Welcher Film von Christopher Nolan ist der Beste?

- Following (1998) (Keine Stimmen)
- Memento (2000)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (10%)
- Insomnia (2002)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
- Batman Begins (2005)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (7%)
- Prestige (2006)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (10%)
- The Dark Knight (2008)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 10 (33%)
- Inception (2010)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 6 (20%)
- The Dark Knight Rises (2012)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (10%)
- Interstellar (2014)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (7%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 30

Re: Die Filme des Christopher Nolan

#1066
Casino Hille hat geschrieben:
2. Januar 2020 14:37
Bei einem Begriff wie Mindfuck denke ich an David Lynch, M. Night Shyamalan oder Terrence Malick, aber nicht an Christopher Nolan.
Ja, du vielleicht, viele andere Menschen sehen das eben anders.
Casino Hille hat geschrieben:
2. Januar 2020 14:37
Und wieso ist Nolan für Mindfuck bekannt? Seine Batman Filme sind beinahe twistfrei
ICh schrieb doch bereits, dass Nolan nicht für Twists bekannt ist. Mindfuck ist nicht gleichbedeutend mit Twist. Und die Fälle, in denen das der Fall ist sind in meinen Augen eher die schwächeren.
Inception ist ein kompletter Mindfuckfilm, nahezu jedes Mal wenn ich mit anderen über den Film spreche, oder er in Artikeln, Videos oder Kommentaren im Internet zur Sprache kommt fällt auch dieses Wort.
Interstellar ist mit seiner ungewöhnlichen Art der Zeitreisedarstellung, Wurm- und schwarzen Löchern definitiv auch für viele ein Mindfuckfilm gewesen zumindest am Ende.
Dunkirk würde ich selbst auch eher ausklammern auch wenn man das Spiel mit den Zeitebenen sicherlich auch als Mindfuck bezeichnen könnte, geht mir persönlich aber auch zu weit.
Auf Prestige und auch auf Memento passt die Bezeichnung dafür wieder umso besser, speziell natürlich Memento durch die ungewöhnliche Erzählweise, aber auch Prestige fällt nicht nur aufgrund seines Twists am Ende in diese Kategorie.
Die Dark Knight Trillogie klammere ich bei so etwas auch aus, die steht für sich.
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."

Re: Die Filme des Christopher Nolan

#1067
Casino Hille hat geschrieben:
2. Januar 2020 14:37
Das ist die Art von "Twist", für die Nolan gemocht wird.
Ich mag ehrlich gesagt keinen Regisseur wegen einer bestimmten Art von "Twist". Nolan ist einfach ein guter Regisseur und versteht sein Handwerk. Zudem hat er sich in gewisser Hinsicht spezialisiert bzw. wie Hitchcock seine eigene Handschrift entwickelt. Diese geht aber weit über diesen einen "Twist" hinaus.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Die Filme des Christopher Nolan

#1068
dernamenlose hat geschrieben:
2. Januar 2020 15:05
Inception ist ein kompletter Mindfuckfilm
Wenn ich Mindfuck-Filme google, kommen in der Tat sehr früh Inception und Memento. Der restliche Nolan-Kram allerdings erst später - deutlich nach David Lynch Filmen übrigens, zu denen der Begriff auch in meinen Augen sehr viel besser passt, weil die sich weitaus ferner von Sehgewohnheiten aufhalten als Nolans in der Regel konventionelle Filme. Erscheint mir ehrlich gesagt reichlich willkürlich: Wenn Inception ein Mindfuck-Film ist, warum nicht auch die zwei stark verwandten Matrix und Alice im Wunderland? Aber offenbar gibt es da ein spezielles Klientel, dass diesen Begriff für sich beansprucht und Schnittmengen mit Nolan-Liebhabern aufweist. Von daher ist dein Verweis, so wenig er sich mir auch erschließt, sicher legitim.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Die Filme des Christopher Nolan

#1069
Casino Hille hat geschrieben:
2. Januar 2020 15:20
Wenn ich Mindfuck-Filme google, kommen in der Tat sehr früh Inception und Memento. Der restliche Nolan-Kram allerdings erst später - deutlich nach David Lynch Filmen übrigens, zu denen der Begriff auch in meinen Augen sehr viel besser passt
Ich wollte ja auch nicht sagen, dass Nolan der einzige ist, der Mindfuck-Filme macht. Da gibt es selbstverständlich auch andere.
Casino Hille hat geschrieben:
2. Januar 2020 15:20
Wenn Inception ein Mindfuck-Film ist, warum nicht auch die zwei stark verwandten Matrix und Alice im Wunderland?
Alice im Wunderland kenne ich nur vom Namen, da kann ich also wenig zu sagen. Matrix hat sicherlich Mindfuck-Momente (speziell am Anfang des Films) wird danach aber strukturell immer konventioneller (Ist nicht als Kritik gemeint, etwas anderes hätte dem Film eher geschadet). Aber in Matrix wird recht schnell erklärt was Sache ist, sobald Neo aus der Matrix befreit wurde hört der Mindfuck auf. Sobald das Konzept der Matrix erklärt ist ist sie leicht verständlich, ihre Regeln werden früh erklärt, die Möglichkeiten ebenso. Inception weiß da länger zu überraschen und scheint für viele auch verwirrender gewesen zu sein (auch wenn ich nach wie vor nicht verstehe wie man bei den klar getrennten Traumebenen den Überblick verlieren kann).
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."

Re: Die Filme des Christopher Nolan

#1070
Inception ist doch strukturell derselbe Film wie Matrix - bzw im Writing fast schon eine Art seelenverwandtes Remake. Das müsstest du jetzt erstmal erklären, warum der eine in dieser Hinsicht konventioneller als der andere sein soll. Ist mir aber eigentlich gar nicht so wichtig, Internet hin oder her, Mindfuck passt für mich definitiv zu beiden Filmen nicht. Dafür sind sie beide zu einfach zu verstehen. Was nicht heißen soll, dass sie leicht sind, aber große Zerrüttungen der Sehgewohnheiten kann und wollen diese Filme nicht leisten - und das ist auch in Ordnung so. Dafür haben wir ja David Lynch oder Quentin Dupieux.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Die Filme des Christopher Nolan

#1071
Mittlerweile finde ich auch die Bezeichnung "Mindfuck" in Bezug auf Christopher Nolan sehr problematisch.

Nur weil es durchaus in ein paar von Nolans Filmen Ansatz zu Analysen, Diskussionen und Spekulationen gibt ist das noch gar nichts was den eigenen Verstand "f....."

Vielmehr ist es das Ausloten von Grenzen, wie man Filme in ihrem Aufbau und der Narration von unterschiedlichen Ebenen sowohl parallel und nonlinear beeinflussen kann. Es sind somit eher mehr konzeptionelle und experimentelle Filme, sofern man hier die Trilogie um den dunklen Ritter mal außen vor lässt.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "
Spoiler
Show
Filmzähler Sammlung iHaveCNit/HCN007:
Stand: 22.12.2018

Spezielle Interessen: 42 DVDS (Musik, Wrestling, sonstiges)
Serienboxen (8 BD / 69 DVD)
DVD: 782 Filme
BD: 498 Filme
Gesamt-Filme: 1280 Filme

Re: Die Filme des Christopher Nolan

#1072
Aber auch das gilt doch eigentlich nur für Memento und Dunkirk. Bei Interstellar ist doch nichts experimentell. Das ist ein epischer Sci-Fi-Film, der am Ende einen genre typischen Zeitreise-Twist hat - aber ansonsten total klassisch erzählt wird. Und Inception halte ich ebenfalls nicht für so ungewöhnlich, wie er immer gemacht wird. Nein, auch nicht für einen Blockbuster. Da will mir nicht in den Sinn kommen, wo Nolan hier mehr tut, als ein konzeptionelles Matrix Remake mit Traumthematik zu erzählen - und mit gehörig Melodram, was fest zu seinem Stil gehört.

Versteht mich nicht falsch - es geht mir nicht um Kritik an Inception, sondern um den Begriff experimentell, der das Ausloten neuer Bereiche suggeriert.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Die Filme des Christopher Nolan

#1073
Nee, das gilt schon für alle Nolan Filme außer den konventionellen Batmännern, also daß sie erzählerisch ungewöhnliche Wege gehen. Oder zu gehen versuchen. Jeder ist für sich ein Film der auffällt, selbst der enttäuschende Insomnia mit seinem EwigerTag Setting.

Mindfuck ist auch wieder so ein blöder Begriff, aber es trifft auf jeden Fall noch auf Prestige zu, in dem ja auch ein erzählerischer Trick nach dem anderen aus dem Ärmel gezaubert wird.

Sicher gehen da andere weiter, sicher ist er dabei kommerzieller als einer wie Lynch, aber Nolan steht trotzdem immer für das gesucht Ungewöhnliche, also für gelungene Plot Twists, ungewöhnliche Stoffe und ungewöhnliche Erzählperspektiven. Und er hat meist recht viel Erfolg damit.

Prestige hat mir übrigens jetzt deutlich besser gefallen als damals im Kino. Da bin ich jetzt bei 8/10

Re: Die Filme des Christopher Nolan

#1074
Inwiefern geht Interstellar denn erzählerisch ungewöhnliche Wege? Der ist vollkommen linear erzählt und hat am Ende zwar einen Zeitreisetwist, der dann aber innerhalb dieses Genres kaum ungewöhnlich ist. Wo ist da die ungewöhnliche Erzählperspektive, wo der ungewöhnliche Stoff? Bei Inception mag ich das so halb akzeptieren, aber auch das ist simpel betrachtet ein Heist-Thriller, nur eben mit unterschiedlichen Traumebenen. Was zugegeben zumindest ungewöhnlicher als ein Bankraub ist.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Die Filme des Christopher Nolan

#1075
Eben wegen diesem Zeitreisetwist. So etwas ist nun mal selten, wenn auch nicht vollkommen außergewöhnlich.

Letztendlich leben wir natürlich heute in Kinozeiten, in denen mehr als früher versucht wird, den Zuschauer zu foppen. Der breite Erfolg von Nolan trägt natürlich dazu bei, bzw verstärkt das noch mehr.

Und sicher war er da mit Memento (und Following) mehr seiner Zeit voraus als mit seinen späteren Filmen (und dafür auchbei weitem nicht so erfolgreich).
Immerhin dieses parallele Erzählen auf 3 Zeitebenen in Dünkirchen hat so noch keiner vor ihm gemacht, oder täusche ich mich da? Hmm, nachdenken, nachdenken ...

Inception kommt natürlich nach Matrix, der auch die weitaus bessere Action hat, aber ist trotzdem noch sehr eigenständig gegenüber diesem. Also schon mehr als eine billige Kopie.

Re: Die Filme des Christopher Nolan

#1076
Casino Hille hat geschrieben:
6. Januar 2020 15:29
Inception ist doch strukturell derselbe Film wie Matrix - bzw im Writing fast schon eine Art seelenverwandtes Remake. Das müsstest du jetzt erstmal erklären, warum der eine in dieser Hinsicht konventioneller als der andere sein soll.
Wenn in "The Matrix" erst mal erklärt ist wie die Matrix funktioniert, ist der große Wow-Faktor eigentlich beendet. Der Film weiß in seiner ersten Hälfte immer wieder zu überraschen und lässt Neo beiespielsweise mehrfach hintereinander aufwachen und lässt so einige Zeit im unklaren was gerade eigentlich passiert, ob Neo wach ist oder nicht, etc. Nachdem Neo dann in der wirklichen Welt angekommen ist verzichtet der Film auf solche Spielereien und ist strukturell kaum komplexer wie ein anderer Film der an zwei Orten spielt.
Inception zeigt zu Beginn ebenfalls verschiedene Ebenen und lässt den Zuschauer im Unklaren was gerade eigentlich los ist. Im Gegensatz zu Matrix wird er danach aber nicht strukturell konventionell, sondern spielt auch später noch leicht mit diesem Element und baut seine wirklich ausergewöhliche Erzählweise über insgesamt fünf verschiedene Ebenen erst im letzten Drittel auf. Das ist fundamental anders als bei Matrix.
Casino Hille hat geschrieben:
6. Januar 2020 15:29
Dafür sind sie beide zu einfach zu verstehen. Was nicht heißen soll, dass sie leicht sind, aber große Zerrüttungen der Sehgewohnheiten kann und wollen diese Filme nicht leisten
Du schließt hier einfach viel zu sehr von dir auf andere. Jeder zweite, mit dem ich über Inception geredet habe sagte mir, dass er den Film beim ersten Mal schauen nur schwer folgen konnte oder ihn gar nicht wirklich verstanden hat. Ich kann das auch nicht wirklich verstehen, da bis auf ein, zwei kleine und recht unbedeutende Szenen wirklich alles klar und eindeutig ist, aber so scheint es nun mal angekommen zu sein. Und dass die Leute in meinem Umfeld nicht einfach nur dumm sind bestätigt sich, wenn ich mir die Kommentare im Internet zu dieser Thematik anschaue.
Casino Hille hat geschrieben:
7. Januar 2020 00:03
Bei Inception mag ich das so halb akzeptieren, aber auch das ist simpel betrachtet ein Heist-Thriller, nur eben mit unterschiedlichen Traumebenen. Was zugegeben zumindest ungewöhnlicher als ein Bankraub ist.
Auch das ist falsch. Inception wäre dann ein Heistfilm, wenn es bei der für Cobb üblichen "Extraktion" geblieben wäre. Aber es geht eben nicht darum etwas mitzunehmen, sondern eine Idee einzupflanzen. Und das ist etwas komplett anderes als ein Heist-Thriller, auch wenn er trotzdem oft mit den gleichen Elementen spielt.
Und dass die verschiedenen Traumebenen nicht nur als ungewöhnlich sondern als absolut außergewöhnlich wahrgenommen wurden zeigt schon alleine die Tatsache, dass danach der Wortzusatz "-ception" für verschachtelte Dinge in den Sprachgebrauch (Sowohl im deutschan als auch im englischen, wenn ich mich nicht irre) aufgenommen wurde. So einen Effekt habe ich ehrlich gesagt nur bei einem anderen Film mitbekommen, und das ist tatsächlich "Matrix" für der Redewendung "Fehler in der Matrix".
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Re: Die Filme des Christopher Nolan

#1077
dernamenlose hat geschrieben:
7. Januar 2020 14:11
Auch das ist falsch. Inception wäre dann ein Heistfilm, wenn es bei der für Cobb üblichen "Extraktion" geblieben wäre. Aber es geht eben nicht darum etwas mitzunehmen, sondern eine Idee einzupflanzen. Und das ist etwas komplett anderes als ein Heist-Thriller, auch wenn er trotzdem oft mit den gleichen Elementen spielt.
Nicht wirklich. Das ist trotzdem ein Heistfilm. Es geht immer noch um die minuziöse Planung eines "Überfalls", der im letzten Akt (bzw. hier schon ab dem B-Teil des zweiten Akts) ebenso minuziös ausgeführt wird. Das Resultat mag sich am Ende unterscheiden, aber wenn Cobb und die anderen in der Tresorraumszene auf der untersten Traumebene (im OHMSS-Moviepark) einfach etwas weggenommen hätten, statt Murphy am Bett von Papa heulen zu lassen, wäre Inception so gut wie genau derselbe Film.
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Re: Die Filme des Christopher Nolan

#1078
Nö. Ganz abgesehen davon, dass die vielen Ebenen dann nicht benötigt worden wären wäre auch das, was aber zweite Traumebene geschieht völlig anders gewesen, oder eben nicht mal vorhanden.
Und außerdem: Von der minutiösen Planung bekommt man relativ wenig mit. Ein oder zwei gemeinsame Sitzungen, ansonsten konzentriert sich der Film doch eher auf andere Dinge, in erster Linie natürlich Cobbs Trauma.
Casino Hille hat geschrieben:
7. Januar 2020 00:03
Was zugegeben zumindest ungewöhnlicher als ein Bankraub ist.
Es ist nicht nur ungewöhnlicher, es ermöglicht auch einen neuen Typus von Gegner, den du in einem klassischen Bankraubszenario niemals haben könntest. Ich glaube, dass auch die Idee bei vielen Tiefen Eindruck hinterlassen hat.
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Re: Die Filme des Christopher Nolan

#1079
Das ist mir zu sehr auf die Details geguckt. Damit sie in Inception letztlich etwas klauen statt etwas einzupflanzen müsste das Script nur minimal umgeschrieben werden. Und das würde den Film strukturell kaum verändern. Dann bräuchten sie, um an das Geheimnis in seinem Unterbewusstsein zu kommen, eben sein "Einverständnis", und würden die Scharade im Film deshalb abhalten. Tut mir leid, da kommen wir auf keinen Nenner. LTK und QOS sind auch beides Rachefilme, obwohl Bond sich in Letzterem gar nicht rächt.
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