Re: Zuletzt gesehener Film

#2206
Anonymous - Roland Emmerich

Erstaunlich, erstaunlich was Emmerich da abgeliefert hat, welch Kontrast zu seinem bisherigen Oevre. Vor allem wie komplex er die Story angelegt hat ist ein regelrechter Quantensprung zu seinen vorherigen Filmen. Dennoch bleibt er sich treu darin seine Filme möglichst publikumsgerecht und unterhaltsam zu gestalten, was das Ganze nur noch weiter aufwertet. Ich will nicht lang rumsülzen: Bomben-Story, superbe Besetzung (auch hier hätte ich Ifans eine so nuancierte und tiefe Darstellung nie zugetraut), kurzweilige und stimmungsvolle Inszenierung - der ganze Film ist ein einziger Genuss, der durch den permanenten Wechsel zwischen den verschiedenen Zeit- und Erzählebenen enorm profitiert. Hut ab, Emmerichs bester Film bisher, der für seine weitere Zukunft auf mehr hoffen lässt.
Wertung: 9 / 10
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Zuletzt gesehener Film

#2207
Einfach zu haben

Ich hatte es schon fast befürchtet, ich habe die Ausleihe richtig bereut. Warum? - Weil ich mir diesen klasse Film sonst direkt gekauft hätte. Der Film ist ein wunderbarer Feelgood-Film mit einer grandiosen Emma Stone, die die Klischee-Schulschlampe wider Willen enorm gut und vor allem mit ironischer Distanz gibt. Optisch ist sie ja sowieso ne Bank, und trotz ihrer damals schon 22 Jahre nimmt man ihr die minderjährige Teenagerin definitiv ab. Zudem kann man sagen, dass sie auch noch unglaublich sexy ist in ihrer Rolle. Aber auch der dramatische Bruch im Film weiß zu gefallen. Einfach klasse.

9 von 10

Ich sehe übrigens gerade, dass Emma hier von Anja Stadlober gesprochen wird, das fiel mir gar nicht auf. Jedenfalls passt die Stimme sehr gut.
http://michael.huenecke.hat-gar-keine-homepage.de/
Seit Daniel Craig geht es mit Bond abwärts...hätte man nur niemals diesen neustart gemacht...:-(

Re: Zuletzt gesehener Film

#2212
Das Gespenst der Freiheit
Ein schöner Vertreter der Surrealismus. Leider ist die erste Hälfte noch verhältnismäßig gewöhnlich während es erst ab etwa der Hälfte so richtig schön absurd wird. Wäre der komplette Film so geworden wäre es ein 10er...

8/10


The Big Lebowski
Mit den Conen-Brothers-Filmen tue ich mich bekanntlich schwer. Hier ist auch wieder viel Kultpotential, das leider nicht so genutzt wird. Wieder sehe ich das Problem bei zum ausgegorenen Skript. Jeff Bridges und John Goodman sind genial hier keine Frage, aber mit dem Rest des Films werde ich nicht so recht warm...

7/10

Die Rache der Pharonen (The Mummy)
Die Hammer-Version des Universal-Grusel-Klassikers punktet mit den gewohnten Hammer-Stärken: Das Duo Cushing/Lee, viel Liebe fürs Detail und Story. Sehr charmanter Film der auf schön nostalgische Weise unterhält. Und dass der Film weniger Logiklöcher als heutige Horrorfilme hat dürfte klar sein. :wink:

7,5/10
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young

Re: Zuletzt gesehener Film

#2213
The Tourist - Florian Henckel von Donnersmarck

Und schon wieder ne Überraschung: nach den ganzen mittelmäßigen bis schlechten Reviews zum Touristen hatte ich mir nicht viel davon versprochen und siehe da: da steckt ja doch ein guter Film drin! Ich hatte eigentlich einen stylish-kühl-modernen Actioner erwartet, statt dessen hat Donnersmarck seinen Film erfreulicherweise konsequent in der Tradition klassischer Thriller a la Der Unsichtbare Dritte, Charade oder Der Preis gedreht. Zwar erreicht The Tourist nie das Niveau der genannten Klassiker, ist aber dennoch über die volle Laufzeit spannend und unterhaltsam. Vor allem gelang es Donnersmarck seinem Filme etwas zu verleihen, was kaum ein moderner Thriller zu bieten hat: Stil und Klasse. Die Locations sind wunderbar in Szene gesetzt, Paris genauso wie Venedig. Dass da so ziemlich jedes Klischee bedient wird verzeiht man angesichts der charmanten Inszenierung gern. Ebenso macht es viel Spass Donnersmarck beim Hitchcock-Zitieren zuzuschauen. Er bedient sich bei vielen typischen Hitch-Patterns, sei es nun die unterkühlte Unbekannte, der zufällig ins Geschehen gezogene Normalo oder gleich ganzer klassischer Szenen wie dem Dialog im Zug. Ich war nie ein Fan von Angelina Jolie aber nachdem sie mich bereits in Salt mehr als angenehm überrascht hat muss ich auch hier den Hut vor ihrer Darstellung ziehen, diese steht der von klassischen Hitchcock-Leading Ladies wie Eva Marie Saint oder Grace Kelly in nichts nach. Sie spielt ihre Rolle perfekt zwischen aggressiv-kühler Erotik und unnahbarer Berechnung. Johnny Depp ist Johnny Depp und allein das reicht eigentlich schon um seine Klasse auch in diesem Film zu beschreiben. Einziger kleiner Kritikpunkt: er trägt schon etwas arg dick auf als tapsiger und scheinbar unscheinbarer Normalo, so dass beim routinierten Thrillerkenner sehr schnell der Verdracht aufkommt, dass da wohl doch noch etwas mehr hinter der Rolle steckt...
Donnersmarcks US-Debüt ist ein toller Thriller geworden, der sich hemmungslos bei den Klassikern des Genres bedient und einen gekonnten Spagat zwischen Retro und Modernisierung darstellt. Das mag nicht wirklich innovativ und hinsichtlich der Handlung und der Figuren oftmals sehr klischeehaft sein, aber die charmante Inszenierung federt dies gekonnt ab.
Wertung: 8 / 10
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Zuletzt gesehener Film

#2214
AnatolGogol hat geschrieben:Die Locations sind wunderbar in Szene gesetzt, Paris genauso wie Venedig. Dass da so ziemlich jedes Klischee bedient wird verzeiht man angesichts der charmanten Inszenierung gern.
Glücklicherweise nicht in Indien gedreht?

Re: Zuletzt gesehener Film

#2215
Maibaum hat geschrieben:
AnatolGogol hat geschrieben:Die Locations sind wunderbar in Szene gesetzt, Paris genauso wie Venedig. Dass da so ziemlich jedes Klischee bedient wird verzeiht man angesichts der charmanten Inszenierung gern.
Glücklicherweise nicht in Indien gedreht?
Touché. :D Aber glücklicherweise verzichtet unser Film-Blaublütler dann doch auf so Sachen wie Schwertschlucker, Schlangenbeschwörer und Nagelbrett-Fakire. :wink: Stattdessen hält er sich eher an die Präsentation typischer Sehenswürdigkeiten wie Markusturm, Kanäle usw.. Und wie du weisst habe ich gegen Reiseprospektoptik ja nix (siehe MR).
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Zuletzt gesehener Film

#2216
War

Ziemlich guter Yakuza-/Triaden-Thriller, angesiedelt in San Francisco. Die Choreos sind hervorragend (in diesem Bereich leistet Corey Yuen eigentlich auch immer erstklassige Arbeit), die übrigen Actionszenen die sich aus Schiess- und Fahrsequenzen zusammensetzen sind eigentlich auch vollkommen in Ordnung, Li und Statham sind in ihrem Element und leisten ganz gute Arbeit. War ist zwischendurch auch ganz schon hart, blutig und makaber, im grossen und ganzen kein Kinderfilm. Die Story ist besser als der Durchschnitt; zwar keine Ausgeburt an Glaubwürdigkeit oder Originalität, dafür aber doch mit einem überraschenden Ende.

Das Potential eines Duells Li vs. Statham wurde leider trotzdem nicht in voller Entfaltung genutzt. Für Leute, die rohe Action und harten Thrill genauso mögen wie Li und Statham ist der Film zumindest für einen langweiligen Abend trotzdem zu empfehlen.

7,5 / 10


Mandrill

Tja, was soll man sagen... Ein spanischer Martial-Arts-Killer-Film als Bondparodie. Einige Szenen - besonders am Anfang - haben echt stil und funktionieren auch als schelmischer Verweis auf 007. Dazu kommen echt beeindruckende Choreos die teilweise auch mit Grossproduktionen à la Statham mithalten könnten. Leider ist die Story wohl etwas vom lahmsten und einfallslosesten Was einem je geboten wurde und die Figuren nerven irgendwann nur noch. was ist aus dem charismatischen und coolen Killer von Beginn geworden? Eine lasche Heulsuse die jegliche Spannung in Gähn-Faktor zehn verwandelt. Richtig stark ist der Film eigentlich nur in seinen Kampf- und Killszenen.

3,5 / 10
We'll always have Marburg

Re: Zuletzt gesehener Film

#2218
AnatolGogol hat geschrieben:The Tourist - Florian Henckel von Donnersmarck

Und schon wieder ne Überraschung: nach den ganzen mittelmäßigen bis schlechten Reviews zum Touristen hatte ich mir nicht viel davon versprochen und siehe da: da steckt ja doch ein guter Film drin! Ich hatte eigentlich einen stylish-kühl-modernen Actioner erwartet, statt dessen hat Donnersmarck seinen Film erfreulicherweise konsequent in der Tradition klassischer Thriller a la Der Unsichtbare Dritte, Charade oder Der Preis gedreht. Zwar erreicht The Tourist nie das Niveau der genannten Klassiker, ist aber dennoch über die volle Laufzeit spannend und unterhaltsam. Vor allem gelang es Donnersmarck seinem Filme etwas zu verleihen, was kaum ein moderner Thriller zu bieten hat: Stil und Klasse. Die Locations sind wunderbar in Szene gesetzt, Paris genauso wie Venedig. Dass da so ziemlich jedes Klischee bedient wird verzeiht man angesichts der charmanten Inszenierung gern. Ebenso macht es viel Spass Donnersmarck beim Hitchcock-Zitieren zuzuschauen. Er bedient sich bei vielen typischen Hitch-Patterns, sei es nun die unterkühlte Unbekannte, der zufällig ins Geschehen gezogene Normalo oder gleich ganzer klassischer Szenen wie dem Dialog im Zug. Ich war nie ein Fan von Angelina Jolie aber nachdem sie mich bereits in Salt mehr als angenehm überrascht hat muss ich auch hier den Hut vor ihrer Darstellung ziehen, diese steht der von klassischen Hitchcock-Leading Ladies wie Eva Marie Saint oder Grace Kelly in nichts nach. Sie spielt ihre Rolle perfekt zwischen aggressiv-kühler Erotik und unnahbarer Berechnung. Johnny Depp ist Johnny Depp und allein das reicht eigentlich schon um seine Klasse auch in diesem Film zu beschreiben. Einziger kleiner Kritikpunkt: er trägt schon etwas arg dick auf als tapsiger und scheinbar unscheinbarer Normalo, so dass beim routinierten Thrillerkenner sehr schnell der Verdracht aufkommt, dass da wohl doch noch etwas mehr hinter der Rolle steckt...
Donnersmarcks US-Debüt ist ein toller Thriller geworden, der sich hemmungslos bei den Klassikern des Genres bedient und einen gekonnten Spagat zwischen Retro und Modernisierung darstellt. Das mag nicht wirklich innovativ und hinsichtlich der Handlung und der Figuren oftmals sehr klischeehaft sein, aber die charmante Inszenierung federt dies gekonnt ab.
Wertung: 8 / 10

Werde ich wohl auch mal sichten...

Kenne bisher nur das Original "Anthony Zimmer" (Tourist = Remake) und es bekommt eben genau 8 Punkte bei mir.
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young

Re: Zuletzt gesehener Film

#2219
Also, ich fand den Film total luschig. Konnte bzw. musste da den Kritiken, die ich dazu las, vollkommen zustimmen. Unspektakuläre Action, 08/15 Story, langweilige Darsteller. Wers mag, bitte, aber für mich einer der schwächsten Filme der letzten Jahre. :roll: :wink:

Langweiliger Thriller, der sich einzig und allein auf seine meiner Meinung nach einfach überbewerteten Superstars verlässt und auf jedwede Raffinessen oder wirklich guten Plotideen verzichtet, bis hin zum absolut enttäuschenden Showdown. :wink:
http://michael.huenecke.hat-gar-keine-homepage.de/
Seit Daniel Craig geht es mit Bond abwärts...hätte man nur niemals diesen neustart gemacht...:-(

Re: Zuletzt gesehener Film

#2220
Gantz
Sehr schöne japanische Manga-Verfilmung, die auch schön die Bildästhetik der Mangas in den Realfilm überträgt. Die für japanische Filme sonst übliche - für westliche Gewohnheiten - übertriebene Theatralik hält sich auch weitgehend in Grenzen. Visuell ist der Film zwar kein Meilenstein, aber dennoch sehr ansehlich. Überraschend ist der Score, sonst für japanische Produktionen nicht so prägnant bzw. fein abgestimmt. Die Dramaturgie ist, obwohl es ein Auftakt-Film (Gantz ist eine Trilogie) ist, straff genug und die bei 130 Min Laufzeit erwarteten Längen gibt es nicht.

Tolle Unterhaltung und erfrischend verdauliches japanisches Kino, gleichzeitig aber immer noch very japanese-like.

8/10
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young