Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

Dieses Forum ist für die detailierte Diskussion und Userkritiken/Reviews über/zu den einzelnen Bondfilmen aller 007-Darsteller gedacht.

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Maibaum
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7. November 2015 11:31

MX87 hat geschrieben:@all: Danke :)
Berni hat geschrieben: Wie haben die das eigentlich bei der PTS gemacht, da ist ja ewig kein Schnitt, als Bond aus dem Fenster steigt müsste doch jemand die Kamera einem anderen übergeben haben? Als Bond dann auf den Dächern marschiert fährt die Kamera ja dann auch noch oben als er vom einem Gebäude aufs andere steigt, in Kombination mit der Musik ist das so dermassen geil
Magst du wissen wie das gemacht wird oder magst du dir den zauber erhalten? :wink:

Ohne zuviel zu verraten:
https://de.wikipedia.org/wiki/Unsichtbarer_Schnitt

Wenn du Filme ohne offensichtlichen Schnitt magst, dann noch zwei Empfehlungen bei denen der ganze Film so ist:
- Cocktail für eine Leiche (Rope) ... von Hitchcock
- Birdman
Der Wiki Artikel handelt aber davon daß man Schnitte nicht bewußt wahrnimmt, der Begriff "unsichtbarer Schnitt" bezieht sich also auf eindeutig sichtbare Schnitte, während es in der SP PTS darum geht daß die Szene aussieht als wäre sie in einem Stück gedreht worden.

Hitchcocks Rope enthält übrigens mehrere richtige Schnitte, ansonsten aber mehrere Schnitte auf etwas bemühte Art unsichtbar gemacht, dabei aber ziemlich idiotische Einstellungen in Kauf genommen, die normalerweise kein Film so machen würde.
Auch Birdman enthält mehrere Schnitte, aber der Großteil des Films ist so gemacht als wäre es eine einzige Einstellung. Dagegen ist der deutsche Film Viktoria tatsächlich in einer einzigen zweieinhalbstündigen Einstellung gedreht worden, und enthält dabei auch Schießereien, also Action.

Heute jedenfalls kann man diese langen Szenen herstellen, indem durch digitales Nachbearbeiten die Schnitte wirklich unsichtbar gemacht werden.

Extrem virtuose Beispiele für diese Plansequenzen finden sich in Irreversible, Gravity, Birdman aber auch in Kill Bill. Das ist aber letztendlich in der Filmgeschichte immer wieder gemacht worden, heute ist das aber wesentlich einfacher als früher. Legendäre Plansequenzen in alten Filmen finden sich bei Orson Welles, Max Ophüls, Jean Pierre Melville oder auch bei Jean Luc Godard.
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mrk
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7. November 2015 12:20

Okay, meine ehrliche Kritik (Achtung Spoiler):

Ich war gestern in SP und muss ganz ehrlich sagen: Schade um die hohen Produktionskosten. Was bei QoS zu wenig war, war bei SP too much. Ebenso wie QoS hatte SP eigentlich sehr viele gute Szenen, aber der Film konnte aus meiner Sicht den Spannungsbogen nicht halten. Die meisten Szenen waren für sich genommen gut, aber mir fehlte eine wirklich tragende Story und vor allem ein zwingendes Moment, eine dunkle Gefahr, die stets im Hintergrund lauert, so wie es der Filmtitel suggeriert.
Spoiler
Show
Sehr positiv war, dass die Gunbarrel endlich am Anfang stand und auch die PTS war gut. Aber die Hubschrauberszene ist ein gutes Beispiel für die unnötige Länge des Films: Der Kampf im Hubschrauber dauert gefühlt eine halbe Ewigkeit, mit diversen Fassrollen und Loopings, so als wollte man die Wendigkeit eines Hubschraubers beweisen.

Dann die Titelsongszene, die nicht an die vielschichtige Szenerie aus SF herankommt und der Song ist, auch wenn er im Film besser rüberkommt als im Internet, kein Glanzpunkt der Serie. Hätte man besser eine echte Frau singen lassen, anstatt so ein albernes Falsett von einem Durchschnittskünstler wie Sam Smith. Naja, massentauglich ist sowas allemal, aber das war auch Adele und es kam ein wesentlich bondigerer Song bei raus. Andererseits ist es natürlich schwer nach SF einen direkt darauf folgenden besseren Song abzuliefern.

Die Szenen in London waren gut, insbesondere Moneypenny und Q bestätigten ihren Einstand aus SF, M fiel jedoch deutlich ab, eine eher durchschnittliche Leistung von Fiennes. Die Szenen in Rom gut inszeniert, aber auch hier gelang irgendwie nicht der Spannungsaufbau. Nett fotografierte Szenen, aber man schaut sich das eher interessiert an, als wirklich mitzufiebern. Dem Film fehlte einfach das szenische Tempo, das auch die Verfolgungsjagd nicht wirklich wiederbringen kann. Allein die Endsequenz am Tiber dauert wieder gefühlt eine halbe Ewigkeit und erinnert zu sehr an ein Autorennspiel.

Das Ausdrücken der Augen durch Hinx fand ich unnötig ekelerregend und brutal, der Schädelbruch mit der Tischplatte hätte gereicht. Hätte nur noch gefehlt, dass er abschließend sein Opfer mit einer Motorsäge gevierteilt hätte. :roll:

Insgesamt fand ich die Konferenz in Rom zwar eine gute Idee, die Vorbildszene aus FB fand ich aber um einiges besser, auch weil es dort nicht so ein riesiges Publikum gab und alles viel geschäftsmäßiger ablief. Jedenfalls wurde dort mit viel weniger Mitteln und Inszenierung ein größerer Effekt erzielt.

Die Szenen in Österreich funktionierten, wobei ich auch hier die Flugzeugszene als zu lang empfand und natürlich musste am Ende alles gepflegt in die Luft fliegen. :roll:

Die Szene in Tanger war zu langatmig und hat den Spannungsbogen komplett zerstört. Gut dagegen war die Zugszene, von A bis Z. Dass Bond sich normalerweise während seiner Klopperei mit Hinx mindestens 5 Schädel-Hirn-Traumata geholt hätte, ist nicht weiter erwähnenswert, so haben ja auch schon die Bud Spencer-Filme funktioniert. :lol:

Naja, am meisten enttäuscht hat mich dann der Hideout in der Wüste. Eigentlich eine bondtypische Idee, aber nach dem Meteroiten fällt die Story in ein absolutes Sinntief. Die Folter durch Oberhauser aka Blofeld ist offensichtlicher Nonsense und der ursprüngliche Blofeld hätte sich niemals selbst die Hände schmutzig gemacht und dafür seine Helfer gehabt (Menschen statt Roboter). Auch ist Blofeld eigentlich primär am Geschäft interessiert und nicht ein durch Bruderneid getriebener Geistesgestörter wie Waltz ihn spielt (oder spielen muss).

Überhaupt: Sowohl Waltz als auch Scott haben ihren Weg offensichtlich nur deswegen in Bond gefunden, weil sie beide exzellente Bösewichte in anderen Filmen/Serien gespielt haben (Waltz in seinen zu Recht oscarprämierten Tarantino-Rollen und Scott als Moriarty in Sherlock). So wirken die Rollen der beiden in SPECTRE nur wie ein müder Aufguss, Scott fehlt die Bedrohlichkeit und Waltz der feinsinnige Stil ihrer jeweiligen Vorbildrollen. Mir fällt aber bei dem Vergleich der beiden auf, dass beide durch ähnliche Rollenprofile berühmt wurden (die vertrauenswürdigen aber ganz und gar finsteren Bösewichte mit einem Hang zur Kultiviertheit. Sozusagen der kultivierte Bösewicht.)

Das Ende in London ist unglaubwürdig und unnötig dramatisch, genauso wie die Szene auf der Westminster Bridge, während die Schlussszene ein würdiges Ende eines insgesamt leider eher durchschnittlichen Films ist. Wobei auch hier ein Logikfehler drin ist, denn wie kann Q in so kurzer Zeit und unter diesen Umständen aus einer DB5-Karosserie wieder einen fertigen Wagen zaubern?
Fazit: Ein Film, dem man in jeder Szene anmerkt, dass Skyfall noch mal übertroffen werden sollte und demzufolge alles nochmal eine Stufe höher sein musste. Dabei sind einige Längen im Film entstanden, die den Spannungsbogen implodieren lassen, während um eine eher lahme Story ein zeitgemäßes Feuerwerk aus Action und Brutalität gezündet wird.

Dieser Film kontrastiert eklatant mit den Bond-Filmen vor CR genauso wie mit den bisherigen Craig-Bonds: Schießereien und Explosionen nur um des Effekts willen, ekelerregende Folterszenen nur um des Schocks willen und eine Story, die mehr angedeutet als wirklich erzählt wird.

Ein Beispiel: Ein Oddjob hat nicht mehr gebraucht als seinen Hut, seine Präsenz und den Soundtrack, um bedrohlich zu wirken. Ein Hinx muss anderen die Augen ausdrücken, damit auch der letzte Vollhorst im Publikum kapiert, was für ein pöser Pursche das ist und wie bedrohlich SPECTRE ist?

Ich bin Mitte 20 und ganz sicher kein Vertreter der "Früher war alles besser"-Generation, auch gegen Craig als Bond habe ich nichts und finde seine Filme bisher ziemlich gut, ebenso wie die Neuausrichtung seit CR. Aber wenn Bond jetzt zu einem beliebigen Actionfilm mutiert, wo möglichst viele Explosionen stattfinden und möglichst viel Brutalität gezeigt wird, dann ist das eben nur noch ein beliebiger Actionfilm und die Stilelemente eines Bonds nur noch schmückendes Beiwerk.
Wenn ich mir die Vorschau anderer Filme vor SP in Erinnerung rufe, dann ist natürlich klar, wo die Reise allgemein hingeht: Möglichst viel Apokalypse, Ballerei und Zerstörung, ganiert mit einer lächerlichen Lovestory und heroischen Einzelkämpfern, die sich allein oder in einer kleinen Gruppe gegen eine absolut böse Übermacht stellen und am Ende gerade noch so siegen. Schon der Trailer zur "5. Welle" sagt eigentlich alles: Perfektes Niveauloskino mit maximalem Unsinn. Klar läuft sowas an der Kasse, aber ist das der Weg für Bond? Nähert sich Bond dem jetzt unaufhaltsam an?

Bond war gefühlt 80% des Films unterwegs von einem Ort zum anderen ohne die Story wirklich voran zu bringen. Es war der erste Bondfilm überhaupt, in dem ich zwischendurch auf die Uhr schaute, um zu sehen wie lange es noch geht und nicht um mich zu vergewissern, dass ich noch einige Zeit gut unterhalten werde. Das war offensichtlich auch bei anderen Zuschauern in meiner Vorstellung der Fall, wirklich mitgefiebert haben dem Film die wenigsten. Die einzige Reaktion waren Lacher bei einigen humoristischen Einlagen, die durchaus auch gelungen waren, ansonsten war der Film einfach zu langatmig und effekthascherich.
Zuletzt geändert von mrk am 7. November 2015 12:34, insgesamt 1-mal geändert.
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BlofeldsKatze
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7. November 2015 12:23

danielcc hat geschrieben: Was mir noch stärker als zuvor aufgefallen ist: HInter mir saß eine ganze Reihe von Mädchen die alle ihren Spaß hatten und emotional voll mitgegangen sind. Das ist echt ein Phänomen seid Craig
Craig ist einfach ein Frauenheld und ein unglaublich guter Schauspieler. Außerdem wirkt er auf Fans sehr "greifbar" und wahnsinnig sympathisch. Ich selbst bin ihm seit Casino Royale komplett verfallen, ich finde seine Person einfach faszinierend. Man kann definitiv behaupten dass er James Bond erst für Mädels so richtig interessant gemacht hat, ich glaube ich hätte mich nie so sehr für die Filme interessiert, wenn Daniel nie mitgespielt hätte.
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Hannes007
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7. November 2015 12:28

Hallo mrk, herzlich Willkommen im Forum!

Toller Beitrag zum Einstand, den du da verfasst hast und - JA, man kann es so sehen und stellenweise stimme ich dir zu.
"Bond! Ich will sie zurückhaben." - "Ich war nie weg."

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danielcc
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7. November 2015 12:35

Willkommen im Forum mrk!
Danke für deine Review.

Bei den Anmerkungen zur Spannung und Story stimme ich dir etwas zu, sie unten.
Es gibt aber Punkte, bei denen ich heftig widersprechen muss.
Spoiler
Show
Der "alte Blofeld" macht sich leider in seinen Filmen grade in OHMSS viel zu sehr die Hände selbst schmutzig! Da wurde der Charakter schon in den alten Filmen unnötig verändert.
Nein, Waltz spielt für mich den mit Abstand besten Blofeld.
Wenn jetzt selbst das Spectre Treffen in TB als besser wahrgenommen wird als das in SP, dann bin ich echt fassunglos. Schöner und spannender kann man sowas doch nicht inszenieren.

Zu Hinx:
Auch der Beißer musste mit Sthalgebiss schon anderen an den Hals gehen, was man zumindest in TSWLM damals ähnlich wahrgenommen hat als das mit den Augen bei Hinx. Ich finde es einen herausragenden Moment und bin froh, dass man vor dieser Härte nicht zurückgeschreckt ist.

Ansonsten gebe ich dir Recht. Tanger ist irgendwie etwas lang, schade weil grade hier die Beziehung der beiden sich entwickeln müsste. Und nach dem Meteoriten geht die Spannung runter. Das sehe ich auch so - aber nach mehrmaligem Sehen entdecke ich auch danach noch vieles was mir Spaß macht.
Ein Dorn im Auge sind die finalen London Szenen mit M etc. Das wirkt mir alles zu sehr nach Tatort. Da treffen sie sich, Quasseln, dann fahren sie Auto, Quasseln, sind bei C, Quasseln... Zwischenschnitte zu Bond... Quasseln bei C...
Das dauert alles viel zu lange und wirkt unschlüssig.
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7. November 2015 12:37

@Maibaum: Die Plansequenz in "Irréversible" von Gaspar Noé, finde ich ebenfalls sehr gelungen. Cool, dass jemand dieses Beispiel anführt!


zu SPECTRE: Habe nun eine Nacht drüber geschlafen, ich denke, dass der Film insgesamt einen eher positiven Eindruck bei mir hinterlassen hat. So finde ich Waltz zum Beispiel gar nicht mal so blass wie viele behaupten, er macht das Beste aus seinen kurzen Auftritten. Von Hans Landa oder Dr. King Schultz, keine Spur (natürlich bleibt Waltz der Mensch irgendwo auch Waltz, keine Ahnung was sich da manche erhoffen).

Es ist ja fast schon einstimmig, der letzte Akt ist deutlich schwächer geschrieben als die ersten beiden grandiosen Stunden. Was nach meinem Gefühl fehlt, ist eine wirklich spannende, und spannend inszenierte Action-Szene. Das finale im alten MI 6 geht mir irgendwie zu schnell, ist zu simpel. Die Aktion mit dem Fallnetz z.B. macht sichtbar, wie wenig Zeit die Autoren hatten, um Ordnung in das desaströse Script zu bringen, ohne dessen Grundstruktur zu verletzen. Das ist äußerst bedauerlich, denn in solchen Momenten sieht man als Zuschauer nicht mehr viel von den 300 Mio. Wäre doch viel cooler gewesen, das Gebäude zu sprengen, als Bond und Madeleine noch im letzten Stock waren. Hätte eine Art Parkour-Szene gegen die Zeit ergeben.
Auch lächerlich, ist die Art auf die Bond Oberhausers Hubschrauber vom Himmel holt. Es hätte da doch bessere Einfälle geben können, zumal mir schon mindestens drei Ideen in den Sinn kommen!

Das Ende hingegen finde ich wiederum gelungen. Schön, dass Craig seinen größten Feind verschont. Die Lizenz zum Töten ist eben auch eine Lizenz zum nicht Töten ;). Wir sehen, dass Bond mittlerweile in der Lage ist, seine Emotionen vom Beruflichen zu trennen, seine Charakterentwicklung ist zu 100% abgeschlossen.
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danielcc
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7. November 2015 12:47

Das Fallnetz gab es aber schon länger :-)
Was ich ganz ermutigend fand beim Lesen der Leaks:
Alle Beteiligte auch die Großkopferten bei Sony haben sehr schnell und immer wieder darauf hingewiesen, was die Probleme des Scripts sind. Man hat explizit gesagt: Das Ende müsst ihr verbesserb, aber das muss dann auch Auswirkungen auf den Anfang haben.
Es wurde explizit gesagt, dass da mehr sein muss als Oberhausers Hass auf Bond, dies dürfe die Bedeutung der Organisation Spectre nicht beeinträchtigen.

Das wurde alles früh erkannt und man hat Schritt für Schritt auch Verbesserungen vorgenommen. Aber eben nur im Rahmen dessen, was die Grundstuktur zulässt.

Mich wundert, dass zum Showdown noch niemand den Vergleich zu TDK gebracht hat. Denn auch dort muss Batman ja eine Entscheidung treffe wen er rettet bei laufendem Countdown.

Es wäre cool gewesen, wenn am Ende zwischen ihm und Madeleine noch Hinx gewesen wäre. Das wäre noch mal ein cooles Ende gewesen.
Andererseits wäre das auch nur ein weiterer Action Anhang gewesen.
Die Story hätte eine andere Dramatik erfordert.

Hierzu habe ich schon vor langer ZEit gesagt, dass es meiner Meinung nach so hätte ablaufen müssen:
- C verliert die Abstimmung über die Nine Eyes weil ein Land (oder sogar England) dagegen stimmt (hätte halt jemand anderes für England abstimmen müsse als er selbst)
- Oberhauser gibt sich in Marokko als tot aus, man weiß nicht dass er überlebt hat
- Zurück in London plant Oberhauser selbst dann einen letzten großen terroristischen Akt auf die Stadt selbst. Diesen muss Bond dann verhindern unter Zeitdruck

Eine ganz dreckige und düstere Idee wäre es gewesen, wenn Bond Oberhauser schnappt und ihn umgekehrt foltern muss, um zu erfahren wo die Bombe ist. Das wäre dann eine Rache für Marokko, und gleichzeitig der finale Akt dahin gehend dass Bond sich seinen Bösewicht selbst geschaffen hat (Erst die Kindheit, jetzt die Folter).
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Hannes007
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7. November 2015 12:50

Ich hab am Ende so gehofft, dass Bond abdrückt. :-D Aber für mich persönlich irgendwie total klasse ist das Ende auf der Westminster Bridge neben dem Houses of Parlaments: genauo dort war ich vor drei Jahren.
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7. November 2015 12:55

Eine richtige Bedrohung am Ende für London hätte den Film sicher noch einmal aufgewertet. Auch die Idee, rettet Bond Swan oder verhindert er einen Anschlag, wäre gut gewesen. Aber nur, wenn Bond beide Aufgaben löst.
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mrk
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7. November 2015 13:00

Spoiler
Show
danielcc hat geschrieben:Der "alte Blofeld" macht sich leider in seinen Filmen grade in OHMSS viel zu sehr die Hände selbst schmutzig! Da wurde der Charakter schon in den alten Filmen unnötig verändert.
Nein, Waltz spielt für mich den mit Abstand besten Blofeld.
Zustimmung zu deiner Aussage bzgl. OHMSS, aber auch in OHMSS verfolgt Blofeld sein primäres Ziel des Geschäfts, der Anschlag am Ende galt ja beiden und nicht nur Mrs. Bond und war die Rache für das Durchkreuzen seiner Pläne. Darauf basiert auch die Beziehung Blofeld/Bond, und nicht auf einem in dunkler Vergangenheit zurückliegenden Familienzwist. Hier treffen wir wieder ein Beispiel für die schon in SF kritisierte (aber von mir damals nicht geteilte) Psychologisierung.
danielcc hat geschrieben:Wenn jetzt selbst das Spectre Treffen in TB als besser wahrgenommen wird als das in SP, dann bin ich echt fassunglos. Schöner und spannender kann man sowas doch nicht inszenieren.
Die Inszenierung ist in SP top, aber meine Kritik zielte auf das Verhältnis zwischen Inszenierung und Effekt ab. Wobei ganz ehrlich: An ein gutes Set von Ken Adam kommt auch eine Szene mit verdunkelten Figuren und ein bisschen Lichtspielerei nicht heran. Die Szene in FB mag in Sachen Kameraführung, Aufwand etc. abfallen im Vergleich zu SP, aber PHANTOM/SPECTRE in FB fand ich schlüssiger inszeniert als dieses Klassentreffen in Rom. Die Dichte der Szene aus FB fehlt mir irgendwie, auch die Betonung der Unterordnung unter die Organisation als solche und deren Kodex kommt in FB wesentlich besser rüber als in SP. Weniger ist eben manchmal mehr. Der elektrische Stuhl in FB passt wesentlich besser zur Szene und dem Selbstbild als Terrorkonzern, als die Aktion von Hinx. Überhaupt wirkt SPECTRE in FB wesentlich geheimer und hintergründiger als in SP, weil eben auch die Besprechungen mehr im Geheimen und Kleinen stattfinden.
danielcc hat geschrieben:Zu Hinx:
Auch der Beißer musste mit Sthalgebiss schon anderen an den Hals gehen, was man zumindest in TSWLM damals ähnlich wahrgenommen hat als das mit den Augen bei Hinx. Ich finde es einen herausragenden Moment und bin froh, dass man vor dieser Härte nicht zurückgeschreckt ist.
Beim Beißer hat man das ganze aber eher dezent gemacht, normalerweise würde z.B. das Blut nur so spritzen, wenn einem die Halsschlagader aufgebissen wird. Darauf hat man damals aus guten Gründen verzichtet, Bond ist eben kein Splattermovie.
Zuletzt geändert von mrk am 7. November 2015 13:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Bleeker
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7. November 2015 13:02

Was ich schade finde: imho ist Codename U.N.C.L.E. der klar bessere Agentenfilm in 2015, obwohl ich großer Bond-Fan bin. Und das liegt vor allem daran, dass es dort eine runde Story gibt und man nicht mehr will, als diesen einen Film. Beim Bond-Franchise scheint es einige Flaschen zu geben, die den Hals nicht voll genug bekommen und vollkommen überlaufen. Sehr enttäuschend. Meine Hoffnungen ruhen komplett auf der Post-Craig/Mendes/Newman-Ära.
Wahre Bond-Fans kannten die Leaks NICHT! ;)
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mrk
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7. November 2015 13:12

Bleeker hat geschrieben:Beim Bond-Franchise scheint es einige Flaschen zu geben, die den Hals nicht voll genug bekommen und vollkommen überlaufen. Sehr enttäuschend. Meine Hoffnungen ruhen komplett auf der Post-Craig/Mendes/Newman-Ära.
Leider scheint diese Rechnung auch aufzugehen, nach den ersten Boxoffice-Zahlen von SP. Ich finde es einfach nur schade, dass dieser durchweg exzellenten Besetzung der Rollen keine adäquate Story gegenübergestellt wurde. Man sollte meine Kritik nicht falsch verstehen, ich würdige durchaus die schauspielerische Leistung der meisten Darsteller, aber auch die besten Schauspieler können nun mal nur so gut sein wie es das Drehbuch zulässt. Und daran hat es, bedingt durch Längen und eine trotzdem unzureichende Tiefe der Story, eindeutig gehapert.
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JayB
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7. November 2015 13:16

Die Bondreihe ist ja bekannt für tiefgehende Storys.
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Vijay
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7. November 2015 13:21

Was ich auf jeden Fall nochmal anmerken wollte: Ich war doch sehr überrascht, nachdem ich das Skript gelesen hatte, dass nun Blofeld selbst derjenige ist, der Bond sagt, dass er nicht Oberhauser ist. Ich dachte echt, jetzt bei der Folterszene sagt Bond es ihm gleich und verwirrt ihn so, dass Bond entkommen kann… Ich finds aber gut, so wie es ist, schließlich zeigt dies, dass Blofeld sich nicht durch die Vergangenheit oder so aus dem Konzept bringen lässt und man hat die Kindheit von Bond nicht noch mal breit aufgefahren.
Was mich aber interessierte, vor allem von denjenigen hier, die das Skript nicht gelesen haben: Ist euch klar geworden, was Blofeld und Oberhauser miteinander zu tun haben? Ich habe nämlich schon sowas gehört wie „Franz Oberhauser wurde getötet und warum ist jetzt Blofeld da?“…
"Für England, James? - Nein, für mich!"
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JayB
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7. November 2015 13:29

Blofeld hat doch gesagt, dass es der Mädchenname seiner Mutter war.
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