Wie findet ihr LALD?

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Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

#481
Niklas hat geschrieben:Ich habe alle auf DVD und kann selbst entscheiden wann was läuft, in welcher Reihenfolge, ich kann anhalten, ich kann ranzommen, ich kann das Audiokommentar anmachen...! Deswegen habe ich kein Sky :wink: !
Ich habe 2 komplette VHS-Sammlungen, zwei komplette DVD-Sammlungen und die BluRay-Box. Trotzdem - oder gerade deswegen - ist es ganz witzig im Moment hin und wieder in Sky rein zu schalten. Warte mal, bis du jeden Bondfilm über 20 Mal gesehen hast, dann weist du, was ich meine. :wink:
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

#482
Leben und sterben lassen
(Live and let die)
1973
Regie: Guy Hamilton

Nachdem Sean Connery mit „Diamantenfieber“ 1971 endgültig seinen Abschied gefeiert hatte, standen die Produzenten Cubby Broccoli und Harry Saltzman erneut vor der Frage: Wer sollte ihn ersetzen? Nach dem eher weniger erfolgreichen „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ mit One Hit Wonder George Lazenby stellte sich die Frage, ob die Welt überhaupt jemand anderen als Connery als 007 sehen wollte. Viele Schauspieler wurden gecastet und schließlich entschied man sich für den Mann, der eigentlich 1962 schon zum Zuge hatte kommen sollen: Roger Moore. Diesmal jedoch entschied man sich dazu, den Film ganz an seinen neuen Hauptstar anzupassen und ihn bewusst von seinen Vorgängern abzugrenzen, anstatt sie zu kopieren. So erscheint „Leben und sterben lassen“ insgesamt deutlich bodenständiger als seine direkten Vorgänger und erinnert entfernt wieder mehr an den ersten Film der Reihe, „Dr. No“. So gibt es auch hier eine Szene am Flughafen mit anschließender Fahrt durch einen Chauffeur, wobei etwas passiert, Bond wird in seinem Hotelzimmer von einem giftigen Tier attackiert und es gibt die Figur des Quarrel Junior, die einen direkten Bezug zu DN herstellt. Wurden die Pläne der Bösewichte in den letzten Filmen immer größenwahnsinniger, ist der Antagonist hier (absolut top gespielt von Yaphet Kotto) „lediglich“ ein Drogenbaron, der mit seinen Drogen Geschäfte machen will. Auch das Hauptbondgirl, das Jane Seymour toll verkörpert, hat diesmal etwas Besonderes an sich und ist kein weiteres naives Dummchen. Wieder gibt es einen Henchman, der diesmal etwas ganz Besonderes zu bieten hat: einen Haken statt einer Hand. Weiterhin benötigt Bond in „Leben und sterben lassen“ vergleichsweise wenig Gadgets. Das einzige ist seine multifunktionale Uhr, die ihm aber auch nicht immer weiter hilft.

Wir bekommen mal wieder eine PTS ohne Bond zu sehen und sind gleich mittendrin in der Geschichte. Die Ermordungen der 3 Agenten finde ich klasse gemacht, besonders den Dialog: „Wessen Begräbnis ist das?“ – „Deins!“ Der Titelsong gehört meiner Meinung nach zu den besten der Reihe und ist ebenfalls eine klare Abgrenzung zu den bisherigen, wie auch der gesamte Score, der erstmals nicht von John Barry, sondern von Beatles-Produzent George Martin stammt. Anders als gewohnt, aber absolut passend zum Film setzt er viel auf Jazz-Rhythmen. Wie schon in „Dr. No“ sehen wir Bond in seiner Wohnung, und alle Szenen mit M und Moneypenny spielen ebenfalls dort. Q kommt gar nicht vor, was allerdings nicht negativ auffällt. Im Gegenteil: Man hält sich nicht lange mit unnötigen Szenen auf, sondern schickt Bond direkt auf die Reise. Dass der Film im gesamten eine ganz andere Thematik behandelt als gewohnt, nämlich den Voodoo und das übersinnliche, bekommt der Zuschauer in einer interessanten Montage zu sehen, in der Bond im Flugzeug abhebt und gleichzeitig Solitaire die Karten legt und seine Ankunft voraussagt. Generell ist der gesamte Handlungsstrang um Solitaires übersinnliche Fähigkeiten gelungen und interessant; schön auch, wie Bond es schafft, sie mit einem winzigen Trick „rumzukriegen“ und dieser Fähigkeiten zu berauben.

Obwohl der Film sich, wie schon gesagt, nicht lange mit unnötigen Szenen aufhält, braucht er ein wenig, um in Fahrt zu kommen. Spätestens bei der Verfolgungsjagd mit dem Doppeldeckerbus ist man aber voll im Film drin und eben jener nimmt noch einmal deutlich an Fahrt auf. Oft wird kritisiert, dass Actionszenen die Handlung vorantreiben sollen und theoretisch sehe ich das genauso. In LALD hat man mit der Flugzeugaction (am Boden!) jedoch eine witzige und kurzweilige Actionszene, die mir gut gefällt und die ich im Film nicht missen möchte. Hier verzeihe ich das „Auf der Stelle bleiben“.

Die kompletten Handlungen auf der Krokodilfarm gefallen mir ebenfalls gut, besonders der Sprung über die Krokodile, der übrigens vom Inhaber der Farm, Ross Kananga, nachdem der Antagonist benannt wurde, höchstpersönlich ausgeführt wurde und mehrmals fast schief ging.

Der Film ist nun an einer Actionszene angelangt, die wohl zu den Highlights der gesamten Reihe gehören: Die grandiose Bootsverfolgungsjagd über mehrere Gewässer und Straßen. Witzig finde ich an dieser Stelle, wie Bond, nachdem sein erstes Boot den Geist aufgegeben hat, sich einfach das nächste schnappt und weitermacht, als wäre nichts gewesen. Die Figur des Sheriff Pepper ist eine lustige Idee. So kann der Zuschauer den Schaden, den Bond bei seiner Arbeit anrichtet, auch mal von der anderen Seite aus erleben. Einziges Manko: warum musste man in der deutschen Synchro Pepper den absolut dämlichen und unpassenden Vornamen „Nepumuk“ verpassen?

Nach den Massenschlachten der letzten Filme (OHMSS als Ausnahme) zum Ende hin, ist das Finale von „Leben und sterben lassen“ eine willkommene Abwechslung. Erst mysteriös und gruselig mit dem Baron Samedi, dann bedrohlich und witzig durch den Tötungsversuch von Kananga und dessen eigenem aufgeblasenen Tod, schafft es LALD, einen Showdown zu kreieren, der weder überladen noch gezwungen wirkt. Das 2. Finale mit dem Kampf zwischen Tee-Hee und Bond im Zug begeistert ebenfalls. Der Film endet mit einer meiner Meinung nach tollen und zur ganzen Thematik passenden Einstellung von Baron Samedi auf dem Zug.

Mit „Leben und sterben lassen“ ist James Bond endgültig in den 70ern angekommen. Roger Moores Einstand als 007 überzeugt auf ganzer Länge. Der, obgleich älter als Connery, deutlich fitter und jünger wirkende Moore legt die Rolle ganz anders an als sein Vorgänger. Weniger Brutalität und Zynismus, dafür mehr Gentlemen-Dasein und Kalauer, wenn auch hier noch deutlich weniger ausgeprägt als in Moores nachfolgenden Filmen. Dass Moore im gesamten Film keinen Wodka Martini, geschüttelt, nicht gerührt, trinkt, fällt nicht auf und passt zur gesamten Andersartigkeit des Streifens. Dass der Film das Thema Voodoo behandelt, ist etwas Neues und Unerwartetes und gefällt mir sehr gut, ebenso, dass man mit Baron Samedi eine zum Kult gehörige Figur auf die Leinwand geholt hat. Weiterhin noch als positiv zu erwähnen ist David Hedison, der meiner Meinung nach die beste Verkörperung von Felix Leiter ist und es schafft, diesen interessant zu machen. Die Locations des Films sind nicht ganz so „rein“ wie einige der Vorgänger, dafür realistischer. (Z.B. die Hinterhöfe in Harlem) Dass man für die Geschichte mit San Monique einen fiktiven Handlungsort geschaffen hat, finde ich nicht weiter tragisch, auch wenn ich generell existierende Länder fiktiven vorziehe.

Fazit:
„Leben und sterben lassen“ ist der meiner Meinung nach beste Bondfilm von Roger Moore. Ohne die bondtypischen Elemente außer Acht zu lassen, bietet er viel neues und Unerwartetes und zeigt eindrucksvoll: Es geht auch ohne Sean Connery!

10/10 Punkte
"Hiermit kündige ich meine Mitgliedschaft!" - "Wir sind kein Countryclub, 007!"

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

#485
Gute und nachvollziehbare Kritik, auch wenn ich beim Fazit nicht so ganz bei dir bin. Obwohl mir klar ist, in diesem Fall eine absolute Einzelmeinung zu vertreten, werde ich dennoch nicht rundum warm mit dem Film. Für mich liegt LALD in etwa auf einer Ebene mit TMWTGG und AVTAK. TSWLM sowieso, aber auch MR, FYEO und OP sind für mich zum Teil deutlich besser.

Keine Ahnung warum das so ist, ein augenscheinlicher Grund ist mir selbst noch nicht eingefallen.
Lieber in der Kaiserin als Imperator.

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

#487
Kann mich Henrik nur anschliessen. Eine schöne Kritik, der ich mich bis auf die Punktzahl komplett anschliesse! Momentan werden ja extrem viele Kritiken hier geschrieben und das auf hohem Niveau - von jedem! Dank all den Kritiken bekomme ich auch auf den jeweiligen Film wieder Lust und gleichzeitig ein Zeitproblem bis SP. :-D
"Bond! Ich will sie zurückhaben." - "Ich war nie weg."

Quantum of Solace (2008)

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

#488
Review zu Leben und Sterben Lassen (1973)

Leben und Sterben Lassen befindet sich auf meiner Bondrangliste auf Platz 10 von derzeit 25 Plätzen.

Leben und Sterben Lassen ist im Ranking der Moore-Bonds auf Platz 1


James Bond: Leben und Sterben Lassen
ist der Achte von derzeit 25 veröffentlichten Kinofilmen (ich berücksichtige hier auch die außerhalb der Bondreihe gestarteten „Casino Royale“ von 1967 und das Feuerball-Remake „Sag Niemals Nie“ von 1983, die TV-Version von Casino Royale und den zum 19.10.15 noch nicht veröffentlichten SPECTRE sind hiervon noch ausgeschlossen) und Roger Moores erster Kinoauftritt als James Bond.

Worum geht es in Leben und Sterben Lassen ?

3 Britische Agenten werden zur gleichen Zeit in New York, New Orleans und San Monique ermordet. James Bond darf ermitteln, doch seine Ermittlungen werden stringent manipuliert und der Gegner scheint seine Augen und Ohren überall zu haben. Dabei stellt er fest, dass die 3 Agenten Mr. Big und Kananga auf den Fersen waren, die mithilfe des Voodoozaubers von Baron Samedi und den Tarotkünsten von Solitaire nicht nur immer die Oberhand zu haben scheinen, sie möchten auch noch den Heroinmarkt mit kostenfreiem Heroin überschwemmen, um die alleinige Monopolstellung sicherzustellen.

Was halte ich davon ?

Es gibt diverse Gründe, warum ich gerne mal von der Norm abweiche – Dies ist für mich Roger Moores bester Bondfilm und nicht, wie man von den meisten erwarten würde „Der Spion, der mich liebte“ - und das hängt von diversen Faktoren ab.

Nicht nur Fleming zeigte in der Romanvorlage enormen Mut, auch die Bondproduzenten stehen ihm in nichts nach – Hier wird einmalig in der Bondgeschichte ein Schwarzer als Gegner präsentiert . Dieser Bondfilm ist in seiner Art einzigartig – Er ist ein Experiment, dem Zeitgeist zu folgen und sich einen Platz in der Blaxpoitation-Schiene zu sichern und schafft es nebenbei auch toll den Flair der sich entwickelnden 70er zu präsentieren.

War der orbitale Plan in Diamantenfieber etwas „to much“ - geht dieser Film wieder etwas „down to earth“. Die Skurrilität des Voodoos und das Legen von Tarot-Karten ist hier nicht nur Schauwert, sondern wichtiges Plotinstrument – es wirkt ein wenig „over the top“ aber nie „out of place“.

Die gezeigte Action hatte wieder etwas mehr Hand und Fuß und plätscherte nicht mehr so hin und her wie in Diamantenfieber. Unabhängig von der kurzen Action von Bond im „fahrerlosen“ Taxi bishin zur Bus- und später Bootsverfolgung. Aber eines der größten Highlights ist der Stunt mit den Krokodilen, in dem die Spannung spürbar wird. Auch spannend sind die Szenen, in denen die Tarotkarten gelegt werden und Entscheidungen beeinflusst werden. Der Twist, dass Mr. Big und Kananga ein und dieselbe Person sind, ist leicht vorhersehbar, aber nicht weiter tragisch.

Auch richtig gut finde ich, dass nach Oddjob endlich wieder ein „ikonischer“ Henchmen existiert – Tee-Hee, der nicht nur mit seiner Liebe für Krokodile, sondern auch mit seiner Liebe zu sadistischen Einlagen mit der Armprothese punkten kann.

Erstmals nach einer langen Phase von John Barry darf erstmals George Martin den Film vertonen – und dies gefällt mir sofort – genau wie der Titelsong, der in meiner Top10 einen Platz sicher hat.
Hier kommt ein Moore noch frisch und glaubwürdig rüber – die Sprücheklopferei war noch angepasst und nicht aufgesetzt.

Die einzigen Kritikpunkte sind vielleicht ein paar „Comic-Relief“-Charaktere wie Sheriff Pepper und ein streckenweise vorkommendes Overacting der Afroamerikaner. Der größte tricktechnische Bullshit jedoch aus der heutigen Sicht ist der Tod von Kananga, was den Filmgenuß jedoch nur leicht schmälert.

Da der Film etwas neues ausprobiert, aber trotzdem den Bondspirit entweder „Leben oder sterben lässt“ - schneidet der Film um Nuancen besser ab als „Der Spion, der mich liebte“

Das Rating von Leben und Sterben Lassen beträgt 006/007 !

8/10
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "
Spoiler
Show
Filmzähler Sammlung iHaveCNit/HCN007:
Stand: 22.12.2018

Spezielle Interessen: 42 DVDS (Musik, Wrestling, sonstiges)
Serienboxen (8 BD / 69 DVD)
DVD: 782 Filme
BD: 498 Filme
Gesamt-Filme: 1280 Filme

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

#489
HCN007 hat geschrieben:Der größte tricktechnische Bullshit jedoch aus der heutigen Sicht ist der Tod von Kananga, was den Filmgenuß jedoch nur leicht schmälert.
Ach was, das ist perfekt. Eine der besten Szenen des Filmes. Und auch tricktechnisch genau richtig.
HCN007 hat geschrieben:Leben und Sterben Lassen ist im Ranking der Moore-Bonds auf Platz 1
Platz 1? Also wird es ab jetzt nur noch schlechter für dich in der langen Ära? Was ist mit TSWLM, MR und OP? Drei Kracher der Reihe?
HCN007 hat geschrieben:Er ist ein Experiment, dem Zeitgeist zu folgen und sich einen Platz in der Blaxpoitation-Schiene zu sichern
Also mit Blaxpoitations-Filmen hat LALD nun wirklich ungefähr so viel zu tun wie TB ein audiobiographischer Film über die Jugendjahre von Willy Brandt ist.
HCN007 hat geschrieben:Aber eines der größten Highlights ist der Stunt mit den Krokodilen, in dem die Spannung spürbar wird.
Genau so ist es, dass ist ganz große klasse! Eine saugefährliche und superdämliche Aktion, genau das Format, das ein Bondfilm haben sollte.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

#491
Thunderball1965 hat geschrieben:Hehe. Lald ist natürlich ein frühes Highlight der Moo7re-Ära, das kaum zu überbieten war. Absolut verständlich, den auf Pl. 1 zu setzen :)

Das sehe ich genauso. Der direkte Nachfolger fällt massiv ab. Moo7e's dritten kann LALD nicht abschütteln - dafür aber definitiv den 4. und den 7.
"Bond! Ich will sie zurückhaben." - "Ich war nie weg."

Quantum of Solace (2008)

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

#492
Um das ganze mal noch zu ergänzen, warum ich LALD auf 1 setze und im Moore-Ranking dann TSWLM auf der 2 kommt, hängt von wenigen Kleinigkeiten ab - zum Einen der subjektive Eindruck, zum Anderen diese gewissen Innovationen, die den Film etwas andersartig gestalten als den üblichen Bondstil (siehe Voodoo- und Tarotkram), das Einfangen des Stils der frühen 70er (mag sein, dass ich mich mit dem Einordnen in "Blaxploitation" etwas weit aus dem Fenster gelehnt habe)
Sind wir mal ehrlich - TSWLM ist die erste, stark abgewandelte Kopie von YOLT - kann aber trotzdem sehr gut punkten.

Das alles, was ich zu sagen habe, ist dass meine Kritik an einigen Filmen Kritik auf hohem Niveau ist und ich die Filme trotzdem liebe. Ich habe bei meiner Review zu Diamantenfieber bereits folgenden Vergleich gezogen:

Ein Fußballfan liebt seinen Verein, auch wenn er mal nicht so gut spielt - Es gibt aber auch bei einem nicht so guten Fußballspiel einige Spielszenen, die gefallen und für Szenenapplaus sorgen.

So ist es bei mir als Bondfan - Ich liebe die Filmreihe und gebe auch den Filmen die entsprechende Anerkennung, die ich nicht so gut finde wie andere. Es gibt genug Sachen in der Bondreihe, die mir - aber nicht jedem gefallen so wie es Sachen gibt, die mir nicht gefallen - anderen hier im Forum jedoch schon.

Weil eine Sache mir als Fan und auch als Reviewer wichtig ist - Ich sehe jeden Bondfilm als ein in der Filmwelt extrem wichtiges Projekt an, hinter dem jahrelange Arbeit steckt - Von der Idee über das Drehbuch, die Preproduction, den Dreh und die Postproduktion inklusive dem Marketing - da steckt vor allem bei den Bondfilmen eine enorme Liebe, Leidenschaft und harte Arbeit dahinter, die nicht mit üblichen Fließbandproduktionen zu vergleichen ist. Von daher ist es mir wichtig, diese enorme Arbeit zu respektieren.

Meine Liebe zu Bond und Filmen im Allgemeinen (ich habe sehr früh in meiner Kindheit festgestellt, dass mein Vater sich gerne die Bondfilme anschaut - da habe ich teilweise auch gerne mitgeschaut, konnte den ganzen Kram aber nicht so genau zuordnen) hat sich erst richtig im Jahre 2002 entwickelt - Damals habe ich noch alle Filme per VHS-TV-Mitschnitte bzw. OriginalVHS gehabt. Als ich dann mal per PC (DVD-Laufwerk) auf DVD umgestiegen bin, war Lizenz zum Töten meine erste DVD überhaupt - mittlerweile sind es knapp 700-800 Filme, die ich auf DVD bzw. BR habe - ist es um mich als Bondfan geschehen gewesen. Genauso ging es mir, als ich damals das Buch Casino Royale mit dem Filmcover bekommen habe - und dann Ende 2012 die Crosscult-Bücher entdeckt habe - Ich bin leidenschaftlicher Bondfan (egal ob Buch oder Film) und kann mich auch immer wieder dafür begeistern auch die Filme anzusehen, die ich weniger mag als andere !!!

Mir ist aufgefallen, dass wir hier, egal um welchen Film es sich handelt, so hochwertige und unterschiedliche Meinungen haben, so dass es mir hier Spaß macht, mich gerne mit euch über meine und eure Meinungen auszutauschen.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "
Spoiler
Show
Filmzähler Sammlung iHaveCNit/HCN007:
Stand: 22.12.2018

Spezielle Interessen: 42 DVDS (Musik, Wrestling, sonstiges)
Serienboxen (8 BD / 69 DVD)
DVD: 782 Filme
BD: 498 Filme
Gesamt-Filme: 1280 Filme

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

#493
Bin wieder mal im Bondmarathon (ausgelöst durch Specter ;-) ). Diesmal nicht chronologisch sondern nach Darstellern. Fang mal mit Roger an, und versuch auch gleich die für mich ebenso seltsame wie doch im Detail betrachtet logische Tatsache zu analysieren, warum sein erster Film so gut und sein zweiter so schwach ausfällt (Meine Meinung zu TMWTGG poste ich gleich im Anschluss im entsprechendem Thread). Um meine momentane Sicht der Filme zu erklären werde ich am Anfang jeweils die Bondmerkmale des jeweiligen Films betrachten. Den egal wie oft man sich darüber streitet, oder diskutiert ob es sowas wie die typischen Bondzutaten braucht oder nicht; Ohne zumindest einige davon ist ein Bondfilm eben kein Bondfilm! Auch interresatnt für mich wie sich die Wertungen der Filme geändert haben, die ich vor ca. 6 Jahren hier gegeben habe :-)

Live and Let die

Bond:
Roger Moore gibt eine tolle Vorstellung in seinem Debüt. Er bringt (vor allem im Englischen Original) so viel Eleganz und Charme mit, und hebt sich deutlich von Connery ab. Er ebnet somit meiner Meinung nach das Fortbestehen der Reihe, und sollte allein deswegen auch von der Anti-Moore Fanbase zumindest Respektiert werden.

Song:
Sensationeller Song, einer der besten. Richtig deutlich wird das für mich wenn das LALD – Theme bei Actionszenen gespielt wird. Nur das Bond Theme selber erzeugt noch mehr Bondigkeit :-)

Bösewicht:
Yaphet Kotto spielt Kananga perfekt. Wenige Bondgegner wirken so bedrohlich. In der Szene wo Solitär getestet wird, und er sie nachher schlägt kommt das für mich am besten zur Geltung.

Henchmen:
Seltsamerweise wird Tee Hee so gut wie nie erwähnt wenn es um die besten bzw denkwürdigsten (überdrehten) Henchmen geht. Er geht wohl zwischen OddJob und Beisser immer unter. Nichtsdestotrotz besitzt er alles was man sich von einer solchen Figur wünschen kann. Seine Lache kommt leider auch im Original viel besser rüber als im Deutschen.

Girls:
Rosie ist zwar als dümmliche Agentin schon ein übler Vorbote was uns im Nächsten Film erwarten wird, aber zum Glück nicht lange. Solitaire hingegen eines der besten Bondgirls. Wunderschön, Geheimnisvoll und gut in die Geschichte integriert.


Fazit:

Aus diesen fast ausschließlich tollen Zutaten mixt Regisseur Guy Hamilton einen sehr guten Film zusammen. Um die Storys mache ich mir eh nie so viele Gedanken bei Bond, aber es tut der Serie gut mal wieder eine etwas Bodenständigere Geschichte zu erzählen. Durch die ganze Voodoo Thematik wirkt der Film noch exotischer als viele andere der Reihe, was ihm seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt. Ich muss jedoch auch sagen dass mir die zweite Hälfte des Films deutlich besser gefällt. In der ersten Hälfte zieht sich LALD teilweise doch sehr. Es dauert fast eine Stunde bis die erste große Verfolgungsjagd beginnt. Von da an gibt es dann dafür einige der denkwürdigsten Stunts und Actionszenen der Reihe zu bewundern. Auch mit Sheriff Pepper hab ich hier noch kein Problem, auch wenn er sicher nie zu meinen Lieblings-Charakteren zählen wird. Showdown und Post Showdown im Zug gegen Tee Hee finde ich auch alles sehr gelungen, einzig der Luftballon Kananga wird für mich wohl neben dem CGI Surfer in DAD für alle Ewigkeit der schrecklichste Spezialeffekt der Reihe bleiben (ich hoffe es zumindest).


Wertung 7,5 von 10 (vor 6 Jahren noch 6 von 10)
„Ich bin hier, um dich zu töten.“
„Und ich dachte, du bist hier, um zu sterben.“

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

#494
Tscheims.Hond hat geschrieben:(ausgelöst durch Specter ;-) ). Diesmal nicht chronologisch sondern nach Darstellern. Fang mal mit Roger an, und versuch auch gleich die für mich ebenso seltsame wie doch im Detail betrachtet logische Tatsache zu analysieren, warum sein erster Film so gut und sein zweiter so schwach ausfällt (Meine Meinung zu TMWTGG poste ich gleich im Anschluss im entsprechendem Thread). Um meine momentane Sicht der Filme zu erklären werde ich am Anfang jeweils die Bondmerkmale des jeweiligen Films betrachten. Den egal wie oft man sich darüber streitet, oder diskutiert ob es sowas wie die typischen Bondzutaten braucht oder nicht; Ohne zumindest einige davon ist ein Bondfilm eben kein Bondfilm! Auch interresatnt für mich wie sich die Wertungen der Filme geändert haben, die ich vor ca. 6 Jahren hier gegeben habe :-)

Live and Let die

Bond:
Roger Moore gibt eine tolle Vorstellung in seinem Debüt. Er bringt (vor allem im Englischen Original) so viel Eleganz und Charme mit, und hebt sich deutlich von Connery ab. Er ebnet somit meiner Meinung nach das Fortbestehen der Reihe, und sollte allein deswegen auch von der Anti-Moore Fanbase zumindest Respektiert werden.

Song:
Sensationeller Song, einer der besten. Richtig deutlich wird das für mich wenn das LALD – Theme bei Actionszenen gespielt wird. Nur das Bond Theme selber erzeugt noch mehr Bondigkeit :-)

Bösewicht:
Yaphet Kotto spielt Kananga perfekt. Wenige Bondgegner wirken so bedrohlich. In der Szene wo Solitär getestet wird, und er sie nachher schlägt kommt das für mich am besten zur Geltung.

Henchmen:
Seltsamerweise wird Tee Hee so gut wie nie erwähnt wenn es um die besten bzw denkwürdigsten (überdrehten) Henchmen geht. Er geht wohl zwischen OddJob und Beisser immer unter. Nichtsdestotrotz besitzt er alles was man sich von einer solchen Figur wünschen kann. Seine Lache kommt leider auch im Original viel besser rüber als im Deutschen.

Girls:
Rosie ist zwar als dümmliche Agentin schon ein übler Vorbote was uns im Nächsten Film erwarten wird, aber zum Glück nicht lange. Solitaire hingegen eines der besten Bondgirls. Wunderschön, Geheimnisvoll und gut in die Geschichte integriert.


Fazit:

Aus diesen fast ausschließlich tollen Zutaten mixt Regisseur Guy Hamilton einen sehr guten Film zusammen. Um die Storys mache ich mir eh nie so viele Gedanken bei Bond, aber es tut der Serie gut mal wieder eine etwas Bodenständigere Geschichte zu erzählen. Durch die ganze Voodoo Thematik wirkt der Film noch exotischer als viele andere der Reihe, was ihm seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt. Ich muss jedoch auch sagen dass mir die zweite Hälfte des Films deutlich besser gefällt. In der ersten Hälfte zieht sich LALD teilweise doch sehr. Es dauert fast eine Stunde bis die erste große Verfolgungsjagd beginnt. Von da an gibt es dann dafür einige der denkwürdigsten Stunts und Actionszenen der Reihe zu bewundern. Auch mit Sheriff Pepper hab ich hier noch kein Problem, auch wenn er sicher nie zu meinen Lieblings-Charakteren zählen wird. Showdown und Post Showdown im Zug gegen Tee Hee finde ich auch alles sehr gelungen, einzig der Luftballon Kananga wird für mich wohl neben dem CGI Surfer in DAD für alle Ewigkeit der schrecklichste Spezialeffekt der Reihe bleiben (ich hoffe es zumindest).


Wertung 7,5 von 10 (vor 6 Jahren noch 6 von 10)
Schöne und sehr übersichtlich gestaltete Bewertung! Man schreibt Spectre übrigens Spectre und nicht Specter :wink: . Sonst alles Top.
Euer Niklas :)