Re: Der TV Serien Thread

#976
Maibaum hat geschrieben:
16. Mai 2019 11:06
Samedi hat geschrieben:
30. April 2019 23:14
Es gibt wohl kaum eine Serie mit diesem Budget, wo die einzelnen Figuren mehr Schattierungen haben als hier.
Da kaum eine andere Serie mehr Budget hat, wäre das ja dann eine etwas wertlose Aussage.
Was die Budgets angeht, da bist du offenbar besser im Bilde als ich, aber ich denke, du hast schon verstanden, wie ich das gemeint habe. :wink:
Maibaum hat geschrieben:
16. Mai 2019 11:06

Aber trotzdem läuft das jetzt doch auf eine schlichte Gut/Böse Dramaturgie hinaus.
Nur verschwimmt es eben aktuell wieder so richtig, wer "Gut" und wer "Böse" ist. Da wird sich in der letzten Folge noch einiges tun. 8)
Böser schwarzer Mann

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"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Der TV Serien Thread

#977
Das ist totaler Unsinn. GoT hat in der letzten Staffel weniger Grauzonen als je zuvor, und kriegt dafür gerade überall gehörig ihr Fett dafür weg, weil die Fans da erstaunlicherweise doch ein gutes Gespür für haben und sich diese Plattheit so nicht gefallen lassen wollen. Ansonsten war die Aussage mit dem Budget deftig falsch, viele Serien arbeiten mit Schattierungen und ambivalenten Figuren, und da können The Sopranos, Breaking Bad, Veep, Rome, Boardwalk Empire, The Good Wife und noch einige mehr locker mit dem in GoT mithalten.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Der TV Serien Thread

#978
Samedi hat geschrieben:
16. Mai 2019 11:14


Was die Budgets angeht, da bist du offenbar besser im Bilde als ich, aber ich denke, du hast schon verstanden, wie ich das gemeint habe. :wink:
Nein, eigentlich nicht.
Ich sehe keinen Sinn in deiner auf das Budget beschränkten Einschätzung. Wie gesagt andere ebenfalls knallhart kommerziell ausgerichtete Serien gehen da noch weiter in der Darstellung schlimmer Dinge die von den eigentlich positiv gezeichneten Protagonisten begangen werden. Z.B auch in TWD oder in The 100.

Und über die Budgets von TV Serien mache ich mir wenig Gedanken, aber über die massiv in die Höhe geschossenen Budgets für GoT habe ich was gelesen, und das wird sich kaum noch eine weitere Serie leisten können.
Eine Folge der exorbitanten Kosten sind dann aber auch zu viele dadurch bedingte kommerzielle Zugeständnisse, was sich in der Qualität nieder schlägt. Da wäre vom Stoff her mehr drin gewesen.

Re: Der TV Serien Thread

#979
Bei den Sopranos, bei Breaking Bad und bei Boardwalk Empire steht ja auch das Drama im Vordergrund. Da wäre es auch schlimm, wenn es keine gut ausgearbeiteten Figuren geben würde.

Serien wie Rome, Tudors oder Spartacus finde ich da in Bezug auf die Charakterzeichnung deutlich schwächer als GOT.
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Re: Der TV Serien Thread

#980
Casino Hille hat geschrieben:
16. Mai 2019 11:19
Das ist totaler Unsinn. GoT hat in der letzten Staffel weniger Grauzonen als je zuvor, und kriegt dafür gerade überall gehörig ihr Fett dafür weg, weil die Fans da erstaunlicherweise doch ein gutes Gespür für haben und sich diese Plattheit so nicht gefallen lassen wollen.
Das ist jetzt aber auch übertrieben.
Im Vergleich zum Mainstream Kino wie Bond oder Marvel oder Star Wars steht auch GoT immer noch ganz gut da, nur es wäre mehr drin gewesen. Man hätte sich mehr trauen können.

Aber wie gesagt, erst Mal abwarten wie es ausgeht. Es ist immer leichte Dinge knifflig zu beginnen, als sie dann am Ende auf gleichem Niveau befriedigend aufzulösen.

Eine andere Frage ist für mich ob die Bücher da intelligenter sind. Ich weiß zumindest daß sie anders erzählt sind mit der Fokussierung auf ganzen Handlungsblöcken die jeweils aus Sicht einer der Hauptfiguren erzählt werden, während die Serie da in den mittleren Staffeln eine sehr unbefriedigende Häppchen Dramaturgie gefahren hat. Da waren z.b. Die Sopranos deutlich intelligenter, da fast jede Folge aus einem relativ abgeschlossenes Kapitel bestand, die dann gleichzeitig aber auch wieder das Ganze weiter entwickelte.

Re: Der TV Serien Thread

#981
Samedi hat geschrieben:
16. Mai 2019 11:27
Bei den Sopranos, bei Breaking Bad und bei Boardwalk Empire steht ja auch das Drama im Vordergrund. Da wäre es auch schlimm, wenn es keine gut ausgearbeiteten Figuren geben würde.

Serien wie Rome, Tudors oder Spartacus finde ich da in Bezug auf die Charakterzeichnung deutlich schwächer als GOT.
Rome oberflächlicher als GoT? Kaum.

Auch ansonsten macht das wenig Sinn. GoT ist keine Dramaserie? Warum? Weil es auch viel gigantische Action gibt?

Re: Der TV Serien Thread

#982
Hab ich geschrieben, dass es bei GOT nicht auch um Drama geht? Nein. Aber die Serie ist eben viell mehr. Wenn man sich auf eine Kategorisierung versteifen wollte, dann würde ich eher sagen "Fantasy-Serie".
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Re: Der TV Serien Thread

#983
Samedi hat geschrieben:
16. Mai 2019 12:04
Hab ich geschrieben, dass es bei GOT nicht auch um Drama geht? Nein. Aber die Serie ist eben viell mehr. Wenn man sich auf eine Kategorisierung versteifen wollte, dann würde ich eher sagen "Fantasy-Serie".
Das ist mir wieder alles zu konfus.

Re: Der TV Serien Thread

#984
Maibaum hat geschrieben:
16. Mai 2019 11:41
Das ist jetzt aber auch übertrieben.
Ich habe es selber nicht gesehen, weil mich die Serie nie gepackt hat, aber die Kritik an Staffel 8 im Netz ist teils vernichtend und auch die Reaktionen in meinem Umfeld, in denen sehr viele GoT schauen, sind erstaunlich negativ, Zitat: "Jetzt ist es am Ende dann doch nur eine Serie wie alle anderen." Das fand ich schon erstaunlich, wenngleich da sicher natürlich die übliche Hype-Enttäuchung-Kurve zu Buche schlägt.
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Re: Der TV Serien Thread

#985
Also vernichten muss man die 8. Staffel nun auch wieder nicht. Bin bisher ebenfalls ziemlich enttäuscht, aber das ist auch ein Problem der Erwartung. Es läuft alles glatter, platter und konventioneller ab, viellleicht hätte man mehr Folgen drehen sollen. Die Drehbücher sind aber auch spürbar weniger komplex ebenso wie die Charaktere. Und was Maibaum schon mal geschrieben hat sehe ich ganz genauso, die sehr lange, sehr intensiv aufgebaute Nachtkönig-Geschichte ist letztlich irrelevant und sehr schnell erledigt. Das wurde daramturgisch sehr ungeschickt gelöst.
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Der TV Serien Thread

#986
Ja, das ganze mit dem Nachtkönig und Konsorten hätte es meiner Meinung nach auch nicht gebraucht. Damit meine ich aber nicht nur die Auflösung, sondern ganz allgemein. Für mich wäre GOT auch so eine unglaublich tolle Serie gewesen, die genug geboten hätte.

Bei so vermeintlich unbesiegbaren Gegnern ist das immer so ein Problem. Ist bei FDK ja genau das gleiche.
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Re: Der TV Serien Thread

#987
vodkamartini hat geschrieben:
16. Mai 2019 13:04
Also vernichten muss man die 8. Staffel nun auch wieder nicht.
Ich wiederhole: Persönlich finde ich die Serie von Folge 1 an unglaublich langweilig und den Hype grotesk überzogen (anderswo allerdings dann doch verständlich), von daher gebe ich im Zusammenhang mit der achten Staffel nur Meinungen wieder, die in meinem Umfeld (sozial wie medial) mitbekomme, ohne die eigenständig bewerten zu können. Dass da vieles sehr negativ klingt ist natürlich der Erwartungshaltung und der sonstigen Qualität, die der Serie nachgesagt wird, geschuldet, gar keine Frage. Aber daran muss eine Serie sich eben messen können, gerade an der eigenen Messlatte, von daher geht das für mich in Ordnung.
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Re: Der TV Serien Thread

#988
Ich bewerte das erst, wenn ich auch die letzte Folge gesehen habe. Dann kann ich sagen, ob das jetzt ein gutes Ende war oder nicht.

Oder um es anders zu formulieren: Wichtig ist das, was hinten rauskommt. :mrgreen:
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Re: Der TV Serien Thread

#989
Um stattdessen mal über eine wirklich hervorragende Serie zu sprechen: Seit heute ist auf Amazon die zweite und letzte Staffel der britischen Comedyserie "Fleabag" zu sehen. Geschrieben und erdacht von sowie in der Hauptrolle besetzt mit der großartigen Phoebe Waller-Bridge, die spätestens seit der ersten Staffel "Killing Eve" als eine der besten Drehbuchautorinnen ihrer Generation gilt. Die erste Staffel "Fleabag" zählte für mich vor zwei Jahren zu einem der einsamen Höhepunkte am Comedy-Horizont, die zweite Staffel toppt das alles aber noch einmal mit Leichtigkeit. Wie es Waller-Bridge gelingt in einer unglaublich lustigen Meta-Serie gleichzeitig ein tief glaubwürdiges Psychogramm einer jungen, innerlich schwer verletzten Frau zu zeichnen, und Themen wie Fehlgeburten, Sexsucht oder Blasphemie lustig zu verpacken, ohne jemanden zu beleidigen, ist ganz große Autorenkunst! Unbedingt ansehen (zumal man dank der geringen Folgenanzahl in etwa 6 Stunden die gesamte Serie durchschauen kann) und genießen, so etwas gutes gibt es selten.
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