Re: Der Lethal Weapon Thread

17
Hier mal meine Wertungen:
-> Lethal Weapon 1 - Zwei stahlharte Profis------------(9/10)
-> Lethal Weapon 2 - Brennpunkt L.A.------------------(8/10)
-> Lethal Weapon 3 - Die Profis sind zurück------------(7/10)
-> Lethal Weapon 4----------------------------------------(7/10)

Leider sind die Filme leider von Teil zu Teil schlechter geworden.
In Teil 4 finde ich Jet Li einfach unpassend.
Aber ich sehe die Filme immer wieder gerne.
Zuletzt geändert von MrWhiTe am 22. Juli 2014 20:02, insgesamt 4-mal geändert.
"Erschießen Sie mich, da wohn ich lieber im Leichenschauhaus"
- Quantum of Solace (2008)

Re: Der Lethal Weapon Thread

18
Finde ich gar nicht. Li ist großartig und ich liebe alle 4. Kürzlich den 4. nochmal gesehen. Würde so bewerten:

Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis - 10/10
Lethal Weapon 2 - Brennpunkt L.A - 12/10
Lethal Weapon 3 - Die Profis sind zurück - 9,5/10
Lethal Weapon 4 - Zwei Profis räumen auf - 9/10

Ich bin warscheinlich die pure Subjektivität was diese Filme angeht und kein bisschen Kritisch aber ich liebe sie. Natürlich auch nur die Director's Cuts bzw. die längsten Fassungen. Die kurzen Kinofassungen und so werden nicht mehr geguckt. Ich liebe einfach diesen Familiären Flair, den die Reihe hat. Es gibt soweit ich weiß nicht eine einzige Neubesetzung. Und es ist toll, die Familie wachsen zu sehen, älter werden zu sehen. Es ist einfach spaßig und extrem hochwertig inszeniert. Die Figuren sind allesamt klasse und Glover & Gibson sind für mich DAS Duo der Actionfilmgeschichte. Wobei LW mehr als nur Actionfilm ist. Dann hat in der Reihe noch Darsteller wie Gary Busey, Jet Li, Joe Pesci uvm. Alles großartige Leute die super ihren Part spielen!! :)

Ich LIEBE diese Reihe und sie hat einen sehr hohen Stellenwert bei mir. Höher noch als Die Hard oder Rambo. Und das sind schon tolle Actionreihen imo.

Re: Der Lethal Weapon Thread

19
Agent 009 hat geschrieben:Finde ich gar nicht. Li ist großartig und ich liebe alle 4. Kürzlich den 4. nochmal gesehen.
Ich finde es einfach ein bisschen blöd, dass Jet Li hier so als "Über Kungfu Kämpfer" dargestellt wird, der fast nichts abbekommt.
Passt nicht so in die Reihe, m.M.n.
"Erschießen Sie mich, da wohn ich lieber im Leichenschauhaus"
- Quantum of Solace (2008)

Re: Der Lethal Weapon Thread

20
Habe nun - 10 Jahre nach meinem letzten Kommentar hier - endlich mal alle 4 Filme richtig gesehen. Nr. 4 hatte ich damals im Kino gesehen, die ersten 3 bis diese Woche wirklich.

Offensichtlich musste ich erst 10 weitere Jahre "reifen" denn jetzt gefallen mir die Buddy Filme richtig gut.

Umso schöner, dass scheinbar im Februar angekündigt wird, dass es wirklich einen fünften Teil mit der Stammcrew geben wird
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Der Lethal Weapon Thread

21
Ich habe gerade erst meine "Lethal Weapon"-Bluray Box eingeweiht und mir das Original mit dem herrlichen deutschen Titel "Zwei stahlharte Profis" angesehen und eigentlich gar nicht viel zu sagen, was nicht jeder Fan der Filme längst wüsste. Die ikonische Paarung von Mel Gibson und Danny Glover ist immer noch eine der besten im Genre, die Sprüche von Shane Black wunderbar elegant und treffsicher, die Inszenierung von Richard Donner mixt kompetent zeitgemäße 80s Action mit Neonoirdrama-Zügen (inszenatorischer Höhepunkt ist ganz klar der vermeintliche Showdown in der Wüste), und der Score von Michael Kamen (+ Eric Clapton) war so schmackhaft, dass Kamen ihn ein Jahr später bei "Stirb langsam" gleich nochmal benutzt hat. :mrgreen: Und es mag etwas an den massentauglicheren, "leichteren" Fortsetzungen liegen, dass mich jetzt etwas überrascht hat, wie ernst das Original teilweise ist. Die Suizidalität der Gibson-Figur bekommt zwar auch ihre lockeren Momente (enorm witzig: seine Mission, einen Selbstmörder zu stoppen – nur "Dirty Harry" macht das noch besser), wird aber nicht auf die leichte Schulter genommen und ist wirklicher Teil der Figur.

Eine Anmerkung: Witzig empfinde ich Gary Busey als mörderischen Joshua, weil seine Präsenz trotz verhältnismäßig wenig Screentime ihn zum klaren Antagonisten des Films macht – obwohl er schlicht nichts im Script zu tun hat, außer bei Riggs' Folter zuzuschauen. Der eigentliche Obermotz (Mitch Ryan als Peter McAllister) ist komplett vergessenswert und wird nebenbei abgefrühstückt. Noch witziger ist aber, wie dramaturgisch vollkommen unbegründet und redundant der Endkampf daher kommt. Obwohl Busey überführt ist, Verstärkung eintrifft und nichts mehr auf dem Spiel steht, beleuchtet die gesamte Polizeimannschaft mit cineastischem Gespür, wie Gibson und Busey sich minutenlang auf die Omme hauen und im Schlamm wälzen. :lol: Naja, eine Abrechnung mit dem Schurken muss sein, aber da hätte sich bestimmt leicht ein "Grund" für den Finalkampf finden lassen. Zeigt aber eigentlich auch nur, wie egal das alles ist, weil es eh eigentlich um die Atmosphäre, die Härte und die Chemie zwischen Gibson und Glover geht. Oder anders formuliert – und weil ich es selbst nicht so schön sagen könnte:

"This movie illustrates a favorite belief of mine, which is that the subject of a movie is much less important than its style. I'm a guy who is bored by shootouts and chase scenes. I've seen it all. But this movie thrilled me from beginning to end." - Roger Ebert.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Der Lethal Weapon Thread

23
Ja, der erste Weapon ist einer meiner All Time Fovourites und ist bei mir mit der Zeit sogar noch gewachsen. Lange habe ich das erste Sequel favorisiert, aber inzwischen sind die beiden locker auf Augenhöhe. Dramaturgisch ist der perfekt austariert, wohingegen später sukzessive die Komik zugunsten der Dramatik die Oberhand gewinnt bzw. sich teilweise nicht mehr durchgehend mit dieser verträgt (Teile 3 und 4). Glover/Gibson sind eines der stimmigsten Leinwandpaare, innerhalb des Genres kommt da lange nichts bis dann Murphy und Nolte um die Ecke biegen. Der verrückte Draufgänger ist eigentlich labil und ein waschechter Zyniker. Der besonnene Zauderer ist eigentlich sehr stabil und ein Optimist. Das ergänzt sich perfekt und trägt auch die an den Kanten abgeschliffenen Charaktere der Sequels ebenfalls noch phänomenal gut. Wie schon festgestellt sind die eigentlichen Plots reine Nebensache, die Spannung und Faszination speist sich fast ausschließlich im Verhältnis der beiden Cops, denen man bei ihrer mehrjährigen "Ehe" ebenso gern wie gefesselt zusieht.
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Der Lethal Weapon Thread

24
vodkamartini hat geschrieben: 20. November 2020 20:32 Der verrückte Draufgänger ist eigentlich labil und ein waschechter Zyniker.
Und Mel Gibson ist sen-sa-tionell in der Rolle. Sein Beinahe-Suizid ist roh, brutal, echt. Sowas können nicht viele spielen:



Oscarwürdig! Es passt schon allein wegen dieser Szene wie die Faust aufs Auge, dass der Film an Weihnachten spielt – auch wenn das sicherlich an Shane Black und seiner seltsamen Weihnachts-Faszination liegt.
Prejudice always obscures the truth.

Für 80s Action ist man nie zu alt

25
Zwei stahlharte Profis

Im Jahr 1986 erfuhr der junge Filmstudent Shane Black von einem Trick unter Polizisten, der sogenannten „Psycho-Pension“. Hierbei simuliert ein Beamter psychische Probleme, um bezahlten Urlaub und eine Auszeit vom Dienst verordnet zu bekommen. Black hatte sofort einen Gedanken: ‚Was, wenn da ein Cop wäre, von dem alle denken, er wolle die „Psycho-Pension“ – der aber wirklich psychopathisch ist?‘ Er arbeitete die Idee aus und schrieb nicht nur sein erstes richtiges Drehbuch, sondern auch Filmgeschichte, als er dem verrückten Polizisten einen regeltreuen Partner an die Seite stellte. Das fertige Duo kennt heute jeder Filmfan – nicht unter dem deutschen Titel „Zwei stahlharte Profis“, sondern unter dem originalen: „Lethal Weapon“.

Mit dem Film revolutionierten Shane Black und Regisseur Richard Donner, der schon Klassiker wie „Superman“ oder „Die Goonies“ auf dem Kerbholz hatte, das Actiongenre. Dominierten bis dato muskelbepackte Alphamänner das Kino der Ära unter Präsident Ronald Reagan, unterschied „Lethal Weapon“ sich durch verletzbare Protagonisten. Beide werden – symbolträchtig – nackt eingeführt: Der Polizist Roger Murtaugh sitzt in der Badewanne, als seine Familie ihm dort zum 50. Geburtstag gratuliert. Während er seinem grauen Bart abtastet, wird er vom Töchterlein durch die Blume als altes Eisen bezeichnet. Den verrückten Cop Martin Riggs lernen die Zuschauer in seinem Wohnwagen am Strand kennen. Mit Zigarette im Mund, dem Gemächt in der Hand und dem Bier in greifbarer Nähe wird er beim Urinieren gezeigt. Er ist ein einsamer Wolf, der sichtbar mit dem Leben abgeschlossen hat.

Bereits hier unterscheidet sich „Lethal Weapon“ vom Genre-Standard seiner Zeit. Martin Riggs ist ein Revolverheld, jene Figur, die im Männerkino oft idealisiert und romantisiert wird – spätestens seit „Dirty Harry“, der 1971 in Gestalt von Clint Eastwood zur Legende wurde. Shane Black zählt den Film zu seinen Lieblingen. Sein Martin Riggs teilt viele Parallelen mit Harry Callahan: Beide sind Ex-Militärs von hohem Renommee, beide arbeiten außerhalb der Regeln, beide verloren ihre Frauen bei einem Autounfall. Doch Dirty Harry ist dank Eastwood die Coolness in Person. Seinen Schmerz versteckt er unter einer großen Sonnenbrille, seine zynischen Sprüche sind so pragmatisch wie sein Auftreten. Seine persönliche Tragödie erweitert nur sein Heldentum. Riggs ist das Gegenstück, ein emotionales Wrack. Was bei Callahan zur Bewunderung einlädt, ist bei ihm schmerzhafte Realität. In einer der großartigsten Szenen des Films steckt er sich eine Waffe in den Mund, versucht abzudrücken. Als er sich nicht überwinden kann, drückt er heulend das Bild seiner toten Frau an sich, schluchzt: „Wir sehen uns später.“

Kurz darauf befindet sich Riggs in einer identischen Situation wie einst Dirty Harry: Er soll einen Selbstmörder vom Springen abhalten. Eastwood fuhr als Harry per Feuerwehrkran zum Springer herauf, provozierte ihn und schlug ihn bewusstlos, brachte ihn so in Sicherheit. Riggs hingegen kettet sein Handgelenk einfach an das des Selbstmörders und springt mit ihm vom Dach – allerdings immerhin auf ein Sprungkissen der Polizei. In diesem Moment kapiert Murtaugh, sein neuer Partner: Dieser Mann ist nicht auf „Psycho-Pension“ aus, sondern ehrlich suizidgefährdet. Und mit dieser Erkenntnis ist das legendärste Buddy-Cop-Gespann des Kinos geboren, dank Murtaugh auch einer der berühmtesten Sprüche des Genres: „Ich bin zu alt für so eine Scheiße.“

„Lethal Weapon“ ist ein Klassiker, dem seine Frische und Inspiration über dreißig Jahre später noch anzusehen sind. Gründe dafür finden sich viele, einer der wichtigsten sind wohl die Hauptdarsteller: Roger Murtaugh und Martin Riggs wären nie so ikonisch geworden, hätte Richard Donner sie nicht mit Danny Glover und Mel Gibson besetzt. Glover war zwar erst 40 und ist doch als gealterter, engagierter Polizist und Familienmensch vollkommen überzeugend. Gibson ist derweil eine Naturgewalt. Er spielt die unter der Oberfläche lauernde Psychopathie von Riggs so roh, brutal und echt, dass es verwundert, wie er hierfür keine Oscarnominierung erhalten konnte. Ein Blick in seine Augen allein lässt den Schmerz, die Verzweiflung und das Leid seiner Figur erahnen.

Zwei so talentierten Schauspielern auf der Höhe ihrer Kunst dabei zuzusehen, wie sie sich die Bälle zuspielen, ist ein Segen. Ob bei der Verbrecherjagd oder beim Herumschrauben an einem Freizeitboot: Ihre Dialoge erweisen sich als zugleich komisch und erstaunlich tiefsinnig. Shane Black vermengte die Präzision seines Mentoren William Goldman, der „Zwei Banditen“ und „Die Unbestechlichen“ schrieb, mit der harten Prosa eines Walter Hill, dessen „Nur 48 Stunden“ fünf Jahre vor „Lethal Weapon“ den Buddy-Film neuerfand. Auch Hill bot ein unfreiwilliges Duo, als Nick Nolte sich mit Eddie Murphy zusammenraufen musste. Die Rassenthematik eines gemischten Duos mit je weißer und schwarzer Haut gehörte da zum Konzept. Bei „Lethal Weapon“ war sie Zufall: Als man Richard Donner für Murtaugh den schwarzen Danny Glover vorschlug, war dessen Hautfarbe erst ein Contra-Argument für ihn, ehe er bemerkte, dass Murtaughs Hautfarbe im Drehbuch gar keine Erwähnung fand.

Der Plot ist zweckdienlich, nur ein Vorwand für den zweistündigen Cocktail aus Tempo, Gags und Spannung. Ein vermeintlicher Selbstmord eines barbusigen Callgirls führt die Ermittler auf die Spur eines Drogenrings aus ehemaligen CIA-Söldnern, die kurzerhand Murtaughs Tochter in ihre Gewalt bringen. Sobald dieser Schritt erfolgt, zündet Donner ein perfekt getaktetes Actionfeuerwerk, das sich sehen lassen kann, erst recht bei dem spärlichen Budget von nur 15 Millionen Dollar. Gebäude explodieren, es wird mit Elektroschocks gefoltert, Autos krachen ineinander oder heizen über den Hollywood-Boulevard. Es herrscht buchstäblich Krieg in den Straßen von Los Angeles.

Dabei bleibt die Regie stilbewusst und ausgeklügelt. Dies bemerkte sogar Filmkritiker und Pulitzer-Preisträger Roger Ebert, der über den Actionhit schrieb: „Ich bin ein Typ, der von Schießereien und Verfolgungsjagden gelangweilt ist. Ich habe das alles schon gesehen. Aber dieser Film hat mich von Anfang bis Ende begeistert.“ Kein Wunder, inszeniert Donner „Lethal Weapon“ doch als stimmungsvollen Mix aus Großstadt-Western und Neo-Noirdrama und kann sich dabei auf das Können seines ausgezeichneten Kameramanns Stephen Goldblatt verlassen. Ein Showdown mitten in der Wüste wird in fantastischen Panorama-Aufnahmen bebildert, selbst eine einfache Tiefgarage erhält durch seitlich einfallendes Licht einen expressionistischen, surrealistischen Anstrich.

Der überragende Soundtrack von Michael Kamen und Eric Clapton geht auf den Genre-Mix ein, bietet hetzende Gitarren, pompöse Trompeten und ein klagendes Saxophon. Vor allem Kamen fand seine Kompositionen offenbar so stark, dass er sie ein Jahr später für einen weiteren Actionklassiker abwandelte: „Stirb langsam“. Beiden Filmen ist gemein, dass sie an Weihnachten spielen, doch während Filmemacher John McTiernan dies in „Stirb langsam“ als Hintergrund für seine bleigefüllte Kapitalismuskritik nutzte, ist Donner an den Gegensätzen des Fests interessiert, welche sich in seinen Protagonisten ausdrücken: Die Nächstenliebe und das Familiäre im Kontrast zu Einsamkeit und Feiertagsdepressionen.

Besonders bemerkenswert gerät noch das Finale: Hier tritt Mel Gibson zu einem kompromisslosen und physisch nachfühlbaren Faustkampf gegen den Widersacher der Stunde an: Gary Busey, der als folternder Mr. Joshua in jedem anderen Film der absolute Star gewesen wäre. Die restlichen Polizisten, selbst Murtaugh, greifen nicht ein, als diese zwei Kraftprotze ihr Duell der Fäuste austragen. Sowohl Riggs als auch Joshua stehen außerhalb des Systems, außerhalb ihrer Gruppierungen. Sie dürfen ihr letztes Gefecht unter sich entscheiden, nach archaischen Regeln, vor einer großen Zuschauerschaft – eine phänomenale Analogie an die Schlussduelle in alten Westernfilmen.

Es ist eine ausgelutschte Phrase, doch sie stimmt: Nicht zuletzt durch die Leidenschaft aller Beteiligten wurde „Lethal Weapon“ zum Meisterwerk des Actionkinos. Aus den genialen Wortgefechten spricht die Energie eines jungen Drehbuchautors und seine Hoffnung nach dem Durchbruch. Der kam auch: Shane Black wurde in den 90ern zu einem der bestbezahlten Autoren im Filmgeschäft. Mel Gibson und Danny Glover zementierten dank „Lethal Weapon“ ihren Status als Actionhelden und wurden Superstars. Und über das Engagement des filmhistorisch sträflich unterschätzten Richard Donner lässt sich viel erzählen. Er machte aus Blacks Ideen eine aufrichtige Geschichte über eine Männerfreundschaft, in der der „Dirty Harry“-Einzelkämpfer zum Teamplayer wird. Er drehte, um Kosten zu sparen, mehrere Actionszenen in seinem eigenen Haus.

Er versteckte sogar eine politische Botschaft im Film. Am Kühlschrank im Hause Murtaugh prangt ein Aufkleber: „Stoppt die Apartheid!“ Später im Film trägt ein kleiner Junge ein T-Shirt mit derselben Botschaft. Als Reaktion darauf erhielt Donner aggressive Post, bis hin zu Todesdrohungen. Es schüchterte ihn nicht ein – für die erste von drei „Lethal Weapon“-Fortsetzungen, die er allesamt selbst verwirklichte, machte er Apartheid zum zentralen Thema. So arbeiten sie eben, die stahlharten Profis.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Der Lethal Weapon Thread

27
Ob Handwerker oder Könner, der Film ist ein Action-Klassiker par excellence und steht auch noch über 30 Jahre später voll im Saft. Hilles Kritik ist leidenschaftlich, voll von Sympathie und dennoch auf den Punkt und benennt genau die drei zentralen Stärken des Films: Black, Glover und Gibson. Ein Film den ich immer wieder sehr gerne sehe und wirklich jedem ans Herz lege der sich Actionfreund nennt und ihn noch nicht kennt. Im Subgenre Buddy-Movie muss ich ganz lange überlegen, bis ich da auf was Gleichwertiges komme. Ich melde mich, wenn mir was einfällt.
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Der Lethal Weapon Thread

28
vodkamartini hat geschrieben: 27. März 2021 15:32 Ob Handwerker oder Könner, der Film ist ein Action-Klassiker par excellence und steht auch noch über 30 Jahre später voll im Saft. Hilles Kritik ist leidenschaftlich, voll von Sympathie und dennoch auf den Punkt und benennt genau die drei zentralen Stärken des Films: Black, Glover und Gibson.
Danke dir! Tatsächlich hab ich mit dem Text etwas gekämpft, weil es am Ende immer Aspekte, Randnotizen oder ähnliches gibt, die man gerne noch unterbringen würde, aber irgendwann muss man auch mal zum Schluss kommen, sonst liest keiner mehr mit. :) Schön aber, wenn du als glühender Verehrer etwas mit meinen Gedanken anzufangen wusstest.

Ob Richard Donner nur ein Handwerker oder ein Künstler ist, darüber dürfen andere diskutieren. Neben den stahlharten Profis (die man genauso als glorreiche Halunken bezeichnen könnte) bin ich auch großer Fan und Bewunderer seines "Superman"-Films, für dessen Epik und Atmosphäre ich einfach eine Schwäche habe. Ich halte ihn insgesamt für unterschätzt, viele seiner Filme strotzen vor tollen visuellen Ideen, die sich aber nie anbiedern oder aufdrängen. Er stellt seine Inszenierung in den Dienst der Geschichte, legt aber einen Wert auf Stil. Ohne ihn wäre "Lethal Weapon" denke ich nicht das Phänomen geworden, das es heute ist. Es ist einfach, einen solchen Film zu gucken und seine Stärken bei den Darstellern und beim Pacing zu finden, und dabei die vielen kleinen überlegten Einstellungen zu übersehen, in die das Herzblut des Regisseurs geflossen ist.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Der Lethal Weapon Thread

29
Ah, Superman, den wollte ich schon lange mal wieder sehen.
Insgesamt mag ich Donners Filme sehr gerne und halte ihn für einen unterschätzten Regisseur, das Etikett "Handwerker" - was natürlich abwertend gemeint ist - wird ihm gerne und häufig verpasst.
Ich sehe es so: Wenn Filme wie die Lethal Weapon-Reihe, oder Maverick, oder die Goonies so viel wohligen Spaß verbreiten, kann derjenige der alles zusammen hält, der den Ton des Films bestimmt, nicht irgendein austauschbarer Pappkamerad sein, dessen Job jeder andere genauso gut erledigt hätte. Schauspieler laufen nicht unter jedem Regisseur zur Höchstform auf und ein Skript kann man auch verhunzen. Zu Donners visuellem Einfallsreichtum - ohne damit optisch zu protzen - bietet übrigens auch der ebenfalls gern unterschätzte Assassins schönes Anschauungsmaterial.
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Der Lethal Weapon Thread

30
Da würde ich euch ein Stück weit widersprechen wollen. So wie ich es sehe, wird Donner allgemein als solider Mainstream-Regisseur bewertet - und genau so sehe ich ihn eigentlich auch. In Noten:
1976: Das Omen (The Omen) - 8 / 10
1978: Superman - 8 / 10
1985: Der Tag des Falken (Ladyhawke) - 5 / 10
1985: Die Goonies (The Goonies) - 6,5 / 10
1987: Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis (Lethal Weapon) 8,5 / 10
1989: Brennpunkt L.A. (Lethal Weapon 2) - 9 / 10
1988: Die Geister, die ich rief … (Scrooged) - 5,5 / 10
1992: Brennpunkt L.A. – Die Profis sind zurück (Lethal Weapon 3) - 6 / 10
1994: Maverick – Den Colt am Gürtel, ein As im Ärmel (Maverick) - 7,5 / 10
1995: Assassins – Die Killer (Assassins) - 7 / 10
1997: Fletcher’s Visionen (Conspiracy Theory) - 7 / 10
1998: Lethal Weapon 4 - 7 / 10
2003: Timeline - 5 / 10

Macht einen Durchschnitt von 7, was zwar durchaus recht gut ist, aber es fällt auch auf, dass nur wenige Filme wirklich herausragen. Das Gros spielt sich im 7er Bereich ab und für jeden richtig guten Film hat er auch einen unterdurchschnittlichen. Für mich ist Donner daher ein Regisseur, der zwar regelmäßig solide abgeliefert hat, aber dessen Film nur selten wirkliche Spuren hinterlassen haben. Das Omen, die ersten beiden Lethal Weapons und vor allem Superman sind dann am Ende die Filme, für die er seine Meriten wirklich verdient hat. In allem anderen unterscheidet er sich in meinen Augen auch nicht wesentlich von soliden Leuten wie Badham, Hyams oder Yates.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"