Filmbesprechung: "On Her Majesty's Secret Service (OHMSS)"

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photographer
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7. Februar 2018 17:56

AnatolGogol hat geschrieben:Die PTS von OHMSS stellt für mich – neben der Ski-Verfolgung – den eigentlichen Höhepunkt des Films dar. Die komplette Sequenz ist prächtig gefilmt, auch da sich die Entscheidung, im Zwielicht der Dämmerung zu drehen, als goldrichtig erwies.
Der Großteil dieser Anfangssequenz ist durch entsprechend an die Situation angepasste Filmfilter am Strand durch den Kameramann tagsüber vollzogen worden, da der zeitliche Ablauf des Moments innerhalb des Morgens oder Abends für diese Form des Drehs temporär einfach zu kurz ist.
Der einzig bekannte Film, der solche Momente zu dieser "Magischen Stunde" durchgehend huldigt, ist Terence Malicks Drama DAYS OF HEAVEN (1978). Malick drehte die Außenaufnahmen hauptsächlich zur Morgen- oder Abenddämmerung (der sogenannten Magic Hour) oder nachts. Ein zeitaufwendiges Verfahren, da sich die tatsächliche Drehzeit dadurch auf maximal eine Stunde täglich beschränkte.

Da die Autoverfolgungsjagd zwischen dem Held und zukünftiger Gespielin zu Beginn des Films im Dunkeln startet und mit einer Schlägerei in die Morgendämmerung übergeht, überspielt diese den Tatbestand, dass das natürliche Terrain den realen Gegebenheiten einen Strich durch die Rechnung macht.

Bild


Die am Guincho-Strand in Portugal gedrehte Szene befindet sich geographisch an der fast westlichsten Stelle Europas. Die Sonne kann nur von der entgegengesetzten Seite (Osten) aufgehen. Die Filmszene gehört somit zu den klassischen Widrigkeiten mit der die Filmkunst eigene Akzente setzt.
Für mich war es im Sommer 2015 daher ein persönliches Anliegen bei einer Portugalreise an diesem Strand jene Momente lichttechnisch so abzubilden, wie sie der Magic Hour entsprechen, wodurch ich in gewisser Hinsicht diese auch als sehr spirituelle Augenblicke erlebt habe, da der Strand zu der Zeit menschenleer war und Wind und Wetter das Geschehen definierten.
Dementsprechend fanden diese Aufnahmen - entsprechend der verkehrt laufenden Zeit in der gestalteten Titelsequenz von Maurice Binder - statt, sprich vom Sonnenuntergang übergehend in die Abenddämmerung bis hin zur blauen Stunde.

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Zuletzt geändert von photographer am 7. Februar 2018 18:09, insgesamt 1-mal geändert.
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AnatolGogol
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7. Februar 2018 18:01

Casino Hille hat geschrieben:Anatol, im Making Of auf der Bluray von OHMSS (bzw auf DVD 2 der Ultimate Edition) sagt Hunt selbst etwas in die Richtung. Vielleicht magst du da mal rein gucken, wie konkret er da genau wird, erinnere ich nicht. Wohl aber, dass er von der Möglichkeit spricht, den Film bei der Hochzeit zu enden, was dann auch dementsprechend visualisiert wird.
Danke für den Hinweis, Hille. Ich hab gerade mal in "Inside OHMSS" reingeschaut und es ist so, wie du es geschrieben hast. Allerdings klingt das ("that was, dramatically, how it should have been.) doch verdächtig nach "im nachhinein ist man schlauer" und als ob er das fertige Ende jetzt bereue (vielleicht wegen des verhaltenen Erfolgs und der Tatsache, dass seine Regie-Karriere im Anschluss nicht ganz so lief, wie er sich dies vielleicht gewünscht hätte). Ich finde nach wie vor, dass zuvieles dafür spricht, dass während des Drehs die Sterbeszene ganz klar als finaler Moment vorgesehen war als dass ich wirklich an ein ernsthaft in Erwägung gezogenes alternatives, fröhlichers Ende glauben kann. :)
photographer hat geschrieben:Der Großteil dieser Anfangssequenz ist durch entsprechend an die Situation angepasste Filmfilter am Strand durch den Kameramann tagsüber vollzogen worden, da der zeitliche Ablauf des Moments innerhalb des Morgens oder Abends für diese Form des Drehs temporär einfach zu kurz ist.
Ja, das war unglücklich von mir formuliert. Was ich eigentlich meinte ist: "es erwies sich als goldrichtig diese Szene dramaturgisch in der Dämmerung anzulegen". :)

photographer hat geschrieben: Da die Autoverfolgungsjagd zwischen dem Held und zukünftiger Gespielin zu Beginn des Films im Dunkeln startet und mit einer Schlägerei in die Morgendämmerung übergeht, überspielt diese den Tatbestand, dass das natürliche Terrain den realen Gegebenheiten einen Strich durch die Rechnung macht.
Diesbezüglich muss ich in OHMSS auch immer schmunzeln, weil uns der Film verkaufen will, dass eine (schier endlose) Bobbahn direkt unterhalb des Schilthorn-Gipfels in fast 3000 Metern Höhe startet. :D
photographer hat geschrieben: Bild
wow, da hast du die Stimmung des Originals aber sehr gut getroffen (und sogar noch im gleichen Format). Sieht klasse aus!
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photographer
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7. Februar 2018 18:23

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Mich amüsieren die beiläufigen Skifahrer, die in dem kurzen eingeblendeten Moment auf dem Tofana in FOR YOUR EYES ONLY zu sehen sind, persönlich noch mehr, weil es an dieser Felsenstelle überhaupt keine Möglichkeit gibt, mit Skiern runter zu fahren. :D

https://screenmusings.org/movie/dvd/For ... y-0286.htm


Belustigender Nachtrag zur Diskussion um Oliver Reed
Wäre der Londoner Filmstar statt George Lazenby 1968 wirklich Bond geworden, wäre die Wahrscheinlickeit, dass Diana Rigg und Telly Savalas in ihren Rollen in ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE betätigt worden, um einiges unwahrscheinlicher gewesen, da alle drei kurz vorher in Basil Deardens Verfilmung The Assassination Bureau (dt. Verleihtitel MÖRDER GMBH) zu sehen waren, der seine Weltpremiere am 10. März 1969 in London feierte.




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AnatolGogol
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8. Februar 2018 09:30

photographer hat geschrieben: Belustigender Nachtrag zur Diskussion um Oliver Reed
Wäre der Londoner Filmstar statt George Lazenby 1968 wirklich Bond geworden, wäre die Wahrscheinlickeit, dass Diana Rigg und Telly Savalas in ihren Rollen in ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE betätigt worden, um einiges unwahrscheinlicher gewesen, da alle drei kurz vorher in Basil Deardens Verfilmung The Assassination Bureau (dt. Verleihtitel MÖRDER GMBH) zu sehen waren, der seine Weltpremiere am 10. März 1969 in London feierte.
Der Bond-Bezug der launigen Mörder GmbH wird durch die geballte TSWLM-Schurken-Troika bestehend aus Curd Jürgens, Vernon Dobtcheff und Milton Reid sogar noch verstärkt. :007:

A propos, ich finde Cubbys Aussage bezüglich Oliver Reed als in Erwägung gezogener OHMSS-Hauptdarsteller…

photographer hat geschrieben:"With Reed we would have had a far greater problem to destroy his image and re-mold him as James Bond. We just didn't have the time or money to do that."
…zeugt eindeutig von dem Wunsch der Produzenten ihren Hauptdarsteller zu kontrollieren. Dass ein Freidenker und „Rüpel“, wie es Reed sein ganzes Leben mit höchstem Gusto war, nicht zu der Wunschvorstellung der Herren Broccoli und Saltzman gepasst hat liegt natürlich auf der Hand. Es ist daher auch verständlich, dass sie sich nach den zunehmend an Schärfe gewonnenen Auseinandersetzungen mit Sean Connery nicht das gleiche nocheinmal antun wollten bzw. ja sogar Gefahr laufen mussten, eine noch wesentlich weniger kontrollierbare Situation einzugehen.

Zum anderen zeigt das Broccoli-Zitat auch eindeutig, wie eng die Bond-Macher das Rollenkorsett Bonds mit dem Image ihres Hauptdarstellers verknüpften. Auch hier wollte man ganz offensichtlich das Risiko nicht eingehen, das Publikum könnte einem Darsteller mit privat konträrem Image die Rolle nicht abnehmen und war daher darauf erpicht weitgehend auf Nummer Sicher zu gehen. Da gerade Broccoli Zeit seiner Karriere immer sehr darauf bedacht war auf bewährte Erfolgsmuster zu setzen wundert es nicht, dass man die durch Terence Young vollzogene Transformation der rauen, ungehobelten Connery in den suaven, kultivierten James Bond auch bei der Neubesetzung genau so wieder haben wollte. Zudem liegt der Verdacht nahe, dass Broccoli einen Teil der „Schuld“ an Connerys „Aufmüpfigkeit“ und zunehmender Rollenmüdigkeit auch in des Schotten von Anfang an sehr breit aufgestellten Rollenwahl außerhalb der Serie begründet sah.

All diese Probleme schienen sich duch die Rollenbesetzung mit dem Newcomer Lazenby elegant umschiffen zu lassen. Die von photographer schon angeführte Ironie des Schicksals ist, dass der Schuß am Ende genau in die entgengesetzte Richtung losging. Statt eines kontrollierbaren Hauptdarstellers bekam man ziemlich genau das, was man hatte vermeiden wollen. Statt eines Schauspielers, der auch privat mit Rolle verschmolz hatte man einen zotteligen Bartträger, der mit Hippie-Idealen kokettierte und die Bondrolle öffentlich als antiquiert abstrafte. Und auch die Tatsache, dass man sich praktisch einen Klon des beliebten Vorgängers schuf konnte nicht verhindern, dass das Publikum Lazenby in der Rolle nicht akzeptierte. Man kann daher also durchaus schlussfolgern, dass die mangelnde Risikobereitschaft der EON-Macher bei der Neu-Besetzung der Bondrolle zumindest nicht der uneingeschränkt ideale Weg war.

Das bedeutet natürlich im Umkehrschluss nicht automatisch, dass eine diesem „Sicherheitsdenken“ widersprechende Rollenbesetzung, wie z.B. mit Reed, der bessere Weg gewesen wäre. Aber ich will dennoch einmal versuchen diese Möglichkeit durchzuspielen. Sehr interessant an Reeds Karriere ist, dass trotz seiner zahllosen Eskapaden und (häufig alkoholbedingten) Ausfälle er immer sehr beliebt beim Publikum war. Die Engländer liebten ihren „Ollie“, egal was er sich wieder einmal geleistet hatte nicht zuletzt da Reed immer bodenständig und damit „einer von ihnen“ blieb. Auch zeigt die enorme Rollenvielfalt von Reeds Karriere, dass er erstens problemlos seinem privaten „Hellraiser“-Image widersprechende Rollen glaubwürdige spielen konnte und zweitens es auch nie ein ernsthaftes Problem damit gab, dass ihm das Publikum diese nicht abnahm. Ich schlussfolgere daher, dass zumindest eine begründete Möglichkeit bestand, dass das Publikum ihm auch die Bondrolle abgenommen hätte – und zwar auch ohne, dass man sein privates Image hätte „zerstören“ müssen. Da er Ende der 60er Jahre bereits eine beachtliche Beliebt- und Bekanntheit erreicht hatte (ohne jedoch bereits ein echter „Star“ zu sein) ist es ebenfalls durchaus denkbar, dass sich dieser Status positiv auf die Rezeption des Films ausgewirkt hätte und das Publikum ihn daher auch eher als „den neuen Bond“ akzeptiert hätte als es beim völlig unbekannten Lazenby der Fall war, der (zumindest äusserlich) eher einer Kopie des „alten Bonds“ entsprach.

Der dieser Annahme zu grunde liegende Gedanke ist der, dass bei einer so engen Identifikation des Darstellers mit einer Rolle durch das Publikum (wie es in den 60er Jahren bei der Kombination Connery/Bond der Fall war) es durchaus einfacher und effektiver sein kann, wenn man sich bei einer Neubesetzung bewusst davon entfernt statt dass man versucht diese zu kopieren.Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass man bei der folgenden Rollenneubesetzung durch Roger Moore in LALD sehr auffallend diverse klassische, durch Connerys Interpretation geprägte Elemente im Film vermied (Moore trägt den ganzen Film über nie Smoking, man verzichtet auf das klassische Missionsbriefing in Ms Büro zu Gunsten einer Szene in Bonds Wohnung, auf Q und die obligatorische Gimmick-Szene wird gleich komplett verzichtet wie man auch eine Casinoszene vergebens sucht. Selbst wenn es um Bonds Dienstwaffe geht wird dieser neu ausgestattet: statt der gleich zu Beginn seiner Mission von Teehee höchst unsanft derangierten Walther PPK darf er den Showdown großkalibrig mit einer 44er Magnum bestreiten).

Der bereits angeführte The Assassination Bureau/Mörder GmbH zeigt wie ich finde auch sehr schön, wie hervorragend Reed eine sehr kultivierte Rolle verkörpern konnte und vor allem auch wie mühelos er mit einer hochkarätigen Besetzung interagieren konnte. Letztlich bleibt alles Spekulation und ich persönlich bezweifle auch, dass Reed ernsthaftes Interesse gehabt hätte an wiederkehrenden Auftritten als James Bond, da er dann eben doch viel zu sehr „Freigeist“ war, als dass er sich über Jahre das vergleichsweise enge Rollenkorsett des britischen Geheimagenten hätte überstülpen wollen. Dennoch bleibt es für mich eine reizvolle Vorstellung eben ausgerechnet Oliver Reed als Hauptdarsteller im „Ausnahme-Bond“ OHMSS zu sehen – auch wegen der verblüffenden Parallele zum Assassination Bureau.
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Goahead
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8. Februar 2018 20:20

Casino Hille hat geschrieben: Im Making Of schwärmt Hunt davon, die Szene so gestaltet zu haben, dass sie zwei Schlusspunkte zuließ. In . unwahrscheinlich, dass mit einem solchen Beginn ein weiterer Bondfilm mit Lazenby die Rache-Komponente ausgespielt und damit unter Umständen sogar LTK und QOS vorweg genommen hätte, während Hamilton sich bekanntermaßen in DAF dazu entschloss, OHMSS komplett zu ignorieren und an das Ende von YOLT anzuschließen.
Aber komplett ignoriert DAF doch OHMSS nicht, den anfangs sucht doch Bond Blofeld um sich zu rächen(wenn auch in einer völlig anderen "Atmosphäre" als in OHMSS) Und man sieht Connery anfangs auch garnicht, womit m.M. nach indirekt auf den (erneuten) Rollenwechsel angespielt wird.
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AnatolGogol
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9. Februar 2018 08:19

Goahead hat geschrieben:Aber komplett ignoriert DAF doch OHMSS nicht, den anfangs sucht doch Bond Blofeld um sich zu rächen(wenn auch in einer völlig anderen "Atmosphäre" als in OHMSS)
Ob Bonds Handeln tatsächlich durch Rache motiviert ist geht jedoch nicht zweifelsfrei aus den Ereignissen der PTS hervor. In Fankreisen gibt es die Theorie, dass die PTS von DAF direkt an das Ende von YOLT anknüpft, da Bond die erste Information über Blofeld im fernen Osten erhält. Weniger spekulativ und durch diverse Quellen belegbar (u.a. "Some Kind of Hero" von Matthew Field und Ajay Chowdhury oder "The Making Of On Her Majesty's Secret Service" von Charles Helfenstein) ist hingegen, dass Richard Maibaums originärer Drehbuchentwurf, in welchem sowohl Bonds Trauer über Tracy als auch der Rachegedanke fest verankert waren, in der späteren Überarbeitung durch Tom Mankiewicz bewusst umgeschrieben wurde, um einen leichteren und humorvolleren Tonfall zu erzielen. Von daher kann man denke ich sagen, dass das finale DAF-Drehbuch und daraus resultierend Hamiltons fertiger Film keine direkte und explizit als solche in Szene gesetzte Fortführung der Ereignisse aus OHMSS ist, sich jedoch in einigen Szenen immer noch als solche auslegen lässt (in erster Linie die PTS).
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Henrik
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9. Februar 2018 10:09

Goahead hat geschrieben: Aber komplett ignoriert DAF doch OHMSS nicht, den anfangs sucht doch Bond Blofeld um sich zu rächen(wenn auch in einer völlig anderen "Atmosphäre" als in OHMSS) Und man sieht Connery anfangs auch garnicht, womit m.M. nach indirekt auf den (erneuten) Rollenwechsel angespielt wird.
Der Rollenwechsel hat meiner Meinung nach wenig mit "ignorieren" zu tun. Man sieht Connery nicht sofort, wie bei der Einführung von fast jedem neuen Darsteller. Das hat aber nicht direkt mit Lazenby zu tun. Damit knüpft der Film eben nicht an OHMSS an.
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Casino Hille
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9. Februar 2018 11:38

AnatolGogol hat geschrieben:In Fankreisen gibt es die Theorie, dass die PTS von DAF direkt an das Ende von YOLT anknüpft, da Bond die erste Information über Blofeld im fernen Osten erhält.
Das ist aber meine ich weniger Theorie als etwas, dass im Audiokommentar oder im Making Of von DAF sogar klar angesprochen wird. Man wollte mit dem Beginn in Asien ganz bewusst an das Ende von YOLT anknüpfen.
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Maibaum
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9. Februar 2018 11:44

Vielleicht, aber es ist auch so gehalten, daß jemand, der DAF mit dem Ende von OHMSS im Hinterkopf sich ansieht, den Anfang als dessen Fortsetzung sieht. Während gleichzeitig jeder direkte Bezug auf OHMSS schon vermieden wird.
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AnatolGogol
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9. Februar 2018 12:15

Casino Hille hat geschrieben:Das ist aber meine ich weniger Theorie als etwas, dass im Audiokommentar oder im Making Of von DAF sogar klar angesprochen wird. Man wollte mit dem Beginn in Asien ganz bewusst an das Ende von YOLT anknüpfen.
Also im Making of (Indside DAF) meine ich kommt es nicht vor, bzgl. des Audiokommentars weiss ich es nicht. So oder so: eigentlich knüpft DAF ja an gar keinen anderen Bondfilm an, sondern ist ein in sich nahezu vollständig abgeschlossener Film. Nahezu, da die Identität Blofelds natürlich vorausgesetzt wird, ohne dass im Film jedoch wirklich auf vorangegangenen Dinge aufgesetzt wird. Es gibt Anspielungen, wie beispielsweise im Finale Tiffanys scheinbarer Heiratsantrag, aber ansonsten ist DAF ein vollkommen autarker FIlm.

Edit:
übrigens hatte ich schon immer en Eindruck, dass die "Vorlagen-Köpfe", die Blofelds beabsichtigte Transformation in der PTS zeigen sollen, eine gewisse Ähnlichkeit mit Donald Pleasences Konterfei haben (man beachte die Kinnpartie) :) :
https://zuts.files.wordpress.com/2013/0 ... =620&h=415
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9. Februar 2018 12:24

Trotzdem macht der Anfang von DAF den Eindruck, daß Bond angesäuert auf Rache aus ist. Aber nachdem das erledigt ist, mit dem vermeintlichen Tod von Blofeld, geht DAF danach auch nicht mehr darauf ein. Denn wenn Bond dann Blofeld in der Mitte des Films wieder trifft wirkt das nicht so als träfe er hier wieder auf den Mörder seiner Frau.
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AnatolGogol
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9. Februar 2018 12:26

Maibaum hat geschrieben:Trotzdem macht der Anfang von DAF den Eindruck, daß Bond angesäuert auf Rache aus ist. Aber nachdem das erledigt ist, mit dem vermeintlichen Tod von Blofeld, geht DAF danach auch nicht mehr darauf ein. Denn wenn Bond dann Blofeld in der Mitte des Films wieder trifft wirkt das nicht so als träfe er hier wieder auf den Mörder seiner Frau.
Genau deswegen sehe ich DAF auch nicht als inhaltliche Fortsetzung von OHMSS, denn dafür ist der Umgang zwischen Bond und Blofeld viel zu zwanglos. Übrigens auch schon in der PTS: so wie Bond am Ende den vermeintlichen Blofeld abserviert hat das für mich wenig mit grimmiger oder bitterer Rache gemein, sondern eher mit dem üblichen "einer weniger von den Strolchen".
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Maibaum
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9. Februar 2018 12:44

Ein wenig wütend wirkt er schon. Er wirkt verbissen, eher auf privater Mission unterwegs, als in offiziellem Auftrag. Rache eben.

Es ist halt die Minimal Variante, um einen Anschluß an OHMSS hinzubekommen, und gleichzeitig, nachdem das razzfazz (und ziemlich lieblos) durchgezogen wurde, dann wieder Bond as usual betreiben zu können.
Zuletzt geändert von Maibaum am 9. Februar 2018 12:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Casino Hille
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9. Februar 2018 12:47

Also, da müssen Maibaum und ich zwei verschiedene Versionen der DAF PTS gesehen haben. :D
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9. Februar 2018 12:57

Ich finde schon, er wirkt brutaler als üblich, wie er sich da so durchprügelt, wie er die Bikini Frau würgt. Auch wie er Blofeld abserviert

Egal, ein jämmerlicher Anfang, erst Recht für den Nachfolger von OHMSS. Mit die schlechteste PTS.
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