Wie findet ihr SPECTRE?

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Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#182
Ich verstehe halt nicht ganz wieso Bond plötzlich zur Ikone des Anspruchs geworden ist.
Vor der Craig-Ära waren die meisten Bondfilme reine Over-the-top Unterhaltungsspektakel jeweils mit dem Anstrich ihrer Zeit aus der sie kommen.
Ausnahmen wie OHMSS waren da eben....Ausnahmen.
Aber seit Casino Royale ist es irgendwie so als müsste automatisch jeder Bondfilm sowas bieten und dürfte nicht mehr der einfachen Unterhaltung dienen. Nein es muss unbedingt Charaktertiefe, Dramatik und Anspruch rein. Das entspricht zumindest nicht meinem Bewusstsein als Bondfan.

Ich habe Bond mit Roger Moore kennengelernt und er hat mich definitiv geprägt. "Der Spion der mich liebte" ist nach wie vor mein Lieblingsbond. Der Grund dafür ist aber nicht weil er eine Charakterstudie wäre oder eine besonders ausgefeilte Dramatik hat sondern schlicht und simpel weil er eine Unterhaltungsbombe ist mit den genau richtigen bondigen Zutaten ideal gemixt. Tolle Action, tolle Gadgets, toller Bösewicht, toller Henchman, cooles Bondgirl, hammer titelsong, fantastische Locations und zudem einen Moore in Hochform und mit dem typischen ironischen Bound-Touch den ich so liebe. Story und Charakterarbeit sind mit Abstand das belangloseste an TSWLM und dienen nur zum Zweck die Figuren von A nach B zu bringen und zu unterhalten. Das funktioniert sehr gut. Einen besonderen Eindruck hinterlassen aber all die anderen eben erwähnten Dinge in dem Film auf mich.

Genau sowas ist für mich der perfekte Bondfilm. Deshalb sind die Bonds die nach diesem Schema entstanden wohl auch meine Lieblinge. Dazu zähle ich zB auch Goldfinger. Und ich bin halt einer der deswegen auch die ersten 2 Filme der Brosnan-Ära sehr mag. Goldeneye ist typisch Bond und Brosnan für mich die etwas ernstere Variante von Moore. Ebenso ist TND trotz etwas Actionoverkill extrem bondig nach dem üblichen Schema.
Das es auch bei dem Schema zu viel werden kann ist logisch. Die zweite hälfte von DAD ist ein grösstenteils ein Graus. Ebenso viele Elemente in Connerys Diamantenfieber oder Moores Moonraker. Das ist dann auch mir zu viel des guten. Aber so "normale" over-the-top Bonds wie eben TSWLM oder GF vergöttere ich und DAS ist für mich Bond.
OHMSS finde ich hingegen zäh und Lazenby grauenhaft als Bond. Dies obwohl das Script viel Potential hätte.
Ebenso hatte ich lange Zeit Mühe mit Timothy Dalton als Bond weil mir seine Art wen wunderts...zu ernst war.
Inzwischen mag ich ihn ganz gerne. Craig hat da für mich quasi vorarbeit geleistet Dalton nun mehr zu mögen :)

Das ich aber auch dem ernsteren Bondstyle durchaus nicht komplett abgeneigt bin zeigt meine liebe zu Casino Royale wo es das Team um Campbell fantastisch geschafft hat den Spagat zu finden zwischen neu-bond und trotzdem sehr bondiger Bond. Das wurde leider seither in der Craig-ära in der Perfektion nicht mehr erreicht für mich. In CR fehlen mir auch extrem viele liebgewonnene Dinge wie Q, Moneypenny usw. Aber irgendwie schaffte man es dort einen "Formel-Bond-Fan" wie mich dennoch zu begeistern. Das Drehbuch war halt bis auf 2-3 Dialoge des Liebesgesäusels im Finale auch spitzenmässig.
Und Craig als Bond liebe ich.
Das Ding ist auch: Weil man den Weg des Neustarts ging fand ich dort alle veränderungen (Bond roher, Gunbarrel in die Handlung integriert etc.) sehr sehr cool und trotzdem hatte man Craig dort einige coole One-Liner a la Connery in den Mund gelegt. Ergo es kam trotz den Anfängen irgendwie bond durch. Das fand ich absolut hervorragend. Und der Film auch sonst ne Bombe!
Aber spätestens bei QoS hätte ich eine Rückkehr zu traditionell bondigeren Ufern gewünscht. Aber irgendwie biss man sich an dieser neuen Bond-Machart fest und kriegt die seither nicht mehr los. Das Gunbarrel zu beginn wegzulassen ist spätestens seit Skyfall einfach nur noch zwanghaft und nervig. Ja das Gunbarrel ist etwas kleines aber es zeigt die ganze Problematik welche ich als Bond-Formel-Fan mit der neuen Ära habe. Es ist einfach zu zwanghaft anders teilweise. So nach dem Motto "Wir müssen jetzt unbedingt anders sein". Das geht mir auf den Zeiger mittlerweile.

Ich will endlich wieder einen Bondfilm sehen wie ich ihn kannte vor der Craig Ära. Wieder mal einen Bösewicht mit irren plänen und Hauptquartier. Wieder mal einen etwas witzigen selbstsicheren Bond. WIeder mal gekabbel mit Q und Moneypenny usw. usw. Und dabei bin ich ja nicht mal ein Craig hasser. nein um gottes willen. Ich finde ihn einen sehr connery-esquen bond und seine Darstellung superb. Einfach die Filme drum rum bis auf CR könnten besser sein. Bevor ein Missverständnis entsteht: Skyfall mag ich sehr weil der auch endlich erstmal wieder mehr Bondelemente drin hatte als der biedere Vorgänger und der persönliche Subtext da überraschend gut funktioniert hat. Zudem die Einführung von lange vermissten Figuren wie Q etc. Das war ein schritt in die richtige Richtung. Allerdings fehlt mir da etwas die leichtfüssigkeit die ich in Bond einfach gerne mal wieder hätte und Silvas Plan ist schlussendlich in so einem eher auf ernst gemachten Film etwas absurd konstruiert wohingegen sowas in einem "normalen" Bondfilm weniger stört. Schlussendlich ist Skyfall für mich losgelöst von Bond der bessere Film als wenn ich ihn als Bondfilm bewerte.

Wenn ich jetzt also in den Spectre Kritiken lese das der persönliche Bezug zu den Figuren diesmal mehr fehlt usw. oder der Humor und die Action stark in den Vordergrund gerückt werden dann sind das für mich eher gute News endlich mal wieder einen Bond alter Schule zu bekommen oder zumindest nahe dran.
Was ich aber Angst habe ist, dass man diesmal versucht hat beide Lager zu bedienen und etwas dran scheitert. Weil sich anzubiedern und ums verrecken beide Klientel zu befriedigen kann auch nach hinten los.
Es wäre cool wenn jemand unserer bisherigen Kinobesucher dazu was schreiben könnte. Gern auch in Spoiler-Tags. Bin durch Leaks aber eh schon recht gespoilter :) Würde mich interessieren was unsere Crew die den Film schon kennt speziell zu dieser von mir geäusserten Problematik meint.

Ansonsten giere ich halt regelrecht mal wieder auf einen traditionelleren Bond und hoffe den endlich mal wieder zu kriegen ohne zu viel Abstriche machen zu müssen weil die Mischung traditionell/ernster Craig-Bond vielleicht nicht gut funktioniert.
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"Wer sind Sie?" - "Der Name ist Bond, James Bond"

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#183
Gernot hat geschrieben:@Schilthorn: wie hast du in SF Silvas Plan aufgenommen?
Spoiler
Show
bei der London-Sequenz mit der Glaswand usw. gebe ich dir Recht, das waren gleich nach dem ersten Mal auch meine Bedenken bzw. sind sie immer noch, obwohl sie mich auch nicht mehr so stark stören. Das ist natürlich schon "ein wenig" inszeniert, dazu hat er ja auch noch passend das Girl für James versteckt...tja... so wie früher halt, anstatt ihn oder sie gleich zu erschießen, wird er oder sie halt schön festgebunden oder ins Wasser geworfen und mit dem fahrenden Boot mitgeschleift etc. sowas finde ich nicht schlimmer, nein, sogar vertretbarer, als zB Silvas Plan in SF, der sich von der ersten bis zur letzten Minute des Filmes zieht.

wo ich auch kein Problem sehe: dass SPECTRE grundsätzlich hinter den Machenschaften aus CR, QOS und SF stand. das wäre schon möglich, mit ein bisschen Phantasie. auch wenn Silva ja laut eigenen Angaben völlig alleine arbeitet und Quantum schon selbst in QOS relativ große Meetings abhält... aber gut ;)

Und das mit dem Kindheitstrauma... ich würde das als Initialauslöser seiner Bosheit verstehen, aufgrund von Eifersucht und Ablehnung können die Menschen schon Schlimme Dinge tun, und im Ernstfall auch mal jemanden töten. Danach, also aufbauend darauf, müssten dann noch weite schlimme Ereignisse in seinem Leben passiert sein, unabhängig von Bond bzw. dem Töten der Eltern. Was natürlich nicht passen würde, wenn er SPECTRE nur gegründet hat, um Bond das Leben schwer zu machen bzw. Bond zu ärgern/zu töten.
Naja, am Schluss stellt sich einfach die Frage, inwiefern der Film für eine von ihm selbst aufgestellte These plausibel argumentiert oder eben nicht, sodass es dann am Zuschauer liegt, alles im Kopf zurecht zu biegen und zu legitimieren.
Da läuft es brutalerweise wie in der Wissenschaft: Wenn jemand eine These aufstellt, so muss diese von ihm auch begründet werden; das ist nicht die Aufgabe des Professors/Doktorvaters/Kritikers etc.

Und das kann SP nicht. Natürlich wäre es mit viel Phantasie möglich. Aber SP kann mir nicht erklären, warum es nur so kommen konnte, warum
Spoiler
Show
Le Chiffre kein Banker, Quantum keine eigenständige Organisation und Silva kein einfacher Rächer
sein konnten.

Das kann man, wenn man will, auch SF vorwerfen. Und trotzdem wäre kein anderes Finale besser gewesen: Die "Protagonisten" M, Silva und Bond finden in Bonds schottischer Vergangeheit zusammen. Dabei ist Skyfall (Das Anwesen) das logische Resultat zu den Entwicklungen der drei Figuren und zugleich der perfekte Mikrokosmos zum Thema James Bond, in welchem sich Mendes mit allen, für ihn wichtigen Fragen zu Bond auseinandersetzt und diese brillant inszeniert.
So funktioniert Theater, so funktioniert eigentlich Mendes und so funktioniere auch ich. Das ist in sich rund und schlüssig. Aber nicht jeder muss es mögen.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#184
R hat geschrieben:Ich will endlich wieder einen Bondfilm sehen wie ich ihn kannte vor der Craig Ära. Wieder mal einen Bösewicht mit irren plänen und Hauptquartier. Wieder mal einen etwas witzigen selbstsicheren Bond. WIeder mal gekabbel mit Q und Moneypenny usw. usw.
Genau DAS bekommst du alles in SP.

Es gibt tolle visuelle Gags und tolle Sprüche,
es gibt jedes 007-Klischee, was man sich vorstellen kann.
Nur der Wurf auf den Hutständer ist nicht dabei. Aber ansonsten kann man die ganze Liste abhaken.

Meine Kritik geht ja aber überhaupt nicht in diese Richtung.
Und wie ich geschrieben habe, finde ich TSWLM ja auch sehr bondig, und die meisten Bondfilme sowieso.

Trotzdem macht es für mich bei SP nicht zu 100% klick.
Das hat nichts mit Tiefgang oder so zu tun.
Ein Film kann auch ohne Tiefgang spannend sein. Aber SP ist für mich einfach nicht spannend inszeniert.

Oh man, das klingt für einige hier jetzt wohl so als ob ich den Film hassen würde.
Das ist bei weitem nicht so. Wie gesagt: 6/10 Punkten ist gut. Meine Erwartung war nur einfach zu hoch, denke ich.

Aber noch kurz einen Vergleich, um meine Art von Kritik zu erklären:
Vesper Lynd ist ein Charakter, für den ich als Zuschauer einen Beschützerinstinkt entwickle. Ich will nicht, dass sie stirbt. Bei den Charakteren in SP ist es mir zwar nicht komplett gleichgültig, aber irgendwie lernen wir als Zuschauer die Charaktere nicht so gut kennen. Und deshalb sind sie uns "egaler" als in anderen Filmen. Das ist ganz schwer zu erklären.
Das hat jetzt nichts mit Dramatik und Tiefgang zu tun. Auch ein Comedy-Charakter kann einem nach 30 Sekunden bereits an Herz gewachsen sein. In Spectre ist das aber (für mich) bei keinem Charakter so.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#185
Invincible1958 hat geschrieben:Auch ein Comedy-Charakter kann einem nach 30 Sekunden bereits an Herz gewachsen sein. In Spectre ist das aber (für mich) bei keinem Charakter so.
Auch nicht bei Bond selbst?
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#186
Samedi hat geschrieben:
Invincible1958 hat geschrieben:Auch ein Comedy-Charakter kann einem nach 30 Sekunden bereits an Herz gewachsen sein. In Spectre ist das aber (für mich) bei keinem Charakter so.
Auch nicht bei Bond selbst?
Doch. Da hab ich mich nicht klar ausgedrückt.
Ich rede nur von den "neuen" Charakteren.

Bond, Moneypenny, M, Q, Tanner und Mr. White finde ich super. Die wurden ja auch alle in den letzten Filmen bzw. dem letzten Film soweit eingeführt, dass man sie als eigenständige Charaktere wahrnimmt.
Aber jeder Charakter, der in Spectre neu hinzukommt, ist eine zweidimensionale unfertige Skizze eines Charakters.

Oder vielmehr ist es so, dass die Charaktere aus Skyfall mit den Charakteren aus Spectre nicht so gut zusammenpassen - wahrscheinlich weil die beiden Filme so unterschiedlich sind.

Ich finde Lea Seydoux trotzdem super. Nur schade, dass ihr Charakter nicht besser inszeniert wurde.
Gilt auch für Waltz, Bellucci und Scott. Die spielen alle toll, keine Frage. Aber man hat nie das Gefühl, dass diese Charaktere außerhalb ihrer Szenen existieren. Man denkt nichtmal an sie, wenn sie grad nicht im Bild sind. Diese Charaktere hinterlassen keinen bleibenden Eindruck.
Alles läuft irgendwie nebeneinander her, ohne ein großes Ganzes zu ergeben.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#187
R hat geschrieben:Ich verstehe halt nicht ganz wieso Bond plötzlich zur Ikone des Anspruchs geworden ist.
Vor der Craig-Ära waren die meisten Bondfilme reine Over-the-top Unterhaltungsspektakel jeweils mit dem Anstrich ihrer Zeit aus der sie kommen.
Ausnahmen wie OHMSS waren da eben....Ausnahmen.
Aber seit Casino Royale ist es irgendwie so als müsste automatisch jeder Bondfilm sowas bieten und dürfte nicht mehr der einfachen Unterhaltung dienen. Nein es muss unbedingt Charaktertiefe, Dramatik und Anspruch rein. Das entspricht zumindest nicht meinem Bewusstsein als Bondfan.

Ich habe Bond mit Roger Moore kennengelernt und er hat mich definitiv geprägt. "Der Spion der mich liebte" ist nach wie vor mein Lieblingsbond. Der Grund dafür ist aber nicht weil er eine Charakterstudie wäre oder eine besonders ausgefeilte Dramatik hat sondern schlicht und simpel weil er eine Unterhaltungsbombe ist mit den genau richtigen bondigen Zutaten ideal gemixt. Tolle Action, tolle Gadgets, toller Bösewicht, toller Henchman, cooles Bondgirl, hammer titelsong, fantastische Locations und zudem einen Moore in Hochform und mit dem typischen ironischen Bound-Touch den ich so liebe. Story und Charakterarbeit sind mit Abstand das belangloseste an TSWLM und dienen nur zum Zweck die Figuren von A nach B zu bringen und zu unterhalten. Das funktioniert sehr gut. Einen besonderen Eindruck hinterlassen aber all die anderen eben erwähnten Dinge in dem Film auf mich.

Genau sowas ist für mich der perfekte Bondfilm. Deshalb sind die Bonds die nach diesem Schema entstanden wohl auch meine Lieblinge. Dazu zähle ich zB auch Goldfinger. Und ich bin halt einer der deswegen auch die ersten 2 Filme der Brosnan-Ära sehr mag. Goldeneye ist typisch Bond und Brosnan für mich die etwas ernstere Variante von Moore. Ebenso ist TND trotz etwas Actionoverkill extrem bondig nach dem üblichen Schema.
Das es auch bei dem Schema zu viel werden kann ist logisch. Die zweite hälfte von DAD ist ein grösstenteils ein Graus. Ebenso viele Elemente in Connerys Diamantenfieber oder Moores Moonraker. Das ist dann auch mir zu viel des guten. Aber so "normale" over-the-top Bonds wie eben TSWLM oder GF vergöttere ich und DAS ist für mich Bond.
OHMSS finde ich hingegen zäh und Lazenby grauenhaft als Bond. Dies obwohl das Script viel Potential hätte.
Ebenso hatte ich lange Zeit Mühe mit Timothy Dalton als Bond weil mir seine Art wen wunderts...zu ernst war.
Inzwischen mag ich ihn ganz gerne. Craig hat da für mich quasi vorarbeit geleistet Dalton nun mehr zu mögen :)

Das ich aber auch dem ernsteren Bondstyle durchaus nicht komplett abgeneigt bin zeigt meine liebe zu Casino Royale wo es das Team um Campbell fantastisch geschafft hat den Spagat zu finden zwischen neu-bond und trotzdem sehr bondiger Bond. Das wurde leider seither in der Craig-ära in der Perfektion nicht mehr erreicht für mich. In CR fehlen mir auch extrem viele liebgewonnene Dinge wie Q, Moneypenny usw. Aber irgendwie schaffte man es dort einen "Formel-Bond-Fan" wie mich dennoch zu begeistern. Das Drehbuch war halt bis auf 2-3 Dialoge des Liebesgesäusels im Finale auch spitzenmässig.
Und Craig als Bond liebe ich.
Das Ding ist auch: Weil man den Weg des Neustarts ging fand ich dort alle veränderungen (Bond roher, Gunbarrel in die Handlung integriert etc.) sehr sehr cool und trotzdem hatte man Craig dort einige coole One-Liner a la Connery in den Mund gelegt. Ergo es kam trotz den Anfängen irgendwie bond durch. Das fand ich absolut hervorragend. Und der Film auch sonst ne Bombe!
Aber spätestens bei QoS hätte ich eine Rückkehr zu traditionell bondigeren Ufern gewünscht. Aber irgendwie biss man sich an dieser neuen Bond-Machart fest und kriegt die seither nicht mehr los. Das Gunbarrel zu beginn wegzulassen ist spätestens seit Skyfall einfach nur noch zwanghaft und nervig. Ja das Gunbarrel ist etwas kleines aber es zeigt die ganze Problematik welche ich als Bond-Formel-Fan mit der neuen Ära habe. Es ist einfach zu zwanghaft anders teilweise. So nach dem Motto "Wir müssen jetzt unbedingt anders sein". Das geht mir auf den Zeiger mittlerweile.

Ich will endlich wieder einen Bondfilm sehen wie ich ihn kannte vor der Craig Ära. Wieder mal einen Bösewicht mit irren plänen und Hauptquartier. Wieder mal einen etwas witzigen selbstsicheren Bond. WIeder mal gekabbel mit Q und Moneypenny usw. usw. Und dabei bin ich ja nicht mal ein Craig hasser. nein um gottes willen. Ich finde ihn einen sehr connery-esquen bond und seine Darstellung superb. Einfach die Filme drum rum bis auf CR könnten besser sein. Bevor ein Missverständnis entsteht: Skyfall mag ich sehr weil der auch endlich erstmal wieder mehr Bondelemente drin hatte als der biedere Vorgänger und der persönliche Subtext da überraschend gut funktioniert hat. Zudem die Einführung von lange vermissten Figuren wie Q etc. Das war ein schritt in die richtige Richtung. Allerdings fehlt mir da etwas die leichtfüssigkeit die ich in Bond einfach gerne mal wieder hätte und Silvas Plan ist schlussendlich in so einem eher auf ernst gemachten Film etwas absurd konstruiert wohingegen sowas in einem "normalen" Bondfilm weniger stört. Schlussendlich ist Skyfall für mich losgelöst von Bond der bessere Film als wenn ich ihn als Bondfilm bewerte.

Wenn ich jetzt also in den Spectre Kritiken lese das der persönliche Bezug zu den Figuren diesmal mehr fehlt usw. oder der Humor und die Action stark in den Vordergrund gerückt werden dann sind das für mich eher gute News endlich mal wieder einen Bond alter Schule zu bekommen oder zumindest nahe dran.
Was ich aber Angst habe ist, dass man diesmal versucht hat beide Lager zu bedienen und etwas dran scheitert. Weil sich anzubiedern und ums verrecken beide Klientel zu befriedigen kann auch nach hinten los.
Es wäre cool wenn jemand unserer bisherigen Kinobesucher dazu was schreiben könnte. Gern auch in Spoiler-Tags. Bin durch Leaks aber eh schon recht gespoilter :) Würde mich interessieren was unsere Crew die den Film schon kennt speziell zu dieser von mir geäusserten Problematik meint.

Ansonsten giere ich halt regelrecht mal wieder auf einen traditionelleren Bond und hoffe den endlich mal wieder zu kriegen ohne zu viel Abstriche machen zu müssen weil die Mischung traditionell/ernster Craig-Bond vielleicht nicht gut funktioniert.
Oh ja genau so gehts mir auch :D

TSWLM ist einfach das beste Beispiel für einen perfekten Bond.
Das einzige was bei dem fehlt ist das er sich mit dem Hauptbösewicht nicht in einem Casion oder sonst wo trifft und ihn dabei irgendwie herausfordert wie in GF OP MR oder TN und mit echtem Namen vorstellt.
Ordentlicher Henchmen ( den es aber ja jetzt endlich Gott sei dank wieder gibt ) ist auch ein MUSS sowie verrückter Plan und Hauptquartier.
Ach ja was du noch vergessen hast der Tod von Mitarbeitern die versagt haben durch eine besonders ausgefallene Art wie eben mit da mit dem Fahrstuhl und Hai :D ( und wie insgeheim dann Bond durch die Hand im Aquarium 1 und 1 zusammen zählt um der Falle am Ende selbst zu entgehen herrlich )
Das gabs schon soooooo lange nicht mehr auch nur annähernd.

Ohhh und dieser Humor auch. Die Moore Ära hatte halt einfach den meisten Klamauk welcher in LALD seine Höhepunkt findet.

So oder so bin aber mal guter Dinge das dass was gutes wird :)

Wenn ich das richtig verstanden haben ist die PTS die beste aller Zeiten ?

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#189
Schade, dass es Dich nicht gepackt hat, Invincible. Aber ich kann das gut nachvollziehen und bin sehr gespannt, wie ich die Charakterentwicklungen der einzelnen Figuren sehe. Aber da ich mir einen "leichteren" Bond mit mehr Action wünsche, bin ich optimistisch.

@Bystrow und R: Eure Meinungen zu TSWLM finde ich sehr sympathisch. :D
#Marburg2021

Though this be madness, yet there is method in’t
William Shakespeare, Hamlet

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#190
Mhm... Mittlerweile kann ich überhaupt nicht mehr einschätzen was mich bei Spectre erwartet.

Ich muss gestehen, dass ich etwas Angst habe wenn es zurück in die Moore Ära geht.
Wie schon in meinem Begrüßungs Beitrag geschrieben, mag ich das "Reale" an den Craig Bond Filmen.
Auch TLD hat mich bereits in der PTS gepackt, weil ich immer so das Gefühl hatte, ja dass könnte wirklich so irgendwo auf der Welt passieren.

Gestern habe ich mal wieder den Schluss von TMWTG gesehen und wie bei vielen alten Bonds machen so Henchmanns wie SchnickSchnack (Allein schon der Name) oder der Beißer die Filme für mich zu einer leichten Parodie, auch völlig unrealistische Gadgets wie der unsichtbare Aston Martin in DAD, schrecklich!

Das ist sicher auch der Grund warum ich immer noch begeistert von CR bin, weil er einfach nicht Over the Top ist, wie z.b. gestern wieder bei TWINE wie Bond mit dem MiniSchnellboot auf der Straße rum fährt, durchs Restaurant etc. Oh mein Gott ich wollte einfach nur noch im Boden versinken vor lauter Fremdschämen...

Ich bin einfach mal gespannt was mich erwartet.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#191
SP ist eine Mischung - und vielleicht macht das den Film auch so schwer zu bewerten.
Dominat ist schon, dass es ein Craig Film ist. Das liegt aber vor allem an Craig selbst, der einfach so super "echt" wirkt.
Die Handlung ist schon eine Mischung aus Craig und Connery/Moore/Brosnan Ära.
An manchen Stellen gibt es mehr Humor aber nicht auf Moore oder Brosnan Niveau. Es gibt einige Momente wo Craig Dinge tut, die eher so in Richtung Moore gehen, aber das sind eher coole Sachen (die ich in meiner Review beschrieben habe)
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#192
auf dass Du mich noch mehr hassen wirst, aber ich finde das ohne Witz, dass sogar Arnold Schwarzenegger Bond genauso gut spielen hätte können. Trügt es mich, aber Craig hat auch immer dieselbe Visage und die Dialoge sind wahrlich keines Shakespeares würdig (das ist allerdings satir. gemeint!)
"Ich bin gekommen, Dich zu töten!"
"Und ich glaubte, zu sterben"
"Alles nur eine Frage der Perspektive"
UUUAAARRRRGH
Zuletzt geändert von NickRivers am 30. Oktober 2015 10:48, insgesamt 1-mal geändert.
"There is sauerkraut in my lederhosen."
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Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#193
danielcc hat geschrieben:SP ist eine Mischung - und vielleicht macht das den Film auch so schwer zu bewerten.
Dominat ist schon, dass es ein Craig Film ist. Das liegt aber vor allem an Craig selbst, der einfach so super "echt" wirkt.
Die Handlung ist schon eine Mischung aus Craig und Connery/Moore/Brosnan Ära.
An manchen Stellen gibt es mehr Humor aber nicht auf Moore oder Brosnan Niveau. Es gibt einige Momente wo Craig Dinge tut, die eher so in Richtung Moore gehen, aber das sind eher coole Sachen (die ich in meiner Review beschrieben habe)
Ich glaube damit kann ich leben, dass hört sich auch sehr gut und interessant an.

Das schlimmste wäre für mich ein Henchman ala SchnickSchnack oder Beiser, ein unsichtbarer Aston Martin und ein Bösewicht mit irgendwelchen Diamanten im Gesicht wie Zao :lol: