Euer Lieblings-Film? Eure Lieblings-Serie?

Star Trek - The Motion Picture
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (8%)
Star Trek II - The Wrath of Khan
Insgesamt abgegebene Stimmen: 6 (16%)
Star Trek III - The Search for Spock
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Star Trek IV - The Voyage Home
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Star Trek V - The Final Frontier
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Star Trek VI - The Undiscovered Country
Insgesamt abgegebene Stimmen: 6 (16%)
Star Trek VII - Generations (Keine Stimmen)
Star Trek VIII - First Contact
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (8%)
Star Trek IX - Insurrection (Keine Stimmen)
Star Trek X - Nemesis
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Star Trek (XI)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (5%)
Star Trek: Into Darkness
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Star Trek: Beyond
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (5%)
Raumschiff Enterprise [Serie]
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Star Trek - The Next Generation [Serie]
Insgesamt abgegebene Stimmen: 5 (13%)
Star Trek - Deep Space Nine [Serie]
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (5%)
Star Trek - Voyager [Serie]
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Star Trek - Enterprise [Serie]
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Star Trek - Discovery [Serie]
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (3%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 38

Re: Star Trek - Der Thread

871
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Anlässlich des gerade aktuell hier geführten Star Trek-Marathons dürften diese TV-Beiträge für einige Fans von Interesse sein, die den Tipp vielleicht noch nicht kennen sollten:

Am Freitag, den 09. September '16 kommt um 21.50 Uhr auf ARTE die Dokumentation
»Building Star Trek – Das Erfolgsgeheimnis einer Serie«

Danach folgt um 23.20 Uhr noch der Beitrag
»Geschichte made in Hollywood – Star Trek«


http://www.arte.tv/guide/de/067116-000- ... -star-trek


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Re: Star Trek - Der Thread

872
danielcc hat geschrieben:Alles unter 9 und du wirst ausgeladen...
Naja, Anataol und ich sind ja auch schon unter der 9er-Marke durchgerutscht...
AnatolGogol hat geschrieben:
Spoiler
So gut die Figur der Lt. Valeris für sich allein genommen funktioniert und so tadellos die Darstellung von Kim Cattrell als arrogant-überlegene Vulkanierin auch ist, dramaturgisch ist sie in sofern problematisch, als dass sie bereits in ihrer Anlage das whodunnit um den Verräter an Bord der Enterprise torpediert. Es gehört nicht besonders viel Kombinationsfähigkeit dazu sie als einzigen Neuzugang unter den relevanten Crewmitgliedern bereits frühzeitig als das „schwarze Schaf“ auszumachen. Zwar gibt sich Meyers Inszenierung alle erdenkliche Mühe dies zu verschleiern (etwa in dem sie die sich abfällig über die Klingonen äussernden Crewmitglieder rüffelt oder sich als Erfüllungsgehilfe von Spocks Ermittlung betätigt), wirklich entkräften kann aber auch sie den charakterlich inhärenten Zweifel nicht. Auch funktioniert die Beziehung Spock-Valeris und damit Spocks Enttäuschung durch die zwangsläufig verhältnismäßig knapp aufallende Einführung der Figur nur bedingt. Hier ist es unübersehbar, dass die Valeris-Rolle ursprünglich für Lt. Saavik angedacht war, mit welcher sowohl die Mentorrolle von Spock als auch die Motivation ihres Verrats (nicht zuletzt durch den Tod von David) deutlich besser funktioniert hätte. Es bleibt aber dennoch festzuhalten, dass für sich genommen die Valeris-Figur durchaus funktioniert und Spass macht, aber wie gesagt im Gesamtkontext eine etwas unglückliche Rolle spielt.
Spoiler
Muss dir da leider zustimmen, wobei ich finde, dass sich Meyer dabei auch durch seine Inszenierung ein wenig mitschuldig macht. So muss es doch den Verdacht des Zuschauers erregen, wenn die Kamera um einiges länger auf der Vulkanierin ausharrt als unbedingt nötig oder auch durch ihr gezeigtes Verhalten. Auch was die nicht so funktionierende Beziehung zu Spock betrifft, gebe ich dir recht.
Insgesamt ist der Mittelteil des Films etwas weniger gelungen als der Rest. Er ist immer noch gut, gar keine Frage, aber bei weitem nicht so spannend oder temporeich wie der Beginn oder das Ende. Aber unterhaltsam ist es dennoch sehr und das ist ja die Hauptsache.
"East, West, just points of the compass, each as stupid as the other."
(Joseph Wiseman in Dr. No)

Re: Star Trek - Der Thread

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Star Trek: The Undiscovered Country (1991, Nicholas Meyer)

Zwei Fliegen auf einen Schlag. Ungefähr so musste der Grundgedanke bei der Produktion des sechsten Kinofilms aus dem Star-Trek-Universum gelautet haben. Nicht nur war der von William Shatner inszenierte ST V qualitativ deutlich hinter den durch die „Spock-Trilogie“ geschürten Erwartungen zurückgeblieben, die Enterprisler, die ihre bekannten und beliebten Figuren immerhin schon seit der Fernsehserie aus den 1960ern spielten, näherten sich auch immer mehr dem altersbedingten Ruhestand. So wurde aus Star Trek VI zugleich auch der letzte Star-Trek-Film, der direkt auf den Charakteren der Originalserie basiert. Und diese Ära hätte man kaum besser zu Ende bringen können.

Mit ersten Handlungsideen im Kopf überzeugte Leonard Nimoy Star-Trek-Veteran Nicholas Meyer, den Regisseur des vom Publikum gefeierten Wrath of Khan und massgeblichen Autoren von The Voyage Home, von einem weiteren künstlerischen Einsatz im Trekkie-Universum. Meyers Zusage bestimmt dann auch grundlegend Stil und Stimmung der letzten Reise von Kirk und seiner Mannschaft. In The Undiscovered Country ist Schluss mit dem leichtfüssigen Abenteuertouch von ST IV oder den Klamaukeinlagen aus ST V, stattdessen beschreitet der Film ähnliche Wege sie sein Vorgänger im Geiste, Wrath of Khan. ST VI ist damit ein rauer und reifer Thriller vor einem wie selbstverständlich wirkenden Science-Fiction-Hintergrund. Die Narration wird effizient gehalten, der Tonfall ist mitunter nahezu grimmig. Daraus ergibt sich ein – im Gegensatz zum atmosphärisch sehr wechselhaften Vorgänger – kohärentes Gesamtbild das vor allem eins ist: in sich absolut stimmig.

Die Geschichte dreht sich in ihrer Ausgangslage um ein Friedensabkommen zwischen der terrestrischen Sternenföderation und dem kriegerischen Volk der Klingonen. Nachdem ein vermeintlich von der als Geleitschiff eingesetzten Enterprise in Gang gesetzter Mordanschlag auf den klingonischen Botschafter verübt wird, drohen die Verhandlungen zu scheitern und Kirk und McCoy, von der Föderation um des Friedens willen fallengelassen, geraten in klingonische Gefangenschaft. Dieses Szenario bedient sich thematisch wie stilistisch unverkennbar bei den Genres des Politthrillers und des Kriminalfilms. Ausserdem braucht es keine wissenschaftliche Analyse um zu erkennen, dass die elementaren Handlungsbausteine von den damaligen historischen Begebenheiten wie etwa dem Unfall in Tschernobyl oder dem Mauerfall und dem Ende des Kalten Krieges zehren. Während die furiose Eröffnungssequenz mit der unglücklichen Zerstörung des als Energiequelle dienenden Klingonenmondes einen eindeutigen Fingerzeig in Richtung Atomkatastrophe darstellt sind die Parallelen zwischen den Kalten Kriegen West gegen Ost, bzw. Föderation gegen Klingonen unübersehbar. Sogar die Interieurs des klingonischen Gerichts erinnern in ihrer spartanischen und düsteren Ausstattung frappierend an die Sowjetunion und deren Verarbeitung in westlicher Kunst. Allerdings bietet Star Trek auch hier gewohnt noch weitere Ebenen und stellt die kulturellen Gegensätze und das immer noch stets mitschwingende Misstrauen einander gegenüber äusserst differenziert dar.

Humor und Gags müssen sich in dieser straffen, ernsten und winkelreichen Story über Misstrauen, Krieg und politische Intrigen eindeutig zurückhalten. Dennoch ist ab dem mittleren Drittel, welches den völlig atemlosen Auftakt etwas auflockert, Zeit für einige subtile Schmunzler, die sich in erster Linie in den längst vertrauten Figuren äussern. Kirk darf mal wieder als Charmeur und starker aber menschelnder Anführer seine Trümpfe ausspielen, ohne mit dem düsteren Grundton des Films zu konterkarieren. McCoy ist einfach immer ein Volltreffer als zynischer vor sich hin brummelnder Nörgler, auf den als Freund und Arzt aber ausnahmslos Verlass ist. Und wenn Spock ein letztes Mal seine sympathische, beruhigende Gelassenheit zelebriert und dabei ohne mit der Wimper zu zucken als Sherlock-Holmes-artiger Ermittler die Untersuchungen in dieser kritischen Situation übernimmt, dann beweist Leonard Nimoy dass er hier gerade eine der anrührendsten und freundschaftlichsten Figuren aller Zeiten zu ihrem Ende bringt. Das Thema der Freundschaft und der Vertrautheit schwingt bei ST VI nicht mit, es ist pausenlos präsent, und das nicht etwa weil die Motive hier noch weiter vertieft werden als sie es sowieso schon sind, sondern weil die Charaktere in diesem mittlerweile sechsten (bezieht man die eher enttäuschende Arbeit des Erstlings auf diesem Gebiet mit ein, dann fünften) Film so stark etabliert sind, dass sich alles von selbst erledigt. Als einziger kleiner Kritikpunkt im Bereich der Figuren und ihres Handlungsbezugs könnte man anmerken, dass der Whodunit-Plotteil insgesamt doch etwas arg vorhersehbar ist, was angesichts des temporeichen Wechsels zwischen den parallelen Handlungssträngen und Meyers effizient ausgearbeiteter Inszenierung aber kaum ins Gewicht fällt.

Meyer gleist seine Story absolut stimmig auf, und es ist unverkennbar, wie der Film gemessen an der generellen Atmosphäre, den Bildern und dem (obschon immer noch sehr subtilen) Humorgehalt zum Ende hin immer leichter und freundlicher wird, um den fesselnden Sci-Fi-Politthriller nahtlos in einen anrührenden Abschied von dieser jahrelangen Filmchronik und ihren Protagonisten übergehen zu lassen. Die Schlusssequenz auf der Kommandobrücke, in der Meyer den Abschied der Enterprisler vom Publikum mit der handlungsinternen Verabschiedung von Sulu (der zum Captain seines eigenen Schiffes befördert wurde) Hand in Hand gehen lässt, ist gleichermassen simpel wie ergreifend. Und wenn noch vor dem Abspann die Unterschriften von Shatner, Nimoy, Kelley, Takei, Doohan, Nichols und Koenig eingeblendet werden wird einem plötzlich schmerzlich bewusst, wie viel Inhalt und Gefühle diese Filme über den Verlauf der Reihe hinweg etabliert haben.

Was Ausstattung und Spezialeffekte angeht ist Undiscovered Country nach dem schwächelnden Vorgänger endlich wieder auf der Höhe der Zeit. Mehr noch, der Film liefert auf diesem Gebiet vielleicht sogar die hochwertigste Arbeit innerhalb der Filmserie seit dem hochbudgetierten Klotzen-statt-Kleckern-Erstling ab. Das beste Beispiel hierfür ist die bereits erwähnte Auftaktsequenz mit dem explodierenden Mond Praxis. Dazu kommt ein furioser Soundtrack von Cliff Eidelman, der sich vor der internen „Konkurrenz“ in Gestalt der Ikonen Goldsmith und Horner keineswegs verstecken muss. Eidelman kündigt schon im Vorspann mit seinen donnernden Pauken an, was einen erwartet und akzentuiert Meyers reife und spannungsgeladene Narration auch für die restliche Filmdauer durchgehend mit den passenden Klängen.

Captain Kirk und seine Freunde drehen auf dem Weg in den Ruhestand eine furiose Ehrenrunde und beenden 25 Jahre Star-Trek-Geschichte mit einem Paukenschlag. Die letzte Mission der Enterprisler zeigt sich als packender Politthriller, der reale historische Bezüge gleichermassen unterhaltsam wie differenziert in eine fesselnd erzählte Geschichte um Krieg und Frieden im Universum einfliessen lässt. All die liebgewonnenen Figuren dürfen dabei ein letztes Mal ihr Potential ausschöpfen und die Bühne der intergalaktischen Entdeckungsreisen unter grossem Applaus verlassen. Und auch wenn das Star-Trek-Universum damit nicht beendet ist, so wird doch das kleine, gewisse Etwas immer irgendwie fehlen.

Wertung: 9 / 10
We'll always have Marburg

Let the sheep out, kid.