Welchen sind eure zwei Favoriten aus dem X-Men-Universum?

X-Men (Keine Stimmen)
X-Men 2
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (8%)
X-Men - The Last Stand (Keine Stimmen)
X-Men Origins: Wolverine (Keine Stimmen)
X-Men: First Class
Insgesamt abgegebene Stimmen: 5 (42%)
The Wolverine (Keine Stimmen)
X-Men: Days of Future Past (Keine Stimmen)
Deadpool
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (17%)
X-Men: Apocalypse (Keine Stimmen)
Logan
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (33%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 12

Re: Der X-Men Thread (20th Century Fox)

558
Da magst du recht haben, aber Logan ist jetzt wirklich mal ein Film dem ich es zutraue, auch wirklich etwas anders zu sein. Ich habe grosse Hoffnungen in Mangold, hier einen Ausreisser aus dem immer belangloser werdenden Genre-Sumpf geschaffen zu haben, vergleichbar mit The Dark Knight oder First Class. Natürlich ist es möglich dass ich enttäuscht werde. Aber dass Logan dermassen gewöhnlich und vorhersehbar wird wie letztens zum Beispiel Dr. Strange glaube ich nicht.
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Re: Der X-Men Thread (20th Century Fox)

560
Agent 009 hat geschrieben:Mimimi... :roll:

Logan wird klasse. Mindestens so stark wie sein Vorgänger. Da bin ich mir sicher.
Wenn ein Film so über alle Massen standartisiert, vorhersehbar und an der Strichliste konzipiert ist wie Marvels Zauberdoktor muss ich das natürlich in der Bewertung berücksichtigen.

Und meinst du mit Vorgänger Wolverine oder Apocalypse? Letzteres ist nicht schwer, der Film eiert auf demselben Durchschnittslevel umher wie der entlovisierte Dr. Strangelove. Aber auch bezüglich Wolverine erwarte ich noch deutlich mehr, der war gut aber liess am Ende nach und ich erwarte von Logan nicht weniger als den neuen Stern am filmischen Superheldenhimmel. Wehe, der enttäuscht...
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Re: Der X-Men Thread (20th Century Fox)

562
Logan (2017, James Mangold)

Über fünfzehn Jahre hat Hugh Jackman das kanadische Biest James "Logan" Howlett in den X-Men-Filmen und deren Ablegern verkörpert, und damit für eine verlässliche Konstante innerhalb der zunehmend abstrusen Zeitlinie und der wechselhaften Qualität der Filme gesorgt. Sein Logan erschien nicht nur optisch wie eine verjüngte Neugeburt von Clint Eastwood, generell schien die grimmige Figur - abgesehen von Unverwundbarkeitskomplex und Stahlkrallen an den Händen - wie den Western von Leone entsprungen. Aber jetzt ist Schluss mit lustig und Jackman hat den Film Logan als sein letzten X-Men-Abenteuer angekündigt, eine Entscheidung, auf die Kollege Patrick Setwart gleich aufgesprungen ist. Und der Beschluss der beiden ist perfekt, denn einen so stimmigen und runden Abschied für Logan und Xavier gibt es nicht alle Tage.

Mit nunmehr drei verschiedenen Studios, die allesamt ihre ausgedehnten Filmuniversen etablieren wollen, kann sich der Kinogänger vor Superheldenstreifen fast nicht mehr retten, und schon gar nicht vor der zunehmenden Belanglosigkeit und Einheitlichkeit dieser kurzweiligen aber meistens völlig kantenlosen Blockbustern von der Stange. Logan ist anders. Das aufgebauschte Fantasy-Universum mit allerhand bunt gekleideter Helden, ein bisschen familienfreundlichem Humor und einem gesichtslosen ausserirdischen Bösewicht, der die Erde durch ein blau leuchtendes Dimensionsportal am Himmel zu zerstören versucht, all das sucht man hier glücklicherweise vergebens. In einer nicht allzu fernen Zukunft, in der die Abenteuer der X-Men als längst vergangene Mythen gelten, fristet eine Handvoll der letzten verbliebenen Mutanten ein klägliches Dasein. Logan ist nicht nur psychisch ein Wrack, seine sonst so verlässlichen Selbstheilungskräfte wirken nicht mehr optimal. Charles ist 90 Jahre alt und etwas senil. Viel mehr von ihrer Art scheint es nicht zu geben. Der Film ist nicht nur düster, sondern von einer melancholischen und mitunter fast schon depressiven Stimmung durchzogen, und dem Western dramaturgisch oft näher als dem typischen Superheldenfilm. Die Kulisse aus kargen Wald- und Wüstengegenden unterstützt dies zusätzlich, und Mangold sucht die Weite hinter den Darstellern, bebildert seine Zukunftsvision als Schritt in die Vergangenheit, wo meilenlange Güterzüge wild dampfend durch staubige Fels- und Kaktuslandschaften donnern. Wenn der Spätwestern laut Definition sowohl nach der eigentlichen Blütezeit des Westens spielt als auch die Motive des Genres demoralisiert, dann ist Logan in beiden Punkten der erste Spätsuperheldenfilm.

Nur wenig an Logan wirkt einem Fantasy-Kosmos entsprungen, wenn man sich daran gewöhnt hat, dass die zentralen Charaktere über übernatürliche - aber nach all den Jahren auch enorm instabile - Kräfte verfügen, bekommt man eine geerdete Symbiose geboten aus brutalem Spätwestern, (vermeintlich) destruktivem Charakterdrama und einem Roadmovie, dessen Charakterkonstellation an den Wenders-Klassiker Alice in den Städten oder dessen späteres Action-Pendant Léon erinnert. Logan und Charles müssen nämlich ein stummes kleines Mädchen mit geheimnisvoller Herkunft nicht nur beschützen, sondern auch möglichst unerkannt nach Norden bringen. Wer sich mit Grausen an all die schrecklichen Kinderrollen in Actionfilmen zurückerinnert kann beruhigt sein, die zwölfjährige Dafne Keen mag mitunter mimisch etwas dick auftragen, aber ihr Auftritt ist in Sachen Reife eher den erwähnten Vorläufern angemessen. Ein Film für Kinder ist das nämlich definitiv nicht. Die wenigen Actionszenen sind von Mangold als ultrabrutales, reisserisches und animalisches Mann-gegen-Mann-Gemetzel in Szenen gesetzt, man wird förmlich in den Sessel gedrückt ob der Heftigkeit und des Tempos der blutrünstigen Kämpfe.

Logan ist mühelos der beste Comichelden-Film seit dem unverschämt guten Superpeople-Agententhriller-Crossover X-Men First Class, und generell einer der besten der vielen, vielen Filme die das DC/Marvel-Material in den letzten Jahre hergegeben hat. James Mangold hat sich für seinen Protagonisten erneut einen eigenen passenden Ansatz überlegt, aber wo die Reise nach Japan im letzten Film teils noch etwas halbgar geblieben war zieht Logan seine Linie konsequent durch. Brutal, dramatisch und ohne den genretypischen Firlefanz aufs Wesentliche reduziert, liefert Logan nicht nur bärenstarke Abschiedsauftritte der X-Men-Veteranen Patrick Stewart und Hugh Jackman, nie zuvor wurden die Comicmythen so kompromisslos in etwas Neues transzendiert. Dass der Film viele lose Stränge aus all den Vorgängerfilmen zu schliessen scheint, ganz ohne Rückblenden, Cameos oder langes Gerede, macht ihn nur umso sympathischer.

Wertung: 9 / 10
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Re: Der X-Men Thread (20th Century Fox)

566
AnatolGogol hat geschrieben:Kann man den Film denn auch schauen ohne die zig Sequels zuvor gesehen zu haben (Teil 1 und die beiden Young X-Men oder wie die im Fachjargon heissen kenne ich)? Oder würdest du einem bekennenden Marvel-Ablehner eher abraten?
Das dürfte inhaltlich kein Problem darstellen, der Film funktioniert sehr eigenständig und spielt auch lange nach sämtlichen anderen Filmen, so dass deren komplizierte Zeitlinie für den Kontext nicht relevant ist. Dass du die Figuren Logan und Charles trotzdem schon kennst schadet bestimmt auch nicht und generell dürfte dir der Film sehr viel mehr zusagen als andere Genrevertreter. Falls du dich entschliesst, ihn zu schauen, bin ich gespannt.
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Re: Der X-Men Thread (20th Century Fox)

567
iHaveCNit: Logan (2017)

Hugh Jackman – der Australier gehört definitiv zu meinen Lieblingsschauspielern, unabhängig davon, ob er in Prisoners, Prestige, Password Swordfish und vielen anderen Filmen mitgespielt hat. Jedoch bleibt eine Rolle unzertrennlich mit ihm verbunden – Er ist Wolverine, er ist James Howlett, er ist Logan – und die perfekte Besetzung.Er ist die Ikone, die Legende ohne die kein X-Men-Film bis heute ausgekommen ist. (selbst in Rückblenden, Montagen oder Referenzen) Nun ist nach 17 Jahren Schluss und Zeit, die Adamantium-Klingen an den Nagel zu hängen. „Logan“ soll der krönende Abschluss seiner Zeit als Wolverine sein. Und James Mangold, Regisseur des zweiten Teils „The Wolverine“ darf hier nun die Story, das Drehbuch und die komplette Inszenierung übernehmen.

Wir schreiben das Jahr 2029.Natürliche Mutanten sind weitgehend ausgerottet. Der von der Zeit gezeichnete Logan verdingt sich als Limousinenfahrer und pflegt in völliger Abgeschiedenheit den an Demenz erkrankten Charles X Xavier. Als eines Tages ein junges, schweigsames Mädchen namens Laura in sein Leben tritt und unheilvolle Gestalten hinter dem Mädchen her sind, nehmen Logan und Charles den beschwerlichen und harten Weg vor, das kleine Mädchen zu beschützen und an einen besseren Ort zu bringen.

Da man bei der X-Men-Reihe scheinbar von Beginn an immer nur von Film zu Film geplant hat, kann man damit in der Gesamtheit bestehende Kontinuitätsprobleme erklären und verschmerzen. Wo und in welcher Zeitline nun „Logan“ spielt, kann jeder selbst entschlüsseln und entscheiden. In der X-Men-Reihe markiert die Trilogie um Wolverine einen konstanten Aufwärtstrend. Der Erste war wirklich schlecht, der Zweite war schon ein bisschen besser als sein Vorgänger, doch der Dritte ist das Magnum Opus seiner Trilogie und ein würdiger Abschied vom klingenbewehrten, mit Aggressionsproblemen kämpfenden Selbstheilungsexperten. Schön, dass man James Mangold extrem viel kreative Freiheiten gegeben hat. Seine Erfahrungen als Independentfilmer und Westernregisseur von z.B. „Todeszug nach Yuma“ zahlen sich hier vollends aus. Wir bekommen hier eine der innovativsten Herangehensweisen an einen Superheldenfilm überhaupt. Eine perfekte Mischung aus Charakterstudie und Roadtrip, die fast wie ein moderner Western a´la „Hell or High Water“ rüberkommt. Wie es sich für diesen Hybriden aus Roadtrip und Charakterdrama gehört, wird über kleinste, reduzierte Momente durch Schauspiel und sehr ruhiger Inszenierung eine perfekte emotionale Tiefe geschaffen, die in der endgültigen Konsequenz des überraschenden Handlungsverlaufs, über den ich keine Worte verlieren möchte, sich mit voller Härte entlädt, genau wie die extrem drastischen Gewaltexzesse, die endlich den Wolverine präsentieren, den wir schon seit 2000 erwartet haben. Der Film ist richtig hart, brutal und hoffnungslos mit nur geringem Anteil an Licht am Ende des Tunnels. Natürlich ist das klassische Problem von Roadtrips, dass es durchaus zu Hängern kommt, die dem Film jedoch nicht wirklich negativ beeinflussen. Die Action selbst ist hin und wieder jedoch ein wenig unübersichtlich gewesen. Alles in Allem kann ich nur sagen, dass ich Hugh Jackman und auch Patrick Stewart dafür danke, Wolverine bzw. Charles X Xavier ein immer bleibendes Gesicht verliehen zu haben. Charles X Xavier hat mit James McAvoy durch die neue Zeitlinie einen tollen Ersatz bekommen. Wolverine selbst sollte nun vollends als Hugh Jackmans Charakter in die Filmgeschichte eingehen und keinen neuen Darsteller bekommen. Richtig positiv war hier auch Dafne Keen als junge Laura, die mit ihrem reduzierten Schauspiel trotz gelegentlicher Gewaltexzesse eine tolle Addition im Film gewesen ist.

Spannend, dramatisch, mit genug Raum zur Entfaltung seiner Charaktere und der entsprechenden Emotionen und absolut konsequent wird „Logan“ zu einem der besten Filme des X-Men-Franchises.- und ein würdiger Abschluss und Abschied für Hugh Jackman.

„Logan“ - My First Look – 9/10 Punkte
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Der X-Men Thread (20th Century Fox)

569
In welcher Reihenfolge sollte man die Filme gucken? Ich kenne bisher nur die Original-Trilogie und First Class, würd aber gerne mal alle sehen. Sehe ich das richtig, dass es die originale Trilogie, eine Trilogie mit den "jüngeren" und eine Wolverine-Trilogie gibt?
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Re: Der X-Men Thread (20th Century Fox)

570
Nico hat geschrieben:In welcher Reihenfolge sollte man die Filme gucken? Ich kenne bisher nur die Original-Trilogie und First Class, würd aber gerne mal alle sehen. Sehe ich das richtig, dass es die originale Trilogie, eine Trilogie mit den "jüngeren" und eine Wolverine-Trilogie gibt?
Die Timeline der X-Men ist ein ziemliches Knäuel, auf jeden Fall in den Details der Kontinuität. Die Reihenfolge der Entstehung ist m.M.n. prinzipiell immer die richtige, da die Filme genau so konzipiert und dem Grossteil des Publikums präsentiert wurden. 1, 2, 3, First Class, Days of Future Past und Apocalypse solltest du in dieser Reihenfolge sehen, die Wolverines könntest du dann auch dort einbauen wo sie gedreht wurden, also den schrottigen Origins vor und The Wolverine nach First Class.

Ich finde es macht mit Abstand am meisten Sinn, die Filme für sich zu sehen und jeden als Eigeninterpretation des Mythos' zu betrachten, ohne allzu penibel auf Kontinuitätsdetails und den Gesamtkontext zu achten. Trotzdem, für den ersten Durchgang empfiehlt sich die Entstehungsreihenfolge.
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