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Re: Filmbesprechung: Skyfall

1037
Samedi hat geschrieben:
Casino Hille hat geschrieben:Ich widerspreche mir gerne selbst. Du tust das allerdings wohl auch. Denn GF hat ja ganz eindeutig genau den Humor, den es auch in der Post-DAF-Zeit gibt, wie ich oben versucht habe zu zeigen. Und damit ist es doch typischer Bond-Humor.
Goldfinger hat keinen Mann mit Weinflasche, keinen Tarzan-Schrei, keinen Auto-Stunt mit Comic-Sound, etc.
Ein Caddy, der einen Golfball mit der Hand zerdrückt und dabei dämlich grinst, ist natürlich viel weniger albern als die Moore-Bonds. :roll:
#Marburg2021

Though this be madness, yet there is method in’t
William Shakespeare, Hamlet

Re: Filmbesprechung: Skyfall

1038
DonRedhorse hat geschrieben: Ein Caddy, der einen Golfball mit der Hand zerdrückt und dabei dämlich grinst, ist natürlich viel weniger albern als die Moore-Bonds. :roll:
Weil dabei wenigstens niemand mit einer Weinflasche daneben steht. 8)
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Filmbesprechung: Skyfall

1039
DonRedhorse hat geschrieben:Ein Caddy, der einen Golfball mit der Hand zerdrückt und dabei dämlich grinst, ist natürlich viel weniger albern als die Moore-Bonds.
Natürlich nicht, Oddjob ist die Bedrohlichkeit in Person. :lol:

Spätestens ab GF lebt Bond in einer selbstironischen und nicht ernstzunehmenden Comicwelt, in der beinahe alles möglich ist. Bei Moore ist man da (und spätestens jetzt werden mich in diesem Forum alle hassen!) nur vielleicht konsequenter als bei einem Dalton und leugnet dies nicht, sondern treibt es ganz genüsslich auf die Spitze und schämt sich nicht dafür. (Und keine Sorge Kinners, ich mag die Dalton-Filme (speziell gemeint ist übrigens TLD) auch, trotz dieses Umstandes.) :lol: :wink:
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: Skyfall

1041
Bonds Leben spielt sich immer in der Parallelwelt ab, nicht nur in Sachen Humor.

Es ist zwar unsere Realität gemeint, aber alles ist ein bisschen größer, schöner, sonniger, böser, eleganter etc. als in der realen Welt.

Man sieht es ja jetzt wieder an der Verfolgungsjagd in Rom. Es wurden extra Graffiti entfernt, damit Rom "glamouröser" aussieht als in Wirklichkeit.

Re: Filmbesprechung: Skyfall

1042
Casino Hille hat geschrieben:
Spätestens ab GF lebt Bond in einer selbstironischen und nicht ernstzunehmenden Comicwelt, in der beinahe alles möglich ist. Bei Moore ist man da (und spätestens jetzt werden mich in diesem Forum alle hassen!) nur vielleicht konsequenter als bei einem Dalton und leugnet dies nicht, sondern treibt es ganz genüsslich auf die Spitze und schämt sich nicht dafür. :lol: :wink:
Es geht überhaupt nicht darum, dass sich irgendwer wegen irgendwas schämt oder nicht. Ich finde auch in der Moore-Ära sehr viele Szenen gelungen. LALD ist eigentlich (bis auf die Todesszene von Kananga) durchweg sehr gut umgesetzt. Auch in MR gibt es sehr gelungene Momente, wie z. B. die Gasmasken-Szene oder die Fasanenjagd. Das ist typischer Bond-Humor vom Feinsten. Und so wären die Bondfilme der Moore-Ära auch ohne Albernheiten sehr lustig geworden. :D
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

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Re: Filmbesprechung: Skyfall

1043
DonRedhorse hat geschrieben:Ich hasse Dich nicht, sondern sehe es genau so.
Das ist doch schön. :wink: :)

Übrigens, bevor hier jemand denkt, ich würde als blinder Nostalgiker meinen Lieblingsbond Roger Moore gegen den bösen Craig-Liebhabern verteidigen: ich für meinen Teil liebe (bis auf Lazenby) alle Bond-Darsteller und ihre jeweils unterschiedlichen Interpretationen der dafür sehr offenen James Bond Rolle und ich liebe auch beinahe alle Bond-Filme und finde es toll, dass sie als homogene Masse erscheinen und in ihren Facetten dann doch viele kleine Unterschiede zu finden sind, an denen man sich als Fan erfreuen kann. Ich denke, auch das Aufspringen auf aktuelle Hypes, aber auch diese kleinen Feinheiten machen den sehr langjährigen Beliebtheitsgrad der Bonds aus und gerade einem Darsteller wie Moore ist das natürlich auch zu verdanken, daher finde ich es arg schade, wenn gerade er und seine Filme heute so viel Kritik für Dinge einstecken müssen, die man ihnen im zeitlichen Kontext betrachtet nicht unbedingt vorwerfen darf. Oft wirkt es, als würde man die Moores mit den Craigs vergleichen und erschreckt feststellen, dass erstere gar nicht im 21. Jahrhundert spielen. Na sowas aber auch. :wink: Moore selbst verabscheute "böse blutrünstige Gewalt", wie er selbst immer sagte und ihm selbst gefiel der leichte Touch der 70er und 80er Bonds sehr, genau wie mir. Bond ist großes Abenteuer für Jugendliche und Erwachsene und soll einfach Spaß machen. Und das tun Moores Filme auf amüsant-ironische Art und Weise, mit etwas Spannung und Bedrohung nebenbei. Dass die Craigs heute andere Ansätze pflegen, das ist toll und gut so und dem Zeitgeist geschuldet und ich finde die auch alle drei sehr spannend, aber man kann den Moores nicht vorwerfen, dass sie das damals nicht getan haben, weil sie es gar nicht wollten. Man muss nicht alles gut finden, aber einiges ist doch schon arg konstruiert, gerade, wenn man Moore "Albernheiten" vorwirft und dann alles, was albern und nicht Moore ist versucht zu ignorieren.
Samedi hat geschrieben:Es geht überhaupt nicht darum, dass sich irgendwer wegen irgendwas schämt oder nicht.
Nein, das war auch eine leichte Spitze gegen die Filme des von mir ebenfalls geschätzten Dalton, aber hauptsächlich gegen seinen Erstling TLD, der teilweise so wirkt, als würde er sich für seine Bondschen Zutaten etwas "schämen" (vielleicht fehlt mir ein besserer Begriff), sich aber dennoch gezwungen fühlt, sie irgendwie unterzubringen, vor allem deutlich bemerkbar in der Q-Szene und der Verfolgungsjagd mit dem Aston im Schnee.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: Skyfall

1044
Casino Hille hat geschrieben:
Samedi hat geschrieben:Es geht überhaupt nicht darum, dass sich irgendwer wegen irgendwas schämt oder nicht.
Nein, das war auch eine leichte Spitze gegen die Filme des von mir ebenfalls geschätzten Dalton, aber hauptsächlich gegen seinen Erstling TLD, der teilweise so wirkt, als würde er sich für seine Bondschen Zutaten etwas "schämen" (vielleicht fehlt mir ein besserer Begriff), sich aber dennoch gezwungen fühlt, sie irgendwie unterzubringen, vor allem deutlich bemerkbar in der Q-Szene und der Verfolgungsjagd mit dem Aston im Schnee.
Da bin ich wieder bei dir. Dieses "Halbgare" gibt es aber in allen Bondfilmen von FYEO bis LTK.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

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Re: Filmbesprechung: Skyfall

1045
Samedi hat geschrieben:
Casino Hille hat geschrieben:
Samedi hat geschrieben:Es geht überhaupt nicht darum, dass sich irgendwer wegen irgendwas schämt oder nicht.
Nein, das war auch eine leichte Spitze gegen die Filme des von mir ebenfalls geschätzten Dalton, aber hauptsächlich gegen seinen Erstling TLD, der teilweise so wirkt, als würde er sich für seine Bondschen Zutaten etwas "schämen" (vielleicht fehlt mir ein besserer Begriff), sich aber dennoch gezwungen fühlt, sie irgendwie unterzubringen, vor allem deutlich bemerkbar in der Q-Szene und der Verfolgungsjagd mit dem Aston im Schnee.
Da bin ich wieder bei dir. Dieses "Halbgare" gibt es aber in allen Bondfilmen von FYEO bis LTK.
Man könnte fast sagen, dass John Glen keine eigene Vision von Bond hatte, und sich nichts wirklich getraut hat.

Re: Filmbesprechung: Skyfall

1046
Invincible1958 hat geschrieben:Man könnte fast sagen, dass John Glen keine eigene Vision von Bond hatte, und sich nichts wirklich getraut hat.
Dafür sind dann aber doch vier tolle Filme dabei rausgekommen. FYEO, OP, TLD und LTK möchte ich, trotz ihrer Schwächen, keinesfalls missen.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: Skyfall

1047
@dernamenlose:

Endlich, endlich bin ich dazu gekommen, dein Review zu SF zu lesen! Eine wirklich tolle Kritik, der ich so zustimmen kann, auch wenn ich SF nicht ganz so euphorisch sehe wie du. Mit 9/10 kommt er aber auch bei mir bestens weg.
"Bond! Ich will sie zurückhaben." - "Ich war nie weg."

Quantum of Solace (2008)

Re: Filmbesprechung: Skyfall

1048
Casino Hille hat geschrieben:Übrigens, bevor hier jemand denkt, ich würde als blinder Nostalgiker meinen Lieblingsbond Roger Moore gegen den bösen Craig-Liebhabern verteidigen: ich für meinen Teil liebe (bis auf Lazenby) alle Bond-Darsteller und ihre jeweils unterschiedlichen Interpretationen der dafür sehr offenen James Bond Rolle und ich liebe auch beinahe alle Bond-Filme und finde es toll, dass sie als homogene Masse erscheinen und in ihren Facetten dann doch viele kleine Unterschiede zu finden sind, an denen man sich als Fan erfreuen kann. Ich denke, auch das Aufspringen auf aktuelle Hypes, aber auch diese kleinen Feinheiten machen den sehr langjährigen Beliebtheitsgrad der Bonds aus und gerade einem Darsteller wie Moore ist das natürlich auch zu verdanken, daher finde ich es arg schade, wenn gerade er und seine Filme heute so viel Kritik für Dinge einstecken müssen, die man ihnen im zeitlichen Kontext betrachtet nicht unbedingt vorwerfen darf. Oft wirkt es, als würde man die Moores mit den Craigs vergleichen und erschreckt feststellen, dass erstere gar nicht im 21. Jahrhundert spielen. Na sowas aber auch. :wink: Moore selbst verabscheute "böse blutrünstige Gewalt", wie er selbst immer sagte und ihm selbst gefiel der leichte Touch der 70er und 80er Bonds sehr, genau wie mir. Bond ist großes Abenteuer für Jugendliche und Erwachsene und soll einfach Spaß machen. Und das tun Moores Filme auf amüsant-ironische Art und Weise, mit etwas Spannung und Bedrohung nebenbei. Dass die Craigs heute andere Ansätze pflegen, das ist toll und gut so und dem Zeitgeist geschuldet und ich finde die auch alle drei sehr spannend, aber man kann den Moores nicht vorwerfen, dass sie das damals nicht getan haben, weil sie es gar nicht wollten. Man muss nicht alles gut finden, aber einiges ist doch schon arg konstruiert, gerade, wenn man Moore "Albernheiten" vorwirft und dann alles, was albern und nicht Moore ist versucht zu ignorieren.
Naja, bei mir ist es so, dass ich mit Roger Moores Darstellung leider noch nie viel anfangen konnte. Bei Moore, Lazenby und Dalton dachte ich anfangs als ich Fotos gesehen hatte: So sieht Bond nicht aus! Lazenby, insbesondere aber Dalton konnten mich aber sofort vom Gegenteil überzeugen, das ist Moore leider nicht gelungen. Und mein Blick auf seine meinen ersten Moore-Bond TSWLM war noch nicht wirklich durch die Craigs stark beeinflusst, weil ich zum damaligen Zeitpunkt erst CR kannt, die anderen beiden noch nicht.
Ich will nicht sagen, dass Moores Filme schlechter, sind, das der Humor in seinen Filmen schlechter ist, aber er liegt mir einfach meistens nicht. Andere mögen genau das, was ich an den Filmen nicht mag, aber zumindest bei mir ist das absolut Craigunabhängig, denn meine Vorstellung von Bond wurde in erster Linie von Brosnan geprägt (GE war mein erster Bond).
Naja, Moore hat noch MR, OP und AVTAK um mich zu überzeugen, aber nach allem was ich bisher über die Filme gehört habe und nach den Ausschnitten, die ich daraus gesehen habe dürfte das nicht viel ändern.

@Hannes 007: Freut mich, dass sie dir gefällt. Was sind denn deine Kritikpunkte an SF? (Viele dürften es ja nicht sein, wenn du 9/10 vergibst.
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."

Re: Filmbesprechung: Skyfall

1050
Hab wieder einmal (zum xten Mal) Skyfall angeschaut und jedes Mal entdecke ich etwas neues, eine weitere Metapher oder Allegorie. Dieses Mal z.B. die kalt vs warm Beleuchtung im Finale (brennendes Haus und Kapelle gegen Scheinwerfer des Hubschraubers) und die Symbolik des Priesterlochs.
Also habe ich mir gedacht, einmal einen kleinen Text dazu zu schreiben:


Skyfall

We are not now that strength which in old days
Moved earth and heaven; that which we are, we are;
One equal temper of heroic hearts,
Made weak by time and fate, but strong in will
To strive, to seek, to find, and not to yield. (Tennyson, Ulysses)

Zeit vergeht. Feinde ändern. Bond bleibt. Skyfall ist ein Schmelztiegel, eine Meditation im Banne von Alter, Jugend, Vergangenheit, Hilflosigkeit und Heldentum.
Bond altert. Er ist ein Relikt des kalten Krieges, ein Relikt aus einer Zeit, in welcher Feinde noch Flaggen hatten. Doch Hammer und Sichel sind längst verschwunden. Das Schlachtfeld hat sich gewandelt. Heutige Feinde haben keine Flaggen, verteidigen kein Land, marschieren auf keinem Feld; sie verstecken sich vielmehr im Netz oder U-Bahn-Tunnels. Ja, für einmal sind es 007 und der MI6, welche sich verteidigen müssen – gegen das Neue, Unbekannte, „the shadows“. Und gegen die Zeit. Denn „fieldwork is a young man’s game.“ Das Spiel eines fitten 30-Jährigen ohne Charisma, dafür mit Ohrenstöpsel. Wie kann Bond/Craig da mithalten?
Sam Mendes zeigt einen Helden, welcher immer einen Schritt hinter dem Bösewicht ist. Alles war geplant. Silva wollte, dass man ihn fängt, er wollte, dass der MI6 sein provisorisches Hauptquartier in einem Untergrundsystem aus Churchills Zeiten einrichtet. Bond ist eine Puppe der Informatik, der neuen Technologien, der anonymen Pläneschmieder, „an old warship“, welches von jungen, digitalen Dampfern abtransportiert wird.
Warum braucht es denn Bond noch, wenn nur schon Q im Pyjama vor seiner ersten Tasse Earl Grey mehr Schaden anrichten kann, als jener in einem Jahr an der Front?

„Well, sometimes a trigger has to be pulled.“
„Or not pulled. It’s hard to know which in your pyjamas.“

Der beinahe gefallene Held zückt seinen letzten Trumpf. Skyfall. Die Vergangenheit. Das alte Schlachtfeld. Der einzige Weg weg von Pyjamas, Earl Greys, Laptops, Internet; hin zu Kapellen, Priesterlöchern, Aston Martin DB5 und eingebauten Maschinengewehren.
Die Zeit wird zurückgedreht. Kincade aufersteht förmlich von den Toten. „M“ wird zur „Emma“ – richtige Namen gefälligst! Ein Grabstein erinnert an Bonds Eltern.
Bonds Waffe ist die Nostalgie, die Erinnerung an heroische Agenten; die Gänsehaut, wenn das Garagentor bei Bond-Musik aufgeht.
Dass schliesslich ein Dreierteam mit einem Altersdurchschnitt im Rentenalter eine Horde von Profi-Killern umlegt, ist nicht etwa unlogisch, sondern die Gunst des Publikums, welches im Angesicht des hervorragenden Casts, den feinen Dialogen, der raffinierten symbolischen Mehrschichtigkeit durch Mendes und Logan und der herrlichen Bildsprache nur etwas haben will: Bond.

10/10