Wie findet ihr Der Morgen stibt nie?

1/10 (Keine Stimmen)
2/10 (Keine Stimmen)
3/10 (Keine Stimmen)
4/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (7%)
5/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 5 (12%)
6/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (5%)
7/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 7 (16%)
8/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 6 (14%)
9/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 16 (37%)
10/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (9%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 43

Re: Filmbesprechung: "Tomorrow Never Dies (TND)"

#706
Henrik hat geschrieben:
26. Oktober 2019 15:16
Mir fällt auch kaum jemand ein, bei dem man seine englische Aussprache so verschlechtert hat, um zu zeigen, dass er kein Muttersprachler ist. Wai Lin ist ja wohl auch keine Muttersprachlerin.
Wai Lin (und auch Stamper) sind ja auch keine comedic reliefs. So bedrohlich die Situation für Bond im ersten Moment auch aussehen mag, so konsequent wird sie dann durch diverse Absurditäten (positiv gemeint) gebrochen, wenn bspw. das Auto partout nicht zu knacken ist oder Kaufmann sich für die Unfähigkeit seiner Leute entschuldigt. Und eben auch durch das bewusst überspitzte Spiel von Schiavelli als "Deutscher". Kaufmann steht hier eindeutig in der Traditon von Bondschurken wie Mr. Wint & Mr. Kidd oder Schnickschnack und sicher nicht in der Ahnenreihe eines Red Grant oder Necros. :wink:
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Filmbesprechung: "Tomorrow Never Dies (TND)"

#707
DAF ist wohl nicht der beliebteste der bisher 24 Filme und Wint & Kidd dürften allgemein auch nicht an die Popularität eines Beißer oder Oddjob heranragen, aber der Film ist zumindest konsequent zu Ende gedacht. TND ist ein viel ernsterer Film als es TMWTGG oder DAF sind. Wind und Kidd oder Schnickschnack in TND? Das passt nicht zusammen. Während sich etwa DAF allgemein nicht wirklich ernst nimmt, fühlt sich Kaufmann viel mehr wie ein Fremdkörper an. Dem Film schadet es aber trotzdem nicht nicht, dafür ist Kaufmann zu unbedeutend. Dass er mir besonders positiv im Gedächtnis bleibt, lässt sich aber nicht sagen.
Zuletzt geändert von Henrik am 12. Dezember 2019 22:24, insgesamt 1-mal geändert.
"Ich glaube nie, was in den Zeitungen steht." - TND

Re: Filmbesprechung: "Tomorrow Never Dies (TND)"

#708
Warum soll das nicht passen? Nicht jeder ernste Film muss nur ernst sein und nicht jeder lustige oder selbstironische Film ausschließlich lustig und selbstironisch. Ich mag die Kaufmann Szene sehr (Ei kän schut ju from Stuttgart), und sie ist wie Anatol sagt dank gekonnter Auflockerungen ein sinnvolles Element des Films.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: "Tomorrow Never Dies (TND)"

#709
Casino Hille hat geschrieben:
27. Oktober 2019 08:57
Warum soll das nicht passen? Nicht jeder ernste Film muss nur ernst sein und nicht jeder lustige oder selbstironische Film ausschließlich lustig und selbstironisch?
Das sage ich ja auch bei TLD, aber da widersprichst du mir immer. Mit der Aussage hier hast du aber natürlich vollkommen recht.
Henrik hat geschrieben:
27. Oktober 2019 08:50
TND ist ein viel ernsterer Film als es TMWTGG oder DAF sind.
TND ist vielleicht nicht so albern und blöd, aber mindestens genauso witzig und überhaupt nicht ernst. DIe Kaufmann-Szene sticht da nur am stärksten heraus, aber der Humor quillt in TND doch aus allen Ecken und Enden.
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."

Re: Filmbesprechung: "Tomorrow Never Dies (TND)"

#710
Da widerspreche ich dir auch bei TLD nicht, die Szene um die es sich dreht ist mir einfach eine ganze Strecke zu doof und witzig finde ich sie auch nicht. Und im Kontext von TLD halte ich sie schlicht für ein blödes Missgeschick. Aber auch für TLD gilt trotz alle dem, dass der Film nicht nur ernst oder geerdet sein muss und das ist er auch unabhängig von der betroffenen Szene nicht.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: "Tomorrow Never Dies (TND)"

#711
Tomorrow Never Dies (1997, Roger Spottiswoode)

"Your life is a story I’ve already written. The news is that I am in control."
- k.d. lang

Nachdem GE die Bondfigur für eine neue Ära aufgefrischt hatte lag es am nächsten Film, den ebenso gelungenen wie erfolgreichen Weg fortzusetzen. TND ging dabei aber noch einen Schritt weiter, indem er den Agenten ihrer Majestät endgültig in einen kühl stilisierten High-Tech-Actioner der 1990er überführte. Dabei ist die Grundidee so typisch wie eh und je; Ein Tycoon der Massenmedien, der für exklusive Senderechte einen Weltkrieg anzetteln will, ist auf dem Papier eine höchst gelungene, moderne Variation des Gilbert-Szenarios aus YOLT und TSWLM, eine weitere Parallele stellt der durchgängig präsente Navy-Hintergrund der Geschichte dar.

TND ist aber wie schon angedeutet noch etwas anderes als seine nächsten Verwandten im Bond-Kanon, und zwar der Serienbeitrag mit der – vermutlich mit Abstand – höchsten Actiondichte überhaupt. Alleine in der PTS wird bereits eine ausladende Materialschlacht geboten, wird geballert und gebombt was das Zeug hält. Weitere Actioneinlagen folgen mit energischer Regelmässigkeit, die ruhigen und handlungsdienlichen Szenen, die wie Inseln inmitten des Actionspektakels angelegt sind, wirken daher wie tickende Zeitbomben, die jederzeit in die Luft gehen können und es immer wieder auch tun. Dem Film gibt dies auf den ersten Blick zwar einerseits eine sehr straffe und temporeiche Dramaturgie, mehr und mehr fühlt sich der actiongeladene Ansatz aber auch eher umständlich an, da auch viele kleinere Szenen zu mindestens mittelgrossen Kampf- und Schiessszenen aufgeblasen werden. Am erstaunlichsten ist, dass sich die gesamte Geschichte ohne Prolog innerhalb von zwei Tagen abspielen soll, was den Action-Overkill noch einmal gehörig verstärkt, wenn man genauer darüber nachdenkt.

Die Actionszenen an sich sind handwerklich wie man es sich von Bond gewohnt ist absolut kompetent und kurzweilig aufgezogen, sei es nun die Auseinandersetzung in der Druckerei, die erstaunlich kleinteilig geschnittene Parkhaus-Verfolgung mit dem ferngesteuerten BMW, die Motorradjagd durch die ärmeren Viertel von Saigon (gerade im Vergleich zu den sehr kühl dargestellten Locations in Hamburg und auf hoher See der lebendigste Schauplatz des Films) oder viele weitere, dass man mit dem zählen kaum nachkommt. Was den Actionszenen etwas fehlt, gerade auch angesichts ihrer schier erdrückenden Menge, sind besondere Höhepunkte oder Spannungsbögen. Selbst die ausgefallenste Idee des Films, die Fernbedienung des BMWs, verpufft ein wenig inmitten von Explosion und Munition. Der noch bleihaltigere Showdown an Bord des Stealth-Schiffs ist eigentlich richtig gut gelungen – das Set ist zwar ein Witz verglichen mit der Liparus in TSWLM, wird aber gut in Szene gesetzt und die grosse Massenschlacht, obwohl es dieses Mal nur Bond und Wai Lin sind, die gegen eine Masse kämpfen, anfangs spannend entwickelt. Aber auch hier ermüdet sich das buchstäbliche Action-Dauerfeuer des Films mit der Zeit und hätte ein an den richtigen Stellen etwas subtilerer Ansatz durchaus Sinn ergeben.

Pierce Brosnan gibt wiederum eine gute Routinevorstellung als Bond, die in manchen Szenen zwar zu aalglatt und kantenlos angelegt ist, und sich zu sehr auf coole Blicke verlässt, andernorts, wie in den Szenen mit Paris oder den Konfrontationen mit Kaufman und Carver, aber richtig aufblüht. Am besten ist Brosnan immer dann, wenn er etwas aus der Rolle des steifen Snobs oder des Actionhelden rauskommen darf, was auf den gesamten Film bezogen aber leider nicht konstant genug der Fall ist. Michelle Yeoh als Bondgirl und chinesische Agentin zu besetzen kann durchaus als Glücksgriff gewertet werden. Ihre Rolle in TND zeigt oder entwickelt zwar kaum erotisches Potential, dafür aber verspieltes Charisma sowie glaubhafte physische Präsenz und weist in ihrer Beziehung zu Bond vor allem während der Motorradverfolgung und später im Unterschlupf launige Screwball-Züge auf, wie es sie zuletzt in TSWLM mit Anya Amasova gab. Teri Hatcher bleibt als Bonds alte Flamme Paris durch wenig Screentime und eine oberflächliche Rolle blass, erfüllt aber ihren Zweck und stört nicht. Daheim in London hat Judi Dench von allen Brosnan- und Craig-Filmen ihren kürzesten Auftritt und Desmond Llewelyn darf mit einer netten, aber auch etwas beiläufigen Gadgetszene aufwarten, so dass von der MI6-Brigade lediglich Samantha Bonds schreckliche Moneypenny-Interpretation im Gedächtnis bleibt.

Jonathan Pryce als Elliot Carver ist meilenweit davon entfernt, einer der allerbesten Bondschurken zu sein, aber ähnlich wie Louis Jourdains Kamal Khan ist seine Rolle ein dermassen urtypischer Bond-Widersacher, dass er alleine dadurch Spass macht. Die Idee des machthungrigen Medienbarons ist einem Bondfilm auf jeden Fall angemessen und wird schön dick aufgetragen wenn Carver fanatisch sensationsheischende Schlagzeilen tippt oder schwer atmend und theatralisch seine Allmachtfantasien schildert. Als psychotischer Obermotz erfüllt die Rolle Sinn und Zweck und hat ihre besten Momente in ihren verbalen Gefechten mit Bond, in denen sowohl Pryce als auch Brosnan zu Höchstform auflaufen. Ein kleiner Höhepunkt von TND ist der Auftritt von Vincent Schiavelli als Dr. Kaufman ("I kould shoot you from Stuttgart und still kreate ze propa effekt!"), eine wunderbar schräge Handlangerrolle die trotz, oder vielleicht gerade wegen ihres sehr kurzen Auftritts einen gelungenen Akzent setzt, vor allem natürlich in der auf jedem Gebiet völlig überzeichneten Art, wie Schiavelli den Doktor zum Besten gibt. Das gleiche Lob lässt sich auf den Rest der Helferbrigade leider nicht anwenden. Cyberterrorist Gupta ist nicht nur im Vergleich mit jemandem wie Boris Grishenko zum vergessen, und Götz Ottos tumber Haudrauf Stamper kann gar nichts ausser grimmig in die Welt zu starren. Sein schlecht gespielter Verweis darauf, dass Kaufman für ihn wie ein Vater war, ist dann auch der grosse Fremdschäm-Lacher des Films.

Weiter markiert TND die erste Mission von David Arnold, der in der Folgezeit zum vorübergehenden Stammkomponisten der Reihe avancieren sollte. Musikalisch übertrumpft wird sein Score aber vor allem vom ursprünglich angedachten Titelsong von k.d. lang, der mit der Verpflichtung Sheryl Crows in den Abspann verschoben wurde. Crows Song bietet zwar melodisch das Potential für eine wuchtige Vorspannnummer, verliert durch die zu laschen und gleichförmigen Arrangements und die Kürzung für den Film einiges an Wirkung. k.d. langs Variante Surrender ist schnörkelloser, aber auch stimmiger und mit mehr Power gesungen. Dass auch Arnold seinen Surrender immer wieder im Score zitiert macht noch deutlicher, dass langs Version im fertigen Film besser als Titelsong gepasst hätte. Arnolds Arbeit selber schwankt ansonsten zwischen gelungenen und weniger einprägsamen Passagen, ist unterm Strich aber absolut in Ordnung, wenn auch mit weniger Wiedererkennungswert ausgestattet als die besten Arbeiten seiner Vorgänger.

Mit TND vollführt Bond endgültig den Sprung in die actionreiche Welt der 1990er. Brosnans zweiter Einsatz ist ein wechselhafter, in Summe aber durchaus solider Beitrag zur langlebigen Reihe, der ähnlich wie GE vor allem durch die moderne Auffrischung urtypischer Bond-Muster überzeugt, hier vor allem die Einbindung zeitgemässer Medienthemen in die abgehobene Welt des Doppelnullagenten. Ebenso gelungen sind die schlagkräftige und lässige Paarung zwischen Bond und Yeoh sowie Pryces kurzweilige Interpretation des durchgeknallten Oberschurken in bester Serienmanier. Der Grund dass TND trotzdem nie wirklich aus dem guten Bond-Mittelfeld herausragen will ist schwer zu fassen, am ehesten aber liegt es an dem sehr kühlen und bis zum Exzess mit Actionbombast vollgepackten Ansatz von Spottiswoodes Inszenierung, der den Film auf Dauer etwas seelenlos und steril wirken lässt.

Wertung: 6 / 10
We'll always have Marburg

Re: Filmbesprechung: "Tomorrow Never Dies (TND)"

#712
GoldenProjectile hat geschrieben:
12. Dezember 2019 19:54
Der Grund dass TND trotzdem nie wirklich aus dem guten Bond-Mittelfeld herausragen will ist schwer zu fassen, am ehesten aber liegt es an dem sehr kühlen und bis zum Exzess mit Actionbombast vollgepackten Ansatz von Spottiswoodes Inszenierung, der den Film auf Dauer etwas seelenlos und steril wirken lässt.
Für mich sind die Gründe dafür, dass TND nicht aus dem Mittelfeld herauskommt, ganz klar die Schurken. Beide (also Carver und Stamper) wirken wie einer Parodie entsprungen. Wobei letzterer auch irgendwie eine Billig-Version von Necros und Grant ist.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Filmbesprechung: "Tomorrow Never Dies (TND)"

#713
Finde ich gar nicht. Stamper ist einem Necros absolut ebenbürtig. Und Carver ist schön dick aufgetragen.

Zum Titelsong/Abspann: Ich bin ganz frog, dass Surrender es nicht in die TS geschafft hat. Surrender ist Tomorrow never dies ganz klar überlegen, was Sheryl Crows Song aber nicht schlecht mach. Auf diesen möchte ich nicht verzichten.

Die Songs, die sowohl in der TS, aus auch im Abspann auftauchen, wirken im Abspann meistens deutlich schwächer als in der TS, wohl auch, weil man sie aus dem Film schon kennt (z.B. TSWLM, DAD; wobei letzterer ohnehin nicht besonders herausragend ist). Das Ende von TND ist hingegen absolut grandios, der Arnold-Score, der Dialog zwischen Wai Lin und Bond und natürlich Surrender. Der Song wirkt deutlich stärker als es (wahrscheinlich) dann der Fall gewesen wäre, wenn man ihn schon aus der TS kennen würde. Parallel hat Arnold im Soundtrack schon den Spannnungsbogen aufgebaut, indem er "Surrender" im Soundtrack verwertet hat.

Den AVTAK-Soundtrack und den Titelsong mag ich grundsätzlich auch. Trotzdem finde ich den Song im Abspann meistens bei weitem nicht so beeindruckend wie Surrender. Also: Alles richtig gemacht!
"Ich glaube nie, was in den Zeitungen steht." - TND

Re: Filmbesprechung: "Tomorrow Never Dies (TND)"

#714
Henrik hat geschrieben:
12. Dezember 2019 22:23
Die Songs, die sowohl in der TS, aus auch im Abspann auftauchen, wirken im Abspann meistens deutlich schwächer als in der TS, wohl auch, weil man sie aus dem Film schon kennt (z.B. TSWLM, DAD; wobei letzterer ohnehin nicht besonders herausragend ist). Das Ende von TND ist hingegen absolut grandios, der Arnold-Score, der Dialog zwischen Wai Lin und Bond und natürlich Surrender. Der Song wirkt deutlich stärker als es (wahrscheinlich) dann der Fall gewesen wäre, wenn man ihn schon aus der TS kennen würde. Parallel hat Arnold im Soundtrack schon den Spannnungsbogen aufgebaut, indem er "Surrender" im Soundtrack verwertet hat.
Ich verstehe deine Argumentation, und Surrender knallt wirklich unglaublich rein im Abspann (der würde aber überall reinknallen). Aber nehmen wir zum Vergleich mal TLD, der hat einen herausragenden Titelsong, einen herausragenden Abspannsong und einen herausragenden Necros-Song, die von Barry alle brillant in seinem exzellenten Abschiedswerk verarbeitet werden. So ein ausgefeiltes musikalisches Gesamtkonzept hat TND nicht, ich habe eher das Gefühl, dass der Titelsong von Crow in letzter Sekunde noch eingebaut wurde, was ja auch mehr oder weniger der Fall war.

Im Vorspann wirkt Surrender auf jeden Fall so stimmig, dass ich den von mir zumindest in Teilen auch geschätzten Crow-Song gar nicht mehr vermisse.

We'll always have Marburg

Re: Filmbesprechung: "Tomorrow Never Dies (TND)"

#716
Revoked hat geschrieben:
13. Dezember 2019 21:44
@GP
Kann quasi allen Punkten deiner Kritik recht geben und komme aber am Ende auf 9/10.
Eben genau wegen der Kühle, der Direktheit und der absoluten Linearität. Hier ist TND eben am ehesten mit FYEO oder QOS zu vergleichen.
Im Vergleich mit FYEO schneidet TND tatsächlich noch besser ab. Mit QOS ist er ungefähr auf Augenhöhe.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Filmbesprechung: "Tomorrow Never Dies (TND)"

#717
Ich verbinde TND mit meinen Grundschuljahren und Freunden, die den Film aufgrund ihrer älteren Geschwister schon sehen konnten und davon schwärmten. Im Grunde kannte ich den Film schon, ohne ihn gesehen zu haben.
Als ich 10 war, lief er eines Abends im französischen TV und ich habe ihn mir natürlich angeschaut. Als der Abspann samt Surrender über den den alten Röhrenfernseher meiner Großeltern flimmerte, war ich der festen Überzeugung gerade eben den besten Bond aller Zeiten gesehen zu haben. Inzwischen sehe ich das anders, nichts desto trotz vermag TND durch seine Non-Stop-Action und Ballereien zu faszinieren, wenn man denn darauf steht. Das Herzstück ist für mich David Arnolds knackiger Soundtrack mit seinen inflatiösen Bläser-Explosionen. Ganz große Nummer!
Hätte ich einen Sohn, der anfängt sich für Bond zu interessieren, würde ich ihm neben TB und TSWLM auch TND zeigen.

Re: Filmbesprechung: "Tomorrow Never Dies (TND)"

#718
🙂
Als ich damals aus dem Kino kam, dachte ich, ich hätte einen der schlechtesten Bondfilm gesehen. Lag vor allem daran, dass ich zu dem Zeitpunkt „realistische“ Bondfilme sehen wollte (LTK, FYEO, FRWL gehörten seinerzeit zu meinen Favoriten). Die VHS hatte ich trotzdem 😉

Brauchte so 20 Jahre, um den Film wirklich wieder zu schätzen zu wissen. Habe ihn logischerweise nicht so oft gesehen wie manch anderen und deswegen ist er für mich noch vergleichsweise „frisch“.

Re: Filmbesprechung: "Tomorrow Never Dies (TND)"

#719
TND sehe ich sehr zwiespältig. Die PTS gehört für mich zu den spektakulärsten und spannendsten der Bondreihe. Hamburg ist okay, wobei die Parkhausszene bei mir nicht richtig zündet, Asien (Motorrad) und der Schluss auf dem Stealth-Boot finde ich richtig schlecht gemacht und langweilig. Atmosphärisch ist TND z.B. QOS meilenweit unterlegen. Insgesamt ein nur mittelmäßiger Beitrag und Platz 3 im Brosnan-Ranking (1. TWINE, 2. GE und 4. DAD).
#Marburg2021

Though this be madness, yet there is method in’t
William Shakespeare, Hamlet