Filmbesprechung: FRWL

1/10 Punkte (Grauenhaft) (Keine Stimmen)
2/10 Punkte
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (1%)
3/10 Punkte
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (2%)
4/10 Punkte (Keine Stimmen)
5/10 Punkte
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (1%)
6/10 Punkte
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (5%)
7/10 Punkte
Insgesamt abgegebene Stimmen: 16 (18%)
8/10 Punkte
Insgesamt abgegebene Stimmen: 19 (22%)
9/10 Punkte
Insgesamt abgegebene Stimmen: 29 (33%)
10/10 Punkte (Genial)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 16 (18%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 88

Re: Filmbesprechung: FRWL

#91
From Russia With Love

In Dr. No wurde der Hauptcharakter James Bond, einige wichtige wiederkehrende Nebenfiguren (M, Moneypenny) und der "grobe Rahmen" eines James Bond-Films eingeführt und so kann man sich beim zweiten Film auch 15 min. Zeit lassen, ehe Sean Connery das erste Mal die Leinwand betritt. In seiner Rolle kommt er noch besser rüber als in DN, der Zuschauer und vor allem er selber weiss jetzt, was abgeht. Mit einer ungeheuren Effizienz und immer einem lockeren Spruch auf den Lippen "spioniert" er sich durch Istanbul. Inhaltlich führt FRWL den Anknüpfpunkt SPECTRE aus Dr. No weiter, und die Organisation bekommt ein Gesicht (bzw. eine Rückansicht :D ) Dennoch wird einiges über die Struktur, und die Prinzipien von Spectre bekannt. Ihr Plan lautet, James Bond den Russen eine Dechifriermaschine klauen zu lassen, ihn anschliessen zu eliminieren, um DN zu rächen und nebenbei die bereits angespannte Situation zwischen Russland und England weiter zu verschärfen. FRWL ist somit der erste politisch angehauchte Bondfilm und das ganze entwickelt sich (auch aufgrund der "greifbareren" Location) mehr zu einem Agenten- als zu einem Abenteuerfilm. So weit so gut, James Bond sollte immer eine gesunde Mischung dieser beiden Subgenres des Actionkinos treffen.

Die Darsteller tragen zu der spannenden Handlung ihren Teil bei. Daniela Bianchi füllt ihre Rolle als "Spielball" zwischen den grossen Parteien ordentlich aus, Pedro Armendariz zählt in meinen Augen noch heute zu den besten lokalen Kontakten der gesamten Reihe und das Schurkentrio bestehend aus einer Bond ebenbürtigen Killermaschiene, einem klugen Analytiker und einer russischen Spectre-Offizierin, die allesamt von einem grossen Unbekannt dirigiert werden, stellen Bond vor so manche Herausforderung, da er die offensichtliche Falle erst zu einem späten Zeitpunkt richtig durchschaut hat.

Ausserdem hat Q (bzw. Major Boothroyd) seinen ersten Auftritt und Bond erhält seine ersten Gadgets. Die Actionszenen gefallen, besonders der Kampf im Zug bleibt in Erinnerung. Die Musik ist ebenfalls super, mit FRWL gibt es einen ersten Titelsong, auch wenn dieser noch nicht in der Titelsequenz (mit Gesang) gespielt wird. Das Bond-Thema wird nicht mehr in jeder Szene verwendet, wie in DN und gegen Ende wird sogar ein neues Thema eingeführt, welches wir in TB, YOLT und MR noch öfters hören werden...

Heute ist mir aufgefallen, dass die Handlungsverteilung etwas merkwürdig ist, so wird doch schliesslich 1 Stunde auf eine 30sekündige Sequenz hingearbeitet (der Diebstahl) und dann ist man schon direkt auf der Flucht, irgendwie fehlt hier ein erster grosser Höhepunkt. Und auch die letzten beiden Actionszenen (im Hotel und im Boot) wirken, obwohl technisch einwandfrei gemacht, irgendwie nicht so wichtig, da DIE grosse Szene, sowohl spannungs- als auch actiontechnisch im Zug stattfindet.

Das die Tricks bzw. Bluescreenaufnahmen (s. Auto etc) noch nicht auf dem neuesten Stand waren ist mir klar, aber die letzte Szene in Venedig, als Bond den Film ins Wasser gleiten lässt und irgendwelche bescheuerten Winkbewegung macht, wirkt völlig dämlich??? Überflüssig!!!!!

Der Satz "James Bond Will Return in Ian Fleming's Goldfinger" hat mich aber wieder milde gestimmt, so vergebe ich nach dem heutigen Sehen...

8,5 Punkte

...und ausserdem haben wir Major Boothroyd kennenlernen dürfen, den Waffenmeister, an dem wir in der Zukunft noch sehr viel öfter Spass haben werden... :)
"The name's Bond. James Bond."

Re: Filmbesprechung: FRWL

#92
Victor 'Renard' Zokas hat geschrieben:Heute ist mir aufgefallen, dass die Handlungsverteilung etwas merkwürdig ist, so wird doch schliesslich 1 Stunde auf eine 30sekündige Sequenz hingearbeitet (der Diebstahl) und dann ist man schon direkt auf der Flucht, irgendwie fehlt hier ein erster grosser Höhepunkt. Und auch die letzten beiden Actionszenen (im Hotel und im Boot) wirken, obwohl technisch einwandfrei gemacht, irgendwie nicht so wichtig, da DIE grosse Szene, sowohl spannungs- als auch actiontechnisch im Zug stattfindet.
8,5 Punkte
Cool, ich dachte immer, dass nur mir das komisch vorkommt was die Story angeht und vor allem die "angehängte" Actionszene mit Hubschrauber und Boot...
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Filmbesprechung: FRWL

#93
Genau, das ganze war ja sowieso der Fluchtweg von Red Grant, eigentlich tauchen die Hubschrauber und Boote völlig unmotiviert auf...als ob man auf Teufel komm raus nochmal ne grössere Actionszene einbauen muss :) Wobei wie Bond den Hubschrauber und die Boote erledigt, das hat schon Stil...
"The name's Bond. James Bond."

Re: Filmbesprechung: FRWL

#94
Eins habe ich in dem Film nie verstanden: Kerim Bey hat veranlaßt, daß der Zug vor der Grenze hält. Dann wird Kerim Bey ermordet. Aber wer hat dem Lokführer dann befohlen, nicht mehr zu halten? Wer wußte überhaupt davon? Normalerweise hätte der Zug doch trotz Kerims Tod halten müssen.
Kann mir das jemand hier erklären?

Re: Filmbesprechung: FRWL

#98
Maibaum hat geschrieben:Wann tötet er denn einen von Kerims Söhnen?

Ich kann mich nur noch an den Mord an dem britischen Agenten erinnern um dessen Platz einzunehmen.
(Was glaube ich im richtigen Leben auch wieder ziemlicher Schwachsinn wäre)
Stimmt,war ein britischer Agent :oops:
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: FRWL

#99
Hier hatte sich jemand die Mühe gemacht und genau analysiert, wo welche Szene in FRWL gedreht wurde. Die PTS wurde beispielsweise auf dem Pinewood Freigelände inkl. dem auf dem Studiogelände stehenden Herrschaftshaus und angrenzenden Garten gedreht:

http://mitteleuropa.x10.mx/filmlocation ... hlove.html
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young

Re: Filmbesprechung: FRWL

#101
bondfan97 hat geschrieben:Meiner Meinung nach der beste Bond Film aller Zeiten.
Ich mag eher die James Bond Filme die in Europa gedreht werden(weis auch nicht wieso aber mag schon fast alle Filme keine Sorge :D ) und das ist bei diesem Film ja der Fall :wink:
Es wäre schön, wenn du uns mitteilen würdest, warum gerade FRWL der deiner Meinung nach beste Bondfilm aller Zeiten ist. Ich denke, dass man dieses Prädikat einem Film nicht einfach nur verleiht, weil einige der Szenen in Europa entstanden sind. :wink:

LG Mirco
Im Angesicht des Todes, muss der Spion der mich liebte, Leben und Sterben Lassen
007.Mirco

Re: Filmbesprechung: FRWL

#103
Und wieder etwas aus der Kategorie "Kuriositäten am Rande":
Als Bond und Tanya das Schiff in Istanbul betreten, aufdem Bond sie über die Lecter ausfragt, da sieht man am Anfang kurz eine Frau mit ihrem Kind. Achtet mal drauf: Das Kind ist eine Art "Geschirr" eingespannt, läuft also an einer Leine :-)
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Filmbesprechung: FRWL

#104
Gestern FRWL gesehen. Und hier mal die letzten beiden Seiten überflogen. Stimme mit vielem überein, was Victor vor längerem geschrieben hat, zumindest in den positiven Dingen. ;-)
Für mich einer der besten Bonds und mein Lieblingsfilm mit Connery, der natürlich schon am Anfang in der PTS auftaucht und nicht erst nach 15 Minuten, auch wenn sich herausstellt, dass es nicht Bond ist.
Eine der besten PTS, tolle Gegenspieler (alle 4, von Blofeld bis Grant), attraktives Bondgirl, herrliche Szenen im Zigeunerlager, in Istanbul und natürlich das Schachspiel, einfallsreiche Ideen mit dem Periskop und Anitas Mund, toller Kampf zwischen Grant und Bond im Zug, Einführung von Q mit dem ersten Gadget.
Meiner Meinung nach rundum gelungen, viel Agentenflair, dazu ein paar richtig gute Actionszenen und wirklich gute Schauspieler (Armendariz, Bianchi, Lenya, Shaw).
Und für mich eine richtig gute Story.

Was mir (neu) aufgefallen ist:
- mir war nicht mehr bewusst, dass der Titelsong erst am Ende gesungen wird und die Titles nur melodisch untermalt sind
- tolle Titelsequenz, aber die zwei bis drei statischen Tafeln wirken etwas seltsam gegenüber den projezierten Schriftzügen
- Bond empfängt den Koffer, steckt das Messer wieder zurück, in der nächsten Szene hat er es wieder in der Hand und geht damit hinaus
- Grant finde ich wirklich gut, aber sobald er den Mund aufmacht (zumindest in der deutschen Version) und den Engländer spielt wirkt er sehr komisch auf mich. Das legt sich erst wieder, wenn die drei aus dem Speisewagen zurück ins Abteil gehen. Vielleicht war das ja auch beabsichtigt?!
- was ich aber wirklich schade finde ist, dass dem Regisseur/Cutter (oder wem auch immer) so ein Lapsus passiert wie im Trainingslager von Phantom, nämlich dass sie die Eingangsszene des Rundgangs an den Schluss noch mal dranhängen nur aus einer anderen Kameraperspektive..keine Ahnung, ob sie da das Lager größer erscheinen lassen wollten?
Ist mir damals schon im Kino als Jungspund aufgefallen. Finde ich unnötig.
"Everybody needs a hobby.” -- “What’s yours?” -- “Resurrection."

Re: Filmbesprechung: FRWL

#105
SirHillary hat geschrieben:- was ich aber wirklich schade finde ist, dass dem Regisseur/Cutter (oder wem auch immer) so ein Lapsus passiert wie im Trainingslager von Phantom, nämlich dass sie die Eingangsszene des Rundgangs an den Schluss noch mal dranhängen nur aus einer anderen Kameraperspektive..keine Ahnung, ob sie da das Lager größer erscheinen lassen wollten?
Ist mir damals schon im Kino als Jungspund aufgefallen. Finde ich unnötig.
Interessant, ist mir noch nie aufgefallen. Gleich mal nachschauen. Aber, das ist kaum eine Ausnahme bei Filmen und vor allem nicht bei Bond. Da wird ja auch bei TB eine Sequenz gespiegelt wiederholt.

Aber hier sollte man auf jeden Fall Peter Hunt als Cutter in Schutz nehmen. Wenn ich recht erinnere, war es grade bei FRWL, wo in seinem Audiokommentar diesbezüglich viel aufschlussreiches erzählt wird. Mein Eindruck war damals: Es herrschte großes Chaos beim Drehen und nur dank des Cutters, wurde am Ende überhaupt ein schlüssiger Film daraus. Beim Drehen schien überhaupt nicht richtig klar zu sein, welche Szene wann im Film eingesetzt werden soll. Ich übertreibe etwas aber so kam es mir damals beim Hören des Audiokommentars vor
"It's been a long time - and finally, here we are"