Die Filme von und mit Clint Eastwood

#1
Clint Eastwood ist nicht nur einer der bekanntesten und bedeutendsten Schauspieler aller Zeiten, sondern auch einer der großartigsten Regisseure unserer Zeit. Mit Western und Dirty Harry berühmt geworden, mit Gran Torino, Mystic River und Million Dollar Baby Meisterwerke geschaffen. Hier die Filmografie vom Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood.

Darsteller:
1955: Die nackte Geisel (Lady Godiva)
1955: Die Rache des Ungeheuers (Revenge of the Creature)
1955: Francis in the Navy
1955: Tarantula
1956: Klar Schiff zum Gefecht (Away All Boats)
1956: Noch heute sollst Du hängen (Star in the Dust)
1956: Nur Du allein (Never Say Goodbye)
1956: The First Traveling Saleslady (The First Traveling Saleslady)
1957: Verschollen in Japan (Escapade in Japan)
1958: Ambush at Cimarron Pass
1958: Lafayette Escadrille
1959: Maverick (Staffel 2, Episode 19)
1959: Tausend Meilen Staub (Rawhide) in 217 Folgen einer TV-Serie bis 1965
1964: Für eine Handvoll Dollar (Per un pugno di dollari) - 9,5/10
1965: Für ein paar Dollar mehr (Per qualche dollaro in più) - 9/10
1966: Hexen von heute (Le Streghe)
1966: Zwei glorreiche Halunken (Il Buono, il brutto, il cattivo)
1968: Agenten sterben einsam (Where Eagles Dare)
1968: Coogan’s großer Bluff (Coogan’s Bluff) - 7/10
1968: Hängt ihn höher (Hang ’Em High)
1969: Westwärts zieht der Wind (Paint Your Wagon)
1970: Betrogen (The Beguiled)
1970: Ein Fressen für die Geier (Two Mules for Sister Sara)
1970: Stoßtrupp Gold (Kelly’s Heroes)
1971: Dirty Harry - 9/10
1971: Sadistico (Play Misty for Me)
1972: Sinola (Joe Kidd)
1973: Dirty Harry II – Calahan (Magnum Force) - 7,5/10
1973: Ein Fremder ohne Namen (High Plains Drifter) - 8/10
1974: Die letzten beißen die Hunde || (Thunderbolt and Lightfoot)
1975: Der Texaner (The Outlaw Josey Wales)
1975: Im Auftrag des Drachen (The Eiger Sanction)
1976: Dirty Harry III – Der Unerbittliche (The Enforcer) 7/10
1977: Der Mann, der niemals aufgibt (The Gauntlet)
1978: Der Mann aus San Fernando (Every Which Way But Loose)
1979: Flucht von Alcatraz (Escape from Alcatraz)
1980: Mit Vollgas nach San Fernando (Any Which Way You Can)
1980: Bronco Billy
1982: Firefox
1982: Honkytonk Man
1983: Dirty Harry kommt zurück (Sudden Impact) - 6/10
1984: City Heat – Der Bulle und der Schnüffler (City Heat)
1984: Der Wolf hetzt die Meute (Tightrope)
1985: Pale Rider – Der namenlose Reiter (Pale Rider)
1986: Heartbreak Ridge - 9/10
1988: Das Todesspiel (The Dead Pool) - 7/10
1988: Thelonious Monk – Eine Jazzlegende (Thelonious Monk: Straight, No Chaser)
1989: Pink Cadillac
1990: Rookie – Der Anfänger (The Rookie)
1990: Weißer Jäger, schwarzes Herz (White Hunter Black Heart)
1992: Erbarmungslos (Unforgiven) - 8,5/10
1993: In the Line of Fire – Die zweite Chance (In the Line of Fire)
1993: Perfect World (A Perfect World) - 7/10
1995: Die Brücken am Fluss (The Bridges of Madison County)
1997: Absolute Power - 8/10
1999: Ein wahres Verbrechen (True Crime)
2000: Space Cowboys
2002: Blood Work
2004: Million Dollar Baby - 9/10
2008: Gran Torino - 9/10
2012: Back in the Game (Trouble with the Curve) - 7/10

Regisseur:
1971: Sadistico (Play Misty for Me)
1973: Begegnung am Vormittag (Breezy)
1973: Ein Fremder ohne Namen (High Plains Drifter) - 8/10
1975: Der Texaner (The Outlaw Josey Wales)
1975: Im Auftrag des Drachen (The Eiger Sanction)
1977: Der Mann, der niemals aufgibt (The Gauntlet)
1980: Bronco Billy
1982: Firefox
1982: Honkytonk Man
1983: Dirty Harry kommt zurück (Sudden Impact)
1985: Pale Rider – Der namenlose Reiter (Pale Rider)
1986: Heartbreak Ridge - 9/10
1988: Bird
1990: Rookie – Der Anfänger (The Rookie)
1990: Weißer Jäger, schwarzes Herz (White Hunter Black Heart)
1992: Erbarmungslos (Unforgiven) - 8,5/10
1993: Perfect World (A Perfect World) - 7/10
1995: Die Brücken am Fluss (The Bridges of Madison County)
1997: Mitternacht im Garten von Gut und Böse (Midnight in the Garden of Good and Evil)
1997: Absolute Power - 8/10
1999: Ein wahres Verbrechen (True Crime)
2000: Space Cowboys
2002: Blood Work
2003: Mystic River - 10/10
2003: Piano Blues
2004: Million Dollar Baby - 9/10
2006: Flags of Our Fathers
2006: Letters from Iwo Jima
2008: Der fremde Sohn (Changeling) - 8,5/10
2008: Gran Torino - 9/10
2009: Invictus – Unbezwungen (Invictus)
2010: Hereafter – Das Leben danach (Hereafter) - 7/10
2011: J. Edgar
2014: Jersey Boys
2014: American Sniper
Zuletzt geändert von Agent 009 am 8. Juni 2017 09:24, insgesamt 10-mal geändert.

Re: Die FIlme von und mit Clint Eastwood

#2
J. Edgar (2011)

Weil Scorseses Filme bei mir ein gewisses Interesse für Biopics geweckt haben und ich DiCaprio bisher eigentlich in all seinen Rollen nahezu überwältigend fand habe ich mir kürzlich mal J. Edgar gegeben. Mein Eindruck lässt sich ganz einfach zusammenfassen als: nicht schlecht, muss aber nicht so bald wieder sein. Für seine 137 Minuten bot mir die zwischen Vergangenheit und Gegenwart der Erzählung hin und her springende Geschichte einfach zu wenig Stoff und wurde stellenweise im Fluss sogar ziemlich zäh. Gewohnt gut war natürlich DiCaprio, auch wenn ich ihn als FBI-Chef nicht ganz so überzeugend fand wie damals als Flieger Howard Hughes oder als cleverer Fälscher Frank Abagnale konnte er dem alten Hoover doch ein paar interessante Facetten abgewinnen. Leider wurden Themen wie Homosexualität und Mutti-Komplex (zu wenig Screentime: Judi Dench) lediglich angerissen und die entsprechenden Szenen irgendwo in den Rest des Films eingereiht. Nett fand ich auch den in Ausstattung und Mode eingefangenen Zeitgeist, der jedoch durch die sehr dunklen und irgendwie zu glatten Bilder ein wenig verloren ging.

6 / 10
We'll always have Marburg

Re: Die Filme von und mit Clint Eastwood

#3
Selten war das Wort „Legende“ so passend wie im Falle Eastwood, meinem absoluten Lieblingsdarsteller, den ich auch als Regisseur sehr schätze. Neben den wirklich unzähligen großartigen Filmen die er seinem Publikum in all den Jahren geschenkt hat ist wie ich finde vor allem bemerkenswert wie geschickt sich Eastwood im Laufe der Jahrzehnte immer wieder neu erfunden hat – und sich dabei dennoch immer treu geblieben ist! Kaum einer hätte wohl in den 70ern erwartet, dass Eastwood in den folgenden Jahrzehnten sowohl als Charakterdarsteller, Regisseur anspruchsvoller Dramen und sogar als überzeugender Star in einem Liebesfilm glänzen würde. Eastwood gelang es als einem der wenigen ganz großen Hollywoodstars sein in Stein gemeiseltes Rollenklischee des einsamen, wortkargen und im Zweifel lieber schiessenden als verhandelnden Revolverhelden – egal ob im klassischen oder im modernen amerikanischen Westen – letztlich hinter sich zu lassen und sich als anerkannter Charakterdarsteller zu positionieren. Zudem kenne ich keinen Darsteller, dessen Filme über seine gesamte Karriere ein derart hohes Niveau hatten (sieht man mal von der viel zu früh verstorbenen Ausnahmeerscheinung John Cazale ab) – echte Stinker sucht man in seinem Werk vergeblich. Etwas schade finde ich, dass er sich in den letzten knapp 15 Jahren vor der Kamera sehr rar gemacht hat, wenngleich ich diese Entwicklung und seine Beweggründe dafür nachvollziehen kann und seine Werke als Regisseur einen fast genauso guten Ersatz darstellen. Ausserdem stellt als Synchrofan der ich nun mal bin das Ableben seiner jahrzehntelangen deutschen Stimme Klaus Kindler im Jahr 2001 eine derart starke Zäsur dar, dass es auf merkwürdige Weise sogar gut ist, Clint kaum noch vor der Kamera zu erleben.


1964: Für eine Handvoll Dollar (Per un pugno di dollari) 8 / 10
1965: Für ein paar Dollar mehr (Per qualche dollaro in più) 9 / 10
1966: Hexen von heute (Le Streghe) -

1966: Zwei glorreiche Halunken (Il Buono, il brutto, il cattivo) 10 / 10
Das Meisterwerk, zusammen mit Peckinpahs Wild Bunch und Hawks Rio Bravo der beste Western aller Zeiten. Ein Film für die Ewigkeit!

1968: Agenten sterben einsam (Where Eagles Dare) 8,5 / 10
1968: Coogan’s großer Bluff (Coogan’s Bluff) 6,5 / 10
1968: Hängt ihn höher (Hang ’Em High) 6 / 10
1969: Westwärts zieht der Wind (Paint Your Wagon) 6 / 10
1970: Betrogen (The Beguiled) 7 / 10
1970: Ein Fressen für die Geier (Two Mules for Sister Sara) 8 / 10
1970: Stoßtrupp Gold (Kelly’s Heroes) 8,5 / 10

1971: Dirty Harry 9,5 / 10
Siegel und Eastwood definieren den Cop-Actionthriller neu und derart nachhaltig, dass sich eigentlich in jedem folgenden Genrevertreter DNA dieses Filmes finden lässt. Hart, zynisch, kompromislos.

1971: Sadistico (Play Misty for Me) 6,5 / 10
1972: Sinola (Joe Kidd) 6,5 / 10
1973: Begegnung am Vormittag (Breezy) -
1973: Dirty Harry II – Calahan (Magnum Force) 9 / 10
1973: Ein Fremder ohne Namen (High Plains Drifter) 7,5 / 10
1974: Die letzten beißen die Hunde (Thunderbolt and Lightfoot) 8,5 / 10

1975: Der Texaner (The Outlaw Josey Wales) 10 / 10
Eastwoods erste Großtat als Regisseur. Erstaunlich ambitionierte Westernballade um eine merkwürdige Interessengemeinschaft aus ausgebranntem Kriegsheld, heimatlosen Indianern und armen Siedlern.

1975: Im Auftrag des Drachen (The Eiger Sanction) 8 / 10
1976: Dirty Harry III – Der Unerbittliche (The Enforcer) 7,5 / 10
1977: Der Mann, der niemals aufgibt (The Gauntlet) 8,5 / 10
1978: Der Mann aus San Fernando (Every Which Way But Loose) 7 / 10
1979: Flucht von Alcatraz (Escape from Alcatraz) 8 / 10
1980: Mit Vollgas nach San Fernando (Any Which Way You Can) 5,5 / 10
1980: Bronco Billy 6,5 / 10
1982: Firefox 7 / 10
1982: Honkytonk Man 7,5 / 10
1983: Dirty Harry kommt zurück (Sudden Impact) 6,5 / 10

1984: City Heat – Der Bulle und der Schnüffler (City Heat) 5,5 / 10
Der Film (oder besser der eiserne Stuhl) der Burt Reynolds Karriere zertrümmerte. Zwei meiner größten Helden in einem Film – und was rauskam war ein langweiliger, mauer Krimi. Die erste Hälfte der 80er war nicht gerade Eastwoods stärkste Karrierephase.

1984: Der Wolf hetzt die Meute (Tightrope) 6,5 / 10
1985: Pale Rider – Der namenlose Reiter (Pale Rider) 6 / 10
1986: Heartbreak Ridge 9 / 10
1988: Das Todesspiel (The Dead Pool) 8,5 / 10
1988: Bird -
1989: Pink Cadillac 7 / 10
1990: Rookie – Der Anfänger (The Rookie) 7,5 / 10
1990: Weißer Jäger, schwarzes Herz (White Hunter Black Heart) 8 / 10
1992: Erbarmungslos (Unforgiven) 8,5 / 10
1993: In the Line of Fire – Die zweite Chance (In the Line of Fire) 8,5 / 10
1993: Perfect World (A Perfect World) 7,5 / 10

1995: Die Brücken am Fluss (The Bridges of Madison County) 10 / 10
Eastwoods erstaunlichster und ungewöhnlichster Film, überzeugend auf jedem Gebiet mit der wohl darstellerisch besten Leistung seiner Karriere.

1997: Mitternacht im Garten von Gut und Böse (Midnight in the Garden of Good and Evil) -
1997: Absolute Power 8 / 10
1999: Ein wahres Verbrechen (True Crime) 8 / 10
2000: Space Cowboys 7 / 10
2002: Blood Work 6,5 / 10
2003: Mystic River 8,5 / 10
2003: Piano Blues –

2004: Million Dollar Baby 9 / 10
Spannend, rührend und ehrlich: großes Alterswerk, zurecht mit Preisen überhäuft.

2006: Flags of Our Fathers 7,5 / 10
2006: Letters from Iwo Jima 7,5 / 10
2008: Der fremde Sohn (Changeling) -
2008: Gran Torino 8,5 / 10
2009: Invictus – Unbezwungen (Invictus) 8 / 10
2010: Hereafter – Das Leben danach (Hereafter) 8 / 10
2011: J. Edgar 7,5 / 10
2012: Back in the Game (Trouble with the Curve) -
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Die Filme von und mit Clint Eastwood

#4
Ich finde es schwer den besseren Film zwischen Mystic River & Million Dollar Baby auszumachen. Beides absolut exzellent inszenierte und großartig gespielte Machwerke. Beide emotional und extrem packend wie ich finde. Sehr beeindruckend wie Eastwood das hinbekommt, dass keiner seiner Filme wirklich "langweilig" ist. Ich werde bald "Back in the Game" sichten und hoffe sehr, dass er sich als Schauspieler nochmal gewohnt gut gibt. :)

Re: Die Filme von und mit Clint Eastwood

#10
High Plains Drifter - Der Fremde ohne Namen (1973, Clint Eastwood)

Eastwoods zweiter Spielfilm als Regisseur zeigte bereits in den frühen Siebzigern, dass Eastwood auch hinter der Kamera über enormes Talent als Filmemacher verfügt. Stilistisch ist High Plains Drifter stark von den Werken Sergio Leones inspiriert, besonders in der ersten Hälfte wecken die grossartigen gefilmten Sequenzen, die zunächst fast ohne Dialog auskommen, Erinnerungen an Clints Lehrmeister aus Italien. Gleichzeitig variiert Eastwood als Hauptdarsteller gekonnt und gewohnt cool seinen ihm von Leone auferlegten Rollentypus des Blondie, der dieses Mal nicht wirklich "The Good" ist, aber trotzdem problemlos als Identifikationsfigur dient. Während man bis etwa zur Mitte noch denken könnte, dass Eastwood hier eine beeindruckend visualisierte inoffizielle Fortsetzung zur Dollar-Trilogie gedreht hat, schlägt er plötzlich völlig neue Wege ein. Zum Vorschein kommt eine unkonventionelle und doppelbödige Westerngeschichte, die allerlei Interpretationsspielraum offen lässt und dem "Man with no Name" eine ebenso interessante wie augenzwinkernde Facette hinzufügt. Verstärkt wird dieser Effekt durch eine Atmosphäre des Mystischen und Übernatürlichen, die Eastwood nach und nach schleichend aufbaut. An dieser Stelle muss aber erwähnt werden, dass dies ausschliesslich für die englische Fassung gilt, da die Synchronisation dem Film eine plumpe Auflösung verpasst hat. Also Finger weg!

8,5 / 10
We'll always have Marburg

Re: Die Filme von und mit Clint Eastwood

#12
Spoiler
Show
Die deutsche Fassung erklärt Eastwood zum Bruder des ermordeten Marshalls. In der OV wird seine Identität offengelassen und es gibt Anspielungen darauf, dass es sich um den rachsüchtigen Geist des Mordopfers handelt, der als Todesengel nach Vergeltung sucht. Das wirkt dann viel stimmiger und einfallsreicher.
We'll always have Marburg

Re: Die Filme von und mit Clint Eastwood

#15
HPD war von der Geschichte und von den Charakteren her nicht so interessant, und vor allem fand ich Eastwoods Inszenierung nicht so gelungen.

Aber ich kenn Einige die ihn schon gut finden. Probieren geht über Studieren ...

Wenn der mal wieder im TV läuft gebe ich ihm auf jeden Fall noch mal eine Chance.

Seltsamerweise ist HPD immer noch indiziert.