'Fleming'

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007James Bond
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14. Mai 2008 13:00

Nach "Ian Fleming:Bondmaker" von 2005, erwartet uns wohl ein neues Projekt über den "Goodfather of Bond".
Der Film, mit dem Titel "Fleming" wird Leonardo DiCaprios Produktionsfirma 'Appian Way film company' produzieren, weswegen es schon Gerüchte gibt, das DiCaprio selbst in die Hauptrolle schlüpft. Meiner Meinung nach keine so schlechte Idee, auch wenn er definitiev zu jung ist. Er ist ein guter Schauspieler und hat mich vorallem in seiner Rolle als Howart Hughes (Aviator: Grandiose Leistung!)) und Frank Abagnale, jr. (Catch me if you can), die beide in Flemings Zeit angesiedelt sind, überzeugen können.

Das Drehbuch stammt von Damian Stevenson, der es bereits im Oktober 2005 an Warner Brothers verkaufte. Die aktuelle Version des Drehbuches soll so angelegt sein, das der Film am Vorabend von Flemings Hochzeit beginnt und im Laufe der Spielzeit mit Flashbacks auch seine Zeit als Assistent des Marinegeheimdiensts-Chef und Journalist bei Reuters behandelt. Jedoch soll DiCaprio sich zurzeit nach einem neuen Autor, sowie einer neuen Anordnung der Ereignisse im Film umsehen.


Leonardo DiCaprio as Ian Fleming?

It may not be the first name that comes to mind when thinking of actors who could portray the James Bond creator, but new details regarding an original screenplay entitled ‘Fleming’ could change that.

The Los Angeles Times reports that DiCaprio’s Appian Way film company recently came on as a producer of ‘Fleming’, an original screenplay by Damian Stevenson that centers on the life of the famous 007 author.

‘It’s going to be very different from the Bond films,’ said producer Andrew Lazar, who was an early supporter of the project. ‘There are a lot of different ways to crack biopics, but we’re not trying to emulate a Bond movie … The idea that this guy’s life informed the James Bond character is pretty fascinating.’

Stevenson first made his sale of the ‘Fleming’ script to Warner Bros in fall 2005, just before Daniel Craig was named the sixth official Bond actor. Several drafts with assistance from Lazar then followed.

‘It’s the real James Bond,’ said Stevenson. ‘In England, Ian Fleming’s exploits are much better well known. Talking to people out here, no one had any idea that M was based on a real person, Miss Moneypenny was based on a real person.’

The latest version of the ‘Fleming’ script begins on the eve of Fleming’s wedding and just before the author’s debut Bond adventure, Casino Royale was published.

The story also features flashbacks to Fleming’s years as a journalist and then his time as a naval intelligence officer during World War II.

DiCaprio is reportedly looking to take the script in a different direction with a new writer.
Textquelle: commanderbond.net


Ich finds schön, das wir einen weiteren ernstzunehmenden Film über Ian Fleming zu sehen bekommen werden.
Dürfte aber noch ein paar Jahre dauern, bis er in den Kinos anläuft.
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Liesel
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27. Mai 2008 16:43

Noch so ein Ian Fleming Film wäre bestimmt toll, aber Leonardo DiCaprio finde ich definitiv zu jung, obwohl ih ihn als Schauspieler auch sehr gut finde, besonders in Blood Diamond...
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Invincible1958
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27. Mai 2008 22:18

Liesel hat geschrieben:Noch so ein Ian Fleming Film wäre bestimmt toll, aber Leonardo DiCaprio finde ich definitiv zu jung, obwohl ih ihn als Schauspieler auch sehr gut finde, besonders in Blood Diamond...
Naja, wie gesagt: je nachdem wie das Drehbuch angelegt wird, muss er nicht unbedingt zu jung sein.
Man kann wetten, dass es noch ein paar Jahre dauern wird, bis die Dreharbeiten beginnen. Und dann ist DiCaprio Ende 30. Die Zeit vor und während des 2. Weltkriegs könnte er dann wunderbar spielen.
Nur für den Fleming ab den 50ern (wenn er Bond erfindet) bräuchte man einen älteren Schauspieler. Aber selbst da kann ich mir vorstellen, dass man DiCaprio auf alt schminken kann.

Howard Hughes hat er auch von den 20ern bis in die 50er gespielt. Warum also nicht auch Fleming.

Dies wäre dann die erste Kinoproduktion über Flemings Leben. Dadurch würde Ian Fleming endgültig sehr vielen Menschen ein Begriff werden.
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Gernot
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27. Mai 2008 22:58

Invincible1958 hat geschrieben:Dies wäre dann die erste Kinoproduktion über Flemings Leben. Dadurch würde Ian Fleming endgültig sehr vielen Menschen ein Begriff werden.
und genau das hat er sich schon längst verdient.obwohl leonardo dicaprio früher zu titanic-zeiten überhaupt nicht mein fall war, hat er sich mittlerweile mit filmen wie "aviator", "catch me if you can", "blood diamond" oder "departed" einen beachtlichen namen gemacht und zählt zu den fähigsten schauspielern in hollywood. ich hoffe, dass sie das drehbuch ähnlich gut wie bei den oben genannten filmen hinbekommen - interessanten stoff dürfte ian flemings leben allemal bieten und mit den richtigen leuten vor bzw. hinter der kamera, könnte ein großartiger film entstehen.
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Invincible1958
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27. Mai 2008 23:18

Gernot hat geschrieben:obwohl leonardo dicaprio früher zu titanic-zeiten überhaupt nicht mein fall war, hat er sich mittlerweile mit filmen wie "aviator", "catch me if you can", "blood diamond" oder "departed" einen beachtlichen namen gemacht und zählt zu den fähigsten schauspielern in hollywood.
Ich finde, DiCaprio spielt auch in Titanic gut. Wie hätte er die Rolle anders anlegen sollen? So tiefgründig war dieser Charakter ja nicht.
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Gernot
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28. Mai 2008 10:06

Invincible1958 hat geschrieben:
Gernot hat geschrieben:obwohl leonardo dicaprio früher zu titanic-zeiten überhaupt nicht mein fall war, hat er sich mittlerweile mit filmen wie "aviator", "catch me if you can", "blood diamond" oder "departed" einen beachtlichen namen gemacht und zählt zu den fähigsten schauspielern in hollywood.
Ich finde, DiCaprio spielt auch in Titanic gut. Wie hätte er die Rolle anders anlegen sollen? So tiefgründig war dieser Charakter ja nicht.
ich habe nicht behauptet, dass er nicht auch in titanic gut gespielt hätte, ich hielt ihn früher - in meinen teenager-zeiten - für einen kleinen milchbubi und ich wusste nicht, wieso ihn alle so toll fanden. ich habe mir damals titanic nicht im kino angesehen, sondern erst jahre später auf VHS und war beeindruckt! :wink:
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Invincible1958
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28. Mai 2008 11:45

Gernot hat geschrieben:ich hielt ihn früher - in meinen teenager-zeiten - für einen kleinen milchbubi und ich wusste nicht, wieso ihn alle so toll fanden.
Nun gut. Ein Fan war ich auch nicht. Und warum alle Mädchen ihn so toll fanden, konnte ich auch nicht verstehen. Aber genervt oder gestört hat er mich nie.
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Victor 'Renard' Zokas
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28. Mai 2008 12:54

Invincible1958 hat geschrieben:
Gernot hat geschrieben:ich hielt ihn früher - in meinen teenager-zeiten - für einen kleinen milchbubi und ich wusste nicht, wieso ihn alle so toll fanden.
Nun gut. Ein Fan war ich auch nicht. Und warum alle Mädchen ihn so toll fanden, konnte ich auch nicht verstehen. Aber genervt oder gestört hat er mich nie.
Mich schon. Ich fand ihn (ähnlich wie zur zeit auch Chritiano Ronaldo) absolut ätzend und viel zu hoch eingeschätzt. Titanic fand ich an sich nur noch schnulzig und DiCaprio ähnlich wie auch Gernot für einen Milchbubi... Auch "Aviator", "Catch Me If You Can" und "The Beach" konnten meine Einstellung nicht ändern (im Nachhinhein war ich wohl noch zu jung :D )

Dann kam "Departed" und aus dem überschätzten Mädchenschwarm hatte sich ein genialer Schauspieler entwickelt, der meinem Lieblingsschauspieler Matt Damon glatt die Show stahl. Heute halte ich Leonardo für einen guten Schauspieler und traue ihm durchaus auch die Rolle des Ian Fleming zu...
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Invincible1958
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28. Mai 2008 13:48

Victor 'Renard' Zokas hat geschrieben:Titanic fand ich an sich nur noch schnulzig und DiCaprio ähnlich wie auch Gernot für einen Milchbubi...
Nun gut. Ob ein Film schnulzig ist oder nicht, hängt ja nicht vom Schauspieler, sondern vom Regisseur ab.

Ich denke aber, es gibt gute Schnulzen und schlechte Schnulzen. Und "Titanic" gehört definitiv zur ersten Sorte. Den Film nur das Prädikat "schnulzig" zu verleihen wird dem Film nicht gerecht.
Natürlich erzählt Cameron da eine 08/15-vorhersehbare Story. Trotzdem hat er alles emotional und bildgewaltig umgesetzt und überzeugt, finde ich.
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28. Mai 2008 16:26

-
Ein etwas anderes Bild über Ian Leicester Fleming zu dessen 100. Geburtstag


Quelle: Welt online

27. Mai 2008, 17:32 Uhr von Wieland Freund


James Bonds Erfinder Ian Fleming – Der Spion, der sich nicht liebte


Er war das Schwarze Schaf der Familie und rettete das Ansehen Großbritanniens. Der Schriftsteller Ian Fleming, an diesem Mittwoch vor 100 Jahren geboren, diente im Zweiten Weltkrieg als Spion und erfand schließlich den Agenten James Bond. So wurde er zum Karl May des Kalten Krieges.


Dorian Gray blieb ewig jung, weil an seiner statt sein Bild alterte. Bei Ian Fleming war es umgekehrt. Fleming schuf James Bond und alterte nachher umso schneller; Bond hingegen, für immer 007, wurde eben erst zu Daniel Craig verjüngt. Bond ermittelt, Bond gewinnt, er wechselt allenfalls die Hemden und Gesichter: Unterhaltungsmaschinen, schrieb ein unvorstellbar junger Umberto Eco vor mehr als 40 Jahren, zelebrierten „die absolute Redundanz“, um innerhalb der Massenkultur zu funktionieren. Die Lektüre von allen zwölf Bond-Romanen und sämtlichen Bond-Storys hatte Eco diese Erkenntnis beschert. War Ian Fleming ein Pionier des Pop? Wenn, so war er gewiss nicht dazu geboren. Flemings Familie genoss, als Ian an diesem Mittwoch vor hundert Jahren auf die Welt kam, beinahe noch viktorianisches Ansehen. Großvater Robert hatte eine berühmte Handelsbank gegründet, Vater Valentine (für die Tories im Parlament) war im Ersten Weltkrieg den Heldentod gestorben (kein geringerer als Winston Churchill schrieb seinen Nachruf), Bruder Peter schließlich war Journalist und Reiseschriftsteller von Rang. Selbst wo Fleming etwas gelang (der Bericht über einen Moskauer Spionageprozess etwa, in seiner Zeit als Journalist), blieb er „der kleine Fleming“.


Der beste Sportler von Eton

Und es gelang ihm ja nicht viel. Kein Abschluss in Eton, dem Elite-Internat, kein Abschluss in Sandhurst, der Offiziersschmiede – das ging an die Nieren. Als Fleming gleich zwei Mal hintereinander zum besten Sportler Etons gekürt wurde (was vor ihm nur einem einzigen anderen Schüler gelungen war), erklärte er, dieser andere sei bestimmt auch ein zweiter Sohn gewesen, der einen brillanten älteren Bruder kompensiere. Zudem vergällten die großväterlichen Millionen (die Fleming aufgrund eines denkbar komplizierten väterlichen Testaments nicht mal zur Verfügung standen), Fleming den Brotberuf. Weil er als Journalist seiner Meinung nach kein echtes Geld verdiente, ging er an die Börse, als „einer der schlechtesten Broker der Welt“, wie ein Bekannter meinte. Fleming hatte zahllose Affären, rauchte zahllose Zigaretten und gönnte sich zahllose Drinks und sah, alles in allem, einer Bilderbuchkarriere als schwarzes Schaf entgegen. Der Zweite Weltkrieg ersparte sie ihm. Fleming heuerte beim britischen Marinegeheimdienst an und stieg zur rechten Hand John Godfreys auf, „Director of Naval Intelligence“ und Vorbild für den „M“ der Bond-Romane. Flemings Zeit im berühmten „Room 39“, der wimmelnden Schaltzentrale des zu Kriegsbeginn wohl effektivsten britischen Nachrichtendienstes, bietet seit langem Stoff für viele Legenden. Denn was Fleming dort ausheckte, schwankte zwischen Genie und Wahnsinn, oder, anders, zwischen Realität und Fiktion. Einen mit britischen Spezialkräften besetzten Bomber vom Typ Heinkel He 111 etwa wollte Fleming abstürzen lassen; die Absturzopfer sollten dann sogleich die herbeieilenden Nazis überrumpeln und wichtige Entschlüsselungstabellen kapern.


Das Kriegsmuseum zeigt Flemings Jacke

Das klingt nach jenen absurden Abenteuern, die der Karl May des Kalten Kriegs knapp 15 Jahre später für 007 ersann. Doch Spionage und Spionageroman sind unheimliche Verwandte. Flemings Spezialtruppe mit der „Lizenz zum Töten“ jedenfalls – die „Red Indians“ genannte „30 Aussault Unit“ – operierte erfolgreich hinter den Linien, und im Londoner „Imperial War Museum“ ist derzeit die Jacke zu sehen, die Commander Fleming bei der Flucht aus Dieppe anno 1940 trug. Fleming traf J. Edgar Hoover, und seine Pläne zum Aufbau eines amerikanischen Auslandsgeheimdienstes spielten bei der Gründung der CIA angeblich durchaus eine Rolle.
Glücklich jedoch machte Fleming dieser Erfolg nicht; er blieb der Spion, der sich nicht liebte. Als er sich Anfang der Fünfzigerjahre in seinem Haus „Goldeneye“ auf Jamaika hinsetzte, um den ersten Bond zu schreiben, tat er das bald mit Todesverachtung. Morgens 1000 Wörter Bond, nachmittags noch einmal 1000 Wörter und dazwischen ging der Autor Schnorcheln oder auf Barracuda-Fang. Angefangen mit „Casino Royale“ erschien ab 1953 ein Bond-Roman pro Jahr, und nicht einen seiner geheimen Pläne, den bald als lästig empfundenen Agenten um die Ecke zu bringen, setzte Fleming um. Lieber blieb er in seiner Folterkammer.
„Casino Royale“ nannte er ein „ochsiges Opus“, auf sein „Genie“, sagte er, lohne sich nicht zu warten, weil „es einfach nicht kommt“, und überhaupt spiele er, Fleming, nicht mit den Einsätzen Shakespeares: „Ich habe keinen Ehrgeiz.“


Die lange Folter in "Casino Royale"

Das allerdings war ein Bluff und nicht mal ein besonders guter. Daheim nämlich ließ Fleming seine eigenen Romane in teures Leder binden und verleibte sie seiner Bibliothek der Meisterwerke ein. Dass seine Frau Ann, geschiedene Lady Rothermere, die Bond-Bücher verachtete und sich lieber mit „richtigen“ Schriftstellern umgab, wird weder Flemings schriftstellerische Minderwertigkeitsgefühle noch seine porentiefe Frauenfeindlichkeit gemildert haben. Für die Seele Großbritanniens, das eben ein Weltreich verloren hatte, war James Bond – der Brite, der ein ums andere Mal das Spiel der neuen Supermächte entschied – Balsam. Für Ian Fleming war er vielleicht bloß seine erfolgreichste Niederlage. Im auf den Hard-Rock Mickey Spillanes und Raymond Chandlers getrimmten „Casino Royale“ betritt Bond die Bühne erst als byronischer Held (die widerspenstige Stirnlocke! die kleine Narbe!), um schließlich als bloße „Maschine“ zu enden. Zwischen ambitioniertem Anfang und zynischem Schluss aber liegt die seitenlange Folterung Bonds, ganz so als wollte sich Fleming für seinen hoffnungslosen Ehrgeiz in effigie bestrafen. Man hat Ian Fleming des McCarthyismus’, Kolonialismus’, Rassismus’, Sadomasochismus’ und der Misogynie geziehen, und mindestens richtig ist, dass Fleming für Bonds „Junggesellenreinheit“ jede Frau opfert und kaum ein rassistisches Klischee auslässt, wenn er einen zünftigen Bösewicht braucht.


Umberto Eco schimpft über Fleming

Schon jener junge Umberto Eco allerdings, von dem bereits die Rede war, wollte das nicht ganz ernst nehmen. Lieber exkulpierte er den Schöpfer James Bonds mit einer Ohrfeige. „Fleming“, schrieb Eco, sei „in dem Maße Rassist, wie es jeder Illustrator ist, der den Teufel darstellen soll und ihn mit schrägen Augen malt; er ist Rassist wie es die Amme ist, die vom bösen Mann erzählt und ihm zum schwarzen Mann macht.“ Fleming sei schlicht und einfach „Zyniker, ein Ingenieur des Konsumromans“.

Seltsam, aber wahr: Jenseits von „Room 39“ führt der Weg von James Bond zu Ian Fleming nicht über den Luxus, sondern das Leid. Hinter der mondänen Fleming-Fassade hockt ein gepeinigter Ian, dessen Sex, wie eine Ex-Geliebte sagte, reine Kopfsache war, und dessen Küche, wie der Dramatiker Noel Coward behauptete, bloß nach Achselhöhlen schmeckte. Fleming liebte Rührei und romantische Poesie und schrieb Kaviar und prosaische Thriller. Deren ganz großen Erfolg übrigens erlebte er nicht. Mit der gleichen Verachtung, mit der er die Bond-Romane schrieb, rauchte und trank sich Ian Fleming bis 1964 zu Tode.

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28. Mai 2008 18:46

Ich würde noch einen weiteren Schauspieler für die Rolle des Ian FLeming vorschlagen: Robert Downey Jr. Ein sehr guter Charakterschaupieler der sehr oft unter Wert verlauft wird.
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Invincible1958
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28. Mai 2008 23:25

MX87 hat geschrieben:Ich würde noch einen weiteren Schauspieler für die Rolle des Ian FLeming vorschlagen: Robert Downey Jr. Ein sehr guter Charakterschaupieler der sehr oft unter Wert verlauft wird.
Yep. Robert Downey Jr. ist klasse. Nach Iron Man ist er demnächst auch in Ben Stillers neuer Regie-Arbeit "Tropic Thunder" zu sehen.
Hat jemand von euch "A Scanner Darkly" mit Robert Downey Jr., Winona Ryder und Keanu Reeves gesehen? Der Film ist ebenfalls sehr gelungen und Robert Downey Jr. ist der Hammer. Als Charles Chaplin in Chaplin gefällt er mir auch.

Und jetzt ist er ja für die Filmbiographie von Hugh Hefner im Gespräch. Wenn er Hefner in nem Kinofilm spielt, dann könnte er in der Fleming-Bio ebenfalls Hefner spielen. Denn bekanntlich war ja Hefner einer der ersten, der die Bondromane in seinem Magazin (Playboy) abgedruckt hat. Der würde in der Fleming-Bio also wahrscheinlich auch vorkommen, denke ich - da er Fleming auch persönlich kannte.
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29. Mai 2008 13:21

Hat jemand von euch "A Scanner Darkly" mit Robert Downey Jr., Winona Ryder und Keanu Reeves gesehen?
Ja hab ich. Sehr cooler Film mit irrsinniger (positiv gemeint) Optik.
Und jetzt ist er ja für die Filmbiographie von Hugh Hefner im Gespräch. Wenn er Hefner in nem Kinofilm spielt, dann könnte er in der Fleming-Bio ebenfalls Hefner spielen. Denn bekanntlich war ja Hefner einer der ersten, der die Bondromane in seinem Magazin (Playboy) abgedruckt hat. Der würde in der Fleming-Bio also wahrscheinlich auch vorkommen, denke ich - da er Fleming auch persönlich kannte.
Ob er wirklich in beiden Verfilmungen, dann den Hefner gibts bezweifle ich. Da müssten verschiedene Rahmenbedingungen stimmen damit das klappen könnte: Das gleiche oder zumindest zwei sich verbundene Studios/Produktionsfirmen müssten die Filme produzieren. Da könnte schwierig werden.

Oder wie wäre es mit Hugh Laurie als Ian Fleming?
Sollte Ian Fleming nicht von einem Briten gespielt werden? ;)
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Terence Young
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31. Januar 2009 16:09

Kleines Update:

Jetzt steht fest wer das Drehbuch für den von Leonardo DiCaprio's Produktionsfirma Appian Way produizierten ‘Fleming’-Film schreiben wird:
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31. Januar 2009 17:36

Falls Leo selbst den Ian spielt, sollte man ihm meiner Meinung nach noch ein bisschen die Nase verlängern, wie bei Nicole Kidman in "The Hours". Vielen ist zwar Ähnlichkeit in einem Biopic nicht sonderlich wichtig, aber ich mag es, wenn ein Schauspieler dem Vorbild möglichst ähnlich sieht. Charles Dance war in der Beziehung eigentlich eine sehr gute Wahl in "Goldeneye".

Falls Leo nicht die Hauptrolle übernehmen sollte, würde ich Billy Zane als den jungen Fleming ziemlich geeignet finden. Er hat ähnliche Augen und Mundpartie. Für den älteren Fleming eventuell Victor Garber. (Beide zufälligerweise aus Titanic...)

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