Wie bewertet ihr "Der Hauch des Todes" ?

1/10 - Grottenschlecht (Keine Stimmen)
2/10 - Sehr schlecht
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (1%)
3/10 - Schwach
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (1%)
4/10 - Mässig
Insgesamt abgegebene Stimmen: 7 (5%)
5/10 - Durchschnittlich
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (2%)
6/10 - Nicht übel
Insgesamt abgegebene Stimmen: 10 (7%)
7/10 - Recht Gut!
Insgesamt abgegebene Stimmen: 15 (11%)
8/10 - Gut!
Insgesamt abgegebene Stimmen: 21 (15%)
9/10 - Sehr gut!
Insgesamt abgegebene Stimmen: 53 (38%)
10/10 - Überragend!
Insgesamt abgegebene Stimmen: 28 (20%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 140

Re: Filmbesprechung: "The Living Daylights (TLD)"

#392
TLD ist eigentlich konsequenter als OP, wobei konsequenter das falsche Wort ist, weil bei OP natürlich auch eine Überlegung dahintersteckt und eine sehr clevere noch dazu. OP ist in der ersten Hälfte einfach noch klassisch Gilbert oder Young Bond und erst ab etwa Bonds Eindringen in Octopussys Tempel zunehmend Thriller-lastiger, was auch dem plötzlichen und brillanten Twist (den TLD als einziger Gilbert-Bond gar nicht hat) sehr zu Gute komt. TLD ist von Vornherein ganz anders, aber eben nicht über die volle Laufzeit dieses Prinzip durchhaltend. Schwächt ihn zwar etwas, ist aber immer noch kein Beinbruch, wie man am durchweg positiven Ton meines Reviews hören sollte. :)
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: "The Living Daylights (TLD)"

#395
@Hille:

Ich kann deine Kritikpunkte in deiner guten Kritik nachvollziehen, bin aber nicht der Meinung wie du. Die Action mochte ich immer sehr gerne und fand diese keinesfalls schwach oder so. Daltons Einstand war aber sehr gelungen und mit guter Leistung, wenn gleich ich den Nachfolgefilm doch sowohl was Dalton als auch was den Film an sich angeht, besser finde.

Schön, das du den Soundtrack ebenfalls gerne magst :)

Re: Filmbesprechung: "The Living Daylights (TLD)"

#396
Agent 009 hat geschrieben:Schön, das du den Soundtrack ebenfalls gerne magst
Der Soundtrack besteht ja gefühlt fast nur aus den beiden Titelsongs "The Living Daylights" und "Where Has Everybody Gone", aber das funktioniert fantastisch! Barry hat da ganz tolle Arbeit geleistet und einen der drei allerbesten Bond-Soundtracks hingezimmert. Besonders der Showdown hat da einen echten Gänsehautmoment, als Kara von hinten ins Flugzeug fahren soll und Necros und Koskov sie mit einem anderen Fahrzeug verfolgen, während man nur die Instrumental-Version vom A-Ha-Song hört... ganz großes Kino!
Agent 009 hat geschrieben:Die Action mochte ich immer sehr gerne und fand diese keinesfalls schwach oder so.
Na ja, schwach klingt immer so hart, sie ist schon besser als in AVTAK oder in anderen Filmen der Zeit, aber sie ist manchmal einfach grob unorganisch in einem betont anderen Film. Die Verfolgungsjagd über die Dächer nach dem Attentat auf Pushkin find ich tatsächlich handwerklich nicht so schön, da hätte man mehr mit Luftaufnahmen und weiten Winkeln arbeiten müssen, das hätte dann auch ästhetischer gewirkt, aber gerade die sehr lange Aston Martin Szene inklusive Bergrutschpartie finde ich für TLD maximal unglücklich. Die Gadgets sind eh etwas arg fantasielos (hat man halt alles schon mal so gesehen), aber dieser aufgezwungene Humor, den TLD sonst auch nicht hat und auch nicht braucht und dieses Maß an Eskapismus, welches TLD sonst eher vermeidet, will hier dann nicht so recht im Zusammenspiel funktionieren. Das wäre eigentlich meine wesentliche Kritik, nicht wirklich das "Niveau" der Szene für sich, sondern ihre Funktion im Kontext, die ich als nicht gelungen erfüllt betrachte.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: "The Living Daylights (TLD)"

#397
Die Gadgets scheinen fantasielos zu sein, sie sind aber in einem so begrenzten Maß eingesetzt, dass mich das gar nicht stört. Bis auf den Aston Martin gibt es auch kein Gadget dass ich wirklich vermisst hätte (Necros' Gatgets mal aussen vor gelassen), wäre der Film ohne sie ausgekommen.
"Whoever she was, it must have scared the living daylights out of her."

Re: Filmbesprechung: "The Living Daylights (TLD)"

#398
Filmkritik: James Bond 007: Der Hauch des Todes

Hallo, liebes Forum! Wie kann man ein Wochenende besser beginnen als mit einem Bondfilm? Richtig, gar nicht und deshalb habe ich heute Abend den Hauch des Todes gesichtet, Timothy Daltons Einstand aus dem Jahre 1987. Viel Spaß mit meiner Kritik!

Mehrere britische Agenten werden getötet, in ihrer Nähe wird jeweils ein Hinweis „Smiert Spionam“ gefunden. Währenddessen läuft der ranghohe KGB-Offizier General Koskov scheinbar zu den Briten über, während seines Überlaufen war eine Scharfschützin des KGBs auf ihn angesetzt, die, wie sich später herausstellt seine Freundin ist und die Scharfschützin nur gespielt hat. Koskov wird bereits einen Tag nach seinem Überlaufen scheinbar nach Moskau entführt. Zuvor erklärt er, dass General Gogols Nachfolger, General Pushkin, der Initiator der Smiert Spionam Aktion sei. Koskov hat sich nach seiner scheinbaren Entführung mit dem in Tangar lebenden Waffenhändler Whitaker in Verbindung gesetzt und möchte mit KGB Geld Opium kaufen, mit dessen Ertrag er neueste Waffentechnologie bei Whitaker kaufen will. Bond verhindert das, indem er das Opium beseitigt und Koskov mit Pushkins Hilfe nach Moskau ausliefert.

Timothy Dalton ist der neue Bond und legt gleich richtig los. Er spielt Bond viel härter und näher an Fleming als Roger Moore und überzeugt durchgehend. Der Humor wurde deutlich zurückgenommen, was angenehm überrascht, und der Humor der noch da ist, ist wirklich witzig, ich sage nur die Dialoge mit Saunders ;), oder der Szenen mit Q „Vorsicht ihr Kopf“, sehr witzig. Daltons kantiges Gesicht passt sehr gut auf die Art, mit der er Bond spielt, zum Beispiel als er Pushkin findet und mit seinen Vorwürfen konfrontiert. So professionell wie Daltons Bond hier, hätte nicht mal Sean Connerys 007 agiert. Viele Kritiker attestieren Dalton, den Romanbond am nächsten zu kommen. Ich finde ihn zwar schon recht nah an den Romanen, aber am nächsten an Flemings Bond ist und bleibt für mich Daniel Craig, Punkt. Dennoch gibt es einen großen Pluspunkt für Timothy Dalton.

Bonds neuer Schwarm spielt Cello und heißt Kara Milovy. Sie wird von Maryam d’Abo dargestellt und überzeugt mich fast komplett. Sie ist mir etwas zu gutgläubig, aber sonst gefällt mir d’Abos Darstellung gut. Mir sticht positiv ins Auge, dass sie eine Begabung hat, die Bond nicht teilt und dass sie deshalb nicht nur das naive Anhängsel ist. Daumen hoch!


Georgi Koskov, der Gegner in diesem Film wird von Jeroen Krabbé gespielt, leider ist er mir nicht ernsthaft genug, will heißen: er überzeugt mich nicht wirklich. Irgendwie wirkt er zappelig und Clown-artig. Für einen hochrangigen KGB-General lächerlich und nicht akzeptabel. Ich habe mir Koskov etwas verlogener, hinterhältiger und manipulativer vorgestellt, als er letztendlich von Krabbé dargestellt wird….und da Koskov hier ja der Hauptgegner zu sein scheint gibt das für mich einen fetten Minuspunkt. Gegner nicht überzeugend.

Koskovs Gegenspieler ist der Chef des KGB, General Pushkin, der die Nachfolge von General Gogol angetreten hat. Er wird gespielt von John Rhys-Davies. Pushkin ist einigermaßen passend besetzt, auch wenn mir Rhys-Davies etwas zu schmierig für Pushkin vorkommt, allerdings passt das auch irgendwie auf die Klischeevorstellung eines Russen. Mir gefällt, dass Bond und Pushkin gemeinsame Sache machen, so etwas gab es bei Bondfilmen nie, dass ein russischer General und Bond zusammen ermittelt haben, Gogol hatte sich da stets rausgehalten. Passend besetzt.

Beim MI6 gibt es wieder eine Neubesetzung und zwar Caroline Bliss alias Miss Moneypenny. Nun ja, die Rolle der Miss Moneypenny wurde nicht weiter verändert, außer dass sie nicht mehr wie festgenagelt an ihrem Schreibtisch sitzt. Q wird wie immer von Desmond Llewelyn dargestellt, zu ihm und seiner Darstellung gibt es nichts zu sagen, außer dass seine Unterhaltungen mit Bond noch frecher und lustiger sind als zuvor. Robert Brown kehrt ebenfalls als M zurück, diesmal sogar ist er sogar an einem Manöver beteiligt.

Der 15. Bondfilm wird wieder einmal von John Glen geleitet, der einen sehr düsteren Film auf die Leinwand zaubert. Der Streifen spiegelt den kalten Krieg sehr gut wieder, denn diese „Überlauf-Aktionen“ scheint es ja wirklich öfters gegeben zu haben. Trotzdem ist die Story für mich nicht ganz logisch. Warum kaufen Koskov und Whitaker das Opium? Will Koskov mit dem Gewinn Waffen bei Whitaker einkaufen und wenn ja wozu? Irgednwie macht das Für mich keinen rechten Sinn.

Die Locations gefallen mir alle recht gut, vor allem die Winterszenen in den Bergen mit der Schlitten-Cello-Verfolgungsjagd sind hier als Highlight zu nennen. Auch der Gasometer in Wien gefällt mir sehr gut und überzeugt voll als MI6 Hauptquartier. Das Widerstandslager in Afghanistan erinnert mich an die Festung von Largo in NSNA und Was mich aber leider wirklich stört ist, dass der Film von den Jahreszeiten einen Zickzackkurs fährt. In Bratislava ist es Herbst, in London ist es Herbst (alle Blätter sind runter), bei Ms Schloss hängen plötzlich alle Blätter, in den Bergen liegt Meterweise Schnee, während in Wien gerade die ersten Blätter auf den Boden fallen, schade das das anscheinend keiner mitbekommen hat.

Die Musik stammt abermals von John Barry, der in seinem letzten Bondfilm irgendwie keine große Lust mehr zu haben scheint. Nachdem mir der Soundtrack zu AVTAK wieder gut gefallen hatte, war ich schon ein wenig enttäuscht, denn dieser Soundtrack klingt nach einer Mischung aus OP und AVTAK. Es gibt fast nur Geigen, das Bondthema klingt genauso wie in MR, OP und AVTAK und auf neue Einflüsse wartet man vergeblich. Schade, ich hätte den Soundtrack gerne als Pluspunkt gewertet, aber das ist hier für mich nicht machbar. Schade.

Eines muss man dem Film, bzw. John Glen zugutehalten: John Glen weiß einfach wie man einen Bondfilm inszeniert. Es gibt die richtig spannenden Szenen, die detektivischen Szenen und natürlich auch die romantischen Szenen, wie hier zum Beispiel der erste Teil in Wien. Langweilig wird der Film nie!

Fazit:

Timothy Daltons Einstand überzeugt mich, bis auf einige Unschlüssigkeiten und Fehlbesetzungen komplett. Deshalb bekommt der Film 7,5 Punkte. Ich hoffe mein Review hat euch gefallen. Anregungen, Aufregungen und Verbesserungsvorschläge einfach in die Kommentare, ich freue mich über jede neue Anregung!
Ich bin Professor, ich weiß das.

Re: Filmbesprechung: "The Living Daylights (TLD)"

#400
Es muss an den Medikamenten liegen, aber ich bin "begeistert" von Hilli-leins Kritik. Sachlich geschrieben, ohne abgedroschen zu klingen. Auch seine Wertung ist OK.

Nur in einem muss ich Hilli-lein widersprechen:

Den Streifen muß man Kontext zu seiner Zeit sehen und da wollte das Publikum sowas wie Gadgets in einem Bond-Car sehen-zumindest der Pöbel. Und man gibt dem Pöbel das, was er verlangt. Deswegen ist die Aston-Szene vollkommen in Ordnung. In diesem Zusammenhang kann ich mich an Diskussionen auf, und abseits des, Boards erinnern, wo es darum ging, dass Bond mit seinem Vehikel ja nur fährt-wie ein Normalo.

Und da viele wie Jimbo sein wollen... ;)

8)
001
Bild

Re: Filmbesprechung: "The Living Daylights (TLD)"

#401
001 hat geschrieben:Den Streifen muß man Kontext zu seiner Zeit sehen und da wollte das Publikum sowas wie Gadgets in einem Bond-Car sehen
Das stimmt natürlich, ist dann ja auch der Grund für diese Szene. Leider, denn ich mag sie einfach nicht so wirklich. Es sind ja gar nicht die Gadgets per se, denn so etwas könnte man ja stilvoll hinkriegen, es ist dieser aufgesetzte Mooresche Humor und die totale Tonänderung. Hätte man das ganze in etwa im Stil des vorherigen und späteren TLDs verkauft... du kannst dir sicher sein lieber 001, der Hille wäre der glücklichste Mensch auf Erden. :wink:
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: "The Living Daylights (TLD)"

#403
@ProfessorDent:
Einige deiner offenen Fragen werde ich mal versuchen zu klären (wird aber auch im Film erwähnt):
Scheinbar kaufen Koskov und Whitaker vor allem um Geld zu verdienen. In Afghanistan liegt der Preis deutlich unter dem Marktwert von New York. Von den Russen hat Koskov Geld bekommen, um Whitaker Waffen abzukaufen. Statdessen kaufen Whitaker und Koskov aber das Opium und wollen es zu einem viel höheren Preis weiterverkaufen. Dabei bleibt noch genug Geld übrig, um die Waffen zu kaufen, die Russen würden es also gar nicht merken. Trotzdem hätte Koskov damit viel Geld verdient.
"Whoever she was, it must have scared the living daylights out of her."