Der Filmempfehlungen Thread

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GoldenProjectile
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13. Dezember 2016 23:01

Maibaum hat geschrieben:
GoldenProjectile hat geschrieben: Und jetzt noch einmal dieselbe Frage für Antonioni.

Wichtig ist dabei vor allem: Deserto Rosso oder L'eclisse? Die laufen beide am selben Tag und für beide reicht es wohl nicht.

PS: 7777 Beiträge. :D
Lüg doch nicht, es sind 7778 ...

Ansonsten, wirf eine Münze, oder schau ob Das Abenteuer oder Blow Up stattdessen zu haben sind.
Blow up läuft erst später diesen Monat und ist fest gesetzt. Der wird definitiv geschaut. Die meisten Vorstellungen von Avventura habe ich schon verpasst, die Filme laufen jeweils insgesamt drei oder vier mal, aber im Januar ist noch eine einzelne Vorstellung.

Was diesen Sonntag angeht tendiere ich eher zu Deserto Rosso, falls ich da nichts falsch mache.
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Maibaum
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13. Dezember 2016 23:11

Nein, da machst du nichts falsch.

Bei Das Abenteuer läuft ja sicher die ungekürzte Fassung, denn die deutsche KF war stark gekürzt (noch dazu mit einem ziemlich dämlichen Titel versehen der genau so schlimm ist wie 2 glorreiche Halunken), während im TV immer eine Uncut Fassung lief.
Tatsächlich habe ich den im Kino nur in der kurzen Fassung gesehen, obwohl es innerhalb einer Uni Reihe war, und der filmbegeisterte Kinobesitzer versichert hatte, es sei die ungekürzte Fassung. Ist erst ein paar Jahre her.
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GoldenProjectile
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22. Juni 2018 16:42

Was meint die Forengemeinde denn zu folgenden vier Zelluloidfetzen?

Des Teufels General (1955 Helmut Käutner)
Barquero (1970 Gordon Douglas)
Mephisto (1981 Istvan Szabo)
Cutthroat Island (1995, Renny Harlin)
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Casino Hille
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Ich LIEBE Barquero. Das hilft dir jetzt nicht weiter, weil du das schon weißt. Aber ich liebe Barquero. Einer meiner Lieblingswestern und auch einer meiner Lieblingsfilme seit ewigen Zeiten. Leider kaum bekannt. Die Verehrung meinerseits wird wohl kaum jemand teilen, aber ich denke, dass der auch heute noch als schroffer, psychologischer Western mit Spaghetti-Einflüssen sehr gut funktioniert.
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vodkamartini
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22. Juni 2018 18:26

GoldenProjectile hat geschrieben:
22. Juni 2018 16:42
Was meint die Forengemeinde denn zu folgenden vier Zelluloidfetzen?

Des Teufels General (1955 Helmut Käutner)
Barquero (1970 Gordon Douglas)
Mephisto (1981 Istvan Szabo)
Cutthroat Island (1995, Renny Harlin)
Des Teufels General ist ein sehr interessanter Film v.a. im Hinblick auf die bundesdeutsche Vergangenheitsbewältigung der 50er Jahre. Hab ich Zulassungsarbeit drüber geschrieben.

Mephisto ein toller Film mit superbem Brandauer.

Cuthroat Island war ein Megaflop, wollte damals niemand Geena Davis als Piratin sehen. Ist aber als Abenteuer recht unterhaltsam, so aus der verblassenden Erinnerung.

Barquero hab ich irgendwann mal gesehen, aber keinerlei Erinnerung mehr.
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AnatolGogol
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22. Juni 2018 18:33

GoldenProjectile hat geschrieben:
22. Juni 2018 16:42
Was meint die Forengemeinde denn zu folgenden vier Zelluloidfetzen?

Des Teufels General (1955 Helmut Käutner)
Barquero (1970 Gordon Douglas)
Mephisto (1981 Istvan Szabo)
Cutthroat Island (1995, Renny Harlin)
Des Teufels General ist ein guter Film, der vor allem durch seine starken Darsteller zu überzeugen weiss. Nicht mein Lieblings-Käutner (das wären Hauptmann von Köpenick und Schinderhannes) aber eben ein guter Film. 7,5 / 10

Cutthroat Island ist launiges, hochbudgetiertes Krawallkino mit tollen Locations, Stunts und schönem Piratenflair. Probleme gibts eher auf Darstellerseite, da Davis und Modine einfach nicht das Charisma haben, welches ein solcher Film benötigt. Noch schwerer wiegt, dass dem Film im Schlussviertel empfindlich die Luft ausgeht, da sich Harlin mal wieder ausschliesslich auf seine (allerdings durchaus sehenswerten) Schauwerte verlässt. Trotzdem ein netter Piratenspass. 7 / 10

Mephisto ist Darstellerkino vom feinsten, vor allem dank des herausragenden Brandauers. Dramaturgisch und Inszenatorisch zuweilen ein bisschen bieder, aber dennoch immer fesselnd und zweckdienlich genug, um dem Hauptdarsteller seine Meisterleistung zu ermöglichen. 8 / 10

Zu Barquero darf ich aufgrund vertragsrechtlicher interner Forenmodalitäten nix sagen, da zuerst Meister Hille seine Wettschuld einlösen muss. :mrgreen:
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GoldenProjectile
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6. Juli 2019 11:24

In Bern läuft jetzt eine Billy Wilder Retrospektive. Folgende Filme werden je etwa drei Mal gezeigt:

https://www.rexbern.ch/programmreihe/so ... ly-wilder/

Was empfiehlt das Forum als essentielle zwei bis drei Must-Sees? Der Kollege möchte The Apartment sehen, bekannt ist uns beiden nur Sabrina (1954).
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Casino Hille
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6. Juli 2019 12:55

Sunset Boulevard, Some like it hot, The seven year itch, One Two Three, Sherlock Holmes...
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GoldenProjectile
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6. Juli 2019 13:05

Zwei bis drei, werter Mod-Kollege! :)
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AnatolGogol
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6. Juli 2019 13:57

Das ist echt schwierig da das ganze auf 2-3 runterzubrechen, ich versuche es mal analytisch:

A Foreign Affair 9 / 10
Ace in the Hole 9 / 10
Stalag 17 9 / 10
Sabrina 9 / 10
Sunset Boulevard 10 / 10
Witness for the Prosecution 9 / 10
The Seven Year Itch 7 / 10
The Apartment 9,5 / 10
One, Two, Three 9 / 10
The Private Life of Sherlock Holmes 6,5 / 10
Some Like It Hot 8 / 10
Double Indemnity 9 / 10

Sehen MUSST du UNBEDINGT Sunset Boulevard, da gibt es keine zwei Meinungen. :D
The Apartment würde ich dir ebenfalls ans Herz legen, nicht nur weil er bei mir die zweitbeste Benotung bekommt, sondern weil der Film Wilders künstlerischen und kommerziellen Zentith darstellt. Nicht unbedingt sein bester (das wäre Sunset Boulevard), aber verdammt nah dran und vermutlich sein reifstes Werk. Die meisten der restlichen FIlme nehmen sich nicht allzu viel, da kann man eigentlich bei keinem viel falsch machen. 7 Year Itch ist etwas leichtgewichtig, aber dennoch unterhaltsam. Sherlock Holmes leidet unter seiner Episodenhaftigkeit und der Entstehungsgeschichet (man merkt dem Film an, dass mehr als 1/3 rausgeschnitten werden musste auf Druck der Produzenten). Schade, das The lost Weekend nicht läuft oder Irma La Douce oder Avanti oder Love in the Afternoon oderoderoder...was für ein Oeuvre, was für ein Oeuvre... :D
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Maibaum
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8. Juli 2019 10:08

Ich finde Wilders Filme meist nicht so toll, soll präziser bedeuten er ist kein Regisseur dessen Filme ich mir als Disc zulege. Ein Blick in meine Datenbank ergibt jedoch daß ich eine (bislang nicht geschaute) DVD von One, Two, Three besitze, die ich irgendwann mal günstig als Teil einer Aktion mitgekauft habe. Und das ist auch neben Some Like It Hot der beste Film. Beide legen ein überdrehtes Tempo an den Tag, während ich fast alle anderen Wilder Filme als zu langsam bzw als überlang empfinde, sie erschöpfen sich dann selber. Außerdem sind sie auf eine etwas theaterhafte Art fast alle etwas zu geschwätzig, er war ja auch ein begabter Drehbuchautor.

Wilders Filme enthalten natürlich meist ein paar gute Szenen, aber sie sind nie so interessant wie ihr Ruf es hoffen lässt. Andrew Sarris hatte ihn 1968 in seinem jederzeit kritisierbaren Filmbuchklassiker The American Cinema in der Rubrik "Less Than Meets the Eye" eingeordnet, was wirklich hübsch klingt, und fast von mir sein könnte.
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Maibaum
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8. Juli 2019 10:09

AnatolGogol hat geschrieben:
6. Juli 2019 13:57


Sehen MUSST du UNBEDINGT Sunset Boulevard, da gibt es keine zwei Meinungen. :D
Leider doch ...
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8. Juli 2019 10:51

Sunset Boulevard und The Apartment werden's wohl. Vielleicht Some Like It Hot, wennes noch reicht. Danke für die Inputs.
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AnatolGogol
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8. Juli 2019 14:09

Maibaum hat geschrieben:
8. Juli 2019 10:08
Außerdem sind sie auf eine etwas theaterhafte Art fast alle etwas zu geschwätzig, er war ja auch ein begabter Drehbuchautor.
Das liest sich für mich widersprüchlich. Bei einem begabten Drehbuchautor sollte es keine Geschwätzigkeit geben (weil Geschwätzigkeit = überflüssiger Dialog). Wilders Filme sind halt Dialogintensiv. Man kann vermutlich soweit gehen, dass die Dialoge das wichtigste Element in seinen Filmen darstellen. Ob einem dieses filmemacherische Vorgehen und/oder die Qualität der Dialoge taugen ist natürlich eine subjektive Sache, allerdings würden Wilders Filme ohne den starken Dialog-Anteil nicht so wie konzipiert funktionieren. Dann wären sie vielleicht subjetiv empfunden "weniger geschwätzig", aber das inhaltliche Gleichgewicht würde dann nicht mehr stimmen (da die Dramaturgie und die Figurenentwicklung unterrepräsentiert wären, weil elementar mit den Dialogen verknüpft). Bezüglich des Sarris-Zitats würde ich eines von Wilder dagegensetzen, welches sinngemäß lautet, dass Kameraarbeit/Bildinszenierung dann schlecht ist, wenn sie dem Zuschauer auffällt. Das zeigt denke ich ganz gute Wilders Einstellung, der eher eine pragmatische Inszenierung im Sinn hatte denn ein flashy visual showcase (obwohl es dennoch in seinen Filmen diverse tolle, einfallsreiche Einstellunge gibt wie zB die leere Flasche in Lost Weekend oder die anfängliche Kamerafahrt im Apartment, die aber nie aufdringlich daher kommen).
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Maibaum
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8. Juli 2019 15:11

AnatolGogol hat geschrieben:
8. Juli 2019 14:09
Maibaum hat geschrieben:
8. Juli 2019 10:08
Außerdem sind sie auf eine etwas theaterhafte Art fast alle etwas zu geschwätzig, er war ja auch ein begabter Drehbuchautor.
Das liest sich für mich widersprüchlich. Bei einem begabten Drehbuchautor sollte es keine Geschwätzigkeit geben (weil Geschwätzigkeit = überflüssiger Dialog).
Ja, stimmt, das beißt sich. Er hatte als Drehbuchautor Meriten erlangt für klassische Komödien von Lubitsch, Leisen oder Hawks, und das scheint auch später noch durch. Aber in seinen eigenen Filmen wird dann oft zuviel geredet, es wiederholt sich, es beginnt sich zu ziehen. Ich mag viele seiner Filme durchaus, aber meist nur in gewissen Grenzen.

Und beißt sich doch nicht. Tatsächlich sehe ich beides in seinen Filmen, die Begabung für clevere Dialoge, aber auch den Hang zur Geschwätzigkeit.
Ein Zuviel an Dialoge bzw Monologen offenbart sich z.b. auch in Sunset Boulevard, wo zu oft das noch mal in Worten beschrieben wird was ohnehin gerade auf der Leinwand zu sehen ist. Wie überhaupt seine "Problemfilme", also die Filme die sich nicht komödiantisch mit ihren Inhalten beschäftigen, mir meist zu aufdringlich sind, und zu offensichtlich. Auch seinen klassischen Noir Double Indemnity fand ich nie so richtig überzeugend.

Das von Sarris ist kein Zitat über Wilder, sondern eine von mehreren Kategorien in die er die Regisseure einordnet, und unter "Less Than Meets the Eye" bespricht er auch viele andere hoch geschätzte Regisseure wie Lean, Kazan, Wyler, Zinnemann oder Huston.
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