Re: Zuletzt gesehener Film

2011
"Predator 2" ist nach meiner Ansicht klasse. Die Location wurde in die Großstadt verlegt, und es wird reichlich geballert. Danny Glover ("Lethal weapon") ersetzt Arnie hervorragend. Lediglich das Ende finde ich etwas komisch, aber ansonsten ein echtes Kind der Action 90er mit allem, was dazu gehört. Der Film fängt sofort mit einer Materialschlacht an und kommt auch nicht wirklich zur Ruhe. Mir persönlich gefällt er glaube ich sogar deutlich besser als der erste Teil.
http://michael.huenecke.hat-gar-keine-homepage.de/

Re: Zuletzt gesehener Film

2013
Im Kino: Haywire

Old School-Agentenreißer, soll heißen ganz ohne hektisches Schnittgewitter und Übelkeitskamera. Ja, man kann die Kämpfe mit bloßem Auge nachvollziehen. Das mach wieder einmal deutlich wie wenig die moderne Unart im Actionkino funktioniert (war eigentlich nur bei Bourne positiv und passend). Mixed Martial Arts Profi Gina Carano macht eine sehr gute Figr in all dem Staraufgebot.

http://www.ofdb.de/review/204485,488818,Haywire
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Zuletzt gesehener Film

2014
Genial!
Ich zitiere ma:

"Mit Haywire macht Soderbergh deutlich, wie sehr sich das moderne Actionkino von seinen Ursprüngen entfernt hat. Selbst in Filmen die nicht mit Computer-generierten Materialschlachten vollgestopft sind und die Körperlichkeit in Kampf und Bewegung noch eine signifikante Rolle spielt, hat man sich längst von einem halbwegs realistischen Ansatz verabschiedet. Der schnöde Faustkampf wird heute durch möglichst schnelle Schnitte rhythmisiert und bis zu einer mit dem bloßen Auge kaum mehr nachvollziehbaren Geschwindigkeit beschleunigt. Dazu klebt die Kamera geradezu unangenehm nah am Geschehen und meint damit Unmittelbarkeit und Authentizität zu kreieren. Tatsächlich erreicht sie damit das genaue Gegenteil, da ein unmittelbar Beteiligter nicht beobachten kann und ein Beobachter nicht unmittelbar beteiligt sein kann. Bei den hier vielfach als Referenz angeführten Bourne-Filmen hat diese Masche nur deshalb funktioniert, weil sie die Gehetztheit des Protagonisten visuell aufgriff und damit erlebbar machte. Die enervierende Nachäfferei in zahllosen Genrefilmen hat deutlich gemacht, dass Bourne die Ausnahme von der Regel war und keinesfalls als Blaupause oder gar Trendsetter taugt.

Haywire jedenfalls geht den umgekehrten Weg und nimmt bei den Kämpfen eine beobachtende Position ein. Häufig wählt Soderbergh gar die Totale und verschafft seinem Publikum einen Panoramablick auf das Action-Geschehen. Da zusätzlich auf das übliche Schnittstakkato verzichtet wurde, ist man bass erstaunt mal wieder einen Faustkampf optisch nachvollziehen zu können."
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Zuletzt gesehener Film

2015
Rough Riders - John Milius

Das von John Milius 1997 inszenierte Epos mixt geschickt Genreversatzstücke aus Historiendrama, Kriegsfilm und Western und ist gleichermaßen unterhaltsam wie informativ. Die Geschehnisse rund um den amerikanisch-spanischen Krieg von 1898 werden aus zwei gleichberechtigten PErspektiven erzählt, zum einen aus der von Theodore Roosevelt und zum anderen aus der der titelgebenen Rough Riders, also den sich aus den unterschiedlichsten Typen und sozialen Schichten zusammensetzenden Soldaten. Zwar kommt das Zusammenschweissen der verschiedenen Typen im Bootcamp nicht ohne die Genreüblichen Klischees aus, allerdinsg verzeiht man diese gerne angesichts der markanten Charaktere und deren durch die Bank hervorragende Darstellung. Der Film lebt nicht zuletzt auch von dem überragenden Ensemble, welches sich beinahe ausschliesslich aus "Milius-Veteranen", also Darstellern die in vorangegangen Filmen des Regisseurs bereits mitgewirkt hatten, rekrutiert. Charakterköpfe wie Sam Elliott, Brian Keith, Gary Busey oder Geoffey Lewis spielen prächtig und veredeln ihre Rollen mit großartigen Leistungen. Alles überragend ist Tom Berenger, der als Teddy Roosevelt die wohl beste Leistung seiner Karriere hingelegt hat. Berenger spielt das Unikum Roosevelt derart überzeugend, dass der Schauspieler Berenger völlig verschwindet und man nur noch die von ihm brillant gespielte Rolle wahrnimmt. Hat der Film in den ersten anderthalb Stunden noch die oder andere kleinere Länge, so ist die zweite Filmhälfte nahezu makellos. Den Höhepunkt des Films bildet der legendäre Angriff auf den San Juan Hill. Hier setzt Milius fast eine Stunde ununterbrochene Angriffe auf die erdenklich packendste und kurzweiligste Art und Weise in Szene. Rough RIders ist ganz sicherlich kein FIlm für Pazifisten und Leute, die mit dem amerikanischen Selbstverständnis Probleme haben. Milius FIlm ist eine offen zur Schau gestellte patriotische Heldenverehrung, aber wie packend und bildgewaltig er das Ganze in Szene gesetzt ist wahrlich meisterhaft. Rough RIders mag nicht wie manchmal verlautet der beste Kriegsfilm aller Zeiten sein und auch kein Meisterwerk, aber es steht außer Zweifel dass hier ein echter Meister am Werk war!
Wertung: 9 / 10
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Zuletzt gesehener Film

2016
Predators
Man merkt dem Film an, dass die Macher höchsten Repsekt vor dem originalen Film haben. Schön auch dass direkt auf den ersten Teil Bezug genommen wird. Insgesamt ein überaus toller Film der genauso gut Unterhalten kann wie der erste, ebenso nette Dialoge und One-Liner bietet (Einfluss von Robert Rodriguez macht sich bemerkbar) und das Original sehr gut weiterführt. Der Soundtrack ist viel besser als man erwarten mag und untermalt den Film sehr Effektvoll. Auch sieht der Film wesentlich teuerer aus als er ist (40 Mio $).
Wie der Titel auf die Alien-Fortsetzung (Aliens) anspielte, so führt auch Predators die Mythologie des ersten Teils vorzüglich fort.

8,5 von 10

Teil 2 lasse ich mal auf die lange Bank schieben, das Konzept mit Predator in the City gefällt mir nicht sonderlich und auch der Trailer begeisterte mich nicht so.

Demnächst kommen wieder paar Hammer-Filme und evtl. bissl Godard.
"In a Bond film you aren't involved in cinema verite or avant-garde. One is involved in colossal fun."

Terence Young

Re: Zuletzt gesehener Film

2018
Thor - Kenneth Branagh

Frei nach dem Motto: Filme, die die Welt nicht braucht. Langweilig, lahm, seelenlos, überflüssig. Sowas wie ein dröger Abklatsch von Donners Superman, Branaghs Karriere hat wahrlich schon bessere Zeiten erlebt.
Wertung: 4,5 / 10
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Zuletzt gesehener Film

2019
AnatolGogol hat geschrieben:Thor - Kenneth Branagh

Frei nach dem Motto: Filme, die die Welt nicht braucht. Langweilig, lahm, seelenlos, überflüssig. Sowas wie ein dröger Abklatsch von Donners Superman, Branaghs Karriere hat wahrlich schon bessere Zeiten erlebt.
Wertung: 4,5 / 10
Dem kann ich nur zustimmen. Einzigallein Natalie Portman und einige gute Gags sorgten für das gewisse Etwas.
"Verstehen Sie mich nicht falsch es ist nichts persönliches, es ist was rein geschäftliches."

Re: Zuletzt gesehener Film

2021
Agent 009 hat geschrieben: Star Wars Episode V - Das Imperium schlägt zurück BD - 10/10

Der vielleicht beste Star Wars Film :)
Ohne Zweifel der mit Abstand beste Film der Serie, mehr als 7,5 Punkte würde ich dem Film aber trotzdem nicht geben. Ohne den Abnutzungseffekt der zig Sichtungen in den letzten 30 Jahren vielleicht mit viel gutem Willen 8 Punkte.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Zuletzt gesehener Film

2022
AnatolGogol hat geschrieben:
Agent 009 hat geschrieben: Star Wars Episode V - Das Imperium schlägt zurück BD - 10/10

Der vielleicht beste Star Wars Film :)
Ohne Zweifel der mit Abstand beste Film der Serie, mehr als 7,5 Punkte würde ich dem Film aber trotzdem nicht geben. Ohne den Abnutzungseffekt der zig Sichtungen in den letzten 30 Jahren vielleicht mit viel gutem Willen 8 Punkte.
An (den alten) Star Wars Filmen finde ich erstaunlich, wie schlecht die Filme eigentlich unter filmischen Gesichtspunkten sind.
- Die Stories sind lahm erzählt
- Der Schnitt (und damit meine ich dem gesamten Aufbau) ist ein Desaster

Für mich sind es eher die liebenswerten Charaktere die den Erfolg ausmachen, gepaart mit in Qualität und Quantität bahnbrechenden Effekten.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Zuletzt gesehener Film

2023
danielcc hat geschrieben:An (den alten) Star Wars Filmen finde ich erstaunlich, wie schlecht die Filme eigentlich unter filmischen Gesichtspunkten sind.
- Die Stories sind lahm erzählt
- Der Schnitt (und damit meine ich dem gesamten Aufbau) ist ein Desaster

Für mich sind es eher die liebenswerten Charaktere die den Erfolg ausmachen, gepaart mit in Qualität und Quantität bahnbrechenden Effekten.
Vor allem ist es die unglaublich fantasie- und liebevolle Umsetzung, die die Filme auch heute noch sehenswert macht. Und genau in dem Punkt unterscheiden sich die alten Filme auch von den neuen, die neuen sind in Bezug auf Story und Inszenierung ja sogar noch schwächer als die Originale - und entbehren darüberhinaus nahezu jeglicher Fantasie. Industriell gefertigtes Großkino, nix weiter. Eigentlich genau wie Branaghs Thor.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Zuletzt gesehener Film

2024
AnatolGogol hat geschrieben: Vor allem ist es die unglaublich fantasie- und liebevolle Umsetzung, die die Filme auch heute noch sehenswert macht. Und genau in dem Punkt unterscheiden sich die alten Filme auch von den neuen, die neuen sind in Bezug auf Story und Inszenierung ja sogar noch schwächer als die Originale - und entbehren darüberhinaus nahezu jeglicher Fantasie. Industriell gefertigtes Großkino, nix weiter. Eigentlich genau wie Branaghs Thor.
Letzteres würde ich so pauschal nicht sagen wollen.
OK, von den neuen Filmen ist lediglich Episode 3 gut inszeniert. Ergibt sich auch dadurch, dass Teil 1 keine Story hat, Teil 2 die unendlich schlecht geschriebene Love Story zeigen muss und nur Teil 3 an sich die komplette, relevante Story erzählt.

Aber Thor fand ich absolut liebenswürdig inszeniert. Bin da genau gegenteiliger Meinung, da der Film eben durch Charaktere überzeugt und zudem durch den spannenden Spaghat zwischen der Götterwelt und der Erde lebt. Beide Welten sind vollkommen unterschiedlich aber gleichsam unterhaltsam inszeniert.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Zuletzt gesehener Film

2025
danielcc hat geschrieben:
An (den alten) Star Wars Filmen finde ich erstaunlich, wie schlecht die Filme eigentlich unter filmischen Gesichtspunkten sind.
- Die Stories sind lahm erzählt
- Der Schnitt (und damit meine ich dem gesamten Aufbau) ist ein Desaster
Das kannst du allerdings auch sehr vielen älteren und neueren Filmen vorwerfen, die über 120 Min gehen. Ich finde im Vergleich sogar Gladiator schwerfälliger und langsamer.

Die alte Trilogie ist mehr Sternenepos, wo es auch aus meiner Sicht nicht wirklich auf übermäßig schnelles Tempo ankommt. Sowohl Ep IV als auch Ep V halte ich für nahezu perfekt erzählt. Nicht zu langsam, nicht zu schnell. Man nimmt sich für die Charaktere Zeit und an manchen Stellen wird auch das SW-Universum selbst erkundet. Schnitttechnisch sehe ich das genauso wie die Dramaturgiekomponente.
Ep VI hat allerdings schwächen und die sehe ich auch in der Erzählung. Man hält sich zu sehr mit dem Geschehen auf Endor vor der Schlacht auf und Ewoks passen nicht so recht ins Bild der großen epischen Endschlacht (welche dafür zu kurz kommt).

Die neue Trilogie ist bei Ep I besser als ihr Ruf. So toll ist es aber doch nicht, da oftmals der Wiedererkennungswert fehlt. Auch stehen viele Drehbuchschwächen im Weg. Im Grunde ist Ep I ein Film der insgesamt so ok ist, aber dennoch in der Reihe einen Fremköprer darstellt.

Bei Ep II und EP III nervt mich das künstlich wirkende Bild (wurden auf Sony HDCAM gedreht, wirkt nicht annähernd wie 35mm-Film). Ep II wird der Reihe wesentlich gerechter und hätte einen guten Anfang für die neue Trilogie gegeben, als Mittelteil ist er allenfalls ok.
Ep III ist gut, aber leider auch nicht mehr. Es werden gute und überzeugende Verbindungen zur alten Trilogie hergestellt, aber trotzdem fehlt an manchen stellen noch das letzte bisschen an Chuzpe was die alten Filme ausmachte. Es fehlen die kleinen Charakterdetails, wie man sie beispielweise bei in kleinen Bemerkungen z.B. bei Han Solo hatte. Insgesamt ist Ep III aber ein versöhnliches Ende der neuen Trilogie.

George Lucas ist dabei gar nicht mal ein schlechter Regisseur, sowohl THX 1138 als auch American Graffity lassen sehr viel Talent erkennen...
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Terence Young