Re: Kinostart auf November 2020 verschoben

#316
Invincible1958 hat geschrieben:
25. Juli 2020 18:22
Ich glaube das Problem ist die Mentalität vieler Deutscher. Warum rennen die Massen nicht in "Berlin Alexanderplatz"?
Das könnte auch am Marketing liegen. Während manche Filme ständig in den Medien präsent sind, werden andere kaum wahrgenommen. Ich lese hier gerade erst zum zweiten Mal von diesem Film und weiss im Prinzip nichts über ihn.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Menschen in nächster Zeit wieder mehr Lust haben wieder ins Kino zu gehen, nachdem es nun einige Monate nicht möglich war und Blockbuster ausblieben. Das Problem wird eher sein, dass es momentan einen Stau an verschobenen Blockbustern gibt und man sich sicher nicht gegenseitig die Kinosäle streitig machen möchte.

Re: Kinostart auf November 2020 verschoben

#317
0 0 7 hat geschrieben:
25. Juli 2020 21:39
Das Problem wird eher sein, dass es momentan einen Stau an verschobenen Blockbustern gibt und man sich sicher nicht gegenseitig die Kinosäle streitig machen möchte.
Das glaube ich nicht. Es dürfte eher so sein, dass alle Studios warten, wie TENET abschneidet und dann erst entscheiden, wann sie den Sprung ins kalte Wasser wagen wollen.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2020

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Kinostart auf November 2020 verschoben

#318
Samedi hat geschrieben:
25. Juli 2020 21:52
0 0 7 hat geschrieben:
25. Juli 2020 21:39
Das Problem wird eher sein, dass es momentan einen Stau an verschobenen Blockbustern gibt und man sich sicher nicht gegenseitig die Kinosäle streitig machen möchte.
Das glaube ich nicht. Es dürfte eher so sein, dass alle Studios warten, wie TENET abschneidet und dann erst entscheiden, wann sie den Sprung ins kalte Wasser wagen wollen.
Genau das denke ich auch.
Niemand will seinen Film als Versuchskaninchen hergeben, und ist insgeheim froh, dass Warner mit Nolan diese Position einnimmt.

An den vorhandenen Kapazitäten liegt es nicht.
Der bislang erfolgreichste Film des Jahres, sowohl weltweit als auch in Deutschland, "Bad Boys For Life" hatte im Januar in der Startwoche einen Besucherschnitt pro Kino von 994. Das heißt: pro Tag sind 142 Leute pro Kino in diesen Film gegangen. Bei zwei Vorstellungen pro Kino im Schnitt am Tag (in den Multiplexxen mehr) sind das 71 Zuschauer pro Vorstellung gewesen.
Diese Zahlen sind auch heute in fast jedem Kino möglich.

Ich war gestern in einem 327 Besucher fassenden Saal, und es waren 121 Zuschauer für "Mad Max: Fury Road" da.

Also: möglich ist Viel.

Re: Kinostart auf November 2020 verschoben

#319
Jede Möglichkeit hat ihre Vor- und Nachteile. Es gibt aktuell keinen perfekten Weg den Film zu veröffentlichen. Am sichersten wäre wohl zu warten, bis eine Impfung erhältlich ist, aber das kann noch lange dauern und ob man das Interesse am Film so lange aufrecht erhalten will/kann, weiss ich nicht. Eine gestaffelte Veröffentlichung wäre möglich, allerdings dürften die zeitlichen Abstände zwischen den Ländern nicht zu gross sein, ansonsten wäre das Risiko zu gross. Ein Release als VOD sollte auf der ganzen Welt zeitgleich geschehen, diese Option scheint man aber ohnehin nicht in Betracht zu ziehen. Zusätzlich wird nun die Konkurrenz immer grösser, da in der Zwischenzeit immer mehr Blockbuster fertiggestellt werden.

Re: Kinostart auf November 2020 verschoben

#320
Martin007 hat geschrieben:
26. Juli 2020 12:18
Am sichersten wäre wohl zu warten, bis eine Impfung erhältlich ist, aber das kann noch lange dauern und ob man das Interesse am Film so lange aufrecht erhalten will/kann, weiss ich nicht.
Das Interesse wäre auch dann noch da.
Denn die breite Masse interessiert und informiert sich nicht darüber, wann ein Film eigentlich ins Kino kommen sollte.

Es gibt ja Beispiele von großen Filmen, die schon seit 2018 abgedreht sind, und immer noch nicht ins Kino gekommen sind ("Mulan" dürfte das beste Beispiel sein). "Top Gun: Maverick" hatte im September 2018 Drehstart und kommt laut aktuellen Plan im Juli 2021 ins Kino. Die Bilder, die wir dann von Tom Cruise auf der Leinwand sehen, sind dann teilweise fast 3 Jahre alt. Das wird die Masse aber nicht interessieren. Für die meisten ist es dann trotzdem ein neuer Film - und so wird es auch mit Bond sein, auch wenn er erst Ende 2022 veröffentlicht werden sollte.

Re: Kinostart auf November 2020 verschoben

#321
EDIT:
Wusste nicht, dass das anderswo schon diskutiert wird

hahaha, da hat wohl jemand auf mich gehört! Exakt meine Idee, Konzept, TImeline, Preis...


https://www.bild.de/unterhaltung/kino/k ... .bild.html
Die gängige Formel „Erst Kino, viel später die DVD und Streaming“ ist Geschichte!

Denn ein Deal zwischen der größten Kino-Kette der Welt und den Universal-Studios sorgt dafür, dass Kino-Filme nun bereits 17 Tage nach dem Kinostart digital veröffentlicht werden dürfen.

Eine Revolution! Die Unterhaltungsindustrie steht somit vor einem gewaltigen Umbruch. Und es ist auch ein weiterer Schritt in Richtung des Kinosterbens.

...

Hintergrund: Als die Lichtspielhäuser im Frühjahr wegen Corona ihre Pforten schließen mussten, brachte Universal den Animations-Titel „Trolls World Tour“ direkt für die Heimkinos heraus.

Wer den neuen „Trolls“ sehen wollte, konnte also direkt per Video On Demand (unter anderem bei Amazon Prime, ab 11 Euro) den Film im Wohnzimmer streamen. Die Rechnung ging auf, knapp 100 Millionen Dollar spülte der Film in die Kassen, ohne je eine Leinwand gesehen zu haben.
...

Auch DVDs und Blu-Rays werden bei diesen Aussichten wohl bald kein Thema mehr sein.

Doch der Preis für einen Digital-Abruf hat es in sich: Etwa 20 Dollar soll man überweisen, wenn man einen neuen Blockbuster streamen will – wohlgemerkt nur auf Leih-Basis.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Kinostart auf November 2020 verschoben

#322
Wie bereits geschrieben, ist das für mich ein sehr schlechter Deal für alle Beteiligten:

Für die Kinos,
weil damit ziemlich sicher in Zukuft noch weniger Leute ins Kino gehen werden, als ohnhin schon.

Für die Studios,
weil die VoD-Einnahmen auch dann noch generiert werden können, wenn man vorher das Kino-Geschäft voll ausgeschöpft hat.

Und natürlich für die Zuschauer,
weil sie in Zukunft wohl entweder weiter wegfahren müssen, um einen Film im Kino sehen zu können oder aber mehr zahlen müssen, um einen neuen Film daheim streamen zu können.

So oder so werden neue Filme für die Fans teurer, ohne jedoch für die Kinos oder die Studios lukrativer zu werden.

Ein Nebenaspekt des ganzen wird auch sein, dass durch den neuen Kostendruck wohl auch die Synchronisation darunter leiden wird. Wir können uns also in Zukunft darauf einstellen, Filme zu einem höheren Preis und mit einer schlechteren deutschen Bearbeitung zu bekommen.
Vermutlich nicht speziell bei Bond, aber insgesamt.
Böser schwarzer Mann

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Re: Kinostart auf November 2020 verschoben

#323
Samedi hat geschrieben:
30. Juli 2020 12:55
Ein Nebenaspekt des ganzen wird auch sein, dass durch den neuen Kostendruck wohl auch die Synchronisation darunter leiden wird.
Da geht es aber teils nicht mehr so viel mieser, wenn professionelle Leute am Werk sind. Was in der deutschen Synchronfassung beispielsweise aus großen Blockbustern wie Pixars "Coco", "The Dark Knight Rises", "Spider-Man: Into the Spider-Verse" oder ganz schlimm Jordan Peele's "Wir" gemacht wurde, ist wirklich traurig. Das fängt mit dem Einsatz irgendwelcher unbegabter YouTuber an (besonders bei Animationsfilmen ein großes Problem), und geht weiter mit schlechter "Spiel-Leistung", unpassendem Sprach-Körper-Bild und unsauberer Übersetzung. Da fällt für mich übrigens durchaus so manches Kuriosum der Bondreihe in den letzten Filmen drunter.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Kinostart auf November 2020 verschoben

#324
Was man für eine gute Synchronisation dringend bräuchte, die Studios aber nicht bieten wollen oder können, ist Zeit und (damit) auch Geld.

Wenn aber alles immer gleich sofort fertig sein muss und man auch nicht auf gute Dialogbücher und Sprecher warten kann oder man vielleicht gleich die billigste Synchronfirma verpflichtet, dann braucht man sich danach auch nicht zu wundern, was dabei rauskommt.

Außerdem kommt in den letzten Jahren noch hinzu, dass die Studios so paranoid werden, dass nicht einmal die Synchronschaffenden einen guten Blick auf den Film werfen können, den sie bearbeiten sollen, sondern alles nur noch wie hinter Milchglas zu sehen ist, oder bis auf die Münder gleich alles verdeckt ist.

Aber um hier nicht zu sehr vom Thema wegzukommen, können wir uns über Synchron in diesem Thread hier weiter unterhalten:

https://www.jamesbond.de/forum/viewtopi ... =44&t=5832
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Re: Kinostart auf November 2020 verschoben

#325
Casino Hille hat geschrieben:
30. Juli 2020 13:05
Da geht es aber teils nicht mehr so viel mieser, wenn professionelle Leute am Werk sind.
Es ist schon noch eine gewisse Fallhöhhe vorhanden, aber prinzipiell hast du recht. Das Synchron-Gewerbe ist aufgrund diverser Faktoren immer mehr zu einem reinen Dienstleistungsservice für O-Ton-Unkundige/-Faule verkommen statt wie es in früheren Epochen noch oft der Fall war zu einer echten Alternative zum Original mit auch kulturellem Wert. Ist mir mittlerweile aber auch egal, dan wird halt O-Ton geschaut.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Der Synchron-Thread

#327
AnatolGogol hat geschrieben:
30. Juli 2020 13:27
Das Synchron-Gewerbe ist aufgrund diverser Faktoren immer mehr zu einem reinen Dienstleistungsservice für O-Ton-Unkundige/-Faule verkommen statt wie es in früheren Epochen noch oft der Fall war zu einer echten Alternative zum Original mit auch kulturellem Wert. Ist mir mittlerweile aber auch egal, dan wird halt O-Ton geschaut.
Ich finde, es gibt auch heute noch genügend Filme und Serien, die durch die deutsche Bearbeitung erheblich aufgewertet werden. Und bestimmte Schauspieler klingen mit ihrer deutschen Stammstimme auch wesentlich besser als im Original.
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Re: Kinostart auf November 2020 verschoben

#328
Samedi hat geschrieben:
30. Juli 2020 12:55
Wie bereits geschrieben, ist das für mich ein sehr schlechter Deal
.....
Schlechter Deal oder nicht. Wenn die Weltwirtschaft schrumpft oder gar eine Rezession ansteht, dann wäre es verwunderlich, wenn die Filmbranche nicht mindestens proportional mitschrumpft. Es ist weniger Geld da und sicher kurz bis mittelfristig ein anderes Filmkonsumverhalten. Und dadrauf wird reagiert werden müssen.
Welches von allen schlechten Szenarien am Besten ist, werden nur wirkliche Brachenfinanzexperten kalkulieren können.
Last burning breath filled with death and desire
Our boundless pride becomes a funeral pyre
The end remains the only god we can't deny
All still believing the lie of survival

Re: Kinostart auf November 2020 verschoben

#329
Ich rechne fest damit, dass B26 mit sehr viel weniger Budget zurechtkommen muss. Ob das unbedingt schlecht ist? Eigentlich nicht. Erstens ist die gesamte Branche betroffen, sprich alle Beteiligten werden sich über lange Sicht damit zufrieden geben müssen für weniger zu arbeiten, und zweitens (insofern ersteres nicht eintritt) endet damit vielleicht dieser unsägliche Trend des letzten Jahrzehnts, nur die größten Fische an Bord zu holen. Ich brauch keinen Starregisseur, keinen Hans Zimmer, keine Billie Eilish, keine Superstars auf der Leinwand. Ab und an ist das ganz nett, auf Dauer wird es möglicherweise zum selbstauferlegten Zwang und somit zur Falle.
Gebt mir einen Martin Campbell (oder einen jüngeren Regisseur dieser Kategorie), einen David Arnold, einen jungen motivierten Hauptdarsteller und die Miete liegt schon zur Hälfte auf dem Tisch!

Re: Kinostart auf November 2020 verschoben

#330
craigistheman hat geschrieben:
4. August 2020 16:45
Ich rechne fest damit, dass B26 mit sehr viel weniger Budget zurechtkommen muss.
Und ich gehe fest davon aus, dass das auch vor der Pandemie schon für den ersten Bondfilm nach Craig so geplant war.

Dazu zählt vor allem, einen neuen Hauptdarsteller zu verpflichten, der weithin unbekannt ist und etwas weniger Locationhopping zu betreiben.

Warum nicht wieder einmal einen Bondfilm mit nur zwei Locations außerhalb des UK?
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