Romanbesprechung: Diamantenfieber (Fleming)

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Dalton007
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12. Mai 2015 11:26

Habe vor einiger Zeit auch den viel gescholtenen Roman "Diamantenfieber" gelesen und empfand ihn als nicht schlecht. Er ist sicherlich nicht Ganz so gut wie MR oder LALD, aber durchaus lesenswert. Die wenigen Parallelen zum Film sind ganz interessant. Am besten fand ich die Kapitel ums Pferderennen und den anschliessenden Besuch im Schlammbad. Ist mir am meisten geblieben.

Wie siehts bei euch aus? Fandet ihr DAF wirklich so schlecht wie viele andere?
"Was machen wir mit dem Geld, Patron?" - "Waschen."

Franz Sanchez in LTK (1989)
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Hannes007
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12. Mai 2015 11:39

Ich habe Diamantenfieber erst einmal gelesen und das ist auch schon wieder zwei Jahre her. Vielleicht geht sich noch heuer eine Roman-Chronologie aus, dann schreibe ich zu jedem Roman eine (kurze) Kritik.
"Bond! Ich will sie zurückhaben." - "Ich war nie weg."

Quantum of Solace (2008)
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Agent 009
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12. Mai 2015 12:11

Das wäre nach den ganzen Filmrezensionen sicherlich auch eine coole Idee. Nicht das ich da jetzt teilnehmen würde aber solche Reviews für die Romane wären sicherlich gut und würden hier auch ein bisschen Schwung reinbringen ;)
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ErnstStavroBlofeld
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2. Dezember 2015 11:50

Das Pferderennen wurde ja in AVTAK aufgegriffen. Der Roman ist sicherlich nicht Flemings Bester, aber auch nicht wirklich schlecht. Mir hat die Story um den mysteriösen Mr. ABC sehr gut gefallen. Wint und Kidd haben mir im Film wesentlich besser gefallen, sie sind so herrlich humorvoll-gefährlich. Sowohl der Roman als auch der Film sind nicht schlecht (ja, mir gefällt der Film sogar ganz gut). Tiffany Case empfand ich im Buch weitaus attraktiver als im Film ;-)
Wo waren Sie, als ich Sie nicht brauchte?
Lieber etwas misstrauisch, als etwas tot.
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Ich liebe es, früh auszureiten. - Ich bin ebenfalls Frühaufsteher!
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HCN007
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28. Dezember 2015 23:38

Buchreview zu „James Bond 04: Diamantenfieber“

Im Original „Diamonds are Forever“ von Ian Fleming in der Neuübersetzung von Cross-Cult aus dem Jahr 2012 nach der Erstveröffentlichung im Jahre 1956

„James Bond 04: Diamantenfieber“ ist das 4. Bondbuch und der 4. Roman von Ian Fleming


Ich werde im Jahr 2016 in chronologischer Reihenfolge die Fleming-Romane neu lesen und für mich vollständig reviewen. Dabei werde ich dann ein Ranking festlegen. Die genaue Einordnung von Diamantenfieber folgt dann.

Worum geht es in „Diamantenfieber“ ?:

Aus dem britischen Diamantenmarkt wurden bereits Diamanten im Wert von 2 Millionen Pfund herausgeschmuggelt. Bond erhält den Auftrag, sich in die Pipeline einzuschleusen um so den kompletten Ablauf des Schmuggels zu durchleuchten und die Hintermänner ausfindig zu machen. Dabei steht im nicht nur sein amerikanischer Freund Felix Leiter, sondern auch die toughe, geheimnisvolle Tiffany Case zur Seite.

Kapitelverzeichnis der deutschen Version 2012:

1. Die Pipeline öffnet sich
2. Edelsteinqualität
3. Heißes Eis
4. „Was geht hier vor?“
5. „Feuilles Mortes“
6. Im Transit
7. „Shady“ Tree
8. Das Auge, das niemals schläft
9. Bitterer Champagner
10. Mit dem Studillac nach Saratoga
11. Shy Smile
12. Das Rennen
13. Acme Schlamm und Schwefel
14. „Wir mögen keine Fehler“
15. Rue de la Pay
16. Das Tiara
17. Danke für den Trip
18. Dämmerung im Knutschkino
19. Spectreville
20. Und aus der Spitze schießen Flammen
21. „Nichts bringt näher als Nähe“
22. Liebe und Sauce béarnaise
23. Der Job kommt an zweiter Stelle
24. Der Tod ist so dauerhaft
25. Die Pipeline wird geschlossen

Seitenanzahl: 326 / Kapitelanzahl: 25 = Kapitelfrequenz von 13-14 Seiten.

Hauptschauplätze: London, Saratoga, Las Vegas, „Spectreville“, die „Queen Elizabeth“

Wichtige Charaktere (neben Bond):

Tiffany Case
Jack Spang
Rufus B. Saye
„ABC“
Seraffimo Spang
Wint
Kidd
„Shady Tree“
Felix Leiter

Was halte ich davon ?

Eines vorweg: Das Buch gefällt mir weitaus mehr als der Film ! Aber es ist nicht perfekt und im Vergleich zu anderen Werken von Fleming etwas harmloser, aber nicht weniger spannend.

Die Thematik des Diamantenschmuggels scheint Fleming ja so interessiert zu haben, so dass er hierzu ein dokumentarisches Sachbuch „The Diamond Smugglers“ geschrieben hat, welches ich nur zu gerne mal lesen würde. Mir gefällt im Buch die komplette Beschreibung der Pipeline, wo sie anfängt, wie sie verläuft und nach welchen Spielregeln und wo sie aufhört. In Verbindung mit dem Tagesgeschäft einer großen amerikanischen Verbrecherbande und ihres Netzwerks hat man hiermit mal weniger einen größenwahnsinnigen Gegner, sondern ein Geflecht aus vielen Personen, bei denen man sich nie sicher sein kann, wer auf welcher Stufe steht und welche Verbindungen von diesen Leuten bestehen. Dabei bleibt jedoch eine genaue Charakterisierung mit entsprechender Backstory und Motivation der Spangs auf der Strecke. Wint und Kidd werden ähnlich wie ihre späteren Filmversionen beschrieben, jedoch mit weitaus weniger homophober Holzhammertaktik in den Vordergrund gedrängt, die Gerissenheit und Brutalität der beiden Mobster lassen beide zu würdigen Henchmen im Buch werden. Wie gerne hätte ich ein Kapitel gehabt, indem ihre Folter mit den Fußballschuhen bei Bond bis ins kleinste Detail beschrieben worden wäre.

Die größte Mühe aber hat sich Fleming mit Tiffany gegeben. Ihre Charakterisierung ist in diesem Fall nicht Gold wert, sondern mehrere Karat. Ihre Backstory bishin zur wechselseitigen Beziehung zu Bond sind unglaublich gut beschrieben.

Die Schauplätze kommen hin und wieder nicht wirklich gut zur Geltung, eine Ausnahme machen hier jedoch Saratoga, das Tiara in Las Vegas sowie die fiktive Westernstadt Spectreville und auch der Abschnitt auf der „Queen Elizabeth“.

Der antiklimatische Verlauf der Story mit seinem roten Faden durch die Pipeline, der auch einem Road Trip (egal ob Luft, Land, oder Wasserstraße) gleicht, ist auch für jeden Ansichtssache. Mir hats gefallen, dass sich das Buch auf den Diamantenschmuggel und das Netzwerk des Spangled Mob fokussiert hat und ganz ohne Blofeld und eine orbitale Diamantenlaserkanone auskommt.

„Diamantenfieber“ bekommt von mir auf der 007er-Skala 006/007 Punkte

Im 10er-System würde ich das ganze auf 8/10 bewerten.
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GoldenProjectile
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29. Dezember 2015 16:29

HCN007 hat geschrieben:Eines vorweg: Das Buch gefällt mir weitaus mehr als der Film ! Aber es ist nicht perfekt und im Vergleich zu anderen Werken von Fleming etwas harmloser, aber nicht weniger spannend.

Die Thematik des Diamantenschmuggels scheint Fleming ja so interessiert zu haben, so dass er hierzu ein dokumentarisches Sachbuch „The Diamond Smugglers“ geschrieben hat, welches ich nur zu gerne mal lesen würde. Mir gefällt im Buch die komplette Beschreibung der Pipeline, wo sie anfängt, wie sie verläuft und nach welchen Spielregeln und wo sie aufhört.[/b]
Besser als der Film zu sein ist ja auch nicht schwierig. :wink:

Die Abläufe der Schmugglerkette finde ich übrigens auch im Film sehr gelungen, das wird ja anfangs in einer längeren Montage ausführlich gezeigt, wobei gleichzeitig auch Wint und Kidd effektvoll eingeführt werden. Einer der wenigen wirklich guten Parts des Films.

Ansonsten erinnere ich mich zwar nur schwach an den DAF-Roman, habe ihn aber eher als sehr behäbig und vor allem ziemlch wirr in Erinnerung. In der Umfrage habe ich ihm jetzt mal 5 Punkte verpasst. DN, OHMSS und FRWL haben beim Lesen viel mehr Spass gemacht.
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HCN007
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29. Dezember 2015 19:38

Ich fand das mit der Montage am Anfang auch sehr gut im Film - Aber schade, dass man nicht mehr daraus gemacht hat.
Ich glaube, wenn man heutzutage Diamantenfieber neu verfilmen würde, käme am Ende ein Film wie z.B. Blood Diamond heraus - ein unglaublich toller Film !

DN gehört für mich zu meinen Lieblingsromanen. Trotz einer langsameren Kapitelfrequenz (meine Kennzahl für die durchschnittliche Seitenzahl bis zum Kapitelwechsel - Also ab wieviel Seiten durchschnittlich ein neues Kapitel beginnt !) liest sich DN extrem flüssig und hat eine extrem gut erzählte Geschichte mit viel Liebe zum Detail für Flemings Jamaika.

OHMSS befindet sich wegen der Vielzahl an Flemingromanen, die mir besser gefallen, im Mittelfeld (was nichts negatives zu bedeuten hat)

FRWL liest sich ein wenig wie ein Schachspiel - Zuerst werden die Spielfiguren eingeführt, bis es im 2. Teil zum richtigen taktischen Spiel kommt. Wie auch OHMSS aber im Mittelfeld.
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danielcc
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1. Januar 2016 12:46

An DAF erinnere ich mich auch fast am wenigsten. Da habe ich beim Lesen überhaupt keine genaue Vorstellung im Kopf gehabt. Da ist einerseits diese ziemlich brotlose Schmugglergeschichte - die ich bei Bond nicht sehen will - und andererseits aber eine Reihe von ziemlichn skurilen Charakteren oder?
Kein Wunder dass der Film so wirr wurde
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Casino Hille
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So erinnere ich mich auch. Merkwürdig wirr erzählt ohne richtigen Fokus.
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Revoked
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13. November 2016 19:44

Wirr weniger. Eher langweilig und ereignislos.
Wie im Film: eigentlich alles gut, bis die Handlung in Las Vegas ankommt. Und dann ist der Qualitaetsabfall konstant.
In der Hinsicht hat sich der Film konsequent am Buch orientiert.

Einer der eher lesensunwerten Flemings.
If you don't have humor you might as well nail down the coffin lid now.
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Samedi
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14. März 2019 02:08

Kommt die Figur Bert Saxby eigentlich auch schon im Roman vor? Der Name dürfte dem US-Politiker William Bart Saxbe entlehnt sein, der ab 1957 Attorney General von Ohio war und ab 1968 dann Senator. Nixon berief in dann zum Attorney General auf Bundesebene.
"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."
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