Marvel Cinematic Universe Thread (Marvel Studios/Disney)

Für die Filmkenner: In unserem Cinema könnt ihr über den neuesten Blockbuster im Kino, alten Klassikern, neuen Kultfilmen bis hin zu euren Lieblingsserien uvm. diskutieren! Alles aus der TV/Kinowelt, das nicht ins Bondforum passt, bitte hier herein!

Welches ist der beste MCU-Film?

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The Incredible Hulk
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4%
Iron Man 3
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Guardians of the Galaxy
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Avengers: Age of Ultron
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Ant-Man
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Guardians of the Galaxy Vol. 2
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Spider-Man: Homecoming
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Casino Hille
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21. Juli 2018 12:25

Das ist die lächerlichste Entscheidung des Mause-Konzerns seit sehr langer Zeit, erst recht mit der "Political Correctness"-Begründung. Darüber könnte man sich tot lachen, wenn es nicht so unglaublich bescheuert wäre.
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AnatolGogol
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21. Juli 2018 13:15

Casino Hille hat geschrieben:
21. Juli 2018 12:25
Das ist die lächerlichste Entscheidung des Mause-Konzerns seit sehr langer Zeit, erst recht mit der "Political Correctness"-Begründung. Darüber könnte man sich tot lachen, wenn es nicht so unglaublich bescheuert wäre.
Puuhh, jetzt bin ich dann doch wieder halbwegs beruhigt. Nachdem ich Gunns "Vergehen" gegoogelt hatte und nicht wirklich die schlimmen Entgleisungen feststellen konnte habe ich schon gedacht, es liegt an meiner voranschreitenden moralischen Verrohung und der Tatsache, dass ich geschmackliche Entgleisungen aus dem genannten Grund eh schon längst nicht mehr beurteilen kann. Aber dann besteht je immerhin noch etwas Hoffnung (für Disney allerdings kaum noch...). :)
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Maibaum
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21. Juli 2018 13:44

Worum gehts?
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Casino Hille
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21. Juli 2018 13:54

Es geht um Tweets, die James Gunn vor etwa 10 Jahren veröffentlichte, in denen er pädophile Witze postete.

https://www.google.de/search?q=james+gu ... wt7eLscdsM:

Hier der Link zu einer Sammlung aller Tweets in einem Bild, falls du das nachlesen möchtest.
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AnatolGogol
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21. Juli 2018 14:45

Ok, da sind schon ein paar derbe Sprüche dabei, hatte heute morgen auf die Schnelle nur mal 3 Zitate gefunden gehabt, die etwas "milder" ausfielen. Aber aus dem Kontext geht ja dennoch klar hervor, wie er es meint. Das mag geschmacklos sein, aber da jetzt die Wertekeule zu schwingen halte ich dennoch für daneben.
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Casino Hille
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21. Juli 2018 14:54

Sicher ist das krass und viele dieser Sätze sind wirklich nicht schön, aber diese reaktionäre Haltung von Disney und Marvel ist der letzte Blödsinn und was da jetzt mit Gunn gemacht wird, ist unter aller Sau. Wenn Disney und Marvel mit diesen Sprüchen ein moralisches Problem hätten, hätten sie auch schon 2013 ein Problem damit haben müssen, als sie ihn eingestellt haben und es die Diskussion um diese Tweets schon einmal gab. Aber jetzt, wo die Öffentlichkeit sich beschwert, weil ein Trump-Supporter die alten Dinger wieder hervorgeholt hat, nach dem Gunn sich in der Öffentlichkeit politisch extrem Anti-Trump positioniert hat, plötzlich mit Kündigung zu reagieren, weil die Tweets nicht (mehr!) zur "Firmenidentität" passen, ist absurd und peinlich und muss aufs Schärfste verurteilt werden. Toll wäre, wenn Dave Bautista, Chris Pratt, Zoe Saldana und Co. jetzt aus Protest ihre Beteiligung an GotG 3 und der Promo von Avengers 4 zurückziehen und nicht mehr zu den Filmen zurückkehren. Aber dazu wird es wohl nicht kommen, dafür winkt das liebe Geld zu sehr (obwohl zumindest Bautista sich heute auf Twitter schon klar positioniert hat und PRO Gunn argumentierte). Richtig absurd wird es dann noch, wenn man bedenkt, dass Disney mit Roseanne Barr nach unzähligen rassistischen rechtsradikalen Äußerungen noch einmal eine Staffel ihrer Serie "Roseanne" produzierte, nur um sie danach zu feuern, als sie sich (Oh Wunder!) rassistisch und rechtsradikal äußerte. Der Fall zeigt wie die Causa Gunn ganz gut, welche Doppelmoral bei Disney an der Tagesordnung steht.
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AnatolGogol
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21. Juli 2018 15:04

Erinnert mich auch ein bisschen an den Ausschluss von Polanski aus der Oscar Academy vor kurzem für ein Vergehen von 1978, nachdem eben jene Academy in voller Kenntnis besagten Vergehens ihm 2003 ihre höchste Auszeichnung verliehen hatte. Absurder geht es wirklich nicht mehr
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Samedi
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21. Juli 2018 18:17

Tja, da bin ich doch froh, dass EON bzw. die Bond-Reihe entgegen den Wünschen mancher User hier nicht zum Disney-Konzern gehört.
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HCN007
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27. Juli 2018 21:29

iHaveCNit: Ant-Man and The Wasp (2018)

Im 10ten Jahr seit Beginn des Marvel Cinematic Universe hat man es nun insgesamt auf 20 Filme gebracht. Im Jubiläumsjahr 2018 gab es im MCU sowohl etwas auf der wegweisenden politischen Seite mit „Black Panther“ und das Riesenspektakel „Infinity War“ - womit die Ausgangslage und auch die Erwartungshaltung für „Ant-Man and The Wasp“ sehr groß ist. Da ich jedoch bereits mit „Ant-Man“ vor 3 Jahren meinen Spaß hatte, war ich mal gespannt, wie man nach dem ersten „Ant-Man“ und dem Gastspiel in „Civil War“ die Geschichte weitererzählt. Auch wenn die ganz großen Antworten ausbleiben und der Film nicht so stark ist wie sein Vorgänger, so hat man auf jeden Fall knapp 2 Stunden kompakte und leichtfüßige Unterhaltung.

Einige Zeit ist nach Scott Langs Ausflug in Deutschland vergangen. Er hat Hausarrest und vertreibt sich mit allerlei Nonsens und Besuchen seiner Tochter die Zeit. Zwischen ihm und Hank Pym sowie dessen Tochter Hope Van Dyne besteht Funkstille, doch die Erkenntnisse, dass Scott bei seinem letzten Ausflug in die Quantenebene einen Ausweg daraus gefunden hat, sorgen dafür, dass beide unentwegt an Technologie arbeiten, um die 30 Jahre im subatomaren Raum gefangene Mutter Janet Van Dyne suchen und retten zu können. Dafür benötigen sie jedoch die die Hilfe von Scott. Doch der geplante Ausflug gestaltet sich sehr schwierig. Nicht nur das FBI ist hinter Scott her, der zwielichtige Waffenhändler Sonny Burch und auch die geheimnisvolle Ghost sind hinter der Technik her um eigene Ziele zu verfolgen.

Der Film ist wie bereits genannt relativ kompakt und leichtfüßig unterwegs. Ein gewisser Teil des Films besteht aus der klassischen technologischen Exposition und der Rest aus der Variation des Konzepts, sich selbst oder bestimmte Gegenstände in ihrer Größe zu beeinflussen. Das führt oft zu witzigen und teils absurden Situationen und auch Actionsequenzen. Der Humor ist auf jeden Fall auf Paul Rudds Seite, der mich in diesem Film wieder mit seiner Beziehung zu seiner Tochter recht cool abgeholt hat. Auch die gesamte Crew um Michael Pena macht wieder ordentlich Spaß. Ganz cool ist auch die Weiterführung des Dramas um Hank und Hope und die Suche nach der verlorenen Mutter, was diesem Film genau wie eine weitere Geschichte aus Hanks Vergangenheit die gewisse emotionale Triebfeder gibt. Es ist hier wieder mal toll gelungen, die digitale Verjüngung wie schon im Vorganger bei Michael Douglas und auch dem Neuzugang Michelle Pfeiffer einzusetzen. Auf der Antagonistenseite sind sowohl Walton Goggins Sonny Burch als auch Hannah John-Kamens Ghost ganz interessante Charaktere, auch wenn man aus dem zwielichtigen Waffenhändler sowie der technologisch Verlorenen und Besessenen nicht viel macht und auch der von Laurence Fishburne gespielte Nebencharakter Bill Foster ist trotz konstruierter Relevanz für die Geschichte nur Beiwerk. Aber ich halte dem Film zu gute, dass er auch ohne eine riesige Armada an vorher stattfindenden Filmen und fast komplett eigenständig funktioniert. Trotz allem ein Film, der sich wohl im Mittelfeld der MCU-Filme begnügen muss.

„Ant-Man and The Wasp“ - My First Look – 8/10 Punkte.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "
Spoiler
Show
Filmzähler Sammlung iHaveCNit/HCN007:
Stand: 22.12.2018

Spezielle Interessen: 42 DVDS (Musik, Wrestling, sonstiges)
Serienboxen (8 BD / 69 DVD)
DVD: 782 Filme
BD: 498 Filme
Gesamt-Filme: 1280 Filme
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Funksoulbrother
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29. Juli 2018 13:46

Also ich hoffe ja, dass die Fans unbedingt noch wissen möchten, wie der Infinity War ausgeht, sich danach aber übersättigt vom MCU abwenden. Grauenvoll, wenn man sich im schlimmsten Fall als trolliger Fanboy bzw. trolliges Fangirl von Disney und Marvel komplett seinen Filmgeschmack diktieren lässt und der Mainstream immer mainstreamiger zu werden scheint.


Was habe ich eigentlich von Marvel konsumiert?
Iron Man (gut)
Der unglaubliche Hulk (schlecht)
Thor (mittelmäßig)
Guardians of the Galaxy (sehr gut)
Guardians of the Galaxy Vol. II (gut)
Und ich fühle mich jetzt schon überfressen - und jede MCU-Marketingkampagne erzeugt in mir Völlegefühl bis Brechreiz. Ich frage mich: Wieso wollen denkende Menschen jeden dieser Filme sehen? Was soll das eigentlich?

Ich meine, es ist so weit gekommen, dass ich - innerhalb des Mainstreams - die bloße Existenz von "Mission: Impossible - Fallout", also dem SECHSTEN Teil der Serie, als wohltuende(!) Abwechslung(!!) empfinde.
"Nelly, I'm about to get neck-ed back here. So: No peekin'! ... I said: No peekin'!"
(Joe Bang)
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Casino Hille
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14. August 2018 16:29

Ant-Man and the Wasp

Normalerweise gilt für Blockbuster-Fortsetzungen ein simples Prinzip: Alles muss eine Spur größer und eine Spur schneller präsentiert werden, um dem Publikum eine Steigerung zu verkaufen. Für Superheldenfilme heißt das zumeist eines: Wurde der Held im Vorgänger von einem Schurken herausgefordert, müssen nun mindestens zwei gegen ihn antreten - und wer die volle Steigerungsdröhnung will, der stellt dem Helden noch einen Sidekick zur Seite. Einen solchen deutete Regisseur Peyton Reed am Ende seines Marvel-Abenteuers "Ant-Man" bereits an, als Hope van Dyne, das Love-Interest von Scott Lang, ihren eigenen Anzug erhielt. Doch es ist nicht nur den Schrumpffähigkeiten der beiden Helden zu verantworten, dass sich ihr gemeinsamer Auftritt als "Ant-Man and the Wasp" eher eine Nummer kleiner als eine Nummer größer anfühlt.

Ursprünglich hätte Regie-Genie Edgar Wright 2015 beim "Ant-Man"-Erstling die Zügel in der Hand halten sollen, doch kreative Differenzen mit Marvel führten zur Übernahme durch Peyton Reed. Dennoch war Wrights DNA bis zum Schluss spürbar, nur die penetrante Eingliederung in das "Marvel Cinematic Universe" (bestehend aus den Abenteuern von "Iron Man", den "Guardians of the Galaxy", "Thor" etc.) wollte nicht ins Bild passen. Der Nachfolger muss nun auf eigenen Beinen stehen - und Reed wählt für seine Fortsetzung den größtmöglichen Kontrast zum nur drei Monate vorher im Kino gestarteten Marvel-Epos "Avengers: Infinity War". Stand im Großevent noch das Schicksal des Universums auf dem Spiel, zeigt "Ant-Man and the Wasp" reduziertes Spektakel. Der Ansatz passt zur Hauptfigur: Scott Lang ist ein verklärter Romantiker und ein verträumter Vater, keine lässig-coole Type. Unweigerlich muss man sich fragen, warum letztlich ganze fünf Drehbuchautoren (u.a. Hauptdarsteller Paul Rudd) benötigt wurden, um den dünnen Plot zu schreiben, bei dem das Trio Scott, Hope und ihr Vater Hank versuchen, ihr Equipment gegen verschiedene Schurkenparteien zurück zu erkämpfen. Die Geschichte ist gar so brav und familiär angelegt, dass die notwendigen Action-Konfrontationen im Mittel- und Schlussteil wie ein Klotz am Bein wirken, nur dazu da, um die Konfliktlösung noch etwas länger zu verschieben und in die Länge zu ziehen.

Den lobenswerten Ansatz, sich vom Gigantismus anderer Marvel-Filme abzusetzen, jedoch mal beiseite geschoben, hat "Ant-Man and the Wasp" wenig zu bieten, um den Kauf einer Eintrittskarte zu rechtfertigen. Die Geschichte ist gar so tiefenentspannt erzählt, dass keinerlei Spannung aufkommt. Dafür ist die Stimmung zu luftig, das Ambiente zu harmlos und Walton Goggins als grimassierender Schurke, der direkt aus einer 80er Jahre Sitcom importiert sein könnte, kann und soll als Gegenpol gar nicht funktionieren. Reed verzichtet auf eine eigene Note, und integriert eher die auswendig gelernten Marvel-Paradigmen, setzt auf Schnellfeuerdialoge, Querverweise aufs eigene Filmuniversum (wenngleich der eigentliche Filmplot davon unangetastet bleibt) und hat auf Abruf noch eine zweite Schurkin namens Ghost parat, die zwar einerseits durch Wände gehen kann, während andererseits aber der Screentime-Anteil der Darstellerin Hannah John-Kamen zu Gunsten der seichten Familienunterhaltung eher spärlich ausfällt und ihr eigenes persönliches Dilemma binnen weniger Sekunden aufgelöst wird. Eine dramatische Fallhöhe sucht der Plot nicht und nutzt längere Erklärbär-Szenen hauptsächlich als Möglichkeit für den Zuschauer, sich noch einen Eimer Popcorn zu kaufen. Auch die Besetzung ist Opfer der biederen amerikanischen Durchschnittlichkeit. Paul Rudd spielt wie zuvor nur sich selbst, Michael Douglas knurrt sich mürrisch durch den Film, und die Neueinsteiger Laurence Fishburne und Michelle Pfeiffer wirken wie bestellt und nicht abgeholt, während einzig Evangeline Lilly als erste titelgebende Marvel-Heldin "Wasp" ein wenig Spielfreude und feministisches Engagement in der Männerdomäne des Superheldenkinos zeigt, aber keine echte Chemie mit Rudd auf der Leinwand entwickeln kann.

Die Harmlosigkeit des Films wäre gar kein allzu großes Problem, wenn Peyton Reed wenigstens ein ordentliches Pacing vorzuweisen hätte. Leider jedoch ist gerade das Tempo der einzelnen Sequenzen unausgegoren. Besonders schmerz zudem, dass Reed aus den variierenden Größenverhältnissen seiner Helden optisch nichts herauszuholen weiß. Sowohl der MacGuffin als auch Helden und Widersacher werden auf unterschiedlichste Weise vergrößert, verkleinert oder auseinander gezerrt, doch es misslingt, durch die Kamera ein Gefühl von Plastizität zu verleihen. Zu selten setzt die Regie auf Totalen oder interessante Vogelperspektiven, fast nie verlässt die Kamera ihre Subjektive und bleibt auf Distanz zum Schrumpfvorgang. Hier zeigt sich am allerdeutlichsten das Fehlen von Edgar Wright: Hatte der viele der Actionszenen für den Vorgänger bereits vorgeplant, fallen seine kreativen Ideen für die Fortsetzung weg und nicht selten wirken die irrwitzigen Gefechte, in denen Salzstreuer zu riesigen Waffen gemacht werden, wie ein platter Abklatsch des ersten Teils. Gerade eine eigenständige Visualisierung des Größer- und Kleinerwerdens hätte den ordentlich getricksten Autoverfolgungsjagden einen interessanten Kniff verliehen, und das Spiel mit Waschen und Verkleinern reizvoll werden lassen können. Erst ein später Ausflug ins Surreale weiß optisch zu begeistern und weckt mit seiner leicht trashigen Attitüde Erinnerung an alte Sci-Fi-Serials. Etwas mehr hiervon hätte gut getan, "Ant-Man and the Wasp" als das immerhin 20. Abenteuer aus dem Marvel-Universum zu etwas besonderem werden zu lassen.

Fazit: Bescheidenheit war bislang sicher keine Marvel-Stärke. Für einen entspannten Kinoausflug mit der Familie mag "Ant-Man and the Wasp" daher deutlich geeigneter sein als viele seiner Vorgänger. Das ändert allerdings wenig daran, dass die deutlich zu lang geratene Veranstaltung für Comic-Nerds ihr eigentliches Ziel verfehlt: Statt dem Biedermeier, dem Jedermann (in Gestalt von Scott Lang) ein ironisches Heldendenkmal zu setzen, verendet die Dramaturgie in Baukasten-Schemata und seichter Belanglosigkeit. Für den Moment mag das reichen und ist gerade so kurzweilig genug, auf lange Sicht gesehen fehlt den kleinen Helden aber doch das große Alleinstellungsmerkmal, sodass sich der Film nach dem Abspann ähnlich wie Schurkin Ghost ins Nichts auflöst.

4/10
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27. August 2018 14:47

Ach Hille..

Ich mochte den Film total gern, einfach weil er so leicht und unterhaltsam war. Ich fand ihn auch keinesfalls zu lang oder in die Länge gezogen, so wie du ihn beschreibst. Haben wir echt so extrem unterschiedliche Wahrnehmungen?

Ich sehe einfach nicht viel, was der Film falsch macht. Sicherlich ist das alles weder gigantisch noch unglaublich ausgetüfftelt oder spannend bis zum geht nicht mehr inszeniert, aber doch keinesfalls so langweilig, einfallslos und schwach wie es durch dein Review erscheint. Die Action ist solide inszeniert und die Spielerei mit dem groß- und klein werden funktioniert doch auch. Die Charaktere sind sympathisch, die Handlung ausreichend. Er will halt nur unterhalten und berieseln und zu große Ansprüche sollte man da einfach nicht haben.

Bin ich jetzt wirklich der letzte hier, der noch Spaß an den MCU Filmen hat?
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27. August 2018 14:55

Nö. Black Panther und Infinity War mochte ich und ich mochte alle 2017er Marvels (Thor 3, Guardians 2, Spider-Man Reboot 3). Hast du mein Infinity War Review gelesen? Das war schon sehr positiv für diese Art von CGI-Schlachten-Bombast-Film, mit der ich eigentlich gar nicht viel anfangen kann. Aber Ant-Man 2 hat in meinen Augen einfach ein furchtbar unterentwickeltes Drehbuch ohne echte Bedrohung, Charakterentwicklung für einen der Helden, und ohne den Einfallsreichtum, den man bei so einem Film erwarten könnte. Die ganze Fehde zwischen den Helden und der Schurkin Ghost beruht dann letztlich auf einem reinen Missverständnis und würden Hank und Ghost länger als neunzig Sekunden miteinander reden, gäbe es gar keinen Film. Die beiden könnten dann einfach zusammen arbeiten und erst Janet retten und dann Ghost heilen. Bin davon kein bisschen überzeugt. Mir hat schon der erste Ant-Man nur bedingt Spaß gemacht, aber da blitzte oft genug die geniale Vorarbeit von Edgar Wright auf. Die fehlt beim Wasp-Sequel imo umso deutlicher.

Und sehr ärgerlich fand ich wirklich, dass diese Schrumpf/Wachsen Sache gar nicht mehr vernünftig genutzt wird. Der Vorgänger wusste damit wirklich noch zu spielen (was ich eindeutig dem Einfluss von Edgar Wright zuschreiben würde). Man denke nur an die Szene im Kinderzimmer mit der Lokomotive, als die Kamera plötzlich von den Figuren weggeht und man sieht, wie harmlos der Zusammenprall von Villain und Zug eigentlich ist. Teil 2 bleibt aber fast immer bei den Figuren, schrumpft mit ihnen und wächst mit ihnen. Er übernimmt ihre Perspektive, weshalb zumindest für mich der Effekt größtenteils verloren ging. Aber freut mich natürlich, wenn du dennoch Spaß mit dem Ant-Man Sequel hattest. Für mich macht es vielleicht erst bei Captain Marvel wieder Klick.
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27. August 2018 19:15

An dieser Stelle muss ich mich eher auf die Seite von 009 schlagen, trotz unserer sonst erstaunlich häufigen Übereinstimmungen bei Marvel, Hille :)
Ich hatte durchaus Spaß mit dem Film. Ant-Man 2 ist harmlose Unterhaltung, deren Witz bei mir weitestgehend funktioniert hat und auch die Actionszenen fand ich ordentlich. Natürlich hätte man noch mehr mit den verschiedenen Groß/Klein-Ebenen spielen können, aber ich bn eigentlich relativ zufrieden mit dem Ergebnis
Ich kann die Kritikpunkte in deiner wie immer toll geschriebenen Review durchaus nachvollziehen, sehe das aber alles nicht so gravierend. Besonders erfrischend fand ich einfach den Ansatz, sich gerade nach Infinity War von dem Marvelschen Bombast abzugrenzen und auch die typische Formel etwas aufzulösen - gerade in der Bösewichts-Konstellation. Klar ist die Handlung nicht sonderlich raffiniert, aber das ist bei dieser Art von Film ja nichts neues, zudem halte ich das Pacing durchaus für ausreichend, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Darstellerisch war da natürlich nichts Herausragendes, aber die machen das da doch alle zumindest souverän.
Der Film ist für mich ein leichtfüßiger Spaß, der in seinen zwei Stunden Laufzeit kurzweilig genug ist, dass ich durchaus zufrieden zurückgelassen wurde - vor allem da ich sowieso nichts Tiefergehendes erwartet habe. Die filmische Sternstunde des MCU ist er sicherlich nicht, aber das muss er ja auch nicht sein. Mir hat´s jedenfalls gefallen :)
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(Joseph Wiseman in Dr. No)
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3. Oktober 2018 12:35

Keine Ahnung gerade wohin mit dem Ding, aber hier ist, weil wir es so wollen ein passender Platz dafür, weil wir sind....

iHaveCNit: Venom (2018)

Ring frei für Tom Hardy in meinem Kinojahr 2018. Lange ist es her, dass wir ihn im Kino als Hauptdarsteller zu sehen bekommen haben. Sein aktuellster Film ist sein zweiter Ausflug in die mannigfaltigen Geschichten von Superhelden aus dem Hause DC und Marvel. Für DC hat er in Christopher Nolans „The Dark Knight Rises“ die wohl bestmögliche Version eines Bane geliefert. Für Marvel ist es nun Spider-Mans Erzfeind „Venom“, der in einer Sony-Produktion nun seinen ersten eigenen Film bekommt und vielleicht auch ein Filmfranchise bekommen wird. Auf dem Regiestuhl sitzt der Zombieland-Regisseur Ruben Fleischer und in weiteren Rollen sehen wir unter anderem Michelle Williams und Riz Ahmed. Und was soll ich sagen, der Film ist ein „venom“-enale, chaotische und unterhaltsame Mischung, auch wenn es sowohl im Portfolio der Comic-Verfilmungen als auch in der Filmografie von Tom Hardy bessere Filme gibt.

Die Life Foundation unter der Führung von Dr. Carlton Drake experimentiert mit einer außerirdischen Lebensform, den Symbionten. Der Journalist Eddie Brock setzt bei den Recherchen alles aufs Spiel, was ihm irgendetwas bedeutet. Er erhält einige Zeit später einen Insidertipp, der ihn wieder auf die Spur von Drake führt und er die Labors untersucht. Dabei gerät er in Kontakt mit einem Symbionten, der ihm unvorstellbare Kräfte verleiht. Das ist Drake ein Dorn im Auge und fortan wird Jagd auf Eddie gemacht, der sich erst einmal mit seinen neuen Fähigkeiten arrangieren muss.

Venoms erster Kinoauftritt war ja im 2007er-Spider-Man 3 von Sam Raimi mit Topher Grace in der Rolle des Erzfeinds von Spider-Man. Leider war der Film damals zu überladen um tatsächlich die innere Zerrissenheit komplett auszureizen. Dafür ist ja nun der erst Solo-Film da und ich stehe nun mit sehr gemischten Gefühlen da. Was wurde im Vorfeld nicht alles diskutiert über die niedrige Altersfreigabe, einem ganzen Batzen an guten Szenen, die es nicht in die Endfassung geschafft haben sollen – was soll ich sagen ? Die angedeutete Brutalität ist für einen FSK12-Film schon derb und sehr grenzwertig ausgereizt worden. Ich habe im Vorfeld auch die Venom-Comics „Dark Origin“ und „Lethal Destroyer“ gelesen und finde den Weg, wie man hier notwendigerweise die Entstehung des Antihelden umgestalten musste, sehr gut gewählt. Die innere Zerrissenheit von Eddie Brock und auch von Venom selbst ist natürlich ein tonales Chaos aus Humor, Brutalität und Tragik. Und hier ist Tom Hardy auch der Mann des Films. Während er in seinen letzten Filmen immer mit einer gewissen wortkargen Ernsthaftigkeit rüber kommen musste, kann er hier vollkommen frei aufspielen. Ihm habe ich zu jedem Zeitpunkt diesen vielschichtigen Charakter abgenommen, der eben dann auch für den ein oder anderen mit vielleicht zu viel Humor und unfreiwilliger Komik rüber kommt, aber das hat für mich zur inneren Zerrissenheit gepasst. Der Film profitiert schon stark von Tom Hardy. Michelle Williams´ Charakter ist ein bisschen zu oberflächlich ausgearbeitet, aber sie bekommt hier die ein oder andere wichtige Aufgabe um den Plot am laufen zu halten. Der Plot dann ist weniger tiefgründig als er vorgibt und verläuft sehr linear auf sein Ende zu. Und so bleibt dann auch Riz Ahmeds Carlton Drake als Antagonist eben in der Riege der Bösewichte, die eben aus der Notwendigkeit des Plots heraus existieren, aber gegenüber dem wichtigeren Hauptcharakter nur blass ausgearbeitet worden sind. Effektetechnisch ist es natürlich immer noch schwierig, einen Charakter wie Venom zu generieren und auch in Kampfsequenzen mit einem weiteren seiner Sorte für eine Übersichtlichkeit zu sorgen, aber der Showdown hier ist notwendig und passt soweit ganz gut. Genauso wie auch der Score von Ludwig Göransson, der die chaotische Mischung des Films auch musikalisch passend begleitet – genau wie der vor wenigen Wochen von Eminem auf seinem kamikaze-artig veröffentlichten Album „Kamikaze“ veröffentlichte Track „Venom“, der auch die Filmmusik ergänzt. Manch einer aus meinem Bekanntenkreis wirft mir vor, dass ich Filmen mit Tom Hardy immer eine gewisse Form Bonus-Punkte spendieren würde und ich kann bei „Venom“ gerade weil Tom Hardy sehr wichtig für den Film ist keine Ausnahme machen, wenn auch nicht ganz so stark wie erwartet. Ich fand den Film sehr unterhaltsam und er ergänzt für mich als Hardy-Fanboy nun die Sparte „Guilty Pleasure“. Ich hoffe mal, dass Sony ihre hier zugrundeliegenden Ambitionen nach einem „Venomverse“ und einem Crossover mit Spider-Man sich nicht durch relativ ernüchternde und negative Kritiken und einem vielleicht zu geringen finanziellen Erfolg von diesem Plan abbringen, denn uns können noch definitiv bessere Filme erwarten. Zum Beginn muss nicht immer alles perfekt sein – es muss noch Raum zur Steigerung geben – und den gibt es bei „Venom“ definitiv.

„Venom“ - My First Look – 8/10 Punkte.
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Filmzähler Sammlung iHaveCNit/HCN007:
Stand: 22.12.2018

Spezielle Interessen: 42 DVDS (Musik, Wrestling, sonstiges)
Serienboxen (8 BD / 69 DVD)
DVD: 782 Filme
BD: 498 Filme
Gesamt-Filme: 1280 Filme
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