Re: Zuletzt gesehener Film

9826
Klassentreffen 1.0
Wow! Das war definitiv der schlechteste Film, den ich seit Jahren gesehen habe. Eigentlich schon Schlefaz Qualität, nur würde der nicht mal von Kalkhofe gesendet, da niemand diese amateurhafte Schnitttechnik länger aushält. Kein einziger Schnitt länger als 5 Sekunden, da hüpfen die Figuren wie in einem schlechten Stopmotion-Movie hin und her. Da wird man verrückt.
Da fallen schon die steifen, schablonenhaften Charaktere sowohl in Gestik, Mimik als auch Linguistik nicht mehr so auf. Till der DJ Superstar mit dämlichen Hut (legt der den einmal ab?) der Weiber wie und mit seinen Unterhosen wechselt und als Running Gag eine Stalkerin wie eine abgelutschten Kaugummi raufgepappt bekommt, den er vergeblich versucht abzustreifen; mit zwei Loser als Ex-Schulkameraden als Antithese. einer uninteressanter und klischeehafter als der andere.
Ich muss zugeben, ich habe mich nach einer halben Stunde ausgeloggt. Ich hielt diesen schlechten Schnitt nicht mehr aus!
0/5 Punkte
Seine Zeit kam, immer wenn er Pillen nahm

Re: Zuletzt gesehener Film

9827
Am Sonntag lief in der ARD (sollte in der Mediathek abrufbar sein) ein neuer Polizeiruf aus Halle, mit dem famosen Peter Kurth und Peter Schneider in ihrem ersten Fall. Ich fand den richtig gut, ein verschachtelter Plot, gute Filmmusik und viel Humor und skurrile Menschen. Sehr empfehlenswert!
#Marburg2021

Though this be madness, yet there is method in’t
William Shakespeare, Hamlet

Re: Zuletzt gesehener Film

9828
Été 85 (François Ozon)
Ozon kombiniert in seinem neuen Film das unbeschwerte, charmante und romantische Coming-of-Age-Sommerfeeling eines Call Me by Your Name mit den doppelbödigen Genre-Twists seiner eigenen Erotikthriller. Und das funktioniert und unterhält gut, auch wenn Ozon es versäumt, die perfekte Schlussszene als Schlussszene zu nutzen.

Wertung: 7 /10
We'll always have Marburg

Re: Zuletzt gesehener Film

9829
Habe mir wieder mal "Der unsichtbare Gast" auf DVD gegeben.
Wui! Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie gut das war!
Einen guten Film erkennt man v.a. daran, dass man ihn gerne wieder mal anschaut und dennoch immer wieder neue Nuancen entdeckt.
Das geniale an diesem Film ist, man kommt mit der 0815 Erwartung, dass sowieso ein genialer Twist oder Turn wie gehabt am Schluss den Sachverhalt im neuen Licht erscheinen lässt. Man fiebert an der echten alternativen Lösung des Kriminalfalls mit, um am Ende zu erkennen, dass es diesen nicht gibt!
Sorry, aber ich muss spoilern, da es keinen Spoiler gibt! Einfach genial! Definitiv der beste Film der 10er Jahre und ich fiebere aufs Hollywood - Remake
Seine Zeit kam, immer wenn er Pillen nahm

Re: Zuletzt gesehener Film

9831
Midsommar
zuerst dachte ich mir, dieser Ari Aster hat einen totalen Knall, und nach dem weit überschätzten "Hereditary" Schmarren dachte ich mir auch, es kann nichts besseres nachfolgen.
Doch im Laufe des Films, trotz dass er Anleihen von Lynch und Kubrick nimmt und sogar an Experimentalfilmer aus den 1970igern wie diesen Jodorovsky (El Topo) erinnert, bekommt er ein eigenes Flair. Vermutlich weil die meisten heutigen Horrorfilme aus der Konfektion a'la Blumhouse oder Asylum nur noch aus Jumpscares, Twists and Turns im Dauertakt bestehen, was hier komplett fehlt.
Die ganze Handlung ist zwar ein einzig riesiges Logikloch - jeder normaldenkender wäre spätestens nach dem ritualen Doppelselbstmord in Panik davongelaufen - dennoch nehmen die abartigen Kulte dieser Sekte einen gefangen. Warum? Wer weiß? Man empfindet die Sektierer zuerst als harmlose Öko-Spinner, doch sukzessive schält sich dieses Grauen durch deren Wahn in der Handlung frei, das dann fast schon ins Gore and Splatter Genre abdriftet. Vermutlich blieb deshalb dem Film der große Durchbruch verwehrt, da er mit Gefühlen im Grenzgang zwischen Anwiederung und Faszination für unser inneres Dunkles spielt. Und da will man dann doch nicht zu tief graben.
8/10 Punkte
Seine Zeit kam, immer wenn er Pillen nahm

Re: Zuletzt gesehener Film

9832
iHaveCNit: A Quiet Place 2 (2021) - John Krasinski
Deutscher Kinostart: 24.06.2021
gesehen am 01.07.2021 in Dolby Atmos
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kinosaal 1 - 20:30 – Reihe 8 Platz 12


Nach 8 Monaten Wartezeit, die sich für mich wie eine unerträglich lange Zeit angefühlt haben, haben die Kinos endlich wieder geöffnet. Das war Grund genug für mich, mir natürlich auch Gedanken darüber zu machen, mit welchem Film ich das Comeback des Kinos feiere. Da kam mir aus den aktuellen Kinostarts genau ein Film zurecht in den Sinn, der bereits im März 2020 in die deutschen Kinos kommen sollte – Die Fortsetzung von John Krasinskis „A Quiet Place“ aus dem Jahre 2018, der sich direkt damals in meine Top10 des Jahres katapultiert hat. Dieses immersive Erlebnis eines Horror- bzw. apokalyptischen Survivalthriller hat mich in seiner Konzeption und Inszenierung sowohl handwerklich als auch schauspielerisch komplett überzeugt. Umso gespannter war ich nun, ob mir der 2. Teil nun ein ähnliches Erlebnis beschert hat. Nur soviel – Das Warten hat sich gelohnt und ich hätte mit keinem besseren Film aus der Zwangspause heraus starten können.

Nachdem die Familie Abbott nach persönlichen Verlusten eine Waffe im Kampf gegen die phonosensitiven Jäger gefunden hat, muss sie leider von der dadurch unbewohnbar gewordenen Farm ins Ungewisse aufbrechen. Dabei begegnen sie Emmett, einem alten Bekannten der Familie.

Mehr möchte ich an dieser Stelle auch nicht über die Handlung des Filmes verlieren, da durchaus Spoiler zu sowohl Teil 1 als auch Teil 2 enthalten sein können. John Krasinski fängt in Teil 2 genau da an, wo er bei Teil 1 aufgehört hat – sowohl inszenatorisch als auch bei der Handlung. Wie ich bereits oben erwähnt habe, gefällt mir das immersive Erlebnis aus Teil 1 besonders gut. Diese Form des visuellen Erzählens durch Schauspiel und audiovisuelle Gestaltung, das mitunter auch noch ordentlich an der Spannungsschraube dreht, aber auch noch genug Zeit findet, minimalistisch effektiv auf den Punkt den Charakteren und deren Emotionen Raum zu geben ist großartig. Und genau das findet sich bei Teil 2 wieder. Man mag sich die Frage stellen, ob ein großartiges Survivalkammerspiel wie „A Quiet Place“ überhaupt eine Fortsetzung nötig gehabt hat – diese Frage kann ich für mich auf jeden Fall mit einem „Ja“ beantworten. Dafür eignet sich ja bereits die Struktur des Films, der in einem Prolog und dem danach folgenden Hauptteil der Handlung unterschiedliche Tage und Zeiträume von wichtigen Schlüsselmomenten abdeckt. Und dort werden sich auch nach Teil 2 sicherlich noch genug interessante Schlüsselmomente ergeben, die erzählt werden können. In Teil 2 bekommen wir zwar weniger das auf einen Schauplatz komprimierte Kammerspiel, dafür aber viele abwechslungsreiche Sequenzen, die sowohl emotionale Tragweite als auch stark inszenierte Spannungsmomente liefern. Dass ich hier natürlich auch das Schauspiel von Emily Blunt, Millicent Simmonds, Noah Jupe und John Krasinski großartig finde ist selbstverständlich – darüber hinaus ist aber auch ganz klar die Darstellung von Cillian Murphy ein großer Gewinn und es ist schön, dass sein Charakter auch sehr viel Raum bekommen hat. Dass ein dritter Teil in Aussicht ist, gefällt mir sehr und wenn dieser so gut wie seine Vorgänger ist, kann das nur großartig werden. Bei dem zweiten Teil hat mir jedoch noch das gewisse Etwas gefehlt, dass in der Unerwartbarkeit liegt. So war die Erfahrung des Films durchaus bereits etwas routiniert und ich wusste in etwa, was mich hier erwarten könnte.

„A Quiet Place 2“ - My First Look – 9/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9833
iHaveCNit: Freaky (2021) – Christopher Landon
Deutscher Kinostart: 24.06.2021
gesehen am 02.07.2021
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kinosaal 3 - 20:00 – Reihe 9 Platz 15


Der Regisseur Christopher Landon hat sich in seinen letzten 3 Filmen „Scouts vs. Zombies“ sowie „Happy Deathday“ und „Happy Deathday 2U“ bereits im Feld von Horrorkomödien ausgetobt und zum Beispiel das Slashergenre in den beiden „Happy Deathday“-Filmen bereits um Elemente wie Zeitschleifen (wie zum Beispiel bei „Groundhog Day“ und „Edge of Tomorrow“) und Zeitreisen bzw. Dimensionsreisen erweitert und natürlich auch in unterhaltsamer Weise klassische Elemente von Horrorfilmen ironisch und satirisch kommentiert. In seinem neuen Film „Freaky“, der eigentlich bereits im November 2020 in die Kinos kommen sollte, ergänzt er nun das klassische Slashergenre mit dem Element des aus Komödien bekannten Körpertauschs.

Eine Legende in Blissfield besagt, dass pünktlich zu den Abschlussfeierlichkeiten der High-School, die jedes Jahr auf einen Freitag den 13. fallen ein „Blissfield Butcher“ genannter Serienkiller sein Unwesen treibt und es größtenteils auf Jugendliche abgesehen hat. Inmitten des Blutrauschs dieses Serienkillers läuft es für die junge, schüchterne Millie Kessler sowohl in der Schule als auch privat nicht gut – und natürlich macht sie auch mit dem „Blissfield Butcher“ Bekanntschaft, doch als er sie umbringen möchte, kommt es zu einem mysteriösen Zwischenfall und sie wacht am nächsten Morgen im Körper des Serienkillers auf, während es sich der Serienkiller in ihrem Körper bequem macht. Nicht nur, dass sie den Blutrausch des Killers stoppen muss, sie muss auch noch einen Weg finden, diesen Tausch rückgängig zu machen, denn dafür bleiben ihr nur noch wenige Stunden.

Mit einer Laufzeit von um die 90 Minuten ist „Freaky“ eine unfassbare kompakte und schnelle Horrorkomödie, die mit ihrer Kombination aus Slasher-Horror und Körpertausch-Komödie eine coole Idee mitbringt und diese trotz der ein oder anderen Logikschwäche richtig gut in den Film integriert. Bei der grafischen Darstellung von Gewalt ist der Film schon etwas derbe und durchaus blutig genug. Neben der sich natürlich ergebenden Spannung ist der Film vor allem eins – unglaublich unterhaltsam – und das ist durchaus ein Verdienst von Vince Vaughn, der vom Killer in das junge Mädchen wechselt und dort für sehr viele witzige Momente sorgt. Aber auch den Wechsel vom schüchternen, introvertierten Mädchen in einen Serienkiller und der daraus folgenden charakterlichen Entwicklung in eine mörderische, selbstbewusste Femme Fatale bringt Kathryn Newton sehr gut rüber.

„Freaky“ - My First Look – 8/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9834
Wieder mal landet ein Kinofilm pandemiebedingt im Stream und wieder einmal zeigt sich der Wert einer großen Leinwand. Die inhaltlichen Probleme wären aber vermutlich auch da nicht ganz unbemerkt geblieben.

Amazon Prime: THE TOMORROW WAR (2021)

Dystopie in der Konsolenfalle, oder der Zeitgeist auf Zeitreise

Ob alle Regisseure die in Hollywood an die üppigen Fleischtöpfe wollen nur noch in Konsolen-Schemata denken, oder Hollywood genau diese Denke für ihre Mainstream-Popcorn-Produkte einfordert, ist letztlich Godzilla wie Kong. Der Trend ist jedenfalls so klar wie Visions Durchblick und Chris McKay der Letzte, der hier störend durchs Bild flitzen will. Für den bunten Familienspaß mit modernem CGI-Anstrich hat er sich als Macher von „Robot Chicken“ und „The Lego Batman Movie“ ja fast schon aufgedrängt, wer will da noch nein sagen.

Paramount Pictures auf jeden Fall nicht und flugs hatte der dystopische Science-Fiction-Action-Creature-Kracher THE TOMORROW WAR seinen Mann auf dem Stuhl ...

https://ssl.ofdb.de/review/351460,85398 ... morrow-War
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Zuletzt gesehener Film

9835
Heute ein Debüt gehabt - auch wenn das Frankfurter "Eldorado" das älteste und traditionsreichste Lichtspielhaus der Stadt ist, habe ich es noch nie besucht. Eigentlich wäre es in der Pandemie geschlossen worden, doch die Betreiber der Arthouse Kinos Frankfurt haben es übernommen und somit einen weiteren Saal mit 200 Plätzen, den sie nun auch noch bespielen und anbieten können. Und so habe ich mich heute auf den Weg in dieses Kino und somit in ein Stück Kinogeschichte Frankfurts gemacht.

iHaveCNit: Nomadland (2021) – Chloe Zhao
Deutscher Kinostart: 01.07.2021
gesehen am 03.07.2021
Arthouse Kinos Frankfurt – Eldorado – Reihe 5, Sitz 11 – 18:00 Uhr


Es war Ende April 2021 – die Oscarverleihung fand dieses Jahr mit einigen Wochen Verspätung statt – und ich habe erstmals seit einigen Jahren die Verleihung nicht mehr mitverfolgt. Grund dafür war, dass ich einen Großteil der nominierten Filme mangels Verfügbarkeit im deutschen Raum nicht sehen konnte und deshalb die Verleihung in diesem Sinne nicht in dem Maße fühlen konnte, wie ich es die letzten Jahre gewohnt war. Einer der großen Gewinner des Abends war das Drama „Nomadland“ von Chloe Zhao, das in den Kategorien „Best Picture“, „Best Actress“ und „Best Director“ die begehrten Goldjungen mit nach Hause nehmen konnte. In der Geschichte der Awardverleihung war das schon ein großer historischer Wurf, da Chloe Zhao als erste „Woman of Color“ den Preis für die beste Regie bekommen hat und auch Frances McDormand hat für ihre Darstellung den mittlerweile dritten Goldjungen nach „Fargo“ und „Three Billboards Outside Ebbing Missouri“ bekommen. Die Goldjungen sind nettes Beiwerk – auch ohne dieses nette Beiwerk wäre „Nomadland“ ein fester Termin in meinem Kinoplan geworden – zurecht !

Fern lebte mit ihrem Mann im Örtchen Empire im Bundesstaat Nevada, nach dessen Tod hat sie in einem großen Gipswerk dort noch weiter gearbeitet und gelebt, bis das Werk geschlossen wurde und Empire nach dem Verlust der Postleitzahl zur Geisterstadt geworden ist – so dass sich Fern entschlossen hat, den Van auszubauen und sich den Nomaden anzuschließen, während sie sich von Gelegenheitsjob zu Gelegenheitsjob hangelt.

Der Film basiert auf einem Buch von Jessica Bruder, das ich nicht gelesen habe und woran sich unter anderem Frances McDormand die Verfilmungsrechte gesichert und mit Chloe Zhao die passende Regisseurin für den Stoff gefunden hat. So wie es aussieht, scheint das Buch auch auf persönlichen Erfahrungen beziehungsweise Recherchen einer Journalistin zu beruhen. Das macht den Film zu einem sehr bodenständigen, authentischen und lebensnahen und fast dokumentarischen Film, der einem auf sehr ausgewogene Weise das Leben der bewusst aussteigenden Nomaden schildert und auf die persönlichen Geschichten und Herausforderungen dieses Lebensstils hinweist. Dabei sind sogar bewusst echte Aussteiger gecastet worden, die sich hier auch quasi selbst spielen, was die Authentizität des Films noch stärker unterstreicht. Es ist zumindest auch für mich interessant gewesen, diesen Einblick in die Menschen, das Leben und die Gemeinschaft zu werfen. Auch wenn es hier in manchen Elementen zu Szenen in einem Logistikzentrum eines weltweit bekannten Versanddienstleisters kommt, ist das eben nur ein Mittel zum Broterwerb, da man sich bei einem Lebensstil dieser Art natürlich nicht ganz von finanziellen Mitteln abhängig machen kann. Das was mir die Reise mit diesem Film jedoch am stärksten versüßt hat war die bodenständige Inszenierung von Chloe Zhao, die großartigen Landschaftsaufnahmen und auch das Schauspiel von Frances McDormand, die hier quasi bis auf das Zusammenspiel mit wechselnden Partnern wie David Strathairn und den echten Nomadendarstellern den Film mit ihrer Präsenz auf den eigenen Schultern über die 108 Minuten trägt. Wenn ich jetzt jedoch „Nomadland“ zum Beispiel mit dem letzten Film vergleiche, bei dem McDormand den Goldjungen abgestaubt hat - „Three Billboards Outside Ebbing Missouri“ - dann komme ich zu dem Ergebnis, dass mir bei „Nomadland“ noch das gewisse Etwas gefehlt hat, das mich richtig mitnimmt. Aber das trübt den Gesamteindruck nur sehr gering.

„Nomadland“ - My First Look – 9/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9836
Hehe, der sehr enttäuschende "Nomadland" hat sich für mich eher als Prima-Einschlafhilfe erwiesen. Die Oscars passen da gut ins Bild. Schade eigentlich, Chloe Zhao hatte mit "The Rider" zuvor ein tolles, ans Herz gehendes Drama abgeliefert.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Zuletzt gesehener Film

9838
iHaveCNit: Nobody (2021) – Ilya Naishuller – Universal Studios
Deutscher Kinostart: 01.07.2021
gesehen am 04.07.2021
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kinosaal 2 - 20:00 – Reihe 16 Platz 20


Nach einem Doppelpack an Horror zwischen Thriller und Komödie und ein wenig Oscarkino war es mal Zeit für etwas kompakte, schnörkellose Action. Da kam mir der vom „John Wick“ - Drehbuchautoren Derek Kolstad geschriebene und von „Hardcore“-Regisseur Ilya Naishuller inszenierte Actioner „Nobody“ mit Bob Odenkirk in der Hauptrolle gerade recht.

Hutch Mansell lebt aktuell ein relativ langweiliges, spießbürgerliches Leben als Ehemann und Vater von 2 Kindern. Doch irgendwas schwelt in ihm. Als in seine Wohnung eingebrochen wird, macht er sich auf einen kleinen nächtlichen Rachefeldzug, bei dem es zu einer verhängnisvollen Begegnung mit ein paar russischen Gangstern in einem Bus, die in ihm lange Zeit zurückgehaltenen Kenntnisse und Fertigkeiten seiner Vergangenheit wieder zutage geführt werden – die ihn zur Zielscheibe eines gefährlichen russischen Gangsterboss Namens Yulian machen – auch wenn dieser nicht weiß, welche dunkle Vergangenheit Hutch Mansell hat und welche Probleme ihm dies bereiten könnte.

„Nobody“ wirkt wie ein Film, der ohne Probleme in einer gleichen Reihe wie unter anderem „John Wick“ und „The Equalizer“ genannt werden kann. Die Handlung folgt einem ähnlichen Muster und auch die Action ist in etwa vergleichbar. Die Actionszenen können mit ihrer handgemachten und kreativen Art punkten, das Maß an Gewalt ist auch entsprechend passend und vor allem Bob Odenkirk macht als Hauptcharakter eine großartige Figur. Sein Charakter des Hutch Mansell bringt bei all dem eine gewisse Bodenständigkeit und Verletzlichkeit mit, was der Action selbst eine gewisse Bodenständigkeit und Nähe gibt. Vor allem spürt man bei der Inszenierung der Action, dass Odenkirk selbst einen Teil der Action selbst übernommen hat und einen solchen Einsatz schätze ich sehr. Die Kreativität und die Gewalt selbst macht auch einen Teil des Humors und Witzes des Films aus. Leider hätte sich der Film bei der Action mit ein wenig mehr ästhetischer Inszenierung und dem Verzicht auf ein paar Schnitten einen größeren Gefallen getan und auch der Antagonist und dessen Mobs wirken relativ dünn und austauschbar. Trotz allem ein runder, schneller Actioner für einen guten, entspannten Filmabend mit etwas Action.

„Nobody“ - My First Look – 8/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9839
iHaveCNit: Der Spion OT: „The Courier“ (2021) – Dominic Cooke – Telepool
Deutscher Kinostart: 01.07.2021
gesehen am 06.07.2021
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kinosaal 12 – 19:40 – Reihe 16 Platz 10


Nachdem ich mir Sonntag einen Oldschool-Actioner wie „Nobody“ angesehen habe, ging es nun in einen Spionagethriller der alten Schule – Dominic Cooks auf historischen Tatsachen basierender „The Courier“ bzw. „Der Spion“ mit Merad Ninidze und Benedict Cumberbatch in den Hauptrollen.

Im kalten Krieg möchte der russische KGB-Mitarbeiter Oleg Penkowsky die britischen und amerikanischen Geheimdienste mit wichtigen Informationen über das Wettrüsten der russischen Streitkräfte versorgen. MI6 und CIA kommen bei der Suche nach einem Kontaktmann auf den britischen Geschäftsmann Greville Wynne, der fortan regelmäßige Geschäftsreisen nach Moskau antritt um sich mit Penkowsky zu treffen – eine Geschäftsbeziehung, die sich zu einer gewissen Art Freundschaft entwickelt und das Schicksal des kalten Kriegs maßgeblich beeinflussen könnte.

Hier an der Stelle möchte ich mich ein wenig versuchen kurz zu fassen, denn ich habe hier eigentlich relativ wenig zu sagen. Der Film ist relativ grau, trist und nüchtern inszeniert und bietet klassische und spannende Unterhaltung im Rahmen eines Spionagethrillers. Vor allem Benedict Cumberbatch hat mir hier gefallen und auch das Zusammenspiel zwischen ihm und Merad Ninidze. Ganz interessant finde ich auch, dass der Film auf wahren Begebenheiten beruht.

„Der Spion“ - My First Look – 7/10 Punkte.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9840
iHaveCNit: Monster Hunter (2021) – Paul W.S. Anderson – Constantin Film
Deutscher Kinostart: 01.07.2021
gesehen am 08.07.2021
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kinosaal 2 – 20:50 – Reihe 16 Platz 20


Hirn aus, Film an ! Genau das Motto passt am Besten zum nächsten Film, den ich mir angesehen habe. Das Paar aus Paul W.S. Anderson und Milla Jovovich haben sich nach den „Resident Evil“-Filmen wieder an einer Videospielverfilmung versucht und Capcoms „Monster Hunter“ genommen – Ein Spiel, das ich nicht gespielt habe, so dass ich hierzu nicht viel sagen kann. Ähnlich dazu fällt es dann auch bei meiner Meinung zum Film aus.

Eine Gruppe von Soldaten unter der Führung der Soldatin Artemis ist gerade in Afghanistan unterwegs, gerät in einen mysteriösen Sandsturm und findet sich danach in einer unbekannten Welt wieder, wo es nicht lange dauert, bis die ganze Gruppe bis auf Artemis von unbekannten, mörderischen Monstern dezimiert wird. Artemis trifft danach auf einen Jäger, der ihr einiges über die unbekannte Welt und die Monster erklärt mit dem Ziel, dass Artemis wieder in ihre Welt zurückkehren kann.

Der Film ist relativ substanz- und hirnlos. Genau das, was man von Fantasy-Monster-Kloppereien erwarten würde, bekommt man hier auch. Die Action ist passabel, auch wenn natürlich durch den Schnitt einiges an Potential auf der Strecke geblieben ist. Die Effekte sind ebenfalls passabel, werden aber sicherlich irgendwann nicht mehr zeitgemäß sein. Der Plot ist extrem dünn, aber das ganze Spektakel macht einigermaßen ordentlichen Spaß – und das Team aus Milla Jovovich und Tony Jaa hat ein paar richtig witzige Szenen bekommen, so dass der Film mit seiner Action und den beiden wenigstens etwas Spaß und Laune macht.

„Monster Hunter“ - My First Look – 5/10 Punkte.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "