Wie findet ihr SPECTRE?

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Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3511
Ja, die Szene wirkt im Film auch von der Stimmung her, als ob sie direkt nach dem Showdown stattfindet. Was sie aber laut Drehbuch nicht tut.

Mir gehen immer mehr die Argumente aus, weswegen mir SP so gut gefällt...
Don‘t you bet that you‘ll ever escape me
Once I put my sights on you
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And you know I‘m going straight for your heart

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3512
Sehe das prinzipiell wie Hille. Das ist einfach eine Variante des klassichen Bond Elements: Am Ende ist Bond mit dem Girl zusammen und zieht davon.
Es ist aber eine Variante davon da man sich wohl offen lassen wollte, dass dies wirklich ein Abschied für Craig ist und man wohl auch noch eine kurze Q/Bond Szene um den DB5 einbauen wollte.

Ich glaube, - auch wenn ich dieses inflationäre GImmick nicht mag - dass die Endszene so wie sie ist ideal für eine Post-Credit Szene gewesen wäre. So wirkt sie
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3513
GoldenProjectile hat geschrieben:
11. Mai 2020 17:35
Das hätte irgendwie besser geklappt wenn Bond und Girl direkt ab der Brücke aufgebrochen wären. Dadurch dass Bond erst von der Brücke davonläuft (was schon etwas "Endgültiges" hat und gut als Filmende gepasst hätte) und dann noch dieses Davonfahren mit dem Ich-kann-ihn-nicht-mehr-sehen-Aston-Martin-DB5 kommt hat das auf mich immer wie ein seltsames Anhängsel gewirkt.
Volle Zustimmung.
Casino Hille hat geschrieben:
11. Mai 2020 14:17
Wenn man so will ist das eine Abwandlung der Classic Bondfilme: Bond und das Girl sind gemeinsam vereint und fahren in den Sonnenuntergang (bzw. ins nebelige Schietwetter von London).
Das kann ich auch erst einmal nachvollziehen. Allerdings gab es eine vergleichbare Szene doch schon auf der Westminster Bridge kurz zuvor. Eine etwas unnötige Dopplung, die mich mehr stört, als das sie hilft.

Ob sich Bond und Maddie in der letzten Szene des Filme in die Arme fallen und der Film dann endet oder sie danach noch gemeinsam im DB5 sitzen macht doch erste einmal keinen Unterschied. Von der Stimmung her ist die Westminster Bridge-Szene jedenfalls das bessere Ende des Films.



Für mich sieht die DB5-Szene auch so aus, dass sie früh morgens spielt.

Ich war damals im Kino auch überrascht, dass nicht der Abspann begann.
"Ich glaube nie, was in den Zeitungen steht." - TND

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3514
After Credit Szenen sind der größte Schwachsinn aller Zeiten (außer in Lethal Weapon 3). Das Ende von SP finde ich grundsätzlich nicht verkehrt, das Pacing ist theoretisch identisch mit Skyfall. Der Konflikt endet, dann folgt eine kurze Dialogszene, abschließend ein Abgang mit Fanfaren. Das Pacing war in SF vielleicht etwas ausgewogener, aber für sich genommen ist der Aufbau identisch.
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Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3515
Dann gebe ich mal meinen Senf zu Spectre.

Ich muss zugeben, dass ich mir noch nicht den ganzen Thread durchgelesen habe. Aber was ich gelesen habe, war kontrovers. Die Bewertungen sind demgegenüber sehr positiv, ist mein Eindruck.

Ich selber habe den Film noch nicht bewertet. Wobei, man kann seine Bewertung wieder ändern, oder?

Ich habe gerade wieder bei YT rumgeklickt und bin überrascht, wie schlecht dieser Film wegkommt. Ja, über Waltz' Performance kann man vielleicht streiten. Wobei die Rolle, denke ich, extrem schwierig ist. Mich hat zumindest noch kein Blofeld-Darsteller so richtig überzeugt.

Besonders wird der Sepia-Look kritisiert, der den Film durchzieht. Kann ich nachvollziehen. Allerdings unterstreicht das ja die hochsymbolische Dimension, die den ganzen Film durchzieht (Sepia als Hinweis auf Blofelds Wüste).

Bondfilme transportieren immer auch Metabotschaften - wie jeder Film. Mal subtil, bei Spectre mit dem Holzhammer. Ich habe damit kein Problem.

Ich finde Spectre unterhaltsam und es gibt einige sehr coole und auch einige herausragende Szenen. Besonders natürlich die PTS, das ist schon mega zusammen mit dem Intro. Auch die Szenen in Rom finde ich stark und die Folterszene (auch da liegt unter der Oberfläche der Erzählebene wieder jede Menge Symbolik).

Ich finde die Stiefbruder-Geschichte passend. Erinnert mich an Mose und Ramses bei den 10 Geboten. Bond und Blofeld erscheinen hier als zwei Seiten einer Medaille.

So, aber wenn der Film (wie schon SF) so sehr mit dem Holzhammer auf eine Metaebene verweist, dann ist es für die Bewertung des Films umso wichtiger, das zu verstehen: was will uns der Film eigentlich sagen?

Und da wird es dann, wie ich finde, schwierig. Ich finde da auch SF sehr fragwürdig.

Da ist es das eine, dass Spectre ein "Ort ohne Gnade" ist. Das wird exemplifiziert bei der Einführung von Mr. Hinx. Bond als Antagonist hat dagegen "die Lizenz, nicht zu töten".

So weit, so schön. Gnade ist toll. Spectre ist aber nicht nur ein gnadenloser Ort, sondern repräsentiert auch Internationalität. Menschen aus allen Nationen sind da zusammen. Auch bei C's Mission geht es im Grunde um internationale Kooperation und multilaterale Vertrauen.

Meine Interpretation ist, dass Spectre hier den Brexit deutet. Aber das kann ja nur schiefgehen.

Und unabhängig davon, ob ihr dieser Deutung zustimmen könnt, ist es leider sehr fragwürdig, Internationalität und Gnadenlosigkeit erzählerisch miteinander zu verbinden.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3516
Eine sehr interessante Interpretation von dir, Hinx. Vor allem weil deine Deutungen bzgl Metaebene in der Form hier wenig diskutiert wurden.
Bei mir ist SP sehr tricky zu bewerten: wenn ich alle Fakten zusammen nehme, dürfte mir der Film eigentlich nicht besonders gefallen. Aber aus irgendeinem Grund schwankt er bei mir immer zwischen 9-10 Punkten, weil er mich emotional mitreißt.
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Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3517
MrHinx hat geschrieben:
16. Juli 2020 10:01
Gnade ist toll. Spectre ist aber nicht nur ein gnadenloser Ort, sondern repräsentiert auch Internationalität. Menschen aus allen Nationen sind da zusammen. Auch bei C's Mission geht es im Grunde um internationale Kooperation und multilaterale Vertrauen.
Die Brexit-Parallelen sind in der Tat erkennbar, wobei SP sicherlich eher weniger den Brexit als solchen verhandelt, aber stark von der britischen Mentalität geprägt ist, die in Teilen auch im Brexit deutlich geworden ist. Beispielsweise behandelt auch der 2007 erschienene Film "Hot Fuzz" bereits die britische ländliche Ideologie, die den Brexit so in der Form überhaupt erst ermöglicht hat – und das obwohl Regisseur Edgar Wright zum damaligen Zeitpunkt vom bevorstehenden Austritt der Briten aus der Europäischen Union noch gar nichts gewusst haben kann. SP passt in den britischen Zeitgeist des Jahres 2015, da bleiben Verknüpfungen mit der Stimmung der Nation kurz vorm Brexit natürlich nicht aus. Wie man da persönlich zu steht, ist eine andere Frage, aber sicherlich sind selbst verhältnismäßig simple Unterhaltungsfilme wie die James Bond Filme immer auch ein Spiegel gesellschaftspolitischer Entwicklungen. Da machen die Filme von Sam Mendes keine Ausnahme.
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Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3518
Jedenfalls atmet SP für mich den Geist des Brexit. Ich finde ihn regressiv.

Aber immerhin ist SP dabei sehr unterhaltsam. SF finde ich schlimmer. Aber auch konsequent: Bond ist nicht up to date, dafür scheitert er auch am Ende 😁 . Ich meine, Bond war eigentlich immer progressiv. Bei TMWTGG etwa hat Skaramanga keine Ahnung, obwohl ihm die Anlage gehört. Bond hat sofort den Durchblick und erklärt seinem Gegenspieler die technischen Zusammenhänge.

Re: Danny Boyles "goldene Filmidee"

#3519
Mendes halte ich als Filmregisseur ganz allgemein für überbewertet, das ist kein Geheimnis. Doch frage ich mich mit zunehmender Distanz, wie so etwas wie SP überhaupt möglich sein konnte. Ich meine, obgleich mir Mendes‘ Filme gefallen oder nicht - Revolutionary Road ist mein Favorit - so halte ich ihn trotzdem für einen intelligenten und fähigen Filmemacher. Ich habe das Gefühl, dass er sich noch nie „ehrlich“ zu SP geäußert hat. Die himmelschreienden Schwächen des Filmes dürften doch auch während der Dreharbeiten aufgefallen sein - hier wäre eine Verschiebung wirklich vorteilhaft gewesen.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3520
craigistheman hat geschrieben:
12. September 2020 11:38
hier wäre eine Verschiebung wirklich vorteilhaft gewesen.
Was aber diametral dazu steht, wie sich viele hier im Forum ständig äußern. Immer wird kritisiert, dass die Intervalle zwischen den Bondfilmen doch viel zu lang sind.

Im übrigen sehe ich inszenatorisch bei SP so gut wie gar keine Fehler. Die Schwächen liegen klar beim Drehbuch und das finde ich auch besser als z. B. das von TENET mit seiner durchgehenden Rumerklärerei. Auch wenn ich es schon kommen sehe, dass mir Hille gleich widersprechen wird.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3521
Samedi hat geschrieben:
12. September 2020 12:08
craigistheman hat geschrieben:
12. September 2020 11:38
hier wäre eine Verschiebung wirklich vorteilhaft gewesen.
Was aber diametral dazu steht, wie sich viele hier im Forum ständig äußern. Immer wird kritisiert, dass die Intervalle zwischen den Bondfilmen doch viel zu lang sind.
@Hille nehm ich an: Danke für‘s verschieben! Der Beitrag war eigentlich noch nicht fertig, aber in dieser Form passt er natürlich besser hier rein.

Naja, aber in diesem Fall gab es den Leak, der schon viel Schaden angerichtet hat. Das Problem ist ja nicht das zusätzliche Warten an sich, sondern der Grund.
Die Intervalle sind derzeit auch zu lang, 3 Jahre sind aber absolut angemessen. Würde mich über etwas kleinere, feinere Filme im regelmäßigen Takt freuen !

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3522
3 Jahre sollten eigentlich machbar sein. Ich habe mich damals schon über die vierjährige Pause (2015-2019) geärgert.

Wurde SP nicht sogar wegen der Leaks 2 Wochen verschoben? Kaum zu glauben, dass das überhaupt irgend etwas gebracht haben soll.
"Ich glaube nie, was in den Zeitungen steht." - TND

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3523
Da Frage ich mich, haben die das Drehbuch aufgrund der Leaks nochmal geändert?

Bzw vielleicht sogar verschlimmbessert?

Verstehe ich nicht. Selbst hier aus unserem Forum hat doch höchstens 1/3 die Leaks überhaupt gelesen. Selbst wenn man alle weltweiten Bondforen / Freaks zusammen zählt, wäre das trotzdem ein verschwindend geringer Anteil an Kinogängern. Selbst ich als Bondfan (bin erst Anfang 2016 ins Forum gekommen) habe damals nichts aus den Medien mitbekommen, dass es irgendwelche Leaks gab.

Und weiter: 5 Bondfilme sind nahezu 1:1 Adaptionen der Romane. Da war den Fans die Story auch schon vorher bekannt. Das reicht bis zu CR, wo der Roman eigentlich auch 1/4 bis 1/3 der Story verrät.
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Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3524
Revoked hat geschrieben:
13. September 2020 08:53
Da Frage ich mich, haben die das Drehbuch aufgrund der Leaks nochmal geändert?
Ich hatte die neueste geleakte Fassung gelesen, und zu 95% war das 1:1 der spätere Film.
Vor allem gegen Ende gab es kleinere Abweichungen. Grundlegend wurde da aber im Final Draft, also dem Buch, mit dem dann gedreht wurde, nichts mehr geändert.
Revoked hat geschrieben:
13. September 2020 08:53
Selbst hier aus unserem Forum hat doch höchstens 1/3 die Leaks überhaupt gelesen. Selbst wenn man alle weltweiten Bondforen / Freaks zusammen zählt, wäre das trotzdem ein verschwindend geringer Anteil an Kinogängern.
Genau.
Solche Leaks und auch sonstige Spoiler beschäftigen weniger als 1% der Kinogänger.
Die große Mehrheit geht ohne große Vorbereitung ins Kino. Und selbst wenn die jetzt z.B. vor ein paar Monaten die neuesten Klatschberichte zu NTTD gelesen haben, haben sie das bis zum Filmstart wieder vergessen.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

#3525
Diese gewollte Pseudo-Geheimhaltung (vor allem bei Bond) der letzten Jahre ist aus meiner Sicht sogar kontraproduktiv.
Seit Sixth Sense hat man ja bei jedem zweiten Film diese Hoffnung/den Wunsch, dass es einen sensationellen Wendepunkt gibt. Aber die meisten Filme haben das nicht und sollen es auch nicht haben.
Leider haben sich auch die Bondproduzenten auf dieses Spiel eingelassen was wohlgemerkt wohl schon mit GE begonnen hat, dann in TWINE kopiert wurde (hier der Verrat von Alec, dort der Wandel von Elektra). Dann natürlich Origina-getreu die Vesper Geschichte, aber auch SF versucht einen solches "Aha-Erlebnis" (Silva ein alter Agent) - und dann der traurige Höhepunkt in Form des "Brothergates".
Gerade durch diese Geheimhaltung bzgl der Stories erzeugen die Produzenten eine Erwartungshaltung, die die Filme gar nicht erfüllen sollten.

Warum schreibe ich das? Weil ich denke, dass ohne diese Erwartungshaltung (und natürlich ohne Brothergate), SP deutlich nüchterner und wohl positiver bewertet würde. Bei Weitem kein perfekter Film und auch nicht der flüssigste Bondfilm, aber doch in weiten Teilen ein sehr kompetenz inszenierter und unterhaltsamer Bondfilm im Klassiker-Stil.

Bei NTTD deutet sich schon das Gleiche an. Im Prinzip wohl ein klassicher Bondfilm mit entsprechendem Bösewicht, erzeugt die Geheimhaltung und das Rätselraten die Erwartung auf einen besonderen Twist
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