Re: Deutsche Schauspieler und das deutsche Kino allgemein

#61
Aber die Dietrich ist in den 6 US Filmen, die sie mit JvS (alias Svengali Joe) gedreht hat, noch viel schöner, erotischer, besser, heißer, intelligenter etc

Western, sicher wenn er im TV läuft (du weißt ich liebe Western ;) ). Leider schaffe ich momentan kaum noch irgendwelche Filme. Zu viel Arbeit und jede Menge Freundin sind des Filmfans Tod ...

Oh Boy habe ich im Kino gesehen, guter Film.

Der Name der Rose habe ich vor 2 Jahren noch mal gelesen, und bis dahin hätte ich deine Einschätzung des Romans absolut zugestimmt, aber beim Wiederlesen war ich doch relativ enttäuscht. Ecos Stil war nie überragend, und mit lebendigen Charakteren kam er auch nie gut klar, aber das schien mir mehr ein Problem der nachfolgenden Werke, aber jetzt hat mich das auch in der Rose gestört. Außerdem war der Krimiplot teils bemerkenswert schlicht entwickelt. Insgesamt war das zwar immer noch unterhaltsam und flüssig zu lesen, aber ein Erlebnis war es eindeutig nicht mehr. Leider ...

Re: Deutsche Schauspieler und das deutsche Kino allgemein

#62
Maibaum hat geschrieben:Aber die Dietrich ist in den 6 US Filmen, die sie mit JvS (alias Svengali Joe) gedreht hat, noch viel schöner, erotischer, besser, heißer, intelligenter etc
Dietrich ist immer schön, erotisch, gut, heiß, intelligent etc. In den 6 US-Filmen möglicherweise mehr als im blauen Engel, aber die haben in diesem Thread nun mal nichts zu suchen. :wink:
Maibaum hat geschrieben:Zu viel Arbeit und jede Menge Freundin sind des Filmfans Tod ...
Da sagst du was. Die Zeit war und ist schon immer der größte Feind des Fimguckers. :D
Prejudice always obscures the truth.

Re: Deutsche Schauspieler und das deutsche Kino allgemein

#63
Unabhängig von der qualitativen Einschätzung würde ich Der Name der Rose jetzt aber auch nicht beim deutschen Film/Kino einordnen, dafür ist zuviel internationales Talent und Geld mit an Bord gewesen. Das entscheidende diesbezügliche K.O.-Kriterium ist für mich aber die Tatsache, dass der Film nicht in deutsch gedreht wurde (und auch nicht multi-lingual wie z.B. die Karl May-Filme).
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Deutsche Schauspieler und das deutsche Kino allgemein

#66
Maibaum hat geschrieben:Und daß er von einem Franzmann stammt ...
Das finde ich bei dieser Einordnung nicht entscheidend, denn ansonsten wären ja gefühlt die Hälfte aller US-Filme auch nicht dort zuzuordnen. Höchstens in dem Sinne, dass ein erheblicher Teil von Besetzung und Stab (und damit auch der Franzmann) nicht aus D kamen.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Deutsche Schauspieler und das deutsche Kino allgemein

#67
AnatolGogol hat geschrieben:Unabhängig von der qualitativen Einschätzung würde ich Der Name der Rose jetzt aber auch nicht beim deutschen Film/Kino einordnen, dafür ist zuviel internationales Talent und Geld mit an Bord gewesen. Das entscheidende diesbezügliche K.O.-Kriterium ist für mich aber die Tatsache, dass der Film nicht in deutsch gedreht wurde (und auch nicht multi-lingual wie z.B. die Karl May-Filme).
Für diejenigen, die "Der Name der Rose" nicht als deutsche Produktion betrachten, empfehle ich als "mittelalten" Film den folgenden:

Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Deutsche Schauspieler und das deutsche Kino allgemein

#68
AnatolGogol hat geschrieben:
Maibaum hat geschrieben:Und daß er von einem Franzmann stammt ...
Das finde ich bei dieser Einordnung nicht entscheidend, denn ansonsten wären ja gefühlt die Hälfte aller US-Filme auch nicht dort zuzuordnen.
Nur daß die nach Hollywood gehen um dort auch Hollywood Filme zu machen. Aber die Rose ist im Prinzip ja auch ein Hollywood Film, während Annaud sonst eher noch ein individueller Regisseur war

Re: Von Spielern, Mönchen und Kommunisten

#69
Maibaum hat geschrieben:Aber die Rose ist im Prinzip ja auch ein Hollywood Film.
Wie das? Der Film ist eine Koproduktion von Constantin Film (damals noch "Neue Constantin Film") und dem ZDF.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Deutsche Schauspieler und das deutsche Kino allgemein

#71
Maibaum hat geschrieben:Deswegen steht da ja auch "im Prinzip", also von seiner Art her. Er hätte genau so auch in Hollywood gedreht werden können.
Genauso gibt es auch genügend Holllywood-Filme, die "im Prinzip" auch in Europa gedreht hätten werden können. Aber nur, weil ein deutscher Film das Niveau einer Hollywood-Produktion erreicht, wird er dadurch nicht zu einem nicht mehr deutschen Film.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Deutsche Schauspieler und das deutsche Kino allgemein

#72
AnatolGogol hat geschrieben:Ich selbst tat und tue mich z.B. auch recht schwer mit der „Kunstfilmschiene“ des deutschen Films a la Fassbinder, Wenders, Herzog etc. Das ist mir zumeist zu verkopft und sperrig, wogegen ich hier den Unterhaltungswert (nicht unbedingt im Sinne von „easy watching“ sondern eher im Sinne von filmisch zufriedenstellend bedient zu werden) oftmals nicht so recht erkennen kann. Bin aber hier auch kein richtiger Experte, da wie gesagt einfach nicht wirklich mein Bier. Herzog ist für mich eigentlich eh nur wegen seinen Kollaborationen mit Kinski interessant und wäre Klaus bei ihm nicht regelmäßig zu gigantischer Form aufgelaufen, hätte sein Werk wohl keinerlei Reiz für mich, da er mir gerade handwerklich einfach viel zu eigenwillig ist (und das ist jetzt sehr neutral formuliert).
Herzog und Fassbinder kenne ich nur in Ausschnitten oder schon länger her, deren Adaptionen à la Woyzeck oder Effi Briest wurden glaube ich alle irgendwann und irgendwie im Literatur-Lehrkurs angespielt. Das war mir auch zu theaterhaft und staubig, vielleicht auch durch den literarischen Hintergrund. Wenders ist da schon anders, finde ich. Ideales Beispiel war ein Fehler letztes Jahr im lokalen Programmkino, als fälschlicherweise ein Fassbinder-Film gestartet wurde und dann erst einmal für gut zehn Minuten lief (irgendetwas auf einem Obstmarkt). Der richtige Film, der dann glücklicherweise doch noch aufgelegt wurde, war ein Wenders und der gefiel mir dann auch ungleich besser als was ich zuvor von der Fassbinderschen Marktfeilscherei gesehen habe. :D

Wobei ich von Herzog sicher zumindest mal Aguirre und Fitzcarraldo sehen möchte, von denen ich glaube dass sie durch ihre exotischen Settings auch mehr in Richtung "grosses" Kino gehen statt in Richtung biederes Woyzeck-Theater.
AnatolGogol hat geschrieben:Aber um zumindest am Ende dann noch halbwegs was Greifbares abzuliefern würde ich mal folgende drei Anschautipps in die Runde werfen:
ALT: M – Ein Stadt sucht einen Mörder / Fritz Lang (1931)

MITTELALT: Die Katze / Dominik Graf (1988)

JUNG: Toni Erdmann / Maren Ade (2016)

Drei sehr unterschiedliche Filme und allesamt höchst sehenswert wie ich finde.
Man dankt, wobei das Filme sind die ich sowieso schon "kenne", also tatsächlich noch nicht gesehen aber dafür schon auf dem Radar habe. Wobei mich Toni Erdmann aus irgendwelchen Gründen nicht so richtig reizt, ich habe mich auch noch nie so wirklich schlau gemacht darüber, sonst hätte ich ihn ja auch im Kino sehen können. Aber vielleicht/wahrscheinlich tue ich ihm damit unrecht.
AnatolGogol hat geschrieben:Der deutsche Film ist ja genau so vielschichtig wie der internationale und bietet daher die vielfältigsten Genres an, vom vielfältigen Angebot der einzelnen Jahrzehnte beginnend mit der Stummfilmära ganz zu schweigen.
Ist das so? In Bezug auf unterschiedliche Genres klar, ein Otto Waalkes-Film ist ja wohl ganz anders als einer von Fassbinder, und es sind beides deutsche Filme. Aber auch in Hinsicht auf die Menge, was denke ich für eine Vielfalt genauso essentiell ist? Mir fallen halt auf Anhieb sieben Filmemacher ein, die und deren Werk "profiliert" sind: Lang, Murnau, Fassbinder, Herzog, Wenders, Dietl und Graf - eher sechs, weil ich über Graf ausserhalb des Forums noch kaum was gehört habe. Ich habe schon ein paar mal versucht, deutsche Filme zu recherchieren und habe den Eindruck man stolpert noch viel mehr als bei internationalen Filmen immer über dieselbe Handvoll Verdächtige. Oder liege ich komplett falsch wenn ich annehme dass z.B. der französische Film (noch) vielfältiger ist? Im Sinne von mehr Filme, mehr Strömungen, mehr Regisseure, mehr Stars, mehr Genres etc.
Casino Hille hat geschrieben:Dem Beispiel unseres Forengenerals schließe ich mich ganz schnell an und liefere gemäß Vorlage 2 Tipps pro Kategorie:
Ebenfalls danke. Lola und Oh Boy habe ich auch schon im Sinn, das könnten zwei "Geheimtipps" sein die vielleicht das Potential haben, mir zu gefallen. Habe ich definitiv im Hinterkopf. Western fällt in dieselbe Kategorie wie Erdmann: Hätte ich sehen können, habe davon auch etwas mitgekriegt in Gestalt von Trailers und Vorstellungsterminen, habe mich aber irgendwie nicht so dafür interessiert und möglicherweise damit eine Dummheit begangen.

PS: Mich wundert, wie ihr die Grenzen zwischen jung/alt/sehr alt gezogen habt und ob da selbstreflektierende Absichten dahinterstecken? :D
Maibaum hat geschrieben:Hattest du nicht zumindest was von Wenders gesehen?
Ja, und die waren auch alle interessant bis klasse. Zwei Filme habe ich im Kino gesehen und wollte dann die anderen möglichst auch noch besuchen (die liefen in einer kompletten Retrospektive und einige zuvor noch in anderen Programmreihen), habe dann aber leider das allermeiste verpasst.

Dass ich gar keine deutschen Filme kenne war natürlich auch bewusst übertrieben. Von David Lean habe ich aber wirklich nichts gesehen...
We'll always have Marburg

Re: Deutsche Schauspieler und das deutsche Kino allgemein

#73
GoldenProjectile hat geschrieben: Wobei ich von Herzog sicher zumindest mal Aguirre und Fitzcarraldo sehen möchte, von denen ich glaube dass sie durch ihre exotischen Settings auch mehr in Richtung "grosses" Kino gehen statt in Richtung biederes Woyzeck-Theater.
Das ist ein Denkfehler, dem ich auch aufgesessen bin. :D Zumindest in Bezug auf Aguirre, denn der ist überhaupt nicht das, was man aufgrund der Thematik vielleicht erwarten würde, sondern eigentlich genau das Gegenteil: eine Art sperriges Kammerspiel in Mutter Natur. Fitzcarraldo entspricht dann schon eher den gängigen Vorstellungen eines "großen" Films, auch weil hier ein ganz anderer Aufwand betrieben wurde.
GoldenProjectile hat geschrieben:Ist das so? In Bezug auf unterschiedliche Genres klar, ein Otto Waalkes-Film ist ja wohl ganz anders als einer von Fassbinder, und es sind beides deutsche Filme. Aber auch in Hinsicht auf die Menge, was denke ich für eine Vielfalt genauso essentiell ist? Mir fallen halt auf Anhieb sieben Filmemacher ein, die und deren Werk "profiliert" sind: Lang, Murnau, Fassbinder, Herzog, Wenders, Dietl und Graf - eher sechs, weil ich über Graf ausserhalb des Forums noch kaum was gehört habe. Ich habe schon ein paar mal versucht, deutsche Filme zu recherchieren und habe den Eindruck man stolpert noch viel mehr als bei internationalen Filmen immer über dieselbe Handvoll Verdächtige. Oder liege ich komplett falsch wenn ich annehme dass z.B. der französische Film (noch) vielfältiger ist? Im Sinne von mehr Filme, mehr Strömungen, mehr Regisseure, mehr Stars, mehr Genres etc.
Schwierige Frage. Ich finde schon, dass auch der deutsche Film jede Menge an interessanten Filmemachern in Petto hat: Leute wie Alfred Vohrer, Kurt Hoffmann, Harald Reinl, Tom Tykwer, Carl Schenkel, Frank Wisbar, Helmut Käutner, Joseph Vilsmaier, Wolfgang Petersen, Paul May und viele andere haben immer wieder sehr sehenswerte Spuren in der deutschen Filmgeschichte hinterlassen. Selbst ein gemeinhin eher belächelter Regisseur wie Rolf Olsen hat mit Blutiger Freitag einen Kracher allererster Kajüte rausgehauen. Vieles davon spielt sich dann zwar eher im Bereich des Unterhaltungsfilm ab, aber eben bei weitem nicht alles.

Was die Stars angeht ist D aber in der Tat defizitär gegenüber unseren französischen Nachbarn. Nach den 60ern bzw. einhergehend mit dem Aufkommen des Neuen Deutschen Films gab es in D eigentliche keine echte Filmstarkultur mehr (wie zB noch in den 50er Jahren mit Namen wie Maria Schell, Curd Jürgens oder O.W.Fischer, von der großen UFA-Zeit vor und während des Krieges ganz zu schweigen). Natürlich jede menge guter, hochinteressanter Darsteller, auch Stars wie Götz George, aber eben keine Kaliber vom Schlage eines Delon, Ventura oder Belmondo.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Deutsche Schauspieler und das deutsche Kino allgemein

#74
GoldenProjectile hat geschrieben:Mir fallen halt auf Anhieb sieben Filmemacher ein, die und deren Werk "profiliert" sind: Lang, Murnau, Fassbinder, Herzog, Wenders, Dietl und Graf - eher sechs, weil ich über Graf ausserhalb des Forums noch kaum was gehört habe.
Ich würde statt Graf sowieso eher Tom Tykwer in die Liste mit aufnehmen. Auch Dietl würde ich hier eher nicht dazuzählen. Es ist zwar zweifellos ein großer deutscher Regisseur, hat aber international so gut wie keine Bedeutung. An seiner Stelle wäre eher noch Ernst Lubitsch zu nennen.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."