Das Kino - Erfahrungen, Erlebnisse, Entwicklungen

#1
Ich gehe ja seit mehr 15 Jahren ins Kino und seit 3-4 Jahren regelmäßig und da hat sich immer viel ereignet. Ich habe dort tolle Erfahrungen gemacht mit Meisterwerken, ich habe Enttäuschungen erlebt, die mich viel Geld gekostet haben aber auch sind mir die Entwicklungen im Kino als solches aufgefallen.

Sei es die Umstrukturierung der kleinen Kinos, die Umbaumaßnahmen oder der Wechsel von normalen digitalen Filmen zu ständigen 3D Vorstellungen bei denen kleine Filme in Kinos kaum noch eine Chance bekommen.

Mich würde interessieren was ihr mit Kino verbindet, was ihr erlebt habt und was eure Erfahrungen sind. Zudem interessiert mich brennend ob Maibaum & Hille wirklich in der ersten Reihe sitzen, was für mich schlichtweg unmöglich ist, da man den Film selbst doch so gar nicht genießen kann. :lol:

Vielleicht ist das in unseren Kinos auch anders, da ich bei Episode 3 damals in der 1. oder 2. Reihe saß und von links nach rechts gucken musste, um auch alles auf der Leinwand sehen zu können. ;)

Erzählt mir von euch.

Re: Das Kino - Erfahrungen, Erlebnisse, Entwicklungen

#2
Agent 009 hat geschrieben:Zudem interessiert mich brennend ob Maibaum & Hille wirklich in der ersten Reihe sitzen
Für meinen Teil: Immer, überall und sehr gerne. Alles andere macht wirklich gar keinen Sinn, dafür ist Kino zu teuer, als das ich dann nicht auch den größtmöglichen Filmgenuss erleben möchte. Mich ganz nach hinten zu setzen, wie es die meisten Leute machen, sodass die Leinwand nicht mehr größer als ein schöner TV-Bildschirm wirkt, also wirklich... dass kann ich dann in Relationen auch zu Hause haben. Und ganz vorne zu sitzen ist großartig. Genau dafür werden Filme gemacht. Einen The Dark Knight oder Matrix auf der großen Leinwand in der Form zu sehen: Traumhaft!
Prejudice always obscures the truth.

Re: Das Kino - Erfahrungen, Erlebnisse, Entwicklungen

#3
Kino gehört praktisch schon zu meinen Hobbys. Ich liebe es einfach, wenn man im Kino von einem Film richtig gefesselt wird.
Mein erster Film im Kino war "E.T. der Ausserirdische".
Wann ich den gesehen habe weiß ich leider nicht mehr. Ich glaube er wurde so im Jahr 2000 rum nochmals aufgeführt, kann das sein?
Ich habe nämlich mal mit meinem Onkel darüber geredet. Der hat mich dann ausgelacht und hat gemeint, dass ich da noch gar nicht auf der Welt war, als dieser Film im Kino kam.


Kinotrauma:
Mein größtes Kinotrauma hatte ich 2002. Ich durfte nicht mal mit meinen Eltern zusammen in "Stirb an einem anderen Tag". Ich war den Tränen nahe.


Kinoerlebnisse:
Nun aber zu den Filmen die meine Kinoerfahrungen regelrecht geprägt haben:
4 Jahre nach meinem Trauma später war es dann soweit: Casino Royale.
Zuerst wollte ich nicht ins Kino, da Pierce Brosnan nicht mehr Bond war. Er war zu dieser Zeit mein Lieblingsbond. Mein Vater hat mich dann mit in den Saal gezerrt.
Was dann folgte... Ihr kennt ja meine Meinung aus dem CR Thread!
Ich durfte einen der großartigsten Filme zum ersten mal sehen. Ich hatte noch Tage später ein dickes Grinsen im Gesicht.
Die originale Popkorntüte von Casino Royale ist heute noch in meinem Besitz! Natürlich ohne Inhalt.
2 Jahre später, 2008, ging ich dann ganz gelassen in "Quantum of Solace."
Nach dessen erster Sichtung, war dann Craig ohne Konkurrenz mein Lieblingsbond.

2011 folgte dann Fast&Furious 5 alias Fast Five.
Das war, nach CR, für mich das wahrscheinlich außergewöhnlichste Kinoerlebnis.
Freitag 29.04.2011... Filmstart: 20.00 Uhr.
Wir waren um ca. 18.50 Uhr am Kino. Es gab keine Karten mehr! Komplett ausverkauft.
Also haben wir uns gleich Karten für die 22.30 Uhr Vorstellung gesichert.
Dann haben wir ca. 2 Stunden das "Tuningtreffen" auf dem Kinoparkplatz beobachtet.
Gegen 22.00 Uhr liefen dann sämtliche Leute in das Kino. Da freie Sitzwahl war, hatte jeder Angst keinen guten Platz zu bekommen. Die Leute kletterten über Absperrungen und über ganze Sitzreihen. Es ist regelrecht ausgeartet.
Der Film war dann natürlich der Hammer, wenn ich das als Fast&Furious Fan mal so sagen darf.

Das nächste Erlebnis folgte dann 2012 in Form von Skyfall.
4 Jahre warten auf diesen einzigen Tag. Ich konnte mich bei der Arbeit nicht konzentrieren. Ich war so angespannt. Auf der Fahrt ins Kino hörten wir sämtliche Bond Songs.
Meine Erwartungen waren doppelt so hoch wie sonst, was wohl der Grund war, dass mir Sykfall nach erstem Sichten nicht ganz so gut gefiel.


zum Thema 3D:
Ich bin ein Gegner von 3D. Ich kann dem nichts abgewinnen. Es macht meiner Meinung nach sämtliche Filme kaputt.
Viele behaupten immer, das wirkt dann "echt". Doch ein Film muss auf mich nicht echt wirken.
Außerdem bekomm ich von 3D Kopfschmerzen!


Sitzplatzwahl:
Ich sitze immer mittig. In der ersten Reihe fühle ich mich gar nicht wohl.
Ganz hinten auch nicht.
Darum die goldene Mitte.



@Agent 009: Reicht das so?^^

MFG
Mr. White
"Erschießen Sie mich, da wohn ich lieber im Leichenschauhaus"
- Quantum of Solace (2008)

Re: Das Kino - Erfahrungen, Erlebnisse, Entwicklungen

#6
Dieser Thread scheint wie geschaffen, um euch ein bisschen was von der Hauptstadt zu erzählen. :wink:

In Bern gibt es ein relativ vielseitiges Kinoangebot, bei dem für jeden etwas dabei sein sollte. Zum einen haben wir eine Kette, die ich als Stadtkinos bezeichne, und die sich auf mehrere Standorte im Zentrum und in der Altstadt verteilt. Mein persönlicher Favorit unter den Kinos, Hauptgrund sind der aufgrund der Verteilung herrschende individuelle Charakter der verschiedenen Filialen und die etwas "familiäre" Atmosphäre, die ich als Kunde wahrnehme. Ich geniesse es, je nach Film ein anderes, eigenständiges Kino aufzusuchen, kenne die einzelnen Standorte alle sehr gut (in der Regel weiss ich, welchen Film ich mit wem in welcher Filiale gesehen habe) und kann trotzdem überall mit meiner Vergünstigungskarte profitieren. Hier fühle ich mich wohl, ausserdem habe ich den Eindruck dass diese Kette tendenziell auch mehr von den "seriöseren" Filmliebhabern besucht wird.

Hauptkonkurrent ist das etwas ausserhalb der Stadt in einem grossen, neuen Einkaufszentrum angesiedelte Pathé Multiplex-Kino mit elf Sälen, dessen Kundschaft und Atmosphäre ich tendenziell eher konträr wahrnehme. Hierher fährt man eher gleich im vollgestopften Familienwagen, um sich nach Shopping und Essen mit möglichst vielen Snacks einzudecken und sich spontan von einem beliebigen Blockbuster berieseln zu lassen. Das Angebot hat sich in den letzten Monaten radikal in Richtung Synchros gewandelt (was mich als OT-Purist gar nicht anspricht. Die Stadtkinos bieten in dieser Hinsicht ein ausgewogenes Programm). Das Foyer ist schick eingerichtet und mit Figuren von Superhelden dekoriert, alles ist räumlich auf eine grössere Kundenanzahl ausgelegt.

Nummer drei ist dann das ebenfalls plurizentrische (obwohl alle Filialen an der selben Strasse liegen) Quinnie, welches in mancher Hinsicht als kleiner Bruder der Kitag Stadtkinos angesehen werden kann. Der Charakter ist praktisch derselbe, nur werden in den Quinnies die eher weniger populären und die nicht-englischsprachigen Filme gezeigt. Auch hier gehe ich gerne ein und aus.

Film ist meine grosse Leidenschaft, mein treues Hobby, welches ich vor zweieinhalb Jahren erst so richtig für mich entdeckt habe. Und seither wird es immer schöner und aufregender, und es gibt immer mehr für mich zu entdecken in der Welt der Filme. So abgedroschen der Slogan "Kino - dafür werden Filme gemacht" auch klingt, er ist wahr. Ich bin möglichst regelmässiger, gerne auch spontaner Kinogänger. Mir macht es auch gar nichts aus, je nach Situation alleine ins Kino zu gehen, denn Kino bedeutet für mich in erster Linie, einen Film zu erleben und ist nicht bloss Aufhänger für den Ausgang mit Freunden. Ausserdem kaufe ich mir selten was zu essen oder zu trinken und bevorzuge die vordere Saalhälfte (aber nicht die erste Reihe wie Hille sondern eher die dritte, vierte oder fünfte).

Seit zwei Monaten arbeite ich im Pathé Multiplex. Obwohl das Kino nicht wirklich meine persönliche Präferenz ist mag ich den Job, oder besser gesagt pflege ich eine Art Hassliebe dazu. Ich habe mich ja schon weiter oben möglichst neutral über den Betrieb geäussert, und ich will ihn auch keineswegs schlechtreden. Nur landen die Popcorn eben in wahnsinnigen Mengen an ALLEN möglichen und unmöglichen Orten, der hineingeschmuggelte Fremdmüll wird schamlos gestapelt, es werden die falschen Ausgänge benutzt und dumme Fragen am laufenden Band gestellt. Die Arbeit ermöglicht mir aber viele neue Perspektiven (in meiner Freizeit besuche ich übrigens immer noch häufiger die Stadtkinos um mich als Kunde und Filmenthusiast zu sehen, und nicht als Insider des Betriebs), interessante und abwechslungsreiche Aufgaben und vor allem ein grossartiges Team von Mitarbeitenden (hauptsächlich Studenten).

Lustig ist übrigens die folgende Seite, die meinen Job äusserst präzise beschreibt: guckt mal rein. :wink:
http://www.buzzfeed.com/rnodrog/the-18- ... oxZj34Yan8

An dieser Stelle schliesse ich mal ab, immerhin muss ich morgen früh wieder Popcorn und Gutscheine verkaufen.
We'll always have Marburg

Re: Das Kino - Erfahrungen, Erlebnisse, Entwicklungen

#7
Meine Kino-"Karriere" begann in den frühen 80ern, also in einer Zeit als es en vogue war aus großen Kinosälen viele kleine zu machen - die berüchtigten "Schuhschachtelkinos". Damals gab es in der Innenstadt von Karlsruhe mehrer Kinos, aber eigentlich nur 2 größere Säle. Alles andere waren die bereits erwähnten Schuhschachteln. Die großen Blockbuster liefen glücklicherweise in den großen Sälen (zumeist parallel, da Konkurrenzkinos), bei kleineren bis mittlerern Produktionen durfte man dann halt in die Schuhschachtel. Unabhängig davon ob Schuhschachtel oder größerer Saal war es qualitativ ein Graus: schlechte, verranzte Sitze, so gut wie keine Beinfreiheit und spätestens nach ner Stunde wusste man nicht mehr, wie man sich hinsetzen sollte weil die Sitze so unbequem waren. Dennoch denke ich ganz gern an diese Zeit zurück, weil die Kinos einfach mehr Charme hatten als heute, doch dazu gleich mehr.

DIe Kinolandschaft in Karlsruhe änderte sich eigentlich erst 2000, als etwas außerhalb der City ein großer Multiplex aufmachte. Architektur Marke Flughafenterminal, recht viele große Säle mit Topsitzen und viel Beinfreiheit. Leider auch null Charme und einem Spielplan, der sich aus gefühlt einem 17x parallel laufenden Blockbuster und einer handvoll Popcornmüll zusammensetzt. Läuft mal halbwegs was interessantes, dann dreimal pro Woche um 22.45 im kleinsten Saal. Gut, nicht immer, aber fast immer. Macht Kino so mehr Spass? Jein. Natürlich ist es schöner den Film bequem zu sehen, aber dafür entbehrt ein Multiplexbesuch eben komplett jeglichen Charmes. Das Problem mit der Programmzusammenstellung erwähnte ich ja bereits, das war früher definitiv besser, da es eben mehrere Kinos mit recht unterschiedlichem Programm gab. Ich muss aber auch gestehen, dass ich seit Bestehen des Multiplex nie wieder in dem letzten übrig gebliebenen Innenstadtkino (mehrere Schuhschachteln plus ein größerer Saal) gewesen bin.

Zum Glück gibt es eine Alternative, die gibt es schon seit Jahrzehnten, die legendäre "Schauburg". Ein altehrwürdiges Kino mit einem sehr kleinen, einem mittleren und einem sehr großen Saal. Die Bestuhlung ist recht alt, aber halbwegs komfortabel (wenngleich kein Vergleich zum Multiplex). Das Programm setzt sich zusammen aus kleineren und mittleren Produktionen, O-Tonfilmen und immer wieder auch Aufführungen von alten Klassikern - sowohl analog als auch digital. Hier gibt es ihn noch, den guten alten Charme des Kinos und hier kommt man sich im Foyer auch nicht vor wie auf nem Terminal sondern dank der goldenen Leuchter und dem vielen roten Samt eben wie in einem altehrwürdigen Kino. Muss ich erwähnen, dass die Schauburg mittlerweile mein Lieblingskino ist? RIchtig voll ist es hier sehr selten, dieses Jahr kam ich sogar bei einem FIlm in den Genuss ihn allein (!) sehen zu dürfen - das war auch für mich was neues. Da ich öfter auch mal am späten nachmittag direkt von der Arbeit einen Film anschaue kommt es auch ab und an vor, dass ich so ziemlich der einzige Besucher unter 60 bin (Nebraska zB), das hat auch etwas kurioses an sich. Ich erwähne das alles, um zu verdeutlichen wie weit ein solches altehrwürdiges Kino mittlerweile weg ist vom Stil, Programm und Publikum eines Multiplex. Sie mögen beide den Namen "Kino" tragen, aber eigentlich sind es zwei komplett verschiedene Sachen.

Wo sitze ich? Ca. 1/3 von hinten in den Saal, wenn ich allein bin am liebsten eher außen - da hab ich keine störenden Köpfe vor mir und meist auch kein störendes, quasselndes Volk in der Nähe (eigentlich will niemand aussen sitzen). Übrigens ist es ein Mythos, dass nur das Jungvolk quasselt, die Alten sind da teilweise sogar noch schlimmer. :(

So viel mal zu meinen Kinoerlebnissen.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Das Kino - Erfahrungen, Erlebnisse, Entwicklungen

#8
In älteren Kinos, in denen die Leinwand nicht so groß ist, setze ich mich schon ganz gerne in die 1. Reihe. In Cineplex Dingern ist das nicht so optimal, da bevorzuge ich die 4. - 5. Reihe.

Ich finde es auch gut wenn das Bild vor mir so groß ist daß ich die Begrenzung der Leinwand nicht ganz sehe, denn dann bin ich noch mehr "mittendrin".

Jedenfalls im Kino nur im 1. Drittel, auf keinen Fall, nie, never, nunca en la vida in der hinteren Hälfte.

Re: Das Kino - Erfahrungen, Erlebnisse, Entwicklungen

#10
Schon interessant, wie unterschiedlich in Bezug auf den bevorzugten Sitzplatz die Präferenzen sind. Notgedrungen hab ich das Erlebnis erste Reihe auch ein paar mal mitgemacht, u.a. bei GE, aber das ist gar nix für mich, mir fehlt da einfach der Überblick. Ich mag es, wenn ich den Film in Gänze vor mir habe, ich sitze idR eigentlich immer so, dass ich die komplette Leinwand gerade so im Blickwinkel habe, weiter vorne hätte ich immer das Gefühl etwas zu verpassen und es wäre mir einfach zu hektisch und unübersichtlich. Kann aber schon nachvollziehen, dass man dieses "mittendrin"-Gefühl haben möchte, für mich ist das wie gesagt aber nix, zumal das Leinwand hochschauen meiner ohnehin schon malträtierten Nackenwirbelsäule auch nicht so arg gut tut.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Das Kino - Erfahrungen, Erlebnisse, Entwicklungen

#11
Also die ersten paar Reihen sind auch nichts für mich! Sitze eigentlich immer ganz hinten mittig (keine Füße im Kreuz, mehr Beinfreiheit und beste Sicht), aber einmal (in Skyfall) musste ich aufgrund schlechter Planung (Kollegin hat zu spät reserviert und musste nehmen was kommt) in der vierten Reihe ganz links Platz nehmen. Wer von euch kennt die speziellen IMAX Kinosäle? Mit den extra lauten Lautsprechern? Zufälligerweise waren die Lautsprecher auf Höhe unserer Reihe, also knapp über meinem Kopf montiert. Kann sich jetzt ja jeder selber zusammenreimen. :lol:

Ende von der Geschichte: jede Actionszene rumste mir links in den Gehörgang und die Sicht war recht einseitig, nämlich total links...

Re: Das Kino - Erfahrungen, Erlebnisse, Entwicklungen

#12
Ich mag es gar nicht zu nah an der Leinwand zu sitzen. Man hat insbesondere bei sehr großen Leinwänden (die ich klar bevorzuge) praktisch keinen Überblick. Beispielsweise bei einem Optik-Desaster wie QoS wir das dann zu einem regelrechten Ärgernis. :lol:
Das erste Drittel ist für mich ein absolutes No Go. Ab der Hälfte geht es. Die hintersten Reihen (v.a. die unbequeme letzte) versuche ich aber ebenfalls zu vermeiden. Ideal finde ich am Ende des zweiten Drittels.
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Das Kino - Erfahrungen, Erlebnisse, Entwicklungen

#13
Ich habe letztens noch etwas interessantes auf Moviepilot gelesen.
Es handelt sich um eine Kino-Knigge.
Ich habe versucht mich bei meinem gestrigen Kinobesuch daran zu halten, nur viele andere Gäste eben nicht.



Von Moviepilot kopiert:
"Der Knigge sagt - Fresst euer Popcorn zuhause!

Wäre der Ärger auf einer einsamen, von der Außenwelt abgeschirmten Insel wohl geringer? Wahrscheinlich nicht, irgendwas würde auch da stören. Dann bleiben wir einfach hier und lassen Dampf ab.
In letzter Zeit gibt es genügend Gründe, ungläubig den Kopf zu schütteln. Warum sind alle so schockiert, dass Lance Armstrong mit so ziemlich allem gedopt hat, was er bekommen konnte? Weshalb so überrascht, dass Sido gewalttätig ist? Weswegen diese Verwunderung ob der raschen Entlassung von Felix Magath beim VfL Wolfsburg? War und ist alles schließlich völlig klar. Nicht ganz so normal ist hingegen ein Ansinnen der Knigge-Gesellschaft.

Im Aufreger der Woche geht es diesmal um den Vorschlag eines Popcorn- bzw. Essensverbots im Kino.

Kino-Mampf
Filme gucken kann so schön sein: sich gemütlich vor den heimischen Fernseher hocken, eine schicke Blu-ray in den Player legen und ab geht das Vergnügen. In der heutigen Zeit mit riesigen Flatscreen-Apparaten – bei manchen so überdimensioniert, dass durch den geworfenen Schatten der halbe Raum im Dunkeln liegt – ist der Unterschied zum Kino gar nicht mehr so groß. Und doch zieht es uns alle immer wieder in die Lichtspielhäuser. Nicht nur, weil dort die so geliebten Filme am Frühesten laufen, sondern auch der Atmosphäre wegen. Kennen wir nicht alle die knisternde Spannung die aufkommt, sobald Platz genommen wurde? Überkommt uns nicht eine Art Aufregung und Ungeduld, wenn uns Zigaretten, Eis und lokale Dienstleistungen in Werbespots angepriesen werden, wir aber nur dem Filmereignis entgegenfiebern? Und ist es nicht ein beinahe magischer Moment, wenn das Licht gedimmt wird und die Vorführung beginnt? Das macht Spaß, das ist ein Erlebnis, da kommt Freude auf. Doch wenns grad richtig gemütlich ist, geht es auch schon los: raschel, raschel, kau, schmatz, mampf. Einige Kinobesucher essen während eines Films solche Unmengen, als ob sie sonst bei Brot und Wasser im Keller eingesperrt wären. Die Deutsche Knigge-Gesellschaft will diesem Treiben nun Einhalt gebieten und Popcorn aus dem Kino verbannen.

Snacks auf dem Index
Kein Popcorn mehr im Kino?! Der Aufschrei war natürlich groß. Für viele Menschen ist der Kauf von Popcorn vor dem Film ein Ritual, eine Einstimmung auf das bevorstehende Erlebnis. Ohne Popcorn wäre es einfach nicht das Gleiche. Der Vorstoß der Knigge-Gesellschaft ist für einige deshalb gleichbedeutend mit einer emotionalen Entwertung des Kinobesuchs. Der Wein schmeckt im Urlaub besser, das Popcorn während eines Kinofilms – sehr zur Freude der Kinobetreiber, die einen Großteil ihrer Einnahmen durch den Verkauf von Getränken und Schleckereien bestreiten. Es sei ihnen gegönnt. Und gegen Popcorn (oder Eis) ist grundsätzlich nichts einzuwenden, auch wenn in Großbritannien und anderen Teilen der Welt der Kino-Snack Nummer 1 aufgrund seines starken Geruchs und seiner Angewohnheit, sich vollkommen selbständig und ohne Zutun des Käufers zwischen und unter die Sitze zu mogeln, aus ein paar Kinos verbannt wurde. Was wirklich stört – und es gilt zu vermuten, dass die Knigge-Gesellschaft genau darauf hinaus wollte -, ist das mittlerweile ausufernde und für ein Kino unpassende Angebot an Speisen. Wer es einmal neben einem Menschen aushalten musste, der während eines Films eine Packung (!) Chips oder eine penetrant riechenden Schale Nachos mit Käse verdrückt hat, der weiß, wie hauchzart der Grat zwischen Contenance und rasender Wut ist.

Auf’s Wesentliche konzentrieren
Wie angenehm dagegen das von Hause aus leise Popcorn sein kann. Ein gelegentliches Rascheln der Tüte lässt sich durchaus verschmerzen. Der Schweizer Filmwissenschaftler Vinzenz Hediger verweist sogar auf eine komplettierende Komponente des Essens während des Filmgenusses: Neben dem Sehen und Hören werden auch noch die Sinne Schmecken und Riechen befriedigt. Ob diese These nun stimmt oder nicht, sei mal dahingestellt. Überraschend ist dabei nur, dass sich Menschen daheim auch keine Schubkarre voll Süßkram zum Filmgucken bereitstellen, schon gar nicht, wenn sie nicht alleine sind. In der Anonymität des Kinos scheint aber jede Unart erlaubt, egal ob es sich um geräuschintensives Essen oder nicht enden wollendes Getuschel handelt.

Die Reduzierung der Forderung der Knigge-Gesellschaft aufs Popcorn wird dem eigentlichen Anliegen nicht gerecht. Es entsteht immer mehr der Eindruck, dass Kinos Fresstempel mit angeschlossenem Filmbereich sind. Kinobetreiber meinen, durch ein breites Angebot höhere Gewinne einzufahren. Dass zahlreiche Leute keinen Bock darauf haben, zwischen Cola-Schlürfern und Pringles-Mampfern die Hälfte eines Films zu versäumen, entgeht ihnen allerdings. Da dadurch die einmalige Kinoatmosphäre empfindlich gestört wird, werden heimische Alternativen immer verführerischer. Dass die Knigge-Gesellschaft gleich mit möglichen Verboten und „popcornfreien Zonen“ ankommt, ist natürlich etwas zu viel des Guten. Aber gleich den dicken Otto loszumachen und vom Untergang der Kinokultur zu schwadronieren, wird der Sache auch nicht gerecht, denn der Knigge-Kern enthält einiges an Wahrheit. Denkt daran, wenn euch beim nächsten Kinobesuch wegen des ganzen Geschmatzes und Geraschels vor Ärger Pusteln wachsen."

Quelle: http://www.moviepilot.de/news/der-knigg ... use-118541
"Erschießen Sie mich, da wohn ich lieber im Leichenschauhaus"
- Quantum of Solace (2008)

Re: Das Kino - Erfahrungen, Erlebnisse, Entwicklungen

#14
Das Kino scheint sich nun stark zu verändern. Disney sorgt derzeit für einen kleinen Skandal. Mehrere Kinos boykottieren 'Avengers: Age of Ultron' und werden dies auch mit künftigen Disneyfilmen machen.

Hier eine Begründung des Capitol Kinos in Werne:

http://www.capitol-cinema-center.de/filmposter/text.pdf

Zudem hier weitere News zu der starken Preiserhöhung die für viele kleine Kinos gefährlich werden kann:

http://www.spiegel.de/kultur/kino/aveng ... 29740.html

http://www.focus.de/kultur/kino_tv/boyk ... 25928.html

Ganz schon hart von Disney. Was meint ihr dazu?

/e:

Bild unten in der Quelle:

Laut des obigen Infozettels beteiligen sich bundesweit über 200 Kinos an der Aktion. So berichteten in den vergangenen Stunden bereits zahlreiche Lokalzeitungen darüber, dass sich die Mehrheit der kleinen Kinos in der jeweiligen Region dem Boykott angeschlossen hat. Vor allem diese sind nämlich betroffen. Wie Karl-Heinz Meyer, Sprecher eines über 160 Leinwände repräsentierenden Zusammenschlusses von Kinobetreibern, gegenüber Kreiszeitung.de verriet, erhöhen sich für kleine Kinos die Abgaben massiv, weil sie bislang nur 47,7 Prozent abführen mussten.

Für große Kinoketten gilt die Abgabe von 53 Prozent schon länger. Diese sind daher nicht betroffen (weswegen auch alle Multiplexe den Film zeigen), seien aber auch von ihrer Wirtschaftlichkeit her nicht mit den kleineren Kinos vergleichbar. Laut Meyer erhalten die großen Ketten nämlich ganz andere Vergünstigungen der Verleiher, da sie über andere Verträge verfügen. Die Vereinheitlichung des Abgabesatzes, die Disney mit der Änderung anstrebt, führe daher dazu, dass nur die kleinen Kinos mehr zahlen und daher ihre Preise erhöhen müssen.

Es beteiligen sich laut Meyer sogar nicht nur 200, sondern rund 600 der insgesamt 1.630 Kinos in Deutschland am „Avengers 2“-Boykott. Die Kinobetreiber erhoffen damit, Disney zum Umdenken zu bewegen. Denn die Erhöhung gilt nicht für „Avengers 2: Age Of Ultron“ speziell, sondern für alle Disney-Filme ab jetzt. Und wie wir ja alle wissen, kommt Ende des Jahres 2015 mit „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ noch ein Disney-Film, den sich eigentlich kaum ein Kino entgehen lassen will…

Quelle:

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18492923.html

Re: Das Kino - Erfahrungen, Erlebnisse, Entwicklungen

#15
Für meine Stammkinos (die sich zu "Altstadtkinos" zusammengeschlossen haben) ist das sicher kein Problem. Es werden sowieso hauptsächlich kleinere bzw. künstlerisch wertvollere Produktionen gezeigt.

Einigen Kinos dürfte die neue Disney-Politik aber sicher schaden.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."