy : "Das wäre schön"

Dazwischen kommt aber noch eine Passage in der sie erklärt, als Mädchen von ihrem Onkel vergewaltigt worden zu sein.
Womit Fleming uns dann wohl erklären will wie Homosexualität entsteht, und wie man diese heilt ... oh je ...

Der Film macht das dann halt direkter, und in Bildern, und als Teil der Handlung, also erzählerisch in jeder Hinsicht besser. Allerdings wird das ja ebenfalls nicht wirklich als Vergewaltigung gezeigt, sondern letztendlich doch als "hingeben", als Verführung, oder täusche ich mich da?
Zuletzt geändert von Maibaum am 20. Februar 2020 14:49, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

#762
MARVEL hat geschrieben:
20. Februar 2020 14:20
Politisch unkorrekt zu sein und eine Frau gegen ihren eindeutigen Willen mit Gewalt dazu zu bringen ihn zu küssen würde ich jetzt nicht in einen Pott schmeißen.
Nimm mal die Mitarbeiterin des Sanatoriums in TB. Die sagt auch dass sie nicht will... wehrt sich dann aber nicht wirklich gegen Bond... und der braucht auch keine körperliche Gewalt um sie im Dampfbad zu küssen.
In DEM Fall würde ich Dir beipflichten. Das ist heute auch politisch höchst unkorrekt hat aber nicht so ein übles Geschmäckle. ;)
Ich sehe da keinen wirklichen Unterschied. Bond drängt sich in beiden Fällen einer Frau auf, die "eigentlich" nicht will. Das Muster ist in beiden Fällen (wie auch in vielen anderen FIlmen) das gleiche: Bond interessiert sich weder dafür, ob seine Auserwählte wirklich interessiert ist, noch welche Konsequenzen sein "Draufgängertum" für sie haben kann (Pat kann z.B. ihren Job verlieren, Solitaire ihre übersinnlichen Fähigkeiten, Corinne in MR ihr Leben etc.). Wobei ersteres ganz klar dadurch legitimiert wird, dass im Bonduniversum (zumindest im klassischen) KEINE Frau Bond widerstehen kann. Selbst diejenigen, die dies vorgeben (z.B. Fiona) landen ja trotzdem mit ihm in der Kiste. Ganz persönlich habe ich mit der Pussy-Szene übrigens kein Problem, da diese eine eindeutig männlich geprägte Wunschfantasie ist und als solche auch bewertet werden sollte. Reale Moralmaßstäbe da anzulegen halte ich weder für gerecht noch besonders zielführend.
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Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

#763
AnatolGogol hat geschrieben:
20. Februar 2020 14:39
Ich sehe da keinen wirklichen Unterschied. Bond drängt sich in beiden Fällen einer Frau auf, die "eigentlich" nicht will. Das Muster ist in beiden Fällen (wie auch in vielen anderen FIlmen) das gleiche....
Du siehst wirklich keinen Unterschied? Die eine sagt leicht süffisant mit dem Anflug eines Grinsens "Ooooh, nein Mr. Bond.". Die Andere wehrt sich körperlich und dreht immer wieder ihren Kopf weg? Wie kann man da keinen Unterschied sehen?
Mir fällt keine Szene in einem Bond-Film ein, wo es so extrem nah an einer Vergewaltigung war wie in Goldfinger.
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Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

#764
Ich glaube, ich muß die GF Szene noch mal schauen.

Generell ist das Frauenbild in fast allen Bond Filmen eher etwas peinlich, eine bestimmte Art von Männerfantasien eben (selten auch meine), und die haben sich im Lauf der Jahrzehnte eben (zum Glück) etwas gewandelt.

Als politisch unkorrekt, wie man heute so sagt (ich mag den Begriff ja nicht, in seiner dauernden Verwendung), habe ich dabei die Bond Filme eigentlich nie empfunden. Die frühen Bonds waren noch etwas vulgär, im Kontext ihrer Zeit, aber auch nur in dem Rahmen wie es das Geschäft nicht stört, bzw diesem zuträglich ist, aber das ist dann später alles von der Zeit überholt worden, und die Bonds wurden immer zahmer im Vergleich zu dem was sich sonst so im Kino tat.
Zuletzt geändert von Maibaum am 20. Februar 2020 15:08, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

#765
MARVEL hat geschrieben:
20. Februar 2020 14:45
Du siehst wirklich keinen Unterschied? Die eine sagt leicht süffisant mit dem Anflug eines Grinsens "Ooooh, nein Mr. Bond.". Die Andere wehrt sich körperlich und dreht immer wieder ihren Kopf weg? Wie kann man da keinen Unterschied sehen?
Mir fällt keine Szene in einem Bond-Film ein, wo es so extrem nah an einer Vergewaltigung war wie in Goldfinger.
Die Unterschiede, die du anführst sehe ich durchaus. Für mich spielen sie im Gesamtkontext aber nur eine untergeordnete Rolle bzw. sie dienen eigentlich nur dazu den gleichen Inhalt in etwas anderer Form darzustellen. Das "Wehren" von Pussy steht dabei in engem Zusammenhang mit ihrem Charakter: sie wird den ganzen Film über als emanzipiert, selbstständig und auch körperlich stark (Judo) geschildert. Das in Kombination mit ihrer latent angedeuteten Homosexualität gilt es für Bond dann natürlich erst mal "zu überwinden". Wobei die Szene ja nie den Verdacht aufkommen lässt, dass Bond wirklich gegen Pussys unterschwelligen Willen handelt. Dafür ist die Szene auch viel zu amüsant und launig angelegt (die Judo-Einlagen sind eher als Slapstick-Nummer inszeniert, Barrys Musik unterstreicht dies). Die Szene mit Pat mag den angeführten charakterlichen Unterbau entbehren, ist im Kern aber die gleiche Situation. Genauso wenig wie sich Bond in GF für Pussys "Gegenwehr" und ihre (angedeutete) Sexualität schert, so wenig schert er sich um Pats (scheinbaren) Widerwillen und dass er sie in Gefahr bringt, ihren Job zu verlieren.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"