Re: SPECTRE: Der Bezug zu vorherigen Filmen der Serie & Roma

#31
Genau genommen macht beides keinen Sinn, das ist die logische Folge, wenn man in einer langlebigen Reihe etwas wieder an den Anfang setzt.
Wenn ihr mit den Jahreszahlen argumentiert müsste man, wenn man konsequent sein will, sagen, dass die Bond Reihe schon nach zwei Jahrzehnten keienn Sinn mehr macht, denn wie soll der gleiche Bond von 62, 2002 noch kaum gealtert sein. Spätestens nach dem Ausstieg Moores hätte man dann wieder von Null anfangen müssen, was aber nicht getan wurde, schließlich wird in LTK auf Bond verstorbene Frau hingewiesen. Schon da verliert die ganze Reihe ihren Sinn.
Mit Jahreszahlen kann man bei Bond nicht argumentieren, und daher ist es für mich deutlich logischer, wenn die bisherigen drei Craig Filme vor den anderen spielen.
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."

Re: SPECTRE: Der Bezug zu vorherigen Filmen der Serie & Roma

#32
dernamenlose hat geschrieben:Mit Jahreszahlen kann man bei Bond nicht argumentieren
TLD war doch genau wie CR ein Reboot der Reihe, sodass Dalton und Brosnan einen anderen Mann spielen, als es Connery und Moore getan haben, der sogar einen ganz anderen Lebenslauf hat. Das der auch verheiratet war: Who cares? Von daher alles im grünen Bereich. Viel schlimmer ist aber, dass immer alle zwangsläufig eine Chronologie da rein bringen wollen, ist es nicht total egal, wann welcher Bondfilm wo spielt?

Alles weitere zu Reboots liefert wie immer Tante Wiki:
Eng verwandt mit dem "Remake" ist auch das Reboot (dt. "Neustart"): Entsteht aus einem erfolgreichen Film eine Kinoserie (Bsp. "Spiderman") wird diese oft mit einem "Reboot" neu von vorne fortgesetzt, d.h. mit einem Remake des ersten Films mit einem neuen Hauptdarsteller.
Prejudice always obscures the truth.

Re: SPECTRE: Der Bezug zu vorherigen Filmen der Serie & Roma

#34
Ich finde es viel wichtiger, dass die einzelnen Bondfilme einer Ära untereinander stimmig sind. Leider wurde das in den frühen Jahren mit Blofeld und Felix Leiter versäumt. So gab es unter Connery vier (NSNA nicht eingeschlossen) verschiedene Leiter, die auch immer wieder älter und jünger wurden.

Bei Blofeld könnte man vielleicht noch mit dem Argument der plastischen Chirurgie kommen, aber selbst das ist wegen der unterschiedlichen Körpergröße eher auszuschließen.

Und auch unter Dalton gab es in zwei Filmen nacheinander zwei Felix Leiter.

Deshalb ist mir die Kontinuität innerhalb eines Bond-Darstellers wichtiger, als das zwanghafte Hineinpressen in einen (sowieso nicht plausiblen) gesamten Bond-Kanon.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: SPECTRE: Der Bezug zu vorherigen Filmen der Serie & Roma

#35
dernamenlose hat geschrieben:Du hast mein Argument mit LTK übergangen.
Du hast meinen Kommentar nicht gelesen. Daltons Bond war ebenfalls verheiratet. Aber eben nicht mit Tracy. Und davon wird in LTK auch nix gesagt, also gibt es diesen Zusammenhang da gar nicht, den du reininterpretierst. Und außerdem steht da doch, dass Reboots keine Neuverfilmungen sind, sondern einfach ein neuer Beginn einer alt bewährten Reihe. Dasselbe kannst du dir sehr schön bei Batman, Spiderman, Superman oder demnächst den Fantastic Four angucken.

Bei Bond nach einer Chronologie zu suchen, ist hanebüchener Quatsch. Warum wundern sich in GoldenEye alle eine weibliche "M", wenn das in Casino Royale, der deiner Logik nach vorher spielt, bereits so existierte? Warum heißt Fiennes Charakter in Skyfall dann nicht konsequent Miles mit Vornamen, wenn er doch derselbe "M" wie Bernard Lee sein soll? Warum hat Bond in Skyfall bereits den Aston Martin, den er erst (unfreiwillig) in Goldfinger bekommt? Nein, deine Chronologie-Theorie macht auf vielen Ebenen keinen Sinn, nicht nur auf der zeitlichen Linie.
Prejudice always obscures the truth.

Re: SPECTRE: Der Bezug zu vorherigen Filmen der Serie & Roma

#36
dernamenlose hat geschrieben:Mit Jahreszahlen kann man bei Bond nicht argumentieren, und daher ist es für mich deutlich logischer, wenn die bisherigen drei Craig Filme vor den anderen spielen.
Das macht ja absolut überhaupt keinen Sinn.

Im selben Satz sagst du, dass man bei Bond nicht mit Jahreszahlen argumentieren kann, und trotzdem möchtest du bestimmte Filme in eine chronologische Reihenfolge bringen?

Bei BOND spielt Chronologie überhaupt keine Rolle - selbst wenn sie ab und zu da ist.
BOND spielt immer in der Gegenwart. Charaktere und Handlungen können immer mal wieder aufgegriffen werden, aber ebenso auch ignoriert werden.

"Casino Royale" ist weder ein Prequel noch ein Reboot, sondern ein Retcon (http://en.wikipedia.org/wiki/Retroactive_continuity)

Bei CR spielt die Handlung in einer Welt nach dem 11. September, aber der Charakter James Bond steht am Anfang seiner 00-Karriere. Trotzdem gibt es altbekannte Elemente, die neu geordnet werden.

Hier wird aber nicht auf Dr. No hingearbeitet, daher ist es kein Prequel.
Und hier wird am Ende auch nicht die alte Schiene weitergefahren, daher ist es auch kein 100%iger Reboot.

Warum einige Fans überhaupt unbedingt bestimmte Beziehungen zwischen Bondfilmen herstellen wollen, verstehe ich nicht.
Ja, es wird in den Filmen Bezug genommen auf andere Filme der Reihe. Trotzdem war es nie Ziel der Bondfilme, eine geschlossene Kontinuität an den Tag zu legen. Und genau das ist ein Grund für den großen Erfolg.
Würden alle Filme aufeinander aufbauen, wären die Fand und die Erfolge nach 5, 6 Filmen weg gewesen. Denn dann hätte man ja bei jedem neuen Film immer erst alle Vorgängerfilme kennen müssen, um den neuen Film zu verstehen.

Ich will es mal so erklären: jeder Bondfilm hat für sich genommen einen Bezug zu einem oder zwei anderen Bondfilmen. Das heisst im Gegenzug aber nicht, dass alle anderen Bondfilme dann auch in der "Realität" des jeweiligen Filmes stattfanden.

Rein theoretisch könnte "SPECTRE" z.B. Bezug nehmen auf "OHMSS". Die Hochzeit mit Tracy und ihr Tod könnte irgendwann in Bonds Vergangenheit stattgefunden haben, ohne dass Daniel Craig das in einem vorigen Film gespielt hätte. Jeder neue Bondfilm kann sich seine eigene Vergangenheit so bauen wie er will - das nennt man Retcon (Retroactive Continuity).

Damit wird dann aber trotzdem kein direkter zeitlicher Bezug zu George Lazenbys Bondfilm hergestellt.
Denn in "SPECTRE" könnte Bond die Tracy-Episode hinter sich haben, aber trotzdem Blofeld noch nie begegnet sein, da er die anderen Ereignisse aus OHMSS nicht erlebt hat. Wie gesagt: man kann sich das so zusammenbauen, dass eine Geschichte für EINEN Film entsteht, die in sich schlüssig ist. Sie muss aber nicht schlüssig im Zusammenhang mit anderen Filmen sein.

Anders ausgedrückt: man kann Vesper und Tracy vermischen. Man kann es so drehen, dass QUANTUM ein Teil von SPECTRE ist, und QUANTUM steckt ja nunmal hinter Vespers Selbstmord. Somit ist indirekt Blofeld Schuld an Vespers Tod. Genau wie bei Tracy. Also kann Bond ihn auch in 2015 als Erzfeind haben, ohne ihm vorher je begegnet zu sein.

Daher verstehe ich diesen Zwang alles in eine logische Reihenfolge zu bringen nicht. NICHTS spiel davor oder danach. Nur, wenn es in einem Film erwähnt wird, hat es davor stattgefunden, sonst ist es irrelevant.

Re: SPECTRE: Der Bezug zu vorherigen Filmen der Serie & Roma

#37
Samedi hat geschrieben:
Casino Hille hat geschrieben:Nein, da hast du etwas falsch verstanden, denn das macht noch weniger Sinn. Spielt CR dann auch vor 1962? Also im kalten Krieg? Trotz 9/11? Unwahrscheinlich... :lol:

CR ist ein Reboot, ein Neustart der Filmreihe, die den Charakter Bonds als zentrales Element beibehält, aber alle anderen vorherigen Geschehnisse ignoriert, sodass man ältere Geschichten oder Gegner (wie jetzt SPECTRE) neu einführen kann, ohne auf vorheriges Rücksicht nehmen zu müssen.
Volle Zustimmung!
Genau so ist es.

P.S. Wenn man sich ein bestimmtes SPECTRE setfoto ansieht, kann man auch klar erkennen, dass SPECTRE nach Skyfall und den anderen spielt.
"Erschießen Sie mich, da wohn ich lieber im Leichenschauhaus"
- Quantum of Solace (2008)

Re: SPECTRE: Der Bezug zu vorherigen Filmen der Serie & Roma

#39
So, muss man das? Die Ausführungen in allen Ehren, aber ich bin mir sicher, dass der Großteil derer die Bond schauen, das nicht so sehen. Würden sich die Macher nämlich daran halten, und sich die Vergangenheit der Filme einfach so zusammenschustern wie es für den aktuellen Film passt, würde die größte Verwirrung überhaupt unter den Zuschauern entstehen.
Wir haben jetzt ja eigentlich schon drei Theorien nebeneinander: Prequel, Reboot und Retcon. Bislang sind das alles aber nur Theorien, jede hat ihren Makel und ihr Unstimmigkeiten. Hat jemand den ein Zitat eines "Offiziellen" von Bond, dazu? Das wäre hilfreich um zu erfahren, wie die Macher das sehen.
In einem stimme ich euch jedoch zu: Man muss nicht zwanghaft eine Chronologie mitreinbringen, was bei den meisten Bondfilme ja auch ganz egal ist. Und ich stimme ebenfalls zu, dass das eine der großen Stärken der Bond-Reihe ist.
Ganz interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht, das Wilson, den Schritt von DAD zu CR nicht mit dem von AVTAK zu TLD vergleicht, sondern mit dem von MR zu FYEO. Es ging den Machern nie darum eine Ära abzuschließen, weil Bond zu alt war, sondern weil man nach DAD dringend auf den Boden der Tatsachen, oder nach seinen Worten, "zur Basis" zurückmusste. Anfangs war ja auch noch Pierce Brosnan für CR eingeplant, er sagte erst ab, als sich die Vorbereitung immer mehr in die Länge zog.
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."

Re: SPECTRE: Der Bezug zu vorherigen Filmen der Serie & Roma

#41
Das Casino Royal ein zurücksetzen auf 0 ist ist sicher, das stimmt. Nur verträgt sich diese Tatsache allein mit jeder der drei Theorien. Entweder amn sagt,jeder Film steht für sich, dann sind die anderen FIlme (sofern man sie nicht miteinbezeiht) ohnehin egal. Oder man sagt, es wurde ein neuer Bond geschaffen, der die anderen Filme nie erlebt hat. Oder man sagt, man startet noch vor dem ersten Film, dann hat Bond die anderen Filme auch noch nie erlebt, würde sie aber theoretisch noch erleben.
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."

Re: SPECTRE: Der Bezug zu vorherigen Filmen der Serie & Roma

#42
Ich habe es doch oben zitiert. Neuer Bond, neue Serie. Darauß schließe ich, dass es ein zurücksetzen auf 0 ist. Dieser Bond wird andere Abenteuer erleben, nicht heiraten (womöglich) und so weiter. Man wird nicht alles nochmal erzählen und er wird auch nie zum Connery/Moore/Dalton oder Brosnan Bond werden. Er ist völlig eigen und erlebt seine eigenen Abenteuer, Missionen und dergleichen. Mit Spectre bringt man jetzt nur was vertrautes zurück, was aber nicht bedeutet das die Geschichte sich genauso abspielt wie damals.

Re: SPECTRE: Der Bezug zu vorherigen Filmen der Serie & Roma

#43
Casino Hille hat geschrieben:Bei Bond nach einer Chronologie zu suchen, ist hanebüchener Quatsch. Warum wundern sich in GoldenEye alle eine weibliche "M", wenn das in Casino Royale, der deiner Logik nach vorher spielt, bereits so existierte? Warum heißt Fiennes Charakter in Skyfall dann nicht konsequent Miles mit Vornamen, wenn er doch derselbe "M" wie Bernard Lee sein soll? Warum hat Bond in Skyfall bereits den Aston Martin, den er erst (unfreiwillig) in Goldfinger bekommt?
Um deine Theorie zu vertreten, müsstest du diese Fragen eben auch beantworten können. Anhand dieser sieht man aber schon, dass von einem Prequel keine Rede sein kann! Ich wiederhole: Schau dir Batman Begins von Christopher Nolan an oder Man of Steel von Zack Snyder, die ebenfalls diesen Reboot-Gedanken sehr zentral innehaben.
Prejudice always obscures the truth.

Re: SPECTRE: Der Bezug zu vorherigen Filmen der Serie & Roma

#44
Naja, wie gesagt, jede Theorie hat ihren Makel und ich behaupte nicht, dass meine( die übrigens die überwiegende Mehrheit der Leute mit denen ich auserhalb dieses Forums über Bond gesprochen habe ungefähr teilt) vollkommen logisch ist.
Aber um auf deinen Punkt zurückzukommen: Es könnte ja zwei weibliche und zwei männliche M gegeben haben...
Ich nehme an, dass ich mit dem Chronologiegedanken weniger Probleme habe las ihr, weil ich auch großer drei ??? Fan bin, und die gibt es nun mal auch schon fast so lange wie Bond (seit 1964) un dsie sind in der ganzen Zeit um höchstens drei Jahre gealtert und es gibt Bezüge zu vorherigen Folgen. Von daher bin ich so etwas gewohnt.
Aber du redest ja nach wie vor vom Reboot (was ja ok ist) während Invincible1958 von einem Retcon spricht. Das sind ja auch noch mal zwei unterschiedliche Sachen.

@Agent 009: Nur passt die Aussage dann nicht ganz zur Erklärung warum man Casino Royal überhaupt dreht. Die Sache mit pierce Brosnan, dass er erst eingeplant war habe ich aus dem Buch von Roger Moore zum 50 jährigen Bondjubiläum. Ich weiß aber nicht, wer dann letzendlich entschieden hat, dass man einen neuen Darsteller sucht.
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."

Re: SPECTRE: Der Bezug zu vorherigen Filmen der Serie & Roma

#45
Casino Hille hat geschrieben:
dernamenlose hat geschrieben:Du hast mein Argument mit LTK übergangen.
Du hast meinen Kommentar nicht gelesen. Daltons Bond war ebenfalls verheiratet. Aber eben nicht mit Tracy. Und davon wird in LTK auch nix gesagt, also gibt es diesen Zusammenhang da gar nicht, den du reininterpretierst.
Wie kommst du darauf das in TLD/LTK ein Reboot erfolgte bzw. Daltons Bond mit einer anderen Frau verheiratet war?
"Was machen wir mit dem Geld, Patron?" - "Waschen."

Franz Sanchez in LTK (1989)