Re: Daniel Craig in Cowboys and Aliens

#31
Ich mag Nummer 13 ja auch, aber die Figur die sie etwa ab der Mitte des Filmes spielen muss ist einfach nur so absurd, dass es schon bald als Selbstparodie taugt.

Für Bond-Fans ist die Bluray übrigens eine Super-Sache, es findet sich dort ein sehr schönes Gespräch zwischen Craig und Favreau, bei dem die beiden neben ihrem Spaß vom Set (natürlich war alles super und der Cast eine große glückliche Familie...) auch viel über Bond reden und über Sam Mendes, der zu dem Zeitpunkt ja noch "nur" der nächste Regisseur eines unbetitelten Bond-Filmes war. Sehr sympathisch und ich glaube, ich könnte mir Favreau auch gut als Bond-Regisseur vorstellen, wenn Mendes nach Bond 24 abgeben wollen würde. Er macht bei der Unterhaltung zwar nicht den Bond sichersten Eindruck und muss beispielsweise nachfragen, ob Q aus den Romanen oder Filmen stammt, aber ich mag die Art und Weise, wie die beiden sich respektieren und von daher könnte ich mir auch vorstellen, dass sein Name intern schon einmal gefallen ist. Das er Actionszenen toll inszenieren kann, braucht er ja ohnehin nicht mehr beweisen. Die beiden "Iron Man"-Filme von ihm sind innerhalb ihres Franchises die absoluten Glanzlichter und "Cowboys & Aliens" ist sicher ein Scheitern der Masse gewesen, für das nicht nur Favreau verantwortlich ist, viel mehr glaube ich, das der Film beispielsweise unter der Leitung von Steven Spielberg noch wesentlich katastrophaler hätte aussehen können. Außerdem ist er selbst Schauspieler und würde daher besonders Ralph Fiennes und Craig selbst noch mehr zum Glänzen bringen, als es Mendes in Skyfall getan hat. Wenn dann das Drehbuch stimmt und er einen Zugang zur Handlung findet, bin ich davon überzeugt, dass er auch einen Bond-Film machen würde, der wieder ein wenig mehr Spaß und Leichtigkeit zurückbringt, also genau das, was sich viele ja mittlerweile wünschen. Bin mal gespannt, ob wir nochmal von ihm in diesem Zusammenhang hören werden.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Daniel Craig in Cowboys and Aliens

#33
Jon Favreau hat für das Scheitern seines letzten Blockbusters eine ganz eigene Erklärung:
With so many [actors] associated with it, it was seen as the big dog and we felt we were underdogs with how obscure the material was …The name that was so interesting made everyone think it was going to be a comedy and maybe it would’ve been better served with a different vision … It’s always a trick of ‘how can you get the big summer movie, with the big budget, where you can play with all the toys yet do something interesting with it… [Looking at Iron Man] part of me felt that it was going to bomb and part of me felt like this is going to be the best movie in the world. Audiences did not respond well to Cowboys & Aliens mainly because the title suggested a comedy and not a highbrow space western. The film failed because it was a deeply mediocre sci-fi movie. It felt like it wanted to please everyone while not adhering to what would make it an entertaining story.
Ich muss ehrlich sagen, dass mich diese Meinung etwas überrascht, denn ich habe "Cowboys & Aliens" gar nicht als den so unglaublich ernsten Film aufgenommen, zu dem er immer gemacht wird. Klar, von eienr Komödie ist er weit entfernt, aber besonders der völlig überflüssige Charakter von Sam Rockwell ist doch größenteils nur deshalb im Film, um Humor einzubringen und auch Craig hat ein paar sehr schöne Momente, bei denen ich mir ein Lachen nicht verkneifen konnte. (Ganz groß sein Blick in Richtung Ford, als er zum ersten Mal wieder auf seine alte Bande trifft.) Warum der Film wirklich gescheitert ist, vermag ich aber nicht zu sagen, vielleicht waren es einfach wirklich die (leider zurecht) schwachen Kritikerstimmen im Vorfeld und die miese Mund-zu-Mund-Propaganda. Würde einen ähnlich gelagerten Film aber gerne nochmal sehen und wäre auch gewillt, in dem Zusammenhang Favreau noch einmal eine Chance zu geben.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Daniel Craig in Cowboys and Aliens

#34
naja Favreau sagt ja zwei vollkommen richtige Dinge:
1. Der Film hat einen merkwürdigen Titel, der - wenn er nicht sogar ganz verwirrt - zumindest etwas falsches suggeriert. Der Titel ist aber nur die Spitze des Eisbergs einer konfusen Positionierung und einer entsprechend wirren PR für den Film. Man hatte einfach das Gefühl, dass niemand so recht wusste, was der Film eigentlich sein soll.

2. Der Film war leider - auch bei aller Liebe zu den beiden Stars und einigen guten Szenen und Ansätzen - letztlich viel zu durchschnittlich um als Sommer Blockbuster zu funktionieren und den A-Stars gerecht zu werden

Im Grunde hätte C&A wohl am besten ohne jeden Star als B-Film funktioniert.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Daniel Craig in Cowboys and Aliens

#35
Hast du mein Review auf der Vorseite gelesen? Ich finde den Titel eigentlich ideal passend, denn er stellt die simple Prämisse in den Vordergrund und gibt ein Versprechen, dass er auch halten wird, wenngleich aber für mein Empfinden eben der Western-Teil dem Sci-Fi-Teil deutlich überlegen ist und die beiden Genres interessanterweise (trotz zahlreicher Überschneidungen und Ähnlichkeiten) irgendwie nie so recht zueinander finden. Ob das ganze ohne A-Stars besser funktioniert hätte, kann ich dabei gar nicht sagen, denn es ist letzten Endes Craigs starkes Spiel, dass lange Zeit noch über die offensichtlichen Schwächen hinweg täuschen kann und das die Charaktere zu eindimensional und platt sind, ist ja weniger eine Schuld der Darsteller, als eine des Drehbuchs und der Regie. Was jetzt allerdings genau der Grund für das qualitative Scheitern des Filmes ist, vermag ich nicht zur Sache, denn eigentlich ist C&A sogar ein Film, der mir gefallen müsste, der Funke will aber einfach nicht überspringen. Manchmal ist das eben einfach so und ich denke, vor allem dieser fehlende Funke ist auch der Verursacher des finanziellen Flops, den der Film hingelegt hat.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Daniel Craig in Cowboys and Aliens

#36
Habe die Kritik gelesen und stimme allem zu was du schreibst. AUch bei mir ist der Funke nicht übergesprungen. Auch ich fand Craig als Westernhelden Klasse. Ford kommt nie richtig zu Geltung und die Aliens machen eigentlich nur Spaß als sie im Finale abgeschlachtet werden.
Zwischendurch gibt es leider viel zu viel Versuche eine gewisse Dramatik oder Ernsthaftigkeit in den Film zu bringen, von wegen Rückblenden, diese komische traumhafte Szene mit Olivia Wilde, etc.

Daher finde ich eben, dass der Film nicht so recht weiß, was er eigentlich sein will. und der Titel mag zu 100% stimmig sein für den Inhalt des Films, aber er wirkt doch etwas fleischlos und eher komödienhaft.

Wenn der Film eine Komödie hätte sein sollen, wäre daraus zwangsläufig etwas wie MIB oder Evolution werden müssen. Aber die Richtung geht der Film ja nicht. Für ein Drama oder zumindest seriös, spannende Unterhaltung ist die Prämisse aber einfach zu platt und doof.

Daher meine Idee, dass der Film wenn überhaupt nur als konsequenter B-Film hätte funktionieren können
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Daniel Craig in Cowboys and Aliens

#37
1. Der Titel beschreibt den Film perfekt.

2. Es ist weder eine Komödie noch ein ernster Film, sondern der übliche augenzwinkernde Genremix der sich an alle wendet, und damit auch an niemanden Speziellen. Da fast jeder Film aus Hollywood momentan so ist, muß man auch niemand damit rechnen daß ein weiterer der das so macht unbedingt besonders Aufsehen erregt.

3. Ein Wiki Blick enthüllt daß der Film zwar zunächst kein Geschäft war, aber mit 178 Mio Einspiel auch kein richtiger Flop. Genau wie Inhalt und Stil ist auch der Erfolg des Filmes im üblichen unauffälligen Rahmen. Also alles typisch Mainstream Hollywood.

Ein genau so netter wie belangloser Film der irgendwann weitgehend vergessen wird, wenn ihn nicht die Namen der Hauptdarsteller noch eine Weile präsent halten.

Nur wegen Olivia Wilde würde ich den noch mal schauen.

Re: Daniel Craig in Cowboys and Aliens

#38
Habe heute mal wieder reingeschaut in einige Szenen. Schon schade, der Film ist wirklich gut inszeniert und sicher nicht schlechter als jeder andere Blockbuster der letzten Jahre und trotzdem vermag das nie zu fesseln oder mitzunehmen, obwohl man gar nicht wirklich benennen kann, wo denn nun die Schwachpunkte liegen. :?
Prejudice always obscures the truth.

Re: Daniel Craig in Cowboys and Aliens

#39
Casino Hille hat geschrieben:Habe heute mal wieder reingeschaut in einige Szenen. Schon schade, der Film ist wirklich gut inszeniert und sicher nicht schlechter als jeder andere Blockbuster der letzten Jahre und trotzdem vermag das nie zu fesseln oder mitzunehmen, obwohl man gar nicht wirklich benennen kann, wo denn nun die Schwachpunkte liegen. :?
Ich habe auch ein Stück weit reingeschaut.
Der Schwachpunkt sind meines Erachtens die Aliens!!!
Die Story ist doch so hirnrissig.
Man hätte einfach einen guten Western machen sollen. Die ersten 20min sind dafür ein gutes Besipiel.
Außerdem gefällt mir Craig in der Cowboyrolle, aber leider nur ohne Aliens.
"Erschießen Sie mich, da wohn ich lieber im Leichenschauhaus"
- Quantum of Solace (2008)

Re: Daniel Craig in Cowboys and Aliens

#40
Ich finde die Story cool. Ist halt auf basis eines Comics entwickelt, der ja sehr ähnlich ist. Das sollte man dann eher dem Comic vorwerfen und nicht dem Film, der offensichtlich auf diesem basiert. ;)

Ich mochte den Film, auch wenn er sehr seltsam war, aufgrund der Mischung. Craig & Ford sind cool und ich mochte auch die Inszenierung von Favreau sehr, schade, dass der Film nicht noch besser war. Das Potenzial zu einem großen Film war da.

Re: Daniel Craig in Cowboys and Aliens

#42
Casino Hille hat geschrieben:
MrWhiTe hat geschrieben:Man hätte einfach einen guten Western machen sollen. Die ersten 20min sind dafür ein gutes Besipiel.
Lies mal mein Review auf der Vorseite. :wink:
Habe es gerade gelesen.
Absolute Zustimmung!
Der letzte Satz ist übrigens Goldrichtig!
"Erschießen Sie mich, da wohn ich lieber im Leichenschauhaus"
- Quantum of Solace (2008)

Re: Daniel Craig in Cowboys and Aliens

#43
Agent 009 hat geschrieben:Ist halt auf basis eines Comics entwickelt, der ja sehr ähnlich ist. Das sollte man dann eher dem Comic vorwerfen und nicht dem Film, der offensichtlich auf diesem basiert.
Hätte man die Handlung halt anpassen müssen. Macht man doch sonst auch. Das ist kein wirkliches Argument. Zumal der Plot selbst doch gar nicht das Problem ist, der ist weder besser noch schlechter als bei jedem anderen großen Hollywood-Blockbuster. Aber es sind diese vielen kleinen Sachen, die stören. Besonders (was ich auch im Review erwähnt habe) die Tatsache, dass Craig ganz allein die meisten Actionszenen bestreitet und der Rest der Charaktere einfach nur zuschauen darf, ist unfassbar langweilig, weil es den einen zum Superhelden gradiert und die anderen, die ohnehin schon recht profillos erscheinen, noch belangloser darstehen lässt. Potenzial war da sicherlich da, aber sowohl die Autoren als auch Favreau haben das einfach nicht erkannt.
MrWhiTe hat geschrieben:Der letzte Satz ist übrigens Goldrichtig!
Freut mich, dass dir mein Geschreibsel gefallen hat, die "Cowboys"-Idee lässt mich seit dem nicht mehr los. Mann, wie spannend und aufregend wäre ein richtiger Western mit Craig als Eastwood-Verschnitt und einer kaltschnäuzig-zynischen Handlung unter Favreaus Regie. Das muss doch einfach noch mal irgendwie zustandekommen.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Daniel Craig in Cowboys and Aliens

#44
Weder Fisch noch Fleisch, schade um die gelungenen Western-Elemente, die imo der weitaus bessere Teil des Films sind. Es bleibt dabei, Craig ist in seiner Rollenwahl eher unglücklich, schließlich hat er seit seinem Bond-Erfolg praktisch freie Auswahl. Seit CR hat er imo nur ein einziges Mal in einem sehr guten Film mitgewirkt: "Verblendung" von Fincher.

http://www.ofdb.de/review/207752,467653 ... s-&-Aliens
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review